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Full text of "Ausgewaehlte Schriften"

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ÖP 1858 * LBFTTHBIAW - 

SCHOOL ATTHB OUTBRBAK 

OF THB CIVIL WAR TO JOIN 

THE 201« MASSACHUSBTTS 

VOLUNTBBR INFANTRY 

MORTALLY WOUNDED AT 

THB BATTLE OP GLBNDALB 

JULY 301« 1862 






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AUSGEW AEHLTE SCHRIFTEN 



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RAIMUND FÜRSTEN MONTECUCCOU 



GENERAL-LIEUTENANT UND FELDMARSCHALL. 



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HERAUSGEGEHEN 



VON PER 



DIRECTION DES K. UND K. KRIEGS-ARCHIVS. 



BEARBKITKT VON 



HAUPTMANN ALOIS VELTZE. 



IV. BAND. 



MISCELLEN. CORRESPONDENZ. 

ORTS-, NAMEN- UND SACH-REGISTER. 







WIEN UND LKTPZKir. 
WILHELM BRAU M Ü L L K K 

K. UND K. HOP- UND INI VtRSITÄTS-ULCHHANDLEH. 

lOOI. 



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JUL29 1920 



^>^x:,.^f^ 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN. 



Inhalt 

des vierten Bandes. 



m. 
Miscellen. 

Seite 

1. Aus der Relation über die Verschwörung Waldstein's. (Dalla 
relazione della congiura del Wallenstein.) 1634 3 

2. Memoiren für die Geschichte. (Memorie per la storia.) 1634 . . 9 

Schlacht bei Leipzig 1631 11 

Das Jahr 1632 11 

Das Jahr 1634 12 

3. Kaiserlicher Kammerdienst des Morgens. (Servizio imperiale 
della Camera la mattina.) 1645 15 

4. Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. 

(Ristretto della mia vita annuaria in Aliemagna.) 1632— 1645 . . 19 

5. Beschreibung der Art wie ich die Cavallerie in Schlesien, im 
Jahre 1645 ergänzte. (Descrizione del modo tenuto a rimontare 

la cavalleria in Silesia, Tanno 1645) 33 

6. Beschreibung der Fürsten Deutsch tands. (Ritratto dei principi 
della Germania.) 1650 r . . . 39 

7. Mein Gutachten über die Befestigungen der Posten Inner- "^^ 
Oesterreichs. (Mio parere sopra le fortificazioni dei posti deir 
Austria interiore.) 1657 si A 

8. a) Miscellen zum Türkenkrieg. 1661— 1664 63 - 

b) Auszüge aus den an die venezianische Republik von ihrem 
Minister-Residenten bei Seiner Majestät abgesandten Briefen. 

(Estratti dalle lettere spedite alla Republica Veneta, dal suo 
Ministro-Residente appresso Sua Maestä Cesarea.) 1666 .... 77 

c) Allerunterthänigstes Gutachten in Bezug auf die Erhaltung 
Ungarns und Siebenbürgens. (Parere umilissimo intorno alla 
conservazione dell' Ungheria e della Transilvania.) 1662 ... 95 



n Inhalt. 

Seite 

d) Tagebuchartige Aufzeichnungen während des Aufenthaltes 

in Regensburg. 1664 109 

9. Auszug aus den Haupt-Affairen, in welchen sich Graf Monte- 
cuccoli befunden hat. (Ristretto delP occasioni principali nelle 
quali si h trovato Raimondo conte di Montecuccoli.) 1627 — 1657 . 131 

10. Bemerkungen zu den Schriften des hochwürdigen Paters von 
Hollandt, zur Lebensbeschreibung des Erzherzogs. (Notae ad 
scripta R. P. von Hollandt, in descriptionem vitae Archiducis.) 
i66a 145 

11. Ceremoniell bei Ueberreichung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse. 1668 X51 

12. Die Grundregeln der Bündnisse. (De foederibus maximae) . . 155 

13. Unterweisung meines Sohnes Leopold. (Instituzione di Leopoldo 

mio figlio.) 1670 161 

14. Montecuccoli's Concept zu seinem Testamente. 1672 .... 169 

15. Gutachten an den Kaiser über die im Werke gewesene zweite 
Vermählung. 1673 175 

IV. 

Correspondenz. 

1. Correspondenz der Jahre 1644 und 1645 181 

2. Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici. 
1642-1667 219 

3. Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648—1658 245 

4. a) Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach 

Finale. 1666 277 

b) Correspondenz Kaiser Leopold's mit Montecuccoli. 1666 . 303 

5. Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse. 1665—1668 309 

6. Correspondenz der Jahre 1672 und 1673 337 

7. Correspondenz aus dem Jahre 1680 349 

8. Vermischte Correspondenz. 1642—1680 359 



Orts-, Namen- und Sachregister. 



in. 



MISCELLEN, 



Montecnccoli. IV. 



I. 



AUS DER RELATION UEBER DIE VERSCHWOE- 

RUNG WALDSTEIN^S. 

(DALLA RELAZIONE DELLA CONGIURA DEL WALLENSTEIN.) 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (1634). 

ORIGINAL. K. A., 1634. XIH, ix. 

ABGEDRUCKT: »OBSTBRREICHISCHS MILITAERISCHB ZBITSCHRIPTi, 1864, I, 

DEUTSCH. 



1* 



1. Der Bericht wurde von Jaroslaw Sezyma Raäin von 
Riesenburg verfasst, welcher von Waldstein bei allen diesen 
Umtrieben verwendet wurde und dann um Verzeihung und 
kaiserliche Gnade bat. 

2. Im Jahre 1630 wurde Friedland entlassen. 

3. Im Jahre 1631 theilt Tröka dem Jaroslaw RaSin mit, 
dass, wenn der Schwede und die übrigen Feinde des Kaisers, 
mit dem Friedländer ein Uebereinkommen treffen, ihnen 
daraus grosse Vortheile erwachsen würden; wenn sie mit 
ihm unterhandeln wollen, so werden sie ihn auf ihrer Seite 
finden. 

4. Er bedient sich der Vermittlung des Grafen della 
Torre,^) welcher diesen Tractat dem Kon ige von Schweden 
überbringt. 

5. Friedland verspricht den Schweden, seine Macht zu 
ihren Gunsten einzusetzen, wenn ihm der Kaiser von Neuem 
den Befehl über die Armee übergeben sollte. 

6. Der König von Schweden schreibt dem Friedland 
folgender Weise: >Quandoquidem a Caesare offensus est, 
sese illius patrocinium in omnibus rebus ad honorem ejus 
spectantibus suscepturum.c (Wenn er wirklich vom Kaiser 
beleidigt worden ist, so wird er ihn in allen Fällen, die seine 
Ehre betreffen, in Schutz nehmen.) 

7. Die Verschworenen und Mitwisser waren damals nur 
der König, Friedland, Graf della Torre, Tröka und die alte 
Gräfin Tröka. 

8. Friedland wartete die zur Verschwörung geeignete 
Zeit ab und verliess sich auf die Regimenter des Tröka, 
sowie auf die Soldateska, welche in Schlesien war. 



Matthias Thurn. 



6 Montecuccoli: 

9. Inzwischen wurde Tilly geschlagen, Friedland ver- 
spricht dem Schweden, dass er ihm 12.000 Mann überliefern 
werde und sucht ihn zu überreden nach Böhmen zu kommen, 
wo er noch mit einem anderen Heere, welches er vom 
Dienste des Kaisers abziehe, zu ihm stossen werde, deren 
Obriste dann mit den Gütern der Jesuiten, des Slawata, 
Martinitz etc. belohnt werden würden. 

10. So plante und sann Friedland auf den Ruin des 
Kaisers, Spaniens und Bayerns. 

11. Friedland begann dann erkennen zu geben, dass er 
nach der Krone Böhmens strebe. Er vertraute sich Michna*) 
an und kam zu Besprechungen mit Amheim (Arnim) zu- 
sammen; Wilhelm Kinsky diente bei dem Anschlage als 
Mittelsperson. 

12. Friedland Hess die Soldateska des Hofkirchen, 
welche er vernichten konnte, von Prag entkommen. 

13. Holcke war Mitwisser von Allem. 

14. Im Jahre 1633 kam die Armee nach Liegnitz und 
dort erneuern sich die Besprechungen zwischen Friedland 
und Amheim. Hier war Bubna Vermittler in vielen Sachen. 
Die Heere benahmen sich zwar wie Feinde, aber es bestand 
ein Einverständniss unter den Höheren. 

15. Bubna kehrt von Qxenstierna mit dessen Briefen an 
Friedland zurück, in welchen er ihn versichert, dahin wirken 
zu wollen, dass er die Krone von Böhmen erlange. 

16. Am 2. Juli wurde der Waffenstillstand zwischen den 
Armeen abgeschlossen. Holcke wurde aus Sachsen zurück- 
berufen, wo er vorhatte, im Rücken des Amheim Alles zu 
besetzen. 

17. Friedland sagte selbst, dass er unter dem Vorwande, 
wegen des Ausgleiches zu unterhandeln, den Kaiser täusche. 
Er unterlässt es, dem Feinde zu schaden und verhindert auch 
Aldringen daran. 

18. Amheim kehrt von Oxenstiema zu Friedland zu- 
rück und Alles was früher beschlossen wurde, löst sich 
wieder auf. Amheim schreibt an den Grafen della Torre, dass 



') Paul Michna Graf von Weizenhofen, Oberstkanzler. 



Aus der Relation über die Verschwörung Waldstein*s. y 

Friedland unbeständig' sei und dass er sogar vorschlage, 
sich mit ihm zu verbinden und auf die Schweden los- 
zugehen. 

19. Della Torre wird geschlagen, aber Waldstein lässt ihn 
frei ziehen mit allen Gefangenen und reichlichen Geschenken. 

20. Im Jahre 1633, im Monate December, lässt Fried- 
land den Grafen Wilhelm Kinsky zu sich nach Piken 
kommen. 

21. Man sollte nun die Pläne zur Ausfuhrung bringen. 
Friedland gewann die Führer und nahm sie in Eid. Er 
schickte Rauchhaupt zum Gesandten Frankreichs» RaSin zu 
Oxenstiema, einen Anderen zum Herzoge von Weimar 
(welcher mittlerweile, durch die Gunst Friedland's, Regensburg 
erobert hatte), mit dem Ersuchen, sie mögen Abgesandte 
nach Cham schicken, wo Alles vereinbart werden solle, um 

22. die Heere zu vereinigen, directe nach Wien zu rücken 
und um die Krone Böhmens zu erlangen, sowie nach jener 
des Reiches zu streben. Franz Albert >) kommt nach Pilsen. 

2^. Oxenstiema nennt den Friedland einen Treulosen 
und Unbeständigen, welcher dem Konige von Schweden, dem 
Oxenstiema, sowie dem Amheim, das Wort gebrochen habe. 

24. Oxenstiema erklärte schliesslich, dass er dem Fried- 
land so lange nicht trauen könne, bis dieser sich nicht offen 
empört hätte. Dann erst werde er ihm glauben und sich mit 
den Verschwörern und deren Armee vereinigen. 

25. Während dessen gieng Friedland mit Tröka, Dow 
imd Kinsky nach Eger, um sich dort mit Bernhard von 
Weimar zu besprechen. Allein während Amheim mit Reiter- 
truppen nach Zwickau kam und dort verweilte (welcher Auf- 
enthalt ihn später reute), wiu-de die Ermordung Friedland's 
vollzogen, welcher von Gordon, dem Commandanten von 
Eger, hintergangen wurde. 



Herzog von Sachsen-Lauenburg. 



2. 



MEMOIREN FUER DIE GESCHICHTE. 

(MEMORIE PER LA STORIA.) 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (1634). 
ORIGINAL. K. A., 1634. XIII, IS. 



Schlacht bei Leipzig im Jahre 1631. 

General-Lieutenant Tilly nimmt die Stadt Leipzig durch 
Accord am 16. September 1631 ein. Das Castell hält sich 
noch durch den Umstand, dass der Churfürst von Sachsen, 
welcher sich mit dem Konige von Schweden zur Bekämpfimg 
Tilly's vereinigt hatte, heranrückt. 

Am 17. wird die Schlacht geliefert, in welcher Tilly 
g-eschlagen wird. 

Nach der Schlacht zieht sich Tilly nach Hessen zurück, 
\un sich dort mit Aldringen und Fugger zu vereinigen. 

Das Jahr 1632. 

Der Kaiser unterhandelt mit Friedland, um ihn zur 
Wiederübernahme des Generalates zu vermögen, welches 
dieser unter folgenden Bedingungen übernimmt: 

L 

1. Er wird unumschränkter General sein, nicht nur des 
Kaisers, sondern des ganzen Hauses Gestenreich, sowie des 
Königs von Spanien. 

2. Er wird alle Vollmachten besitzen imd Generalissimus 
sein. Weder der Kaiser, noch der König w.erden sich zur 
Armee verfugen. 

3. Don Balthasar de Marradas bleibt mit 12.000 Mann 
in Böhmen bei der Person des Königes, gleichsam als Schutz- 
wache, um jeder Empörung zu begegnen. 

4. Es wird ihm folgende Belohnung zugesichert: 

ä) »Sollte ihm kaiserliche Assicuration auf ein öster- 
reichisches Erbland geschehen, in optima forma wegen ordi- 
nariam recompensationem«. 



12 Montecuccoli: 

b) >Von den occupierten Ländern sollte er das höchste 
Regal im Römischen Reich haben, als eine extraordinari 
Recompens.« 

5. Was die Confiscationen und Begnadignngen im Reiche 
anbelangt, alles das steht dem Generalissimus mit Ausschluss 
jedes Anderen zu. 

n. 

Verpflegung der Soldaten: 

1 . Einem Soldaten zu Fuss täglich zwei Pfund Brot, ein 
Pfund Fleisch, zwei Mass Bier oder eine Mass Wein und über- 
dies vier Gulden an Geld % Koch- und Heizbedarf eingerechnet. 

2. Einem Soldaten zu Pferd an Lebensmitteln wie dem 
Infanteristen, dann einen Metzen Hafer wöchentlich und neun 
Gulden monatlich an Geld. 

3. Einem Arquebusier oder Croaten sechs Gulden monat- 
lich an Geld, Lebensmittel wie die Uebrigen. 

m. 

Friedland stellt eine Armee von 40.000 Mann auf, 
welche nur in den kaiserlichen Erbländern geworben werden. 

IV. 
Prag wird am 4. Mai eingenommen. 

V. 

Der Churfurst von Bayern vereinigt sich mit Friedland 
in Eger, Beide rücken vereint nach Nürnberg. 

Das Jahr 1634. 

Im Jahre 1634, ^^^ 26. Juli, ergiebt sich die Stadt 
Regensburg dem Könige von Ungarn Ferdinand HI., Gene- 
ralissimus des Kaisers. 

Der Churfurst von Bayern ist mit seiner Armee an- 
wesend. 



') monatlich. 



M6moiren für die Geschichte. 



13 



Graf Gallas ist kaiserlicher General-Lieutenant. Dieser 
und der bayerische Feldzeugineister Fugger unterschreiben 
im Namen ihrer Herren den Accord mit der Besatzung von 
Regensburg. 

Der Commandant der schwedischen Besatzung ist Lars 
Kagge; jener der Bürgerschaft von Regensburg Hieronymus 
Berger. 

Der Hauptinhalt des Accordes lautet» dass die Garnison 
mit Waffen, Gepäck, fliegenden Fahnen und Standarten, unter 
Trommelwirbel und Trompetengeschmetter, mit der Kugel 
im Laufe, etc., abziehe. Sie wird bis Neumarkt und von da 
nach Nürnberg ohne jede Behelligung geleitet und nimmt 
sechs Stück Geschütze mit der zugehörigen Munition, den 
nothigen Proviant, sowie Wagen zum Transporte der Kranken 
mit. Die Stadt verbleibt im Besitze aller ihrer Privilegien und 
Freiheiten. Die einzulegende Besatzung soll nur aus kaiserlichen 
Truppen bestehen. Es werden zur Sicherung der Ausfuhrung 
des Accordes Geiseln gestellt. 

Am 29. Juni machen die Belagerten einen kräftigen 
Ausfall, werden aber mit Schaden zurückgeworfen und ver- 
lieren zwei Redouten. Sie hatten auch am 28. einen gemacht, 
aber gleichfalls zu ihrem grossen Nachtheile. Am i. Juli lassen 
sie eine Mine springen, doch mit geringem Schaden für die 
Belagerten. 

Herzog Bernhard von Weimar und der Rheingraf sind 
am Marsche, um sich mit Hom zu vereinigen und dem Platze 
zu Hilfe zu kommen. 

Am 25. Juni macht der Feind einen Ausfall, bei welchem 
Marquis Mattei durch einen Musketenschuss ein Auge verliert. 

Am 18. oder 19. Juli wird FM. Aldringen durch einen 
Schuss in die Kehle beim Uebergange des Inn in der Nähe 
von Landshut getodtet. 

Die Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1634, ^^ 6. Sep- 
tember. 

Am Vortage, das ist am 5. gegen Abend, zeigt sich 
der Schwede in Schlachtordnung vor dem Walde und es 



H 



Montecuccoli : Memoiren für die Geschichte. 



entsteht ein grosses Scharmützel, welches bis in die Nacht 
hinein dauert. Am folgenden Morgen und zwar um 6 Uhr, 
beginnt die Schlacht und nach fünf Stunden heftigen Kampfes, 
hat man den Sieg erfochten. Obrist Ajazza wird durch eine 
Falconetkugel getodet, gerade als er zwischen dem Konige 
und dem Cardinal-Infanten stand. 



KAISERLICHER KAMMERDIENST DES MORGENS. 

(SERVIZIO IMPERULE DELLA CAMERA LA MATTINA.) 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (1645). 
ORIGINAL. K. A., MtU. XXVIII. aai. 



Zu der vom Kaiser testgesetzten Stunde weckt der 
erste Kammerdiener, oder der vom Dienste, mittelst eines 
Glockenzeichens den Monarchen. Der Kaiser tritt im Nacht- 
gewande heraus. 

Die Kammerdiener vom Dienste treten ohne Mantel 
und ohne Degen ein, der oberste Kämmerer aber mit Mantel 
und Degen; mit diesen erscheinen auch der Arzt, der Barbier, 
die Zwerge, Narren und Schalke. 

Der erste Kammerdiener tritt etwas früher ein und legt 
dem Kaiser das Hemd an. 

Die Kammerdiener, mit einem Knie am Boden, der 
älteste beim rechten Fusse, bekleiden ihn mit Hose, Strümpfen 
und leichten Schuhen. 

Der älteste Kammerdiener reicht knieend das Wasch- 
zeug, indem er früher die Wasserprobe vornimmt und der 
Oberst-Kämmerer das Handtuch; dann giebt dieser, nachdem 
er gleichfalls die Wasserprobe verrichtet, das Wasser zum 
Reinigen der Zähne und ein Kammerdiener hält das Becken, 
in welches der Kaiser sich ausspült. 

Die Kammerdiener stellen sich dann Seiner Majestät gegen- 
über auf, ergreifen den Fuss, binden die Strumpfbänder und ziehen 
ihm knieend die Schuhe an, während der Barbier ihn kämmt. 

Seine Majestät erhebt sich, ein Kammerdiener zieht 
ihm das Beinkleid hinauf und befestigt es. Man zieht das 
Nachtgewand aus, der älteste Kammerdiener reicht ihm das 
Wamms und Beide befestigen es an die Hose; vordem 
bindet der erste Kammerdiener die Magenbinde um und über- 
bringt die gefutterte Jacke. 

Der erste Kammerdiener reicht dem Kaiser eine Fleisch- 
brühe, worauf Alle verschwinden und die Kammerdiener ihre 
Degen und Mäntel wieder umnehmen. 



If ontecuccoli. IV. 



AUSZUG AUS MEINEM JAEHRLICHEN AUFENT- 
HALTE IN DEUTSCHLAND. 

(RISTRETTOpELLA MIA VITA ANNUARIA IN ALEMAGNA.) 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (1643). 
ORIGINAL. K. A., MfiM. XXVIII, aas. 



2* 



1632. 

In Halle verlebte ich den Winter; im April oder März 
erhielt ich meine Freiheit durch tlanzionierung, gieng nach 
Prag-, von da in mein Quartier nach Böhmen und einige 
Tage später nach Wien, wo ich mich zwei Wochen aufhielt; 
dann reiste ich mit dem Grafen Ernst*) wieder ab; wir 
giengen nach Budweis, wo wir die Post nahmen und den 
Herzog von Friedland aufsuchten ; von da nach Passau, dann 
nach Salzburg, Innsbruck, Lindau, Ueberlingen, Breisach 
und Colmar, wo wir Quartier nahmen. Wir machten einige 
Ritte nach Nancy in Lothringen. Dann rückten wir dem 
Platze Wiesloch, im unteren Palatinate (Pfalz), zu Hilfe; 
Montbeillon*^ blieb todt, wir übersetzten bei Philippsburg 
den Rhein und kehrten nach Breisach zurück. Ich wurde 
Obristlieutenant. Wir marschierten nach Schwaben, um uns 
vor Nürnberg mit Friedland zu vereinigen und eroberten Rain. 
Gustav Adolph gieng nach Lützen, dort kam es zur Schlacht, 
der Konig blieb todt, worauf Aldringeh nach Schwaben 
rückte. Graf Ernst gieng nach dem Elsass, ich nach Italien, 
sah meine Mutter, verblieb acht Tage daselbst, kehrte mit 
der Post zurück und fand das Regiment bei Straubing im 
Quartier. 

1633. 

Aldringen kam nach Schwaben. Man führte dort Krieg 
gegen Hom, nahm Kaufbeuren, Memmingen, Neuburg und 
e'inige andere Orte. Je nachdem der Feind stärker oder 
schwächer war, gieng man über die Donau hinüber oder herüber, 

^) Montecuccoli, seinem Onkel. 
^) Kaiserlicher Obrist. 



22 Montecuccoli: 

beild nach Bayern, bald nach Schwaben, bald in die untere 
Pfalz. Es kam der Herzog von Feria mit einer Armee aus 
Italien, brachte Constanz Hilfe, das von Hom angegriflFen 
war, nahm Waldshut, Laufenburg, Rheinfelden und andere 
Orte mit Sturm ein; man marschierte gegen Breisach, ver- 
proviantierte es, die Armeen geriethen bei Sulz aneinander, 
fügten sich aber nur mit dem Geschütze Schaden zu. 

Indessen liess sich der Herzog von Weimar sehen und 
nahm Regensburg ein. Wir giengen bei Breisach über den 
Rhein und nach Schwaben in's Quartier, der Herzog von 
Feria nach Bayern; ich hatte mein Quartier in Tuttlingen. 

1634. 

Das Quartier dauerte nicht lange; man musste sich 
weiter in das Innere Schwabens zurückziehen. Vitzthiun wollte 
eine Unternehmung auf Munderkingen ausfuhren. Sie gelang 
nicht und wir hatten desshalb Streit. Indessen gab mir Ossa den 
Auftrag, Lindau zu nehmen, in welchen Ort dann Vitzthum 
als Commandant eingesetzt wurde. Ich hatte mein Quartier 
in Kempten. Der Feind verstärkte sich in Schwaben, von wo 
man sich gegen Fuessen zurückziehen musste. Die Verschworung 
des Friedland wurde entdeckt, er selbst ermordert. 

Wir wandten uns gegen Passau und da wir keine Quartiere 
hatten, gieng ich, sie von Aldringen zu verschaffen, nach Wien, 
wo ich mich acht Tage aufhielt und von wo ich dann mit 
Aldringen abreiste; ich erhielt Quartiere zu Gmünd in Nieder- 
Oesterreich. 

Nach drei Wochen wurde nach Regensburg marschiert, 
das vom Könige von Ungarn belagert wurde. Aldringen 
wurde, als er im BegriflFe stand Landshut zu Hilfe zu kommen 
getödtet. Regensburg wurde erobert. Cronberg starb an der 
Pest. Ich behielt meine Stellung und gieng nach Wien, um 
ein Regiment zu verlangen. 

Ich kehrte zurück, aber es war schon vergeben. Donau- 
wörth wurde erobert; es kam der Cardinal-Infant mit einem 
Heere aus Italien an und marschierte mit uns nach Nördlingen; 
man schlug die Schlacht und siegte, gewann das ganze Land 



Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. 23 

Württemberg und nahm mit dem Prinzen von Este Quartier 
um Stuttgart. 

In Esslingen erhielt ich die Ernennung zum Obrist- 
lieutenant an Stelle des Don Hannibal Gonzaga; ich hatte 
mein Quartier in Guglingen. Wir passierten den Rhein über 
das Eis bei Speyer und schlugen mit Johann von Werth 
drei Compagnien Franzosen, die sieben Meilen von dort im 
Quartiere lagen. Mittlerweile fiel so starker Regen, dass das 
Eis schmolz und die Pferde auf dem Rückzuge bis an den 
Bauch im Wasser waten mussten. Man überfiel Philippsburg. 

1635- 

In Frühling ging Gallas bei Germersheim über den Rhein, 
dem Herzog von Weimar zum Trotze. Er nahm Speyer und 
Worms. Hatzfeld nahm Kaiserslautem mit Sturm, bei welchem 
Sturme ich die Avantegarde mit commandierter Reiterei zu 
Fuss führte. Diodati wurde bei Menz getödtet. Gallas griff 
Zweibrücken an, der Feind kam aber in solcher Starke heran, 
dass man sich gegen Worms zurückziehen musste, wo ich 
eine Zeit lang krank war. Während die Franzosen, indem 
sie immerwährend zuwarteten, sich aufrieben, wurde Gallas 
durch die Regimenter verstärkt, welche Ulm blockiert hatten; 
ich aber wurde von Gonzaga in den Besitz des Regiments 
gesetzt, welches früher la Trappola*) gehabt hatte. Gallas 
verfolgte die Franzosen und die Volker des Herzogs von 
Weimar bis Metz. Auf diesem Rückzuge wurden der junge 
CoUoredo und Rittberg geschlagen. Wir dreingen in Lothrin- 
gen ein, erhielten Verstärkungen und bezogen eine ver- 
schanzte Stellung bei Meziferes. Obrist la Valette nahm Dieuze 
wieder. Marquis Grana überwinterte im Elsass. Hatzfeld griff 
Hagenau im Elsass an, konnte es aber nicht nehmen. Ich 
erhielt ein Quartier bei Friedberg, in der Gegend von Hanau, 
passierte daher den Rhein bei Udenheim, den Main bei 
Frankfurt und bezog das Quartier, wo Graf Galeotto, mein 
Bruder, mich besuchte. 



*) Bettino Freiherr von Trappola, seit 1627 Obrist über 500 Arque- 
busiere. 



24 



Montecuccoii: 



1636. 

Im Frühjahr brach ich bei Zeiten auf, um mich mit Hatz- 
feld zu vereinigen; ich zog durch das hessische Gebiet nach 
Sachsen, wo wir, vereinigt mit den Völkern des Churfursten, 
Magdeburg belagerten. Während dieser Belagerung wurden 
drei in Tangermünde liegende Regimenter geschlagen, bei 
welcher Gelegenheit ich die Avantgarde führte. Nach der 
Einnahme von Magdeburg, gieng man nach Perleberg und 
wiurde Klitzing^) mit einem fliegenden Corps detachiert, um 
Brandenburg zu nehmen, während gleichzeitig Ban6r Werben 
angriff. 

Wir rückten gegen Wittstock, imi uns in der Mark mit 
Klitzing zu vereinigen. Auf diese Nachricht hin kehrte der Feind 
zurück und es kam am 4. October, dem Tage des heiligen 
Franciscus zur Schlacht. Ban6r behauptete das Schlachtfeld imd 
eroberte einen grossen Theil der Artillerie. Wir zogen uns in der 
Nacht zurück und marschierten nach Werben. Die Infanterie 
passierte die Elbe auf Barken, die Cavallerie die Havel durch 
eine Fürth, worauf wir uns nach Magdeburg zurückzogen und 
von da in Quartiere nach Halberstadt, Aschersleben und Um- 
gebung verlegt wurden. Dort standen wir zwei bis drei 
Wochen fest, bis der Feind vorrückte und wir über den 
Harz und das Plateau von Eichsfeld nach Westphaleh mar- 
schierten, wo wir kurze Zeit stehen blieben, während Erfurt 
von Ban6r eine Garnison erhielt, da der Winter noch nicht 
zu Ende war. 

1637- 

Vereinigt mit der bayerischen Armee unter Götz mar- 
schierten wir gegen den Feind und passierten die Weser 
über das Eis, das man durch daraufgeworfenes Stroh und 
Wasser verstärkt hatte, wobei Hatzfeld mit der Cavallerie 
vorausgieng. Wir marschierten durch Thüringen und thaten in 
der Nähe von Weimar, beim Uebergang über die Unstrut, dem 
Feinde, der fast überfallen wurde, einigen Abbruch. Breda 
vereinigte sich mit den kaiserlichen, aus dem Lande Jülich 

^) Churfurstlich sächsischer General. 



Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. 25 

g^ekommenen Truppen, während der Feind sich bei Pegau 
concentrierte, von wo er jedoch bald nach Eilenburg* gieng-. 
Wir nahmen Eilenburg- und der Feind zog* sich nach Torgau 
zurück. Dann näherten wir uns Wittenberg, wo wir ein Fort 
des Feindes nahmen, welches dann dazu diente, dort eine 
Brücke zu bauen, über welche wir die Elbe passierten. Wir 
näherten uns Torgau und hielten dort den Feind wie blockiert, 
bis Gallas eintraf, worauf sich der Feind von Torgau zurück- 
zog, durch die Lausitz marschierte und bei Fürstenberg durch 
eine Fürth über die Oder und von da nach Landsberg rückte ; 
Gallas aber hatte die Oder bei Küstrin passiert und stellte 
sich dem Feinde bei Landsberg entgegen. Ban6r, der nicht 
übergehen konnte, kehrte an der Oder um und gieng durch 
die Uckermark nach Stettin in Pommern. Gallas schlug 
eine Brücke über die Oder, nahm dann Ueckermünde, schlug 
den Obristen Oxenstiema und marschierte nach Anklam; 
Klitzing nahm mit einem besonderen Corps Dömitz, Havelberg 
und andere Orte. Man übersetzte durch Anwendung einer 
Kriegslist die Peene und schlug den General Wrangel; Prinz 
Matthias nahm Wolgast, femer fiel auch Loitz, Demmin und 
Tribsees in unsere Hände, worauf man nach Mecklenburg 
marschierte imd daselbst alle Lebensmittel mit Beschlag be- 
legte. Zu Ende des Feldzuges gieng Gallas nach Sternberg, 
Prinz Matthias nach Grevesmühlen, während die Regimenter 
in der Nähe von Wismar Quartiere bezogen. Ich wurde in 
Stemberg in Arrest gesetzt, dann nahm mich Prinz Matthias 
zu sich und wir bezogen gemeinsam die Winter-Quartiere. 
Man schlug bei Lauenburg zur Sicherung eine Brücke über 
die Elbe, während Prinz Matthias noch in das Gebiet von 
Bremen nach Homeburg und Neukloster Streifungen unter- 
nahm; mein Regiment hatte seine Quartiere in Schoningen. 

1638. 

Im Frühjahr erhielt ich die Erlaubniss, mich an den 
kaiserlichen Hof zu begeben; ich reiste nach Prag, wo bald 
darauf der Kaiser von Wien kommend eintraf. Nun brachte ich 
bezügflich der Angelegenheiten in Brandenburg meine Ent- 



26 Montecuccoli: 

schuldigfungen vor und verlangte meine Freisprechung; da 
aber die Hofminister sich auf weitere Antworten des Chur- 
fiirsten beriefen, erbat und erhielt ich bis dahin für drei 
Wochen Urlaub, um nach Italien zu gehen. Ich nahm zu 
Prag die Post, reiste über Regensburg, Augsburg, Fuessen, 
Innsbruck, Trient, nach Verona, wo sich gerade der Herzog 
(von Modena) befand, um nach Spanien abzugehen. Ich 
empfahl meine Angelegenheiten dem Herrn della Torre 
(Thurn), da Graf Galeotto, der nach England gereist, noch 
nicht angekommen war und kehrte an den Hof nach Prag 
zurück, auf dem Wege über Mantua, Peschiera, über den Garda- 
see nach Riva, dann nach Trient, nach Innsbruck, von hier auf 
dem Inn nach Passau, von wo aus ich wieder die Post nach 
Prag benützte. Wenig später reiste der Kaiser nach Wien und 
ich nahm mit Don Hannibal und Camillo Gonzaga den Weg 
ebendahin. Von da gieng ich mit dem Hofe nach Nicolsburg, 
wo der Kaiser mit dem Könige von Polen eine Unterredung 
hatte. Man kehrte nach Wien zurück, wo ich vom Kaiser ein 
Decret erhielt, dass die Angelegenheiten in Brandenburg bei- 
gelegt seien und dass ich zu meinem Regimente abzugehen 
habe. Daher machte ich mich mit Fememont, damals 
General-Kriegscommissär und mit Borri zu der Armee des 
Grafen Gallas auf den Weg, der sich in der Gegend von 
Stendal in der Altmark befand. Dort angelangt, setzte die 
Armee bei Tangermünde auf Pontons über die Elbe und 
marschierte in die Lausitz, wo man sich »reformierte«. Ich 
erhielt das Regiment des Maestro und mein Quartier zu 
Freistadt in Schlesien. 

1639. 

Ich hatte mich dort nur kurze Zeit aufgehalten, da ich 
den Befehl vom Hofe erhielt, mit commandierter Mannschaft 
nach Dresden zu marschieren und dort Piccolomini's Befehle 
zu vollziehen. Ich marschierte durch die Lausitz nach Dresden, 
fand aber dort andere Befehle vor. Indessen belagerte 
Banör Freiburg in Meissen. Morzin kam diesem Platze 
zu. Hilfe, wobei Bruay gefangen wurde. Morzin marschierte 
nach Chemnitz und sandte mich nach Prag, um mit Gallas 



Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. 27 

ZU unterhandeln. Indessen stiess Ban6r mit Morzin zu- 
sammen, schlug ihn und nahm Puchheim gefangen. Die 
Truppen zogen sich in das Innere von Prag zurück. Hof- 
kirchen wurde commandiert, den Uebergang über die Elbe zu 
bewachen; ich war bei ihm. Ban^r gieng bei Melnik über 
und schlug uns, wobei ich gefangen wurde. Wir wurden nach 
Leitmeritz geführt, wo wir ungefähr zwei Monate liegen 
blieben; von dort brachte man uns nach Stettin in Pommern, 
wo wir den "Winter über verblieben. 

1640. 

Wir hielten uns das kommende Frühjahr und den Winter 
als Gefangene in Stettin auf. 

1641. 

Wir blieben auch das folgende Frühjahr in Stettin, doch 
wurde Bruay bald in Freiheit gesetzt. Folgenden Winter 
verlangte ich von Torstenson nach Mecklenburg gebracht zu 
werden, um der Armee näher zu sein ; er gestattete mir nach 
Wismar zu gehen; wir überschritten den Meeresarm über 
das Eis. In Wismar hielten wir uns bei sechs Monate auf 

1642. 

Nächstes Frühjahr, wurde ich gegen den Slang ^) aus- 
gewechselt und in Freiheit gesetzt; man sandte uns, Pompei 
und mich, nach Stettin und von da nach Glogau in Schlesien. 
Wir fanden Torstenson in Trachenberg, die kaiserliche Armee, 
commandiert vom Prinzen Franz Albert von Sachsen, bei 
Breslau. Ich gieng an den Hof nach Wien, wo indessen die 
Nachricht eintraf, dass Franz Albert gpschlagen worden sei. 
Grraf Girolamo Montecuccoli, mein NefiFe, gab mir die Nach- 
richt, dass mein Bruder Galeotto von einem Diener todtlich 
verwundet wurde und gestorben sei; er sprach wegen der 
Heirath des Paters Maximilian'-^), in voller Unkenntniss, dass 



^) Schwedischer Obrist. 
2) Bruder Raimund's. 



28 Montecuccoli: 

er schon Priester sei. Piccolomini wurde zum Heere geschickt, 
ich erhielt 3000 Gulden vom Erzherzog, gieng dann mit den 
besten Hoffnungen zur Armee und fand Piccolomini zu Brunn 
in Mähren. Der Erzherzog kam nach und wir marschierten 
nach Olmütz. Ich wurde mit einer Parthei von 2000 Pferden 
gegen Slang gesandt; ich fand ihn jenseits von Troppau und 
schlug ihn; die Armee folgte nach. Der Feind hob die Be- 
lagerung von Brieg auf und zog sich in die Mark zurück. 
Die Armee zog von Breslau ab, gieng nach Glogau und be- 
lagerte es. Der Feind erhielt Verstärkungen aus Schweden 
und zwang den Erzherzog, die Belagerung von Glogau auf- 
zuheben. Indessen traf ein Courier des Herzogs von Modena 
bei mir ein, sowie der Befehl des Kaisers, dem Herzoge im 
italienischen Kriege Beistand zu leisten und ihm zu dienen; ich 
gieng also nach Wien, beziehungfsweise nach Ebersdorf, wo 
sich der Hof befand und erhielt die schriftlichen Befehle und 
das Patent als General-Feldwachtmeister. Ich nahm im 
Hause meines NeflFen, des Grafen Girolamo, Quartier, am 
nächsten Tage die Post und kam in fünf Tagen und sechs 
Nächten über Graz, Laibach, Gorz, Palma, Treviso, Padua 
und Mirandola in Modena an. Dort erhielt ich vom Herzoge 
das Patent als General der Cavallerie. Ich inspicierte, ordnete 
und übte die Milizen, liess kleine Kanonen nach schwedischem 
Muster giessen, sowie Kriegsbrücken \md Backofen im Ar- 
senal herstellen. Es wurden Patente zur Aushebung erlassen 
und über die Puncte des Bündnisses verhandelt; ich gieng 
nach Montecuccolo, dann nach Siena, besuchte den Prinzen 
Matthias und reiste von da nach Florenz; als ich auf dem 
Rückwege den Appenin passierte, zwischen Ospedaletto und 

*) überraschte mich grosse Kälte, starker Schnee und 

Wind und ich kam nur unter grossen Gefahren hinüber. Nach 
Modena zurückgekehrt fand ich, dciss der Herzog nach Venedig 
gegangen war und folgte ihm nach. Dort erhielt ich einen 
Brief des Grafen Girolamo mit der Nachricht von dessen 
schwerer Erkrankung; ich begleitete daher den Herzog noch 
bis Modena und nahm dann Urlaub nach Wien, mit dem 



') Der Name des zweiten Ortes ist im Originale nicht angegeben. 



Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. 20 

Versprechen, auf das erste Avisö wieder einzutreffen; ich 
liess den Trompeter und einige Pferde in Italien zurück und 
reiste über Trient nach Wien. 



1643. 

Dort fand ich den Grafen Girolamo, welcher zwei Tage 
vor meiner Ankunft gestorben war, nur noch als Leiche vor. 
Ich wohnte dem Requiem bei, tröstete die Grräfin, die mich 
das Testament lesen liess und mir gute Aussichten machte. 
Ich fand Gallas im Begriffe zur Armee abzugehen, sowie 
Piccolomini, der gerade von dort bei Hofe eingetroffen war; 
während ich es dahin brachte, dass mein Regiment während 
meiner Abwesenheit aufgestellt blieb und dass ich Gallas zur 
Dienstleistung zugewiesen wurde, erreichte mich ein Courier 
des Herzogs von Modena, dciss ich sofort abreisen solle, weil 
der Krieg schon ausgebrochen sei. Der Kaiser ertheilte hiezu 
die AUergnadigste Erlaubniss und befahl, dass man mir mit 
der Bagage folge. Ich liess den Secretär beim Regimente, 
um meine Forderungen einzutreiben, sowie wegen der 
Quartiergeschäfte, reiste mit Urbano allein mittelst Post von 
Wien ab und schlug die gewohnliche Poststrasse ein. In 
Modena angekommen, brach der Krieg mit den Barberinem ^) 
aus. Ich schlug vor, la Stellata und Buondeno zu überfallen, 
was der Herzog von Parma glänzend ausführte. Wir ver- 
einigten uns dann in dieser Gegend mit den Venezianern, 
marschierten nach Crevalcore, konnten es aber nicht ein- 
nehmen. Wir giengen nun nach Buonporto. Die Päpstlichen 
griffen Nonantola an, man kam zu Hilfe, dann wurden Piu- 
mazzo und Bazzano erobert, wo ich durch einen Pöllerschuss 
an der Hand verwundet wxu-de, jedoch bei dieser Gelegenheit 
die Arrieregarde des Valense, der aus Toscana nach Vergato 
zurückkehrte, zersprengte und den Obristen der Artillerie, 
Piccardi, gefangen nahm. Crevalcore wurde durch Ueberfall 
genommen und durch Ueberfall wieder verloren. Der Herzog 
gieng nach Venedig, wo über den Frieden verhandelt wurde 
und ich mit ihm. Dort erhielt ich Nachricht von der Er- 



^) Den Päpstlichen ; siehe darüber III. Bd., p. 19 ff. 



30 



MontecuccoH: 



krankung der Gräfin, >) nahm also Urlaub vom Herzoge und 
schifite mich nach Triest ein, wo ich Pferde zur Post 
nahm, mit welcher ich dann über Laibach und Graz nach 
Wien reiste und daselbst wenige Tage vor Weinachten ein- 
traf. Indessen starb die Gräfin, das Requiem wurde ab- 
gehalten und das Testament eröffnet, in welchem sie mich zum 
Universal-Erben einsetzte ; ich verglich mich mit den Miterben, 
nahm Besitz von der Erbschaft und hielt mich fünf Monate 
daselbst auf.^ Der Kaiser wollte mich im Felde verwendet 
wissen, gab mir ein Regiment, 3000 Gulden Hilfsgelder und 
ausserdem eine Belohnung von 30.000 fl. für meine früheren 
Dienste, sowie ein Diplom über meine kriegerischen Thaten ; 
ich begab mich mit den besten Hoffnungen auf Avancement 
nach Prag und stiess zur Armee des Gallas. 

1644. 

Von hier marschierte ich mit Gallas nach Eger, von wo 
ich nach Dresden gesandt wurde, um mit dem Churfürsten 
über die fernere Kriegführung zu berathen. Ich kehrte von 
dort nach Werda im Voigtlande zu Gallas zurück, marschierte 
gegen Zeitz, das erobert wurde und wo Gallas mich entsandte, 
die Armee in Schlesien zu übernehmen. Ich begab mich 
dahin und führte sie nach Würben. Dort fand ich das mir 
von Seiner Majestät übersandte Diplom als Feldmarschall- 
Lieutenant, mit dem AUergnädig^ten Auftrage zur Ueber- 
nahme des Befehls der Armee in Franken, während der 
Abwesenheit des Hatzfeld. Ich begab mich dahin, zog die 
Truppen zusammen und traf die nothigen Vorbereitungen zu 
den Actionen. Indessen änderte sich die Lage der Dinge und 
die Dispositionen, daher ich wieder Befehl erhielt, zu Gallas 
zurückzukehren. Diesen fand ich mit der kaiserlichen Armee 
bei Bemburg in einem verschanzten Lager, auf einer Seite 
der Saale, im Besitze der Stadt, Torstenson auf der anderen 
Seite gleichfalls in einem verschanzten Lager, im Besitze des 
Schlosses. 



^) Wittwe seines Oheims, des kaiserlichen PZM. Grafen Ernst Monte- 
cuccoH. 

*) In Hohenegg. 



Auszug aus meinem jährlichen Aufenthalte in Deutschland. ji 

1645. 

Am 18. Februar legte ich, von Seiner Majestät zum 
Kriegsrathe ernannt, zu Prag um 974 Uhr Früh, im Hause 
des Hofkriegsrath-Präsidenten Grrafen Schlik, in Gegenwart 
des Grafen Leslie mit zwei erhobenen Fingern den Eid ab, 
wobei der Secretär und Kriegsrath Primchen die Formel 
ablas. Der Eid enthielt folgende Puncte: 

1. Treue gegen Seine Majestät. 

2. Jedesmal, w^enn ich gerufen würde, im Rathe zu er- 
scheinen. 

3. Ueber alle verhandelten Angelegenheiten Stillschweigen 
zu bewahren. 

Am 21. März 1645, gegen Abend, gieng zu Tabor 
Gaston Spinola, Graf von Bruay, in ein besseres Leben über, 
g-estorben an den in der Schlacht bei Jankau erhaltenen 
Wunden. 

Am 22, Juli 1645 wurde ich Kämmerer Seiner Majestät 
und legte bei Hofe, in Gegenwart des Oberst-Kämmerers 
Grafen Puchheim den Eid ab. Dieser enthielt folgende 
Puncte: 

1. Alles, was die Kammer betrifiFt, geheim zu halten. 

2. Keinen Brief ohne Erlaubniss des Kaisers zu lesen. 

3. Wenn der Kaiser aber das Lesen gestattet, keine 
Sache kund zu thim, sondern sie bis in's Grrab geheim zu 
halten. 

4. Dem Oberst-Kämmerer in Allem, was den Dienst be- 
trifft, Gehorsam zu leisten. 



BESCHREIBUNG DER ART, WIE ICH DIE CA- 
V ALLERE IN SCHLESIEN, IM JAHRE 1645 ER- 

GAENZTE. 

(DESCRIZIONE DEL MODO TENUTO A RIMONTARE LA CAVALLERIA 

IN SILESIA L'ANNO 1645.) 

ITALIENISCH. 1645. AUGUST. 31. 
CONXEPT. K. A , 1545 XIII. i. 



Mootecoccoli. IV. 



An den Erzherzog! 

Tulbing, 31. August 1645. 

Ich habe Euer kaiserlichen Hoheit Allerhöchsten Befehl 
vom 31. erhalten; ich werde morgen mit der Cavallerie auf- 
brechen, nachdem ich Hunoldstein und den General-Quartier- 
meister Reich aufgenommen habe, um mich längs der Donau 
zu lagern, wie Sie es befohlen. 

Zur Ergänzung der Cavallerie in Schlesien, habe ich 
folgenden Weg eingeschlagen: Ich Hess mir von sämmtlichen 
Obristen eine Liste Derjenigen geben, die ohne Pferde waren 
und sie, auf Ehre und eingedenk des dem Kaiser geleisteten 
Schwures, ermahnen, dieselbe richtig zu verfassen; dann gab 
ich den Befehl, von den ihnen angewiesenen Quartieren, wie 
nicht weniger von den Dörfern oder Städten, die ihnen laut 
Vertheilung des Ober- Amtes zugewiesen waren, ohne irgend 
Jemanden auszunehmen, so viele Pferde aufzutreiben, als sie 
in der Liste angegeben. 

Damit dies ohne Confusion von statten gienge, befahl ich 
jedem Obristen, einen höheren Officier mit wenigen Soldaten 
auszusenden, dem bedeutet wurde, die Pferde zu nehmen, wo 
er sie gerade finde; damit das Schicksal eines Ortes nicht 
dem anderen zur Lehre diene imd derselbe die Pferde weg- 
sende oder verberge, befahl ich, dass die Aussendung an 
ein und demselben Tage zu geschehen habe und wo mehrere 
Orte in einem Quartiere waren, mehrere Abtheilungen zur 
selben Stunde die Verrichtung durchzufuhren hätten. 

Jedem Quartiere, beziehungsweise dem Vorstande, schrieb 
ich einen Brief, der zur selben Zeit der Aushebung abzu- 
geben war, in welchem ich die Nothwendigkeit die Cavallerie 
zu ergänzen auseinandersetzte und versprach, sie seinerzeit 

3* 



^6 Montecuccoli : 

von den Beutepferden zurückzuerstatten, oder dass Seine Majestät 
sie bei den künftigen Contributionen berücksichtigen werde. 

Jedem Regimente gab ich einen practischen Landmann 
als Commissär mit, der vom Ober-Commissär Gersdorf fiir- 
gewählt, mit den Soldaten, welche die Aushebung machten, 
gieng und im Inventare, in Gegenwart eines Richters oder des 
Bürgermeisters registrierte, wieviele Pferde man aufgegriffen, 
von welcher Farbe, Kennzeichen sie waren, wem man sie 
weggenommen hatte, mit Anführung von Namen, Zunamen 
und Zuständigkeit des Eigenthümers; femer wurden auch 
die Soldaten, denen sie gegeben wurden, mit Namen, Zunamen, 
Vaterland, Regiment, Compagnie und Escadron in diese 
Liste eingetragen und man gab nach allen Seiten Empfangs- 
bestätigimgen. 

In den Orten, wo eine Garnison war, schrieb ich der- 
selben, die Aushebung zu unterstüzen, wo keine war, sandte 
ich Fussvolk hin, welches vor dem Wegnehmen der Pferde, 
die Leute aufklärte und bedeutete, dass man gekommen sei, 
um sie vor den Raubzügen des Feindes zu schützen; wenn 
Orte sich sträubten, die Soldaten einzulassen, Hess ich sie 
blockieren und absperren, bis sie nachgaben; was Breslau 
anbelangt, das man von aussen ebensowenig abschliessen, 
als von innen die Aushebung in dieser Art vornehmen konnte, 
machte man einen Ueberfall auf ihre Handelswagen, die aus 
Polen und Mähren kamen, nahm von einem Sechsspänner 
zwei Pferde weg und gab darüber gleichfalls eine Empfangs- 
bestätigung. 

Von den kleinen Pferden der Landleute, die für die 
Soldaten nicht tauglich waren, sagte ich, dass ich selbe nach 
Polen senden und dort zwei oder drei schlechte, gegen ein 
gutes auswechseln werde. 

Als das Land sah, dass man energisch verfuhr und 
sich nicht spotten Hess, bat jeder Vorstand die unbrauchbaren 
Pferde zurückzustellen, man werde sie selbst umtauschen und 
durch gute ersetzen, was sie denn auch thaten, indem sie 
einen Commissär von ihnen beigaben, w^elcher mit dem Kriegs- 
Commissär taxierte, einen gerechten Preis ausmachte und 
eine gleichmässige Vertheilung im Quartiere vornahm, diese 



Beschreibung der Art, wie ich die Cavallerie in Schlesien ergänzte, ^j 

dem Obristen bekanntgab und hiefur die Quittung erhielt. Der 
Obristlieutenant vom Regimente Hatzfeld sagt mir, dass 
der Prälat von Lilienfeld ihm gesagt habe, dass, obwohl er 
Befehl von Seiner Majestät und Euer kaiserlichen Hoheit 
habe, eine Ergänzung vorzunehmen, er es vorläufig auf sich 
beruhen lassen könne, was er von Euer kaiserlichen Hoheit 
her haben will. 

Wenn Seine Majestät einen kräftigen Vorstoss machen 
würde, zweifle ich nicht, dass die Sieges-Palme des Aller- 
höchsten Hauses emporschiessen und besser und schöner ge- 
deihen werde, als je zuvor, welche Gott der Herr unter dem 
Schutze Euer kaiserlichen Hoheit noch lange belassen möge, 
was ich mit jedem Athemzuge erhoiFe und erbitte, indess ich 
vor Euer kaiserlichen Hoheit mein Knie beuge. 



6. 



BESCHREIBUNG DER FüERSTEN DEUTSCH 

LANDS. 

(RITRATTO DBI PRINCIPI DELLA GERMANIA ) 

ITALIENiSCH. OHNE DATUM (i6]0). 
ORIGINAL. K. A., 1617. Xni. I. 



Die deutschen Fürsten werden eingetheilt in Fürsten 
des Reiches, welche Sitz und Stimme im Reichstage haben 
und in solche, welche Unterthanen des Kaisers sind, in dessen 
Erbländem wohnen, keinen Sitz im Reichstage haben und 
den Frsteren auch im Range nachstehen; der Religion nach 
unterscheidet man katholische Fürsten, in welche Kategorie 
fast alle in den Erbstaaten ansässigen gehören, während die 
Fürsten des Reiches, mit Ausnahme der geistlichen, fast 
durchwegs Ketzer sind. 

Die meisten von ihnen sind in Folge der ununter- 
brochenen Kriege und der vielen Contributionen verarmt. 

Die dem Kaiser unterthänigen Fürsten sind in Oesterreich, 
Böhmen und Schlesien ansässig. 

Oesterreich. 

Die Fürsten von Liechtenstein. 

1. Das Haupt des Hauses ist Fürst Carl, der vergangenes 
Jahr eine Tochter des Fürsten Dietrichstein zur Frau nahm. 

2. Gundaker, Bruder von Carl's Vater, welcher zu 
Söhnen hat: 

a) Hartmann von Ostfries, verehelicht mit einer Gräfin 
Salm, welche einen Sohn gebar. 

b) Ferdinamd von Teschen, 20 Jahre alt, ledig. 

Der Fürst von Eggenberg, vermählt mit einer Mark- 
gräfin von Brandenburg-Culmbach, hat einen Sohn. 

Der Fürst von Dietrichstein war in erster Ehe mit einer 
Pinzessin von Liechtenstein vermählt und hatte zwei Söhne, 
welche in Graz studieren und vier Töchter; aus der zweiten 



42 



Montecuccoli: 



Ehe mit einer Mansfeld hat er einen zweijährigen Sohn, der 
in Nicolsburg" ist. 

Der Cardinal Harrach. 

Der Bischof von Wien aus dem Hause Breuner. 



Böhmen. 

Der König, welcher jetzt deutscher Kaiser ist. 

Der Fürst Lobkowitz, verehelicht mit einer böhmischen 
Dame aus dem Hause Pietipezky,^) kinderlos, jedoch gegen- 
wärtig in Erwartung eines Nachwuchses; er hat keine Brüder 
und ist der Einzige seines Stammes. 

Schlesien. 

Der Erzbischof von Breslau und Neisse, ein Bruder des 
Königs von Polen; er ist katholisch, darf aber heirathen und 
hält sich in Polen auf. 

Der Fürst von Teschen, gegenwärtig Ferdinand von 
Liechtenstein. 

Der Fürst von Troppau und Jägemdorf, gegenwärtig 
Carl von Liechtenstein. 

Die Fürsten von Brieg, drei lutherische Brüder. 

Der Fürst von Liegnitz, aus demselben Hause und von 
gleicher Religion. 

Die Fürsten von Oels und Hermstadt aus dem Hause 
Münsterburg. 

Unter den Fürsten des Reiches sind zuerst zu nennen, 
die geistlichen Churfursten, dann die weltlichen und endlich 
nach dem Alphabete der Länder, welche sie besitzen, die 
anderen Fürsten. 

Geistliche Churfursten sind jene von Maynz, Cöln und 
Trier, weltliche Sachsen, Bayern und Brandenburg. 

Der Churfürst von Cöln ist der Bruder des Herzogs 
von Bayern und darf heirathen; der Churfürst von Maynz 



') Johanna Myska von Zlunic. 



Beschreibung der Fürsten Deutschlands. 43 

ist ein Edelmann aus dem Hause Wamboldt. Der Chur- 
furst von Trier wird in Wien gefangen gehalten und ist ein 
Greis von über 60 Jahren. 

Der Churfurst von Sachsen, aus dem Hause Jülich, 
Cleve und Berg, ist verehelicht mit einer Prinzessin aus dem 
Hause Brandenburg und hat vier Sohne, sowie drei Tochter; 
der Erstgeborene hat eine Brandenburgerin geheirathet und 
hat eine Tochter von acht Jahren; der Zweite ist Erzbischof 
von Magdeburg und Halle und ledig; die beiden anderen Söhne 
sind gegenwärtig in Holland und Dänemark auf Reisen. 

Die älteste Tochter hat den Herzog von Holstein-Gottorp, 
die zweite den Kronprinzen von Dänemark, den ältesten Sohn 
des Königs, die dritte den Landgrafen von Darmstadt ge- 
heirathet. 

Der Churfurst von Bayern hatte in erster Ehe Eine von 
Lothringen, die ohne Hinterlassung von Kindern starb; seine 
jetztige Frau ist eine Schwester des Kaisers, von welcher er 
zwei Sohne hat; der Churfurst hat zwei Brüder und zwar 
den Churfursten von Cöln imd den Herzog Albert, der 
mit einer Landgräfin von Leuchtenberg verheirathet war, 
welche mit Hinterlassung von zwei Söhnen starb; der eine 
ist Coadjutor des Bischoflhums von Cöln, der andere des- 
jenigen von Freisingen und Beide haben das Recht zu 
heirathen, was sie auch gethan haben würden, wenn der 
Churfurst keine Söhne bekommen hätte. 

Der Churfurst von Brandenburg ist ledig und hat auch 
keine Brüder; er unterhandelt wegen einer Heirath mit der 
Königin von Schweden; er hat zwei Schwestern, Louise Char- 
lotte, 20 Jahre alt und Hedwig Sophie, 17 Jahre. 

Elsass. ^) 

Der Landgraf von Ober-Elsass, das ist der Erzherzog 
von Innsbruck. 

Der Landgraf von Nieder-Elsass ist der jeweilige Bischof 
von Strassburg, gegenwärtig Erzherzog Leopold Wilhelm. 



^) Dieser Absatz ist durchstrichen. 



44 



Montecuccoli: 



Braunschweig. 

Der Herzog Friedrich residiert in Celle, ist ungefähr 
60 Jahre alt und war nie verheirathet. 

Der Herzog August residiert in Wolffenbüttel, hatte zur 
ersten Gemahlin eine Prinzessin von Anhalt, von welcher er 
zy/ei Söhne und drei Tochter hat; der erstgeborene Sohn 
wird circa 16 Jahre zahlen; seine zweite Frau war Eine von 
Mecklenburg, von welcher zwei Kinder, ein achtjähriger Sohn 
und eine Tochter stammen. 

Bremen. 

Der Erzbischof ist der zweitgeborene Sohn des Königs 
von Dänemark, heisst Friedrich, ist mit einer Prinzessin von 
Lüneburg verheirathet und kinderlos. 

Cleve. 

Es machen Viele Anspruch darauf, doch ist es im Be- 
sitze des Churfiirsten von Brandenburg; unter Anderen glaubt 
auch der Herzog von Neuburg sich hiezu berechtigt, welcher 
Jülich, Berg, die Mark und Ravenstein abwechselnd mit dem 
Brandenburger besetzt, indem der Wechsel der Officiere alle 
drei Jahre erfolgt; seine erste Gemahlin war die Schwester des 
Churfursten von Bayern, aus welcher Ehe ein Sohn stammt, 
der eine Schwester des Königs von Polen geheirathet hat, 
welche Ehe kinderlos blieb; in zweiter Ehe hat er Eine von 
Pfalz-Zweibrücken, jedoch gleichfalls keine Kinder. 

Coburg. 

Der Herzog von Altenburg besitzt Coburg und ist aus 
dem Hause Sachsen, Jülich, Cleve imd Berg, hat eine Tochter 
des Markgrafen Christian von Brandenburg, der Administrator 
von Magdeburg war, geheirathet und ist kinderlos. 

Dieser Administrator von Magdeburg war Lutheraner 
und wurde bei der ersten Einnahme dieser Stadt gefangen 
genommen; gegenwärtig ist er 60 Jahre alt, wurde Katholik 
und will wieder heirathen, da er, wenn der Churfurst stirbt, 
diesem, der bis jetzt noch ledig ist, am nächsten steht. Er 



Beschreibung der Fürsten Deutschlands. 4 c 

wohnt in Pardubitz in Böhmen und erhält vom Kaiser 12.000 fl. 
Pension; der Bischof von Halle, Sohn des Churfiirsten von 
Sachsen, soll ihm nach dem Friedensverträge 12.000 Thaler 
iährlich zahlen, was jedoch nicht g-eschieht. 

Constanz. 

Der Bischof von Constanz, der während der Dauer seiner 
Function nicht heirathen darf. 

Emden. 

Der Graf von Emden, Lutheraner, der Einzige seines 
Stammes, vermählt mit einer Landgräfin von Hessen-Darm- 
stadt, hat einen Sohn mit Namen Aeneas, der die ältestete 
Tochter des Prinzen von Oranien heirathen wird. 

Franken. 

Hier sind die weltlichen Fürsten von Culmbach und 
Anspach aus dem Hause Brandenburg, Lutheraner; Culmbach 
hat zwei Söhne, der Aeltere hat eine Anspach, der Jüngere 
eine Hofdame geheirathet; Anspach ist mit Einer von Württem- 
berg vermählt. 

Geistliche Fürsten sind: Die Bischöfe von Bamberg, 
Würzburg, Eichstädt und Fulda. 

Hanau. 

Die Grafen von Hanau waren in drei Linien geschieden 
und zwar Hanau-Münzenberg, Hanau-Lichtenberg und Hanau- 
Schwarzfels. 

Münzenberg und Schwarzfels waren calvinisch, sind 
ausgestorben und deren Güter auf Lichtenberg (Lutheraner) 
übergegangen, von welcher Linie drei ledige Söhne vorhanden 
sind; die Familie ist sehr reich. 

Hessen. 

Es sind zwei Linien, Cassel (calvinisch) und Darmstadt 
(lutherisch). 



46 Montecuccoli: 

Von der Linie Cassel sind zwei junge ledige Prinzen 
da, Kinder einer Gräfin von Hanau und deren Onkel ist der 
Landgraf, der als Obrist in schwedischen Diensten steht; 
Darmstadt hat die Tochter des Churfursten von Sachsen ge- 
heirathet und hat viele Kinder. 

Heidelberg. 

Der Pfalzgraf Carl Ludwig, Calvinist, Sohn des böhmischen 
Winterkönigs Friedrich, ist ledig, lebt in England und hat 
drei Brüder : Robert, der in englischen Kriegsdiensten steht ; 
Moriz ist ebenfalls in Diensten des Königs von England, 
endlich Eduard, welcher der Jüngste ist. 

Holstein. 

Die Fürsten von Holstein sind aus dem Hause Olden- 
burg, dem Stammhause des Königs von Dänemark. 

Die erste Linie ist jene des Königs, von welcher der 
König, der Kronprinz und der Bischof von Bremen stammen; 
hieher zu zählen ist auch Ghraf Waldemar von Holstein, Sohn 
des Königs und der Frau Christine, aus guter holsteinischer 
Familie, welcher legitimiert und Grraf von Schleswig ist, auch 
dasselbe Wappen wie die Fürsten fuhrt. 

Die zweite Linie ist die von Sonderburg, welche der 
Krone zunächst steht und mehrere junge Prinzen aufweist; 
von dieser zweigt die Linie Glücksburg ab. 

Eine andere Linie ist jene von Gottorp, welche von der 
Schwester des Königs von Dänemark abstammt; dieser Herzog 
von Gottorp hat eine Tochter des Churfursten von Sachsen 
zur Frau. 

Innsbruck. 

Die Erzherzoge Ferdinand und Sigismund, Beide ledig. 

Lauenburg. 

Die Prinzen von Sachsen-Lauenburg sind: 

August, der regierende Fürst, vermählt mit einer Gräfin 

von Oldenburg; er hat drei kleine Kinder; dessen Brüder 

sind: 



Beschreibung der Fürsten Deutschlands. ^.y 

Franz Carl, der zwei Gemahlinnen aus dem Hause Bran- 
denburgs hatte; die erste war Wittwe nach dem Herzoge von 
Pommern, die andere Wittwe nach Bethlen G4bor; er hat 
keine Kinder. 

Franz Heinrich, vermählt mit einer Gräfin von Nassau, 
hat eine Tochter von drei oder vier Jahren. 

Julius Heinrich hatte in erster Ehe Eine von Branden- 
burg, Wittwe nach einem Prinzen Radziwill, von welcher er 
einen jetzt ungefähr 17 Jahre alten Sohn hat, der gegen- 
wärtig auf Reisen ist ; seine zweite Gattin ist eine Lobkowitz, 
aus welcher Ehe ein Sohn und eine Tochter stammen. 

Rudolph Max ist vermählt mit einer venezianischen Dame, 
die glaube ich, von Geburt Ulsini hiess und kinderlos. 

Lüneburg. 

Prinz Christian, Ludwig (Lutheraner), jung und ledig; er 
hat zwei Brüder. 

Meissen. 

In Meissen residieren die Fürsten von Anhalt. 

Der Prinz von Plotzkau ist der älteste und hat zwei 
Söhne aus der Ehe mit einer Gräfin Solms, von denen einer 
verehelicht ist. 

Der Prinz von Bemburg ist vermählt mit einer Prin- 
zessin von Holstein, mit welcher er mehrere Kinder hat; er 
hat einen Bruder Friedrich, der mit der Tochter des Grafen 
von Nassau-Hadamar vermählt ist. 

Der Prinz von Dessau, der zur Frau eine Landgräfin von 
Hessen hat imd kinderlos ist. 

Der Prinz von Zerbst, noch jung und unvermählt. 

Alle diese Fürsten sind durch die letzten Kriege an den 
Bettelstab gebracht. 

Die Pfalz. 

Die churfurstliche Linie, siehe Heidelberg. 
Der Zweig von Bayern, wie oben. 
Der Zweig von Neuburg, siehe Cleve. 



aS Montecuccoli: 

Von der Linie des Pfalzgrafen von Kaiserslautern ist 
der älteste vermählt mit Einer von Brandenburg und hat einen 
Sohn, sowie eine Tochter. 

Der Stammhalter des Zweiges Lützelstein ist ein alter Herr. 

Der von Birkenfeld hat zwei Kinder und einen Bru- 
der, der mit einer Pfalzgräfin von Zweibrücken vermählt ist 
und drei kleine Kinder hat. 

Der Herzog von Zweibrücken hat eine Gräfin von 
Nassau-Saarbrücken geheirathet und hat einen Sohn in jugend- 
lichem Alter; er hat einen Bruder, der beim Prinzen von 
Oranien dient. 

Der Pfalzgraf von Lauterecken, 20 Jahre alt, ledig. 

Der Pfalzgraf, der eine Gräfin von Nassau geheirathet hat. 

Die Pfalzgrafen, die sich in Schweden befinden, Söhne 
einer Schwester des verstorbenen Königs von Schweden, 
deren Vater noch lebt. 

Die Pfalzgrafen von Sulzbach, zwei Brüder und eine 
Schwester. 

In der Ober-Pfalz ist der Landgraf von Lichtenberg, 
vermählt mit einer Gräfin von Helffenstein, jedoch kinderlos 
und der einzige seines Stammes; Bayern ist seitens des Kaisers 
schon die Erbschaft der Ober-Pfalz, nach seinem Tode zuge- 
sichert worden. 

Schwaben. 

Das Haus Oesterreich besitzt einen grossen Theil des 
Herzogthums. 

Der Herzog von Württemberg, genannt Eberhard, der 
eine Rheingräfin geheirathet hat und einen achtjährigen Sohn 
besitzt; er hat zwei Brüder, Ulrich und Friedrich, welch' 
letzterer als Obrist in der französischen Armee dient; der 
Herzog von Württemberg ist Lehensträger des Hauses 
Oesterreich. 

Die Grafen von HohenzoUern, deren ältester immer Fürst 
ist; dieser ist vermählt mit einer Gräfin von Berg und hat 
keine Söhne; er hat zwei Brüder, die Geistliche sind. 

Das Haus Baden hat auch Besitzungen in Schwaben und 
theilt sich in zwei Linien, jene von Baden und jene von Durlach. 



Beschreibung der Fürsten Deutschlands. ^g 

Der Markgraf Wilhelm, das Haupt der Linie Baden ist 
Wittwer; er hatte zur Gemahlin eine Gräfin von Hohenzollem, 
von welcher er sechs Söhne und zwei Tochter hat, die alle 
ledig sind; er hat einen Bruder namens Hermann, der in 
erster Ehe mit einer von Criange *) vermählt war, aus welcher 
Ehe ein zwölfjähriger Sohn stammt; zum zweiten Male hat 
er eine Gräfin Falkenstein zur Gemahlin und von dieser zwei 
Sohne im Alter von acht und sechs Jahren. 

Dieser Fürst hat seine Besitzungen am Rhein, die 
grösstentheils von den Franzosen besetzt und verwüstet sind. 

Der Markgraf Friedrich ist das Haupt der Linie Dur- 
lach und hatte vier Frauen: 

1. Die Herzogin von Württemberg, aus welcher Ehe 
zwei Söhne stammen, Friedrich und Carlmann; der erstere 
ist mit einer Pfalzgräfin von Zweibrücken vermählt, der zweite 
ist Obrist in schwedischen Diensten bei der Armee Torsten- 
son's und ledig; 

2. eine Gräfin von Solms, die ihm einen Sohn, Gustav 
Adolph, hinterliess, der gegenwärtig in Strassburg studiert; 

3. eine Gräfin von Waldeck, die kinderlos starb; 

4. eine Baronin von Geroldeck, die Letzte ihres Stammes, 
mit welcher er keine Kinder hat. 

Thüringen. 

Die Herzoge von Weimar aus dem Hause Sachsen, 
Jülich, Cleve und Berg. 

Regent ist der Herzog Wilhelm, vermählt mit einer 
Prinzessin von Anhalt; er hat zwei Söhne, von denen der 
älteste kaum mehr als zwölf Jahre zählen wird; seine Brüder, 
die Herzoge Ernst und Friedrich sind kinderlos. 

Die Grafen von Schwarzburg, aus deren Stamme ein 
Kaiser hervorgegangen ist; sie theilen sich in drei Linien 
und alle führen den Vornamen Günther, mit Anfügung einer 
Ordnungszahl; der eine ist im Begriffe eine Pfalzgräfin zu 
heirathen. 



) Gräfin Crichingen. 



Montecuecoli. IV. 



MEIN GUTACHTEN UEBER DIE BEFESTIGUNGEN 
DER POSITN INNER-OESTERREICHS. 

(MIO PARERE SOPRA LE FORTIFICAZIONI DEI POSTI 

DELL' AUSTRIA INTERIORE.) 

ITALIENISCH. x6s7. 
CONCEPT. K. A., 1637. XII, 99. 



Ergebenstes Gutachten über die durch die Geheimen und 
Kriegfsräthe der innerösterreichischen Länder und durch die 
hiezu delegierten Commissäre eingesendeten Relationen und 
Pläne ; 

Der Fleiss der Commissäre bei der Besichtigung wird 
anerkannt und im Allgemeinen die Verbesserung der be- 
festigten und zu befestigenden Plätze gutgeheissen, da die an- 
geführten Ursachen auf guter Grundlage fussen und auch die 
Geheimen- und Kriegsräthe der Länder mit den Anträgen ein- 
verstanden sind. 

In Folge dessen wird es nicht unvortheilhaft sein, den 
Grafen Zrinyi und Batthiäny, mit Zutheilung eines Ingenieurs, 
wozu Gross gewählt werden konnte, die Besichtigung der 
Grenzen gegen Ungarn zu übertragen, damit die ganze Ver- 
bindungslinie am besten geschützt werde. 

1. Graf Tattenbach rathet auch die Grenzen gegen Un- 
garn zu befestigen, was gut und leicht durchzuführen und 
dem Batthiäny oder dem Zrinyi zu übertragen wäre, wenn 
man die Verbindungslinie von Kormend in Ungarn, bis nach 
Wieselburg, Csakathurn, Warasdin und Kopreinitz, welches 
innerhalb liegt, ziehen und damit die Verbindungslinie von 
der Donau bis zur Mur und Drau herstellen würde. 

2. Hiezu könnte man den Ingenieur Gross verwenden. 

3. Die Befestigung von Olsnitz (Mura-Szombat), Limbach 
(Lendva), Nempti (Lenti), St. Nicolaus an der Gurk zum 
Schutze von Radkersburg und St. Gotthard gegen Ungarn, 
dann jene von Fürstenfeld und Feldbach wurde beantragt; 
hiebei ist zu berücksichtigen: 



54 Montecuccoli : 

a) Ob die Verträge mit der Türkei dies gestatten; 

i) ob die grosse Anzahl Plätze nicht zu viele Garnisonen 
beanspruche. 

Batthiäny könnte mit dem Ingenieur diese Plätze be- 
sichtigen, um zu sehen, welche von diesen am geeignetsten zu 
befestigen wären und hierauf die Verbindungslinie zu tracieren. 

4. Die Stadt Hartberg. 

Wollte man die Stadt entsprechend sichern, so wären 
hiezu die kleinen Bastionen und das Ravelin geeignet; da 
jedoch ungeachtet dieser Befestigungen, der Gegner von der 
anderen Seite an die Mauer herankommen kann, so wäre 
sich lediglich auf die Vertheidigungs-Instandsetzung der Mauer, 
sowie auf eine geeignete starke Pallisadierung zu beschränken. 

5. Fürstenfeld. 

a) Bei Freimachung der Schiess-Scharten und bei dem 
Ausmauern der Casematten nehme man darauf Bedacht, 
letztere durch andere Vorkehrungen gut zu schützen, damit 
sie nicht durch die geringe Höhe einen Ueberfall begünstigen ; 
sie sollten aus diesem Grunde nur in Mauerwerk aufgeführt 
werden. 

b) Es ist anzunehmen, dass die Zeit genügen werde, um 
das Mauerwerk auffuhren und sich so schützen zu können. 

c) Zur Sturmfreiheit der Face der neuen Bastion genügt 
die Krone nicht allein, obwohl sie den höchsten Aufzug hat, 
dazu wäre ein Graben auszuheben und eine Flanke in aus- 
springendem Winkel anzulegen. 

d) Um den Platz wirklich besser zu befestigen, beab- 
sichtigen sie einen neuen Plan zu entwerfen, bei dessen Aus- 
führung jedoch zu beachten wäre, dass man die schon be- 
stehenden Werke einbeziehe und entsprechend adaptiere, damit 
die bereits gemachten Auslagen nicht vergeudet erscheinen; 
diese Bemerkung gilt auch für die anderen Plätze. 

6. Feldbach. 

Dieser Platz hat keine grosse Bedeutung; die Aus- 
besserung der Werke kann bis auf Weiteres verschoben 
werden. 



Gutachten über die Befestigungen der Posten Inner-Oesterreichs. 55 

7. Radkersburg. 

a) Die Anlage kleiner Forts an dem Mur-Flusse hat zu 
geschehen, wenn die Land-Miliz in jenen Gegenden lagern 
wird, denn wollte man erstere lange vor dem Bedarfe auf- 
fuhren, so würden sie zerfallen und zu Nichts nützen. 

b) Die Einbeziehung des Vorstadt-Castells in die Ver- 
theidigungslinie, konnte erst nach Durchfuhrung der anderen 
Vertheidigungsarbeiten, vorgenommen werden. 

8. Pettau. 

9. Tabelle über die Waffen, die Munition und die Kriegs- 
Maschinen : 

a) Die für das Fehlende beanspruchte Summe ist nicht 
ausserordentlich hoch (ausgenommen jene für das Pulver, 
das Blei und für das Materisd, welche verringert werden 
konnte). 

b) Das Schanzzeug ist sehr nothwendig, um die Arbeiten 
beginnen zu können. 

c) Sehr nothwendig sind auch die Handgranaten, da 
viele dieser Plätze ohne Flanken sind und da sehr viele Ver- 
tiefungen bei denselben vorkommen, in welchen man den 
Gegner nur mit Handgranaten angreifen kann. 

10. Die Auslagen der Befestigungen für die genannten 
Plätze werden 40.000 fl. ausmachen. Es wurde vorgeschlagen, 
dass die Länder die Hälfte dieses Geldes beizusteuern hätten 
und die andere Hälfte vom Kaiser gegeben werden solle. 
Dies kann leicht geschehen, da in der Kammer 50.000 fl. 
baar erliegen. 



Aus dem Briefe des Grafen von Tattenbach und aus 
jenem des anderen Commissärs, geschrieben zu Pettau am 
2. März 1657: 

1. Man gewärtiget die geographische Karte der recog- 
noscierten Plätze und Grenzen. 

2. Die Pläne der benannten Plätze wurden vom Haupt- 
mann Stier ausgearbeitet. 

3. Zur Verstärkung der Garnisonen mit Land-Milizen 
und Soldaten würden jetzt wohl die Land-Milizen allein, unter 
dem Commando von Officieren des Heeres, bis zur besseren 
Aufklärung der Verhältnisse und der genaueren Disposition 
der Armeen genügen. 

4. Wegen des Castelles von Radkersburg wäre nach 
Vorschlag der Commissäre mit der Fürstin von Eisenburg zu 
verhandeln. 

5. An den Befestigungen der inneren Umfassung und 
der Aussen-Werke, hätte das Kriegsvolk ohne Entgelt, da 
dies jedoch in den Städten nicht üblich ist, nach Antrag der 
Commissäre gegen eine kleine Remuneration von drei oder 
vier Kreuzern zu arbeiten; man konnte auch ganz gut die 
Bevölkerung der Umgebung anstatt des Land-Robotes hiezu 
heranziehen. 

6. Die Räder, Lafetten, Latten und das andere schwere 
Geräthe der Artillerie müssen repariert oder umgeändert und 
ebenso noch die nothigen 28 Büchsenmeister hingesendet 
werden; dem Traun kann aufgetragen werden, in Graz eine 
Schule zu errichten. ♦ 

7. Es könnte an die Land-Edelleute vor der Hand der 
Befehl, sich zu bewaffnen und in Vertheidigungszustand zu 
setzen, erlassen werden, um sie nicht zu sehr zu ängstigen. 



Bemerkungen zu den Relationen des Ilesheim aus Graz den 

2. Mai 1655 und den 7. Februar 1656: 

1. Radkersburg. 

Die Zeichnung der Befestigungsanlagen dieses Platzes 
ist sehr gut, aber nur sehr wenig von jener des Stier, welche 
Tattenbach nebst seiner Approbation eingesendet, verschieden 
und da sie grossere Auslagen wegen der Wälle, Gräben, 
Basteien und Courtinen, welche hier an andere Plätze verlegt 
sind und bei letzterer unverändert bleiben, verursachen, scheint 
es mir angemessen, bei dieser zu bleiben. 

Gut ist es, dass die zwei halben Bastionen, welche das 
Castell gegen die Stadt zu verstärken, knapp an den Rand 
des Hügels zu stehen kommen, der gut gesehen werden muss, 
um dem Feinde wegen mangelnder Flankierung, keine An- 
näherung zu gestatten. 

2. Feldbach, so wie früher erwähnt. 

3. Carlstadt. 

a) Die Mängel von Carlstadt sind sehr gut herausgefunden 
und beschrieben; die Verbesserung derselben ist theilweise 
unmöglich in Folge der natürlichen Fehler des Terrains, 
anderseits sehr schwer, da die Befestigungen von Grund auf 
neu aufgeführt werden müssten. 

6) Die Anlage einer neuen Festung auf einem günstigeren 
Räume und das Abbrechen der bestehenden verlangt eine 
reifere Ueberlegung und Prüfung von Seite mehrerer Fach- 
leute und nicht blos von einem Ingenieur; wollte man zur 
Neuanlage schreiten, so wäre vorerst die Meinung des Com- 
mandanten einzuholen, hierauf eine Commission zu entsenden, 
um schliesslich zu einem Entschlüsse zu kommen. 



^8 Montecuccoli: Gutachten über die Befestigungen etc. 

4. Sluin. 

a) Die Mauern und anderen Reparaturen, die von grossem 
Werthe sein werden, müssen nach dem bei der Zeichnung* 
angegebenen Raisonnement ausgeführt werden. 

b) Das zerstörte Castell wäre zu rasieren, damit der 
Türke es nicht besetzen könne. 

5. Ogulin. 

a) Wie oben erwähnt. 

b) Die Befestigungsarbeiten im Felsen würden wohl gut 
sein, aber viel Zeit und Geld kosten. 

c) Der Vorschlag, die Arbeiten durch die Verurtheilten 
und Arrestanten ausfuhren zu lassen, wäre nicht schlecht. 

6. Zur Erinnerung. 

a) Aus den von dem Ingenieur Ilesheim angefertigten 
Plänen und aus den Resum^s über die Pläne, kann man 
auf seine sehr gute Intelligenz und Praxis schliessen. 

b) Da er jedoch an Stelle des Pineri zum leitenden ersten 
Ingenieur über alle anderen ernannt werden soll, konnte man von 
Personen, die ihn besser kennen, zum Beispiel vom inner- 
österreichischen Kriegsrathe, vom Hof-Kriegsrathe zu Wien 
und von anderen Stellen genauere Erkundigungen über seine 
Person und über sein Wissen einziehen. 



Bemerkungen zu dem Berichte der Commissäre, de dato Graz, 

15. Mai 1657: 

I. 

1. Hauptmann Stier hat die Pläne verfertigt. 

Bis zur genaueren Kenntniss der Unternehmungen des 
Türken konnte man das Abholzen der Wälder, die Stauung 
der Gewässer und den Bau neuer Werke verschieben, da 
sonst unnothiger Weise das Land und die Strassen verdorben, 
sowie die Werke noch vor dem Gebrauche zerfallen würden. 

Die Pallisaden und Schanzkörbe könnte man zuschneiden 
und bereit halten, jedoch erst bei herannahender Gefahr 
pflanzen, da die Luft und der Regen ihnen schadet und man 
selbe jedes Jahr reparieren müsste, was die Auslagen ver- 
doppeln würde. 

2. Mehr als 1000 Unterthanen des Grafen Erdödy haben 
eine Klageschrift wider ihren Herrn eingebracht. Man räth 
die Entsendung von Commissären an, welche die Diflferenzen 
zu schlichten hätten. 

3. Die Grenzen sind so ausgedehnt, dass sie durch 
die befestigten Plätze allein nicht überwacht werden können ; 
daher ist ein Armee-Körper nothwendig, welcher zu lagern 
hätte und geeigneter Weise um Sissek zu disponieren wäre. 

II. 

1. Kreutz wäre aufzulassen und Stibovac zu be- 
festigen (Nicht genehmigt). 

2. Der König setze sich in den Besitz von Sissek und 
gebe hiefur den Hauptleuten von Agram, denen selbes gehört, 
ein entsprechendes Aequivalent (Angenommen). 



5o Montecuccoli: 

3. Petrinja wäre aufzulassen und dafür jenseits des 
Flusses auf dem Platze, wo jetzt ein hölzernes Castell, ge- 
nannt Prest, steht, ein wirkliches Fort mit vier oder fünf 
Bcistionen zu bauen (Nicht angenommen). 

4. Die Stadt Agram dürfe ohne Befehl des Königreiches 
Ungarn nicht besichtigt werden. 

5. Die vorgenommene Inspicierung erkannte den Werth 
der von den Wenden und Croaten geleisteten Robot- Arbeit. 

Warasdin. 
Der zweite Plan wird angenommen. 

Kopreinitz. 

Der zweite Plan wird angenommen; die Pallisaden und 
Schanzkörbe können vorderhand gelagert werden. 

St. Georgen. 

Der Plan und die Befestigung werden gutgeheissen. 

N.B: Man rechnet, dass 1500 Quadratklafter Erde in 
drei Monaten durch 60 Mann ausgehoben werden können und 
falls man per Mann und Tag zehn Kreuzer zahlt, beträgt 
die Auslage 900 fl. 

Kreutz. 

Die Versetzung des Forts von Kreutz auf einen anderen 
Platz, um die Umgebung besser zu schützen und anderer 
Ursachen wegen, sowie der Gedanke, dass man ersteres nicht 
gerade nach Stibovac, sondern weiter hinaus auf die nahen 
Höhen verlege, wäre gut, doch muss man bedenken, dass 
man dadurch der Grenze der Türkei zu nahe kommen, sie 
berühren würde, worüber sich der Türke, da es gegen die 
Verträge ist, beschweren könnte. 

Der Türke könnte leicht die Arbeiten hemmen, da sie 
sehr lange dauern würden, indem man Brunnen und Cistemen 
graben, den Berg ebnen, den Platz mit Pallisaden abschliessen, 
Magazine, Arsenale, Häuser, Unterkünfte etc. bauen müsste, 
was Alles viel Geld kosten würde. 



Gutachten über die Befestigungen der Posten Inner-Oestexreichs. 6 1 

EntSchliessung: Bis zum Zeitpuncte, wo man sich im 
offenen Kriege mit dem Türken befindet, kann diese Arbeit 
verschoben werden; sie konnte dann von dem in diesen 
Gegenden postierten Heere ausgeführt werden. 

Ivanic. 

Die Verbesserungen des zweiten Planes, werden ebenso 
wie die Normen über die Stauung der Gewässer bei den 
neuen Forts, dann die Ausbesserung der kleinen Forts und 
die Weiterfuhrung der Coupierung bis Sissek, angenommen. 

Sissek. 

Der zweite Plan wird angenommen, da er einfacher und 
mit geringeren Auslagen verbunden, auch besser gegen die 
entgegenliegende Höhe geschützt ist. 

Anmerkung: Man berechnet eine Quadratklafter Mauer- 
werk mit 15 fl. 

EntSchliessung: Vorerst ist das alte Dreieck auszu- 
bessern, indem man dessen Mauern verstärkt und haltbar 
macht, sowie Bankette und Verbindungswege in den Thürmen 
anbringt. 

Petrinja. 

Obgleich man mit Stimmeneinheit rathet Petrinja auf- 
zulassen und diesseits der Save bei Prest zur grösseren 
Sicherheit ein permanentes Fort zu bauen, so muss ich doch 
meine Ansicht kundgeben, dass Petrinja befestigt werde, 
da man auch an die Offensive denken muss und es für diese 
von grossem Vortheile ist, einen Platz in einer Gegend zu 
besitzen, die gegen den Feind zu, durch keinen Fluss und 
kein anderes Hindemiss coupiert ist. 

Munition. 

Ein Musketier täglich i ^ 2 Pfund Blei und i Pfund Pulver. 

Anmerkung: Angenommen, dass die Pulverladung der 
Muskete V3 des Gewichtes der Kugel beträgt, dass von 
einem Pfund Blei 14 Kugeln gegossen werden, dass jede 



62 Montecuccoli: Gutachten über die Befestigungen etc. 

Muskete täglich 21 Schuss abgeben kann, wenn man Tag 
und Nacht zusammen rechnet und dass die Berechnung für die 
Dauer von drei Monaten oder für 100 Tage gilt, dass femer 
ein Musketier für jeden Tag ein Pfund Pulver also einen Centner 
für 100 Tage benothigt, so macht dies aus : für 500 Musketiere 
500 Centner, während für jedes Geschütz 20 Schuss per Tag 
gezählt werden. 

Berechnung der Ausgaben für die Befestigungen (ohne 
Agxam) : 

Warasdin 34»545 A- 

Kopreinitz 15.000 > 

St. Georgen 8-955 * 

Kreutz 4.800 » 

Ivanic 6.000 » 

Sissek 21.833 » 

Petrinja 10.650 » 

Summe . . 101.783 fi. 
Die anderen Befestigungen mit . 40.000 > 

Summe . . 141.783 fl. 

Da die Summe viel zu klein angenommen ist, so wäre 
es vortheilhaft, nicht alle angegebenen Bauten auszuführen. 



8. 

MISCELLEN ZUM TÜRKENKRIEG 

1661 — 1664. 

ITALIENISCH. OHNB DATUM (z66z— 1664). 
ORIGINAL. K. A., 1661; 1664, x, 2, 3, 31. 1661. XIII. 7 



I. 

Niemand wird leichter überwunden als der, der nichts 
furchtet und eitel ist das Vertrauen in die Fehlbarkeit des 
Feindes. 

1. Der Türke hat eine Armee von 30.000 Mann in 
TemesvAr, 15.000 Mann an den Grenzen in Siebenbürgen, ohne 
von jener der Tataren und von dem asiatischen Kriegsvolke 
zu sprechen. Die Leute haben Ueberfluss an Proviant und 
werden, wie Heister berichtet, alle 1 5 Tage pünctlich bezahlt. 
Er sendet, wie Reuiger *) schreibt, jeden Tag von Constantinopel 
Verstärkungen an Leuten, Munition, an Proviant und an Geld 
an die Grenze. 

3. Er verlangt, wie gleichfalls Reuiger berichtet, Kalld, 
Sz^kelyhid und Käroly, wodurch SzathmÄr abgeschnitten 
wäre und die ganze siebenbürgische Seite in seiner Gewalt 
bliebe. 

4. Sie wollen den Apafy nicht haben und verlangen 
eine despotische Regierung in Siebenbürgen, wie es Ali 
Pascha dem Statthalter gesagt hat, als er den Pass für 
Kaiserstein unterfertigte; dies wird auch durch die täglichen 
Briefe bestätigt, welche Apafy an die Pforte und an Reniger 
schrieb und durch das Verlangen, welches er trug, damit 
Kaiserstein zu ihm komme. 

IL 

I. Die Ungarn sind über die kirchlichen Angelegenheiten 
erbittert, dann auch, deiss die Regierung von Batthidnyi auf 
Naääsdy übertragen wurde und endlich wegen der Anwesen- 
heit der Deutschen in ihrem Lande. 



Kaiserlicher Resident in Constantinopel. 

Montecuccoli. IV. 



66 Montecuccoli: 

2. Sie wollen die Verlautbarung der Landtags- Artikel 
nicht auf sich nehmen. 

3. Sie zetteln Aufstände an. 

III. 
Unsere Armee ist 

1. voll von Missvergnügten und schmilzt täglich zu- 
sammen. Die Briefe, welche die Leute schreiben und die 
Klagen, die sie erheben, müssten Steine zum Mitleid bewegen. 

Zwölf Regimenter entbehren jeder Anweisung auf einen 
Kreuzer, auf einen Strohhalm, auf einen Bissen Brot. 

2. Die festen Plätze sind nicht versorgt, auch giebt es 
da kein Magazin um sie zu verproviantieren; der Proviant in 
Komorn steht im Freien und geht zugrunde. Es giebt da 
keine Quartiere, um die Soldaten unterzubrigen, daher die 
Infanterie nicht in Neuhäusel bleiben kann und aus Mangel 
an Häusern, ausserhalb in den Vorstädten wohnt und so un- 
nütz und überflüssig ist. Wann wird man endlich, nach so 
vielen von Seiner Majestät im vollen Rathe gefassten Reso- 
lutionen, die Besatzungen verstärken wollen? 

3. Die Munition fehlt überall und nach einem Jahre, da 
ich dringe 1000 Centner Pulver in Ober-Ungarn zu haben, 
konnte ich noch nichts bekommen. 

Folgerungen: 

I. Es hängt von der Mässigung und Willkür des 
Feindes ab, uns so viel zu schaden, als es ihm beliebt. 

2. Der Widerstand muss entweder im freien Felde ge- 
leistet werden, oder in festen Plätzen. Jener wird aber mit 
wenig Ordnung vor sich gehen, auch wird man nicht wissen, 
wo man die Subsistenzmittel hernehmen solle. Die Festungen 
aber werden mit dem Nothwendigen nicht versehen sein, 
oder wenn sie damit für eine gewöhnliche Garnison ver- 
sehen sind, so werden sie es doch für aussergewöhnliches 
Kriegsvolk nicht sein, welches dem Feinde Widerstand ent- 
gegen zu setzen vermag, ihn hindert mit Zurücklassung der 
festen Plätze im Rücken vorzurücken und welches geeignet 
wäre einen aussergewöhnlichen Angriff auszuhalten. 



Miscellen zum Türkenkrieg 1 661—1664. 67 

3. Geht das Land jenseits der Theiss verloren, so 
verliert man ein seit 60 Jahren bestehendes Recht, man 
öffnet dem Türken das Thor nach ganz Ungarn und zur 
Anlehnung an alle Missvergnügten. Man wird in Oesterreich 
nicht mehr sicher sein; der bisher gemachte Aufwand wird 
ebenso vergeblich sein, wie die Erwartungen der Christenheit. 

Abhilfe : 

I. 

1. Die gefassten EntSchliessungen Seiner Majestät ver- 
wirklichen und zwar: 

a) Unterkünfte erbauen, 
/f) Magazine errichten, 

r) eine beständige Unterhaltung für die Soldaten schaffen, 
d) die nothige Munition herbeischaffen, was Alles mit 
100.000 fl. geschehen kann. 

2. Warum macht man all' das nicht jetzt? 

Wenn es auch Winter ist, kann man doch das Materiale 
bereit stellen, die Gründe ausheben und thun, was man 
eben thun kann. 

3. a) Die Quartiere der Türken überrumpeln kann man 
nicht, weil sie nicht zerstreut in Dorfern wohnen, sondern 
nur in grosser Menge in geschlossenen und befestigten Orten 
sich aufhalten. Die Plätze bezwingen ist schwer, weil man 
kein grobes Geschütz hat und die Wegnahme durch Kriegs- 
list (welche ihrer Natur nach auf den Gebrechen der Plätze 
beruht) von Zufallen so abhängig ist, dass sie meistens nicht 
geling^, daher man darauf nicht rechnen kann. 

6) Streifungen im Lande machen, gereicht mehr zum 
Nachtheile der Christen als der Türken, weil auf dem offenen 
Lande mehr Christen als Türken wohnen. 
• 4. Aber die grösste Unmöglichkeit liegt in der Schwäche 

dieses Heeres, welches ausgehungert, müde und von dem 
fortgesetzten Ungemach, den Krankheiten und langen Märschen 
arg hergenommen ist. 

Es unterliegt aber keinem Zweifel, dass, wenn man mit 
den Türken Krieg führen muss, es ein grosser und von 

5* 



öS Montecuccoli: 

beträchtlichen Vortheilen begleiteter Kunstgriif wäre, zur 
Winterszeit Krieg zu fuhren, wenn es nur zeitgerecht und 
nicht übereilt geschieht, indem man sich in entsprechende 
Bereitschaft setzt und die nothwendigen Vorkehrungen trifft: 

ti) Arsenale .für grobes Geschütz und Munition, sowie 
grosse Magazine anlegen und mit Lebensmitteln füllen, die man 
immer bei der Hand haben kann, wenn sich die Gelegenheit 
bietet und damit man wisse, wo man die Bagage an ge- 
sichertem Orte lassen konnte. 

ö) Dass die Mannschaft und das Heer ausgeruht, muthig, 
zuversichtlich und unternehmend sei. 

c) Dass die Verbindung zwischen den Festungen und 
im Lande besser gestaltet, wie auch, dass die Zuneigung in 
den angrenzenden Ländern besser begründet wäre. 

d) Dass der Krieg zusammenhängend, von Stufe zu 
Stufe und nicht sprungweise geführt werde ; das heisst, indem 
man sich guter Posten bemächtigt und solche allmälich auf 
den Routen, an den Flüssen und in der Nähe von Oertlich- 
keiten von Bedeutung anlegt. 

IL 

Ein von Kem^ny entsendeter katholischer Priester, 
namens Martin Cassoni, meldet mir: 

1. Er habe auf der Strasse eine Menge erschlagener 
kaiserlicher Soldaten gesehen, welche ohne Zweifel dem 
Marsche des Heeres gefolgt waren. 

2. Er habe in Kaschau sogar gehört, dass es besser 
wäre, die Siebenbürger vereinigten sich mit den Ungarn, um 
die Deutschen zu vertreiben und aufzureiben. 

3. Es seien vorzüglich drei Personen die Urheber der 
Widerspänstigkeit und des Hasses der Ungarn und zwar: 
der Palatin Vesel6ny, Ladislaus Räköczy und Stephan Cs4ky. 

4. Kem^ny werde von den Ungarn gehasst, weil er dem 
Kaiser ergeben und anhänglich sei, während die Ungarn 
einen Fürsten in Siebenbürgen wünschen, welcher dem Kaiser 
entgegentrete, um sich im Nothfalle ihm anschliessen zu können 
und an ihm einen Beschützer zu haben, wie sie es mit Bethlen 



Miscellen zum Türkenkrieg 1661— 1664. 69 

Gibor, Bocskay und Riköczy in jedem Falle ihres Miss- 
vergTiügens thaten. 

5. Dass Kaschau gewiss türkische Besatzung aufnehmen 
werde, wenn man nicht kaiserliche Truppen dahin verlege. 

6. Die Ungarn beschuldigen die Siebenbürger, dass sie 
an der Anwesenheit der kaiserlichen Armee schuld seien. 

7. Jene von Kaschau haben ehemals ohne Schwierig- 
keiten die Garnison R4köczy's aufgenommen; es gezieme 
sich also jetzt nicht, dass sie Schwierigkeiten machen, jene 
des Kaisers aufzunehmen. 

IIL 

1. Wenn der Palatin, wie man ihn gebeten hatte, in der 
Nähe der Armee geblieben wäre, so hätte man jede An- 
gelegenheit mit ihm gemeinschaftlich behandeln können ; aber 
in solcher Entfernung wie Muriny, bei der sehr schlechten 
Strasse ausserhalb des Postverkehres, was war da zu thun. 
als ihn, wie ich es zuvor immer gethan, durch Boten benach- 
richtigen zu lassen? 

2. Wenn man den Siebenbürgern und Ungarn eine ent- 
sprechende Zahl Truppen zu ihrer völligen Verfügnng giebt, 
so werden sie auf ihre Erhaltung mehr Sorgfalt verwenden 
und werden ihnen die Lebensmittel und Unterkünfte gerne 
beistellen. 

3. Das, was der Vice-Gespan von Kaschau dem Kanzler 
gesagt hat und noch mehr das, wais die Edelleute, die Husaren 
und die Bauern thun, dass sie nämlich überall, wo sie können, 
die Soldaten des Heeres todten, giebt die positive Gewissheit, 
dass ihre Absichten dahin zielen, das Heer zu vernichten und 
dass die Besorgniss, sie konnten so unterworfen werden wie 
die übrigen Erbländer, in ihren Gemüthem ebenso mächtig 
ist, wie die Furcht vor dem Joche der Türken. 

Bezüglich des Kriegführens im Winter: 

I. 

Man muss einen bestimmten Posten und eine feste 
Niederlassung haben, wo 



70 



Montecuccoli : 



1 . man in gesicherter Weise das Gepäck und die Kranken 
zurücklassen kann, 

2. sich die Soldaten ausruhen, damit sie frisch aus- 
marschieren können und 

3. man sie mit Brot und Lebensmitteln auf 15 oder 
20 Tage versehen kann> 

II. 

Es muss der Boden gut und fest sein, dais heisst frocken 
oder gefroren, um bequem und rasch marschieren zu können. 

III. 

Die Unternehmungen des Feindes zielen darauf hin: 

1. Die Quartiere aufzuheben und manche Orte durch 
Ueberrumpelung oder Kriegslist zu bewältigen. 

2. Streifzüge im Lande zu machen. 

IV. 

1. Von Neuhäusel und Komorn bis Szathmär giebt es 
keinen Ort, den man als sturmfrei bezeichnen, oder in welchem 
man auch nur einige Kanonenschüsse abwarten könnte, wenn 
man von den kleinen Schlössern Fülek und Novigrad absieht, 
welche übrigens räumlich sehr beschränkt und mit zu wenig 
Artillerie-Material versehen sind. Es giebt also keinen Ort, 
welcher mit dem Nöthigen versehen wäre, um die Garnisonen, 
welche dort sind, anders als von einem Tage zum anderen 
und mit grosser Mühe zu unterhalten, sowie sie ausser Stande 
sind, einem Truppencorps Proviant im Voraus beizustellen, 
wie man es bei dem neuesten Marsche nur zu sehr erfahren 
hat. Und Szathmär selbst ist so entblösst, dass das durch- 
ziehende Heer nicht einmal auf einen Tag daraus den Proviant 
beziehen könnte. 

2. Zwei aufeinander folgende Regentage machen in 
diesem Lande die Strassen so unbrauchbar, dass sie nach 
meinem Dafürhalten im Winter ganz unbenutzbar sind, wenn 
es nicht friert. 



Miscellen zum Türkenkrieg 1661— 1664. yi 

Für den Feldzug zu treffende Vorkehrungen : 

I. 

Hauptmagazine : 
Kaschau, Fülek, Szathmär. 

II. 

Befestigte Lager: 
Tokaj, Apati. 

III. 

Post: 
Von Szathmär nach Apati, Kaschau etc. 

IV. 

Gut zu befestigende Plätze: 

Kaschau, Fülek, Tokaj, Szathmir, Kallö, Sz6kelyhid, 
Kovär, Szamos-Ujvär. 

V. 

Das Kriegsheer betreffend: 

1. 6000 Mann in Ober-Ungarn, ohne die Garnisonen. 

2. 25.000 Mann in Nieder-Ungarn, ohne die Garnisonen. 

3. Leichte Cavallerie in Ober-Ungarn 6000 und 10.000 
in Nieder-Ungzirn. 

4. Die leichte Cavallerie soll aus geworbenen Croaten, 
Ungarn, Polen und nicht aus Landes-Soldaten bestehen, weil 
die vom Lande wenig gehorsam sind, Hintergedanken haben 
und wenig mobil sind. Die Anderen sind gehorsam und 
werden dienen, diese im Zaume zu halten. 

VI. 

Operationen: 

I. Man greife Gran und Ofen an und nach deren 
Eroberung lege man wirkliche Forts diesseits der Donau, 
Gran und Ofen gegenüber, an. 



y 2 Montecuccoli : 

2. Man greife Erlau an und mache eine g-ute Ver- 
bindungslinie zwischen Nieder- und Ober-Ungarn. 

3. Auf diese Art gelangt man dahin, dass man die Ver- 
bindung, welche die Ungarn mit den Türken und Sieben- 
bürgern haben könnten, abschneidet, wodurch der Kaiser 
absoluter Herr von Ungarn wird; denn wenn die Plätze, 
die er jetzt besitzt, zum Theil mit deutschen und zum Theil 
mit ungarischen Truppen besetzt sind, so werden die Plätze, 
welche er den Türken entreisst, mit seinen eigenen oder 
wenigstens mit deutschen Truppen besetzt sein. 

4. Die Operationen in Ober-Ungarn werden darin be- 
stehen, dass man sich mit 10.000 Siebenbürgern des Kemöny 
vereinigt, sich mit diesem fliegenden Corps diesseits, der 
Theiss aufhält, die Plätze besetzt, sie mit dem Nothwendigen 
versieht, zur Befestigung derselben behilflich ist, sie ermuthigt 
und ihnen, falls sie angegriffen werden, zu Hilfe kommt; dass 
man in vortheilhaften Lagen, welche im Lande im Ueber- 
flusse vorhanden sind, Stellung nimmt, sich verschanzt, wenn 
die Türken angriifsweise vorgehen, ihre Pläne vereitelt und 
dargebotene Gelegenheiten entsprechend benützt; ferner 
wenn möglich Gross- Wardein angreift, die Brücke von 
Szolnok fertigstellt und nebenbei mit den Moldauern und 
Walachen unterhandelt. 

VII. 

In Nieder- Ungarn muss man in der Lage sein, überall 
den Anprall des Feindes auszuhalten, ihn genau zu beob- 
achten und wenn nöthig auch angreifen zu können. Das wird 
möglich sein, wenn man 15.000 Mann Fussvolk und 15.000 
Reiter, lauter deutsche Truppen, ferner 10.000 Ungarn und 
Croaten hat. Sonst setzt man das Land offenbar der Ver- 
wüstung, dem Raube, der Plünderung aus und man wird 
hiedurch auch im Stande sein, etwas auszuführen. 

Im Gegenfalle nimmt man, wenn der Feind im Felde 
sehr stark ist, Stellung und verschanzt sich gegen ihn, da er 
mit einer so grossen Anzahl Truppen nicht lange Zeit an 
einem Orte stehen bleiben kann. Wenn er einen Platz an- 
greifen will, so kommt man diesem zu Hilfe, indem man die 



Miscellen zum Türkenkrieg 1661—1664. yj 

Fourageure des Feindes vertreibt und ihm gegenüber ein 
Lager bezieht; wenn er abzieht, oder einen Platz im Sturme, 
oder durch Minen, durch offene Batterien, oder durch Feuer- 
körper erobert hat, zieht man sich zurück und hindert seine 
Unternehmungen beim nächsten Platze in ähnlicher Weise. 
Man muss aber dabei folgende Vorsichten gebrauchen: 

1. Man muss im Lager Lebensmittel für so lange 
haben, als man beabsichtigt im Angesichte des Feindes zu 
bleiben, da man nicht Fourageure aussenden kann. 

2. Man muss den Vortheil der Donau als Nachschub- 
linie stets in der Nähe haben. 

3. Die Truppen müssen gut bezahlt und gut be- 
kleidet sein. 

4. Das nöthige grobe Geschütz, die Munition, Feuerwerks- 
korper, Kugeln, Raketen, das Schanzzeug, Brücken-Equipagen 
und ähnliche Dinge müssen vorhanden sein. 

5. Helme und Panzer für die Cavallerie. 

6. Die Infanterie-Regimenter auf 1500 Mann bringen 
und die Cavallerie-Regimenter, belassen wie sie sind. 

7. Vertheilung der Truppen in die Quartiere. 

Nach Fülek, Lewencz und in die übrigen Grenzplätze 
kann man keine Truppen verlegen, wegen der Noth an 
Lebensmitteln und weil man das Wenige aufzehrt, was den 
gewohnlichen Besatzungen dienen soll. 

a) Szathmir, 2000 Mann Fussvolk, 1000 Reiter (Cob, 
Heister). 

b) Tokaj, 2000 Mann, 500 Pferde (Wallis, Post). 

c) Kaschau, 2000 Mann, 1000 Pferde (Schneidau; man 
lasse ihn noch zwei Compagnien werben). 

4. Kallö, Sz6kelyhid, Kövdr, Szamos-Ujvär, 1500 Mann 
Fussvolk und 1000 Reiter von de Souches und Fabri. 

Die allgemeine Sachlage betreffend: 

1 . Die Bauern dieser walachischen Dörfer hängen mehr 
den Türken an, als dem Kem^ny und uns. 

2. Der grosste Theil von Siebenbürgen wurde von den 
Türken besetzt, verheert und ausgesaugt; das ist der ganze 



74 



Montecuccoli: 



District von Gross- Wardein, von Szathmär, Kövir, Väsar- 
hely u. s. w. 

3. Fürst Kem6ny erfreut sich blos einer schwanken- 
den Zuneigung im Lande; die wenigen Truppen, die er bei 
sich hat, die Umtriebe der Sachsen, die Sorge, die er um 
seine Leute hat, von denen er sich zu entfernen fürchtet, legen 
seine Actionskraft lahm. 

4. Kem6ny ist von Natur ein gelassener, kluger und 
beständiger Mann, kriegserfahren und im Alter vorgerückt; 
er ist wegen Bocskay's Tod gegen die Türken unversöhnlich. 
Er kann den Türken niemals trauen, ist also nothwendiger 
Weise von uns abhängig. 

5. Sz^kelyhid ermangelt des Proviants, in Szathmär ist 
Alles schlecht bestellt; die Befestigung ist noch nicht in 
Ordnung, die ungarische Besatzung ist unverlässlich, weil sie 
früher Bocskay, daher indirecte den Türken gedient hat und 
der Secte der Calviner angehört. Nagybänya unterbricht die Ver- 
bindung von Kövdr nach Ujvar. Diese Stadt hat grosse 
Anhänglichkeit zu den Türken bewiesen, hat sich zwischen 
diese und die übrigen Städte gestellt und wollte keine kaiser- 
liche Besatzung aufnehmen. 

6. Die Entfernung eines Ortes vom anderen ist so gross, 
dass es im Falle des Bedarfes schwer ist, directe Hilfe zu 
bringen. Die Beschaifenheit des Landes ist aber ausgestattet mit 
Wäldern, Thälern, Hügeln, Bergen, Pässen u. dergl., daher 
der deutschen Armee sehr günstig und sehr ungünstig für 
die türkische, welche ihre zahlreiche Cavallerie nicht ent- 
wickeln und ihre beliebte Halbmond-Aufstellung nicht an- 
nehmen kann. 

7. Die festen Plätze Siebenbürgens sind noch eigen- 
sinniger in ihrer Anhänglichkeit an ihre zügellose Freiheit, 
als es die ungarischen sind. Sie wollen daher weder eine 
deutsche Besatzung des Kaisers, noch jene der Türken, oder 
ihres gewählten Fürsten aufnehmen. Thatsächlich hat noch 
Niemand eine solche eingelegt und wer sie ihnen wird ein- 
legen wollen, muss es nothwendiger Weise mit Gewalt thun, 
macht sich aber hiedurch das Land zum Feinde. 



Miscellen zum Türkenkrieg 1661 — 1664. j^ 

8. Die Nation ist sehr unbeständig, flatterhaft und leicht- 
sinnig. Klausenburg z. B. leistete dem Türken die Huldigung 
und schrieb nach Constantinopel den bekannten Brief; Kem^ny 
näherte sich, die kaiserliche Armee kam ihm entgegen und 
sie entschuldigten sich wegen des Briefes, den sie dem Türken 
geschrieben hatten, nahmen die türkischen Abgesandten ge- 
fangen, brachten die von Gross- Wardein an Ali Pascha an- 
gelangten Briefe auf und überreichten sie dem Kemöny. 

Bistritz leistete dem Türken auf dessen Durchzuge den 
Eid; als aber die Tataren kamen, fielen sie über diese her 
und erklärten sich als Feinde des Halbmonds. 

Die Sachsen wählten Keminy und hielten es dann mit 
den Türken. 

9. Vor Allem schaffe man eine beständige Unterhaltung 
für zwölf Regimenter, welche jetzt nicht die geringste An- 
weisung weder auf Geld, noch aut Fourage oder Brot haben. 

10. Wenn man mit den Landmarschällen verhandelt, so 
findet man vielleicht das Mittel. 

Gegenwärtiges Elend: 

1. Nagybänya hat die Dragoner vertrieben und einige 
erschlagen. Wo sollen sie jetzt Unterkunft erhalten ? Wie die 
Empörer bestrafen? 

2. Pio*) hat zwar Mehl, aber kein Salz und kein Holz; 
seine Soldaten versetzen Waffen und Kleider; es hilft keine 
Strafe ! 

3. Mein Regiment hat weder Brot, noch Stroh. Die Officicre 
sind beim Aeussersten angelangt. Sie protestieren gegen den 
Ruin des Regiments und gegen die Anordnungen. Draskovits 
hat deren drei in den Dörfern aufgegriffen und sie hinrichten 
lassen. Er hat hiedurch gegen meine Jurisdiction Verstössen, 
gegen die Befehle des Kaisers gehandelt, gegen die Land- 
tags -Artikel, zum Nachtheile des Heeres und des Regiments 
mit Verletzung des Dienstes Seiner Majestät, was von den 
schwersten Folgen begleitet sein kann und im Verein mit 
dem, was in Nagybänya geschehen ist, eine offene Empörung 
bedeutet. 

') Herzog von Savoycn. 



y6 Montecuccoli: Miscellen zum Türkenkrieg 1661 — 1664. 

4. Neutra wurde von Soldaten des Caraffa und des Strozzi 
geplündert, die Wagen des ungarischen Kanzlers in einer 
Vorstadt Wien's, Zichy auf offener Strasse ausgeraubt. 

5. Es ist hohe Zeit abzuhelfen. 



Bezüglich der Truppen, welche nach Spanien gesendet 

werden : ') 

1 . Zwei Regimenter von je 3000 Mann durch Steyermark. 

2. Die andern Regimenter, 1700 Fuss-Soldaten und 
1500 Reiter, gehen durch Tyrol nach Mailand. 

3. Den Soldaten einen Monatsold auszahlen. 

4. Mit geregelten Gebühren übergeben. 

5. Wenn der Obrist nicht mitgehen will, so löse man 
ihn ab; die Soldaten müssen auf Grund des Eides gehen. 

6. In Neapel und Mailand erhalten sie weitere Befehle. 

7. Nur wenige Weiber und wenig Bagage mitnehmen; 
aber, an dem was sie haben mache man nicht die geringste 
Aenderung. 



*) Als man zu Beginn des Jahres 1663, am kaiserlichen Hofe noch 
nicht an die Möglichkeit eines offenen Bruches mit der Türkei dachte, sendete 
man, über Bitte Spaniens, diesem Königreiche kaiserliche Truppen zu Hilfe 
und schwächte hiedurch die eigene Armee ganz beträchtlich; siehe I. Bd., 
pag. CV, dann hier: »Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom 
Goldenen Vliesse.c 



8 b. 



AUSZUEGE AUS DEN AN DIE VENEZIANISCHE 

REPUBLIK VON IHREM MINISTER- RESIDENTEN 

BEI SEINER MAJESTAET ABGESANDTEN 

BRIEFEN. 

(E3TRATTI DALLE LETTERE SPEDITE ALLA REPUBLICA VENETA 
DAL SUO MINISTRO RESIDENTE APPRESSO SUA MAESTÄ CESAREA.) 

ITALIENISCH. MOEDUNG 1666. MAI, la. 
ORIGINAL. K. A., iMj. XIII, 6. 1661/1664, 14«. 



lÖÖI. 

I. Brief.') 

»Viele behaupten, dassbei 28 cco Mann a) unter den Fahnen wären, ge- 
fuhrt von dem erfahrensten Heerführer (Montecuccoli), in deren Reihen erprobte, 
altgediente Leute seien, von denen man sich viel verspreche. Wenn diese 
aber einmal zugrunde giengenA), so würde das Reich der Willkür der 
Türken preisgegeben sein und sie würden Meister^ des Landes rj bis an 
diese Mauern werden. < 

Wien, am 30. Juli. 

a) Es waren unter Montecuccoli kaum 16.000 Mann im 
Felde, wohl aber konnten in den Garnisonen und unter 
General de Souches zusammen so viele gewesen sein. 

d) Mit desto mehr Vorsicht und Sorgfalt wird man damit 
umzugehen haben. 

c) Wo bleiben die Festungen Komom, Gran? Wo der 
Raab-Fluss, die Sümpfe der Raabau? Es zeigt dies von ge- 
ringer Kenntniss des Landes und der Karten. 

4. Brief. 

»Der Kaiser kann, wenn er nicht besser unterstützt wird und man 
hält dies hier für sehr zweifelhaft, unmöglich die Unterhandlungen aj ausser 
Acht lassen, weil er die eigene Schwäche und die Kräfte des Feindes kennt 
Das Reich endlich, welches sich heutzutage mehr durch den Ruf und 

^) Die Briefe stammen von Giovanni Sagredo her, welcher als Ge- 
sandter der Republik am Wiener Hofe bis 1664 wirkte und 1676 zum Dogen 
gewählt wurde. 

Was Sagredo in seiner Relation über den Türkenkrieg von 1661 bis 
1664, über den Vasvdrer Frieden und über die einflussreichsten Per- 
sönlichkeiten am Hofe Leopold I. spricht, darüber siehe: Adam Wolf, »Drei 
diplomatische Relationen aus der Zeit Kaiser Leopold I.«, Wien 1858. 

Dessen Berichte über den Wiener Hof, wurden 1670 in Paris gedruckt 
unter dem Titel: »Relation de la cour imperiale, faite au Doge de Venise, 
par le S. Sagredo. Paris 1670, chez Jacques Cottin.c 



8o Montecuccoli: 

die allgemeine Meinung, als durch den Bestand seiner Wehrkraft erhält, 
wäre, wenn es seine jetzige Armee verlieren würde, b) sehr gefährdet und 
dem Zufalle ausgesetzt, da diese aus dem Kerne der Bevölkerung besteht, 
im Innern des Reiches Spaltungen und Uneinigkeiten nur allzusehr herrschen, 
welche gegenwärtig in der That einen unglaublich hohen Grad erreicht 
haben. « 

»Das Anerbieten Frankreichs ist unannehmbar, aus den einem Jeden 
einleuchtenden Gründen« c), 

»Zu missbilligen ist auch das Benehmen des Nuntius, welcher das 
Anerbieten des Königs (von Frankreich), 24.000 Streiter vereint mit den Rh ein - 
Bundesgenossen beizustellen, nicht hätte unterstützen sollen.« 

Wien, am 5. August. 

a) Diese Klugheit und Nothwendigkeit, die Unterhand- 
lungen nicht ausser Acht zu lassen, welche der Gesandte hier 
billigt, wird bei einer anderen Gelegenheit mit auffallender 
Inconsequenz und in directem Widerspruche von ihm getadelt. 

b) Folglich kann Ausharren nicht als Furchtsamkeit an- 
gesehen werden, wenn man bloss Vorsicht gebraucht. 

c) Wenn man ohne Beistand nicht nachdrücklich Krieg 
führen konnte und wenn die Unterstützungen vemünftiger- 
massen so verdächtig waren, wie es weiter unten aus den 
Absichten des Churfursten von Maynz hervorzugehen scheint, 
welch' anderes Mittel würde dann erübrigen, als vorsichtig 
mit der Armee und in den Unterhandlungen vorzugehen? 

5. Brief. 

»Der Hof gestattete es, dass Montecuccoli am 30. des laufenden 
Monats (August) mit einem Corps von 20.000 Mann<7J sich marschfertig 
mache, um nach Siebenbürgen aufzubrechen. Die Regimenter werden als 
tüchtig und auserlesen gerühmt; aber die deutschen Truppen, werden in 
Ungarn stets mit Verlusten marschieren, ^j während Räköczy seine Streit- 
kräfte stets vermehrt; und all* dies wird die Schwierigkeiten und Hinder- 
nisse nur ver grossem, sowie bewirken, dass die Truppen nur auf dem Papier 
zahlreich erscheinen werden.« 

Wien, am 5. August. 

a) Es erreichte kaum die Starke von 16.000 Mann. 

b) Dies sind Hindemisse, welche unausweichlich und 
nothwendig sich ergeben müssen, wie dies Jedem, welcher 
in fremden oder feindlichen Ländern Krieg zu führen hat, 
wohl bekannt ist. 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen« 8 1 

7. Brief. 

»Der Friede a) zwischen den christlichen Fürsten, die Verzweiflung 
der Ungarn, b) welche den Krieg eben so sehr wünschen, als ihre eigene 
Erhaltung, die vielen christlichen Völker, welche die Erlösung ^J vom 
türkischen Joche erwarten, dies alles sind Ursachen, welche zum Kriege 
geneigt machen.« 

Wien, am 13. August 

a) Ein wenig dauerhafter Friede! 

b) Sie wünschen den Krieg, aber nur mit dem einfachen 
schwachen Wollen. Sie wollen Heere aus Engeln haben, 
welche nicht essen, nicht auf der Erde sich bewegen, sondern 
durch die Lüfte fliegen, die nicht lagern, sondern mit einem 
Satze über den Feind herfallen sollen. 

c) Diese wird es zu allen Zeiten geben, weil es niemals 
an Grründen zur innerlichen Unzufriedenheit bei den Unterthanen 
gegen ihre Herrschaft, nicht allein der türkischen, sondern 
auch der christlichen, gebricht und weil man übrigens die 
festesten Grundsatze über den Haufen wirft, um einen guten 
Krieg zu fuhren. 

8. Brief. 

»Man wird dem Montecuccoli eine Anzahl Ungarn a) beigeben, welche 
mit Ungeduld seiner Ankunft harren, um sich mit ihm zu vereinigen. c 

Wien, am 13. August. 

a) Sechzig Reiter des Homonay hatten sich mit ihm 
vereinigt, welche aber wieder zurückberufen wurden, sobald 
man in Siebenbürgen eingerückt war und dies unter dem 
Vorwande, dass sie keinen Befehl hätten, die Grenzen zu 
überschreiten. 

9. Brief. 

»Der Palatin hatte den ganzen Adel insurgieren lassen, aj indem er 
ihn mit der Hoifnung der bevorstehenden Ankunft Montecuccoli*s aufmunterte 
und indem er den bedrohten T heilen zu Hilfe eilte, suchte er das Reich 
vor den feindlichen Einfallen zu decken. c 

Wien, am 13. August. 

a) Der Gesandte war sehr schlecht unterrichtet, denn 
nicht ein Mann wurde insurgiert. 

Montecuccoli. IV. 6 



82 Montccuccoli: 

10. Brief. 

>Je früher man zum Abschlüsse eines Bündnisses gelangt, desto mehr 
wird der Vortheil der öffentlichen Sache, besonders für Euer Durchlaucht, 
erreicht, denn so würde der Kaiser an den Krieg gebunden stin^aj welcher 
auch nur mit der Zustimmung unseres Vaterlandes beendigt werden könnte.c 

»Porcia besitzt das Vertrauen des Kaisers, Auersperg i>J steht gleich- 
falls in besonderer Achtung. Der Erstere ist für einen Bruch nicht geneigt, 
weil er, nachdem der Krieg ein Spiel des Zufalles und des Glückes ist, be- 
sorgt, mit einem Streiche alle bis jetzt mit so vielem Glücke errungenen 
Vortheile zu verlieren. Der Letztere, der sich für einen viel fähigeren Kopf 
hält als Porcia, glaubt nicht nur, dass der Krieg zu Nutz und Frommen Deutsch* 
lands nothwendig sei, sondern er dringt auch angelegentlich darauf, um 
sich selbst bei einem Kriege, als Minister des Kaisers unentbehrlich zu 
machen und mehr noch als das, weil er sich mit der Hoffnung trägt, dass 
mit dem Kriege das Glück des Porcia Schiffbruch erleiden müsse.« 

Wien, am 20. August. 

a) Nach dieser Verbindlichkeit und Gebundenheit zielen 
alle Practiken des Gesandten ab, aus diesem Grunde daher 
musste der Kaiser im Gegentheil sich vor einer solchen wohl 
bewahren. 

d) Auersperg hat nicht die geringsten Kenntnisse vom 
Kriegswesen, wie sollte er sich also als Minister im Kriege 
unentbehrlich machen? 

12. Brief. 

>Montecuccoli setzte den Marsch fort aj und hatte die Theiss bei 
Tokaj übersetzt. Er blieb angesichts des Feindes unthätig.« 

Wien, am 20. August. 

a) Er setzte den Marsch fort und blieb unthätig, wie 
vereinbart sich dies? Das Ganze ist falsch. 

13. Brief. 

»Ob es zum Kriege kommen wird, das steht allein in Gottes Hand, 
da die Erschöpfung der Kassen, die durch Alter und Kränklichkeit herab- 
gekommenen Kräfte des ersten Ministers, das TemperementflJ und die dem 
Kriege abgeneigte Gemüthsart des Kaisers, so wie manche innere Spaltungen 
unter den Gliedern des Reiches und im kaiserlichen Rathe, der überhaupt 
nur wenige fähige Kopfe zählt, den Körper wie das Haupt schwächen und 
ihn mehr zur Ruhe geneigt machen, als zur Bewegung, mehr um die An- 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen. 83 

nehmlichkeiten des Friedens zu geniessen, als sich den Gefahren des Krieges 
auszusetzen. « 

Wien, am 27. August. 

a) >Ut quisque afFectus est, itajudicat.« Der von Leiden- 
schaft geblendete Gesandte tadelt das, was nicht ganz und 
gar mit seinen Ansichten und Wünschen übereinstimmt. Von 
Leidenschaft umstrickt urtheilt er falsch: »Nee ratione ducitur, 
sed passione abducitur«, indem er nicht einmal die erhabene 
Person des Kaisers verschont, der nicht immer seinem 
kriegerischen Triebe, sondern den Anforderungen und Grund- 
sätzen der Klugheit folgen muss Das Temperament des 
Kaisers ist sanguinisch und heissblütig wie es auch, wenn 
wir nach seiner Physiognomie urtheilen, die Lebhaftigkeit seiner 
Augen und die frische Farbe seines Gesichtes andeuten. 
Welch' ein Temperament würde sich daher wohl besser für 
ein kriegerisches Gemüth eignen? Wenn wir nach seiner Er- 
ziehung und Lebensweise urtheilen, so finden wir, dass er 
sich fortwährend, im Winter wie im Sommer, den Fatiguen 
des Jagd Vergnügens hingiebt; und welche Uebung ist wohl 
geeigneter und giebt uns ein lebhafteres Bild des Krieges? 

Blickt man auf seine Thaten zurück, so hat er dem 
Könige von Polen die Krone wieder auf das Haupt gesetzt, 
sie jenem von Dänemark bewahrt. Er hat die kaiserliche 
Krone für sich selbst erworben, jene von Ungarn vertheidigt, 
wo also finden wir grössere und heldenmüthigere Thaten? 
Aber >ut quisque affectus est, ita judicat«. 



15. Brief. 

»Man hatte sich im Rathe dahin geeinigt, tfj dass der Kaiser die 
Grundsätze eines grossen Krieges nicht über den Haufen werfen solle; dass 
wenn man schon nicht den allgemeinen Beistand haben könne, man wenig- 
stens durchzusetzen trachten müsse, den einzelnen zu erlangen; dass wenn 
der Kaiser einsehe, dass er im Kriege sich allein überlassen bleibe, er, 
bevor er sich aus freiem Willen den Stürmen und Gefahren der ottomani- 
schen Kriegsmacht aussetze, sich lieber in Sicherheit zurückzuziehen 
suchen werde.« 

Wien, am 27. August. 

6* 



84 Montecuccoli: 

a) Sind also diese Gründe nicht von kluger Vorsicht 
erwogen worden? Wie konnte demnach der Rath aus wenig 
fähigen Köpfen bestehen? 

17. Brief. 

>Zu einer so schicklichen Gelegenheit, wo die Handlungsweise des 
Kaisers in Siebenbürgen den Krieg heraufbeschworen hat, a) sollte man 
dem Vezier einen annehmbaren Vorschlag machen, damit er sich bewegen 
lasse, es für gut zu finden, sich mit Euer Durchlaucht zur See zu ver- 
gleichen, um seine ganze Streitkraft zu Lande verwenden zu können.« 

Wien, am 27. August. 

a) So spielt man falsches Spiel und will dann die Vor- 
sicht und Schlauheit tadeln, mit welcher die Monarchea 
vorgehen! 

19. Brief. 

»Ich habe in Erfahrung gebracht, dass es die Ansicht Gonzaga's 
sei, dass die Armee Siebenbürgen besetzen, sich dort vertheileno^ und auf 
den Hauptpuncten verstärken solle, um dann daselbst sich in Winter-Quar- 
tieren festzusetzen.« 

Wien, am 3. December. 

a) Es ist ein spanisches Sprichwort, welches lautet: 
»Los verdades de Pedro Quallo etc.«, das aber nur zu augen- 
scheinlich sich wenig bewährt. Hier handelt es sich nicht um 
das Wissen und um das Wollen, sondern um das Können. 
Wer weiss das nicht, dass es vortheilhafter sei, sich im 
Feindeslande, als in dem eigenen festzusetzen, sich auf 
Kosten des Anderen und nicht auf eigene zu erhalten? Es 
fragt sich aber: Wie ist dies in einem weit entlegenen und 
verwüsteten Lande auszuführen, welches die Unterstützungen 
und selbst die Quartiere dem Heere verweigerte, ja, welches 
sich selbst schon mit den Türken verbunden hatte? "Wie sollte 
man das Heer angesichts des Feindes theilen? Wie in die 
verschiedenen zerstreut liegenden Orte gelangen, ohne sie 
erobert zu haben? Hätte man die Armee vielleicht einer 
sicilianischen Vesper aussetzen sollen? Oder einem Blutbade 
preisgeben, wie zu Neuburg im Walde, um von den Sieben- 
bürgern verrathen zu werden? Wo waren die in Aussicht 
gestellten Vorraths-Magazine an Lebensmitteln und Fourage? 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen. 85 

Wer sicherte den Rückzug? Ist es vielleicht aus dem Gedächt- 
nisse entschwunden, wie viele Armeen durch den Treubruch 
der Siebenbürger in diesem Lande sich ihrem Schicksale 
überlassen sahen? Wie haben sie Kem6ny behandelt , wie 
Georg Basta? 

21. Brief. 

»Auf Euer Excellenz ist bereits ein leiser Verdacht gefallen, dass 
Sie den Krieg hier wünschen, <7j um das Ende Ihres eigenen herbeizu- 
führen. € 

Simmering, am 10. December. 

a) Ist es also zu tadeln, wenn die Monarchen durch 
solche Endeckungen gewarnt, mit Vorsicht und Bedacht vor- 
gehen ? 

22. Brief. 

>Montecuccoli hatte auf diese Ereignisse hin, von der Nothwendigkeit 
gedrängt, beschlossen, <7^ in Siebenbürgen einzurücken, weil er alle Ort- 
schaften, deren Einwohner sich in die Wälder geflüchtet hatten, verödet 
fand und weil, da nichts anderes im Ueberfiuss war, als Mangel an Lebens- 
mitteln, er nicht länger in jener Stellung an der Theiss bleiben konnte, ohne 
die Armee zugrunde gehen zu lassen. Montecuccoli schreibt an Seine Maje- 
stät und sucht zu beweisen, dass es besser gewesen wäre, sofort dahin abge- 
gangen zu sein, als unthätig an der Grenze zu verweilen und der Auflösung 
seiner eigenen Truppen aus Mangel an Subsistenz und aller Hilfsmittel baar 
zuzusehen; dass der Entschluss, in Siebenbürgen einzurücken der beste sei, 
sowohl der Kriegführung, als auch des Friedens wegen. Des Krieges 
wegen, weil, nachdem man ihn einmal unternehmen musste, es eine weit 
bessere Wahl sei, ihn in Siebenbürgen zu führen, als in Ungarn, weit 
besser in des Feindes Land, als in dem eigenen. Des Friedens wegen, weil 
Seine Majestät weit vortheilhaftere Bedingungen erlangen würde, wenn man 
selbst die grösseren Orte Siebenbürgens schon in Besitz genommen habe, 
als wenn man sie von den Türken in Besitz nehmen Hesse, da es weit vor- 
theilhafter sei, wenn man etwas zurückzustellen, als zu verlangen habe; 
dass bei diesem Entschlüsse Kem6ny und sein Anhang wieder ermuthigt 
und Ungarn dadurch gedeckt sein werde, endlich dass dadurch die Furcht 
vor den Türken niedergehalten und die kaiserlichen Waffen zu Ansehen 
gebracht würden.« 

Simmering, am 10. December. 

a) Damit widerspricht er seinen früher gemachten Be- 
hauptungen, dass Montecuccoli sich nicht mit Kem^ny ver- 
einigen wollte. 



g6 MontecuccoH: 

24. Brief. 

»Die Türken ziehen mit aller Macht a) gegen Kanizsa, in der Ab- 
sicht, die Festung />) anzugreifen, welche vom Grafen Zrinyi vor diesem 
Platze angelegt ward.« 

Simmering, am 10. December. 

a) War schlecht unterrichtet. 

6) In diesem Puncte noch schlechter unterrichtet. Einen 
Schafstall nennen sie die Soldaten und keine Festung; würde 
auch nie diese Bedeutung erreichen, selbst wenn man aus 
einem Floh einen Elephanten machen wollte. 

30. Brief. 

»Seine Armee (des Ali Pascha) besteht aus 7000 Janitscharen und 
10.000 Mann Grenz Völker von dem Pascha von Ofen zugesendet, 6000 Tataren 
und der Rest aus zusammengerafftem, unbewaffnetem und nicht kriegsgeübtem 
Gesindel, im Ganzen bei 40.000 Mann ü).€ 

Simmering, am 24. December. 
a) Alles falsch. 



1662. 

31. Brief. 

»Der Gesandte verlangt Geld, um einen höheren Beamten, der von 
allen Angelegenheiten in Kenntniss ist, zu bestechen und verspricht sich 
hievon grossen Nutzen oj.* 

Simmering, am i. October. 

a) Die gewöhnliche lügenhafte Schreibart des Gesandten. 



32. Brief. 

»Der Minister-Präsident sagte mir, dass, nachdem die Republik Lucca 
dem Kaiser 20.000 Gulden für die dringendste Noth gegeben hatte, o; Graf 
Czernin 10 000 fl. hievon zu seinem eigenen Gebrauche auf Rechnung seines 
Gehaltes verwendet habe, ungeachtet ihm der Kaiser im Vorhinein eine 
ebenso grosse Summe von den Steuern und Auflagen seiner Güter ab- 
rechnete, was hier nicht gebilligt wurde.« 

Simmering, am i. October. 



a) Jeder für sich, Gott für uns Alle. 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen. 87 

33. Brief. 

»Der Courier aus Siebenbürgen bringt die Nachricht, dass, nachdem 
diese Provinz, welche so arg verwüstet wurde, nicht im Stande sei, zwei 
Armeen zu erhalten und da der Mangel an Lebensmitteln fortwährend 
zunehme, die kaiserlichen Generale beschlossen hatten, Klausenburg mit 
einer Besatzung von 700 Fuss-Soldaten des Grafen Tasso zu besetzen und 
nach Ungarn zurückzukehren. Mein Vertrauter bei der Armee schreibt diesen 
Rückzug auch lediglich dem Mangel an Lebensmitteln zu a),€ 

»Alle Minister bekennen, dass Kem6ny des Schutzes würdig sei, l) 
wegen seiner Treue, die er bewiesen habe, indem er in Siebenbürgen i) mit 
6000 Mann der Seinigen stets zur Seite der kaiserlichen Armee stand, ihr 
mit Lebensmitteln aushalf ^J und auch jetzt innig an den Interessen des 
Kaisers Antheil nehme f).* 

Simmering, am i. October. 

a) Dies war auch die Hauptursache des Rückzuges; die 
anderen Gründe waren: 

Um die bei Klausenburg* lieg-enden Felder nicht zu ver- 
wüsten; dann die eingerissenen Krankheiten, sowie die bereits 
erfolgte Erwählung Apafy's, femers der einstimmige Beschluss 
des Landes, weder Kem6ny noch die Kaiserlichen aufzu- 
nehmen (um so weniger ihnen, dem gegebenen Versprechen 
gemäss, mit Lebensmitteln und Hilfstruppen beizustehen), end- 
lich um in der Nähe des Feindes zu sein und dessen Be- 
wegungen zu beobachten. 

i) Falsche Beurtheilung! Denn Kem6ny hatte sein 
ganzes Leben hindurch gegen das erlauchte kaiserliche Haus 
Feindseligkeiten geübt, vom Anbeginn der Belagerung von 
Goding in Mähren, welches Bethlen Gabor einnahm, sowie 
mit Rdköczy bei Tymau, 

c) Auf dieses zusammengeraffte Volk konnte Kemeny 
sich so wenig verlassen, dass er sich gegen mich äusserte, 
er wolle mit ihnen nicht kämpfen, sondern mit den Deutschen ; 
dass diese Leute mit den Türken einverstanden seien und 
dass sie in einem Treffen die Flucht ergreifen oder sich 
gegen uns selbst kehren würden, wie es hernach thatsächlich 
der Kampf bei Szegvär zeigte. 

d) Kem6ny gab nicht das Geringste, weil nirgends ein 
Magazin vorhanden war, sondern es wurden die Früchte auf 
den Feldern geschnitten; aber es konnte auch kein Mehl 



88 Montecuccoli: 

erzeugt werden, wegen Mangel an Mühlen; daher loste sich 
das Heer sichtlich auf und man sah sich auf diese Art ent- 
tauscht und gezwungen, zurückzugehen. 

i') Wenn Kem6ny durch Aufopferung des kaiserlichen 
Heeres, mit den Türken sich hätte aussöhnen können, so würde 
er es gethan haben imd ich wurde von einem meiner Ver- 
trauten hievon benachrichtigt, was ausser früheren Fällen 
ähnlicher Art mir Anlass gab, an mich selbst zu denken 
und mit Bedacht vorzugehen. 

34. Brief. 

»Die Spanier wünschen, dass man Deutschland keinen Beistand leiste, 
sondern die Unterstützungen daraus zurückziehe, um in Portugal mehr 
Fortschritte zu machen. Es ist dies nichts anderes, als eine grosse Ablei- 
tung zu dem Endzweck, um durch Ruhe im Vaterlande, welches unter der 
Last eines so ungleichen Krieges seufzt, etwas zu Athem zu kommen. Den 
Kaiser dahin zu bringen, dass er sich zu einem nicht sobald beizulegenden 
Bruche herbeiliesse, wäre der heiligste Dienst, den Euer Durchlaucht dem 
Vaterlande leisten könnten.« 

»Euer Durchlaucht befinden sich vor einem Abgrund, der Kaiser ist 
nahe daran hinein zu stürzen. Es dünkt mir also, dass es nothwendig wäre, 
anstatt ihn am Rande zu erhalten, ihm lieber entschlossen einen Stoss zu 
geben aj,€ 

Simmering, am 8. October. 

a) Ein jeder trachtet das Wasser nach seiner Mühle zu 
leiten. 

35. Brief. 

»Der Rückzug der kaiserlichen Armee hat die schwersten Nachtheile 
verursacht Er hat Kem^ny entmuthigt, aj diejenigen verzagt gemacht, die 
ihm anhingen, den Apafy befestigt und den Kriegsschauplatz in's eigene 

Land verlegt 4). < 

»Man sucht durchaus nachzuweisen, dass nicht die Wahl des Apafy, 
sondern die Noth und der Mangel an Lebensmitteln einen für den Krieg so 
nachtheiligen Entschluss herbeiführten.^ Ich aber entgegne hierauf, cj dass 
wenn Siebenbürgen im Stande ist, die türkische, weit zahlreichere Armee 
zu erhalten, ich nicht begreife, wie man behaupten kann, dass die an 
Zahl geringere kaiserliche, mit mehreren festen Plätzen in der Flanke, t/J 
daselbst aus Hunger hatte zugrunde gehen müssen, wie man es hier glauben 
machen will? Wenn Euer Excellenz gedenken, sich den Krieg durch den 
Vorschlag einer Unterhandlung vom Halse zu schaffen ^J und ihn ganz auf 
die Schultern der Kaiserlichen zu wälzen, so würden sie ein gutes, Ihrem 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen. 8o 

Vortheil zuträgliches Werk vollführen, weil endlich die christliche Liebe 
bei sich selbst anfangt« 

Simmering, am 8. October. 

a) Die Ursachen des Rückzuges wurden oben angeführt. 
Es handelt sich nicht mehr um eine Hilfe für die Sieben- 
bürger und überhaupt nicht um Freunde, sondern um Feinde» 
weil sie sich erklärt hatten, dass sie dieser Hilfe nicht 
bedürfen und sich an die Türken halten wollten. 

b) Das Feld wurde nicht geräumt, sondern man zog 
sich nur nach einer vortheilhafteren Gegend, um von da aus 
den Feind zu beobachten und die Verpflegsvorräthe vor 
Klausenburg nicht aufzuzehren. 

c) Dies ist eine ungereimte, metaphysische, unfassliche 
und unpractische Erwiderung. Die türkische Armee war in 
einer Stellung mit einem ergiebigen Lande im Rücken, die 
kaiserliche in einem verwüsteten, von den Tataren nieder- 
gebrannten Lande, welches seit zwei Jahren nicht bebaut 
worden war. Jene hatte bei Zeiten ihre Magazine angelegt 
und das Land lieferte ihr freiwillig von allen Seiten Lebens- 
mittel ein, welche ihm bezahlt wurden. Diese hatte gar keine 
Magazine, das Land war ihr feindlich gesinnt, sie musste sich 
mit Gewalt ihre Bedürfnisse verschaffen und da es ihr an 
Geld zu deren Bezahlung mangelte, brachte sie auf diese Art 
die Bevölkerung immer mehr gegen sich auf. 

d) Um die festen Plätze ohne Anstrengung zugrunde 
zu richten und sie zum Fall zu bringen, ist es die beste 
Methode, wenn man mit einem Heere ihnen zur Seite sich 
lagert. Breisach giebt hievon den klarsten Beweis ; der Platz 
fiel aus keinem anderen Grund, als wegen der Armee des 
Götz, welche in jener Gegend einige Zeit liegen blieb und 
die Vorräthe ringsherum aufgezehrt hatte (Obrist Geymann, 
welcher damals Fähnrich war, mag dies als Augenzeuge be- 
stätigen). 

f) Es ist dies ein falsches Spiel. 

36. Brief. 

»Graf Zrinyi behauptet, dass Kanizsa nicht im Stande sei, sich zu 
halten, weil vor seinem Fort ein An^iffswerk stehe, welches die Festung 



1 



QO Montecuccoli: 

beherrsche und das Hineinschafifen von Lebensmitteln leicht verhindern 
könne; weil es endlich auf diese Art den Ort auf das Engste blockiert halte 
und die Besatzung leicht zur Uebergabe zwingen könne.« 

Simmering, am 8. October. 

Oh, welch' dummes Zeug! Kanizsa wäre nicht im Stande 
gewesen sich zu halten! Und warum nicht? Weil es blockiert 
war? Und von welcher Seite kamen denn die Lebensmittel 
nach Kanizsa? Vielleicht aus Steyermark? Welche Einfalt! 
Und was für ein Fort war das? Ein Schafstall, ohne einer 
fortifikatorischen Anordnung, ohne Geräumigkeit und zum 
Gespötte Aller angelegt. 

40. Brief. 

»Möge es der Papst dahin bringen, dass Seine Majestät treulich den 
Krieg gegen die Türken unternehme und das Geld Seiner Heiligkeit für 
den alleinigen Zweck des Krieges verwende, um die durch Strapazen in 
dem verflossenen Kriege decimierte Infanterie zu verstärken; aber hier 
macht man auch nicht die scheinbarsten Rüstungen zum Kriege a).t, 

Simmering, am 2z. October. 

a) Eine heilige Warnung, welche man nicht oft genug 
wiederholen kann, wegen der überaus schlechten Verwendung 
des Geldes. 

44. Brief. 

»Wer sollte sich nicht über den errungenen Sieg der Venezianer gegen 
die Türken freuen, als eines so willkommenen Mittels, dem Kriege bei 
uns ein Ende zu machen !c 

>Es wurde im Staatsrathe beschlossen, ^J die Werbungen nach und 
nach in der Art zu betreiben, als wollte man den Krieg nicht beenden, 
sondern ihn fortsetzen und durch diese Werbungen den Anschein eines 
kräftigen Heeres zu erzeugen, nicht aber um es wirklich gross und kriegs- 
tüchtig zu machen. 

N.B: In diesem Augenblicke theilt mir einer meiner Freunde, If) 
der wohl unterrichtet ist, vertraulich dasjenige mit, was im Rathe ver- 
handelt wurde. 

Man unterlässt es, ausgiebige Unterstützungen zum Heere zu senden 
und diese Vernachlässigung könnte dem Cabinete, in welchem man in un- 
glaubliche Betrübniss versunken ist, einen üblen Streich spielen. c 

Wien, am 30. October. 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen, g i 

a) Eine Politik, welche in der ganzen Weltbeobachtet wird. 
d) Ein Gegenstand, der würdig einer reiflichen Ueber- 
legung und des Nachsinnens nach Abhilfe wäre. 

46. Brief. 

»Der Verlust Siebenbürgens würde verhängnissvoll werden, q^ denn 
die Türken könnten darin mit jeder grossen Armee überwintern und im 
Mai den Krieg nach Deutschland hinüberspieten.« 

Wien, am 6. November. 

a) Beachtenswerthe Betrachtungen! 

47. Brief. 

»Der Verbündete (Kem6ny) sagt, dass es besser gewesen wäre, wenn 
die kaiserlichen Truppen nicht in die Provinz eingerückt wären, aj weil 
die Türken den Rückzug als eine Ohnmacht, h ihren Kräften zu wider- 
stehen, betrachten und sie nun Herr des ganzen Landes seien, während dem 
Kaiser nur vier feste Plätzer; an den Grenzen in den Händen blieben.« 

Wien, am 6. November. 

a) Dieser Ansicht war Heinrich IV. nicht, als er sich 
mit dem Heere in Flandern zeigte, denn als er sah, dass 
der Feind ihm nicht entgegen gieng, kehrte er sogleich 
um, indem er sagte, dass er seinem Feinde schon zu viel 
Ehre erwiesen habe. 

b) Ohnmacht würde es nur dann gewesen sein, wenn 
die Armee geblieben wäre, weil sie sich in diesem Falle zu- 
sammengezogen und ihre Ohnmacht eben dadurch beurkundet 
hätte. Weshalb hatten die Türken nicht Klausenburg zu 
erobern getrachtet, wenn sie diesen Ort für nichts und die 
Armee für unfähig zum Kampfe hielten.^ 

c) Dies waren alle Festungen, welche man haben konnte ; 
in andere war es nicht möglich hinein zu kommen, denn um 
sie in Besitz zu nehmen, müsste man früher die Siebenbürger 
als Feinde erklären. 

51. Brief. 

>Der Churfürst von Maynz giebt zu verstehen, dass es bei der Wahl 
des Romischen Königs nothwenig sei, sie auf eine Person zu lenken, welche 
den ernsten Verhältnissen des Reiches gewachsen sei und die hinreichend 



92 



Montecuccoii: 



starke Macht besitze, um ganz Deutschland gegen die Einfälle der Türken 
zu vertheidigen ; es müsse ein kraftvoller Fürst an und für sich und für 
seine eigene Staaten sein; ein Fürst, der im Stande wäre, eine starke Armee 
aufzubringen und mit vollem Vertrauen und entscheidenden Erfolgen sich 
an die Spitze eines grossen Heeres gegen die Uebermacht der Ottomanen 
zu stellen. Obschon er diese Persönlichkeit nicht benennt, so entnimmt man 
gleichwohl aus der Beschreibung, dass er damit den König von Frank- 
reich meine, c 

Wien, am 13. November. 

53. Brief. 

»Dass der Erfolg (des Sieges) gänzlich ihrem Muthea) (der Galeeren 
von Malta) zugeschrieben werden könne, ist eine sehr falsche Meinung; denn 
Jeder wird sattsam begreifen, dass sieben Galeeren sich nicht erkühnt 
hätten, eine Uebermacht von 40 Schilfen ohne Unterstützung der veneziani- 
schen Flotte anzugreifen. 

Nachdem diese Alles aufs Spiel gesetzt und wesentlich zum Siege 
beigetragen haben, so hätte es sich gebührt, dass die feindliche Beute, selbst- 
verständlich mit Rücksicht auf den Vorzug der Religion, vertheilt worden 
wäre, nicht aber mit Ausschliessung Derjenigen, welche zur Erringung des 
Sieges am meisten beigetragen hatten.« 

Wien, am 13. November. 

54. Brief. 

»Das Rheinbündniss und die Ränke der Franzosen flössen dem Kaiser 
weit mehr Besorgniss ein, als der Türkenkrieg ; überdiess ist der Staatsschatz 
geleert und die Armee herabgekommen; die Unmöglichkeit letztere zu er- 
halten und die Furcht vor der Pest sind die mächtigsten Triebfedern zum 
Frieden.« 



Wien, am 19. November. 



60. Brief. 



»Komorn und Raabaj sind leicht zu erobernde Plätze. Pressburg hat 
nur ein altes schlecht befestigtes Castell. Wien allein ist eine starke, wohl 
befestigte Stadt. Unter ihre Mauern können also die Türken stets nach Be- 
lieben gelangen, sobald sie Herrn Siebenbürgens sind und auch in jedem 
anderen Kriege waren sie bald vor Wien l/J. Eine Wahrheit, welche eines 
Tages die Erfahrung belehren wird. Ich hätte nie im Leben eine Regierung 
für so schwach gehalten.« 

Wien, am 18. December. 

n) Der Minister hat diese Festungen nicht gesehen, oder er 
versteht deren Beurtheilung nicht. Wo lässt er überdies Altenburg 



Auszüge aus den an die venezianische Republik abgesandten Briefen, nj 

mit den Sümpfen und dem Neusiedlersee, wo man mit 
5000 Mann einem Heere von 100.000 Mann die Spitze bieten 
kann? Der Miniser hat die Oertlichkeiten nicht gesehen, oder 
er versteht die Karte nicht. Noth wendig und wichtig wäre 
es allerdings, wenn Seine Majestät Raab stärker befestigen 
Hesse. 

b) Man hat es 1663 und 1664 gesehen, dass dies nicht 
geschah. 

69. Brief. 

»Kaum war das Geld aus Rom angelangt o; und in den Staatsschatz 
gelegt, als aus dem Gelde Quecksilber ward und als hatte es Flügel be- 
kommen, ohne irgend einen Nutzen für die allgemeine Sache, plötzlich 
verschwand.« 

Wien, am 18. December. 

a) Das ist eine Sache, die allerdings der Ueberlegung 
und Abhilfe bedurft hätte. 



75. Brief. 

>Kem6ny hatte etwas Cavallerie verlangt, um das Land zu durch- 
streifen. Damals stellte ich ihm (Porcia) die Noth wendigkeit vor, sich einen 
Mann zu erhalten, der so eifrig a) für den Ruhm des Kaisers sei und dass 
mit der Niederlage des Fürsten auch ganz Siebenbürgen mit den wenigen 
von ihm belagerten Schlössern verloren gehen würde . Er entgegnete 
mir, dass die Streifungen c) nur Lärm und keinen Schaden dem Feinde 
verursachen, dass sie die Leute aufreiben und nichts damit zu gewinnen sei.« 

»Ich zweifle nicht, dass er (Keminy) damit einen grossen Erfolg er- 
ringen würde, da er ebenso reich an Geist und Muth ist, als es ihm an 
Glück und Beistand fehlt <>.« 

Wien, am 30. December. 

a) Dieser Eifer war seiner eigenen Erhaltung wegen, 
nicht aber für den Kaiser, dem er stets, schon von Jugend 
an mit Bethlen Gabor entgegenstand, wie bei der Belagerung 
von Goding und mit Rdkoczy vor Brunn. 

b) Die Siebenbürger hatten ihm zu dem Streifzuge sogar 
angerathen, verliessen ihn dann im Kampfe und ihre Häupter 
nahmen Zuflucht bei den Türken. 



g^ Montecuccoli: Auszüge aus den an die venezianische Republik etc. 

c) Dies ist ein gfuter Grundsatz und wollte Gott, Porcia 
hätte ihn 1664 nicht vergessen! 

ä) Die letzte Unternehmung hat das Gegentheil gezeigt. 
Er grifif den Apafy nicht an, bevor dieser Hilfe von den 
Türken erhalten hatte, sondern er gieng umgekehrt der Unter- 
stützung entgegen; er zog sich nach geschehener Vereinigung 
nicht zurück, hielt auch seine Truppen nicht beisammen und 
in solcher Verfassung, dass er weder schlagen noch mar- 
schieren konnte. 






8 c. 



ALLERUNTERTHAENIGSTES GUTACHTEN IN 
BEZUG AUF DIE ERHALTUNG UNGARNS UND 

SIEBENBUERGENS. 

(PARERE UMILISSIMO INTORNO ALLA CONSERVAZIONE DELL' 

UNGHERIA E DELLA TRANSILVANIA.) 

ITALIENISCH. ST. PETER IM LIPTAUER COMITATE, 1(62. 

FEBRUAR 25. 
CONCEPT. K. Am i662. XIII, 3. 



An den Kaiser! 

In Befolge des Allergnädigsten Befehles vom 14. des 
laufenden Monats, übermittle ich allerunterthänigfst die bei- 
geschlossenen Schriften, während ich mich zu Dero kaiser- 
lichen Füssen ehrerbietigst beuge. 

St. Peter im Liptauer Comitate, den 25. Februar 1662. 

Raimund Montecuccoli. 

Diese Erhaltung wird von einem dreifachen Standpuncte 
aus betrachtet: 

1. Wenn man die Verhältnisse im Wesentlichen so be- 
lässt wie sie sind. 

2. Wenn man die Massnahmen in Ober-Ungarn ändert. 

3. Wenn man die Art der Kriegführung ändert. 

I. 

Zur Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens, im Falle 
man die Verhältnisse im Wesentlichen so belässt wie sie sind, 
dienen folgende Massnahmen: 

i. Szathmär zum Mittelpuncte und Herzen machen, von 
wo aus man allen übrigen diesseits der Theiss gelegenen 
Plätzen und deren Umgebung die Lebenskraft austheilt, denn 
Szathmär ist ein geräumiger Ort, hat eine vortheilhafte Lage, 
ist künstlich befestigt, der Boden umher ist fruchtbar und es hat 
Ueberfluss an Weideplätzen, Wassermühlen und anderen noth- 
wendigen Dingen. Da also muss das Hauptmagazin und die 
Hauptniederlage aller der Bedürfnisse sein, welche für die 
übrigen Plätze zu dienen haben. 

Mo-ntccQccoli. IV. 7 



q8 Montecuccoli: 

2. Man lege also in Szathmdr ohne Zeitverlust an: 

a) Die Kornmagazine, wozu schon die geeigneten 
Befehle gegeben wurden und die Vorkehrungen bereits be- 
gonnen haben. 

b) Die Vorräthe an Pulver, Blei, Lunten, Schanzzeug, 
welche von den Erbländem kommen müssen, bis man die 
Möglichkeit findet, das Pulver im Lande zu erzeugen. 

c) Einen Schmelzofen um Geschütz zu giessen, indem 
man einen der Kunst kundigen und tüchtigen Meister hin- 
schickt, welcher auch bei Erbauung des Gusshauses behilf- 
lich wäre. 

d) Ein Spital für die Kranken, indem man ein Haus 
kauft und es für diesen Zweck einrichtet. 

e) Eine mit Arzneien wohl versehene Apotheke. 

3. Die Ungarn aus dem Schlosse entfernen, welche, weil 
sie Akatholiken und Miethsoldaten sind und in früheren Zeiten, 
solange sie unter Rdköczy gedient hatten, mit den Türken, 
wie General Heister oft gemeldet hat, sehr vertraut waren, 
zu einigem Misstrauen Anlass geben. Man konnte sie ent- 
weder mittelst bestimmten Befehles entfernen, oder diese Be- 
satzung durch andere, katholische Ungarn, ablösen. 

4. 1000 Reiter und 1000 Dragoner nach Szathm4r vor- 
schieben, sobald im Lande das Gras w^ächst, damit sie die 
Besatzungen der übrigen Orte, welche, nach Mass als Leute 
während des Winters dort verstorben sind, der Ergänzung 
am meisten bedürfen, ausgiebig verstärken können und alle 
Bedürfnisse dahin schaffen, bevor die Türken in's Feld rücken. 

5. Heister und dem Obristen Cob^) empfehlen, sie mögen 
ihre Rückkehr dahin beschleunigen. 

6. Mit jenem Theile der siebenbürgischen Stände, welche 
den Schutz Seiner Majestät des Kaisers begehren (wie aus 
dem allerunterthänigsten Schreiben des Kem6ny zu ersehen 
ist und die Stände selbst mittelst ihrer Abgeordneten kund- 
gegeben haben), übereinkommen, dciss sie zur Unterhaltung 
der festen Plätze beitragen und unter ihnen irgend ein Corps 
bilden, welches da oder dort, je nach Bedarf lagert. 



^) Cob, Freiherr von Neuding. 



Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens. gg 

7. Ein fliegendes Corps von 3000 Reitern und 1000 Dra- 
gonern Jjilden, welches: 

a) Je nach Bedarf, entweder in Tokaj oder Szathmir, 
im Unghvirer oder im Zempliner Comitat Aufstellung nimmt, 
aber nicht früher als nothig zusammengezogen wird, um 
nicht vor der Zeit die Magazine aufzuzehren und zu er- 
müden; 

d) den Zweck haben soll die Bewegungen des Feindes 
zu beobachten und, wenn man gewahrt dass die Türken die 
Absicht haben irgend einen festen Platz zu überrumpeln, 
Cavallerie und Dragoner hineinzuwerfen und auch den benach- 
barten Plätzen davon zuzutheilen, damit durch fortgesetzte 
Streifungen die Fourageure und Transporte des Feindes und 
die Partheien der Belagerer belastigt werden. 

8. Einer von den Türken in Siebenbürgen angegriffenen 
Festung mit einem königlichen Heere directe zu Hilfe zu 
kommen, hat folgende UnWahrscheinlichkeit: 

a) Bei einer so grossen Entfernung ist ein Heer vor Er- 
schöpfung, Hunger und Krankheiten halb aufgerieben, bevor 
es dahin gelangt; 

6) wird es dort spät, schwach und müde ankommen; 

c) wird es keine Vorkehrungen für Verpflegung, Fourage, 
Munition vorfinden, daher es nothwendig sein wird, entweder 
gleich und mit allem eigenen Nachtheil zum Angriffe zu 
schreiten und wahrscheinlich eine gänzliche Niederlage zu er- 
leiden, oder eine Stellung zu nehmen und sich angesichts des 
Feindes zu verschanzen. Aber eine Stellung nehmen (ohne 
den Rücken für die Zufuhr der Lebensmittel gesichert oder 
Ueberfluss im Lager zu haben, damit man nicht genöthigt 
sei, aus dem Lager zu gehen, um sie im Angesichte eines an 
Reiterei so überlegenen Feindes zu suchen) bedeutet um sein 
Verderben betteln und sich zugrunde richten, ohne zu 
kämpfen, wovon man so viele Beispiele in den vergangenen 
Kriegen gesehen hat. 

9. Einer Festung dadurch zu Hilfe zu kommen, dass man 
Streifungen macht unjl das Land des Feindes brandschatzt, 
kann in diesem Falle nicht gelingen, weil die Bauern dieses 
Landes alle Christen sind und das Uebel auf sie und nicht 



I oo Montecuccoli : 

auf die Türken fallt; und wenn man einige schwache Orte 
zerstört oder einäschert, müssen die Landbewohner, sie um 
den Preis ihres eigenen Schweisses wieder aufbauen. 

lo. Es bleibt also nur die Art der Unterstützung mittelst 
Diversion übrig, indem man zu gleicher Zeit einen anderen 
Platz des Feindes angreift und den Kriegsplan ändert. 



II. 

Zur Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens durch 
Aenderung der Verhältnisse in Ungarn dienen folgende Mass- 
nahmen : 

I . In Ober-Ungarn festen Fuss fassen und das Land zur 
Aufnahme der nothigen Magazine, Arsenale, Befestigungen 
einrichten; denn die Absicht, die beiden Heere von Sieben- 
bürgen und Nieder-Ungarn zu vereinigen, würde auf Hinder- 
nisse stossen, denn: 

a) Die Linie ist zu ausgedehnt, ohne Zusammenhang, 
ohne Breite und unterbrochen; daher ihr die nothigen An- 
schlüsse abgehen. 

b) Die Schlösser von Tokaj, Szendrö, Fülek, Ecsed sind 
an Raum sehr beschränkt und entsprechen dem Zwecke 
nicht, da Orte nothwendig wären, welche fähig sind, einer 
grossen Menge Soldaten, wenn es die Noth erfordert, Auf- 
nahme zu gewähren, welche viele Werkleute haben, wo grosser 
Verkehr von Menschen ist, wo es für Arsenale, Magazine, 
Spitäler u. s. w. Raum giebt und welche einem in das Land vor- 
dringenden Feinde, falls er sie in seinem Rücken Hesse, 
Hindernisse bereiten und auch im Bedarfsfalle einem Heere 
beispringen und ihm als Stütze dienen können. 

c) Der Türke, welcher an diese ganze Strecke grenzt, 
hat immer sichere Kenntniss von Allem, was man vornehmen 
will, weil man mit Rücksicht auf die grosse Entfernung bis 
Siebenbürgen nichts ausführen kann, ohne zwischen dem 
Zeitpuncte des Beginnes und der Ausführung viel Zeit ver- 
streichen zu lassen. Die Türken haben dann genug Zeit sich 
zu sammeln, sich zu widersetzen oder uns in den Rücken zu 



Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens. | o l 

fallen, die Verbindung, die Nachschübe und den Rückzug- 
gänzlich abzuschneiden. 

d) Die Beispiele aus den vergangenen Kriegen lehren, 
dass man nie nach Siebenbürgen gelangt, ohne vorher die 
Plätze von Ober-Ungarn besetzt zu haben und die gegen- 
wärtige Lage macht es nur zu handgreiflich, dass es ohne 
diese ganz unmöglich ist, sich in den Besitz des Landes zu 
setzen oder den Krieg gut zu fuhren. 

2. Um festen Fuss zu fassen, muss man hauptsächlich 
die königlichen Städte Kaschau und Eperjes besetzen, weil: 

a) Diese alle die vorerwähnten Eigenschaften besitzen. 

b) Sie das Land mit einer fortgesetzten Linie von Bergen 
von Polen bis zur Theiss einschliessen. 

c) Sie den Türken den Vortheil benehmen, hineinzudringen, 
durch dieses Eindringen eine völlige Trennung des Landes, 
eine gänzliche Verheerung Siebenbürgens und die Vernichtung 
aller dort befindlichen Truppen zu verursachen. 

d) Sie können im Falle einer durch günstige Verhält- 
nisse ermöglichten Unternehmung dem Gepäck, den Kranken, 
der groben Artillerie und dem sonstigen Train, welchen man 
bei ähnlichen Gelegenheiten zurückzulassen pflegt, Sicherheit 
gewähren. 

3. Um die vorgenannten Städte zu besetzen: 

a) Sich dort mit dem Heere, welches mit allen Bedürf- 
nissen versehen sein müsste, zeigen und sobald am Lande 
das Gras zu wachsen beginnt, den Türken die Ausgänge 
sperren, endlich das Brot von Szendrö oder Tokaj kommen 
lassen, wo man jetzt Vorräthe von Korn aufhäuft. 

h) Oder das Commando der deutschen Besatzung irgend 
einem ungarischen Magnaten unter der Bedingung übertragen, 
dass er sie dort einführe, weil vielleicht durch dieses Mittel 
bei den Ständen und Bürgern die Besorgniss aufhören würde, 
dass sie an ihrer Freiheit Schaden nehmen, wenn sie sehen, 
dass die Sache durch einen Landsmann bewerkstelligt werde, 
nach dessen Tode man das Commando wieder einem Deutschen 
übergeben könnte. 

4. Wenn man auf diese Art festen Fuss gefasst hätte, 
so wäre es dann nicht schwer. Ritte nach Siebenbürgen oder 



102 Montecuccoli : 

Streifungen gegen Erlau zu machen; man müsste sich aber 
einen anderen Uebergang verschaffen (ausser dem von Tokaj), 
näher an die Berge, durch das Unghvärer und Zempliner 
Comitat, so z. B. gegen Apäti, denn: 

a) die Linie wäre kürzer und 

b) sicherer, weil entfernter von (Gross-) Wardein, auch 
den Spionen weniger ausgesetzt und durch die Kraszna 
gedeckt. 

c) Die Strecke, welche von Tokaj bis Szathmär zu 
lang ist, wäre durch ein Fort zu unterbrechen, welches man 
in Apäti am Zusammenflusse der Kraszna und Szamos er- 
richten könnte. 

d) Weil aber der Ort Apäti von Natur zu tief gelegen 
und daher alljährlich Ueberschwemmungen ausgesetzt ist (wie 
man die Zeichen davon an den Bäumen sieht), so wird viel 
Zeit und Mühe nöthig sein, um das Fort auf ein höheres 
Niveau zu bringen; einmal erhöht, wirkt es aber umso sicherer 
und der Belagerer wird immer die Ueberschwemmungen zu 
fürchten haben. 



III. 

Aber zur sicheren Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens, 
wenn das Kriegsglück sich günstiger gestalten sollte, wären 
noch folgende Massnahmen dienlich: 

I. Vornehmlich an der Donau operiren, wo: 

a) man den Vortheil des Flusses hat, welcher entweder 
eine Flanke oder den Rücken des Heeres sichert und mit 
Leichtigkeit die Munition, den Proviant und andere Bedürf- 
nisse zuführt. 

b) Sichert und deckt man die Erbstaaten, welchen alle 
4iese Erorberungen zur Vormauer dienen würden. 

c) Kann man mit den Operationen beginnen, sobald es 
die Jahreszeit erlaubt, ohne auf den Anmarsch zu lange Zeit 
anzuwenden. 

d) Kürzt man die Communicationslinie in Ober-Ungarn 
ab, welche uns jetzt sehr nachtheilig ist, da die Türken auf 
der Sehne marschieren können und wir genöthigt sind, am 



Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens. 1 03 

Bogen zu marschieren; sie können alle ihre Streitkräfte auf 
einmal und dort entfalten, wo es ihnen nützlich dünkt, was 
wir nicht thun können, weil die unsrigen zu ausgedehnt und 
ohne Zusammenhang sind. 

c) Nimmt man den Türken einen Theil der Contribu- 
tionen weg und verwendet sie zum eigenen Vortheil. 

f) Schädigt man durch die Märsche nicht das eigene 
I^nd, weil man gleich in jenes des Feindes einrückt und die 
Ungarn so keine Schädigungen empfinden, sondern zufrieden 
gestellt und zu bereitwilliger Hilfeleistung bei den Unter- 
nehmungen veranlasst werden. 

g) Trifft man die Türken im Herzen und kann durch 
diese Diversion Siebenbürgen wirksamer unterstützen. 

2. In Ober-Ungarn ein fliegendes Corps von 4000 Rei- 
tern, 2000 Dragonern und einigen Stücken leichter Artillerie 
unterhalten, femer: 

a) eine Anzahl Ungarn und 

b) eine Anzahl Siebenbürger. 

3. Ueberall methodisch und im Einvernehmen mit den 
Interessierten vorzugehen: 

a) Schritt für Schritt, mit bleiernen Füssen und nicht 
sprungweise ; 

ö) feste Plätze erobern und sie gut befestigen sobald sie 
eingenommen sind; 

c) den Krieg im ganzen Umkreise und nicht auf einer 
geraden Linie allein fuhren, festen Fuss fassen und von einem 
Orte die Verbindung mit dem anderen benachbarten her- 
stellen, damit der Zusammenhang der Städte und Heere 
immer fest begründet sei und man jederzeit alle Kräfte 
vereint dahin wenden könne, wohin es die Noth wendigkeit erfor- 
dere und ein und der andere Theil sich gegenseitig unter- 
stützen können. Denn, wollte man mit Streifungen Krieg 
führen, mit ausgebreiteten Cantonnierungen, indem man mit 
einem Male viele Ortschaften umspannt (ein natürliches Vor- 
gehen grosser Kriegsheere, welche mehr mit ihrer Menge, 
als kunstgerecht kämpfen), so wäre das ein Preisgeben der 
eigenen Vortheile, um sich ohne Deckung jenen des Feindes 
zu überliefern, eine Suche nach Verlusten und nicht nach Er- 



I04 Montecuccoli: 

oberungen, wie es in alten Zeiten den Römern geschehen 
ist, als sie in Asien Krieg führten und in neuerer Zeit dem 
Konige von Schweden, als er es unternahm, ganz Polen von 
einem Ende bis zum anderen zu durchstreifen. 

4. Da die Türken im Kriege an 125.000 Spahis und 
40.000 Janitscharen in's Feld stellen (wie der Resident in 
Adrianopel berichtet), ungerechnet der Hilfstruppen der Ta- 
taren, Walachen, Moldauer, Siebenbürger, so kann darüber 
kein Zweifel bestehen, dass man mit den Türken nur auf 
Grundlage guter Zurüstungen und mit entsprechender Geübt- 
heit der Truppen Krieg führen kann; anderseits ist es aber 
auch wahr, dass: 

a) die Grenz-Soldaten abgerechnet, die übrigen wenig 
kriegsgeübt sind, 

b) die Christenheit nie so schöne und kriegsgeübte 
Armeen auf den Beinen hatte, als gegenwärtig und 

c) wie man liest, Kaiser Maximilian II. im Jahre 1566 
gegen die Türken ein Heer von 100.000 Mann Fussvolk 
und 59.000 Reitern unter seine Fahnen versammelte, wo 
man damals die Christenländer auf 300.000 Pfarreien und 
150.000 Klöster schätzte, von welchen die Pfarre je zwei, 
das Kloster je einen Mann vollkommen unterhielt, was den 
Sold für eine Armee von 750.000 Mann ausmachte. Das 
was aber damals möglich war, ist heute nicht unmöglich 
geworden. 

IV. 

I. Die Ungarn hegen gegen die Deutschen einen solchen 
Hass, dass sie selbst jene Ungarn hassen, welche sich den 
Deutschen gewogen zeigen. 

cC) Forgäch wird von den Ungarn mit UebelwoUen be- 
handelt, weil er mit den Deutschen höflich umgeht. 

b) In welchen Ausrufungen gegen Cob hat sich der 
Palatin ergangen, weil ich seine gute Haltung gelobt habe! 

c) Welche Drohbriefe haben Mecsery und Fodor er- 
halten, weil sie sich zum Dienste des Deutschen hergegeben 
haben ! 



Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens, i o^ 

d) Zwei Edelleuten des Turoczer Comitates wurden die 
Häuser niedergebrannt, man weiss nicht von wem, aber man 
vermuthet von übelwollenden Ungarn, weil diese beiden Edel- 
leute höflich und vertraulich mit den Officieren des Heeres 
verkehrt hatten, 

2. Der Kaiser erwähnt immer in seinen Requisitions- 
Schreiben an die Stände, bezüglich der Unterhaltung und Be- 
quartierung der Soldaten, dass man die Lebensmittel bezahlen 
werde. Warum aber das thun, da doch bekannt ist, dass man 
dem Soldaten das entsprechende Geld nicht giebt, um sie zu 
bezahlen? Das heisst doch ihre Widerspänstigkeit legitimieren, 
sie in ihren üblen Vorsätzen bestärken und ihnen Ursache 
geben, die Lebensmittel entweder nicht beizustellen oder dem- 
jenigen Widerstand entgegenzusetzen, der sie nimmt, weil 
er von Seiner Majestät dcizu nicht berechtigt ist. 

3. Comino schreibt aus Szathmär, dass er für das Ver- 
mählen von zehn Kübeln Getreide einen Kübel geben oder 
zwei Gulden zahlen müsse. Commissär Eckhart in Kaschau 
muss dasselbe thun. 

Und warum geben die Stände nie den Vorspann, um das 
Getreide zu verführen ? So sind in Klein- Wardein 800 Kübel 
Getreide schon seit einem Jahre aufgespeichert, ohne dass die 
Stände je dazu zu bringen gewesen wären, es nach Kallö zu 
transportieren, wo man dessen bedürftig ist. Daher verdirbt 
entweder das Getreide, oder es dient zu nichts, oder man muss 
endlich den Transport mit baarem Gelde bezahlen. Ziehe man 
in Betracht, was das für Kosten schon beim ersten Ankaufe 
verursacht, wo man immer mehr zahlen muss, als es werth 
ist! Zuweilen nehmen sie das Geld und geben kein Getreide; 
manchmal geben sie verdorbenes, ausgewachsenes oder mit 
allerlei Unrath vermischtes; beim Transport, beim Mahlen, 
beim Brotbacken betrügen sie. 

Aehnlich verhält es sich mit der Bekleidung, der Lein- 
wand, den Pistolen, Remonten etc. Daher sagt man mit Recht, 
dass der Krieg in diesen Gegenden sehr kostspielig sei und 
dass man ihn entweder anderwärts tragen, oder diese Provinz 
dahin bringen müsste, dass sie ihn, solange er dauert, in 
seiner wahren Form auf sich nehme. 



J 



io6 Montccuccoli: 

Von Komom bis an die Theiss werden an 80 Meilen 
sein und auf dem oberen Wege, den man gewöhnlich nimmt 
und den man wegen der Sicherheit und wegen der Flüsse, 
welche die tiefen Strassen an den Grenzen überschwemmen, 
nehmen muss, befindet sich ein einziges Magcizin. Wenn man 
aber marschiert, fliehen die Bauern nach den Bergen und in 
die Wälder und lassen nicht einmal ein Fenster in den Häusern 
zurück. Von was also sollen die Truppen bei ihren fortwähren- 
den Durchzügen leben? 

V. 

Das rücksichtslose Streben, ihre Freiheit zu wahren, 
welches den Ungarn ganz besonders eigen ist, lässt sie in 
einen zügellosen Muthwillen verfallen, welcher der gerade 
Weg zum Untergange ist. Man hat davon die neuerlichen 
Beweise an Polen und Dänemark gesehen, welche auf ihre 
Kosten belehrt, die Form der Regierung geändert haben. 

Die Ungarn sind so voll von Eifersucht auf die Er- 
haltung der Ketzerei, der Zügellosigkeit und ihrer Habe, 
dass sie in ihren Worten, Handlungen und selbst in ihren 
Wünschen in fortwährende Widersprüche verfallen. Sie 
wollen den Krieg, nicht aber auch jene Dinge, welche die 
unzertrennlichen Begleiter des Krieges sind. Sie wollen die 
Hilfe, aber ja nicht die Hilfs- Armeen ; sie wollen den Zweck, 
nicht aber die Mittel. Dieser Quelle entspringen tausend Bäche 
von Verwirrung, von verderblichen Plänen und die übelsten 
Wirkungen auf die verschiedensten Dinge. 

I. Im vorigen Jahre bat das Königreich Ungarn Seine 
Majestät inständigst um eine deutsche Armee; aber kaum 
war sie an den Grenzen einquartiert und im Begriffe ein- 
zurücken, so hörte man schon in Pressburg Schreie des Ent- 
setzens und einer der einflussreichsten Magnaten sagte öffentlich 
zu einigen Abenteuerern, welche von Wien nach den dortigen 
Festungen giengen, sie mögen ganz versichert sein, dass von 
der deutschen Armee nicht ein einziger Mann zurückkehren 
werde; denn Diejenigen, welche der Hunger und die Pest, die 
Beschwerden des Krieges und das Schwert der Türken 
übrig lassen, werden den Säbeln der Ungarn nicht entgehen. 



Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns und Siebenbürgens. 107 

2. Mit lauter Stimme riefen die Ungarn, man müsse 
Kemeny und Siebenbürgen Hilfe bringen; aber kaum war 
die Hilfe geleistet, so murrten sie über diesen Entschluss und 
sagten, dass Seine Majestät sich zu viel einlasse, dass Kem6ny 
nicht stark genug sei, dass er keinen Anhang, keine Stützen 
habe, dass die Türken jene Gegend im Rücken lassen und 
kommen werden Ungarn und Oesterreich zu verheeren und 
dass man so das Eigene verliere, indem man Anderen helfe. 
Ein Magnat brachte den alten Artikel zur Sprache, wonach 
man ohne Bewilligung des Landtages in keinem Falle und 
keinerlei Contribution leisten dürfe (worauf die Weigerung 
der Stände beruht, das Heer zu bequartieren ^). Ein Anderer 
tadelte den Vorschlag bezüglich der Einquartierung der 
Truppen so sehr, dass er eher Gründe angab, sie zu ver- 
weigern, als sie zu gewähren. Ein Anderer hinterbringt alles 
einem Zweiten (Teleki), der es R6day mittheilt, dieser dem 
Apafy und Apafy den Türken. Ein Anderer sagt, dass das, 
was er baue, ein Zweiter zerstöre. Ein Anderer bekennt, dass 
viele der Vornehmsten mit Apafy und Viele mit den Türken 
im Einverständniss seien und dass man in Kaschau, in 
Szathmär und an anderen Orten Verrath und Briefwechsel 
mit den Türken entdeckt habe; dass man damit umgienge, 
Ruthenen in Sold zu nehmen, um sich zu erheben; dass in 
Kaschau einige Siebenbürger, welche dort Handel treiben, 
aufgefordert wurden, sich mit den Ungarn zu verbinden, um 
die Deutschen hinauszutreiben und aufzureiben; dass vor der 
Niederlage des Kemeny und am Anfange seiner Fortschritte 
unter den Ungarn immer ungünstige und unserer Sache ab- 
trägliche Neuigkeiten ausgestreut würden, dass dem Heere 
die Einquartierung und die Unterhaltung der Artilleriepferde 
verweigert würde und dass kein Magnat zur Austheilung 
(Repartition) schreiten wolle; dass die Edelleute den Bauern 
(welche es wünschten) verboten haben, nach ihren Häusern 
zurückzukehren und sich mit den Soldaten zu vergleichen; 
dass sie selbst um Geld und zu ihrem Vortheil nicht ver- 
kaufen wollten, was sie im Ueberflusse besässen. Dass sie auf 



^) Im Original ausgestrichen. 



Io8 Montecuccoli: Gutachten in Bezug auf die Erhaltung Ungarns etc. . 

die armen kranken oder zurückgebliebenen Soldaten wie auf 
wilde Thiere Jagd gemacht und überall, wo sie ihrer Meister 
werden konnten, sie ohne Erbarmen ermordet haben; dass 
endlich alle königlichen Städte sich geweigert haben, Be- 
satzungen aufzunehmen. 

3. Das Geständniss des Vice-Gespans des Abaujvdrer 
Comitates hat das Geheimniss der Gesinnung der Ungarn 
dem Kanzler enthüllt, welcher letztlich in Kaschau wegen 
Aufnahme der Garnison unterhandelte, indem er ihm sagte, 
dass die Stadt sie gewiss nicht aufnehmen werde, weil nicht 
allein die Bürger, sondern auch die Stände nicht wollen, dass 
sie einrücke, denn darin bestehe ihre Freiheit. Sie können 
nichts anderes denken, als dass Seine Majestät die Absicht 
habe, sie auf dieselbe Weise zu beherrschen, wie die anderen 
Erbländer beherrscht werden. Daher müsse den Standen als 
oberste Grundregel vorschweben, alle Mittel zu verhindern, 
welche sie in die Knechtschaft stürzen könnten und es könne 
kein geeigneteres Mittel geben, sie zu unterjochen, als in den 
königlichen Städten Besatzung von deutschen Truppen und 
eine stattliche Armee im Felde zu haben. 

4. Der Entschluss der Ungarn geht also dahin: 
a) In den festen Plätzen keine Besatzung zu dulden. 
6) Die deutsche Armee zugrunde gehen zu lassen. 
c) In Siebenbürgen einen mehr ihnen anhänglichen, 

als von Seiner Majestät abhängigen Fürsten zu haben, damit 
er in allen Fällen Beschützer ihrer Launen sei. 

Einige wären mit Apafy zufrieden, mit welchem sie im 
Verkehr stehen; Einige wollen den R^day; Andere denken 
vielleicht an Bakos Gabor, dessen Töchterchen neulich mit 
dem Söhnlein des Palatins verheirathet wurde. 



8. 



TAGEBUCHARTIGE AUFZEICHNUNGEN 
WAEHREND DES AUFENTHALTES IN REGENS 

BURG 1664. 

ITALIENISCH. REGENSBURG, 1M4. 
ORIGINAL. K. A., >C6i,i664. 11— aa. 



2 2. März. 

Ich komme mittels Post in Regensburg um 1 1 Uhr 
Früh an. 

1 . Der Kaiser ist auswärts auf der Jagd und Porcia mit 
dem Bischöfe von Münster bei Tische. Daher gehe ich um 
6 Uhr Abends zum Fürsten, welcher wenig spricht und nur 
sag^, ich möge ja nur sehen, dass der Kaiser sich auf seine 
eigene Macht verlasse und wenig auf jene Anderer, 

Dann gehe ich zu Seiner Majestät dem Kaiser, welchem 
ich den Brief des Wiener (Raths-) CoUegiums, jenen der 
Kaiserin und das Memoriale des Grafen Walther (Leslie) 
vorlege. Der Kaiser spricht mit mir in gnädigen und huld- 
vollen Ausdrücken und sagt, dass wir später noch länger 
mit einander sprechen werden. 

2. Ich finde, dass Viele vom Hofe über die Krieg- 
fuhrung des Vorjahres schlecht gesprochen haben, imi sich 
zu entlasten und mich zu belasten; daher machten sie auch 
alle Anstrengungen um zu verhindern, dass mich der Kaiser 
hieher berufe, damit ich nicht die Mine sprenge. 

24. März. 

1. Ich gehe zur Audienz zum Churfursten von Bayern, 
welcher mich höflich empfangt und nachdem er mich durch 
Abnehmen des Hutes gegrüsst hatte, bedeckt er sich wieder, 
unterhält sich lange Zeit stehend mit mir und tituliert mich 
»Herr Graf«. Indem er mich] entlässt, lüftet er neuerdings 
den Hut. 

2. Ich gehe zur Audienz zum Churfursten von Maynz, 
welcher mich höflich empfangt, mir bis zur Zimmerthür ent- 



112 Montecuccoli: 

g-egengeht, dann in einem Lehnstuhle Platz nimmt, mir einen 
gleichen Sessel anweist und mich mit »Euer Excellenz« anredet. 
Ich verweile über zwei Stunden. Man spricht immer 
vom Türkenkriege, von ihren Vortheilen über uns und von 
den unsrigen über sie. Der Churfurst zeigt mir neue Er- 
findungen in der Befestigungskunst und an Musketen. 



25. März. 

Ich begebe mich zur Audienz zum Churfursten von 
Sachsen, welcher mich sehr hoflich empfangt, den Hofmar- 
schall bis über die Stiege herab entgegenschickt und mich 
dann bis zum Wagen zurück begleitet. 

Er sagt, dass unter dem Kriegsvolke, welches das 
Reich beistelle, Verwirrung herrschen werde, weil die Kreise 
des Reiches sich spalten, indem jene des Rheinbundes sich 
absondern und eine Sache wollen, jene des Reiches aber 
eine andere; indem einige Frankreich anhängen, andere 
Schweden und dass jene des Bundes, den Grafen Turenne 
zum General haben wollen. 

26. März. 

Ich speise mit dem Bischöfe von Münster, welcher mich 
sehr hoflich behandelt, mich trinken lässt wie es mir gefaUt 
und immer von den Kriegen gegen die Türken spricht. 

Bei der an diesem Tage abgehaltenen Conferenz waren 
anwesend: Lobkowitz, Leslie, Montecuccoli, Strozzi, Dorsch. 

I. 

Die Conferenz, welche beim Fürsten Porcia abgehalten 
wurde, berieth folgendes: 

1. Man müsse dem Reiche zeigen, welche Operationen, 
man machen wolle. 

2. Welcher Termin zum Rendezvous gewählt werden 
solle, wobei der 24. April bestimmt wurde, weil man, um 
dem Feinde zuvorzukommen, in fünf Wochen im Felde 
stehen müsse. 



Aufzeichnungen während dea Reichstages zu Regensburg. 113 

3. Welches Krieg-svolk verfügbar sei? 

4. Welches Kriegsvolk man in's Feld nehmen und 
welches man in den Garnisonen belassen solle? 

5. Welche Corps zum Operieren und welche Comman- 
danten hiezu zu bestimmen seien? (Sparr und Ligneville.) 

6. Wieviel Artillerie? 

7. Wieviel Proviant? 

8. Bezüglich der 13.000 Mann in Ober-Ungarn? 

In Inner-Oesterreich sollen 17.000 Mann verbleiben. 

In den Garnisonen von Nieder-Ungam 8000. 

Im Felde 28.000 ohne die Franzosen und Italiener. 

9. Ist es nicht nothwendig, das Krieg^volk in die Festun- 
gen zu legen wie im vorigen Jahre? 

10. Ob man Kanizsa angreifen solle, oder was sonst zu 
thun sei? 

Proviant wird es dort genug geben. 

An Pulver werden ungefähr 6000 Tonnen vorhanden 
sein. ^) 

Zrinyi muss dcis Commando fuhren ; Hollach muss über- 
redet werden, sich zufrieden zu geben. 

Die versammelte Armee wird ungefähr 68.000 Mann 
zahlen. 

IL 

Bei der späteren Conferenz sind anwesend; Porcia, Lob- 
kowitz, Auersperg, Oettingen, Nostitz, Leslie, Montecuccoli, 
SinzendorflF, Strozzi, Dorsch. 

1. Porcia sagt, dass man offen darlegen müsse, welche 
Operationen unternommen werden sollen, um die Länder, die 
Ungarn und die Staaten Deutschlands zu animieren. 

2. Die Unternehmung gegen Kanizsa betreffend. 

3. Dem Feinde Widerstand leisten und Etapen anlegen. 
a) Anzahl der Truppen und deren Vertheilung. 

d) Feld- und Gamisonstruppen. 
c) Abmarsch der Corps. 



*) Zu Serinvär bei Kanizsa. 

M oncecaccoli. IV. 8 



114 



Montecuccoli: 



d) Operationen an der Donau, in Ober-Ungam, an der 
Drau und an der Save. 

e) Artillerie. 

f) Proviant. 

g) Verpflegfung der Truppen. 

h) Die Commandanten und die Kriegsheere unter- 
scheiden. 

4. Einige Maximen und bestimmte Ziele feststellen. 

5. Die Franzosen und Schweden sagen, dass sie nicht 
warten wollen, bis der Feind in ihr Land eindringe, sie 
wollen kommen, um ihm in dem unsrigen entgegen zu treten. 

6. Recruten -Werbungen, Musterlisten, Krankheiten, 
Deserteure, Todten-Listen, Grenadier^. 

7. An Proviant ist nur in Böhmen welcher vorhanden 
und dieser noch nicht auf dem Wege. 

Proviantwagen für die Regimenter sind nicht vorhanden. 

Der Proviant fiir jene aus dem Reiche, muss vom 
Reiche kommen. 

Es ist eine Summe von 1,400.000 Gulden nothwendig, 
um die Armee mobil zu machen. 

Die leichte Cavallerie des Nidasdy soll ausgehoben und 
monatlich bezahlt werden. 

Die Stärke der Haupt- Armee soll 28.000 Mann betragen, 
zuzüglich des Kriegsvolkes aus dem Reiche. 

8. Lobkowitz sagt: 

a) Da Jene aus dem Reiche am 30. auf dem Rendezvous- 
Platze eintreffen, so ist es nothig, dass die Truppen 
Seiner Majestät früher dort seien; 

b) dass aber der Proviant jedenfalls noch früher dort 
sein müsse; 

c) dass man für die Artillerie-Erfordernisse, dann für 
Mehl, Kühe u. s. w. Vorsorge; 

d) dass die Verpflegung in gute Ordnung gebracht 
werde. 

9. Aus zwei Gründen muss man die Zeit und den Ort 
des Rendezvous bezeichnen: 

1. Um es dem Reiche zur Kenntniss zu bringen. 

2. Um die Belagerung von Kanizsa zu begünstigen. 



Aufzeichnungen während des Reichstages zu Regensburg. 1 1 ^ 

Resolution : 
I. 

Die Haupt-Armee kann 20.000 Mann stark sein und ihr 
jene vom Reiche hinzugefügt werden. 

Im vergangenen Jahre haben uns die besetzten Plätze 
zu nichts gedient. Wenn wir einen Platz verloren, war das 
Land entblosst. 

Wenn man die Operation gegen Kanizsa nicht machen 
kann, so soll jenes Corps eine andere, nützlichere, machen. 

I. Das Kriegsvolk: 

Wie stark die Regimenter sein sollten und wie stark 
sie sind, sieht man deutlich aus den Particularlisten; Caprara 
hat zum Beispiel einen Abgang von 200, Walter 300; dann 
sind noch die Unberittenen und schlecht Berittenen, welche 
jetzt in Stand gesetzt werden müssen, dann die Gebrechlichen 
und die Kranken. 

2. Die Artillerie: 

Die Officiere, sowie die Mannschaft, welche seit zwei 
Jahren abgeht, sollen ersetzt werden. Die Armee des Generals 
de Souches hat das wenige Materiale, welches in den festen 
Plätzen vorhanden w^ar, auf dem Durchmarsche mitgenommen. 

Jetzt fehlt es an Allem: an Wagen, Pferden, Büchsen- 
meistern, Handlangern, Stück-Hauptleuten, Schmieden, Feuer- 
werk etc. 

3. Bei den Hauptunternehmungen sich längs der Donau 
halten, weil man da die Bequemlichkeit des Wasserlaufes hat 
und sich zum Nachschübe der Galeeren bedienen kann. 

4. Da die Vorbereitungen in Steyermark bereits vor- 
geschritten sind, so mache man einen Versuch auf Kanizsa. 
Hier verlange man nur die entsprechende Unterstützung an 
Mannschaft und Geld nach dem seinerzeitigen Wiener Antrage, 
weil man einstweilen und so lange die schlechte Jahreszeit 

dauert, nicht operieren kann. 

8* 



Ii6 Montecuccoli: 

5. Wenn der Versuch einer Ueberrumplung misslungen 
ist und es der Vortheil erheischt, die Belagerung fortzusetzen, 
so thue man es; wenn nicht, so führe man die Dinge auf 
das ursprüngliche Mziss zurück, wie sie den Umständen an- 
gemessen sind. 

6. Aber weil man ohne Artillerie, hauptsächlich in der 
Zeit da der Feind im Felde steht, wenig wird ausrichten 
können, so wäre es gut, alle Streitkräfte zu vereinigen und 
eine Schlacht zu liefern, weil ohne einen sichtbaren Erfolg 
die aus verschiedenen, neuen und kriegsunerfahrenen Soldaten 
bestehende Armee sich auflösen würde. 

7. Man berufe schnell die Generale Sparr, Sulzbach und 
Ligneville zu einer Conferenz zusammen und ziehe sie darüber 
zu Rathe, was ihrer Meinung nach in's Werk gesetzt werden 
könnte. 

27. März. 

I . Ich mache dem durchlauchtigsten Erzherzoge Sigismund 
von Tyrol meine Aufwartung, welcher mich sehr gnädig 
empfangt. 

28. März. 

I. Ich gehe zum Churfürsten von Trier, welcher mich 
sehr höflich behandelt und »Excellenz« tituliert. Er empfangt 
mifh an der Zimmerthüre und begleitet mich wieder dahin 
zurück; er lässt mich in einem dem seinigen gleichen Lehn- 
sessel Platz- nehmen. 

29. März. 

I. Ich speise beim Churfürsten von Sachsen, welcher 
mich mit grosser Vertraulichkeit behandelt. Er trinkt sich 
einen Rausch an (si beve un Rausch) und sagt, er wolle allein 
ein Kriegsheer aufstellen, dessen General ich sein solle; er 
werde mir seine Medaille geben ; er macht mir zahllose Com- 
plimente, indem er mir sagt, er erinnere sich, dass sein 
Vater mich sehr hochschätzte und zwar viel mehr, als die 
anderen Generale des Kaisers. 



Aufzeichnungen während des Reichstages zu Regensburg. ny 

2. Graf Gualdo Priorato sagt mir, dass in Candia 450 
Stück Geschütze auf den Wällen stehen und dass man mit 
diesen Batterien den Feind hindere, irgend etwas Entschei- 
dendes zu unternehmen. 

Bei der Conferenz sind anwesend: Porcia, Lobkowitz, 
Auersperg, Oettingen, Nostitz, Leslie, Montecuccoli, SinzendorflF, 
Strozzi, Dorsch. 

I. Es wird über die bei Lobkowitz am 27. abgehaltene 
Conferenz referiert. 

Im verflossenen Jahre vertheilte man die Truppen in 
die Plätze und sagte, dass man sie zu geeigneter Zeit heraus- 
ziehen werde; dann aber geschah gar nichts und so blieb 
Alles in Unthätigkeit. Berufene Kritiker haben über diese 
Vertheilung der Kräfte schlecht geurtheilt. 

Wenn der Feind ein starkes Corps vpr sich gesehen 
hätte, so würde er nicht so grosse Fortschritte gemacht haben. 

Wenn wir uns entschliessen offensiv vorzugehen, so 
müssen wir es doch mit entsprechender Vorsicht thun und 
an die Person Seiner Majestät denken, weil diese bei einem 
Misserfolge in Gefahr sein würde. 

Porcia kann nicht selbst entscheiden; man referiere 
Seiner Majestät, welcher dasjenige entscheiden wird, was das 
beste ist. 

Was den Vorschlag anbelangt, Truppen in den einzelnen 
Lau dem zurückzulassen, so muss bedacht werden, dass je 
looo Mann zu gar nichts nützen ; man muss sie aber trotzdem 
zurücklassen zur Bequemlichkeit der Befehlshaber und zum 
Schutze gegen Plünderer. 

Für die Operation: 

1. Den Rendezvousort und die Zeit der Vereinigung 
bestimmen. 

2. Generals-Personen und Obriste furwählen. 
j. Die Regimenter vertheilen. 

EntSchliessung: 

I. Jene vom Reiche haben deis Rendezvous auf den 
letzten April festgesetzt. Man kann dies allgemein nach dem 



Il8 Montecuccoli: 

alten Style deuten und es können die kaiserlichen Truppen 
für Mitte Mai nach Ungarisch-Altenburg dirigiert werden. 

2. Man ernenne bald die Generale, wie Ligneville, 
Sparr etc. und arbeite an den anderen Erfordernissen. 

Angriff auf Kanizsa: 

1. Man versuche den Angriff mit Gewalt; denn wenn 
die Einnahme in zwei bis drei Wochen nicht gelingt, so wird 
sie überhaupt nicht mehr gelingen. 

2. Wenn diese Unternehmung einmal durchgeführt ist, 
dann kann man von dort so viele Truppen wegnehmen, als 
man will. 

3. Man schicke Hollach und Strozzi dahin. 

Was die Commando-Frage zwischen Hollach und Zrinyi 
anbelangt, so ist das allerdings eine schwere Sache. Dass ein 
deutscher Truppenführer sich von einem Croaten comman- 
dieren lasse, ist hart, Zrinyi hat aber als Banus grossen Ein- 
fluss und es ist daher nothwendig, seiner Eitelkeit zu 
schmeicheln, sonst wird er nichts thun. 

31. März. 

1. Ich speise mit dem Markgrafen von Bayreuth. Es 
sind da zu Tische die deutschen Fürsten von Salzburg, 
Strassburg, Paderborn, Regensburg, Münster, Bayreuth, dann 
der Oberstkämmerer, der Hofmarschall und Montecuccoli. 
Der Tisch ist rund. Die Fürsten sitzen in Lehnstühlen; wir 
drei auf gewöhnlichen Sesseln ohne Lehnen. Die Mahlzeit ist 
gut, das Service vornehm und prachtvoll. 

2. Strassburg sagt mir, dass der verstorbene König von 
Schweden Carl Gustav meine Person sehr hochschätzte. 

3. Die Rheinbündler sagen, dass der Ritt des Zrinyi 
die Truppen mehr geschädigt habe, als es eine formliche 
Belagerung gethan hätte. 

4. Strassburg beklagt sich, dass man ihm die Ange- 
legenheiten nicht mittheile und besonders, dass man den 
Proviant nicht in natura nach Steyermark transportieren könne. 



Aufzeichnungen während das Reichstages zu Regensburg. i k^ 

I. April. 

I. Ich speise mit dem Churfursten von Maynz, welcher 
mich sehr wohlwollend behandelt. Er g-iebt mir ein geheimes 
Mittel gegen Dysenterie und Durchfall. 

Er zeigt mir eine neue Erfindung einer Muskete, welche 
man von rückwärts ladet, wodurch man beim Laden an 
Schnelligkeit gewinnt, wenig- Rückstoss hat, sowie eine 
g-rosse Treffsicherheit erzielen kann, weil die Kugel sehr streng 
eingeführt wird, ein wenig einen Rausch hat und etwas 
grosser ist als der Lauf. Salzburg hat eine andere Erfindung, 
wobei sich die Pfanne von selbst öffnet, sobald man den 
Hahn herablässt. 

Bei der Conferenz sind anwesend: Lobkowitz, Montc- 
cuccoli, der Hofkanzler, Hollach, Strozzi, Dorsch. 

L 

Wegen der Unternehmung auf Kanizsa: 

1. Die Erfordernisse werden in Bereitschaft sein. 

2. Seine Majestät wünscht, dass Graf Hollach und Graf 
Strozzi sich sobald als möglich dahin begeben. 

3. Man schlägst vor, einen Versuch mit Gewalt zu thun, 
weil eine formliche Belagerung zu lange dauern würde, der 
Feind vorbrechen und vieles Unheil anrichten könnte. 

Der Feind hat sehr grosse Vorbereitungen getroffen, 
das ganze Kriegs volk aus Asien zusammengezogen und wird 
auf 200.000 Mann geschätzt. 

IL 
Hollach sagt: 

1. Er kenne weder die Lage der Dinge, noch das Land, 
noch die Oertlichkeit. Er könne darüber nicht urtheilen und 
sich nur auf das verlassen, was Andere ihm mittheilen. 

2. Der Ort liegt im Moraste; man kann ihn mit 
Truppenmacht nur im Winter übersetzen, wenn der Morast 
gefroren ist. 

3. Den Ort mit Feuer bezwingen, hat etwas für sich; 
man muss aber bedenken, dass darin keine Bürger sind, 



1 



1 2 o Montecuccoli : 

sondern Soldaten, welche sich um das Feuer nicht kümmern. 

4. Auch im verflossenen Jahre brannte der Ort ab und 
doch zogen die Soldaten darum nicht ab. 

5. Wenn man aber un verrichteter Dinge abziehen 
müsste, welche Unzukömmlichkeiten würde das verursachen? 

6. Der wirkliche Angriff wird wirksamer sein, wenn 
verhältnissmässige Mittel zur Stelle und eine Circumvallations- 
linie vorhanden sein werden, wodurch man gegen Entsatz- 
versuche und Ueberfalle gesichert wäre, 

7. Den Proviant muss man trachten aus Ungarn, aus 
Oesterreich und von anderwärts zu erhalten. 

8. Wer überall operieren will, wird nichts ausrichten, 
weil Derjenige, der zu viel unternimmt, an keinem Puncte 
mit ganzer Kraft auftreten kann. 

9. Mit einem Worte, meinte Hollach, er wisse nicht, 
was dort für Vorbereitungen getroffen seien und er könne 
daher über die Sachen nicht urtheilen. 

10. Ein warnendes Beispiel giebt Kopenhagen für den 
Fall, dass man einen Platz zuerst mit offenem Ungestüme 
angreift und es dann nothig wird, zur wirklichen Belagerung 
zu schreiten, worüber die Soldaten den Muth verlieren. 

1 1 . Er wäre bereit gleich hinzugehen, wofeme dort das 
Brot und die übrigen Erfordernisse vorhanden seien. 

12. Graf Zrinyi hat keine guten Kundschafts-Nach- 
richten und weder einen Plan von Kanizsa, noch versteht er 
sich auf diese Dinge überhaupt. 

Die dortigen (innerosterreichischen) Kriegsräthe wären 
schon so lange den Frieden gewohnt, dass ihnen die Kriegs- 
kunde vollkommen abhanden gekommen sei. 

Der leitende Ingenieur habe noch keine Belagerung 
mitgemacht. 

13. Hollach urtheilt richtig, indem er meint, dass 
Seine Majestät diese Dinge seinen Vertrautesten vortragen 
lassen solle. 

14. Erfordernisse: 

Proviant und Komfrüchte, von Steyer nach Leoben, 
14 Meilen bergigen Landes und von Leoben längs der Mur 
in's Lager. 



Aufzeichnungen während des Reichstages zu Regensburg. 121 

Die Artillerie für vier Batterien, jede mit sechs Stück 
Geschützen gerechnet. 

Mehrere 1 2pfündige Stücke und Schlangen, dann Mörser, 
Grranaten und eine entsprechende Menge Pulver. 

Das Personale für die Artillerie, Befehlshaber und 
Untergebene, Bespannung für die Artillerie, Schanzzeug, 
Schanzgräber, Palissaden, Sacke, Bretter, Balken, Holzwerk, 
Ingenieure. WasenhofiF allein genügt nicht. 

N. B: In Arras wurden sechs Ingenieure getodtet. 

Gallerien, Minenscheidewände, Minenleuchter, Teich- 
gräber, PlattenschiflFe, je drei Stricke für einen Wagen, Geld 
für die Cassa, Einer vom Hof-Kriegsrathe, welcher der Be- 
lagerung beiwohnt. 

Fourage: Entweder auf das Gras bis zum Monate Mai 
warten, oder Heu früher zusammenbringen; Hafer dessgleichen. 
Es werde Alles nach der richtigen Taxe gezahlt. Einen Ort für 
die Verwundeten und für die Kranken fürwählen und herrichten. 

Die Stärke der Armee betrage: 

Die Haupt- Armee, 1 8.000 Soldaten zu Fuss, 5000 Pferde, 
dann 7000 unter Hollach, 5000 bei Strozzi, 1000 bei Salzburg, 
6000 Franzosen, 1000 unter Testa, endlich 10.000 Mann Landvölker. 

1 5 . Die Cavallerie kann bei Seges, Kallö und Komom lagern. 

EntSchliessung : 

1. Man unternehme die Operation. 

2. Man bereite die Mittel vor. 

3. Man greife Kanizsa an so gut man kann. 

4. Von Allem dem Churfürsten von Maynz Kenntniss geben. 

2. April. 

Ich speise mit dem Churfürsten von Trier, der mich 
sehr wohlwollend und prunkvoll tractiert. 

3. April. 

Ich speise mit dem Markgrafen Leopold von Baden, 
wo lauter Churfürsten und Fürsten mit alleiniger Ausnahme 
von Sparr und mir anwesend sind. 



122 Montecuccoli: 

Der Churfürst von Sachsen sagt mir, dass, je früher ich 
von hier abreise, desto besser es für den Dienst Seiner 
Majestät sein werde. 

Dass er sich mit dem Brandenburger besprechen und 
ihm einreden werde, dass sie gemeinschaftlich 20.000 Mann 
für den Dienst des Kaisers aufstellen mögen. 

Dass er lebhaft wünsche, ich möge auch über diese 
Truppen den Oberbefehl fuhren. 



4. April. 
Ich speise mit dem Herzog von Württemberg. 

7. April. 

1 . Ich speise mit dem Erzbischof von Salzburg, welcher 
mir ein Buch, betitelt: »Harmonia Macrocosmica seu arbor 
universalis et novus, Amstelodami 1661«, zum Geschenke 
macht. 

Dann sagt er mir, dass er den Kriegsrath der Reichs- 
Armee hätte beeinflussen können und auch die Directoren, 
wenn, er vom Kaiser darüber die geringste Andeutung er- 
halten hätte; dass aber der Kaiser ihm weder etwas persönlich 
mittheile, noch ihm etwas sagen lasse. 

2. Dass Frankreich durch Geld seine Vorherrschaft be- 
haupte und dass, wo Spanien etwas gebe, Frankreich sich 
gleich mit dem Doppelten einstelle. Fast alle Churfiirsten und 
deren Minister hätten schon Geschenke erhalten und beziehen 
Pensionen, die sie von Frankreich annehmen. Er selbst ver- 
lange kein Geld, aber das Haus Oesterreich könne ihm auf 
andere Weise unter die Arme greifen, da er doch bis jetzt 
schon über 100.000 Thaler beigesteuert habe. 

3. Er sei auf jede Weise (aus eigenem Antriebe und 
ohne sonstigen Wink vom Hofe) dafür eingestanden, dass die 
Directoren des Kriegsrathes der Reichs-Armee, immer von 
dem kaiserlichen Generale abhängen müssen, welcher jeweilig 
die Armee befehlige. 



Aufzeichnungen während doe Reichstages zu Regensburg. 123 

7. April. 

Bei der Conferenz sind anwesend: Porcia, Lobkowitz, 
Auersperg, Weissen wolflF, Nostitz, Montecuccoli, Sinzendorflf, 
Dorsch. 

I. Was die Bezahlung der Milizen betrifft, so wird be- 
schlossen, dass diese von den Landern erfolgen müsse. 

{t) Der Schriftführer liest das hierüber erstattete Gut- 
achten der Kammer vor. 

6) Es wird getadelt, dass von dem genommenen Gelde 
vieles auf andere Art ausgegeben wurde. 

c) Viele Lander, welche schon frühere Jahre schuldig 
geblieben waren, haben noch nicht einmal diese Schuld ge- 

ZcLhit. 

ä) Seine Majestät gebe noch überdies zwei Millionen 
Gulden. 

f) Die Rationen für den gegenwärtigen Stand des 
Heeres betragen 144.000 Portionen und beanspruchen ohne 
das Service fünf Millionen. 

/) Nieder-Oesterreich will die Unterhaltung nicht auf sich 
nehmen. 

^) Der Kaiser muss von den Ländern ein halbe Million 
für die Bedürfnisse seines eigenen Contingentes haben. 

A) Recruten und Remonten sollen vom Lande unter- 
halten werden. 

/) Auslagen für Artillerie, Couriere, Befestigungen, 
Schiffe, Proviant-Magazine an den Grenzen, Arsenale. 

Jt) Die Soldaten sollen von der Bank ausbezahlt 
werden. 

/) Das zur Unterhaltung des Hofes nothwendige Geld 
betreffend. 

m) In vergangenen Jahren theilte man die Contribution 
der Länder in drei Theile, deren zwei zur Unterhaltung der 
Soldaten, einer für den Hof, verwendet wurde. 

n) Man muss jährlich acht Millionen Gulden zur Unter- 
haltung des Heeres haben. 

o) Wegen Bestellung eines Adjuncten für den General- 
Commissär nach dessen freier Wahl. 



124 Montecuccoli : 

2. Es wird das Gutachten der Geheimen und deputierten 
Räthe aus Wien, vom 24. Februar vorgelesen. 

Resolution: 

1. Man hebe von den Ländern die Zahlung für zwölf 
Monate ein, von denen acht für die Soldaten und vier für den 
Hof zu verwenden wären. . 

2. Die Zahlung geschehe seitens der Bank durch den 
Commissär des Landes, aber in Gegenwart des General- 
Commissärs und ohne jeden Abzug. 

3. Man gebe dem General-Commissär einen Adjuncten; 
jener schlage Seiner Majestät dem Kaiser drei taugliche Sub- 
jecte vor, welcher einen hievon ernennen wird. 

Auersperg sagt, dass man im Lande des Feindes leben 
solle, wie Zrinyi, welcher sechs Wochen ausserhalb der eigenen 
Quartiere seinen Unterhalt fand und dabei doch Fortschritte 
machte; femer solle man nicht Quartiere beziehen, aus denen 
man dann nicht mehr herausgehen wolle, denn wenn wir in 
den Quartieren und in der Defensive bleiben, seien wir ver- 
loren. 

Vor Allem wäre aber auch jetzt, bei diesen Schwierig- 
keiten nothwendig, auf Gott zu vertrauen. 

Meine Meinung: 

1. Es ist die Frage zu lösen, das Heer mit dem zu 
versorgen, was es im Lande nicht finden kann; denn die 
Kriegskosten sind zu gross und selbst Gustav Adolph, welcher 
fast immer Sieger war, Hess bei seinem Tode 13 Millionen 
Schulden zurück. 

2. Die übrigen Sachen gehören entweder nicht in die 
Frage oder sie beruhen auf falscher Grundlage, mit Bei- 
spielen, die nicht passen. 

3. Es ist ein Erfahrungssatz, dass, wo die Mittel zu den 
Operationen fehlen, diese nicht ganz so sein können, wie sie 
sein sollten; daher auch die Ergebnisse der Operationen den 
Wünschen nicht entsprechen. 

Man kann über die Frage wegen Unterhaltimg der 
Truppen nicht entscheiden, bevor man nicht alle übrigen 



Aufzeichnungen während des Reichstages zu Regensburg. 125 

Kriegrsbedürfhisse in Betracht g-ezogen und die Unterhaltung- 
der Soldaten Seiner Majestät und die Mittel für diese ge- 
sichert hat, denn die Hoffnungen auf Spanien und den Papst 
seien sehr gering. 

8. April. 

1 . Ludwig Erdinger, Bürger in Regensburg, bietet sich 
zur Lieferung von Waffen, Proviant, Munition, Cürassen, 
dann zur Ausstellung von^ Wechselbriefen und ähnlichen 
Dingen an. 

2. Ich speise beim Churfürsten von Maynz. 

9. April. 

1. Ich speise beim Fürsten Lobkowitz. 

2. Ich verabschiede mich vom Kaiser. 

a) Ich stelle ihm die Schwierigkeiten vor, welche die 
Operationen in Ungarn, die Mängel im Heere, in den Ländern, 
in den Festungen verursachen werden. 

A) Dass die Politik von heutzutage ganz auf die Kriegs- 
kunst angewiesen sei, daher man vor Allem diese pflegen 
müsse. 

3. Ich empfehle ihm meine Denkschrift. 
Der Kaiser antwortet: 

a) Dass er die Mängel kenne. 

d) Dass er in mich und in meine Tüchtigkeit, Klugheit 
und Leitung alles Vertrauen setze. 

c) Dass die Ungarn unverträglich, sowie thierisch in 
ihren Instincten seien und sich mit Niemandem vertragen 
können. 

4. Dass er meine Denkschrift sobald als möglich ab- 
senden und stets mein gnädigster Herr sein und bleiben 
werde. 

8. April. 

Bei der Conferenz sind anwesend: 

Die Churfürsten von Maynz und Sachsen, femer Baden, 
Montecuccoli, Sparr und Hollach. 



126 Montecuccoli: 

I. Was die Artillerie betrifift, so wird vorg-eschlagen, 
daraus ein einziges Corps zu machen. 

6 Feldschlangen, z wolfpfundig; hiezu Munition für 
200 Schuss und zwar 100 mit in*s Feld, während 100 in 
Vorrath am nächstgelegenen Orte bleiben. 

8 Falkaunen, sechspfundig, mit gleichen Conditionen 
wie oben. 

4 Haubitzen, die ungefähr 25 Pfund Eisen treiben. 

3000 Handgranaten, zur Hälfte aus Glas, zur Hälfte 
aus Eisen. 

Endlich 2000 Stück verschiedenes Schanzzeug und ent- 
sprechende Mengen von Pulver, Lunten und Kugeln. 

Für Belagerungen müssen vorhanden sein 20 gross- 
kalibrige Kanonen und 6 Feuermorser. 

Bezüglich der kleinen Artillerie: Jedweder Obrist versehe 
sein Regiment mit 4 Stücken und halte es auch so, be- 
züglich des Pulvers und der Munition für die Musketiere. 

9. April. 

Dem Kaiser und den Ministern bei meiner Verab- 
schiedung: 

1. Ich reise ab: 

a) Da ich hier nichts mehr zu thun und auch keine 
Bagage mit habe. 

b) Ich werde jetzt durch vier Wochen Bäder gebrauchen. 

2. Ich habe Verleumdungen, Spott und üble Nachreden 
im vergangenen Jahre erdulden müssen: 

a) Weil mir die Mittel zu einer energischen Kriegführung 
gefehlt haben; 

b) Wegen meines blinden Gehorsams; 

c) Wegen Unkenntniss der Kriegskunst seitens der 
Einen; wegen Unkenntniss der Thatsachen seitens der Andern; 
endlich von der Bosheit und dem UebelwoUen der Uebrigen. 

3. Man wird mir nicht übel nehmen können, wenn ich jetzt 
vorsichtiger vorgehen werde. 

a) Man hat Verfügungen getroffen und die Generale 
bestimmt, ohne meine Meinung einzuholen, auch die alten 



Aufzeichnungen während des Reichstages zu Regensburg. 127 

Leute und die Officiere vom Heere weggenommen und sie 
anderweitig eingetheilt. 

Alles wurde auf den Kopf gestellt. Man nahm das Beste 
weg und Hess im Felde die Hefe. 

b) Ich werde mich also nicht früher zum Heere begeben, 
als bis ich sehe: 

a) Dass Truppen und Erfordernisse hinlänglich vorhanden 
sind, um operieren zu können. 

ß) Dass ich wahrscheinlicher- und vernünftiger Weise ver- 
trauen kann, etwas Gutes zu leisten; sonst 

7) lasse ich Andere operieren. 

Ich kann ein Jahr lang zusehen. Wenn Andere die Sache 
besser machen, werde ich gut gethan haben, mein Amt abzu- 
treten. Seine Majestät kann dann so fortfahren. 

Thun sie schlecht, dann wird man sehen, dass an 
mir keine Schuld lastet und ich werde immer dahin 
zurückkehren können. Die Ungarn werden damit sehr zu- 
frieden sein. 

4. Wenn ich zum Heere zurückkehren soll, so ver- 
lange ich: 

a) Eine Ehrenerklärung, durch Verleihung des General- 
Lieutenant-Patentes. 

Es werden sonst weder die Churfursten von Sachsen » 
Brandenburg, Bayern, der Pfalz, Maynz, Trier, noch die 
Generale des Reiches mir ohne Verdruss gehorchen wollen^ 
daher ich grossen Schwierigkeiten begegnen w^erde. 

b) Man zahle mir die rückständigen Guthabungen und 
in Hinkunft pünctlich nach meiner Bestallung. 

Allen Uebrigen gebe man Vorschüsse. Ich habe die 

Mittel nicht, um die Auslagen vorzustrecken. 

Dem Kaiser überdies bei der Privat- Audienz : 

I. Die Machtverhältnisse aller Staaten und die ganze 

Politik von heutzutage, erschliessen sich durch das Verständniss 

der Angelegenheiten des Krieges. 

a) Es bestätigen dies die Massnahmen der Türken, dann 
auch jene von Frankreich und Schweden. 

b) Von Kaiser Carl V. bis jetzt, zeige man mir einen 
Kaiser, der keine grossen Kriege geführt hätte. 



128 Montecuccoli: 

c) Diesen Grundsatz, welcher unfehlbar ist, vorausgeschickt, 
ergiebt sich, dass die gute Gesammtleitung vom Verständnisse 
des Kriegswesens abhängt. 

ä) Wenn Seine Majestät einen guten Krieg^rath aufstellt, 
welcher aus erprobten und fleissigen Männern besteht, welcher 
den Sachen auf den Grund geht, welcher Alles im Detail 
untersucht und die einzelnen Theile zum Ganzen zusammen- 
stellt, so werden die Dinge einen günstigen Verlauf nehmen; 
sonst besorge ich einen grossen Verfall. 

e) Das Reich hat keinen anderen Grund gehabt einen 
eigenen Kriegsrath zu bilden als den, dass es die Meinung hat, 
jener des Kaisers werde nicht gut geleitet. 

2. Seine Majestät möge sich die Mühe nehmen, der 
Vergangenheit zu gedenken: 

a) Die Protokolle der früheren Sitzungen einzusehen und 
daraus entnehmen, wie viele gute Vorschläge berathen, aber 
nicht ausgeführt wurden ; auch wie viele Verordnungen gegen 
die Meinung Einsichtiger ergangen sind und er wird aus den 
Wirkungen erkennen, wer ihn gut oder schlecht berathen hat. 

3. Hier handelt es sich, nach der Gesammtbeurtheilung 
der Dinge, die Reiche zu bewahren oder zu verlieren. 

a) Seine Majestät möge sich die besten Männer ver- 
schaffen, welche in Europa vorhanden sind; denn man darf 
auf 100.000 Thaler mehr oder weniger nicht sehen, wo es 
sich um Alles handelt. 

6) Ich schlage den Prinzen Robert (von der Pfalz), den 
Würtz und Bomeville (Boumonville) vor. 

c) Dem Porcia recommandiere ich den Grafen Gualdo 
(Priorato). 

10. April. 

Am Morgen gehe ich zu Hofe, um von Porcia Abschied 
zu nehmen, er aber lässt sich entschuldigen, weil er dienstlich 
beschäftigt sei. 

Ich hatte schon am Abende des vorhergegangenen 
Tages zu ihm geschickt; er aber entschuldigte sich, dass er 
mit Kopfschmerz im Bette liege, daher ich beschliesse, von 



Aufzeichnungen wahrend des Reichstages zu Regensburg. 129 

ihm, falls er auch am nächsten Tage nicht zu sprechen wäre, 
schriftlich Abschied zu nehmen. 



II. April. 

1 . Des Morgens gehe ich abermals zum Fürsten Porcia, 
welcher mich sogleich empfangt und mir Folgendes aus- 
einandersetzt : 

a) Dass Seine Majestät sein ganzes Vertrauen in 
mich setze. 

i) Dass der Kaiser mich nach Regensburg berufen habe, 
um der Welt zu zeigen, welche besondere Achtung er mir 
zolle, um meinen Ruf gegen die Verfolgungen zu schützen 
und um angesichts der Welt zu beweisen, wie sehr er meine 
jederzeit gute Dienstleistung hochschätze. 

c) Dass zu noch grösserer Beleuchtung alles dessen, 
Seine Majestät nach Spzmien geschrieben habe, damit ich 
mit dem Orden vom Goldenen Vliesse* geehrt werde. 

d) Dass der Kaiser der Kammer Befehl gegeben habe, 
mir eine Geldsumme zu geben, welche ich erst am Ende des 
Feldzuges zu verrechnen hätte; während dieser Zeit werde 
man alle militärisch-ökonomischen Angelegenheiten regeln. 

2. Am Abend reise ich zu Schiffe nach Wien. 

16. April. 
Ich komme in Wien an. 



MontecQCColi. IV. 



AUSZUG AUS DEN HAUPT-AFFAIREN, IN 
WELCHEN SICH GRAF MONTECUCCOLI BEFUN- 
DEN HAT. 

(RISTRETTO DELL' OCCASIONI PRINCIPALI NELLE QUALI SI fe 
TROVATO RAIMONDO CONTE DI MONTECUCCOLI.) 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (1667). 
CONCEPT. K. A.. M£M. XXVIII. 331. 



1627. 

Im Frühling bei Ulm. 
Im Sommer bei Coln. 
Im Winter beim Regiment Colalto in Schweinfurt. 

1628. 
In Franken beim Regimente Colalto, dann in Flemdem. 

1629. 

Ich war im Regimente des Wrangel, der mir eine 
Infanterie-Compagnie verlieh. 

Man rückte in Holland ein und suchte Bois-le-Duc zu 
Hilfe zu kommen, aber vergeblich; man besetzte Amersfoort 
und verlor Wesel. Der schwedische Krieg begann. 

1630. 

Ich war mit der Compagnie in der unteren Pfalz im 
Quartier und kam in's Magdeburgische, wo verschiedene Orte 
erobert wurden. 

1631. 

Ich war bei der Einnahme von Neu-Brandenburg, das 
mit Sturm genommen wurde, führte als Hauptmann die 
Avantgarde und nahm den Commandanten Kniphausen ge- 
fangen. Frankfurt an der Oder wurde von den Schweden 
erobert. Magdeburg wurde mit Sturm genommen. 

Ich leistete Verzicht auf die Infanterie-Compagnie und 
nahm eine Cavallerie-Compagnie im Regimente des Grafen 
Ernst, meines Vetters. 



134 



Montecuccoli : 



Die Regimenter Holcke, Bernstein und Montecuccoli 
wurden bei Wolmirstedt geschlagen, ich rettete mich mit 
der Standarte in ein Wäldchen und gieng zu Fuss in's Lager 
zurück. 

Im September wurde die Schlacht bei Leipzig ge- 
schlagen; ich wurde gefangen und zu Halle in Sachsen zurück- 
gehalten. 

1632. 

Ich kam aus der Gefangenschaft, gieng* nach Prag, wo 
sich Hofkirchen befand, dann, nachdem meine Compagnie in 
Böhmen in Quartiere gelegt war, nach Wien den Grafen Ernst 
zu besuchen. 

Waldstein übernahm das Armee - Commando wieder; 
Tilly blieb todt; ich begab mich nach kurzer Zeit mit dem 
Grafen Ernst in das Elsass. Als wir Passau passierten, machte 
er mich zum Obristwachtmeister seines neuen Infanterie- 
Regiments. Ich verrichtete verschiedene Commissionen, Hin- 
und Herreisen zum und vom Herzoge Csirl von Lothringen. 

Das Heer lagerte bei Nürnberg. 

Ich wurde Obristlieutenant beim Cavallerie-Regimente 
Vitzthum. 

Graf Ernst nahm Rain in Bayern; wenig später kam 
der König von Schweden und eroberte es wieder. 

Es wurde die Schlacht bei Lützen geschlagen, in welcher 
der KSnig von Schweden Gustav Adolph todt blieb. Ich war 
als Obristlieutenant beständig in Bayern, das heisst bis zum 
Monate November. 

1633. 

Ich blieb in Bayern und Schwaben als Obristlieutenant 
im Regimente Vitzthum, welches unter dem Oberbefehle 
des Churfiirsten viele Orte vom Feinde zurückeroberte. Ich 
hatte mein Quartier in Straubing. 

Hom belagerte Constanz, woselbst auch ich längere 
Zeit als Obristlieutenant in Verwendung stand. 



Auszug aus den Haupt-Affairen des Grafen Montecuccoli. 13^ 

Graf Ernst wurde bei einem Ausfalle, den er aus Breisach 
machte verwundet, gefangen und starb bald darauf in der 
Gefangenschaft. 

Der Herzog von Feria vereinigte sich mit Aldringen. 
Gegen Ende des Jahres wurde Regensburg vom Herzoge von 
Weimar genommen. 

Man wandte sich nach Schwaben, wo das Unternehmen 
gegen Biberach nicht gelang und ich mich mit meinem Obri- 
sten überwarf. 

Ich nahm den Obristen Konig in Lindau gefangen, wo 
Vitzthum als Commandant zurückblieb, während ich das 
Regiment commandierte und mein Quartier zu Kempten in 
Schwaben hatte. 

1634. 

Friedland wurde ermordet, Ferdinand III. Generalissi- 
mus des Heeres. Ich hatte als Obristlieutenant mein Quartier 
zu Gmünd in Nieder-Oesterreich. Es wurde Regensburg bela- 
gert, das sich im Juli ergab. 

Aldringen fiel; ich blieb mit meinem Regimente unter 
den Mauern von Regensburg. 

Nach der Belagerung leistete ich auf meine Obrist- 
lieutenantsstelle Verzicht und wurde Gesellschafter des Fürsten 
Borso von Este. 

Im Monate September wurde die Schlacht bei Nörd- 
lingen geschlagen. Aldobrandini starb. Ich gieng nach Wien, 
um dessen Regiment zu erlangen. Der Kaiser gab es mir, 
König Ferdinand verlieh es indess dem la Trappola. 

Man nahm Quartiere in Württemberg und in Stuttgart; 
ich begab mich zu Gallas. 

1635- 

Ich erhielt die Obristlieutenantsstelle des Don Hannibal 
Gonzaga. Kaiserslautem wurde erobert, wobei ich die aus 
Cürassieren bestehende Avantgarde führte. 

Bald nach dem Feldzuge verzichtete la Trappola auf 
sein Regiment und der Kaiser verlieh es mir. 



136 Montecnccoli : 

Man nahm Elsassbrunn und dort wurde ich zum Obristen 
ernannt. 

Hag-enau wurde belagert, aber vergeblich. Ich rückte 
in's Winter -Quartier nach Freystadt, das wenigstens vier 
Meilen von Frankfurt a. M. entfernt ist. 

1636. 

Ich gieng mit Hatzfeld nach Sachsen, dem Churfursten 
zu Hilfe. 

Magdeburg wurde belagert und erobert. 

Graf Galeotto, mein Bruder, kam zu mir. Man überfiel 
die Quartiere dreier schwedischer Regimenter bei Wolmirstedt, 
wobei ich wieder die Avantgarde führte. 

Mein Regiment machte Beute an der Havel, woraus 
Streitigkeiten mit dem Churfursten von Brandenburg ent- 
standen. 

Ferdinand HI. wurde zum deutschen Konig erwählt. Es 
wurde die Schlacht bei Wittstock geschlagen, in welcher 
ich mit vier Regimentern den Rückzug deckte; wir giengen 
in der Stille über die Havel und zogen ims dann in Quartiere 
in das Voigtland zurück. 

1637- 

Kaiser Ferdinand IL starb im Monate Februar. Man 
kam Leipzig zu Hilfe, das von Ban6r belagert war. Der 
Feind zog sich nach Torgau zurück, man verfolgte ihn und 
jagte ihn bis nach Pommern. 

Gallas traf bei der Armee ein, man gieng nach Lands- 
berg, nahm Tribsees, Wolgast und andere Orte und über- 
setzte die Peene. 

Im Spätherbst gieng ich mit dem Prinzen Matthias in 
die Winter-Quartiere bei Wismar. 

1638. 

Wamemünde wurde erobert. 

Mein Bruder Graf Galeotto verliess mich und begab 
sich auf dem Wege über das Meer nach Italien, weil wir 



Auszug aus den Haupt- Affairen des Grafen MontecuccoÜ. ijy 

die Nachricht erhalten hatten, dass unsere Mutter ge- 
storben sei. 

Ich verlangte Urlaub nach Wien, wegen des an dem 
Churfürsten von Bremdenburg angeblich begangenen Raubes 
und traf den Kaiser eben zurecht in Prag. 

Ich machte eine Reise nach Italien und kehrte, noch ehe 
der Kaiser Prag verlassen hatte, dahin zurück. In Italien 
erhielt ich die Nachricht, dass Graf Galeotto, mein Bruder, 
in Frankreich angekommen sei und die Gelder fordere, 
welche ihm von Herrn Girolamo della Torre (Grafen Thum) 
geschickt wurden. 

Ich gieng mit dem Hofe nach Wien. 

Dort wurde ich wegen des angeblichen Raubes 
freigesprochen. Gallas war bis dahin mit dem Heere bei 
Domitz. 

Es wurde neu organisiert und das Regiment des 
Maestro in das meinige reformiert; ich machte den Lanan 
zum Obristlieutenant. 

Ich rückte nach Freiberg in Schlesien in*s Quartier; 
Breisach ergab sich dem Herzoge von Weimar. 

1639. 

Man kam Friedberg in Meissen zu Hilfe unter An- 
fuhrung des Marazzini (Graf Morzin); ich hatte bei dieser 
Gelegenheit mit meinem Regimente die Avantgarde; Bruay 
wurde zum Gefangenen gemacht. 

Ich begab mich nach Prag zu Gallas; indessen wurde 
Marazzini bei Chemnitz geschlagen. Hofkirchen wurde an 
der Elbe bei Brandeis geschlagen; ich wurde gefangen und 
nach Stettin in Pommern gebracht. 

Erzherzog Leopold (Wilhelm) wurde Generalissimus; 
Gallas trat ab. 

1640. 

Der Erzherzog trieb Ban6r bis nach Thüringen zurück, 
wo ihm LongueviUe und Weimar zu Hilfe kamen. 

Es wurde der gegenwärtige Kaiser Leopold geboren. 



1^8 Montecuccoli : 

Catalonien und Portugal rebellierten gegen den Konig 
von Spanien. 

Ich war das ganze Jahr in Stettin. 

1641. 

Baner zog mit dem Heere nach Regensburg, wo ge- 
rade der Reichstag abgehalten wurde, gieng aber dann 
zurück und starb im Monate Juni. 

Torstenson folgte ihm im Commando nach. 

Der Cardinal-Infant starb in Flandern. 

1642. 

Torstenson nahm Glogau. 

Ich wurde aus der Gefangenschaft befreit, gieng nach 
Schlesien, wo mein Regiment im Quartiere lag, sah den 
Herzog Franz Albert zu Breslau, reiste nach Wien, wo ich 
von dem Grafen Girolamo Montecuccoli horte, dass mein 
Bruder, Graf Galeotto, von einem seiner Diener ermordet 
worden sei. 

Franz Albert wurde bei Schweidnitz geschlagen, ver- 
wundet, gefangen und starb bald darauf. 

Ich rückte mit dem Erzherzog in's Feld, der mir eine 
Beihilfe von 3000 fl. gab. Man kam Brieg zu Hilfe, das von 
Torstenson belagert war; ich gieng dabei mit einer Parthei 
von 2000 Pferden voraus und schlug bei Troppau eine feind- 
liche, von Schlang (Slang) ^) geführte Parthei, der sich nur 
mit grosser Mühe rettete. Ich schloss Troppau ein, das, als 
die Infanterie herankam, erobert wurde. 

Der Feind belagerte Troppau, aber vergeblich. 

Der Kaiser sandte mich nach Italien, dem Herzoge von 
Modena in den Streitigkeiten mit den Päpstlichen zur Seite 
zu stehen. Ich gieng also von Wien ab, wo der Kaiser mich 
noch früher zum General-Feldwachtmeister ernannte und mir 
das bezügliche Patent gab. 



^) Schwedischer Obrist, derselbe, gegen welchen Montecuccoli aus- 
gewechselt wurde. 



Auszug aus den Haupt-AfTatren des Grafen Montecuccoli. 130 

Als ich in Italien ankam, gab mir der Herzog von 
Modena das Patent als sein Feldmarschall. 

Es folgte die Schlacht bei Leipzig, die vom Erzherzog 
und von Piccolomini verloren wurde. Die Nachricht von dieser 
Niederlage kam mir in Italien zu. 

1643. 

Ich kehrte auf die Nachricht von der Krankheit des 
Grafen Girolamo Montecuccoli nach Wien zurück, den ich 
aber nicht mehr lebend vorfand. Die Gräfin- Wittwe versprach 
mir jedoch ein gutes Einverständniss, weil ich ihr von dem 
sterbenden Gatten, empfohlen worden war. Sie schenkte mir 
einen Theil der Güter von Juppendorf und verrieth noch 
weitere gute Absichten. 

Auf dem Wege nach Wien begegnete ich dem Erz- 
herzoge, der auf den Militärdienst resigniert hatte; zu Wien 
fand ich Piccolomini, der sich zur Reise nach Spanien zurecht 
machte. Das Generalat war abermals Gallas übertragen 
worden. Die Franzosen wurden bei Tuttlingen geschlagen, 
wesshalb in Wien ein Te Deum gesungen wurde, bei welchem 
ich, sowie auch bei der Ankunft des Obristen Krakau (Krakow), 
der aus Pommern verjagt worden, gegenwärtig war. 

Ich kehrte nach Italien zurück, wo es gegen die Päpst- 
lichen vortheilhafte Actionen gab. 

Der Papst beschwerte sich über mich beim Kaiser, der 
mir das Regiment wegnahm und es dem Amon übertrug. 

1644. 

Ich kehrte nach Wien zurück, wo mir der Kaiser ein 
Decret über eine Schenkung von 30.000 Gulden gab, die mir 
von Steyermark ausgezahlt werden sollten, ebenso ein Decret, 
das mir das erste frei werdende Regiment versprach. 

Meine Tante starb und setzte mich mit ihrem Sohne 
zum Erben ein, aber die Jurisdiction von Hohenegg blieb 
mir, von welcher Herrschaft ich sofort Besitz nahm. 

Papst Urban VIII. starb, man schloss Frieden, daher 
ich nun mit Gallas in's Feld rückte, der mich nach Schlesien 



1 40 Montecuccoli : 

schickte, um die dortigen Regimenter zur Vereinigung mit 
der Haupt- Armee bei Werben heranzuführen. 

In der Folge wurde ich, mittlerweile zum Feld- 
marschall-Lieutenant ernannt, mit dem Commando der Kaiser- 
lichen in Franken betraut. 

Gallas gieng in das Elsass. Meine Regimenter wurden vom 
Kaiser nach Flandern bestimmt, blieben aber dann bei 
Hatzfeld, daher ich zurückkehrte und Gallas bei Bemburg 
vorfand. 

Hier führte ich einmal eine glückliche Fouragierung 
durch und brachte Lebensmittel auf 14 Tage in's Lager. 

Das Heer zog sich nach Magdeburg zurück, wo die Ca- 
vallerie, die sich zurückzog, um dem Corps des Hatzfeld 
entgegenzugehen, eine Niederlage erlitt. 

Ich begab mich nach Linz zu Hofe, um die Aufträge 
auszurichten, die ich von Gallas erhalten hatte. Der Kaiser 
sandte mich nach München, um vom Churfursten von Bayern 
Hilfe zu begehren. 

1645. 

Zum neuen Jahre kam ich in München an, wo ich vom 
Churfursten die begehrte Hilfe erhielt. Ich wurde zum 
Kämmerer ernannt und erhielt vom Hof-Kriegsrathe einen 
Urlaub nach Graz in Steyermark, um einige Zahlung auf das 
mir vom Kaiser angewiesene Geschenk zu begehren; ich 
erhielt auch thatsächlich eine hübsche Summe Geldes. 

Ich begab mich nach Stein, wo sich die Kaiserin- Wittwe, 
sowie Fürst Dietrichstein, als ihr Obersthofmeister, be- 
fanden und sehe dort das Fräulein Clara, welcher ich lebhaft 
den Hof mache. 

Ich gieng nach Prag, wo sich der Kaiser kurz vorher 
eingefunden hatte und wurde von ihm nach Schlesien ge- 
sandt, die dortigen Truppen zu commandieren. Im Februar 
wurde die Schlacht bei Jankau geschlagen und von den 
Kaiserlichen verloren. 

Der junge Piccolomini blieb todt; der Kaiser verlieh 
mir sein Regiment, während ich in Schlesien verblieb. 



Auszug aus den Haupt- Affairen des Grafen Montecuccoli. i^i 

Ich wurde mit einem Theile der Truppen, die Gallas in 
Schlesien wieder feldtüchtig gemacht hatte, zurückberufen, 
gieng nach Bayern, dann, vom Erzherzog berufen, mit den 
Truppen nach Ungarn, wo dann mit Räköczy Friede ge- 
schlossen wurde. 

In der Folge marschierte man nach Schwaben, von wo 
die Franzosen bei Philippsburg über den Rhein zurückgejagt 
wurden. 

Nun kehrte ich nach Böhmen zurück und machte von dort 
einen Ausflug nach Italien, wo mir der Herzog von Modena 
einen Diamantgürtel und einen schonen Ring zum Geschenk 
machte. Ich kehrte durch Steyermark zurück, erhielt mein 
Gnadengeschenk gänzlich ausbezahlt und gieng nach Linz, 
wo sich der Hof befand, wobei ich den vom Herzoge erhal- 
tenen Ring verlor. 

Gallas fand sich wieder bei Hofe ein. 

Ich erhielt vom Kaiser viele Depeschen für den Erz- 
herzog, der sich mit der Armee nicht weit von Bamberg 
befand. 

1646. 

Der Erzherzog befahl mir, in Schlesien gegen Wittem- 
berg zu commandieren ; ich vertheidigte Schlesien, kam vielen 
Plätzen zu Hilfe, eroberte Frankenstein und rieb viele feind- 
liche Abtheilungen auf. 

Ich wurde Edelmann der kaiserlichen Kammer. 

Der schwedische General Wrangel (Torstenson hatte 
resigniert) griff Augsburg an, der Erzherzog kam zu Hilfe 
und befahl, dass ich mich sofort zu ihm verfüge, aber 
während meiner Abwesenheit aus Schlesien wurde der 
General-Feldwachtmeister Hannau^), dem ich das Commando 
in Schlesien hinterlassen hatte, geschlagen; der Erzherzog 
gab mir also Gegenbefehl, ich kehrte nach Schlesien zurück 
und bedrängte den Feind so sehr, dass er sich im Winter 
nach Pommern zurückzog, während ich meine Truppen in 
Schlesien in Quartiere legte. 



1) Chursachsischer General. 



IA2 Montecuccoli: 

1647. 

Nachdem ich meine Truppen in die Plätze gelegt hatte, 
begab ich mich, da ich kein Quartier hatte, in Folge eines 
Sturzes vom Pferde verwundet, der Erzherzog nach Flandern 
abgegangen, Gallas in Wien gestorben war und das Com- 
mando der Armee an Melander (Holzapfel) übertragen wurde, 
nach Wien, gebrauchte die Bäder in Baden und machte den 
Damen den Hof. 

Ferdinand IV. wurde in Ungarn als Konig gekrönt; 
ich wohnte dieser Feier, welche im Monate Juni statt- 
fand, als Capitain der königlichen Garde bei, indem ich 
dem Grafen Leslie beistand. Dann rückte ich mit dem 
Kaiser in's Feld, übernahm die Führung der Truppen 
in Schlesien und rückte damit bei der Armee ein, die Eger 
zu Hilfe eilte, aber zu spät kam. 

Der Kaiser zog sich nach Pilsen zurück und liess den 
Melander dem Feinde gegenüber stehen. Man griff Mittags 
das feindliche Lager bei Triebl an, w^obei ich den rechten 
Flügel mit glücklichem Erfolge führte. 

Nun nahm ich Urlaub, suchte den Kaiser in Pilsen auf 
und verlangte meine Entlassung aus dem Dienste. 

Der Kaiser willigte nicht ein und gab mir ein eigen- 
händiges Decret, womit er versprach, mich im folgenden 
Jahre zum General der Cavallerie zu ernennen. Ich kehrte 
zur Armee zurück. 

Bayern kündigte den Waffenstillstand im September. 

Der Feind zog sich zurück. Wir giengen nach Hessen, 
wo die Stadt Neuburg genommen wurde. 

1654. 

Ich erwartete die Rückkehr des Pimentel aus Spanien, 
welcher auch dem solennen Acte der Konigin (Christine 
von Schweden) beiwohnen wollte. 

Ich gieng nach England, wo ich von Cromwell mit 
vieler Liebenswürdigkeit und Ehrerbietung empfangen wurde. 

Ich kehrte nach Antwerpen zurück und zog von da mit 
der Konigin in Brüssel ein; am heiligen Abend legte sie ins- 
geheim das katholische Glaubensbekenntniss ab. 



Auszug aus den Haupt- Afiairen des Grafen Montecuccoli. 1^.3 

1655- 

Ich brachte den Anfang des Jahres in Brüssel zu, dann' 
beurlaubte ich mich bei der Konigin und kehrte an den 
kaiserlichen Hof zurück, um dem Kaiser von Allem Bericht 
zu erstatten, was mit der Königin vorgegangen war. 

Die Konigin machte mir von ihrer nach Rom vor- 
habenden Reise Mittheilung und forderte mich neuerdings 
auf, sie in Augsburg zu besuchen, wo ich sie auch im Monate 
October wieder fand. 

Ich begleitete sie als ihr Ca valier auf der Reise; man 
gieng nach Innsbruck, wo sie im November das katholische 
Glaubensbekenntniss öffentlich ablegte. 

Am 2^. December geschah der Einzug in Rom. 

1656. 

Ich machte den Jahresanfang in Rom mit, nahm dann 
von der Konigin Abschied und kehrte an den kaiserlichen 
Hof zurück. 

Der Kaiser gieng nach Prag und kam dort am 28. August 
an; ich that dort Kämmererdienste. 

König Leopold I. wurde gekrönt, dann kehrte ich nach 
Wien zurück, wo ich Anfangs October eintraf. 

Ich gieng nach Hohenegg, dann nach Wien, wo ich 
dem >Freyle Margarita« ^) den Hof machte und das Jahr 
beschloss. 

1657. 

Ich brachte das neue Jahr in Wien zu. 

Kaiser Ferdinand III. starb am 2. April; ich hatte ge- 
rade in dieser Woche Kammerdienst und vertrieb mir die 
Zeit mit Versuchen, aus Glas die verschiedensten Formen zu 
blasen. 

Im Monate Mai heirathete ich, musste mich aber sofort 
zum Heere begeben, das sich bei Krakau befand und that 
dort meinen Dienst als General der Cavallerie. 



^) Prinzessin Margarethe Dietrichstein, seine spätere Gemahlin. 



10. 



BEMERKUNGEN ZU DEN SCHRIFTEN DES HOCH- 

WUERDIGEN PATERS VON HOLLANDT ZUR 

LEBENSBESCHREIBUNG DES ERZHERZOGS. 

(NOTAE AD SCRIPTA R. P. VON HOLLANDT IN DESCRIPTIONEM 

VITAE ARCHIDUCIS.) 

LATEINISCH UND FRANZOESISCH. WIEN, x663. DECEMBER, 32. 

CONCEPT K. A., z6is. XIII, 3. 



Montecnccoli. IV. lO 



»639-') 

Seite 5. Einzusetzen: Auch die acht Regimenter (unter 
Anfuhrung des Generals Hofkirchen) werden geschlagen. Hier 
wurde Montecuccoli gefangen. 

Seite 9. »Gallas hat die Mission nachgesucht und erhalten.« 

Er bat um die Genehmigung, einen Waffenstillstand ab- 
schliessen zu dürfen, erlangte aber nicht die Zustimmung 
des Kaisers, weil noch kein anderer General-Lieutenant er- 
nannt war und er überdies unter dem Erzherzoge (Leopold 
Wilhelm), den Befehl über die Truppen führte. 

1642. 

Seite 7. »Ais Schlang (Slang)-) vom Kaiser die Freiheit erlangte.« 
Slang wurde gegen Freilassung Montecuccoli's aus- 
gewechselt. 

Seite 27. »Bei der Belagerung von Glogau.c 

Man erwäge vor Allem, dass es den Kaiserlichen an 
Schiesspulver gebrach und dass dies zu den vornehmsten 
Ursachen des ungünstigen Ausganges zu rechnen ist. 

1643. 

»Gallas anstatt Piccolomini.« 

Gallas wurde nicht erst ernannt, sondern er übte sein 
ursprüngliches Amt aus. 



') Das klein Gedruckte sind herausgerissene Sätze aus dem Manu- 
scripte des Paters van Hollandt, das Uebrige die diesbezüglichen Bemer- 
kungen und Ergänzungen Montecuccoli's. 

-) Schwedischer Obrist. 

IG* 



1^3 Montecuccoli : 

1644. 
Seite 4. »Gallas war bei Bemburg von allem Proviant abgeschnitten. c 

Es ist augenscheinlich, dass Gallas nicht aus blosser 
Unvernunft sich bei Bernburg so verwegen in die Engpässe 
stürzte. Die vornehmste Ursache des unglücklichen Ausganges 
kann mit wenigen Worten angegeben werden; sie ist so be- 
schaffen: 

Als Torstenson nach Dänemark marschierte, Hess er 
Konigsmark mit einigen Streitkräften, an 5000 Mann, im 
niedersächsischen Kreise zurück. Damit nun diesen irgend- 
eine Truppenmacht das Gleichgewicht halte, stellte man in 
Franken gleichfalls einige kaiserliche Regimenter auf. Diese 
befehligte (weil damals Feldmarschall Hatzfeld kränkelte), 
FML. Montecuccoli und hatte den Auftrag, die Bewegungen 
des Feindes wachsam zu beobachten und sich seinen all- 
falligen Unternehmungen zu widersetzen; wenn aber Konigs- 
mark sich mit Torstenson verbände, sollte er gleichfalls zu 
Gallas stossen. Es ereignete sich auch, dass, als beide Heere 
aus Holstein nach Deutschland zurückmarschierten, Königs- 
mark seine Truppen mit denen Torstenson's vereinigte; 
Montecuccoli aber, der auf dem Marsche zu Gallas war, kam 
vom Hofe der ausdrückliche Befehl zu, den in Belgien ope- 
rierenden Spaniern seine Streitkräfte sogleich zuzuführen. So 
mussten diese von der begonnenen Richtung abweichen und 
gegen den Rhein marschieren (obwohl sie dann, anderer 
Zwischenfalle wegen, nicht dahin gelangt sind). Der Schwede, 
durch Königsmark's Streitkräfte verstärkt, war den ihrer ge- 
hofften Unterstützung entbehrenden Kaiserlichen an Ca vallerie so 
überlegen, dass, nachdem die Fourageure der Letzteren zweimal, 
zuerst unter Obrist Kinsky, dann unter Obrist Donep geschlagen 
wurden, die Kaiserlichen in eine sehr bedrängte Lage geriethen. 

1645. 

Seite 3. »Mit mehr Glück kämpfte eine Zeit lang Hatzfeld mit dem 
General Johann von Werth und dem bayerischen Feldmarschall Mercy.« 

Jener Mercy hiess mit seinem Taufnamen Caspar und war 
nicht Marschall, sondern des Marschalls Franz Bruder und baye- 
rischer Obrist-Feldwachtmeister. 



Bemerkungen zu den Schriften des Paters von HoUandt. i^q 

Seite 22. »Und er nimmt Pardubitz ein.c 

Die Stadt Pardubitz ist, wenn ich mich gut erinnere, 
damals nicht eingenommen worden. 

1646. 

Seite 3. »Die Vernunft schien dann zu fordern, Oesterreich, Schlesien 
und Nfähren von den Besatzungen der Feinde zu befreien.« 

Die Sache verhielt sich so: 

Seine Hoheit, der Erzherzog, beabsichtigte die Festungen 
zurückzuerobern, welche die Feinde in den Landern Seiner 
Majestät besetzt hielten; dennoch wollte er weder die ge- 
nannten Länder mit den Lasten des Krieges und der Armee 
beschweren, noch die Gelegenheit verlieren, die Haupt- 
Armee des Feindes, welche sich zurückzog, zu verfolgen. Er 
traf also folgende Disposition: Er gieng mit dem Gros der 
Armee in eigener Person vor, um die Feinde aufzusuchen, 
schickte Montecuccoli gegen das schwedische Corps, welches 
unter dem General der Artillerie Wittemberg in Schlesien 
stand und Hess den Grafen Puchheim mit einem Corps 
zurück, welches abseits und unter dem Schutze der genannten 
Armee, freies Feld und den Auftrag hatte, die Festungen 
anzugreifen und zu bezwingen. In Folge dessen marschierte 
der Erzherzog vor und auch Puchheim gieng an die Aus- 
führung seiner Aufgabe. 

Montecuccoli leistete Widerstand gegen Wittemberg, 
deckte die Operationen Puchheim's, gab dem Landtage von 
Prag und der Krönung des Königs Sicherheit und kam Namslau 
zu Hilfe, welches Wittemberg am 26. Mai angriflF. Obrist de 
Waggi (Waghi) rieb am 11. Juni 300 Reiter des Feindes bei 
Glogau auf; man griff Frankenstein am 2. Juli an, wo die 
Stadt beim ersten Anlaufe weggenommen und die Aussenwerke 
des Schlosses mit Sturm genommen wurden, die Besatzung 
aber sich nach zwei Tagen ergab. 

Am 13. Juli griff man das auf einem hohen Felsen ge- 
legene Schloss von Lehnhaus an, welches am 6. August mit 
Sturm genommen wurde. 

Wittemberg erhielt mittlerweile eine Unterstützung von 
5000 Mann, welche von Schweden kamen und rückte mit 



I jo Montecuccoli : Bemerkungen zu den Schriften etc. 

denselben gegen Troppau. Montecuccoli erhielt von Seiner 
Hoheit den Befehl, ihm 1500 Reiter zuzusenden, welche er 
sogleich unter dem Commando des General-Feldwachtmeisters 
Grafen Pompei zusammenstellen und am 11. September ab- 
marschieren liess. Obrist Graf Würben (Wrbna) wurde mit 
einer guten Verstärkung von Truppen in die Stadt Troppau 
geworfen, was Wittemberg hinderte, die Stadt mit Gewalt an- 
zugreifen; aber er unternahm es sie zu blockieren. Drei 
Regimenter, welche zu seiner Unterstützung von Crossen 
heranrückten, wurden am 17. November angegprififen und in 
der Umgebung von Hotzenplotz gänzlich geschlagen, was 
General Wittemberg nothigte, die Blockade von Troppau 
am 24. November aufzugeben und abzuziehen. Hauptmann 
Rossaci, vom Regiment Kopaun, nahm das Quartier des Regi- 
ments des Prinzen von Holstein, am 24. December, bei Ohlau 
weg und schlug ihn gänzlich. 

So endete das Jahr 1646, aber die Operationen des 
Feldzuges in Schlesien dauerten bis zum Monate April des 
Jahres 1647. 



II. 



CEREMONIELL BEI UEBERREICHUNG DES 
ORDENS VOM GOLDENEN VLIESSE. 

ITALIENISCH. OHNE DATUM (i668>. 
ORIGINAL. K. A.. MfiM. XXVIH» ao6. 



Am i6. Mai 1644 wurde, in der Augustiner-Kirche zu 
Wien, dem Grafen Slawata und dem Fürsten Lobkowitz der 
Orden vom Goldenen Vliesse durch den Kaiser in folgender 
Art überreicht: 

Der Kaiser erscheint mit seinem Gefolge in der Kirche 
in folgender Ordnung: Zuerst kommt der Hof, dann die 
beiden Ritter vom Goldenen Vliesse, die Grafen Trauttmans- 
dorflF und Tieffenbach (Teuffenbach), dann der Hof-Marschall 
Graf Starhemberg mit gezücktem Schwerte, endlich der 
Kaiser selbst; in der Nähe des Altars angelangt, setzt sich 
der Kaiser in einen mit seinen Seitentheilen dem Altare zu- 
gewendeten Sessel, während die beiden Ordensritter ihm 
gegenüber Platz nehmen. Der von Spanien eingetroffene 
Herold kniet vor dem Kaiser nieder und fragt, ob er 
einverstanden sei, dass man neue Ritter ernenne; nachdem 
Seine Majestät diese Frage bejaht hat, erhebt sich der Herold 
und stellt sich an die Seite des Secretärs, welcher nun mit 
lauter Stimme das in französischer Sprache abgefasste Patent 
des Königs von Spanien verliest, welches besagt, dass er, 
in der Absicht die Mitgliederzahl des Ordens zu vergrössem 
und die Verdienste des Grafen Slawata zu belohnen, diesen 
zum Ritter ernenne und den Kaiser bitte, in seiner Abwesenheit 
diesen Act zu vollziehen. Nach der Verlesung nahem sich 
die beiden Ordensritter Trauttmansdorff und Tieffenbach dem 
Kaiser und fragen, ob es ihm genehm sei, den neuen Ritter 
zu sehen; nachdem der Kaiser dies bejaht, erscheint der bis 
dahin unsichtbare Graf Slawata und wird von den beiden 
Rittern zum Kaiser hingeführt, vor dem er niederkniet ; 
der Kaiser nimmt nun das Schwert aus den Händen des 



1^4 Montecuccoli: Ceremonieli bei Ueberreichuog des Ordens etc. 

Hof-Marschalls und berührt damit dreimal die Schultern des 

neuen Ritters; dieser erhebt sich, geht zum Herold, beugt \ 

vor demselben ebenfalls sein Knie und kehrt dann wieder 

zum Kaiser zurück, welcher ihm nun mit einigen Worten 

den Orden um den Hals hängt. 

Dann erhebt sich Slawata und begiebt sich an die Seite 
der beiden schon genannten Ritter Trauttmansdor£F imd 
Tie£Fenbach, welche ihn nun als einen der Ihrigen, beglück- 
wiinschen. 

Die gleiche Ceremonie wiederholt sich beim Fürsten 
Lobkowitz. 



12. 



DIE GRUNDREGELN DER BUENDNISSE. 

(DE FOEDBRIBUS MAXIMAE.) 

LATEINISCH. K. A , MfiM. XXVni, sx8. 

ABGEDRUCKT: »OESTERREICHISCHE MILITAERISCHE ZEITSCHRIFT^. 1868. 1, P. 93 ff.« 

DEUTSCH. 



L 



1. Den Heirathen folgen bald Bündnisse. Die Freund- 
schaft macht aus den Fürsten Verbündete. 

Nach der Vermählung des Königs von Polen mit der 
Erzherzogin Eleonore von Oesterreich, erfolgte sogleich das 
Bündniss zwischen dem Kaiser und dem Königreiche Polen. 

2. Die Ursachen der Bündnisse sind: 

a) Das Misstrauen in die eigene Kraft» 

b) die Furcht vor einer auswärtigen Macht und 

c) die allzugrosse Vergrösserung der Nachbarn. 

Zu sehr wächst die Macht des Türken an. Allen ist sie 
lästig; dem Kaiser Ungarns wegen, Polen wegen der Kosa- 
ken, den Moskowitern wegen der Tataren. Allein kann ihm 
Keiner widerstehen, aber vereinigt können sie ihn bekriegen 
und besiegen. 

3. Nicht Kriegsheere, noch Schätze, sondern Freunde 
sind der Schirm des Staates. 

Ein unauflöslicher Bund ist; Der Kaiser, Polen und der 
Moskowiter gegen den Orient, dann England und Holland 
gegen den Norden. 

4. Bündnisse werden theils in aggressiver Absicht, 
theils als Schutz- und Trutzbündnisse gleichzeitig abge- 
schlossen. 

Die unglücklichsten sind die Defensiv-Kriege; doch ist 
das obbesag^e Bündniss fähig, auch offensiv aufzutreten, in 
Anbetracht der Grrenzen der Reiche und ihrer Kräfte. 

5. Ein gleicher, allseitiger Vortheil und ein gleicher 
Verband, in den zu besorgenden Angelegenheiten, bürgen für 
feste, treue und sichere Bündnisse. 

Die Versprechungen mit Worten, durch Schriften und 
Hilfen, sind wirklich das Pfand einiger Sicherheit. Der Nutzen 
ist gemeinschaftlich, die Furcht bindend. 



1^8 Montecuccoli: 

6. Der Türkei unmenschlicher Ehrgeiz und ihre Hab- 
sucht sind derart gross, dass g-anz bestimmt nur mit vereinten 
Kräften ihrer Macht zu widerstehen ist, da man einzeln nie 
aufkommen wird. 

Jeder greife von seiner Seite an. Der Kaiser längs der 
Donau, die Polen am schwarzen Meere, die Moskowiter von 
der Moldau aus. 

7. Bündnisse verwandeln sich zuweilen in Zwietracht. 
Die Verbündeten werden zu ungerechten und verderblichen 
Kriegen hingerissen; durch die Beihilfe auch nur eines Mit- 
streiters werden oft viele Interessen verletzt. 

Nur mit gemeinschaftlicher Uebereinstimmung beginne 
man den Krieg offensiv, sonst verharre man in der Defensive. 

8. Die Römer an die Campanier: »Der Senat hält Euch, 
oh Campanier, des Beistandes würdig! Allein dann ist es 
billig, die Freundschaft mit uns so zu schliessen, dass hie- 
durch nicht eine ältere Verbindlichkeit verletzt werde.« 

Man trachte den Moskowiter durch Versprechungen und 
auch Polen für den Kaiser zu gewinnen. 

9. Die Latiner wurden zuerst Bundesgenossen, bald her- 
nach Unterthanen; die Könige Freunde, später Zollpflichtige; 
unter dem Vorwande d^s Beistandes, Hessen Alle ihre Frei- 
heit zugpnmde gehen. 

Wenn man Bundesgenossen nehmen muss, so seien es 
ihrer wenige; weit besser nützen sie aber, indem sie selbst 
Diversionen unternehmen oder uns die nöthigen Gelder bei- 
stellen oder mit ihrer Cavallerie, welche sie mit eintretendem 
Winter wieder an sich ziehen, Aushilfe leisten, als wenn sie 
sich mit uns thatsächlich vereinigen. 

IG. Gerechte Bündnisse werden zuweilen in einem leicht- 
fertigen Augenblicke unter nichtigen Vorwänden aufgelöst 
und über den Haufen geworfen. 

Man versichere sich auf jene Art, wie oben gesagt 
worden. 

II. Es ist rathsam. Jemanden zur Ueberwachung und 
als Schiedsrichter der Bündnisse aufzustellen, dessen Urtheile 
man sich in Streitfallen zu fügen habe, welche durch Ver- 
letzung der Bedingnngen, durch Veränderungen in Folge 



Die Grundregeln der Bündnisse. j^g 

eines Todesfalles oder eines andern Ereignisses, endlich durch 
Irrthümer entstanden sind. 

Der Kaiser, als der Höchste und Gerechteste, sei der 
Richter. 

12. Allianzen mit den Ungläubigen, hält man für un- 
statthaft; jene mit treulosen Menschen sind zu fürchten; die 
Bündnisse mit Unterthanen sind unangemessen. 

Am verlässlichsten sind die eigenen Kräfte; aber wo 
selbe nachlassen, sind solche durch eine auswärtige Hilfe zu 
unterstützen. 

13. Schliesse Dich jenen Ansichten an, die günstiger 
sind, lehrt das menschliche, die gerechter sind, sagt das gött- 
liche Gesetz. Füge dich dem Verhängnisse und den Göttern 
und zolle grössere Rücksicht dem Glücklichen, als dem Be- 
drückten. 

Die gerechteste Sache ist die Vertheidigung der Staaten 
und der Religion. 

14. Der sich auf beiden Seiten für einen Freund aus- 
giebt, muss beiderseitig verdächtig erscheinen; er erntet von 
keinem Dank und beleidigt doch Beide. 

15. Die wechselseitige Furcht gestattet nicht den Zu- 
wachs der gegenseitigen Macht und die Meisten fürchten in 
der Unterdrückung eines Andern ihren eigenen Untergang 
zu finden. 

Ist Polen verloren, so wäre Oesterreich ohne Halt und 
geradeso entgegengesetzt. 

16. Muss man Sorge tragen, dass die Hilfstruppen weder 
an Zahl, noch an Stärke das eigene Heer überragen, noch 
dem letzteren gleichkommen; es sei denn, dass das fremde 
Heer dem Feldherm der eigenen Truppen , untergeordnet werde. 

17. Sind sie einmal erschöpft und ermattet, so werden 
oft alle Theile, deren Kräfte ohnehin geringer waren, von 
dem Mächtigeren unterjocht. 

Man decke sich den Rücken durch das Bündniss mit 
dem Reich, indem man die Schweden und Brandenburg be- 
schäftigt hält. 

18. Viele weigern sich das Erworbene zurückzustellen, 
weil ihnen die Kriegskosten nicht rückerstattet werden und 



i6o Montecuccoli: Die Grundregeln der Bündnisse. 

weil das Angesprochene Jener nicht bewahren kann, dem es 
sonst gebührte. 

Man nehme in die festen Plätze keine fremden Be- 
satzungen auf. 

19. Die Briten wurden von den Angelsachsen, die 
Griechen von den Türken, die Spanier von den Mauren, also 
von ihren durch sie herbeigerufenen Helfershelfern aus ihrer 
Herrschaft verdrängt. 

Man versichere sich also auf gleiche Art, wie oben ge- 
sagt wurde. 



s 



UNTERWEISUNG MEINES SOHNES LEOPOLD. 

(INSTITÜZIONE DI LEOPOLDO MIO FIGLIO.) 

ITALIENISCH. WIEN, 1670. MAI. 19. 

ORIGINAL. K. A., M£M. XXVIII, 37z. 

ABGEDRUCKT: »OESTERREICHISCHE MILITABRISCHE ZEITSCHRIFT«. 1863. 

DEUTSCH. 



MontecQccoIi. IV. II 



Nachdem der Mensch aus Leib und Seele besteht und 
diese beiden Theile innig mit einander verbunden sind, da 
femer die Gebrechen des einen, die Functionen des andern 
stören, so erfordert die Erziehung eine besondere Sorgfalt 
des Korpers wie des Geistes. 

I. 

Was den Korper anlangt, so beachte man die Pflege 
der Gesundheit und die Beschäftigungen. 

Betreffs der Pflege der Gesundheit. 

I. Die Luft muss rein und temperiert sein, daher sollen 
die Gemächer meines Sohnes stets gehörig sauber gehalten 
werden. 

Man fege sie zu einer Zeit aus, wenn er ausgegangen 
ist, damit der Staub ihm nicht in die Nase eindringe; man 
ofihe die Fenster, sobald es das gute Wetter zulässt, damit 
frische Luft hereinkomme; dies thue man so oft als möglich, 
nur selten aber bei feuchter Luft und räuchere alsdann mit 
etwas Wachholderbeeren die Gemächer aus. Im Winter darf 
der Ofen nicht zu stark geheizt, sondern nur massig und nach 
und nach das Gemach erwärmt werden. Vor Allem aber 
hüte sich mein Sohn in das Laboratorium einzutreten, wenn 
daselbst destilliert wird, damit die feinen und durchdringen- 
den Dämpfe ihm nicht die Lunge angreifen, was bei den 
zarten Organen eines Kindes, die noch nicht die hinreichen- 
den Kräfte erlangt haben, sehr leicht geschieht. 

Es versteht sich hiebei gleichfalls von selbst, dass der 

Lehrer in keinem Falle in seinem Gemache chemische Ver- 

II* 



164 Montecuccoli: 

suche vornehme, keinen Rauch erzeuge, keine Mineralien, 
Metalle oder was es irgend sei, schmelze, noch sonst derlei 
Experimente vornehme. 

Die Nahrung muss massig, jedoch für sein Bedürfhiss 
hinreichend sein, damit das Wachsthum und die Ausbildung 
der Gliedmassen nicht beeinträchtigt werde. 

2. Des Morgens erhält er eine Fleischbrühe mit einem 
oder zwei Stück Brot oder etwas anderes der Jahreszeit 
Angemessenes, als frische Butter, frische Eier u. dgl.; er 
enthalte sich jedoch vom Genüsse des Fleisches, welches den 
Magen zu sehr beschwert. 

Zu Mittag geniesse er Alles nach Geschmack ohne 
Unterschied, aber mit Mzlss; er esse zuvor flüssige Speisen*, 
dann härtere und trinke nicht früher, bevor er einen hin- 
reichenden Vorrath von Speisen in seinen Magen aufge- 
nommen hat. 

Unter Tags und während des Gehens, esse er nur selten 
und wenig. Des Abends halte er dieselbe Gewohnheit ein, 
wie zu Mittag. 

Er trinke für gewöhnlich nur Limonade, Fenchel- oder 
Gersten Wasser und zuweilen ein Glas gewässerten Wein. 

3. Nach den Unterrichtsstunden soll Bewegung des 
Korpers häufig vorgenommen, in's Freie ausgegangen werden 
und er in Gärten, auf Besuch zu jungen, ihm ebenbürtigen Edel- 
leuten und in die Kloster, aber stets unter Beaufsichtigung 
seines Hofmeisters gefuhrt werden, damit er nicht übermässig 
esse und nicht trinke oder irgend welche üble Gewohnheiten 
oder Untugenden sich aneigne. 

4. Zum Schlafen genügen acht oder neim Stunden; um 
10 Uhr begiebt er sich zur Ruhe und steht um 7 Uhr, oder 
wann es ihm beliebt auf, damit das Wachsthum seines Kör- 
pers nicht behindert werde. Unter Tags darf er sich niemals 
angewöhnen zu schlafen, ausser er hätte während der Nacht 
sich nicht genügend ausgeruht. 

5. Man achte darauf, dass der Körper täglich seine 
natüilichen Bedürfnisse regelmässig verrichte und wenn ihn 
Unverdaulichkeit oder übergrosse Weichleibigkeit befiele oder 
sonst irgend ein ungewöhnlicher Zustand eintreten würde, so 



Unterweisung meines Sohnes Leopold. 165 

soll es sogleich bekannt gegeben werden, damit man bei 
Zeiten das nothwendige Mittel dagegen anwende könne. 

6. Obgleich mein Sohn von sehr lenksamem und ge- 
horsamem Gemüthe ist, so bedarf er gleichwohl auch einer 
liebreichen Strenge, stets aber soll im Nothfalle die Bestrafung 
mit aller Sanftmuth, niemals jedoch mit Schlägen, welche der 
Gresimdheit überaus schaden, erfolgen, es wäre denn, dass 
dies ohne Zorn Und Leidenschaftlichkeit geschieht. 



Betreffs der Uebungen. 

1. Der Tanzlehrer soll ihn unterweisen, wie er die Ver- 
beugung zu machen und seinen Körper mit Anstand zu tra- 
gen habe. 

Derselbe hat einmal des Tages in den beschäftigungs- 
freien Stunden zu kommen und ihn liebreich und ohne Kün- 
steleien zu unterrichten. 

2. Der Reit-Unterricht, die Fecht- und Voltigier-Uebun- 
gen sind für ihn noch zu anstrengend; man muss ihn aber 
in der Erholungszeit und während des Spazierengehens an 
solche Orte führen, wo ähnliche Uebungen vorgenommen 
werden, damit er ihre Ausfuhrung von Anderen sehe. 

3. Auf gleiche Weise soll er die Uebungen mit der 
Pike und Muskete betreiben. 

4. Er spiele Federball oder schlage zuweilen den Ball 
mit dem kleinen Raket, durchaus aber darf er nicht müssig 
stehen und zusehen, wenn junge Leute spielen, damit er nicht 
von einem Ball getroffen werde, wie ich dies häufig ge- 
sehen habe. 

5. Diese oberwähnten Uebungen im Tanzen und im Ge- 
brauche der Waffen müssen ihm nur von den besten Meistern 
und sonst von niemandem Anderem beigebracht werden, denn 
es ist von Wichtigkeit, dass die ersten Uebungen genau und 
richtig ausgeführt werden, um sich an dieselben zu gewöhnen, 
was später sehr schwer zu ändern ist; denn ob gut oder 
schlecht, was man im zarten Alter pflegte, kommt immer 
wieder zurück. 



i66 Montecuccoli: 



IL 



Betreffs der Ausbildung des Geistes soll mein Sohn in 
den Pflichten gegen Gott, gegen die Anderen und gegen 
sich selbst unterrichtet werden. 

Gegen Gott: 

1. Er wisse, dass er von Gott, dem Schöpfer aller Dinge 
erschaffen wurde und dass er in dieses vergängliche Leben 
gesetzt sei, um einstens einzugehen zur glückseligen Anschau- 
ung Gottes in ein ewiges Leben. 

2. Er lerne den kleinen Katechismus auswendig und 
wiederhole ihn öfters; man erläutere ihm alle Puncte, damit 
er ihn wohl verstehe. 

3. Das Morgengebet verrichte er gleich nachdem er sich 
angekleidet, sowie auch das Abendgebet vor dem Auskleiden; 
sie seien kurz, aber sollen knieend, mit Andacht und Aufmerk- 
samkeit verrichtet werden und bestehen in dem Vaterunser, 
dem Ave Maria, dem Credo, in einer kurzen Erweckung von 
Reue und Leid und in einer Anrufung des Schutzengels. Er 
gewöhne sich an, diese Gebete abwechselnd einmal in latei- 
nischer und einmal in deutscher Sprache zu sagen. 

Bei dem Ave Marialäuten, sei es des Morgens, des 
Mittags oder Abends, soll er das gewöhnliche Gebet ver- 
richten. 

Des Morgens, wenn die heilige Messe in der Haus- 
Capelle gelesen wird, hat er hiebei zu ministrieren. 

Wenn er sich zur Tafel setzt oder von derselben auf- 
steht, soll er das »benedicite« und das »agimus gratias» 
beten. 

5. Er muss jeden Monat oder alle zwei Monate einmal 
die Beichte verrichten, je nachdem es der Pater Berwig für 
nothwendig finden wird. 

Pflichten gegen Andere: 

I . Er begegne achtungsvoll den Höheren, unter welchen 
vorzüglich der Vater, die Mutter und die Lehrer zu berück- 



Unterweisung meines Sohnes Leopold. i5y 

sichtigen sind. Er sei artig und hoflich gegen Gleiche, sowie 
gefallig, aber nicht zu vertraulich mit den Niederen. 

2. Die Achtung gegen die Höheren erfordert, dass er 
sich nicht in ihrer Gegenwart setze oder sich bedecke, nicht 
ungebührliche Handlungen begehe und mit schuldiger Ach- 
tung und Beilegung ihres Titels zu ihnen spreche. 

3. Die Höflichkeit gegen Gleiche erfordert es, niemals 
mit den Händen zu spielen, nicht in Zorn zu gerathen, im 
Gespräche nicht hartnäckig zu streiten und nicht dasjenige 
abzusprechen, was die Gesellschaft behauptet. 

Hieher gehören noch die Besuche, die unerlässlich sind, 
um die Bekanntschaften zu pflegen und die Freundschaft auf- 
recht zu erhalten, wobei der Ausfuhrung jener Complimente 
Aufmerksamkeit zuzuwenden ist, welche man bei ähnlichen 
Gelegenheiten anzuwenden pflegt. 

4. Die Freundlichkeit gegen Untergebene besteht darin, 
dass man sie nie beleidige, weder durch Geberden, noch durch 
Worte, noch auf andere Weise; deiss man die Diener mit 
guter Art befehlige, sie zurechtweise wenn sie fehlen, sie nie 
schlage und wenn sie es verdienen, durch die Hand eines 
Anderen züchtigen lasse. 

Gegen sich selbst: 

1. Geist und Gemüth bilde man dahin aus, dass er sich 
angewöhne, stark zu sein in Gefahren und sie nicht zu furchten ; 
sich nur massig und nicht allzuviel den Vergnügungen hin- 
gebe, sei es im Essen, im Trinken oder in andern sinnlichen 
Genüssen; nach Recht Jedem das Seinige zu geben, nichts 
zu nehmen und Niemandem Gewalt anzuthun; verständig und 
klug zu sein, um das zu erkennen, was man in allen Fällen 
zu thun oder zu unterlassen habe; dies kann er leicht lernen 
aus den Handlungen, welche er bei Anderen beobachtet, aus 
der Ausübung oder allgemeinen Gewohnheit dessen, was man 
zu thun pflegt, aus dem, was uns die Vorfahren überliefert 
haben, endlich aus jenem, was er seiner Erinnerung nach bei 
ähnlichen Gelegenheiten selbst schon ausgeübt hat. 

2. Die Studien sollen anderthalb Stunden Vormittags 
und eine Stunde Nachmittags und nicht länger dauern, um 



i68 Montecuccoli : Unterweisung meines Sohnes Leopold. 

den Eifer nicht zu erlahmen; dann hat er aber desto mehr 
Aufmerksamkeit und Fleiss hiebei zu verwenden. 

3. Täglich soll er deutsch und lateinisch, Gedrucktes 
und Geschriebenes lesen, um es richtig, fertig und leicht 
zu beherrschen. 

4. Er lerne die Grundsätze imd Anfangsgründe der 
lateinischen Sprache, ohne sich vorläufig in andere Sprachen 
einzulassen, um sich nicht zu verwirren. 

5. Er lese Fabeln des Aesop, sowie die Lehrsätze und 
Weisheitsregeln der Griechen und Römer, welche ihm durch 
ausgewählte Gleichnisse und Sinnbilder zu beleuchten sind, damit 
das Gedächtniss dadurch gestärkt werde und seine Fassungskraft 
die Eigenthümlichkeiten, Kräfte, sowie die Ursachen und 
ihre Wirkungen besser erkenne; er wende sie offen an, lerne 
auch die gegenseitigen Beziehungen, die sie imter einander 
haben, damit sie sich gegenseitig erklären. Er forsche hiebei 
aus den Wirkungen nach den Ursachen, das ist von den 
mehr bekannten Dingen nach den weniger klaren oder durch 
Abstrahierung, indem er ihre Eigenschaften gründlich untersucht 
und sich Ideen und Maximen im Allgemeinen bildet. 

6. In diesen zw^ei Worten fasst man die ganze Logik 
zusammen: >Ex notionibus«. 

7. Von der eigenen Würde hängt ein grosser Theil des 
Wissens ab. Die ganze Rechtsgelehrsamkeit ist eine Sammlung 
des göttlichen und menschlichen Wissens, von der Würde Des- 
jenigen bekräftig^, welcher sie ausdrückt. 

Das Ansehen und das Zeugniss grosser Männer dient zur 
Regel und Richtschnur; das »ipse dixitc der Pythagoraeer 
hatte die Kraft, den Verstand einer Anzahl Philosophen in 
unbedingter Hingebung zu dem Lehrer zu fesseln. 

Es kommt sehr zu beachten, ob die Wahrheit aus 
einem oder dem andern Munde geht. Mit derselben ungleichen 
Gewalt und Schnelligkeit entflieht der Pfeil einem und demselben 
Bogen, der von verschiedener Hand gespannt ward. 

Der Beifall der Scharfsinnigsten in einer und derselben 
Wissenschaft ist die Stimme der Wahrheit selbst. 



14- 

MONTECUCCOLFS CONCEPT ZU SEINEM 

TESTAMENTE. 

ITALIENISCH. WIEN, 1673. APRIL. 21. 
CONCEPT. K. A., 1671. XII, 117. 



l 



Der natürliche Instinct des Menschen, der ihn zur Er- 
haltung seines eigenen Ich und seines Namens drängt, wenn 
derselbe durch Theilung der Familie und Heirathen zu ver- 
schwinden droht, hat schon die Israeliten veranlasst, zum 
Gesetze zu erheben, dass man sich nicht ausserhalb der Gilde 
verehelichen dürfe und die Frau eines Verstorbenen, dessen 
Ehe kinderlos war, dem Bruder desselben zuzusprechen. Dies 
bringt mich auf den Gedanken, meine Familie in Oesterreich 
für immer ansässig zu machen, indem ich ein Fidei- 
commiss aus den beiden Herrschaften Hohenegg und Oster- 
burg bilde. 

Ich ernenne also zum Universalerben meinen Sohn Leopold 
Philipp, mit der Verpflichtung, diese beiden Herrschaften 
weder zu theilen, noch zu verkleinem oder zu entwerthen 
und sie nach dem Principe der Erstgeburt auf seinen Sohn 
und so weiterzuvererben; in dem Falle jedoch, als männliche 
Nachkommenschaft fehlen würde, soll das Fideicommiss auf 
denjenigen der Familie Montecuccoli fallen, der eine meiner 
Tochter geheirathet hat und wären mehrere solcher Fälle 
eingetreten, so hat derjenige das Vorrecht, der die älteste 
zur Frau hat. 

Wenn eine solche Ehe aber nicht geschlossen wurde, 
oder dieselbe nicht mit männlicher Nachkommenschaft ge- 
segnet wäre, so setze ich zur Nachfolge die Linie des Grafen 
Johann Baptist Montecuccoli, Marquis von Guiglia, nach dieser 
die Linie Montecuccoli Grafen von Montecenere, dann die 
Linie der Grafen von Renno und endlich diejenige der 
Grafen von Montese; sollte Niemand mehr aus dem Hause 



172 



Montecuccoli: 



Montecuccoli erübrigen, so ist jene Familie erbberechtigt, 
in welche meine älteste Tochter, Aloisia Anna, ge- 
heirathet hat. 

Nachdem mir meine innigstgeliebte Frau zur Aussteuer 
25.000 fl. mitgebracht hat (von welchen 6000 fl. seinerzeit 
zurückzuzahlen sind) und eine Wittwenpension von 2000 fl. 
jährlich ausgemacht wurde, ich überdies am i. December 1669 
ein neuerliches Anlehen von 24.699 fl. gemacht habe, so ist 
es mein Wille, dass alle meine liegenden Güter, vor Allem 
Hohenegg dafür haften und sind von den unten näher specifi- 
cierten 11 0.000 fl., 50.000 fl. für meine Frau, 30.000 fl. für 
ihren Wittwenstand und 30.000 fl. für meine Tochter zu re- 
servieren und zwar derart, dass jede 10.000 fl. {6000 als 
Heirathsgut und 4000 als Ausstaffierung) bekommt. 

Ich bitte Euer Majestät, diesem Fideicommisse die Zu- 
stimmung zu ertheilen, mit der Ermächtigung, dass ich auch 
noch andere Güter zu jeder Zeit und in welchem Umfange 
immer angliedern könne, wie ich jetzt schon in das Fidei- 
commiss auch das in einem Diamantrahmen gefasste Bildniss 
der Königin Christine von Schweden und meine Gemälde auf- 
genommen habe. 

Meine Feudalherrschaft Montecuccolo in Italien geht 
ohnehin, auch ohne weitere Bestimmimg, auf meinen ältesten 
Sohn über; über die übrigen mir gehörigen italienischen 
Güter kann mein Erbe nach eigenem Gutdünken disponieren 
und, ohne das Fideicommiss zu belasten, auf dieselben die 
Wittwenversorgung vormerken lassen. 

Die oberwähnten n 0.000 fl. vertheilen sich folgender- 
massen: 
Fürst Carl von Liechtenstein gegen Ersatz von 6% 57«ooo A- 

Gräfin Brenner 33.000 

Orientalische Compagnie 7000 

Giovanelli 15.000 

Es erübrigen dann noch meine Güter in Italien, mein 
Haus sammt Garten in Wien und die Wittwenpension 
meiner Frau. 

Ich überlasse meiner Frau die Vormundschaft über 
Alles, ohne Verpflichtung hierüber Rechnung zu legen; ich 



Concept zu seinem Testamente. 1^3 

überlasse ihr überdies zu eigener Verfügung die 6000 fi. 
Gegenvermächtniss für die Mitgift. 

Ich vermache ihr meine Edelsteine (mit Ausnahme der 
in das Fideicommiss gehörigen) mit der Verpflichtung, sie nach 
ihrem Tode, meinen zu dieser Zeit noch lebenden Töchtern 
zu überlassen. 

Ich vermache ihr ein Dutzend Silbergeschirr, ein halbes 
Dutzend Teller, ein Salzgefass, zwei Paar Credenzteller, ein 
Dutzend Messer. 



15- 

GUTACHTEN AN DEN KAISER UEBER DIE IM 
WERKE GEWESENE ZWEITE VERMAEHLUNG. 

ITALIBNISCH. WIEN, 1673. JUIO, «}. 
CONCBPT. K. A., MfiU. XXVin, 180. 



An den Kaiser. 

Gott sei gelobt, der Euer Majestät den Gedanken einer 
Wiedervermählung eingegeben, welche Ihrer kaiserlichen Per- 
son, Ihrem erlauchten Hause, Ihren Völkern und der ganzen 
Christenheit so nothwendig ist: »Non legiones, non classes 
perinde firma imperii munimenta quam numerus liberorum.c i) 

Und jener Grosse 2) rief aus: »Orbitus mea quod sine 
liberis sum.spemitur« und der Meister der Politik schrieb :•'*) 
»Aliorum spes cohibentur, si successor non in incerto sit.c 

Aber wer ist würdig, von Euer Majestät erhoben zu 
werden? Prinzessinnen, welche Erbinnen von Staaten und 
Kronen sind, leben in diesem Jahrhunderte nicht mehr ; andere, 
welche mit einem Schlage die Gemüther beruhigen und Kriege 
stillen könnten, nach dem Ausspruch: »Magnorum*) regum 
bella comicos habere exitus,€ giebt es heute, wo die Kriege 
den Zweck verfolgen, über Andere zu herrschen, oder die 
Interessen des Staates zu wahren, auch nicht mehr. 

Es ist eine Prinzessin in Dänemark, würdig, sagt man, 
des königlichen Hauses, in dem sie geboren, aber ich hatte 
nicht das Glück und die Ehre sie zu sehen ; und da sie einem 
Glauben und einer Religion angehört, die im österreichischen 
Palaste niemals Platz fand, so würde sie, auch wenn sie 
katholisch würde, doch nicht den Interessen des erlauchten 
Hauses dienen können. 



^) Tacitus, bist., 4. 
2) Curtius. 
^ Tac, An., 1. 3. 
*) Froissardus. 

M ontecaccoli. IV. 12 



lyS Montecuccoli: Gutachten an den Kaiser etc. 

Es ist ferner eine Prinzessin von Pfalz-Neuburg, die 
allgemein bewundert wird, wegen ihrer Tugend und Schön- 
heit und welche würdig genannt wird, des edlen Geblütes 
dem sie entstammt; aber dieses erlauchte Haus ist in sich 
selbst getheilt, nicht nur durch die Religion, sondern auch 
durch die Interessen; und mir ist nicht bekannt, dass für 
diese Ehe Euer Majestät besonders vortheilhafte Bedingungen 
gestellt wurden. 

Euer Majestät haben aber in ihrem eigenen Hause die 
durchlauchtigste Erzherzogin Claudia Felicitas, in welcher ich 
alle Eigenschaften des Geistes und des Korpers bewundere, 
die schön, edel, tugendhaft und bestimmt ist, nach allen 
Seiten Glück zu spenden. 

Und indem ich mit dem unterthänigsten Wunsche 
schliesse. Euer Majestät möge die richtigste Wahl treffen, 
beuge ich mein Knie und lege Euer Majestät meine Er- 
gebenheit zu Füssen. 



IV. 



CORRESPONDENZ 



13* 



I. 



CORRESPONDENZ DER JAHRE 1644 UND 1645 



ITALIENISCH, FRANZOESISCH, DEUTSCH. 
CONCBPTBAND. K. A.. 1643. XIII. 4. 



An den Grafen Gallas. 

Wien. 1644, April, 16. 

Euer Excellenz hatten die Gewogenheit, hier in so vor- 
theilhafter Weise von meiner geringen Person zu sprechen, 
dass, hätten meine Verpflichtungen gegen Sie nicht bereits 
den Höhepunct erreicht, dieser Fall gewiss jetzt eingetreten 
wäre. In Folge dieser g^ten Meinung, in die mich die Gnade 
Euer Excellenz gebracht hat, wurde ich hier von den 
Ministem aufgefordert, wieder in die Dienste Seiner Majestät 
einzutreten und sie haben mir auf imgewöhnliche Weise, 
derart die kaiserliche Gmade und die Geneigtheit, mich in 
ihren Schutz zu nehmen vorgehalten, dass ich es als eine 
Pflicht meiner Verehrung ansah, meinen Willen in Allem und 
Jedem der Huld Seiner Majestät unterzuordnen, indem ich 
blinden imd pünctlichsten Gehorsam leiste. 

Bei meiner Abfertigung wurde mir mitgetheilt, Seine 
Majestät beabsichtige, mich entweder Euer Excellenz bei- 
zugeben, oder mit dem Commando in Schlesien zu betrauen, 
je nachdem es Ihnen, dem man diesbezüglich schreiben werde, 
angemessener erscheine. 

Ich werde mich wahrhaft äusserst glücklich schätzen 
die Ehre geniessen zu dürfen, Ihre Befehle unmittelbar 
zu erhalten, Ihnen personlich dienen und unter Ihren 
eigenen Augen handeln zu können; weil aber Euer Ex- 
cellenz ohnehin viele Generale bei sich haben werden und 
meine Dienste überflüssig und nutzlos sein konnten, so bitte 
ich Sie zu bedenken, ob es für mich nicht besser wäre in 
Schlesien zu sein, wo bei Vermeidung jener Unterordnung, 
die bisher meinen Geist gefangen hielt, auch ich einen be- 



184 Montecuccoli: 

sonderen Dienst Seiner Majestät und auch Euer Excellenz 
leisten konnte, deren Entschlüsse ich mich übrigens voll- 
kommen und mit grosstem Vergnügen unterordne, denn der 
Wunsch Ihnen zu dienen, der mich beseelt, ist nicht an den 
Ort, sondern an die Person gebunden. Und ich verneige mich 
ehrfurchtsvoll vor Euer Excellenz etc. 



An den Herzog von Modena. 

Wien. 1644, April, 16. 

Die Bestätigung des nun vollzogenen Friedensschlusses 
in Italien, welche vorige Woche anlangte und für welche 
Gott in der Kirche St. Georg in Venedig öffentliche Dank- 
sagungen dargebracht wurden, war die Ursache, dass ich 
hier neuerdings bestürmt wurde, ohne Widerspänstig- 
keit in's Feld zu ziehen und im Heere Seiner Majestät, 
welcher, auf wahrlich nicht gewöhnliche Art, mir zureden liess, 
Dienste zu leisten. Da man mir auf diese Weise einer- 
seits seine Huld und Gnade, anderseits beinahe den Verlust 
derselben vor Augen hielt, wurde ich überredet und 
liess mich zu der Erklärung herbei, vollkommen den Be- 
schlüssen Seiner Majestät, sowie jedem seiner Befehle Folge 
leisten zu wollen, wenn ich nur erst den Abschied von 
Euer Hoheit erhalten hätte und im Falle neuer Conflicte nicht 
gehindert würde, Ihnen meine schuldigen Dienste zu leisten. 
Der Kaiser liess mir sagen, er nehme die Zufriedenstellung 
Euer Hoheit und die Ertheilung des Abschiedes auf sich, man 
werde mich sofort entlassen, wenn Euer Hoheit mich wieder in 
Ihre Dienste nehmen wollen und werde mir nach Beendigung des 
Feldzuges gestatten eine Reise nach Italien zu machen. Ich 
habe erwidert und gebeten, man möge mir wenigstens nur 
drei Wochen und nicht mehr, Zeit geben, um persönlich 
Euer Hoheit die Befehle Seiner Majestät zu übermitteln und 
einige häusliche Angelegenheiten, die meine Gegenwart 
nothwendig erheischen, zu ordnen und habe erklärt, dass ich 
den mir bewilligten Urlaub nicht überschreiten würde, unter 
Hinweis, dass ich ihn auch andere Male auf das Genaueste 
eingehalten hatte; ich erhielt noch keine Antwort, jedoch 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. ig^ 

so viel ich begreifen kann, dürfte mir auch dies ver- 
weigert werden, unter der Angabe, die Nothwendigkeit sei 
eine augenblickliche und lasse nicht den geringsten Aufschub 
zu, wie es Ihnen durch den Brief Seiner Majestät angezeigt 
werden wird. 

Grraf Trauttmansdorff hat nrich versichert, es werde mir 
eine Summe in der Hohe von 30.000 Gulden pünctlich 
ausbezahlt werden, wenn auch nicht alles auf einmal, so doch 
in mehreren Raten; jetzt werde mir eine Beihilfe, für die 
Kosten die ich benothige um in's Feld zu ziehen, gegeben 
werden und der Graf gebrauchte hiebei so gnädige Aus- 
drücke, auch im Namen Seiner Majestät, die weitaus das 
Mass meiner Verdienste überschreiten. Ich hatte aber 
mein Gemüth schon so sehr mit anderen Vorsätzen erfüllt, 
dass ich wahrlich über diese Gnaden nicht jene Befriedigung 
empfinden kann, die ich eigentlich empfinden müsste. Die 
grosste von Allen wird das Bewusstsein sein, dass mir die 
Gunst Euer Hoheit nicht geschmälert werde, während ich 
mich Ihnen in tiefster Ehrfurcht zu Füssen lege etc. 



An den Marquis Franz Montecuccoli. 

Wien. 1644, April, 16. 

Seine Majestät will, dass ich wieder in seine Dienste 
trete und da man nun bestimmt weiss, dass der Friede in 
Italien vollkommen bestätigt ist, so drangen die hiesigen Mini- 
ster so sehr in mich, mir einerseits die grosse Ehre vorstellend, 
welche mir Seine Majestät erweise, indem er so viel Werth 
auf meine Dienste lege, dass er mich in einer Zeit berufe, 
wo er Andere entlassen habe; die Hoffnungen die ich in seine 
Gnade setzen könne; ihre Billigxing; den sofortigen Nutzen 
der mir durch Ausbezahlung der 30.000 Gulden erwachse 
und die Vortheile für die Erbschaft, die der Unterstützung 
bedürfe, sowie viele andere Dinge; anderseits aber mir die 
kaiserliche Ungnade und den Verlust seiner Huld andeutend ; 
dass sie mich theils überzeugt, theUs gezwungen, dazu brachten 
zu sagen, ich würde mich vollkommen der Huld Seiner 



i86 Montecuccoli: 

Majestät unterordnen und blindlings gehorchen, sobald ich 
nur den Abschied von Seiner Hoheit erhalten hätte, ist selbst- 
verständlich. 

Augenblicklich liess mir der Kaiser sagen, dies werde er 
auf sich nehmen und sofort einen Courier oder die Post absenden ; 
er werde mich sofort wieder entlassen, wenn sich dort die 
Verhältnisse neuerdings trüben sollten und nach Beendigung 
des Feldzuges werde er mir gestatten eine Reise nach Italien 
zu unternehmen, denn jetzt sei der Bedarf allzu dringend und 
die augenblickliche Nothwendigkeit lasse selbst den geringsten 
Aufschub nicht zu. Ich hatte mir wahrlich im Dienste Seiner 
Hoheit ein glückliches Leben vorgestellt und kann nichts als 
eine Enttäuschung darüber empfinden, davon abgewendet 
worden zu sein, aber ich opfere mein Vergrnügen den Be- 
fehlen Seiner Majestät und dem Interesse unseres Hauses mit 
der Absicht jedoch, das nicht aufzugeben, was ich für jetzt 
aufgeschoben sehe. Ich werde in diesem Feldzuge dienen und 
im künftigen Winter werde ich, so Gott will, kommen, um Ihnen 
meine Absichten genau bekannt zu geben; inzwischen werde 
ich darauf sehen, die Erbschafts- Angelegenheiten in Ordnung 
zu bringen und die 30.000 Gulden zu erhalten. Ich glaube 
nicht, dass der durchlauchtigste Herr auch nur im Geringsten 
einer verschiedenen Meinung wie Seine Majestät sei, denn 
in jeder Beziehung wäre ich dort in dieser friedlichen Zeit 
unnütz, würde eher Auslagen verursachen und Euer Hoch- 
wohlgeboren werden während meiner Abwesenheit, für 
das Aerar den Gehalt, den Seine Hoheit mir zu geben 
geruhten, ersparen können, denn man ist nicht verpflichtet 
den Soldaten, die keine Kriegsdienste leisten, den Sold zu 
bezahlen. Graf Trauttmansdorff hat mir besondere Beweise 
einer ausserordentlichen Zuneigung gegeben, man wird mir 
eine Beihilfe für die Kosten in's Feld zu ziehen geben imd 
es fehlt nicht an guten Worten und grossen Hoffnungen; 
aber in Wirklichkeit beabsichtige ich sofort nach Modena 
zurückzukehren, sobald ich es mit gutem Gewissen thun kann. 
Für einige Forderungen, die ich mit meinem Regimente 
hatte, hat mir der junge Giucciardini hier eine Schuld- 
verschreibung über 600 Gulden, d. h. 200 ungarische Gold- 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 187 

gülden gegeben und hat mir gesagt, er habe nach Florenz 
geschrieben, damit mir die Summe in Modena ausbezahlt 
werde, doch wisse er mir nicht den Kaufmann zu nennen; 
wollen Euer Hochgeboren gütigst nachsehen, ob dort- 
selbst der Zahlungis-Auftrag eingelangt ist und sich den 
Betrag ausfolgen lassen. Ich schreibe dem Doctor in An- 
gelegenheit des Stalles. Geruhen Euer Hochgeboren in 
allen Angelegenheiten ihm Ihre Unterstützung zu gewähren, 
wie ich überzeugt bin, dass Sie es auch ohne meine Bitte 
gethan hätten. 

An den Kaiser. 

Wien. 1644, April, 16. 

Euer Majestät haben huldreichst zu befehlen geruht, 
dass mir sofort 3.000 Gulden vom General- Kriegs -Zahl- 
meister ausbezahlt werden, welcher sich aber entschuldigt, 
kein Geld in Bereitschaft zu haben und verlangt, man solle 
ihm die Art und Weise angeben, woher er es zu beschaffen 
habe. Ich bitte unterthänigst um die Gnade dieser Anweisung, 
damit ich im Falle eines Befehles bereit sei abzugehen und 
der Mangel dieses Geldes keine Verzögerung in Euerer 
kaiserlichen Majestät Dienst mit sich bringe. Und zu den 
Füssen neige ich mich ehrfurchtsvoll etc. 



An den Herzog von Modena. 

Wien. 1644, April, 23. 

Dem Schreiben Euer Hoheit vom 6. April ent- 
nehme ich die Bestätigung des Friedens, dessen Abschluss 
auch vorige Woche vom venezianischen Gesandten hier kund- 
gemacht wurde und ich freue mich darüber mit Euer Hoheit 
und mit ganz Italien. Seine Majestät hat gewollt, dass ich 
seine Kriegsdienste wieder annehme und da ich derart ge- 
drängt wurde, dass mir keine andere Ausrede blieb, als dass 
ich nicht frei und zum Dienste Euer Hoheit verpflichtet sei, 
so liess mir Seine Majestät antworten, er nehme es auf sich, 



i88 Montecuccoii: 

Euer Hoheit zufrieden zu stellen und er werde mir jedesmal, 
als es Ihr Dienst erfordere, g-estatten hin zu reisen, werde mir 
am Ende des Feldzuges Urlaub geben, um mich Ihnen zu 
Füssen zu legen und wolle in diesem Sinne Euer Hoheit 
schreiben; doch weiss ich nicht, ob es bereits geschehen 
ist. Ich habe gebeten, man möge mir wenigstens gestatten 
eine Fahrt mittelst Post dorthin zu machen, auf nicht länger 
als drei Wochen, aber auch diese Gunst wurde mir mit dem 
Bedeuten abgeschlagen, der Dienst Seiner Majestät gestatte 
keinen Aufschub und es wurde mir ein Decret zugestellt, 
durch welches mir befohlen wird, mich bereit zu halten, zu 
jeder Stunde dorthin, wo Seine Majestät befehlen werde, ab- 
zugehen; ich glaube, dass beabsichtigt ist, mich entweder 
zur Armee des Grafen Gallas oder zur Commando-Ueber- 
nahme nach Schlesien zu senden und dass man nur das Gut- 
achten des genannten Grrafen, dem geschrieben wiurde, abwarte. 
Im Decrete verspricht man mir das erste Regiment, welches 
frei wird und meine demnächstige Beförderung; man giebt 
mir gleich 3.000 Gulden um meine Verhältnisse zu 
ordnen, femer, was ich hoher schätze und wünsche in einer 
sicheren Gegend, nämlich in Steyermark, angewiesen zu er- 
halten, die Zusicherung auf eine Summe von 30.000 
Gulden; endlich verspricht man mir die Gunst des Hofes, um 
die Schwierigkeiten zu erleichtern, die sich in Angelegenheit 
meiner Erbschaft ergeben könnten. 

Wann immer jedoch Euer Hoheit wollten, dass ich im 
Interesse Ihres Dienstes erscheine, werde ich, abgesehen da- 
von, dass ich weiss, der Kaiser werde es nie verweigern, 
auf eigene Rechnung stets Ihren Befehlen gehorchen und 
mein Leben und Alles, was ich auf Erden besitze Ihrem Dienste 
opfern, denn Euer Hoheit können hievon bestimmt überzeugt 
sein, dass ich nichts auf der Welt dem Besitze Ihrer 
Gnade gleichstelle. Ueber meine häuslichen Angelegenheiten 
habe ich dem Marquis Franz geschrieben und werde fort- 
fahren ihm ausfuhrlicher zu schreiben, damit er zu minder 
ungelegener Zeit, ohne Eure Hoheit zu belästigen, Ihnen 
hierüber berichten könne. Er, auf dessen Schultern beinahe 
unser ganzes Haus ruht, wird im Bedarfsfalle die Huld und 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 180 

Gnade Euer Hoheit anflehen und ich fuge schon jetzt meine 
unterthänigsten Bitten bei und schliesse, indem ich mich mit 
der pflichtschuldigsten Ehrerbietung vor Ihnen beuge. 



An den Marquis Franz Montecuccoli. 

Wien. 1644« April, 33. 

Ich habe schon vorige Woche Euer Hochwohlgeboren 
geschrieben, dass Seine Majestät wünsche, ich solle ihm wieder 
Kriegsdienste leisten. Ich habe gebeten, man möge mir 
gestatten wenigstens auf drei Wochen hinzukommen, aber 
auch diese Gunst wurde mir mit dem Bedeuten abgeschlagen, 
der Dienst Seiner Majestät gestatte keinen Aufschub. Der 
Kaiser hat ein Decret ausgefertigt, in welchem er an- 
ordnet, mich bereit zu halten zu jeder Stunde dorthin abzu- 
gehen, wohin er befehlen werde und ich glaube, dass er 
beabsichtige, mich entweder zur Armee des Grafen Gallas 
oder zur Commando-Uebemahme nach Schlesien zu senden 
und dass er nur die Ansicht des genannten Grafen (dem 
Seine Majestät schon geschrieben hat) abwarte. Er verspricht mir 
im Decrete das erste Regiment, welches vacat wird, sowie 
meine Beförderung in die nächste Charge, giebt mir gleich 
3.000 Gulden um meine Verhältnisse zu ordnen und 
das, was ich hoher schätze und was ich wünsche, in einer 
sicheren Gegend, nämlich in Steyermark, angewiesen zu er- 
halten, die Zusicherung auf eine Summe von 30.000 
Gulden; dass femer die Gunst des Hofes mir die Schwierig- 
keiten erleichtere, die sich in Angelegenheit der Erbschaft 
ergeben konnten, wenngleich ich mich schon mit dem Mit- 
erben verglichen habe und man bereits die Documente aus- 
fertigt, deren Abschrift ich Euer Hochwohlgeboren mit 
der ersten regelmässigen Post senden werde. Der Inhalt 
ist der, dass ich ihm 27.000 Gulden baar und zwar 1 0.000 
im ersten, 10.000 im zweiten und 7.000 im dritten Jahre 
geben werde. Dass ich eine Forderung von 11.000 Gulden, 
die wir an die Landes-Kammer haben, ihm abtrete und 
dass ich alle bekannten oder unbekannten, erwiesenen 
oder unerwiesenen Schulden, die von den Grafen Ernst und 



IQO 



Montecuccoli: 



Girolamo und von der Gräfin herrühren, auf mich nehmen 
werde. Ich mache jetzt eine Schenkungs-Urkunde für den 
Todesfall zu Gunsten Euer Hochwohlgeboren, über all' mein 
bewegliches und unbewegliches Besitzthum in Deutschland, 
um Ihnen auf die mir bestmöglichste Art die Erkenntlichkeit 
meiner Verpflichtungen gegen Sie, sowie die Erinnerung an 
alle Gefälligkeiten, die ich bereits empfangen habe und von 
Ihrem Wohlwollen noch zu empfangen hoffe, zu bethätigen; 
Seine Majestät wird die Echtheit der Urkunde bestätigen, 
damit Sie, falls ich sterben sollte, auf keine Schwierigkeiten 
stossen. Ueber meinen Besitz in Italien habe ich auch ein 
eigenhändiges Testament gemacht, in welchem ich ebenfalls 
Euer Hochwohlgeboren als Erben bezeichnete und habe es 
zu Händen des Doctor Ricci gegeben. Hier habe ich 
eine Schidd von 2.000 Gulden bezahlt und ein silbernes 
Tafel-Service ausgelost, das ich mit mir in's Feld nehmen 
werde, so dass man das in Modena befindliche aufbewahren 
kann. Ich werde auch trachten alle Interessen der Gläubiger 
zu zahlen, worauf Seine Majestät mir ein Moratorium, das heisst 
eine Zahlungsfrist von zwei oder drei Jahren bewilligen wird 
und inzwischen wird mir hoffentlich irgend ein Heiliger helfen. 
Ich schreibe dem Doctor Ricci, er solle mir gleich meine 
Reitpferde schicken, denn hier finde ich keine guten und sie 
sind auch sehr theuer. Wegen der Wagenpferde schreibe 
ich ihm, er solle sie verkaufen, sowie auch den Wein, das 
Getreide und die anderen Vorräthe für die Hauswirthschaft; 
und ich bitte Euer Hochwohlgeboren, ihm bei Allem was er 
benöthigt Ihre Unterstützung zu gewähren, sowie ich auch 
mochte, dass man abrechne, um irgend ein Geld von der 
Frau Julie Bigi, meiner Tante, zu erhalten und meine 
Besitzungen in Ferrara zu verkaufen, denn man muss 
sehen auf jede Art Geld zusammen zu bringen, damit ich 
mich von diesen Schulden und Vermächtnissen, die in einem 
Jahre und drei Monaten fallig werden, befreien kann. Ich 
schreibe dem Doctor Ricci weitläufiger, welcher den Brief 
Euer Hochwohlgeboren zeigen wird, während ich, um Sie 
nicht weiter zu belästigen, Ihnen mit aller Gewogenheit die 
Hände küsse. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 191 

An Doctor Ricci. 
Wien. 1644, April, 23. 

Am Ende habe ich es so gemacht, wie jene gutmüthigen 
Weiber, die, nachdem sie ihr ganzes Geld auf Putz ver- 
braucht haben, keinen anderen Weg mehr einschlagen können, 
als den, bei jedem Liebeswort sich gleich gefalligst auf den 
Rücken fallen zu lassen. 

Die Ungeduld des Müssigganges, der Friede in Italien 
und die Huld, mit welcher Seine Majestät mir in nicht ge- 
wohnlicher und bei weitem mein Verdienst übersteigender 
Weise zureden Hess, in seinen Kriegsdiensten zu verbleiben, 
haben mich dazu gebracht, nicht nein zu sagen, so- 
bald mein durchlauchtigster Herr damit zufrieden ist; 
Seine Majestät hat die Zufriedenstellung Seiner Hoheit auf 
sich genommen, sowie auch ich ihm gleich • geschrieben habe, 
dass ich in's Feld ziehen müsse und ich werde auch sobald 
als möglich wissen lassen, wo sich meine neue Anstellung 
befinden wird. Inzwischen geben sie mir hier gleich 3.000 
Gulden als Beihilfe, um meine Angelegenheiten zu ordnen, 
versprechen mir grössere Dinge, weisen mir überdies an 
sicherer Stelle die Eintreibung des Gehaltes von 30.000 
Gulden an und sichern mich endlich auch vor allen Unannehm- 
lichkeiten, die mir in Folge der Erbschaft erwachsen könnten. 
Ich werde mich hier mit Kutschen und Wagen und mit allem 
Erforderlichen versehen, aber Pferde für meine Person findet 
man entweder nicht, oder sie sind äusserst theuer. Deshalb 
werdet Ihr mir gleich die Meinigen senden und zwar den 
Braun »Ducac, den Schwarzschimmel »Rangone«, sowie den 
Schimmel »Breslau« und diese werden mit ihrem Sattelzeug 
und mit Kotzen bedeckt an der Hand geführt werden, so 
wie ich sie in's Feld fuhren liess; die Stallknechte, welche 
sie fuhren werden, sollen sein, für den Braun »Ciniselli«, für 
den Schimmel »Turco« und für den dunkeln Schimmel »Cordon«. 
Sie werden die Route von Modena nach Padua, von dort 
nach Treviso, dann nach Palmanova, von dort nach Graz 
und von Graz nach Wien nehmen, wo man sie beim Herrn 
Ottavio BologTiesi, der hier Resident unseres Herzogs ist, ein- 



192 



Montecuccoli: 



stellen und der ihnen jede Auskunft, sowie auch Geld, 
falls sie es benothigen sollten, geben wird. Am Trans- 
porte muss mein kurze Märsche machen, jeden dritten Tag 
Rasttag halten und die Pferde gut warten lassen, damit sie 
nicht leiden. Für die Reise werdet Ihr ihnen Geld geben, 
welches Ihr Euch, falls es nicht vorhanden sein sollte, ausleihen 
und auch durch den Verkauf des Wagens, der Weine, des Ge- 
treides und der anderen Vorräthe für die Hauswirthschaft 
beschaffen werdet; das Silberzeug werdet Ihr entweder im 
Hause des Herrn Marquis Franz, oder in der Obhut irgend 
eines Kaufmanns, oder wo Ihr es sonst am gelegensten haltet, 
aufbewahren, da ich hier ein anderes, sehr schönes Service 
habe, sowie Ihr auch mit besonderer Sorgfalt auf meinen 
Schreibtisch, in welchem ich Dinge, die mir sehr wichtig 
sind, habe, Acht geben müsst. Bei dieser Gelegenheit werdet 
Ihr mir den silbernen Napf, der zum Rasieren dient, 
sowie die Feldflasche schicken; femer meinen Original- 
Geburtsschein und die Familien-Documente; den Besatz für 
die Livreen, welcher wie ich glaube, dort schon fertig war; 
zwei Paar der besten Pistolen, aber so gemacht und ge- 
schäftet, wie es in Italien Sitte ist; zwei echte Bologneser- 
Hündchen; endlich zwei Schachteln der schönsten Seiden- 
oder Silber-Blumen, die man dort verfertigt ; auch werdet Ihr 
den Obristen Seraffino bitten, Euch jene zwei Stahl-Rollen 
mit der Schraube ohne Ende zu geben, mit welchen man 
sich selbst auf eine beträchtliche Höhe hinaufziehen kann 
und Ihr werdet sie ihm bezahlen (anders will ich sie nicht). 
Aber habt die Güte Euch zu beeilen, damit ich keine Minute 
Zeit verliere, da ich zu sehr der Pferde bedarf. Wenn der 
Anzari mir den Gefallen erweisen wollte, selbst mit den 
Pferden bis hieher zu kommen, würde er mich sehr zu 
Danke verpflichten, doch wenn er nicht könnte, muss man 
irgend einen anderen finden, der dies thäte und sich auf der 
Reise kümmern würde und man muss ihm auch Geld zu 
seiner Rückkehr geben; vielleicht würde es der Padella 
thun. Ich empfehle alle meine Sachen Eurem Eifer, Eurer 
Rechtschaffenheit und Liebe, wenngleich ich wohl weiss, dass 
es nicht nothwendig ist sie anzuempfehlen und ich werde 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 193 

mich immer für die Gefälligkeiten, die Ihr mir erweiset und 
für die Mühe, die Ihr euch nehmt, dankbar erzeigen; sollte 
ich aber auch hierin mich vergehen, so habe ich in meinem 
letzten Willen derartige Anordnungen getroffen, dass Ihr ein 
Zeichen meiner Zuneigung finden werdet. 

Ich werde vor Eintritt des künftigen Winters keine 
Reise nach Italien unternehmen können; denn ich habe 
Seine Majestät um drei Wochen Urlaub gebeten, konnte ihn 
aber nicht erhalten, unter der Angabe, sein Dienst erleide 
keinen Aufschub. Um Gottes Willen trachtet zu einer Ver- 
einbanmg mit Frau Julie, meiner Tante, zu kommen, oder 
Geld zu beheben, ebenso wie meine Güter in Ferrara zu ver- 
kaufen; ich muss hier eine Menge Schulden bezahlen, die 
mir die Gräfin M. ^) hinterlassen hat. Auch habe ich dem 
Marquis Franz geschrieben, von dem Ihr jedwede Unter- 
stützung und Gefälligkeit haben könnt, ebenso auch vom 
Marquis Maximilian, am meisten aber von Seiner Durch- 
lauchtigsten Hoheit, welche mich in Schutz nehmen und mein 
Interesse bei der Frau Julie wahren kann. Ich habe hier in 
meinem Hause die Bücher »de contributionibus« und werde 
sie so bald als möglich, gelegentlich einer Waarensendung, 
zurückschicken. Ich grüsse Euch, sowie alle Freunde von 
ganzem Herzen. 

Der junge Guicciardini, welcher hier ist, schuldet mir 
600 Gulden, das sind 200 ungarische Goldgulden und sag^, 
er habe nach Florenz dem Marquis Lorenz Guicciardini, 
seinem Onkel, geschrieben, damit er sie mir in Modena aus- 
zahlen lasse. Habt die Güte sie einzutreiben, oder genanntem 
Marquis zu schreiben, er solle sie mir auszahlen lassen. 

An F. C») 

Wien. 1644, April, 27. 

Gestern hatte ich Audienz bei Seiner Majestät und gieng 
spät in den Prater, in der Hoffnung die Augen durch den 



1) Montecuccoli, Wittwe nach seinem Oheim, dem Feldzeugmeister 
Grafen Ernst Montecuccoli. 
') Fräulein Catharina. 

Montecaccoli. IV. 13 



L 



IQ4 Montccuccoli: 

Anblick meiner Sonne zu erheitern; aber es traf nicht ein. 
Ich betete Sie daher im Herzen an und zum Zeichen der Ver- 
ehrung sende ich meinem Idol diese Wohlg-erüche, mit jener 
Andacht, mit der man den Göttern Weihrauch spendet. Es 
ist ein Schiffchen, welches das Bild meiner Seele darstellt, 
welche immer schwankend und unruhig' sein wird, bis sie 
nicht Ruhe und Frieden im Hafen Ihrer Gunst finden wird. 
Und ich empfehle mich Ihnen im Geiste etc. 

An den Grafen Gallas. 

Wien. 1644, April, 27. 

Ich empfinde jederzeit und überall das Wohlwollen 
Euer Excellenz. Die Meldung, die Sie Seiner Majestät ge- 
macht haben (wie Sie die Güte hatten mir mitzutheilen), dass 
nur die Garnisonen in Schlesien zurückbleiben, wird mir be- 
hilflich sein zu erwirken, dass man mich nicht an einen 
Ort sende, wo ich müssig bleiben müsste. Doch erfahre ich, 
Seine Majestät habe beschlossen, dass ich zu Euer Excellenz 
reise, um dort Befehle in Empfang zu nehmen. Dies ge- 
reicht mir zur grossten Befriedigung und ich werde mich 
beeilen Ihnen zu dienen; ich erwarte nur die Ausfolgung 
einigen Geldes, das man mir als Beihilfe für den Unterhalt 
giebt. Heute Morgens ist die Meldung eingetroffen, der Graf 
von Nassau wäre in einem Treffen mit den Hessen todt ge- 
blieben; ich habe sofort Seiner Majestät eine Bittschrift unter- 
breitet, mir dieses Regiment zu verleihen und während die 
EntSchliessung sich in die Länge zieht, würde ich Euer Ex- 
cellenz um gütige Vermittlung bitten, ohne jedoch zu unter- 
lassen, Sie so bald als möglich aufzusuchen und der Ehre, 
unter Ihren Befehlen zu stehen, theilhaftig zu werden. Zum 
Schlüsse verneige ich mich Ihnen in tiefster Demuth etc. 

An F. C. 

Wien. 1644, April, 29, 

Ich weiss nicht, ob ich es als ein schlechtes oder als ein 
gutes Zeichen nehmen soll, dass Sie sich, vor der gewohnten 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. ige 

Zeit, von der Gesellschaft entfernten und mir die Möglichkeit 
benahmen Ihnen Adieu zu sagen und eine gute Nacht zu 
wünschen. Weil aber die Menschen sich immer schmeicheln 
und leicht das glauben, woran sie glauben möchten, so bilde 
ich mir ein, dass dieses vorzeitige Zurückziehen eine mir 
günstige Zuneigung bedeute, wenn Sie nicht etwa dadurch 
einen anderen Diener in Ihrer Gunst erhöhen wollten. Gott 
gebe dies nicht zu, damit meine Zuneigung, die stets ergeben 
ist, immer mehr und mehr steige. 
Und ich empfehle mich etc. 

An den Herzog von Modena. 

Wien. 1644, April, 30. 

Durch meine beiden letzten Briefe habe ich Euer Hoheit 
von dem Entschlüsse verständigt, den Seine Majestät in meiner 
Angelegenheit gefasst hat und Seine Majestät hat Euer 
Hoheit auch diesbezüglich selbst benachrichtigt; ich bin 
darüber sehr betrübt und muss den Wunsch, vor Euer Hoheit 
mein Knie zu beugen, bis zum Ende des heurigen Feldzuges 
aufschieben; ich weiss noch selbst nicht, wo ich eingetheilt 
werde, da Seine Majestät ursprünglich die Absicht hatte, mir 
das Commando in Schlesien anzuvertrauen, Gallas jedoch 
mittlerweile schreibt, dass er dortselbst kein eigenes Corps 
aufstellen wolle. Kürzlich ist der Graf von Nassau in einem 
Gefechte, von dem man sagt, dass die Kaiserlichen siegreich 
waren, gefallen und Seine Majestät hatte die Gnade mir das 
Regiment zu verleihen, woraus ich schliesse, dass man mich 
zu Hatzfeld schicken wolle, um dessen Reiterei zu befehligen; 
ich werde Euer Hoheit, wenn ich neue Befehle erhalte, sogleich 
verständigen. 

An den Grafen Hatzfeld. 

Wien. 1644, Mai, 4. 

Der Friede in Italien und die Gnade Seiner Majestät 
des Kaisers, der mich wieder in seine Dienste nahm, 
setzen mich in die Lage, meine Kräfte gleich dem 

13* 



I Q 6 Montecuccoli : 

allerhöchsten Dienste zu weihen; Seine Majestät hat mir für 
die in den letzten Jahren geleisteten Dienste 30.000 fl. auf 
die Rückstände Steyermarks verschrieben und das Regiment 
Nassau verliehen, da er mir schon früher die nächste Vacanz 
eines Regiments zugesichert hatte. 

Da ich höre, dass dieses Regiment früher Euer Excellenz 
gehorte, fühle ich mich stolz, der Nachfolger eines so oft 
ausgezeichneten Generals zu sein und ich lege Euer Excellenz 
meine ganze Ergebenheit zu Füssen, betonend, dass Sie über 
meine Person in jeder Beziehung disponieren können und 
es gewiss Niemanden giebt, der diese Ehre mehr schätzt, 
wie ich. 

Seine Majestät hat mir befohlen, mich jeden Augenblick 
zum Abgange zur Armee bereit zu halten und indem ich 
selbstverständlich bereit bin, dorthin zu gehen, wo es der 
Wille des Kaisers ist, so kann ich doch nicht umhin ein- 
zugestehen, dass ich am liebsten wieder unter das Commando 
Euer Excellenz treten würde. 

An den Prinzen Matthias. 
Wien. 1644, Mai, 14. 

Ich hatte mich in einer persönlichen Angelegenheit, 
wegen meiner Tante, der Gräfin Montecuccoli, per Post nach 
Wien begeben und wurde durch den Tod derselben und die 
mir hiedurch zufallende Erbschaft, sowie durch den Antrag 
Seiner Majestät, in derselben Charge in der ich voriges Jahr 
den kaiserlichen Dienst verliess, wieder einzutreten, bis jetzt 
hier aufgehalten. 

Seine Majestät hat mich mit einem Geschenke von 
30.000 fl., zahlbar in Steyermark, beehrt und mir das Regfi- 
ment Nassau, früher Hatzfeld, verliehen; er stellte mir bei 
nächster Gelegenheit ein Avancement in Aussicht, Hess mir 
zur Ausstattung für den Krieg Geld anweisen und hatte die 
Absicht, mir in Schlesien ein selbstständiges Commando zu 
geben, was aber durch Gallas, der in Prag die ganze Armee 
und alle Generale versammeln will, um erst an Ort und 
Stelle die Dispositionen zu treffen, verhindert wurde. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. I97 

Ich werde also zu dieser abreisen und Seine Majestät 
war so gütig, zu meinen Gunsten dem General-Liefütenant einen 
eig-enhändigen Brief zu schreiben. 

Ich theile Euer Hoheit dies Alles mit, um meine Er- 
gebenheit zu beweisen, die ich stets gegen Sie hegen werde 
und es wird mir eine Ehre sein, Euer Hoheit auch weiterhin 
von den laufenden Angelegenheiten in Kenntniss zu setzen. 



An den Residenten Bolognesi. 
Prag. 1644, Mai, 25. 

Ich habe Euer Hochwohlgeboren schon zwei Briefe ge- 
schrieben, ohne eine Antwort erhalten zu haben ; ich bin nun 
schon acht Tage hier und habe nichts zu thun als zuzusehen, 
wie ich mir am besten die Zeit vertreibe, was sehr schwer ist, 
da wir unter Freunden leben und in Folge dessen keine Händel 
vorkommen, andemtheils auch das Spiel mit dem Tod noch 
nicht begonnen hat; der General-Lieutenant ist oft krank und 
auch sonst unsichtbar, im Uebrigen aber mir gegenüber sehr 
liebenswürdig und zuvorkommend, obwohl er mir noch kein 
Wort über meine zukünftige Thätigkeit gesagt hat. 

Meine Geduld ist aber jetzt auch erschöpft und ich 
werde mich noch heute, oder morgen, diesbezüglich directe 
anfragen; meine Bagage ist gestern Abends angelangt und 
ich muss sie mit grossen Kosten im Gasthofe unterbringen, 
da es mir trotz eifriger Nachforschungen noch nicht gelungen 
ist, in einem Privathause Unterkunft zu finden. Vor zwei 
Tagen sendete ich, durch einen mir befreundeten Hauptmann, 
den Brief Seiner Majestät und meinen an den Grafen Hatz- 
feld nach Würzburg, wegen meines Regfiments, da mir Viele 
sagen, dass der Genersd die Ansicht vertrete, der Kaiser 
habe nicht das Recht, Regimenter seiner Armee zu vergeben; 
ich habe dem Hauptmann für die Reise 100 Thaler ge- 
geben. 

Ich glaube, dass wir im Begriffe stehen vorzurücken, 
aber Graf Hatzfeld ist, ungeduldig wie immer, in's Lager ab- 
gegangen und so zieht einer hin und einer her. 



I Q g Montecuccoli : 

Ich bitte Sie, dem Fürsten Lobkowitz meine Empfehlun- 
gen auszurichten und Ihnen, sowie dem Grafen Julius küsse 
ich die Hände. 

An den Herzog von Modena. 
Wien. 1644, Mai, 16. 

Aus meinen letzten Briefen werden Euer Hoheit erfahren 
haben, welche Wünsche Seine Majestät bezüglich meiner 
Person geäussert hat, denen ich schliesslich, da ich seiner 
Gnade Vieles verdanke, auch nachkommen musste; der Kaiser 
hat versprochen, mir im nächsten Winter einen Urlaub 
nach Italien zu gewähren und zu gestatten, im Falle das 
Interesse Euer Hoheit es dringend erheischen würde, wieder 
in Ihren Dienst zu treten. Heute erhielt ich den Brief vom 
2. Mai, den Euer Hoheit so gnädig waren mir zu schreiben 
und ich bin unendlich dankbar für die Güte, sowie das Wohl- 
wollen, welches Sie ihren Dienern bewahren und glaube auch, 
dass die kaiserliche Zusage, ich könne jeden Augenblick 
wieder in den Dienst Euer Hoheit zurückkehren, befriedigen 
wird; ich kann Euer Hoheit nur wieder versichern, dass ich 
mein Leben Ihrem Dienste geweiht habe und mich nichts 
zurückhalten kann, wenn der Ruf an mich ergeht, auch gleich 
zu kommen. 

Nur bitte ich ein solches Ansuchen derart zu stellen, 
dass man hier bei Hofe nicht im Stande ist, es directe zu 
verbieten, da ich nicht ohne Erlaubniss, als Flüchtling, bei 
Euer Hoheit erscheinen will, weil ich in einem solchen Falle 
für mein ganzes Leben ruiniert und auch für den Dienst bei 
Euer Hoheit nicht mehr geeignet wäre. 

Ich stehe soeben, wie ich schon vorgestern schrieb, im 
Begfriffe zum Heere abzugehen und bin im Besitze des Schlüssels 
zur Geheimschrift, den mir Ihr Resident übergeben hat. 

An den Residenten Bolognesi. 

Eger. 1644, Juni, 6. 

Ich habe die letzten Briefe, auch jene aus Italien er- 
halten; wird sind heute in Eger angelangt, wo das Heer 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. igg 

zusammengezogen wird ; der General-Lieutenant behandelt mich 
sehr zuvorkommend und ich glaube, dass er mich bei sich 
behalten will; vor der Abreise von Prag theilte er mir mit, 
dass er mich in diesem Feldzuge hervorragend verwenden 
werde und dem Grafen CoUoredo gegenüber äusserte er, dass 
ich Befehle nur von ihm und vom Feld-Marschall entgegen- 
zunehmen habe. 

An Arbeit wird es nicht mangeln, da der Feind sehr 
viel Reiterei in's Feld fuhrt und bald da, bald dort erscheinen 
kann; aus Holstein werden bei Königsmark 3000 Pferde 
erwartet; man weiss noch nicht, ob Torstenson folgen wird 
und ob sie die Elbe hier überschreiten, oder sich gegen 
Schlesien ziehen werden; der General-Lieutenant deckt sich 
nach allen Seiten, doch muss in wenigen Tagen eine Ent- 
scheidung getroffen sein. 

Es ist mir sehr lieb, dass Sie die Schriften zurück- 
behalten und dem Marquis Franz, in Angelegenheit der An- 
sprüche Castiglione's, geschrieben haben; ich hoffe dass die 
Juristen in Italien diese nicht anerkennen werden und sende 
Ihnen den Brief an Castiglione ein, damit Sie darin Einsicht 
nehmen und ihn absenden, oder dem Pater Ucario von den 
Bzimabiten übergeben. 

Was meinen Verwalter anbelangt, so höre ich, dass er 
mehr auf seinen als auf meinen Vortheil schaut und bis zu 
meiner Rückkehr sein Scherflein im Trockenen haben will. 

Ich empfehle mich dem venezianischen Gesandten, dem 
Fürsten Lobkowitz, Gonzaga, Leslie. 

An den Herzog von Modena. 

Eger. 1644, Juni, 6. 

Der Brief Euer Hoheit, den ich kürzlich erhalten, be- 
weist mir, in welch' ausserordentlicher Weise Euer Hoheit 
meine geringen Dienste schätzen und der Wunsch, meine 
»Abhandlung über den Krieg« *) zu lesen, ehrt mich ganz be- 

>) Siehe I. Band: »Abhandlung über den Krieg (Trattato della 
guerra).« 



200 Montecuccoli : 

sonders; diese meine Arbeit erliegt jedoch gegenwärtig in 
Italien, da ich bei meiner Abreise von dort nicht daran 
dachte, dass es mir im Laufe des Jahres nicht mehr möglich 
sein werde rückzukehren und so habe ich dem Doctor Ricci 
geschrieben, er möge jeden diesbezüglichen Wunsch Euer 
Hoheit sofort und jederzeit erfüllen. 

Ich bin jedoch der Meinung, dass es nothwendig sein 
werde, noch Vieles abzufeilen und dass es wünschenswerth 
wäre, auch mehrere Beispiele aus dem letzten Kriege in 
Italien hineinzunehmen; es wird dies Letztere von dem Ent 
Schlüsse Euer Hoheit abhängen, dessen Ruf mich stets bereit 
finden wird, seiner Fahne zu folgen. 

An den Grafen Alphons Montecuccoli. 

Eger. 1644, Juni, 6. 

Die beiden Briefe vom 6. und 11. Mai habe ich er- 
halten. 

Die edlen Gesinnungen und das Streben nach Ruhm 
erfreuten mich sehr, ebenso dass Seine Hoheit Sie bevorzugt. 

Da aber die Jahreszeit schon sehr vorgeschritten ist und 
bis Sie in das Reich kommen konnten, schon der grossere 
Theil des Feldzuges vorüber wäre, so halte ich dafür, dass 
Sie bis nächstes Jahr warten sollen; ich komme nach dem 
Beziehen der Winter-Quartiere nach Italien und wir können 
dann das Nähere besprechen. 

Im Uebrigen bin ich bereit Ihnen jederzeit hilfreich an 
die Hand zu gehen. 

An das Fräulein Anna Maria Rhein von Bellaiss. 

Eger. 1644, Juni, 6. 

Ich danke Ihnen vom Herzen für Ihr Schreiben und 
für die Mittheilung der Neuigkeiten von Wien, vor Allem 
der Hochzeit im Hause Brandeis, welcher Familie ich bitte 
meine Glückwünsche auszurichten. 

Die Erkrankung der Gräfin Hardegg hat mich sehr 
betrübt; ich bitte ihr den beigeschlossenen Brief zu über- 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 20 1 

geben und mir nächstens ihre volle und genaue Adresse mit- 
zutheilen. 

Ich habe die Prager Frauen gesehen, aber ausser einer, 
erreicht keine, auch nur annähernd, die Schönheit der 
Wienerinnen. 



An das Fräulein Katherl.*) 
Eger. 1644, Juni, 6. 

Dass ich grosse Freude mit ihren Zeilen hatte; dass 
ich den Brief tausend Mal gelesen habe, da er mir tausend 
Freuden bereitete; sie solle die Briefe dem modenesischen 
Residenten senden. 

An den Residenten Bolognesi. 

Bei Zwickau. 1644, Juni, 17. 

Sachsen hält seine vier Cavallerie- Regimenter im Lande 
zurück; man marschiert Elbeabwärts; der Sieg Dänemarks; 
die Ankunft zweier Cavallerie-Regimenter; wenn mein Regi- 
ment im Jülich'schen bleibt und ich hier, bin ich sehr in- 
commodiert; ich empfehle mich Lobkowitz, Gonzaga, Leslie. 

An Don Julian de Mozaneca Losada. 
Bei Zwickau. 1644, Juni, 17. 

Der Feind hat sich gesammelt und auch die Kaiser- 
lichen sind in einem Corps vereinigt, unter dem Commando 
Seiner Excellenz des Grafen Gallas; ich commandiere einen 
Theil der Cavallerie und habe Aussicht, wenn ein selbst- 
ständiges Corps abdetachiert wird, hiezu als Commandant 
ausersehen zu sein. 

Ich lobe Ihren Entschluss, nicht müssig zu bleiben und 
werde bei meiner Ankunft in Italien mit Ihnen darüber weiter 
sprechen. 



1) Kathchen. 



202 Montecuccoli : 

An den Grafen Piccolomini. 

Werda in Meissen. 1644, Juni, 18. 

Der Herr sei gelobt, dass er Euer Excellenz vor so 
vielen Gefahren geschützt und dem Dienste Seiner Majestät, 
der Grösse Flanderns, zum Schrecken der Feinde und zum 
Ruhme Italiens erhalten hat. 

In der Reihe Ihrer Diener und Verehrer beanspruche 
ich jedenfalls den ersten Platz und bitte den Allmächtigen, 
Euer Excellenz auch weiterhin Seinen Schutz angedeihen zu 
lassen. 

Ende vergangenen Jahres begab ich mich per Post 
nach Wien, um Seiner Majestät über den Feldzug in Italien 
Bericht zu erstatten und um einige Familien- Angelegenheiten 
mit der Gräfin Montecuccoli, meiner Tante, zu ordnen; ich 
war noch nicht lange in Wien, als diese plötzlich starb und 
mich zum Erben ihrer Güter in Oesterreich einsetzte, was 
meine längere Anwesenheit in Wien nothwendig machte; 
mittlerweile wurde der Friede in Italien geschlossen und 
Seine Majestät forderte mich auf, wieder in kaiserliche Dienste 
zu treten, indem er mir zusagte, mich gegebenenfalls selbst- 
ständig in Schlesien zu verwenden; da der Kaiser mich mit 
einem Geschenke von 30.000 fl., zahlbar in Steyermark, be- 
ehrte, mir das Regiment Nassau, früher Hatzfeld, conferierte 
und mich auch sonst mit Gunstbezeugiingen überhäufte, so 
gehorchte ich gerne, auch nachdem die erstere Zusage nicht 
erfüllt werden konnte und ich mich den Befehlen des General- 
Lieutenants unterordnen musste; ich wurde mit einem eigen- 
händigen Schreiben Seiner Majestät zu diesem gesendet, der 
versprach, mich entsprechend zu verwenden. 

Hier befindet sich jetzt der General-Lieutenant mit dem 
Gros der Armee und man erwartet nur den General-Feld- 
wachtmeister Saradetzky ^), der mit 1000 Mann zu Fuss imd 
1000 Reitern eintreflfen soll, um dann Elbeabwärts gegen 
Torstenson zu marschieren, dem Konige von Dänemark zu 
Hilfe zu kommen und womöglich gegen die Schweden einen 

Wenzol Freiherr von Saradetzky, gestorben 1647 als FML. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 203 

entscheidenden Schlag zu fuhren; auf dem Marsche werden 
sich noch die Regimenter aus Schlesien anschliessen. 

Der Churfurst von Sachsen bleibt mit seinen vier Regi- 
mentern im Lande, um die feindlichen Besatzungen von Luckau, 
Leipzig, Chemnitz, Zwickau, im Schach zu halten und 
Königsmark, der sich mit 3000 Reitern an der Weser auf- 
hält und sich mit Torstenson noch nicht vereinigt hat, in 
Verbindung mit den vier kaiserlichen Regimentern des Corps 
Hatzfeld, welche aus Jülich kommen, sowie einigem Volk 
des Churfursten von Bayern, die Stime zu bieten. 

In Schlesien verbleiben einige Truppen, welche Olmütz 
und andere Orte blockiert halten; Schweinitz und Oppeln 
haben sich schon ergeben. 

(In simili an den Prinzen Matthias, 20. Juni.) 

An den Grafen Gallas. 

Bei Wittenberg. 1644, Juli, 4. 

Heute, während des Marsches, habe ich die Briefe 
Euer Excellenz vom 2. und 3. dieses Monats erhalten; der 
Courier wird Ihnen bezeugen, mit welcher Eile marschiert 
wird und dass Alles geschieht, was möglich ist. 

Ich habe unter meinem Befehle die Regimenter Rambs- 
dorf, Bassompierre, Borri, Giesenburg, la Corona, Kopaun 
und bin mit diesen heute Abend hier in Schieden eingetroffen, 
hoffe morgen bis Beizig zu kommen, um dann den Marsch 
nach Tangermünde fortzusetzen; es ist dies der beste, sowie 
der kürzeste Weg \md man erspart auch dem Fürsten von 
Anhalt den Durchzug, was Euer Excellenz am 30. Juni be- 
fohlen haben. 

Das Regiment des Grafen Götz dürfte nach den er- 
haltenen Befehlen sich bereits am Marsche befinden, doch 
habe ich, der Sicherheit halber, den Courier mit den Befehlen 
Euer Excellenz dem Regimente entgegengeschickt und es zu 
noch grosserer Eile anspornen lassen. 

Ich habe die früher erwähnten Regimenter bis hieher 
zusammen marschieren lassen, doch muss ich jetzt das Infanterie- 
Regiment Borri zurücklassen, während ich, um keine Zeit zu 



204 



Montecuccoli: 



verlieren, mit der Cavallerie gegen Tangermünde vorstosse; 
zum Schutze des Borri lasse ich noch loo Reiter bei dem- 
selben zurück. 

In Beizig angelangt, werde ich die weiteren Befehle 
Euer Excellenz abwarten; ich danke Ihnen ganz ergebenst 
für Ihre Bemühungen bei Seiner Majestät und ich bin stets 
Euer Excellenz etc. 

An den Kaiser. 

Bei Wittenberg. 1644, Juli, 11. 

Die unendliche Gnade Euer Majestät hat meinen ge- 
ringen Verdiensten eine so ehrenvolle Anerkennung wider- 
fahren lassen, die mich von Neuem anspornt, meine ganze 
Kraft und meinen ganzen Eifer dem Dienste des erhabenen 
Hauses Euer Majestät zu widmen. 

Ich hoflfe, dass mir baldigst die Gelegenheit geboten 
werde, dies zu beweisen und ich werde stets und immer trachten, 
mich der kaiserlichen Gnade würdig zu erweisen. 

N.B: In simili Dankschreiben an: 

den Erzherzog, 

den Grafen Trauttmansdorff (den Alten), 

den Fürsten Lobkowitz. 

An den Herzog von Modena. 
Bei Wittenberg. 1644, J^^^ ^i- 

Der Glücksstern ist mir in diesem Jahre wirklich günstig, 
denn kaum war ich mit den Truppen aus Schlesien hier 
eingelangt, als der Befehl Seiner Majestät eintraf, dass ich 
nach Franken unter die Befehle des Generals Hatzfeld, der 
meist krank und abwesend ist, treten solle, während ich gleich- 
zeitig zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt wurde. 

Ich gestehe, dass mich diese Commandierung sehr ehrt, 
sowohl wegen des Feindes, der mir gegenüber steht (Königs- 
mark und Hessen) und wegen der Fürsten, mit denen man 
unterhandelt, als auch desshalb, weil es nach der Armee des 
Gallas das stärkste Corps ist; die Aufgabe ist allerdings sehr 



Correspondenx der Jahre 1644 und 1645. 205 

schwierig, denn der Feind ist an Kräften überlegen und die 
eigenen Truppen noch sehr jung; ich werde aber thun was 
möglich ist und Euer Hoheit von allen wichtigen Ereignissen 
stets in Kenntniss setzen. 

Ich trete die Reise noch heute zu Pferde an, da keine 
Post geht und werde Tag und Nacht benfitzen, um vorwärts 
zu kommen; Gallas ist in Werben, woselbst er eine Brücke 
schlagen lässt, um dann Elbeabwärts gegen Torstenson zu 
marschieren, der noch immer in Holstein sein soll. 

Altenburg hat mich gestern besucht. 

In simili an: Leslie, Pompei, Bolognessi, Marquis Franz, 
Bernhard Martinitz, Marquis Grana, den jungen Grrana, Adam 
Trauttmansdorff. 



An den Grafen Hatzfeld. 
Schweinfurt 1644, J^ü* I9- 

Ich habe am 9. d. Mts. die Armee des Gallas in Werben 
verlassen und bin ^ag und Nacht im Sattel gesessen um 
Euer Excellenz vor der Abreise noch anzutreffen; als ich 
gestern Morgens, also Montag, in Bamberg eintraf, erfuhr 
ich, dass Euer Excellenz schon vergangenen Donnerstag von 
Würzburg abgereist seien und dass also mein Wunsch, mich 
Ihnen personlich vorstellen und die Befehle empfangen zu 
können, gescheitert sei. 

Ich habe den Befehl erhalten, im Falle der Abwesenheit 
Euer Excellenz sofort alle disponiblen Truppen zu sammeln 
und mich gegen Konigsmark in Bewegung zu setzen, um 
ihn zu beobachten und alle seine Unternehmungen zu ver- 
hindern; ich werde Euer Excellenz stets mein Stand-Quartier 
bekanntgeben, damit mich eventuelle Befehle jederzeit er- 
reichen und ich werde mich eines unbedingten Gehorsams 
befleissen, Gott bittend, er möge Sie baldigst wieder voll- 
kommen herstellen, damit mir das Glück zu Theil werde, 
unter das directe Commando Euer Excellenz treten zu können. 

In simili an: Baron Mercy, den Fürsten Lobkowitz, 
BologTiesi. 



2o6 Montecuccoli: 



An den Grafen Leslie. 
Eltmann bei Bamberg. 1644, Juli, 29. 

Ich schrieb Euer Hochwohlgeboren schon von Würz- 
burg- aus, dass der General-Lieutenant mich im Auftrage 
Seiner Majestät hiehergeschickt habe, um dieses Corps während 
der Abwesenheit des Feldmarschalls Grafen Hatzfeld zu be- 
fehligen, der sich zur Cur in der Umgebung von Andernach 
am Rhein befindet. 

Gleich nach meiner Ankunft, am 19. d. Mts., sendete 
ich den Brief des General-Lieutenants an Hatzfeld, sowie ein 
Schreiben von mir an die Obriste, ihnen mittheilend, dass 
sie von nun an unter meinem Befehle stehen; man meint 
aber, dass dies insolange nicht thunlich wäre, als nicht ein 
Befehl des Hatzfeld vorliege und ich vermuthe daher, dass 
man vergessen habe, dem Feldmarschall die Verständigung 
meiner Ernennung zukommen zu lassen. 

Ich bitte Sie nun, zu erwirken, dass Seine Majestät ein 
Patent an alle Obriste richte, welches besagt, dass ich während 
der Abwesenheit des Hatzfeld das Commando führe, da sonst 
aus einer solchen Unsicherheit grosser Schade für die kaiser- 
liche Sache entstehen könnte; die Art, wie Mercy den Brief 
des General-Lieutenants aufgenommen hat, ist jedenfalls einer 
Untersuchung werth und gehört eigentlich vor das Kriegs- 
gericht. 

Was mein Regiment anbelangt, so habe ich, gleich 
nach meiner Ankunft in Prag, dem Feldmarschall Hatzfeld 
den Verleihungs-Brief Seiner Majestät übersendet, worauf er 
antwortete, dass es ihn sehr freue, dass der Kaiser speciell 
mir das Regiment verliehen habe und dass er sofort die 
diesbezüglich noth wendigen Befehle ertheilen werde; dies ist 
aber nicht geschehen und auch meine Briefe sind vom Feld- 
marschall unbeantwortet geblieben. 

Ich bitte nun Euer Hochwohlgeboren, bei Seiner Majestät 
einen Befehl an die Officiere und Soldaten des ehemaligen 
Regiments Nassau zu erwirken, damit dieselben meinen Be- 
fehlen gehorchen; um Hatzfeld nicht zu verletzen, wäre es 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 207 

nothwendig-, dass dieser Befehl dasselbe Datum wie die Be- 
stallung trage ; im übrigen bitte ich Sie, diese Belästigung zu 
verzeihen und verbleibe etc. 



An den Herzog von Modena. 

Bei Schweinfurt in Franken. T644, August, 9. 

Nach vieler Mühe und Arbeit habe ich endlich mein 
aus Infanterie, Cavallerie und Geschützen combiniertes Corps 
bei Coburg zusammengezogen und wir sind im Begriffe, gegen 
das Erzbisthum Bremen zu marschieren, welches inständigst 
um Hilfe bittet und verspricht, uns alle Mittel des Landes 
zur Verfügung zu stellen; es ist ein schöner Gedanke, die 
Waffen Seiner Majestät bis an das Meer zu tragen, es muss 
aber zuerst der Widerstand Konigsmark's gebrochen werden ; 
ich habe nach der Einnahme von Chemnitz, die am 28. v. Mts. 
erfolgt ist, allerdings noch Aussicht 1000 geschulte Reiter 
und etwas Infanterie vom Churfürsten von Sachsen zu er- 
halten und mich auf diese Weise in Braunschweig wieder 
zu verstärken, aber die Misserfolge der Spanier in Flandern 
machen mir einen grossen Strich durch die Rechnung, da 
diese sich an den Kaiser um Unterstützung wendeten, worauf 
mir Seine Majestät den Auftrag zukommen liess, vier meiner 
besten Regimenter, nämlich das Infanterie-Regiment Mandels- 
lohe und die Cavallerie-Regimenter Waldeck, Philipp sowie 
mein eigenes nach Lützelburg zu senden ; ich habe dies sofort 
gethan und stehe jetzt mit 5 — 600 Reitern und 6 — 700 Mann 
Fussvolk da, bin also so schwach, dass ich nichts unter- 
nehmen kann; ich habe allerdings noch ein Infanterie-Regi- 
ment in Maynz detachiert, was ich an mich ziehen könnte, 
aber ich weiss ja nicht, ob nicht morgen über dasselbe auch 
anders disponiert werden wird und so erwarte ich jetzt weitere 
Befehle Seiner Majestät. 

Der Feind wird meine Situation bald erfassen und ich 
habe schon Nachrichten, dass er gegen Fulda vorrücke, so 
dass aus meiner geträumten Offensive eine Defensive gegen 
Franken herauskommen wird. 



2 o 8 Montecuccoli : 

Ich verdanke dem Wohlwollen und der Gnade Seiner 
Majestät diese aussergewohnliche Ehrung, doch scheint kein 
g-lücklicher Stern Ober meinem Haupte zu walten; gebe Gott, 
dass diese Sendung wenigstens Flandern zugute komme, 
woran ich aber, wie ich auch nach Wien geschrieben habe, 
zweifle, da sie nicht rechtzeitig ankommen wird. 

An den Grafen Leslie. 
Bei Schweinfurt. 1644, August, 12. 

Ich sende an den Vice-Präsidenten des Hof-Kriegsrathes 
einen Bericht über meine hiesige Lage, damit Seine Majestät 
die nothigen Befehle ertheile und bitte Euer Excellenz, mir 
Nachricht zu geben, ob der Obristlieutenant Schlik sich dort 
befindet, damit ich ihn, behufs Mittheilung an den Hof, über 
die Begebenheiten des Feldzuges unterrichten könne ; hier ist 
das Gerücht verbreitet, dass Grafenberg sich den Franzosen 
ergeben habe, doch weiss ich nicht, ob es wahr sei, da der 
Herzog von Amalfi, am 29. v. Mts. schrieb, dass es sich tapfer 
vertheidige. Auch spricht man von einem grossen Aufstande 
in Frankreich und dass dies die Ursache sei, warum das 
Corps des Herzogs von Enghien zurückberufen wurde. 

An den Grafen Schlik. 

Bei Schweinfurt. 1644, August, 13. 

Dass ich die Regimenter abgesendet habe; dass ich 
mich, wenn es möglich sein werde, zu Gallas begeben wolle, 
dass die Strasse aber lang, schlecht, unsicher und ich 
durch das viele Reisen auch baar aller Mittel sei; dass er 
mir einen kaiserlichen Pass zur Reise nach Nürnberg senden 
möge, damit ich sicherer und billiger fahren könne ; dass ich 
mich über seine Ankunft in Wien und über seine gute Ge- 
sundheit freue. 

An den Grafen Hatzfeld. 

Bei Schweinfurt. 1644, August, 15. 

Ich habe durch den General- Adjutanten den Brief Euer 
Excellenz erhalten und bitte versichert zu sein, dass Sie 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 209 

keinen treueren Diener haben als mich; ich wäre zeitlebens 
unglücklich, wenn Sie mich nicht unter diese zählen würden 
und meiner steten Ergebenheit versichert wären. 



An den Grafen Bernhard Martinitz, an Bolognesi, 
Leslie und an den Herzog von Amalfi. 

Schweinfurt. 1644, August, 16. 

Dass ich über Befehl Seiner Majestät zur Haupt- Armee 
zurückkehre, da sich das Corps in Franken aufgelost habe; 
dass Konigsmark vorrücke, wie aus der Abschrift des Briefes 
von Tattenbach zu ersehen sei ; gebe Gott, dass hiedurch die 
Absicht des Gallas, der einen Hauptschlag gegen Torstenson, 
der in Hessen eingeschlossen ist^ im Schilde fuhrt, nicht 
durchkreuzt werde; dass meine Reise sehr gefahrlich sei» 
wegen der Nähe des Feindes und des Uebelwollens der Land- 
leute, dass ich aber Alles thun werde, um durchzukommen 
und den Weg über Nürnberg, Eger, Dresden etc. nehme; 
dass der Herzog von Bayern die Heranziehung der vier Re- 
gimenter, die nach Lützelburg abgegangen seien anstrebe, da 
sich der Herzog von Enghien mit Turenne vereinigt habe 
und nun Beide in die Markgrafschaft Baden einmarschieren. 

An die Grafen Dietrichstein und Adam Trautt- 

mansdorff. 

Schweinfurt. 1644, August, 16. 

Ich bitte Euer Excellenz meine Bitte, für die kommen- 
den Weihnachten, zur Wahrung meiner Interessen auf der 
Herrschaft Hohenegg in Nieder-Oesterreich, einen Urlaub zu 
erhalten, gütigst bei Seiner Majestät unterstützen zu wollen, 
da ich sonst grossen materiellen Schaden erleiden würde; 
wenn mir andere ^Mittel zur Verfügung stünden, so würde 
ich diese Reise, die mir ja wieder Auslagen bereitet, nicht 
unternehmen, aber Hohenegg ist meine einzige Einnahms- 
quelle und wenn diese versiegen sollte, bin ich nicht mehr 
im Stande die bedeutenden Kosten, die mir der Feldzug 

llontecQccoIi. IV. 14 



2 1 o Montecuccoli : 

auferlegt, zu bestreiten, da ich jetzt aller Mittel baar bin; 
ich bitte Sie, mir in dieser Angelegenheit Ihr Wohlwollen 
zuzuwenden und verbleibe etc. 



An Doctor Ricci. 

Schweinfurt. 1644, August, 19. 

Die Pferde sind eingetroffen; den Brief vom 14. Juli 
habe ich erhalten. 

An Bolognesi. 

Schweinfurt. 1644, August, 19. 

Den Brief vom 10. August habe ich erhalten ; die Pferde 
sind eingetroffen ; Neuigkeiten von den Franzosen und Königs- 
mark; nach der Antwort Dietrichstein's werde man daran 
denken müssen, das Gut zu verkaufen oder zu verpachten; 
es thue mir sehr leid, dass das Reich dem Cardinal d'Este 
seine Unterstützung nicht zu Theil werden Hess und es werde 
gewiss auch ihn sehr betrüben. 

An den Bischof von Würzburg. 
Schweinfurt. 1644, August, 20. 

Ich übersende Euer Hoheit beigeschlossen drei Briefe, 
die ich nebst anderen Seiner Excellenz Hatzfeld geschrieben 
habe, damit Sie mein Verhalten gerecht beurtheilen und ent- 
schuldigen können; sein Brief wirft mir vor, dass ich ihm 
erstens: meine Instructionen nicht mitgetheilt und zweitens: 
mich seinen Befehlen nicht untergeordnet habe. 
Bezüglich des ersten Punctes antworte ich: 
I. Dass mein Brief vom 19. Juli ihn über das Wesen 
meiner Instruction in Kenntniss setzte, dass der vom 22. Juli 
mittheilte, dass seine Absicht nach Thüringen zu marschieren, 
um Sachsen und Franken zu decken, mit meinen erhaltenen 
Aufträgen übereinstimme und dass endlich, der vom 2. Au- 
gust genau die Befehle enthielt, die ich vom General-Lieutenant 
erhalten und welche ich auch Seiner Majestät gemeldet hatte. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 211 

2. Dass wenn ich gewusst hätte, dass Seine Excellenz 
eine Abschrift meiner Instruction wünsche, ich diesem 
Wunsche allsogleich nachgekommen wäre, aber ich erhielt 
den ersten Brief erst am i. August in Coburg, gerade zu 
einem Zeitpuncte wo die Befehle Seiner Majestät die Sach- 
lage wieder ganz geändert hatten. 

3. Hielt ich dafür, dass es Seiner Excellenz dienlicher 
sei, eine Zusammenfassung meiner Aufträge zu erhalten, als 
die einfache Abschrift der Instruction, die nichts anderes 
enthält, als meine Unterordnung unter die Befehle des Feld- 
marschalls; auch wagte ich nicht, so wichtige Nachrichten 
dem Zufalle der Expedition preiszugeben, da sie leicht hätten 
können in unberufene Hände fallen. 

Bezüglich des zweiten Punctes erkläre ich: 

1. Dass air mein Handeln in dem Bestreben gipfelte, 
dem Feldmarschall unbedingten Gehorsam zu leisten und 
dass ich stets zuerst seine Befehle eingeholt habe. 

2. Dass ich Euer Hoheit gegenüber, ganz in seinen In- 
tentionen vorgegangen bin. 

3. Dass ich alle von Seiner Excellenz erhaltenen Auf- 
träge befolgt habe. 

Wenn Graf Hatzfeld alle diese Umstände genau und 
ohne Leidenschaft erwägt, so wird er mir gerecht werden 
und ich bedauere nur, ihm hiedurch Aerger bereitetet zu 
haben, hoffe aber, dass er mir sein so schätzbares Wohlwollen 
auch weiterhin bewahren werde. 

Ich bitte daher Euer Hoheit nochmals, für mich einzu- 
treten und hervorzuheben, dass wenn ich gefehlt habe, dies 
nur aus Unwissenheit und nicht aus bösem Willen geschehen 
sei; ich bitte Sie, aus dem beigeschlossenen Originale der 
Instruction mit eigenen Augen zu ersehen, dass sie nichts 
enthält als den Befehl, den Absichten Königsmark's ent- 
gegenzuarbeiten; ich bitte das Schriftstück dem Ueber- 
bringer, der mein Secretär ist, gleich wieder mitzugeben, 
da ich Beide benöthige und morgen Früh meine Reise an- 
treten möchte. 

Ich bitte Euer Hoheit, mir Ihr Wohlwollen zeitlebens zu 

schenken. 

14* 



212 Montecuccoli: 

An den Grafen Gallas. 
Scbweinfiirt. 1644, August, 22. 

Gestern um 7 Uhr Abends erhielt ich die Befehle Euer 
Excellenz vom 10. August und ich Hess sogleich den gegen 
Lützelburg abmarschierten Regimentern den Befehl zur Um- 
kehr zukommen ; da ich aber zweifelte, dass sie es ohne Auf- 
trag Seiner Majestät thun werden, so bat ich gleichzeitig 
auch den Kaiser, um Ausfertigung eines diesbezüglichen 
schriftlichen Befehles. 

Um 1 2 Uhr Nachts expedierte ich diesen Courier, ebenso 
wie die Befehle Euer Excellenz an die vier Regimenter, von 
welchen es heisst, dass sie sich noch immer um Maynz herum 
befinden, da ihnen der Churfurst die Uebersetzung des Rheins 
verweigere; auch geht ein, allerdings unsicheres Gerücht, dass 
diese Regimenter auf vier Monate dem Churfursten von 
Bayern überlassen seien. 

Ich bin bei Hofe vorstellig geworden, dass derartige 
einander widersprechende Befehle oft unabsehbaren Schaden 
bringen, aber es ist umsonst und so werde ich hier den Courier 
und die Nachricht abwarten, ob die Regimenter meinem Be- 
fehle Folge leisten, was ich übrigens sehr bezweifle. 

Die bayerische Armee ist von Freiburg abmarschiert 
und befindet sich auf dem Rückzuge gegen die Donau, wobei 
sie drei bis vier Geschütze, sowie die gesammte Bagage ver- 
loren hat. 

Man sagft, die Franzosen hätten die Absicht, Heilbronn 
anzugreifen \md ich habe sofort zwei Compagnien von Hen- 
derson*), sowie einige Munition hingesendet und auch von 
bayerischer Seite ist dortselbst etwas Fussvolk eingetroflfen. 

Den Feldmarschall Hatzfeld erwartet man binnen acht 
bis zehn Tagen in Würzburg. 

Am I. August gieng der Hauptmann Bubna von Coburg 
mit der Post für Euer Excellenz ab und da dessen Ankunft 
in Ihrem Briefe vom 10. d. Mts. nicht erwähnt wird, befurchte 
ich, dass ihm etwas zugestossen sei. 



^) Thomas Henderson, das frühere Infanterie-Regiment Nr. 50; 1809 
aufgelöst. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 213 

RS: 
Schweinfurt. 1644, August, 23. 

Gerade jetzt, um 7 Uhr Früh, wird mir von Seite des 
Bischofs und des Generals Mercy aus Würzburg gemeldet, 
dass gestern diese Stadt ein kaiserlicher Courier passiert habe, 
mit Briefen vom 16. d. Mts. an den Feldmarschall Hatzfeld, 
an Mercy und an den Obristen Philipp, welche den kaiserlichen 
Befehl an die Regimenter enthalten, umzukehren, sich gleich 
mit der bayerischen Armee zu vereinigen und dem bayerischen 
General Mercy Gehorsam leisten, bis zur Ankunft des Feld- 
marschalls Hatzfeld. 

Ich erwarte hier den kaiserlichen Courier aus Wien, 
um diese Truppen entweder Euer Excellenz zuzuführen, oder 
das zu thun was mir sonst befohlen wird. 

An den Bischof von Würzburg. 

Schweinfurt. 1644. August, 23. 

Ich erwarte hier die Ankunft des Hatzfeld um ihm vor 
meiner Abreise noch die Hände zu küssen. 

An Piccolomini. 

Schweinfurt. 1644, August, 30. 

Meine letzten Nachrichten von der kaiserlichen Haupt- 
Armee stammen vom 13.; Kiel wurde durch einen Ueberfall 
genommen, wobei zwei Regimenter zersprenget wurden. 

Torstenson ist in Rendsburg; man wollte die schwedische 
Flotte beschiessen, aber in der Nacht erhob sich ein frischer 
Wind, der ihr Gelegenheit bot, zu entwischen; es geht zwar 
ein Gerücht, dass die Schiffe wieder dorthin zurückgetrieben 
wurden, aber die Nachricht ist nicht sicher. 

Der Bischof von Bremen hat dem General-Lieutenant 
1000 Reiter und 2000 Mann Fussvolk zu Hilfe gestellt und 
erhielt den Auftrag, mit diesem Corps eilends gegen Konigs- 
mark zu rücken, welcher an der Elbe bei Domitz steht, als 
dieser Befehl vom Hofe aus aufgehoben wurde und die vier 



214 



Montecuccoli : 



Regimenter von Lützelburg, sowie meine hiesigen Truppen 
den Auftrag erhielten, sich mit den Bayern zu vereinigen 
und unter das Commando HolzapfeFs zu treten, während 
ich unter drei bis vier Tagen bei der Haupt- Armee einzu- 
treflfen habe. 

An den Grafen Gallas. 
Schweinfurt 1644, August, 30. 

Ich erwarte täglich die Ankunft des kaiserlichen Couriers 
und werde Euer Excellenz gleich die Befehle die ich erhalte 
mittheilen; die Franzosen belagern Philippsburg; Hatzfeld 
ist nach Bayern abmarschiert und man wird bald sehen, was 
er .unternimmt. 

Ich bin benachrichtigt, dass man bei Erfurt grosse 
Fouragierungen vornimmt und dass Konigsmark sich gegen 
diese Stadt im Anmärsche befinde; sie haben nach Bamberg 
geschickt und Contributionen verlangt. 

An den Grafen Gallas. 

Schweinfurt. 1644, September, 10. 

Der Courier, den ich mit den Briefen Euer Excellenz 
nach Wien expedierte, ist gestern Abends rückgekehrt imd 
Seine Majestät befiehlt mir, mich sofort mit Ihnen zu ver- 
einigen, welchem Befehle ich mit der möglichsten Beschleimi- 
gung nachkommen werde, indem ich morgen Früh die Marsch- 
linie Nürnberg, Dresden einschlage. 

An den Grafen Bernhard Martinitz. 
Eger. 1644, September, 22. 

Ich breche morgen von hier auf, um meine Reise zur 
Haupt-Armee fortzusetzen, von wo ich Euer Hochgeboren 
dann weitere Nachricht sende. Unterwegs kamen mir schlimme 
Nachrichten vom Rheine und aus Flandern zu, von denen ich 
aber hoffe, dass sie nicht wahr seien. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 215 

An den Grafen Leslie. 
Dresden. 1644, October, i. 

Ich bin hier angelangt; der Churfurst ist abwesend; 
von einer Seite höre ich, dass die Haupt- Armee bei Halle 
stehe, andere sagen wieder, sie sei gegen die Weser marschiert 
und folge der Armee Torstenson's ; wenn dies Letztere der 
Fall ist, wäre mein Weitermarsch ein Ding der Unmöglichkeit, 
doch ich werde machen was möglich ist. 

An den Kaiser. 

Flinsberg in der Lausitz. 1644, October, 8. 

Enckhevoert ^) thut alles Mögliche um die sächsischen 
Truppen zur Vereinigung mit der Haupt- Armee zu bewegen 
und ich habe mich seinen Bemühungen angeschlossen. 

Der Herzog will sich erst entscheiden, wenn die Truppen 
aus Schlesien hier sind, da, als seinerzeit die Gefahr mit Königs- 
mark bestand, Hatzfeld auch noch die 500 Pferde und 4000 Fuss- 
knechte mit sich nahm; ich sagte ihm, dass dies nicht von 
Euer Majestät anbefohlen wurde und Hess ihn den diesbe- 
züglichen Brief Euer Majestät lesen. 

Ich werde morgen Früh mit 30 Reitern von hier auf- 
brechen und, den kaiserlichen Befehlen gemäss, versuchen mein 
Fortkommen zu finden, um den General-Lieutenant vom Stande 
der Dinge zu unterrichten und die Vereinigung an's Herz 
zu legen, die aber sehr schwierig sein wird, da der General- 
Lieutenant jenseits der Thalsohle und der Feind diesseits der- 
selben lagert. 

Weisse. 1645, März, 25. 

Ich schreibe an den Kaiser, den General-Lieutenant, den 
Herzog von Amalfi, an Leslie, Don Alois Gonzaga, Colloredo, 
an den Herzog von Modena, an Bolognesi, an den Grafen 
von Bruay. 



') Adrian von (später GraO Enckhevoert, kaiserlicher Feldmarschall. 



2 1 6 Montecuccoli : 

Neisse. 1645, April, 5. 

Ich schreibe an den Kaiser, den Erzherzog, an Gallas, 
CoUoredo, an den Grafen Raimund, den Pater Maximilian, 
an de Fours, Boccamaggiore, Bolognesi, Don Hannibal Gonzaga, 
an meinen Verwalter, an den Grafen Bernhard Martinitz, an 
Marquis Franz von Grana. 

Neisse. 1645, April, 15. 

Ich schreibe an den Kaiser, den Erzherzog, an Gallas, 
CoUoredo, Strassoldo, Bassompierre» Risbourg, Piccolomini. 

Neisse. 1645. April, 28. 

Ich schreibe an den Kaiser, den Erzherzog, an Gallas, 
CoUoredo, an den Herzog von Modena, den Cardinal 
d'Este, an Bolognesi, Bassompierre, an mein Regiment, an 
TrauttmansdorfF, Suys, an den Grafen Alphons, an Piccolomini, 
an die Grräfin Pilffy, an Fräulein Anna Maria (Rhain von 
Bellaiss ^). 

An den Grafen Trauttmansdorff. 
Neisse. 1645. Mai, 28. 

Ich erhalte bezüglich meines Gutes Hohenegg in Oester- 
reich eine Nachricht, von der ich nicht weiss, was ich davon 
halten solle; man hat ausländischen Gläubigem aus Cöln das 
Recht eingeräumt, ihre Forderungen auf meinem Gute geltend 
zu machen, nachdem sie durch 12 Jahre hindiu-ch, da mein 
Onkel und meine Tante noch am Leben weilten, kein Wort 
verlauten Hessen, abgesehen davon, dass dies Schulden sind, 
die Graf Ernst Montecuccoli für seine Person eingegangen 
ist und die mit dem Gute absolut nichts zu thun haben. 

Und dass man mir dies gerade jetzt anthut, wo ich im 
Felde stehe, grosse, fast unerschwingliche Auslagen habe und 
meine Gesundheit, sowie mein Leben im Dienste Seiner kaiser- 
lichen Majestät aufs Spiel setze, ist doppelt schmerzlich. 



») Siehe I. Band. pag. XXXVIII. 



Correspondenz der Jahre 1644 und 1645. 217 

Ich nehme meine Zuflucht zu Euer Excellenz, von dessen 
Wohlwollen es, nach der Gnade Seiner Majestät, vor Allem 
abhängt, meinen bedrohten Interessen die nothig^e Stütze zu 
verleihen, um welches Entgegenkommen ich hiemit unter- 
thänigst bitte. 

Neisse. 1645, Mai, 21. 

Ich schreibe an den Herzog von Modena, an den Kaiser, 
den Erzherzog, an Gallas, Piccolomini, an den Marquis Franz 
Caretto, den Marquis Maximilian, den Marquis Franz Monte- 
cuccoli, an Pater Maximilian, Doctor Ricci, an den Marquis 
Don Alois Gonzaga und an den Grafen Martinitz. 

Neiase. 1645, Mai, 28. 

Ich schreibe an den Herzog von Modena, an Marquis 
Maximilian, an den Pater Maximilian und an den Commissär. 

An den Herzog von Modena. 

Klattau. 1645, November, 30. 

Wir sind in Böhmen eingerückt und der Erzherzog 
begab sich vor vier Tagen, nachdem er etwas Geld unter 
die Truppen vertheilt hatte, nach Linz, von wo er in sechs 
bis sieben Tagen zurückerwartet wird; vor seiner Abreise 
bat ich ihn um einen Urlaub, doch erwiderte er, dass er es 
Seiner Majestät melden müsse und nach seiner Rückkehr 
der Bewilligung meiner Bitte kein Hindemiss im Wege stehe, 
ausgenommen, es käme der Befehl gegen Torstenson, welcher 
um Königgrätz lagere, vorzugehen, was aber schon wegen 
der vorgerückten Jahreszeit nicht wahrscheinlich sei. Aber 
selbst diesen Fall angenommen, bedeute es nur eine Ver- 
zögerung von acht bis zehn Tagen, da die Distanzen sehr 
klein seien. 

Ich thue jedenfalls mein Möglichstes, um bald loszukommen 
und zu Füssen Euer Hoheit zu eilen. 



2. 



CORRESPONDENZ MIT DEM PRINZEN MATTHIAS 

VON MEDICI, 1642— 1667. 

ORIGINALE IN DER NATION AL-BIBLIOTHEK ZU FLORENZ UND IM 

MEDICAEISCHEN ARCHIVE. 

REGESTEN BEI MATTEO CAMPORI: »REGESTO DELLA CORRISPON- 
DENZA DI RAIMONDO MONTECUCCOLI CON PRINCIPE MATTIA 

DE MEDICIc. MODENA, 1893. 

KOPIEN. K. A., Mfill. XXVni, AD «96. 



Wien. 1642, Juni, 14. 

Das unendliche Wohlwollen, welches Euer Hoheit mir 
stets bezeigt haben und die Mühen welche Sie nicht scheuten, 
um mich aus der Gefangenschaft zu befreien, verpflichten 
mich Euer Hoheit zu benachrichtigen, dass ich meine Freiheit 
endlich im Tauschwege gegen Slang') wieder erhalten habe 
und dass meine Ergebenheit gegen Ihre Person, sowie mein 
Bestreben, Ihnen allüberall zu Diensten zu stehen, unentwegt 
aufrecht besteht. 

Feldlager bei Modena. 1643, Juni, 27. 

Wier liegen hier im Lager vor Modena mit 2000 Mann 
Fussvolk der Republik (Venedig) und den Truppen Seiner 
Hoheit, meines Herrn, unter dem Befehle des Marquis Don 
Camillo Gonzaga. 

Bei unserem Einmärsche war der Feind derart über- 
rascht, dass er alle Positionen im Gebirge und alle besetzten 
Puncte verliess; wurden wir, wie es ausgemacht war, um 
Mittemacht aufgebrochen sein, so hätten wir gegen Morgen 
den Feind erreicht und aller Wahrscheinlichkeit nach diese 
4000 Mann zersprengt. Aber die Venezianer machten Schwierig- 
keiten und erklärten, ohne Befehl des Corraro nichts unter- 
nehmen zu können; so gehen oft Vortheile verloren, deren 
Ausnützung nach Stunden schon nicht mehr möglich ist und 
ich beneide Euer Hoheit, dass Sie unbeeinflusst von derlei 
Dingen operieren können; von de^ hierortigen Begebenheiten 
werden Sie übrigens auch durch den Commendatore Griffoni 
in steter Kenntniss sein. 



Schwedischer Obxiit. 



222 Montecuccoli : 

Feldlager bei Fmale. 1643. September, 24. 

Ich habe mit Jubel die Nachricht von dem Siege Euer 
Hoheit über Don Vincenz della Marra und von der trefiflichen 
Ausnutzung^ desselben vernommen, der Ihre hervorragenden 
militärischen Tugenden erneuert im glänzendsten Lichte 
zeigt. 

Gott sei stets mit Ihnen und unser Jahrhundert wird 
auch seinen Caesar und seinen Alexander haben. 

Ich bin sehr verdriesslich, dass wir hier das Beispiel 
Euer Hoheit nicht nachahmen können, aber es fehlt uns die 
Gelegenheit und unsere Kräfte, speciell an Fussvolk, sind 
zu gering, da die Venezianer mit Rücksicht darauf, dass ihre 
Forts jenseits des Po noch nicht fertig sind, ihr Land nicht 
entblossen wollen. 

Der Feind steht in beträchtlicher Stärke bei Ferrara und 
Cento; hoffentlich gelingt es uns doch noch, die Venezianer 
umzustimmen. 

Der Herzog, mein Herr, brennt vor Ungeduld mit dem 
Grossherzog und mit Euer Hoheit ziisammenzutreffen, um 
Alles in besten Stand zu setzen und die Bedingrungen für 
einen sicheren Erfolg zu bieten. 

Der Herzog glaubt, dass der gefangene Obrist derselbe 
sei, der von ihm Geld zu Werbungen erhielt und damit zum 
Papste durchgieng; er hat diesbezüglich schon an den Gross- 
herzog geschrieben. 

Finale. 1643, October, 9. 

Nachdem wir hier zwei Monate unthätig gelegen sind 
und alle Bemühimgen, die Venezianer zu veranlassen Ver- 
stärkungen heranzuziehen, erfolglos waren, hat der Vorstoss 
Barberini's gegen Pistoja, der von unseren Waifen glänzend 
abgewehrt wurde, sie dennoch aus dem Schlafe geweckt und sie 
haben die Heranziehung von 2500 Mann Infanterie, sowie von 
300 Reitern, aus der Gegend des Po, unter dem Commando Ve- 
niero's und des Cavaliere della Valetta (la Valette), beschlossen, 
welche morgen Früh hier sein können, worauf gleich die 
Operationen begonnen werden sollen. 



Coirespondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642-- 1667. 22^ 

Der Herzog hat gleich nach dem Verstösse, den Obristen 
Colombo mit 2000 Mann Fussvolk und 300 Reitern gegen 
das Gebirge dirigiert, um eine Diversion gegen des Gegners 
Flanke zu veranlassen; es ist seine Meinung, dass man gleich 
mit ganzer Kraft vorrücken solle, den Feind zum Verlcissen 
des Gebirges zwinge und der Zweck, Toscana Hilfe zu 
bringen, am besten erreicht sei, wenn man im Felde, wo 
man nur Menschen gegenüberstehe, eine Entscheidung suche, 
da jetzt die schlechte Jahreszeit schon unmittelbar vor der 
Thüre stehe; zu diesem Ende wurden auch schon 300 Maul- 
esel bereitgestellt. 

Aus den Briefen von Venedig scheint hervorzugehen^ 
dass man dort Lust habe, erneuert einen AngriiF auf die Forts 
des »Lago scuro« zu unternehmen, aber es ist zu bedenken, 
dass diese Plätze jetzt noch stärker befestigt, unsere Kräfte 
jetzt schwächer sind und auch die Jahreszeit ungünstiger ist. 

Ich stimme für die Vorrückung gegen das Gebirge; 
wenn die Venezianer aber damit nicht einverstanden sind, 
wird man nachgeben müssen. 

Spilamberto. 1643, October, 20. 

Nachdem der Feind sich aus dem Gebirge zurückgezogen 
hatte, vereinigte er sich mit dem Corps von San Giovanni 
und Cento und lagerte bei Castelfranco, nachdem er noch 
vorher 800 Mann und 300 Reiter nach Piumazzo geworfen 
hatte; in dieser Stellung können wir ihn nicht angreifen und 
wir können uns angesichts eines so bedeutenden und uns 
überlegenen Entsatzheeres, auch nicht an die Belagerung eines 
befestigten Platzes machen, da abgesehen von allem Anderen, 
auch die Jahreszeit nicht günstig ist. 

In Vergato haben wir keine Besatzung zurückgelassen, 
da es zu abseits liegt, um eventuell rasch zu Hilfe kommen 
zu können und die Venezianer sich auch kaum entschliessen 
dürften, im Gebirge mitzuthun, wo sie schon bei gewonlichen 
Unternehmungen Schwierigkeiten machen. 

Wir suchen stets Fühlung mit dem Gegner zu be- 
halten. 



2 24 Montecuccoli : 

Feldlager bei Bazzano. 1643, October, 22. 

Wir haben alles Mögliche gethan, um den Feind zu 
einer Hauptschlacht zu zwingen, da wir nach einem Siege 
freie Hand gegen die Plätze gehabt hätten; da er aber un- 
entwegt bei Castelfranco in einer äusserst vortheilhaften 
Stellung sich befindet, so beschloss der Herzog, ihn durch 
einen AngrrifF auf einen Ort in der Nähe seiner Stellung 
herauszulocken. Gestern, zeitlich Früh, marschierten wir von 
Spilamberto gegen das Schloss Bazzano, das von 200 Söldnern 
und einigen Landleuten besetzt war; nach drei- bis vierstün- 
diger hartnäckiger Vertheidigung und nachdem die Besatzung 
von einer Uebergabe nichts wissen wollte, wurde Bresche 
geschossen, das Schloss erstürmt und die Besatzung nieder- 
gemacht; doch machte sich, in Castelfranco keine Bewegung 
bemerkbar und so warten wir der Dinge, die da kommen 
werden. 

Vergangene Nacht wurde General -Feldwachtmeister 
Formica mit einigen Truppen gegen das am Gipfel eines 
Berges gelegene Convent Monteveglio gesendet, welches von 
50 Soldaten besetzt, sich gleich ergab; auch gegen Serravalle 
wird eine Expedition abgesendet, um nach Niedermachung der 
Garnison, den Proviant, Wein etc., als Beute heimzufuhren. 

Man ist auch übereingekommen, diese Orte nicht besetzt 
zu halten ; unsere Truppen werden nicht zu lange hier bleiben 
können, da man eine Diversion des Feindes gegen Navicello 
oder Nonantola befurchtet, welche Orte noch nicht genügend 
befestigt sind und die 60 Meilen lange Strecke überhaupt 
grosse Sorgfalt erheischt, obwohl die feindlichen Truppen zwar 
zahlreich, aber von wenig Werth sind. 

Ich bitte Euer Hoheit zu verzeihen, dass ich nicht eigen- 
händig schreibe und unterschreibe, aber ich wurde hier bei 
Bazzano an der rechten Hand (an den beiden kleinen Fingern) 
und am Bauche durch eine Kugel verwundet, so dass ich 
die Hand nicht gebrauchen kann. 

P. S: Man hat in Monteveglio doch eine Besatzung ge- 
lassen, um vielleicht auf diesem Wege den Feind gegen 
Bazzano zu ziehen. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642— 1667. 225 

Vignola. 1643, October, 29. 

Nachdem uns Nachricht zugekommen war, dass der 
Feind von Piumazzo, wo er Lager bezogen hatte, einen Theil 
seiner Streitkräfte gegen die Romag^a abdetachiert hatte, 
wurde der Entschluss gefasst, ihn anzugreifen und es waren 
schon alle Befehle ausgegeben und der Marsch nach Spilam- 
berto angetreten, als gemeldet wurde, dass der Feind sich 
wieder nach Castelfranco zurückgezogen habe, was all' unsere 
Pläne wieder zunichte machte. 

Wir befestigen Monteveglio und ich habe die Strassen 
und Wege recognosciert, damit -wir jederzeit in der Lage 
seien, dem eventuell von dem Feinde bedrohten Platze Hilfe 
zu bringen; wenn von Seite Venedigs Verstärkungen ein- 
treffen, was ich hoffe, so werden wir doch in die Lage kommen, 
einen entscheidenden Schlag zu führen, aber jetzt fehlt es 
uns wirklich vor Allem an Soldaten. 

Vignola. 1643, November, 5. 

Vergangene Nacht haben die Unsrigen, unter dem Be- 
fehle des Commendatore Panzaletta, Obrist bei den Dragonern, 
Crevalcore genommen und daselbst reiche Beute gemacht; es 
war von 400 Mann besetzt. 

Ohne Datum. 1643. 

Ich werde fortfahren, Euer Hoheit über die Fortschritte 
auf dem Kriegs-Schauplatze zu berichten imd gleichzeitig die 
Versicherung meiner unvergleichlichen Ehrerbietung zu unter- 
breiten. 

Die Kriegsverhältnisse haben sich hier zu beträchtlichem 
Vortheile für die Liga gestaltet, da sich Corraro endlich 
überreden liess, mit uns vereint zu operieren und von jener 
Seite in den Kirchenstaat einzudringen, wo es leichter war 
als anderswo, weil weniger Hindemisse und schmale Uebergänge 
sowie keine befestigten Orte entgegenstanden; schon war man 
mit der Armee nach Piumazzo vorgedrungen und hatte 
Bazzano besetzt, so dass der ganze Theil des Gebirges in 
unserem Besitze war; die päpstliche Armee von Castelfranco 

Mootecuecoli. IV. 15 



226 MoDtecuccoli: 

war auf den Punct gelangt, dass sie den Zwieback des Forts 
Urbino verzehrte und taglich eine grosse Anzahl feindlicher 
Soldaten zu uns kam, um sich zu ergeben; gleichzeitig bedräng- 
ten wir das Lager von Castelfranco; Bologna, welches 
auf das schmerzlichste die Verwüstimg des Landes und die 
Streifzüge unserer Abtheilungen, die sich bis zu den Thoren 
der Stadt erstreckten, empfand, befürchtete sehr, dass durch 
die Zerstörung der Schleuse von Casalecchio der Fluss, 
welcher das einzige Gewässer ist, das alle Mühlen der dortigen 
Bevölkerung in Betrieb erhält, abgeleitet werde. Aber im 
besten Verlaufe unserer Operationen versuchte der Feind eine 
Diversion, die in Folge der Nachlässigkeit der Unseren ihm 
leider gelang. Valense übersetzte mit 4000 Mann den Po und 
besetzte das Ponte lago scuro gegenüberliegende Fort, 
welches von den Venezianern schon seit sechs Monaten 
befestigt worden war und weil diese weder den Muth hatten, 
noch Vorsorge trafen, den Uebergang zu verwehren oder das 
Fort zu vertheidigen, riefen sie sofort den Corraro zu Hilfe, 
der gleich von Piumazzo abziehen und sich in die Niederungen 
begeben wollte, ohne zur Vertheidigung der Staaten des 
Herzogs, meines Gebieters, mehr als 900 Mann Fussvolk hier 
zurückzulassen, obgleich der Feind mit seiner Hauptmacht 
in Castelfranco zurückgeblieben war. Thatsache ist, dass wenn 
wir von hier aus vereinigt in bolognesisches Gebiet eingedrungen 
wären, wir dies schneller erreichen und mit mehr Entschlos- 
senheit operieren hätten können, wie auch der Herzog, mein 
Gebieter, nicht ermangelte unaufhörlich anzutreiben, so dass 
wir auf diese Weise auch vielleicht der Diversion des Valense 
hätten zuvorkommen können. Aber der Entschluss jener 
Herren, an und für sich schon sehr schwerfallig, wurde 
noch durch die Rathschläge des Fürsten Camillo ver- 
zögert, der stets eine von der xxnserigen verschiedene 
Meinung hatte, so dass der Herzog mir sagte, dass Borri 
vollkommen Recht hatte, als er ihm einst erklärte, er wolle 
mit dem Fürsten Camillo nichts zu verhandeln haben; aber 
ich bitte Euer Hoheit, dies als nicht ges^^ zu betrachten. 
Vorgestern, um i Uhr Nachts, erhielt man die Nachricht, 
der Feind marschiere gegen die Niederungen und weil dies 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642— 1 667. 227 

durch mehrere Vorfallenheiten bestätigt wurde, beschloss 
Seine Hoheit, ihn unvermuthet auf dem Marsche anzugreifen, zog 
um 4 Uhr Nachts mit allen Truppen aus und übersetzte den 
Panaro bei Navicello; da man hier das Gegentheil erfuhr, 
dass nämlich das Lager von Castelfranco noch immer bestehe, 
wenn auch einige Compagnien Reiter und etwas Fussvolk 
den Reno hinab, jedoch am jenseitigen Ufer, marschiert sei, 
so Hess der Herzog die Truppen wieder über den Fluss 
zurückmarschieren und in die Quartiere rückkehren. 

Man bat die Republik, die Ergänzung auf 2000 Mann 
Fussvolk von ihren Truppen beizustellen, um gleich wieder 
die Operationen auf bolognesischem Gebiet zu beginnen 
und man erwartet jetzt mit Ungeduld die Antwort, weil 
thatsächlich Unthätigkeit keinem Fürsten der Liga, aber 
am wenigsten uns gelegen kommt und man sich, da die 
Jahreszeit vorgeschritten ist, beeilen muss, etwas zu unter- 
nehmen. Ich empfehle mich unterthänigst der hohen Gmade 
Euer Hoheit, der ich die hochachtungsvollste Ehrerbietung 
darbringe. 

Frankenstein. 1646, Juli, 10. 

Der Konig von Polen hat sich nach Krakau begeben, 
woselbst die Königin gekrönt wird und sein ganzes Heer 
folgt dahin; man spricht von einem Siege der Spanier über 
die Franzosen in Flandern. 

• Die Nacht nach dem 6. d. Mts. benützten wir zu einem 
allgemeinen AngriflFe gegen die Aussenwerke, der auch glückte 
und den Feind zum Rückzuge zwang; jetzt richtet sich der 
Angriff gegen die Mauern des Schlosses, die aber so dick sind, 
dass es unmöglich ist Bresche zu schiessen, daher mit Minen 
gearbeitet werden muss. 

Frankenstein. 1646, Juli, 15. 

Die spanischen Siege haben ganz Oesterreich in einen 
Freudenrausch versetzt; gebe Gott, dass es so weiter gehe. 

Frankenstein hat sich ergeben; die schwedische Gar- 
nison zog gestern Früh ohne Waffen, sowie ohne Gepäck aus 

15* 



228 Montecuccoli : 

und wurde nach Glogau escortiert, woselbst die Soldaten, die 
früher in kaiserlichen Diensten standen, deren Zahl mehrere 
hundert übersteigt, wieder eingereiht w^urden; es wurde grosse 
Beute gemacht, auch bei loo Pferde, welche an diejenigen 
vertheilt wurden, die sich beim Angriffe ausgezeichnet 
hatten. 

Schönau. 1646, Juli, 31. 

Die polnische Regierung will dem Könige weder die 
Theilnahme am Kriege, noch Werbungen gestatten, so dass 
diese Truppen sich langsam auflosen. 

Ich habe mich gegen das Gebirge gezogen, um Böhmen 
zu decken, da der Kaiser sich in Prag befindet und habe 
dem Schlosse Lenhausen, woselbst sich ungefähr 100 Mann 
feindlicher Truppen befinden, die Waffenzufuhr abgeschnitten, 
so dass sich dieses, wenn das heisse Wetter anhält, bald wird 
ergeben müssen; Seine Majestät hat die Mannschaft, die ich 
nach Mähren dirigiert hatte, wieder zu mir einrücken lassen. 

Wittemberg steht unentwegt bei Glogau. 

Friedberg. 1646, September, 6. 

Lenhausen hat sich auf Gnade ergeben, nur der Haupt- 
mann und der Lieutenant werden nach Glogau geführt; die 
Belagerung von Friedland dauert fort. 

Wittemberg hat 4000 Mann Verstärkungen erhalten und 
marschiert auf der anderen Seite der Oder gegen Glogau; 
auch ich erwarte Verstärkungen aus Gestenreich und Mähren. 

Bei Prag. 1646, September, 28. 

Ich befinde mich mit einigen Regimentern auf dem 
Marsche zum Heere des Erzherzogs, der die Donau bei Strau- 
bing, mit der Absicht dem Feinde eine Schlacht zu liefern, 
übersetzt, da dieser in Bayern grosse Fortschritte macht und 
schon Rain besetzt hat. 

Wittemberg wird seinerseits, wenn er keinen Widerstand 
merkt, auch vorrücken und hat thatsächlich auch schon 
Bolkenhain eingeschlossen. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 229 

Prag. 1646, October, 6. 

Unweit der Ober-Pfalz, auf dem Marsche zum Heere des 
Erzherzogs, erreichten mich Express-Couriere Seiner Majetät 
und Seiner Hoheit mit dem Befehle, sogleich umzukehren und 
mich gegen Wittemberg zu wenden; so kam ich vorgestern 
hier in Prag an, woselbst mich die schlimme Nachricht er- 
wartete, dass der Feind Bolkenhain genommen habe und bei 
Horschitz (Hofic) lagere, nachdem er vorher drei kaiserliche 
Regimenter geschlagen hatte. 

Seine Majestät schreibt mir, dass er den Truppen in 
Mähren und einigen in Böhmen befohlen habe, zu mir zu 
stossen, um ein Corps zu bilden, das dem Wittemberg Ein- 
halt gebiete und so erwarte ich hier diese Vereinigung. 

Seine kaiserliche Hoheit war auf dem Marsche gegen 
Augsburg begriffen, um dem Feinde, der diese Stadt ange- 
griffen hatte, eine Schlacht zu bieten. 

Schlaggenwaid. 1647, ]^^h 22. 

Seine Majestät begab sich vorige Woche persönlich zum 
Heere und sammelte die zerstreut lagernden Theile desselben, 
um das vom Feinde belagerte Eger zu entsetzen; heute, bei 
unserer Ankunft, überraschte uns jedoch die Nachricht, 
dass dieser Platz sich am vorhergehenden Tage ergeben 
hatte; der Commandant, Obrist Paradeiser, wurde bei seinem 
Eintreffen in Haft genommen und behauptet, dass der 
Feind bei 600 Mann verloren und er sein Möglichstes gelei- 
stet habe. 

Der Feind steht bei Eger und befestigt den Platz noch 
mehr; der Kaiser hat gegenwärtig beschlossen, das Castell 
von Falkenau, drei Meilen von Eger und eine Meile von hier 
entfernt, anzugreifen, um den Feind anzulocken imd womög- 
lich zu einer entscheidenden Schlacht zu zwingen. 

Euer Hoheit werden vernommen haben, dass der Kaiser 
den bayerischen Cavallerie- Regimentern den Eid in Erinne- 
rung bringen Hess, den sie Seiner Majestät geleistet hatten 
und ihnen aufgetragen habe, sich zur Haupt- Armee zu be- 
geben; Jean de Werth erklärte sich bereit, dieselben zuzu- 



1 



230 MontccuccoU: 

fuhren und sie waren bereits auf dem Marsche, als dieser Ent- 
schluss sie reute und sie sich empörten, worauf Jean de Werth 
und Sporck die Flucht ergreifen und im kaiserlichen Lager 
Schutz suchen mussten, woselbst der Erstere zum General 
der Cavallerie, der Letztere zum Feldmarschall-Lieutenant 
ernannt wurde. 

Hauptmann Amerighi befindet sich bei meinem Regi- 
mente und ich werde ihm jedwede Unterstützung zu Theil 
werden lassen, um zu zeigen, wie sehr mich Befehle Euer 
Hoheit ehren. 

Eger. 1647, Juli» 29. 

Seine Majestät erwartete in Schlaggen wald die Ankunft 
der Truppen aus Steyermark, welche am 24. ankamen und 
marschierte dann am 25. nach Falkenau, welches Schloss vom 
Feinde besetzt war; am 26., mit Tagesgrauen, wurde der An- 
griff eingeleitet und der Platz noch am selben Tage genom 
men, worauf wir am 28. hier anlangten und Stellung oberhalb 
der Brücke nahmen, während der Feind die Höhen bei der 
Stadt inne hat; gegenwärtig sprechen die Geschütze und man 
wartet zu. 

Die Siege der spanischen WaflFen lassen das Beste hoffen, 
ebenso die Auflehnung der Weimar'schen Truppen gegen die 
Franzosen, zu welchen man Baron Mislick^) abgesendet hat, 
damit er mit Rosa^) wegen Uebertritt derselben in kaiser- 
liche Dienste unterhandle. 

Die katholischen Deputierten in Münster haben dem 
Churfürsten von Bayern sehr eindringlich zugesprochen, sich 
wieder mit dem Kaiser zu verbinden und ihm nahegelegt, 
welchen Schaden er dem Reiche und der Religion zufüge; 
Seine Majestät hat persönlich an alle Obriste geschrieben, 
damit diese sich der kaiserlichen Armada anschliessen. 

Der Landgraf von Darmstadt hat sich mit jenem von 
Hessen ausgeglichen. 



*) Kaiserlicher Feldmarschall-Lieutenant. 
*) Schwedischer General. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 231 

Kaiserliches Feldlager bei Fritzlar. 1647, November, 13. 

Das schwedische Herr steht unter dem Befehle Wrangers 
jenseits der Weser; man sagt, dass die Truppen unzu- 
frieden seien und nicht gegen Hessen rücken wollen, sondern 
lieber sich in Braunschweig und Lüneburg gütlich thun 
mochten; Wittemberg ist mit etlichen Regimentern gegen 
Pommern gerückt. 

Konigsmark, mit den hessischen Truppen vereinigt, liess 
Lamboy stehen und griff Meppen an, doch sagt man, dass sich 
die Hessen mit Wrangel vereinigen werden. 

Lamboy ist nach Paderborn marschiert, so dass eine 
Vereinigung mit uns nicht unwahrscheinlich ist. 

Hessen ist ganz von Menschen entblosst, die sich alle 
nach Cassel, Ziegenhain etc., zurückgezogen haben. 

Bei Marburg. 1647, December, 23. 

Am 14. wurde die Stadt Marburg genommen, worauf 
sich die Besatzung in das Castell und in zwei Häuser der 
Stadt zurückzog, welch' letztere heute oder morgen durch 
Minen in die Luft gesprengt sein werden, worauf vielleicht 
der Angriff auf das Castell erfolgen wird. 

Wir haben bis nun 200 Mann an Todten und Verwun- 
deten verloren, unter diesen den General-Quartiermeister Reich 
und den Obristlieutenant Fememont. 

Donauwerth. 1648, April, 30. 

Gestern wurde das Castell Harburg angegriffen, welches 
sich heute Morgens auf Gnade ergab. 

Kaiserliches Feldlager bei Friedberg. 1648, Mai, 20. 

Der Feind überschritt am 16. die Donau und suchte uns 
mit seiner gesammten Cavallerie und seinen Dragonern an 
den Leib zu rücken; am 17. Morgens, um 7 Uhr, kam er uns 
in Sicht und es war meine Aufgabe, als Commandant der 
Nachhut, welche aus 2500 Reitern, 800 Musketieren, sowie 
4 Geschützen bestand, ihm die Stime zu bieten. 



2 72 Montecuccoli : 

Der Kampf*) war sehr hartnäckig und schwierig, da wir 
uns Schritt für Schritt zuriickziehen mussten und dauerte sechs 
Stunden; endlich hatten wir die zwei Meilen entfernte Haupt- 
Armee, die eine vortheühafte Stellung bezogen hatte, erreicht 
und der Feind begann nun mit Hilfe seiner eingetroffenen In- 
fanterie den Haupt-Angriff- 

Es wurde bis zum Abend gekämpft und der Feind ver- 
lor 5 — 600 Mann; unter diesen wurde der Landgraf ver- 
wundet und ein Neffe des Wrangel, der als Hauptmann seine 
Leibgarde befehligte, blieb todt am Platze. 

Unser Verlust ist ewas grosser und es fiel auch Feld- 
marschall Holzapfel, während Obrist Boccamaggiore verwundet 
in feindliche Gefangenschaft gerieth; auch viel Gepäck wurde 
verloren. 

Gegenwärtig überschreitet unsere Armee den Fluss bei 
Augsburg, um dortselbst ein Lager zu beziehen und den Feind 
von weiteren Unternehmungen abzuhalten. 

Obristwachtmeister Martellini vom Regimente Baden hat 
bei diesem Treffen grosse Tapferkeit gezeigt, 

Linz. 1648, Juni, 30. 

Der Feind steht noch immer bei Mühldorf und wollte 
mehrere Male schon den Inn überschreiten, wurde aber jedes 
Mal daran gehindert; am 6. kommenden Monates erwarten 
wir Verstärkungen in Passau und hoffen dann den Feind aus 
Bayern hinauszudrängen. 

Seine Majestät hatte die Gnade, mich zum General der 
Cavallerie zu ernennen. 

Kaiserliches Feldlager bei Indersdorf. 1648, September, zi. 

Vorgestern griffen wir das Schloss Schieissheim an, 
welches sich gestern mit einer Besatzung von 100 Mann auf 
Gnade ergab; der Feind rührte sich nicht von Moosach, so 
viel wir ihn auch zum Kampfe aufforderten. 

Die Niederlage des Erzherzogs in Flandern ist nicht sehr 
bedeutend, da der Verlust nur 2000 Mann und 300 Pferde 
beträgt. 

') Gefecht bei Zusmarshausen. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 2^3 

Wien. 1651, Juli, i. 

Zwischen dem Churfursten von Brandenburg und dem 
Prinzen von Neuburg sind wegen Berg Zwistigkeiten ausge- 
brochen, wesshalb sich der Letztere nach Brüssel begeben 
hat, um bei den Spaniern Hilfe zu suchen, was zu argen Ver- 
wicklungen führen kann. 

Wien. 1651, August, 12. 

Der Zwist zwischen Brandenburg und Neuburg ver- 
schärft sich und jeder von Beiden erhöht den Stand seiner 
Truppen; Seine Majestät hat den Grafen Hatzfeld abgesandt, 
um die Differenzen auszugleichen, da auch die Holländer 
scheinbar daraus Nutzen ziehen wollen; wenn sich sonst Nie- 
mand einmischt, wird dieser Streit bald beendigt sein. 

Wien. 1651, October, 28. 

Der Streit zwischen Brandenburg und Neuburg ist bei- 
gelegt und der Vertrag auch schon unterfertigt. 

Modena. 1652, März, 2. 

Ich verliess Wien vor anderthalb Monaten und wurde 
durch die Faschingsfeste in Venedig und Mantua so lange auf- 
gehalten, dass ich erst jetzt hier eingetroffen bin. 

Augsburg. 1653, Mai, 23. 

Am 20. langten Ihre Majestäten mit den Churfursten 
hier an und wurden mit grossem Pompe empfangen; am 22, 
wurden dem Kaiser seitens dieser Stadt einige Wagen- 
ladungen Wein und Bier, sowie eine grosse vergoldete Silber- 
vase überreicht, in deren Innerem sich eine gestickte Börse 
mit 900 neugeprägten Ducaten befand; morgen haben die 
Stadtverordneten Aufwartung bei Seiner Majestät dem Könige. 

Die Wahl dürfte übermorgen stattfinden worauf man 
wieder nach Regensburg zurückkehrt ; die Couriere, die man nach 
Schweden abgesendet hatte, sind zurückgekehrt und haben 
in jeder Beziehung gute Nachrichten überbracht, sogar einen 



234 Montecuccoli : 

Brief der Königin an das Churfursten-CoUegium, in welchem 
sie das Lob des Königs von Ungarn anstimmt und dessen 
Wahl empfiehlt. 

Aus England lief die Nachricht ein, dass Cromwell mit 
dem ganzen Heere in London eingerückt sei, das Parlament 
gesprengt habe und den König wieder auf den Thron 
setzen wolle, wenn die Heirathspläne mit seiner Tochter 
glücken. 

Regensburg. 1653, October, 27. 

Die protestantischen Churfürsten verlangen noch eine 
Stimme im CoUegium, um den vier katholischen die Wage 
zu halten; Graf von Wartenberg, Vicepräsident der inner- 
österreichischen Kammer, ist an Stelle des vor wenigen 
Tagen verstorbenen Grafen Dietrichstein zum Präsidenten 
ernannt worden. 

Regenaburg. 1653, November, 3. 

An unseren Grenzen gegen Ungarn ist Alles ruhig, 
aber der Krieg zwischen Siebenbürgen und der Moldau 
dauert fort. 

Lüttich, sowie einzelne Theile des Reiches sind unter 
Waffen, aus Furcht, dass der Lothringer oder Cond6 dortselbst 
Quartiere suchen wollen und sind bereit, sich zu vertheidigen. 

Man erwartet hier täglich Don Giovanni Borgia, den 
Abgesandten Seiner katholischen Majestät, der die Glück- 
wünsche des Königs überbringen soll, um dann als General der 
Cavallerie nach Mailand zu gehen. 

Wien. 1654, Mai, 30. 

Am 24. d. Mts. hielt Seine Majestät seinen Einzug in 
diese Stadt, der wahrhaft glänzend ausfiel ; die Provinz machte 
ihm als Zeichen ihrer Treue ein Geschenk von 50.000 fl. 

Der Kaiser w4rd sich übermorgen nach Laxenburg be- 
geben, um sich den Freuden des Landaufenthaltes und der 
Jagd hinzugeben. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 235 

Wien. 1654, Juli, 24. 

Wir sind Alle ganz niedergeschlagen von dem schweren 
Schicksalsschlage, der uns durch den Tod Seiner Majestät des 
Romischen Königs getroffen hat; Euer Hoheit können» in 
genauer Kenntniss der Reichs- Angelegenheiten, ermessen, welch' 
grosse Folgen dieses Ereigniss nach sich ziehen kann. Es 
bleibt uns nur die Hoffnung auf die gute Gesundheit des 
Kaisers, der mit wahrhaft christlicher Demuth diesen herben 
Schmerz erträgt und jetzt wieder versucht, sich durch die Jagd 
ein wenig zu zerstreuen. 

Antwerpen. 1654, October, 8. 

Die Heere stehen einander bei Bouchain gegenüber und 
der Prinz von Condd schreibt, dass er jede Gelegenheit 
ergreifen werde, um sich mit dem Feinde zu messen. 

Ihre Majestät die Königin von Schweden befindet sich 
sehr wohl; ihr Hof ist stets voll von Damen und Edelleuten, 
welche von allen Seiten herbeiströmen, um ihr zu Diensten 
zu sein; kürzlich weilte auch der französische Gesandte Chanut 
hier, der in Holland accreditiert ist und früher Gesandter in 
Schweden war; auch erwartet man Don Anton Pimentel aus 
Spanien, sowie Todt aus Schweden. Ich gedenke einen Aus- 
flug auf ungefähr 14 Tage nach England zu unternehmen. 

Wien. 1655, Februar, 27. 

Wir haben jetzt einen tatarischen Abgesandten hier, der 
Audienz bei seiner Majestät hatte und die Thronbesteigung 
seines Herrn, sowie die Polen geleistete Unterstützung notifi- 
cierte; er wurde mit dem üblichen Ceremoniell entlassen; die 
Polen befurchten nicht grundlos einen schwedischen AngriflF. 

Der Kaiser wird übermorgen zum Landtag nach Pressburg 
abreisen, woselbst die Wahl eines Palatins erfolgen soll, 
für welchen Posten aber sehr viele Bewerber vorhanden sind. 

Oberst-Kämmerer Graf Waldstein ist in den letzten Tagen 
gestorben und dessen Nachfolger ist Marquis Hannibal Gonzaga, 



236 Montecuccoli : 

an dessen Stelle wieder Graf Harrach als Oberst-Stall- 
meister rückt. 

Im Reiche rüsten wieder einige Fürsten. 

Pressburg. 1655, März, 11. 

Seine Majestät hielt am 3. d. Mts. seinen feierlichen Einzug* 
in diese Stadt, empfangen von den Grossen des Königreiches 
mit ihren Banderien. Gestern Morgens gab der Kaiser die 
Puncte bekannt, über welche verhandelt werden solle und 
werden diese Verhandlungen bei der Uneinigkeit der Herren 
jedenfalls ziemlich lange dauern. 

Pressburg. 1655, J^^U i- 

Man ist sehr begierig, was das schwedische Heer vor- 
hat, von welchem ein Theil bereits in Pommern eingetroffen 
ist; man zweifelt, dass Polen ernstlichen Widerstand werde 
leisten können, obwohl die Pforte den Kosaken den Auftrag 
ertheilt hat, ihnen zu helfen, da die Türkei furchtet, dass 
die Schweden und Moscowiter zu mächtige Nachbarn werden 
konnten. 

Die geistlichen Churfiirsten sind in Trier versammelt; 
Brandenburg rüstet über Hals und Kopf. 

Wien. 1655, August, 14. 

Bei meiner Rückkehr aus den Niederlanden fand ich 
einige Briefe Euer Hoheit vor, für die ich unterthänigst 
danke. 

Die polnische Angelegenheit ist sehr verfahren; hier 
rüstet man, um gegen Ueberraschungen gefeit zu sein imd 
hofft, binnen Kurzem 20.000 Mann Fussvolk und 8000 bis 
10.000 Reiter beisammen zu haben; wenn die Lage nicht 
plötzlich drohend wird, hoffe ich übrigens Urlaub zu erhalten, 
um Ihre Majestät die Königin Christine, auf der Reise die 
sie im nächsten Monate nach Italien unternimmt, zu begleiten. 

Die französische Armee in den Niederlanden hatte 
gerade bei meiner Abreise von dort bei Capelle Lager be- 
zogen, wie ich aber jetzt höre, ist sie von dort wieder auf- 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642— 1667. 237 

gebrochen, sei es, weil die Besatzung zu stark war, da Cond6 
alle verfügbaren Truppen hineingeworfen hatte, oder weil sie 
etwas anderes im Schilde führt. Auf jeden Fall ist der Erz- 
herzog sehr im Nachtheile, da er über schwächere Streitkräfte 
verfugt und den Franzosen aus der Nähe ihres Landes grosser 
Vortheil erwächst. 



Wien. 1655, September, 18. 

Binnen wenigen Wochen werden wir 25.000 Mann auf 
den Beinen haben und man beabsichtigt, das Heer auf die 
Zahl von 40.000 zu bringen, um für alle Fälle bereit zu sein, 
da aus Polen und Flandern schlechte Nachrichten einlaufen. 

Ihre Majestät die Konigin Christine wird zwischen dem 
15. und 20. d. Mts. von Brüssel abreisen und ich begebe 
mich morgen nach Augsburg, um sie dort zu erwarten und 
ihr auf der Reise nach Italien als Begleiter zu dienen. 

Rom. 1655, December, 4. 

Am Tage meiner Ankunft hatte ich bei Seiner Heilig- 
keit eine lange und sehr gnädige Audienz; die Achtung, die 
Seine Heiligkeit der Fürstin entgegenbringt, ist ohnegleichen 
und sie wird in jeder Beziehung befriedigt sein. Man glaubt, 
dass die Konigin am 18. d. Mts. hier eintreffen und fünf bis 
sechs Tage incognito im Vatican absteigen werde, um dann 
ihren feierlichen Einzug in den Palast Famese zu halten, 
der vom Herzog von Parma wunderbar mit Gemälden, Ta- 
peten, Statuen etc., ausgestattet wurde. 

Der Papst giebt sich alle erdenkliche Mühe, um den 
Frieden zwischen den katholischen Fürsten wieder herzustellen, 
wenn es aber wahr ist, dass Frankreich und England eine 
Allianz geschlossen haben, so wird es damit noch seine guten 
Wege haben. 

In vier bis fünf Tagen reise ich Ihrer Majestät der 
Konigrin entgegen; der spanische Botschafter behandelt mich 
mit grosser Auszeichnung und wollte durchaus, dass ich bei 
ihm absteige. 



238 Montecuccoli: 

Wien. 1656, April, i. 

Vorige Woche verlautete, dass der feste Platz Samotschin 
in die Hände der Schweden gefallen sei; jetzt heisst es, dass 
König Carl Gustav, auf dem Vormarsche gegen die Polen 
begriffen, da er sie in zu grosser Anzahl vorfand, umgekehrt 
sei, um noch die in Preussen stehenden Verstärkungen an sich 
zu ziehen und dann erneuert vorzugehen. 

Wien. 1656, April, 22. 

Der König von Schweden, auf sein Glück und auf die 
im Aufstande befindlichen Polen bauend, hat sich, ohne seinen 
Rücken zu decken, zu weit vorgewagt und musste sich, von 
einem zahlreichen Feinde angegriffen, mit Verlust seiner 
Bagage zurückziehen, da man ihm die Brücken über die Weichsel 
abgebrochen hatte. 

Der hiesige spanische Botschafter, der den Platz seit 
neun Jahren inne hatte, erhielt endlich die Erlaubniss zur 
Rückkehr, doch kennt man noch nicht den Namen seines 
Nachfolgers. 

Kaiserliches Feldlager in Polen. 1658, Juli, 31. 

Gestern, als am Tage der Krönung Seiner Majestät des 
Königs, meines Herrn, wurden hier bei der Armee die üblichen 
Festlichkeiten abgehalten; es scheint, dass diese Wahl die 
Pläne des Königs von Schweden durchkreuzt habe, da er in 
seinem Vorrücken innehält. 

Die Belagerung von Warschau dauert fort; die Kosaken 
wollen sich dem Könige unterwerfen, aber gegen den Mos- 
cowiter weiter kämpfen; die übrigen Polen wünschen den 
Frieden mit den Moscowitem, aber die Fortsetzimg des Krieges 
gegen Schweden. 

Kaiserliches Feldlager in Mecklenburg. 1658, September, 27. 

Die kaiserlichen Waffen haben sich mit jenen des Chur- 
fursten vereinigt und sind gemeinsam in Mecklenburg ein- 
gerückt. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 2 30 

Seine Hoheit ist mit dem grosseren Theile der Cavallerie 
in Holstein eingedrungen. Der Konig von Schweden findet 
in Dänemark grossen Widerstand und es scheint, dass er 
Seeland bald verlassen werde um uns entgegen zu ziehen. 

Sonderburg. 1658, December, 26. 

Wir sind glücklich auf dieser Insel angelangt, haben 
den Meeresarm, die Infanterie in kleinen Booten, die Cavallerie 
schwimmend übersetzt und den Feind zurückgedrängt; dann 
wurde das Castell von Sonderburg, angesichts von 1 5 schwedi- 
schen Kriegsschiffen, welche den Belagerten helfen wollten^ 
genommen und es fielen hiebei bei 2000 Pferde in unsere 
Hände; auch Norburg musste sich mit 1 1 Compagnien Cavallerie 
auf Gnade ergeben und traten alle diese Trupen gleich in 
Dienste des Heeres der Verbündeten. Nun werden wir nach 
Jütland marschieren und dort unsere weiteren Massnahmen 
treffen. 

Viborg. 1659, Mai, 9. 

Die englische Flotte liegt ruhig im Sunde und trachtet 
Friedens-Unterhandlungen anzuknüpfen; Dänemark will darauf 
nur in Verbindung mit seinen Alliierten eingehen, auf deren 
Schutz es angewiesen ist; die holländische Flotte wird jeden 
Tag erwartet. 2000 Mann Fussvolk und 2000 Reiter, welche 
in diesen Provinzen für dänische Dienste geworben wurden, 
stehen bereit, um gleich nach Freiwerdung des Meeres gegen 
Kopenhagen zu ziehen. 

Unsere Armee wird nach Holstein marschieren und 
während des Marsches Friedrichsort angreifen. 

Kaiserliches Feldlager in Jütland. 1659, August, 5. 

Ich beginne jetzt lang^sam das Bett zu verlassen, in 
welchem mich bis jetzt meine Wunden zurückgehalten haben, 

Parchim. 1660, März, 17. 

Der König von Schweden ist zwischen dem 21. und 
22. V, Mts. in Gotenburg (Göteborg) in Schweden gestorben^ 
was vielleicht dem Frieden zugute kommen wird. 



240 



Montecuccoit: 



Die Dragoner von Wismar haben gegen die Unsrigen 
einen Ausfall unternommen, wurden aber zurückgeschlagen; 
auch jene von Stralsund wollten Damgarten angreifen, als 
jedoch unsere Unterstützung von Ribnitz anrückte, zog sich 
der Feind wieder zurück. 

Parchim. 1660, März, 21. 

Das Fort Warnemünde, an einer Meeresbucht in der 
Nähe von Rostock gelegen, ergab sich den Kaiserlichen nach 
kurzem Kampfe am 17. d. Mts.; die Besatzung bestand aus 
einem Obristlieutenant mit 40 Soldaten, femer acht Kanonen 
und überdies erbeutete man zwei Schiffe. 

Parchim. 1660, August, 19. 

Der Friede mit Dänemark ist schon unterzeichnet und 
die Schweden haben dieses Land, zu grosser Unzufriedenheit 
vieler Officiere, die reformiert wurden, schon verlassen. 

Unsere Friedens-Ratificationen sind in Danzig eingetroffen 
und die Uebergabe hätte am 3. d. Mts. erfolgen sollen, so dass 
ich jetzt jeden Augenblick den Befehl erwarte, die Plätze, 
die wir in Pommern und Holstein nocji besetzt halten, zu 
räumen. 

Parchim. 1660, September, i. 

Die Auswechslung der Friedensverträge hat am 18. 
in Danzig stattgehabt und die Nachricht hievon ist am 29. 
hier eingetroffen; der Termin zur Räumung der Plätze ist 
auf 14 Tage festgesetzt und beginnt morgen; man wird noch 
hier einen Theil des Heeres entlassen und mit den Uebrigen 
den Rückmarsch in die Länder Seiner Majestät antreten. 

Wien. 1663, April, 21. 

Die Friedensverhandlungen mit der Türkei sind in's 
Stocken gerathen und es ist jedenfalls nothwendig, auf der 
Hut zu sein. 

In Ober-Ungarn finden täglich Reibungen zwischen den 
Einwohnern wegen Religions-Streitigkeiten statt und auch mit 
den deutschen Truppen herrscht kein gutes Einvernehmen, 






Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 241 

wesshalb man in diese Gegenden den Palatin des Königreiches, 
sowie den General Strozzi entsendet hat, um die Ordnung 
wieder herzustellen. 



Wien. 1664, März, 12. 

Die Früchte der Bemühungen Euer Hoheit, wegen eines 
Einverständnisses zwischen Seiner Heiligkeit und dem Aller- 
christlichsten Konig, machen sich auch schon bei uns fühlbar, 
indem Seine Heiligkeit beträchtliche Unterstützungen zugesagt 
hat; jedenfalls gebührt dem Grossherzog, sowie Euer Hoheit 
der grösste Dank der gesammten Christenheit. 

Ich werde soeben von seiner Majestät nach Regensburg 
befohlen, um meine Ansicht über die zu unternehmenden 
Operationen abzugeben. 

Die nach Ober-Ungarn bestimmten Truppen des Generals 
de Souches werden schon dahin am Marsche sein. 



Wien. 1665, August, 15. 

Seine Majestät reiste am 10. d. Mts. nach Mariazell, dürfte 
am 20. zurück sein und wird sich dann nach Tyrol begeben. 

Der Bischof von Münster hat ein Heer von 16 bis 
18.000 Mann auf den Beinen, was die Holländer und auch 
den Churfürsten von Brandenburg misstrauisch macht; man 
sagt, dass er mit englischem Gelde unterstützt werde, um 
Holland von der Landseite zu bedrängen, für welches aber 
schliesslich doch Frankreich wird Partei nehmen müssen. 



Wien. 1665, August, 30. 

Der Tod des Herzogs von Mantua hat den ganzen Hof 
und vornehmlich Ihre Majestät die Kaiserin, mit grosser Be- 
trübniss erfüllt und auch ich spreche Euer Hoheit mein tief- 
gefühltes Beileid aus. 

Die Rüstungen des Bischofs von Münster nehmen einen 
bedrohlichen Charakter an und auch das Verhältniss zwischen 
den Churfürsten von Maynz imd Heidelberg spitzt sich sehr zu. 

If ontecuccoli. IV. x6 



242 



Montecuccoli: 



Die polnische Sache steht immer im Gleichen und die 
beiden Heere, des Königs und des Lubomirski, stehen sich 
bei Posen gegenüber. 

Die letzten Briefe vom Gross-Botschafter bei der Pforte*) 
sind vom letzten Juli und vom 3. Augnst; er fand eine 
glänzende Aufnahme und die erste Audienz beim Grossherm 
war auf den 11. d. Mts. in Adrianopel festgesetzt, worauf er 
dem Hofe nach Constantinopel folgen wird. 

Seine Majestät wird am 10. k. Mts. über Salzburg nach 
Innsbruck reisen und in ersterer Stadt vom Erzbischof 
empfangen werden, der sich eigens dazu von Regensburg 
nach Salzburg begiebt. 

Raab. 1666, Februar, 4. 

Der 30jährige Waffenstillstand zwischen Spanien und 
Portugal und das Bündniss jenes Staates mit England, konnte 
Europa den so nöthigen Frieden auf lange Zeit sichern. 

Wien. 1666, Mai, 23. 

Am 1 7. d. Mts. traf hier die Nachricht von der am 25. v. Mts. 
zu Madrid vollzogenen Vermählung Ihrer Majestät der Kaiserin- 
Braut und am 20. jene von der am 28. stattgehabten Ab- 
reise derselben ein; hier ist Alles in hellem Jubel, der Hof 
legt heute die Trauer ab und nach Tische begiebt sich der 
Kaiser mit den Cavalieren zu den Festlichkeiten. 

In Polen dauern die innem Unruhen fort; am 20. d. Mts.» 
Morgens, kam meine Frau abermals mit einer Frühgeburt 
nieder. 

Raab. 1666, März, 25. 

Graf Leslie traf vorgestern auf der Rückreise von Con- 
stantinopel hier ein und erzählt, dass die Türken Seiner Majestät 
und seinen Waffen grosse Achtung bezeigten. 



1) Graf Walter Leslie. 



Correspondenz mit dem Prinzen Matthias von Medici, 1642—1667. 243 

Wien. 1666, October, 3. 

Die Angelegenheiten in Deutschland flössen wieder 
Besorgnisse ein, wegen der Blockierung von Bremen seitens 
der Schweden. 

Wien. 1667, December, 17. 

Die Niederlande gehen langsam verloren und die Ver- 
handlungen wegen der Garantie in Regensburg und anders- 
wo kommen nicht vom Flecke. 



16* 



CORRESPONDENZ MIT PATER MAXIMILIAN 
MONTECUCCOLI. 1648—1658. 

K. A., UEM. XXVIII, >37> Ui, *ii, »f». 



Brück in der Pfalz. 1648, November. 5. 

Ich habe die Briefe Euer Hochwürden vom 16. und 
21. V. Mts. erhalten, welch' ersterer mich in Folge der Nach- 
richt Ihres Unwohlseins und da er von dritter Hand geschrieben 
war, sehr ängstigte; Gott Lob erwähnt der zweite nichts 
mehr, so dass ich annehme, dassSie wiederhergestellt seien; 
ich danke vielmals für die Mittheilung der Neuigkeiten und 
kann auch vermelden, dass der Friede endlich am 24. v. Mts. 
zu Münster unterfertigt wurde; vor drei Tagen wurde diese 
Nachricht hier beim Heere bekannt und wenn nicht unvorher- 
gesehene Zwischenfalle eintreten, so steht die VeröflFentlichung 
unmittelbar bevor. 

In diesem Falle werden Sie bald von mir Nachricht er- 
halten, da ich dainn einige Zeit der Ruhe pflegen und den 
Frieden gemessen will. 

Ganz Polen ist in Kriegszustand, Frankreich hat seine 
inneren Unruhen und Spanien seine Verschwörungen; ich 
werde mich beim Pater Weilhammer wegen des nicht ge- 
zahlten Geldes entschuldigen und Euer Hochwürden küsse ich 
die Hände. 

Prag. 1649, Januar, 9. 

Ich habe zu gleicher Zeit sechs Briefe Euer Hochwürden 
vom II., 16., 18., 18., 25. und 30. December erhalten und 
daraus erfahren, dass Sie glücklich in Linz eingelangt sind, 
woselbst ich Sie bitte Nachrichten von mir abzuwarten, da 
ich Hoffnung habe, baldigst von hier abzukommen und dann 
Ihnen mittheilen zu können, wo eine Zusammenkunft zwischen 
uns möglich sein werde; Ueberhäufung mit Geschäften hindert 



248 Montecuccoli : 

mich jetzt viel zu schreiben, da vorgestern die Convention 
mit den Schweden, wegen Unterhaltung ihrer Garnisonen in 
den kaiserlichen Staaten abgeschlossen wurde, was bis zu der 
Räumung der besetzten Plätze eine monatliche Auslage von 
42.000 fl. ausmacht; die Contributionen hören gleich auf und 
die Einkünfte der Kammer werden wieder regelmässig ein- 
gehen; die Archive und Schriften werden gleich, die Artillerie 
nach Räumung der besetzten Puncte zurückgegeben und werden 
überallhin kaiserliche Commissäre entsendet, um das Inventar 
aufzunehmen. 

Der Termin für die Räumung ist nicht festgesetzt, da 
dies von der Zahlung der Kriegsentschädigung abhängt, 
deren Hohe noch nicht festgesetzt ist, aber ich hoffe, dass es 
nicht zu lange dauern werde; ich erwarte also täglich die Er- 
laubniss Seiner Majestät zur Abreise, von welcher ich Ihnen 
gleich Nachricht geben werde. 

Ich habe die 20 Thaler, die Grraf Lodron Ihnen gegeben 
hat, dem Herrn Prati zurückzahlen lassen und bitte Sie, 
die Briefe des genannten Grafen bis zu unserer Zusammen- 
kunft aufzubewahren; ob es gut wäre dem Provinzial von 
Oesterreich zu schreiben, hängt von den EntSchliessungen 
Seiner Majestät ab und hiemit küsse ich Ihnen die Hände und 
schliesse einige Briefe des Grafen Andreas Montecuccoli bei. 

Ebersdorf. 164g, August, 21. 

Die Verhandlungen in Nürnberg ziehen sich sehr in die 
Länge, so dass Niemand weiss, ob der Friede von Dauer sein 
werde oder nicht, wesshalb das Heer auch nicht entlassen wird 
und auch noch kein General seinen Abschied genommen hat; 
wenn August Barzella noch nicht abgereist ist, so lasse ich 
ihm sagen, er möge gar nicht abreisen, da hier jetzt kein 
reformierter Oflficier aufgenommen wird und man den Stand 
der Compagnien absichtlich möglichst klein erhält. 

Seine Majestät huldigt jetzt dem Jagdsport. 

Brüssel. 1650, Januar, 4. 

Ich war jetzt 14 Tage von Brüssel abwesend und habe 
alle Städte, sowie die befestigten Orte des Landes besucht 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648 — 1658. 2 49 

und überall die beste Aufnahme gefunden. Von Antwerpen 
wendete ich mich wieder hieher, um die Befehle des Erz- 
herzogs entgegenzunehmen und hoflfe in 5 — 6 Tagen nach 
Holland und von dort wieder nach Deutschland zu gelangen. 
Bei meiner Ankunft fand ich Ihre Briefe vom 11. und 27. No- 
vember V. J. vor und freue mich sowohl Sie, als Doctor Ricci, 
in bester Gesundheit zu wissen. 

Die Verhandlungen in Nürnberg ziehen sich immer mehr 
in die Lange, aber ich hoffe zuversichtlich, dass ich noch vor 
Jahresschluss nach Rom kommen und bei dieser Gelegenheit 
Sie und alle meine Freunde wiedersehen und meine An- 
gelegenheiten werde ordnen können. 

In Rom will ich mich nicht mehr wie 8 — 14 Tage auf- 
halten, doch bin ich über die einzuschlagende Route noch 
nicht im Klaren; Graf Andreas Montecuccoli ist hier an 
Dysenterie erkrankt, doch fühlt er sich jetzt schon wohler und 
wird hoffentlich bald ganz genesen sein. 

Wien. 1650, April, 23. 

Graf Raimund, unser Vetter, befindet sich schon wohler 
und hofft nach seiner Genesung nach Italien reisen zu können. 

Die Friedens-Unterhandlungen in Nürnberg nehmen jetzt 
einen besseren Verlauf und man hofft baldigst zum Resultat 
zu kommen. 

N.B: Die Hof-Kriegsräthe sind: Lobkowitz, Leslie, 
Gonzaga, Puchheim, Kuffstein und ich; Graf Schlik ist ge- 
storben. 

Wien. 1650, Juli, 2. 

Den Brief vom 7. v. Mts. habe ich erhalten und theile 
nur in Eile mit, dass der Friede abgeschlossen, die Rati- 
ficationen ausgetauscht sind und dass die Räumung der be- 
setzten Plätze in drei Wochen vollzogen sein muss. 

Wien. 1650, Juli, 23. 

Morgen werden, wegen des abgeschlossenen Friedens, 
Dankgottesdienste abgehalten und der Herzog Piccolomini 



250 



MontecucGoli : 



hat schon Auftrag erhalten, zum Hofe zurückzukehren; ich 
erwarte seine Ankunft mit Ungeduld, da ich mit ihm Einiges 
zu besprechen habe und hoffe dann einen Abstecher nach 
Italien machen zu können. 



Wien. 1650, August, 13. 

Den Brief Euer Hoch würden vom 17. v. Mts. habe ich 
erhalten; Graf Raimund beabsichtigt nächstens nach Italien 
zu reisen und ich werde ihm das Porträt, welches Sie von 
mir wünschen mitgeben. 

Die letzten Formalitäten bezüglich des Friedens sind 
beendet und ich sende nächstens nach Schlesien, um von 
meinem Gute Besitz zu ergreifen. 

Der Hof hat die Trauer abgelegt; der tatarische Gesandte 
wird morgen Audienz bei Seiner Majestät haben, doch über- 
bringt er nur Versicherungen der Freundschaft. 

Wien. 1650, November, 26. 

Die Briefe Euer Hochwürden vom 26. und 30. October, 
sowie vom 7. November habe ich erhalten. 

Es ist entschieden, dass Seine Majestät in dritter Ehe 
eine Prinzessin von Mantua heirathen werde. 



Wien. 165 1, April, 22. 

Den Brief vom 4. d. Mts. habe ich erhalten. 

Ich bin noch immer nicht im Besitze meines Gutes in 
Schlesien, Weis mir sehr unangenehm ist, da ich dadurch in 
Allem aufgehalten bin. 

Graf Caprara ist vor einigen Tagen in bester Gesundheit 
hier eingetroffen. 

Seine Majestät wird in 3 — 4 Tagen zur Hochzeit nach 
Neustadt abreisen, die in aller Stille und mit Ausschluss der 
OeflFentlichkeit abgehalten wird. 

Fürst Piccolomini ist vorgestern nach Prag abgereist* 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648— 1658. 251 

Wien. 165 T, Mai, 6. 

Seine Majestät begieng die Hochzeit vergangenen Sonn- 
tag und hielt Mittwoch seinen feierlichen Einzug in Wien; 
gestern Abends wurde ein Feuerwerk abgebrannt. 

Der türkische Botschafter wurde heute vor seiner Abreise 
nach Constantinopel in Abschieds-Audienz empfangen. 

Die Polen haben den Rückzug angetreten und die Ko- 
saken sind gegen Krakau vorgerückt. 

Seine Majestät ist von seiner hohen Frau sichtlich entzückt. 

Der Arzt, der mit der Kaiserin heraufkam, erinnert sich 
sehr g^t an Euer Hochwürden; er beklagt sich aber sehr 
über das hiesige Klima und selbst die ehrenvollsten Anträge 
Seiner Majestät, können ihn nicht von seiner Absicht, nach 
Bologna zurückzukehren, abbringen. 

Wien. 1651, Juli, 9. 

Erzherzog Sigismund von Tyrol kehrt heute nach Innsbruck 
zurück und der Kaiser giebt ihm eine Meile weit das Geleite. 

Florenz. 1652, Mai, 3. 

Nachdem ich allen hiesigen fürstlichen Persönlichkeiten 
Besuche abgestattet und die Sehenswürdigkeiten der Stadt 
besucht habe, muss ich an die Weiterreise denken, die ich 
übermorgen, oder einen Tag später, antreten werde; ich bin 
hier glänzend bei Hofe untergebracht und ein Hof-Cavalier 
leistet mir stets Gesellschaft. 

Die Feste sind beendet, da auch die Erzherzoge über- 
morgen abreisen; ich muss eilen, damit mich in Rom nicht 
die heisse Jahreszeit ereile. 

Ich bitte Sie, mir nach Rom, unter der Adresse Seiner 
Excellenz Sagredo, welcher venezianischer Botschafter bei 
Seiner Heiligkeit ist, zu schreiben. 

Wien. 1652, Juni, 29. 

Den Brief Euer Hoch würden vom i. d. Mts. habe ich 
erhalten und hoffe, dass Sie um diese Stunde schon in Rom 
ind, wo ich Ihnen bestes Gelingen wünsche. 



l 



2^2 



Montecuccoli : 



Polen ist in grosser Confusion, wegen der Invasion der 
Tataren und Kosaken, sowie infolge innerer Unruhen. Ueber- 
morgen begebe ich mich auf mein Gut, um auf dem Lande 
etwas der Freiheit zu gemessen und der Jagd zu huldigen. 

Wien. 1652, September, 3. 

Die beiden Briefe Euer Hochwürden vom 9. v. Mts., 
sowie einen ohne Datum habe ich erhalten. 

Ich habe von meinem Gute in Schlesien Besitz er- 
griffen, es ist aber sehr verschuldet und ich finde so viel 
Widerstand, dass mich dies vielleicht abhalten dürfte, heuer 
einen Abstecher nach Italien zu machen. 

Ich habe schon oft und ernstlich daran gedacht, mich 
hier ansässig zu machen, aber ich habe bis jetzt noch nicht 
den richtigen Modus gefunden; ich habe übrigens dem 
Marquis Montecuccoli geschrieben, er möge all' mein Silber- 
zeug, den Schmuck und das Geld bereit halten, um es auf 
den ersten Wink gleich hersenden zu können. 

Der Markgraf von Baden grüsst Sie herzlich und ich 
verbleibe etc. 

P. S: Vom Reiche ist an Seine Majestät die Bitte ein- 
gelangt, den Herzog Piccolomini zum Reichsfürsten zu er- 
nennen. 

Prag. 1652, October, 2. 

Den Brief Euer Hochwürden vom 10. v, Mts. habe 
ich, ebenso wie den beigeschlossenen an Guttenberg adressierten, 
erhalten. 

Die Türken haben viele Raubzüge nach Ungarn unter- 
nommen. 

Die Herzogin- Wittwe von Bayern ist vergangenen 
Sonntag hier eingetroffen und wurde vom ganzen Hofe, eine 
Stunde weit von der Stadt, empfangen. 

Den Churfursten von der Pfalz erwartet man morgen 
und den von Mayuz wenige Tage später. 

Die Abreise Seiner Majestät nach Regensburg ist für 
den 4. k. Mts. festgesetzt. 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montccuccoli. 1648— 1658. ^53 

Prag. 1652, Octobcr, 9. 

Am 5. d. Mts. traf hier der Churfurst von Heidelberg 
ein, am 6. der von Trier und heute erwartet man den von 
Maynz; der Churfurst von Sachsen hat die Hochzeit seiner 
Tochter verschoben, so dass Hoffnung vorhanden ist auch 
er werde ebenso eintreffen, wie der von Coln; man erhofft 
sich aus dieser Zusammenkunft viel Gutes. 

Prag. 1652, Octobcr, 16. 

Hier sind die Angelegenheiten im besten Gange, die 
Churfursten in bester Stimmung und der Kaiser wird die 
mitanwesenden Minister alle beschenken. 

Vergangenen Sonntag waren alle zum Speisen geladen 
und gestern Abends wurde ein grosses Souper in den Ge- 
mächern der Kaiserin, dem auch die verwittwete Churfurstin 
von Bayern anwohnte, gegeben, bei welchem die Hofdamen 
servierten; nach dem Essen wurde von einem böhmischen 
Edelmanne, namens Grraf Michna, ein sehr gelungenes Feuer- 
werk abgebrannt. 

Uebermorgen reist die Herzogin von Bayern nach 
München ab und Seine Majestät wird ihr auf eine Stunde 
weit das Geleite geben. 

Prag.' 1652, Octobcr, 23. 

Die Churfurstin von Bayern ist am 17. d. Mts. wieder 
nach München zurückgekehrt und der Churfurst von der 
Pfalz wird morgen früh abreisen. 

Der Cardinal von Hessen befindet sich incognito hier, 
wegen verschiedenen, mit den Churfursten auszutragenden, 
Angelegenheiten. 

Der Gesandte von Schweden, Oxenstiema, dürfte morgen 
oder übermorgen, wegen Losung der Investitur-Frage von 
Pommern, hier eintreffen. 

Prag. 1652, Octobcr, 30. 

Der Churfurst von Sachsen wird in Begleitung seines 
ältesten Sohnes und mit einem Gefolge von 400 Personen, 



2 54 Montecuccoli : 

sowie 600 Reitern, am 4. k. Mts. hier erwartet; in Folge 
dessen wird die Abreise Seiner Majestät nach Regensburg, 
die für denselben Tag angesetzt war, um 8 — 10 Tage ver- 
schoben werden. 

Dieser Besuch lässt keinen Zweifel mehr darüber, dass 
der Reichstag ganz im Sinne Seiner Majestät beschliessen 
werde. 

Der Cardinal von Hessen ist noch immer incognito hier. 

Prag. 1652, November, 6. 

Vorgestern traf der Churfürst von Sachsen mit seinem 
ältesten Sohne und einem Gefolge von ungefähr 1000 Personen 
hier ein und stattete heute Seiner Majestät einen Besuch ab. 

In acht bis neun Tagen erwartet man auch den Chur- 
fürsten von Brandenburg, daher die auf den 11. d. Mts. fest- 
gesetzte Abreise des Kaisers nach Regensburg abermals 
einen Aufschub erleiden wird, was übrigens belanglos ist, 
da die Churfursten mit dem Kaiser in Allem überein- 
stimmen. 

Bezüglich der Apanage, die Euer Hochwürden und die 
Schwester beziehen, wird es meine Sorge sein, dass dieselbe 
auch nach meinem Tode ausbezahlt werde. 

Prag. 1652, November, 27. 

Der Churfürst von Sachsen reiste am 23. d. Mts. und 
der von Brandenburg gestern ab; heute verlassen die von 
Maynz und Trier die Stadjt und übermorgen wird Seine 
Majestät die Reise nach Regensburg antreten. 

Alles ist gut abgelaufen, man war in bester Stimmung, 
hat gegessen, musiciert, die Minister und Officiere gegen- 
seitig beschenkt und so hofft man, dass der Reichstag ruhig 
verlaufen und vor Allem die Wahl des Rombchen Königs 
glatt von Stapel gehen werde. 

Ich erhielt ein Decret von 50.000 fl. auf die Einnahmen 
des Reiches, als Gegenwerth für mein Gut in Schlesien, mit 
dem Versprechen, falls dieses Geld nicht eingehe, von der 
Kammer eine Obligation von 80.000 fl. zu erhalten. Während 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1 648^-1 658. 255 

der Dauer des Reichstages von Regensburg, werde ich mich 
auf mein Gut in Nieder-Oesterreich begeben. 

Hohenegg. 1653, April, 22. 

Ich wurde in Wien durch Arbeit bis jetzt aufgehalten, 
hoflFe aber zu Gott, übermorgen nach Regensburg reisen zu 
können, von wo Ihre Majestäten am 14. kommenden Monats 
nach Augsburg reisen, woselbst die Wahl des Romischen 
Königes, in der Person des Königs von Ungarn und Böhmen 
erfolgen wird, 

Regensburg. 1653, Mai, i. 

Ich bin soeben hier angelangt und theile Ihnen in Eile 
mit, dass Seine Majestät am 17. d. Mts. nach Augsburg ab- 
reisen dürfte, wo die Wahl des Römischen Königs er- 
folgen soll. 

Augsburg. 1653, Mai, 30. 

Morgen Früh wird die Wahl des Königs von Böhmen 
und Ungarn zum Römischen König und den nächsten Tag 
die Rückreise nach Regensburg erfolgen, woselbst die Krönung 
vorgenommen wird, sowie die Verhandlungen des Reichstages 
fortgesetzt werden sollen. 

Die Schweizer Bauern haben sich gegen die Regierung 
empört und wollen keinen Tribut mehr zahlen; sie sind gegen 
40.000 Mann stark und man befurchtet das Uebergreifen der 
Unzufriedenheit auch auf die anderen Staaten. 

Der polnische Gesandte befindet sich hier, um Hilfe zu 
begehren ; er wollte auch an das CoUegfium der Reichsfursten 
herantreten, man konnte sich aber über die Titelfrage nicht 
einigen. 

Regensburg. 1653, Juni, 5. 

Ihre Majestäten sind heute, von Augsburg kommend, 
hier eingetroffen, woselbst die Wahl am letzten vorigen 
Monats erfolgte, an welchem Tage die Kaiserin einem ge- 
sunden Mädchen das Leben schenkte; am 18. d. Mts. soll 



, 



256 Montecuccoli: 

die Krönung des Königs und wenige Tage später die der 
Kaiserin stattfinden. 

Die geistlichen Churfursten haben, über Einladung des 
Churfursten von Bayern, einen Abstecher nach München 
gemacht und werden morgen oder übermorgen zurück erwartet. 

Regensburg. 1653, Juni, 9. 

Der Tag der Krönung ist auf den 18. festgesetzt und 
man erwartet hiezu auch die Churfürstin-Wittwe von Bayern; 
die Reichstagsverhandlungen werden in 4 — 5 Tagen beginnen 
und im ersten Puncte wird die Höhe der Summe bemessen, 
die das Reich dem Kaiser zu zahlen hat, was auch für mich 
von Belang ist, da meine Anweisung von 50.000 fl., auf 
diesen Titel erfolgt ist. 

Der französische Botschafter wird hier eintreffen, um 
die Friedens-Artikel zwischen den beiden Kronen fest- 
zusetzen und den Schiedsrichter zwischen Kaiser und Reich 
zu spielen; der Bürgerkrieg in der Schweiz gewinnt an Aus- 
dehnung. 

Regensburg. 1653, Juli, 23. 

Am 18. d. Mts. erfolgte die Krönung des Römischen 
Königs ; es gab einen Zwischenfall zwischen Cöln und Maynz 
wegen des Segens und der Vornahme der Krönung, der zu 
Gunsten von Maynz entschieden wurde, worauf Cöln seine 
Mitwirkung versagte. 

Die Reichstags- Verhandlungen sind bis zur Ankunft der 
Couriere, die man aus Pommern erwartet, verschoben, welche 
Nachricht bringen sollen, über die Zurückgabe der von den 
Schweden besetzten Plätze an den Churfursten von Bran- 
denburg. 

Regensburg. 1653, Juni, 30. 

Der Courier aus Pommern ist mit der Nachricht ein- 
gelangt, dass die Zurückgabe der besetzten Plätze seitens 
Schwedens erfolgt sei, so dass der Reichstag eröffnet wurde ; 
doch gab es einige Reibungen wegen der Frage des Vorranges. 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648— 1658. 2^7 

Die Kaiserin- Wittwe ist heute nach Wien rückgekehrt; 
der französische Botschafter ist eingetroflfen. 

Regensburg. 1653, Juli, 7. 

Ich muss gleich im Auftrage Seiner Majestät nach 
Straubing, einem Orte sechs Meilen von hier, abreisen, um 
Ihre Majestät die Kaiserin- Wittwe, welche sich daselbst auf 
der Donau zur Reise nach Wien einschifft, zu begrüssen ; ich 
kehre noch heute, längstens morgen, zurück. 

Regensburg. 1653, August, 4. 

I 

Heute Früh fand die Krönung der Kaiserin statt und 
Alles ist voll Jubel und Freude; der Herzog von Neuburg 
wird eine Landgräfin von Darmstadt heirathen und in fünf 
bis sechs Tagen abreisen; auch die Uebrigen werden sich 
nach imd nach verlieren. 

Die Nachricht von der Vermählung der Konigin von 
Schweden mit dem Erzherzog ist aus der Luft gegriffen, 

München. 1653, August, 19. 

Ihre Majestäten sind soeben glücklich in München ein- 
getrofFen; die vergangene Nacht wurde in Dachau, einem 
Orte zwei Meilen von hier, verbracht und heute Früh wurden 
Ihre Majestäten eine Stunde ausserhalb der Stadt von dem 
Churfürsten und den beiden Churfürstinnen empfangen; die 
junge Fürstin ist ein Engel an Schönheit. Die Erledigung 
meiner persönlichen Angelegenheiten zieht sich dermassen in 
die Länge, dass ich die Geduld verloren und beschlossen 
habe, nach meiner Rückkehr nach Regensburg meine Agenten 
dortselbst zu belassen und Seine Majestät um Urlaub und 
um die Erlaubniss zu bitten, in Italien leben zu dürfen; ich 
bitte Sie aber, dies jetzt noch nicht zu veröffentlichen. 

Regensburg. 1653, December, i. 

Die Protestanten begehren eine gleiche Stimmenzahl wie 
die Katholiken und diese Forderung beschäftigt gegenwärtig 
den Reichstag. 

Mootecuccoli. IV. 17 



258 Montecuccoli: 

Regensburg. 1653, December, 15. 

Ich stehe im Begriffe an den Hof des Churfiirsten von 
Brandenburg abzureisen, um einige noch ausstehende For- 
derungen einzutreiben. 

Prag. 1653, December, 24. 

Ich theilte Euer Hochwürden meine Absicht, an den 
churbrandenburgischen Hof zu reisen, bereits mit und hielt 
mich hier nur auf, um die Feiertage in einer katholischen 
Stadt zuzubringen. 

Wien. 1655, Februar, 6. 

Ich habe in Flandern viele und werthgeschätzte Briefe 
von Euer Hoch würden erhalten, ebenso viele andere hier 
vorgefunden; auf diese mit nächster Post zu antworten, be- 
halte ich mir vor, da ich gegenwärtig, wie Sie sich wohl 
denken können, äusserst beschäftigt bin. Seine Majestät wird 
am 17. von hier nach Ungarn abreisen. 

Wien. 1655, Februar, 13. 

Ich konnte Euer Hochwürden mit letzter Post nicht aus- 
fuhrlich schreiben, da ich daran durch die vielen Beschäftigungen 
verhindert war. Nun aber bestätige ich Ihnen mit tausend 
Dank den Empfang sämmtlicher Briefe, die Sie so freundlich 
waren, von meiner Abfahrt vom Hofe bis zu meiner Rück- 
kehr an mich zu richten und welche ich theils in den Nieder- 
landen erhielt, theils aber hier angehäuft vorfand. 

Ich bin vollkommen einverstanden, dass die Besitzung in 
Ferrara dem Dr. Paul Isnardi in Verwaltung gegeben werde ; 
er solle aber jährlich einen Theil der Einkünfte verwenden, 
um sie in gutem Zustande zu erhalten; Marquis Maximilian 
kann mir den Gefallen erweisen und den Contract abschliessen, 
wenn es Euer Hochwürden so recht ist und Sie sich mit 
Don Pellegrino Chesi in's Einvernehmen gesetzt haben werden. 

Ich werde Euer Hochwürden den Stammbaum unseres 
Hauses zurücksenden, sobald sich eine sichere Gelegenheit 
hiezu bietet; aber es ist unmöglich ihn auszubessern, ohne 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648— 1658. 2 50 

einen anderen, vollkommen verschiedenen, zu machen. Theils 
sind ganze Zweige ausgelassen, hingegen andere vorhanden» 
welche sich in dem Stammbaum, den ich zusammengesetzt 
habe, nicht vorfinden ; theils sind die beiden Stammbäume an 
sehr vielen Stellen,, betreffs der Namen, verschieden und 
stimmen nicht überein; und endlich ist kein Raum gelassen 
um die Frauen einzusetzen, welche stellenweise in meinem 
Stammbaume vorkommen. 

Ich habe die Königin Christine von Schweden in Brüssel 
bei den Zerstreuungen des Faschings und im königlichen 
Palaste derart untergebracht zurückgelassen, wie es der König 
von Spanien selbst nicht besser haben kann ; sie hatte jedoch 
die Absicht, nach Beendigung des Faschings, auszuziehen und 
das Palais Egmont zu bewohnen. Ich glaube, sie werde den 
Winter in Brüssel zubringen und beabsichtige im Frühjahre 
die Bäder in Spa zu gebrauchen, da sie den Zeitpunct ihrer 
Reise nach Italien noch nicht bestimmt hat; was ihre Ein- 
künfte, die ihr von Schweden zukommen, betrifft, so ist bis 
jetzt, so viel ich weiss, keinerlei Störung eingetreten. 

Die Ermahnungen, die Euer Hochwürden mir geben, dass 
ich auf die Gründung einer Häuslichkeit bedacht sein möge, 
werden von mir mit der Dankbarkeit aufgenommen, welche 
ich dem Wohlwollen, das Euer Hochwürden mir entgegen- 
zubringen belieben, schulde; glauben Sie ja nicht, dass ich 
mich einem solchen Entschlüsse so ferne halte und dass ich 
nicht die entsprechenden Erwägungen überdacht habe; im 
Gegentheil, ich kann Ihnen wahrheitsgetreu mittheilen, dass 
ich bereits sehr nahe dem Abschlüsse von zwei oder drei 
Heirathen war, aber die Zufälligkeiten, welche jedesmal die 
Unterhandinngen unterbrochen haben, Hessen die Ausführung 
stets wieder in weite Feme rücken. 

Euer Hochwürden haben daher nicht so sehr ein Recht 

sich über mich zu beklagen, als vielmehr über das Ver- 

hängniss, welches ähnliche Zufälle beeinflusst hat; aber, wie 

gesagt, ich beginne dies abermals in Erwägung zu ziehen 

und zw^ar umso mehr, als auch Marquis Maximilian, sowie 

Graf Andreas mir diesbezüglich wohlwoUendst ganze Predigten 

gehalten haben. 

17* 



2 6o Montecuccoli : 

Die Reise Seiner Majestät des Kaisers nach Ungarn ist, 
da er stets durch ein wenig Podagra an das Bett gefesselt 
war, bis auf den letzten dieses Monats verschoben worden. 
Die Fürsten im Reiche machen Werbungen. Dass England mit 
Frankreich offen brechen werde, wird als sicher angenommen. 

Wien. 1655, Februar, 27. 

Ich zeige Euer Hochwürden den Empfang Ihrer zv(e\ 
Briefe vom 25. Januar und vom 2. 1. Mts. an. 

Ich bedaure den Tod der Frau Julie Sagrati, welche 
sich im Himmel befinden möge und bitte Euer Hochwürden 
die w^enigen Interessen, die da sind, nicht ausser Acht zu 
lassen, denn es ist ein Werk der Liebe und eine Verpflichtung 
der Blutsverwandtschaft und wenn man dies nicht thut, so 
würde ich wie Boccaccio von den Geistlichen sagen, dass sie 
die Beschwerlichkeiten aus Liebe zu Gott fliehen. 

Es ist mir lieb, dass Herr Doctor Isnardi die Besitzung 
in Pacht genommen hat, wie ich selbst es in einem früheren 
Briefe geschrieben habe. 

Ich habe die Bittschrift der Leute von Montecuccolo 
bezüglich des Bürgermeisters erhalten. 

Ich werde andere Nachrichten und deutlichere Auf- 
klärungen in Bezug der Besitzung Casamaro und die An- 
sprüche im Processe mit der Familie Sagrati abwarten. 

Im Reiche setzt man die Rüstungen fort, doch glaubt 
man hier, dass sich alles ohne Krieg beruhigen werde. Bezüg- 
lich des Verheirathens werden Euer Hochwürden aus einem 
von mir vor einigen Tagen an Sie gerichteten Schreiben 
entnommen haben, dass ich der Sache nicht so fremd ent- 
gegen stand, wie Sie es sich vorstellten, aber die Umstände 
haben es bisher nicht zugelassen ; doch aufgeschoben ist nicht 
aufgehoben. 

Hier befindet sich ein Gesandter der Tataren, welcher 
heute Früh in Audienz war, um die Thronbesteigung seines 
Herrn, sowie die Hilfeleistung, welche letzterer dem Könige 
von Polen gewährte, mittzutheilen; er wird mit den gebühren- 
den Ehren zurückgeschickt werden. In Polen furchtet man 
von den Schweden angegriffen zu werden. 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648—1658. 261 

Seine Majestät wird, will es Gott, übermorgen zum 
Landtag nach Ungarn reisen. 

Pressburg. 1655, März, 11. 

Ich kann Euer Hochwürden nichts anderes Neues mit- 
theilen, als dass gestern Früh das Programm für diesen 
Landtag zusammengestellt wurde, dass Seine Majestät den 
Ständen die Puncte übergab, über welche man wird be- 
rathen müssen und nun werden wir sehen, was man ausrichten 
wird. Indessen wünsche ich Euer Hochwürden die glück- 
lichsten kommenden Osterfeiertage, sowie noch viele andere 
folgende. 

RS: 

Ein Cavalier, mein Freund, möchte das Vipern-Pulver 
benützen und eine Cur machen. Er ist gegen 50 Jahre alt und 
von vollblütiger Constitution; er mochte die Gebrauchs- An- 
weisung kennen, wieviel man auf einmal zu nehmen habe 
und wer es dort am besten verfertige. Haben Euer Hoch- 
würden die Güte, darüber mit Herrn Doctor Bonaccorsi, oder 
mit wem sonst es Ihnen beliebt, zu sprechen und mir gleich 
eine genaue Beschreibung der Wirkungen des besagten Pulvers 
und eine Gebrauchs- Anweisung zu senden, sowie mir mitzu- 
theilen wieviel eine Unze koste und welcher Apotheker (ich 
glaube es dürfte Herr Aldobrando sein) es am besten be- 
reiten könne. 

Ich bestätige auch Euer Hochwürden den Empfang Ihres 
Briefes vom 13. vorigen Monats und erwarte ausführlicheren 
Bericht über das Legat der Frau Julie und über die Besitzung 
Casamaro. 

Ich erhielt den lieben Brief des Herrn Capitains Zac- 
carisi und habe ihn, als Einlage an den Herrn Marquis 
Maximilian, beantwortet. 

Pressburg. 1655, April, 2g. 

Ich war auswärts, um die Festungen an den Grenzen 
Ungarns gegen die Türken wieder zu besichtigen und dies 
war die Ursache, dass ich Euer Hochwürden mit der letzten 



262 Montecuccol i : 

Post nicht geschrieben habe; bei meiner Rückkehr fand ich 
Ihre liebenswürdigen Schreiben vom 2^, und 31. März und 
vom 7. und 14. April vor; ich danke Ihnen unendlich für die 
mir gemachten Mittheilungen, sowie für den gesendeten Bericht 
über das Vipern-Pulver und bitte Euer Hochw^ürden, mich 
dem Herrn Doctor Bonaccorsi, dem ich sehr verpflichtet bleibe, 
zu empfehlen. Ich habe Monsignor Ghigi, als er Nuntius 
in Cöln w^ar, nur dem Namen und Ruf nach gekannt und 
die gesammte Christenheit muss sich freuen, jetzt ein Ober- 
haupt der Kirche zu haben, welches soviel Tugend und Kenntniss 
der Verhältnisse besitzt. Hier zieht sich der Landtag in die 
Länge und ich schliesse, Ihnen aus vollem Herzen die Hände 
küssend. 

RS: 
Ich ersuche Sie, den eingeschlossenen Brief dem Herrn 
Grafen Raimund zu übermitteln. 

Pressburg. 1655, Mai, 6. 

Ich habe keine Briefe von Euer Hochwürden erhalten 
und auch selbst nicht viel Neues mitzutheilen , ausser das3 
dieser Landtag fortgesetzt wird und der Lärm der Rüstungen 
in allen Gegenden wächst, so dass Seine Majestät die Armee 
zu verstärken trachtet. Der Erzherzog Leopold Ignaz, der 
älteste lebende Sohn Seiner Majestät, wird überübermorgen 
den Orden vom Goldenen Vliesse annehmen. 

Euer Hochwürden küsse ich mit aller Zuneigung die 
Hände. 

Pressbung. 1655, Mai, 13. 

Zwei werthe Schreiben Euer Hochwürden vom 20. und 
27. V. Mts. haben mir, gegen die Gewohnheit, grosse Be- 
trübniss verursacht, da ich aus denselben von dem Kopf- 
schmerz erfuhr, welcher sie gemartert hatte; doch will ich 
hoffen, dass Sie davon schon längst befreit seien und bitte 
unseren Herrgott, er wolle Sie noch sehr viele Jahre in vor- 
züglicher Gesundheit erhalten. 

Hier hat der Erzherzog den Orden vom Goldenen Vliesse 
angenommen. Die Religionsfragen in diesem Landtage sind 



i 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648 — 1658. 263 

geordnet. Seine Majestät hat beschlossen, seine Armee zu 
verstärken, da die ganze Welt ringsumher unter Waffen steht. 

Pressburg. 1655, Mai, 20. 

Ich bin ohne Nachrichten von Euer Hochwürden und 
daher betrübt, weil ich befurchte, dass Sie sich von Ihrer 
Krankheit noch nicht ganz erholt haben, wesshalb ich mit 
Ungeduld Briefe erwarte. 

Hier hoffen wir auf die Krönung des Erzherzogs in 
zwei oder drei Wochen. 

Die schwedische Armee geht nach Preussen, wegen der 
Ansprüche welche die Polen darauf erheben und der König hat 
sich Deutschland gegenüber erklärt, dass er nicht den ge- 
ringsten Gedanken habe, es zu belästigen. 

Ich bitte Euer Hochwürden die Güte zu haben, mir 
schnell mit der nächsten Post eine Unze Vipern-Salz zu 
senden, zu welchem Zwecke Ihnen Marquis Maximilian Monte- 
cuccoli, dem ich darüber geschrieben habe, fünf Ducaten senden 
wird; auch bitte ich Sie, meinerseits Herrn Dr. Bonaccorsi 
zu grüssen und ihm zu sagen, dass Bewusstes, wenn er es 
gebrauche, sehr gut verstopft und verschlossen gehalten 
werden müsse, weil seine Dünnfiüssigkeit leicht Ursache sei, 
dass es durchsickere und aus dem Gefasse herausrinne. 

Und hiemit küsse ich Euer Hochwürden mit aller Zu- 
neigung die Hände. 

Pressburg. 1655, Mai, 27. 

Das gütige Schreiben Euer Hoch würden vom 5. des 
laufenden Monats kann mich nicht trösten, da Sie mir nicht 
anzeigen, dass Sie sich schon vollkommen von Ihrem Kopf- 
leiden erholt haben. Ich will hoffen, dass dies jetzt der Fall 
ist und dass Sie sich der besten Gesundheit erfreuen, was 
ich Ihnen von ganzem Herzen wünsche. 

Die Rüstungen der Schweden werden fortgesetzt und man 
glaubt, dass sie gegen Polen gerichtet seien. Am 6. künftigen 
Monats wird die Krönung Ihrer Majestät der Kaiserin und 
kurz darauf die des Durchlauchtigsten Erzherzogs stattfinden. 



264 Montecuccoli: 

Dies ist Alles, was ich Euer Hochwürden, dem ich mit aller 
Verehrung die Hände küsse, mittheilen kann. 

Pressburg. 1655, Juni, 3. 

Ich erwarte stets mit Ungeduld die Briefe aus Italien, 
um zu erfahren, dass Euer Hochwürden Ihre Gesundheit wie 
ehedem rückerlangt haben, da Ihr werthes Schreiben vom 
u.V. Mts. mir wohl bekannt giebt, dass Sie sich etwas besser 
befanden, aber immer noch nicht vollkommen erholt haben, 
was ich von Gott, dem Herrn, erflehe, er möge Ihnen dies 
sobald als möglich gewähren, wie ich hoffe, dass es zur Stunde 
bereits der Fall sei. 

Vom Grafen Raimund habe ich mehrere Briefe erhalten 
und ich zweifle nicht, dass er die meinigen bekommen habe, 
wie er mir schon den Empfang einzelner bestätigt hat. 

Graf Andreas befindet sich sehr gut und ich erhalte 
häufig Briefe von ihm, wenngleich viele verloren gehen, was 
auch die Ursache sein dürfte, dass Euer Hochwürden seine 
Briefe nicht immer bekommen; denn die Posten, welche von 
Brüssel, wo er sich befindet, kommen, sind nicht sehr ver- 
lässlich. 

Ueberübermorgen, d. i. am 6., findet die Krönung Ihrer 
Majestät der Kaiserin statt und die Wahl des Erzherzogs 
zum König wird am 9. erfolgen, worauf auch bald die Krönung 
vorgenommen werden wird. 

Die Schweden lehnen die Beschuldigung ab, als hätten 
sie irgend welche Absichten gegen das Reich, wesshalb wir 
uns auch für einige Zeit Frieden versprechen. 

Hiemit schliesse ich, indem ich Euer Hochwürden mit 
aller Verehrung die Hände küsse. 

Linz. 1655, Juni, 17. 

Ich bin neuerdings bemüssigt, eine Reise nach Flandern 
zu unternehmen und befinde mich hier auf der Durchfahrt 
mit der Post. Weil ich aber glaube, in fünf oder sechs Wochen, 
also früher als ich auch auf diesen Brief Antwort erhalten 
kann, wieder am kaiserlichen Hoflager zu sein, so wollen 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648—1658. 263 

Euer Hochwürden wie gewohnlich Ihre geschätzten Briefe 
an mich nach Wien adressieren. Inzwischen küsse ich Ihnen 
mit aller Verehrung die Hände, indem ich Ihnen den Empfang 
Ihres Briefes vom 24. v. Mts. anzeige. 

Ebersdorf. 1655, August, 20. 

Ich habe Euer Hochwürden nichts Anderes zu schreiben, 
als Ihnen den Empfang des werthen Schreibens vom 4. 1. Mts. 
zu bestätigen, w^ie ich es bereits vor Tagen gethan und mich 
für das Vipern-Salz, welches ich im besten Zustande erhielt, 
zu bedanken. 

Hier fahrt man fort, zu rüsten und sich in gute Ver- 
fassung zu setzen für alle jene Eventualitäten, die eintreten 
konnten. 

Die Angelegenheiten in Polen stehen bis jetzt wenig 
günstig. 

Hiemit schliesse ich und küsse Euer Hochwürden mit 
aller Verehrung die Hände. 

Wien. 1655, September, ii. 

Ich habe Euer Hochwürden nichts Neues mitzutheilen, 
als den Empfang Ihres an mich gerichteten werthen Schreibens 
vom 24. V. Mts. zu bestätigen und Ihnen in Beantwortung 
bekannt zu geben, dass die Konigin von Schweden auf ihrer 
Reise von Don Anton Pimentel, dem Gesandten des katho- 
lischen Königs an ihrem Hofe, von Don Antonio della Queva, 
General-Lieutenant der Cavallerie und von Madame della 
Queva, dessen Gattin begleitet sein wird ; und auch ich glaube, 
dass ich die Ehre haben werde sie zu begleiten, in welchem 
Falle ich den Grafen Felix mit mir zurücknehmen oder 
ihm schreiben werde, dass er heimreise, falls die Angelegen- 
heit hier in die Brüche gienge. 

Ebersdorf. 1655, September, 18. 

Ich zeige Euer Hochwürden den Empfang Ihres werthen 
Schreibens vom i . d. Mts. an und theile Ihnen in Beantwortung 



266 Montccuccoli: 

desselben mit, dass die Konig-in Christine, zwischen dem 15. 
und 20. d. Mts., von Brüssel abreisen und dass ich mich 
morgen nach Augsburg- auf den Weg machen werde, um 
dort Ihre Majestät zu treffen und sie w^eiter auf ihrer Reise 
zu begleiten, wenn inzwischen nichts Anderes eintritt, was 
mich auf meinen Posten zurückruft. Die Königin wird sich 
nirgends aufhalten, als einige Tage in Innsbruck, wird auch 
nicht nach Venedig kommen, sondern directe über Verona, 
Ferrara, Bologna etc., nach Rom reisen. Wenn Euer Hoch- 
würden mir schreiben, so adressieren Sie die Briefe nach 
Innsbruck, Trient und Verona und geben Sie sie dort irgend 
einem Pater der Gesellschaft in Verwahrung, welcher sie bei 
sich behalten soll, bis ich in jenen Orten eintreffe. 

Innerhalb weniger Wochen werden wir hier 25.000 Mann 
auf den Beinen haben und man berathschlagt über neue Aus- 
hebungen behufs Erhöhung des Standes der Armee auf 40 
bis 50.000 Mann, um dann operieren zu können, wo es die 
Nothwendigkeit und die Gelegenheit erfordern werde. 

Inzwischen nehmen die polnischen Angelegenheiten eine 
wenig gute Wendung für das Reich. 

Landshut 1655, September, 30. 

Ich hoffe überübermorgen in Augsburg zu sein, wo, 
wie ich glaube, ehebaldigst auch die Konigin Christine ein- 
treffen dürfte, welche, nach den Nachrichten vom 11. aus 
Brüssel, von dort am 20. des ablaufenden Monats hätte ab- 
reisen sollen. 

Euer Hochwürden werden meinen Brief aus Wien er- 
halten haben, worin ich Ihnen mittheilte, es scheine mir sehr 
nothwendig, dass die Familie Montecuccoli in Bologna in 
ihrem Palaste der Konigin die Wohnung anbiete, was ich mit 
gegenwärtigem wiederhole, da ich glaube, dass die Auslage 
nicht in Betracht gezogen werden dürfe, mit der Ehre die 
daraus dem Hause erwachse. 

Schreiben mir Euer Hochwürden nach Innsbruck und 
nach Trient und inzwischen küsse ich Ihnen von ganzem 
Herzen die Hände. 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montccuccoli. 1648— 1658. 267 

Augsburg. 1655, October, 8. 

Man erwartet hier täglich die Ankunft der Konigin, in 
deren Gefolge ich nach Innsbruck reisen werde und da ich 
Auftrag gegeben habe, alle meine Briefe dorthin zu adressieren 
so sind mir jetzt hier alle Privat-Neuigkeiten unbekannt; die 
öffentlichen Nachrichten melden, dass die Moscowiter im Be- 
griffe stehen, mit den Schweden zu brechen und in Livland 
einzufallen, dass die Franzosen die Belagerung von Pavia 
aufgehoben haben und dass der Protector Cromwell ge- 
storben sei. 

Augsburg. 1655, October, 15. 

Die Königin von Schweden ist am i. des 1. Mts. in Frank- 
furt angekommen, wesshalb ihre Ankunft hier nicht mehr 
lange auf sich warten lassen kann. 

Die Fortschritte der Schweden in Polen dauern fort und 
schon scheint ein Einvernehmen zwischen ihnen und England 
zu bestehen. 

Augsburg. 1655, October, 22. 

Diese Zeilen sollen nur dazu dienen, um Euer Hoch- 
würden bekannt zu geben, dass die Königin vorgestern mit 
einem Gefolge von beiläufig 300 Personen glücklich hier an- 
gekommen ist und heute ihre Reise nach Innsbruck fortsetzt. 



In der Nähe von Innsbruck. 1655, October, 30. 

Ich befinde mich im Gefolge der Königin von Schweden, 
welche morgen in Innsbruck sein wird. Die hiesige erzherzog- 
liche Familie war heute hier, um sie zu besuchen. 

Ihre Majestät und ihr ganzer Hof werden in diesem 
Staate sehr auszeichnend behandelt, so wie es auch von Seite 
des Churfürsten von Bayern der Fall war. 

Auf der Reise sind mir zwei werthe Schreiben von Euer 
Hoch würden und zwar vom 14. und 22. September zuge- 



268 Montecuccoli: 

kommen, auf welche ich nichts zu antworten habe, als Ihnen 
für die Mittheilungen, die Sie mir machen, zu danken, da ich 
hoffe, dass wir uns in kürzester Zeit, wenn man nur auf 
dem g-erade Wege wird nach Italien kommen können, sehen 
werden; wenn aber die Republik Venedig die Pässe nach 
Norden, welche wegen Seuchen- Verdacht gesperrt sind, nicht 
öffnet, so werden wir einen Umweg machen müssen. 

Innsbruck. 1655, November, 5. 

Endlich wurde das Räthsel gelost und das Geheimniss, 
welches der Thron- Verzichtleistung der Königin von Schweden 
zu Grunde lag, enthüllt. 

Vorgestern Früh erneuerte Ihre Majestät öffentlich in 
der Franziskaner-Kirche, in die Hände des Monsignore Lucas 
Holstein, die Abschwörung der Ketzerei, welcher sie im ver- 
gangenen Jahre in der Christnacht in Brüssel heimlich abge- 
schworen hatte. 

Ich beglückwünsche Euer Hochwürden und die ganze 
katholische Kirche zu einem so grossen Siege, den sie er- 
rungen hat. 

Ich, der ich den Gang dieses grossen Ereignisses, das 
seines Gleichen nicht hat, gesehen und zu demselben beige- 
tragen habe, freue mich, nun auch den Schluss desselben in 
Rom zu sehen. 

Die Fröhlichkeit und die Pracht, welche hier die Durch- 
lauchtigsten Hoheiten aufwenden, um diesen Act mit Con- 
certen, Bällen, Festlichkeiten, Jagden, Spielen, Banketten und 
allen Arten von Belustigungen zu feiern, ist unbeschreiblich, 
auch habe ich nicht Zeit darüber zu berichten, da der Courier 
im Begriffe ist abzugehen; auch kann ich Ihnen nichts An- 
deres mittheilen, als dass Ihre Majestät übermorgen über 
Bologna nach Rom aufzubrechen beabsichtige, da die Repu- 
blik Venedig die Durchreise bewilligte. Ich werde also Ge- 
legenheit haben, Sie dort meiner Hochachtung persönlich zu 
versichern, wo es auch nicht nothwendig ist, eine besondere 
Einladung zu machen, da Seine Heiligkeit die Königin selbst 
unterbringen w^ird. 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648— 1658- 269 

Innsbruck. 1655, November, 7. 

Euer Hochwürden werden schon aus meinem vorgestri- 
gen Briefe die Bekanntmachung des Uebertrittes der Königin 
Christine zur katholischen Religion entnommen haben. Die 
Belustigungen und Festlichkeiten, welche bei dieser Gelegen- 
heit die Durchlauchtigsten Hoheiten mit allem nur denk- 
baren Glänze veranstaltet haben, lassen sich nicht beschreiben. 

Ihre Majestät wird morgen ihre Reise nach Italien fort- 
setzen, da die Republik Venedig die Durchreise gestattet 
hat, wesshalb ich hoffe Euer Hochwürden, von dem mir in- 
zwischen zwei Briefe vom 24. und 29. September zugekommen 
sind, ehebaldigst zu sehen; ich freue mich, dass Sie die An- 
gelegenheiten von Montecuccolo in Ordnung gebracht und die 
nothigen Befehle ertheilt haben. 



Bozen. 1655, November, 13. 

Die Reise wird glücklich fortgesetzt und ich hoffe, dass 
wir innerhalb acht Tagen in Ferrara sein werden. Inzwischen 
habe ich hier, Euer Hochwürden werthe Briefe vom 7., 13. 
und 20. October und vom 3, November erhalten und da Ihre 
Majestät die Konigin öffentlich untergebracht wird, ist jede 
besondere Einladung überflüssig, wenngleich auch ich schon 
Vorsorge getroffen hatte. 

Die anderen Angelegenheiten werden wir mündlich be- 
sprechen, w^esshalb ich schliesse. 

Bussolengo. 1655, November, 18. 

Wir sind gestern an der Grenze der Staaten der Durch- 
lauchtigsten Republik, welche ihrer gewohnten Pracht würdige 
Geschenke überreicht hat, angelangt. Uebermorgen, glaube 
ich, werden wir in Ostia sein, um Tags darauf nach Ferrara 
zu reisen. Ihre Majestät erfreut sich der besten Gesundheit; 
Gott der Herr möge sie ihr erhalten und auch Euer Hoch- 
würden, den ich ersuche, den beigeschlossenen Brief an den 
Marquis Maximilian zu übergeben. 



270 



Montecuccoli : 



Rom. 1655, Dccember, 3. 



Da ich hier gesund angelangt bin, gebe ich Euer Hoch- 
würden diese Nachricht, so wie auch eine, von der ich weiss, 
dass Sie sie gerne erhalten werden. 

Ich bin unserem Herrn zu Füssen gelegen, der die 
Gnade gehabt hat, mich in zweistündiger, äusserst gütiger 
und huldvoller Audienz zu empfangen. Ich kann nicht genug 
die grosse Milde und Güte schildern, mit welcher Seine Heilig- 
keit die Gnade hatte, sich mit mir zu unterhalten, noch die 
Sorgfalt, welche Seine Heiligkeit an den Tag legt, auf dass 
Ihre Majestät die Königin mit allem Glänze und aller Pracht 
empfangen, bedient und behandelt werde. Ich glaube, dass 
Ihre Majestät bei ihrer Ankunft Rom incognito betreten und 
im Vatican, im Belvedere- Viertel, untergebracht werden wird, 
allwo sie vielleicht fünf oder sechs Tage verweilen wird, um 
für die nothwendigen Herrichtungen zum Empfange Zeit zu 
geben; nach diesem dürfte Ihre Majestät ihren feierlichen Ein- 
zug in Rom halten und im Palaste Farnese absteigen, welcher 
mit Malereien und prachtvollen Ornamenten königlich ge- 
schmückt ist. 

Sobald der Einzug erfolgt sein wird, werde ich trachten 
Erlaubniss zu erhalten, nach Deutschland rückzukehren und 
auf der Rückreise werde ich das Vergnügen haben. Euer 
Hochwürden wiederzusehen. 

RS: 

Ihre Majestät die Königin dürfte am 18. d. Mts. incognito 
in dieser Stadt eintreffen und einige Tage darauf wird der 
öffentliche Einzug stattfinden. In drei oder vier Tagen werde 
ich wiederum zu Ihrer Majestät zurückkehren. Von Deutschland 
haben wir als neueste Nachrichten den Tod des Oberst-Hof- 
meisters Seiner kaiserlichen Majestät, Fürsten Dietrichstein, 
an dessen Stelle Fürst Auersperg getreten ist. 

Spoleto. 1655, December, 15. 

Mit grösstem Vergnügen habe ich hier die Herrn Barozzi 
und Tagliacini getroffen, welch' Letzterer mir die Gelder 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648 — 1658. 27 1 

übergab, die Marquis Maximilian geschickt hatte. Sobald 
wir in Rom sein werden, was, wie ich hoffe, am 20. dieses 
sein dürfte, werde ich den Brief dem Herrn Abb6 Campori 
geben, nach seinen Anweisungen handeln und von dem Erfolge 
Euer Hochwürden verständigen. Ueberall hier setzen sich die 
Feste und Empfangsfeierlichkeiten derart fort, dass ganz Italien 
auf der Strasse zusammenläuft und ein ununterbrochenes Zu- 
und Abströmen der Bevölkerung stattfindet. 

Rom. 1655, December, 22. 

Die Königin erfahrt unbegrenzte Ehrenbezeigungen von 
Seiner Heiligkeit, welcher die höchste Freude an dem Um- 
gange mit Ihrer Majestät hat; sie unterhielt sich mit unserem 
Herrn vorgestern durch eine volle Stunde und gestern bei 
drei Stunden. Morgen wird der Aufzug zu Pferde und der 
öffentliche Einzug stattfinden, nach welchem Ihre Majestät 
im Palaste Famese ihre Appartements beziehen wird. 

Ich habe keine Zeit zum Schreiben, wesshalb ich mich 
darauf beschränke Euer Hochwürden den Empfang Ihrer 
werthen Briefe vom 26. November und vom i., 3., 7., 11. und 
15. December, welche ich mit nächster Post, wenn ich Zeit 
habe, beantworten werde, zu bestätigen. 

Rom. 1655, December, 28. 

Im Trubel dieses Hoflebens kann ich nur mit grosser 
Mühe eine Minute zum Schreiben erhaschen. 

Ich habe verschiedene Briefe von Euer Hochwürden 
erhalten, von denen die meisten ohne Orts-, noch Tages- 
Datum sind. 

In Angelegenheit des Rechtsstreites der Herren Monte- 
cuccoli werde ich thun, was ich nur vermag; doch fehlt es 
nicht an Schwierigkeiten, da unser Herr, wie man mir sagt, 
in Justiz- Angelegenheiten keiner Anempfehlung Gehör schenke. 
So weiss ich auch wegen des Herrn Franz Todeschi nicht 
was ich thun solle; da ich weder Verdienste um Seine 
Heiligkeit, noch eine intime Bekanntschaft mit ihm habe, er- 
scheint es mir als Unbescheidenheit, ihn mit der Bitte um 



272 



Montecuccoli : 



Gunstbezeigungen für Andere zu belästigen ; ich werde jedoch 
nicht ermangeln, mich nach einer Gelegenheit ihm in seiner 
Angelegenheit zu nützen umzusehen. 

Auch die Konigin hat sich vorgenommen Seine Heiligkeit 
für Niemanden zu behelligen, da es ihr scheine, sie geniesse 
ohnehin im grossten Masse von der ungeheueren Güte Seiner 
Heiligkeit, der ihr so viele Ehren erweise, dass es fast un- 
möglich ist sie aufzuzahlen. Sie geht sehr häufig zur Audienz, 
wo unser Herr sie stundenlang zurückhält; er selbst hat sie 
in ihren Gemächern besucht und vorgestern zu sich zum Speisen 
eingeladen. 

Nun ist die Konigin vom Vatican in den Palast Famese 
übersiedelt, wo ununterbrochen ein Massen-Zudrang von Prinzen 
und Cavalieren, die ihre Aufwartung machen, herrscht. 

Ich habe den Abb6 Campori aufgesucht und da ich ihn 
nicht zu Hause antraf, den Brief Euer Hochwürden dort 
gelassen; man wird sich bemühen, die gewünschte Gnade zu 
erlangen. 

Ich hoffe mich in acht oder zehn Tagen von hier los- 
machen und den Weg nach Bologna einschlagen zu können, 
um mir das Vergnügen zu gönnen, einige Zeit mit Ihnen zu 
verkehren. 

Wien. 1657, März, 3. 

Euer Hochwürden kann ich schon die Nachricht geben, 
dass ich am Vorabende meiner Verlobung stehe, wie ich 
Ihnen ausführlich mit der nächsten Post mittheilen werde, da 
ich gegenwärtig keine Zeit habe. 

Wien. 1657, März, 7. 

Der Liebesgott, der mich in meinem Leben so tyrannisiert 
hat, ist eben im Begriffe, sein ganzes Füllhorn von Glück 
und Freude über mein Haupt zu schütten. 

Die Dame, welche Euer Hoch würden mir anempfehlen, 
wäre gewiss im Stande mich glücklich zu machen, wenn ich 
noch in der Lage wäre, sie heirathen zu können; aber ich 
bin schon durch ein Versprechen, an die Gräfin Dietrichstein, 



Correspondenz mit Pater Maximilian Monte cuccoli. 1648— 1658. 273 

Hofdame Ihrer Majestät der Kaiserin» Tochter des Fürsten 
Dietrichstein und der Fürstin Liechtenstein, der Schwester des 
jetzt regierenden Fürsten gebunden. 

Ich danke übrigens Euer Hochwürden für die liebens- 
würdige, wahrhaft brüderliche Fürsorge und bitte der Dame 
meine Hochachtung, sowie meine Ergebenheit zu Füssen 
zu legen. 

Ich würde Sie gerne bitten meiner Hochzeit anzuwohnen, 
aber die grosse Entfernung wird Sie dann hindern und 
darum bitte ich, mich wenigstens mit Ihren Segenswünschen 
zu bedenken. 

Wien. 1657, März, 10. 

Meine Braut ist Hofdame Ihrer Majestät der Kaiserin, 
18 Jahre alt und, wenn der Schein nicht trügt, von seltener 
Schönheit, Tugend und engelsgleicher Anmuth; durch sie 
werde ich mit den ersten Häusern Oesterreichs verwandt, sie 
ist der Liebling der Kaiserin und heisst Margarethe; ich 
habe schon die Erlaubniss erhalten ihr zu dienen, was einem 
Verlobnisse gleichkommt und so erwarte ich mit Ungeduld 
den Ablauf der Fastenzeit, um die Hochzeit mit dem ge- 
bührenden Pompe zu feiern, zu welchem Zwecke Seine Ma- 
jestät der Kammer befohlen hat, meine Rückstände flüssig 
zu machen. 

Wien. 1657, März, 31. 

Meine Hochzeit soll am 15. April stattfinden, wenn sie 
nicht in Folge der Krankheit Seiner Majestät des Kaisers 
verschoben wird; Seine Majestät leidet an Magenschwäche, 
sowie Erbrechen und wir waren schon sehr um sein Leben 
besorgt, doch ist Gottlob kein Rückfall und kein Fieber 
eingetreten, so dass Hoffnung auf einen guten Ausgang vor- 
handen ist. 

Wien. 1657, April, 7. 

Den Brief Euer Hochwürden vom 14. v. Mts. habe ich 
erhalten und Sie werden wahrscheinlich schon durch die von 

Montecuccoli. IV. 1° 



274 



Montecuccoli: 



den Botschaftern abgesandten Couriere, die Nachridit von 
dem unermesslichen Verluste erhalten haben, der uns durch 
den Tod des Kaisers getroffen hat; allgemein war die An- 
sicht verbreitet, dciss Seine Majestät das Bett in Folge seines 
alten Podagxaleidens hüte und ich hatte das Glück, oder 
das Unglück, dem Kaiser in den letzten 15 Tagen seines 
Lebens, als Kämmerer zu dienen; man erkannte die Gefahr 
für sein Leben aber erst drei bis vier Tage vor seinem Tode. 

Seine Majestät hauchte seinen Geist am 2. April, dem 
zweiten Ostertage, bei Sonnenaufgang aus und Euer Hoch- 
würden können sich denken, was das für traurige Feiertage 
waren; in derselben Nacht kam in einer Küche der Burg 
ein Feuer zum Ausbruche, das aber ohne erheblichen Schaden 
anzurichten, rechtzeitig gelöscht wurde; ein alter Adler, der 
gewöhnlich im Burghofe sich zeigte, starb und auch andere 
Zeichen deuteten auf ein grosses Ereigniss. 

Der Kaiser hauchte seinen letzten Seufzer gerade In 
dem Augenblicke aus, als der Priester, der im Nebenzimmer 
die Messe las, den Segen ertheilte und er starb in jeder Be- 
ziehung als ein guter Christ. 

Am nächsten Tage wurde der Leichnam geöflEhet, ein- 
balsamiert und man fand in seinem Magen eine Menge 
schwarzer Galle und Absonderungen der Milz, woraus die 
Aerzte schlie&sen, dass dies die Todesursache gewesen sei; 
sein Leichnam war drei Tage öffentlich ausgestellt xmd 
wurde vorgestern Nachts bei den Kapuzinern zur ewigen 
Ruhe gebettet. 

Ich zweifle nicht, dass seine Seele im Himmel ist, wie 
auch sein Name unvergessen auf Erden bleiben wird. 

Es scheint, dass Erzherzog Leopold Wilhelm als Vor- 
mund, oder als Minister, die Geschäfte bis zu dem Zeitpuncte 
fuhren werde, als Seine Majestät der König sein 17. Lebens- 
jahr vollendet haben wird, was in zwei Monaten eintritt; die 
Kaiserin erhält die Vormundschaft über ihre leiblichen Kinder 
und ist vom Könige, sowie vom Erzherzog sehr geachtet; 
man spricht, dass durch den Regierungswechsel grosse Ver- 
änderungen statthaben werden; ich muss jedenfalls meine 
Hochzeit aufschieben und ohne jeden Pomp abhalten, habe 



Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 1648—1658. 275 

aber schon grosse Auslagen gehabt. Der Kaiser hatte mir 
sehr vortheilhafte Versprechungen gemacht, von denen ich 
nicht weiss, ob sie jetzt eingelost werden. 

Es befindet sich gegenwärtig ein türkischer Tschausch 
hier, der die unveränderte Friedensliebe seines Monarchen 
versichert, femer ein polnischer Abgesandter der Hilfe 
begehrt. 

Wien. 1657, April, 14. 

In Beantwortung der Anfrage Euer Hochwürden theile 
ich mit, dass die Grräfin Dietrichstein das Italienische nicht 
spricht ; wir sind hier umso mehr in grosser Sorge, als Seine 
Majestät der Konig von den Masern befallen wurde, doch 
hoffen wir, dciss er in einigen Tagen das Zimmer werde ver- 
lassen können. 

Wien. 1657, Mai, 12. 

Ich hoffe, dass meine Hochzeit während der Pfingst- 
feiertage, jedoch in aller Stille wird gefeiert werden können; 
der Reichstag ist für den 14. August nach Frankfurt a. M. 
einberufen, um die Wahl des Römischen Könige beziehungs- 
weise des Kaisers vorzunehmen, welche, wie man hofft, 
wieder auf das Haus Habsburg fallen dürfte. 

Breslau. 1658, Februar, 26. 

Ich kann Euer Hochwürden nicht beschreiben, wie sehr 
mich die Nachricht vom Tode unseres Verwandten Raimund 
geschmerzt hat; die Ergebung mit welcher er in's andere 
Leben trat, möge uns ein Trost sein. 

Ich bin hier in Breslau eingelangt, woselbst ich meine 
Frau in bester Gesundheit antraf und mit ihr erneuert Hoch- 
zeit feierte; die Grüsse Euer Hoch würden habe ich aus- 
gerichtet, sie lässt für dieselben vielmals danken und bedauert 
nur, sie nicht selbst beantworten zu können, da sie leider der 
Sprache nicht mächtig ist. 

Ich verliess Berlin am 15. d. Mts. mit der Ueberzeugung, 

dass der Churfürst dem Allerhöchsten Kaiserhause sehr ge- 

18* 



2 7 6 Montecuccoli : Correspondenz mit Pater Maximilian Montecuccoli. 

neigt sei und dass er unseren Absichten täglich mehr Sym- 
pathie entgegenbringe. 

Ich reise übermorgen zur Armee nach Polen. 

Oesterreichisches Feldlager in Polen. 1658, Juni, 21. 

Wenn ich einen guten Maler finde, werde ich das Bild 
meiner Frau malen lassen und es der Marquise Ottavia 
Montecuccoli übersenden, obwohl es zu viel Ehre ist, dass 
die Frau Marquise es verlangt. 

Unsere Leute im Preussen stehen im BegriiGfe T^rocz an- 
zugreifen. 

Kaiserliches Feldlager. 1658, August, 8. 

Wir stehen hier und beobachten den König von 
Schweden, bereit ihm überall entgegenzutreten; die Unseren 
belagern Thorn in Preussen. 

Kaiserliches Feldlager in Jütland. 1659, August, 3. 

Die Friedensverhandlungen haben begonnen, aber ich 
weiss nicht, ob sie Erfolg haben, sowie ob alle Verbündeten 
damit einverstanden sein werden. 

Wien. 1668, November, 19. 

Nachdem ich sehe, dass Euer Hochwürden es lieber 
hätten, wenn Ihr jährliches Deputat zur Auszahlung, statt in 
Italien, hier in Deutschland angewiesen werden würde, um 
den Abzügen, Taxen, dem Agio und anderen Lästigkeiten zu 
entgehen, so habe ich Veranlassung getroffen (um Ihnen mein 
Entgegenkommen zu beweisen), dass die 91 fl. 40 kr., wie 
im Jahre 1663, Ihnen hier in Wien flüssig gemacht werden. 

Zu Weihnachten wird dies jedoch nicht mehr möglich 
sein, da die Vertheilung des Geldes in Italien schon geschehen 
sein dürfte, aber künftige Ostern wird die Auszahlung schon 
hier erfolgen. 



4 a. 

CORRESPONDENZ MIT DEM KAISER WAEHREND 
DER REISE NACH FINALE. 1666. 

CONCBPTB. K. A., Uttt. XXVIII, tu. 



Innsbruck. 1666, Mai, 31. 

Ich habe heute hier die Aufträge Euer Majestät aus- 
geführt und setze morgen Früh die Reise fort, um den an- 
deren Verpflichtungen nachzukommen. 

Nachdem ich mich beim Grafen Ferrari zur Audienz 
gemeldet hatte, wurde ich von meinem Quartiere mittelst Hof- 
wagens abgeholt und durch den genannten Grafen zur Erzher- 
zogin- Wittwe geführt, welcher ich den Brief Euer Majestät 
übergab, die Grüsse ausrichtete, meine Mission auseinander- 
setzte und den Weg über Trient, Lienz, Villach bezeichnete, 
den die durchlauchtigste Braut einschlagen werde. 

Ich bekam zur Antwort, dass Ihre Hoheit die Gesundheit 
nur der Güte Euer Majestät verdanke, welche bei der jüngsten 
Anwesenheit die Erzherzogin mit Liebenswürdigkeiten über- 
schütteten und ihre gedrückte Stimmung wieder in's Gleich- 
gewicht brachten; sie sei Euer Majestät hiefür lebens- 
länglich zu Dank verpflichtet, freue sich sehr über die 
Ankunft der hohen Braut, bedauere dass ihr Weg sie nicht 
über Innsbruck führe und sie hiedurch der Gelegenheit be- 
raubt sei, Ihre Majestät persönlich begrüssen zu können; 
femer fragte sie, ob Ihre Majestät, die Kaiserin -Wittwe, nicht 
der Braut entgegenfahre, was ich mit dem Hinzufügen ver- 
neinte, dass die Strassen zu schlecht seien und auch die Unter- 
künfte Schwierigkeiten bereiten würden; aus dieser Frage 
schloss ich, dass die Erzherzogin vielleicht selbst diese Ab- 
sicht gehabt habe, was Graf Ferrari gesprächsweise bestätigte, 
jedoch hinzufugte, dass sie es nur gethan hätte, wenn sie 
sicher gewesen wäre sich mit Euer Majestät in Ueberein- 
stimmung zu befinden. 



28o Montecuccoli: 

Die Erzherzoginnen-Tochter haben die Grüsse Euer 
Majestät mit Freude und Wohlgefallen entgegengenommen 
und lassen sehr dafür danken. 

Die deputierten Räthe, denen ich die kaiserlichen 
Schreiben übergab, werden weder Zeit, noch Arbeit 
scheuen, um die Strassen in guten Stand zu setzen; was den 
Transport der Bagagen und deren Bedeckung anbelangt, 
ersuchten sie, die Zeit des Durchzuges noch genau bekannt- 
zugeben, um die nöthigen Vorbereitungen treffen zu können. 

Hier sind neue Nachrichten über einen Vergleich 
zwischen Mantua und Modena eingelaufen ; die Konigin Chri- 
stine von Schweden soll nächstens hier durchreisen, man 
weiss nicht ob officiell oder incognito. 

Mailand. 1666, Juni, 6. 

Ich hoffe, dass Euer Majestät meine Relation, de dato 
Innsbruck den 31. v. Mts., erhalten haben werden; ich setzte 
die Reise mit Eilwagen fort, langte vorgestern in Mailand 
an und Hess 6,em Gouverneur gleich meine Ankunft melden, 
welcher den Grafen Fabius Visconti, Hauptmann seiner 
Leibwache, zu meiner Begrüssung entsendete und sagen liess, 
dass er mich gerne im königlichen Palast einlogiert hätte, 
aber er sei selbst von dort ausgezogen, um ihn für die 
Kaiserin freizuhalten und in seinem jetzigen Quartiere (er 
wohnt im Hause des Grafen Dorino) sei kein Platz, doch 
habe er für mich eine Wohnung beim Grafen Archinto 
(dessen nunmehr verstorbener Vater Gesandter am kaiserlichen 
Hofe war) bereitstellen lassen, wohin ich auch bald darauf 
in einem Hofwagen gefuhrt wurde. 

Gegen Abend besuchte ich den Gouverneur, der mich, 
um die Empfangs-Ceremonien zu vermeiden, bei der Geheim- 
thüre empfing, mich zum Setzen einlud, worauf ich ihn der 
ununterbrochenen kaiserlichen Gnade und Zufriedenheit ver- 
sicherte, ihm das Beglaubigungsschreiben überreichte und im 
Gespräche die Fragen der Ankunft, der Vorbereitungen, des 
Empfanges und des Aufenthaltes der hohen Braut berührte, 
sowie mich anfragte, ob ich in schwarzen oder färbigen Ge- 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Pinale. 281 

wandern erscheinen solle und ihn schliesslich bat, mir in 
Allem seine Unterstützung zu leihen. 

Der Gouverneur versicherte mich vor Allem seiner Er- 
gebenheit für Euer Majestät und dass es sein oberster Grund- 
satz bei allen Handlungen sei, die innigen Beziehungen 
zwischen dem deutschen und dem spanischen Zweige des 
Hauses Oesterreich zu pflegen und zu fordern; er dankte 
sehr für die Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens und 
beehrte auch meine Person mit vielen Schmeicheleien, worauf 
er mittheilte, dass die hohe Braut sich am 5. d. Mts. hätte 
einschi£Fen sollen und er schon zu ihrem Empfange mit allen 
Beamten und Edelleuten abreisen wollte, dass sich aber die 
Einschiffung, da die Escadre noch nicht beisammen war, 
verzögert habe und man jetzt über den Tag der Abreise 
ganz im Unklaren sei; Ihre Majestät und der Hof befanden 
sich in Gandia, eine Tagreise von D6nia entfernt, einem be- 
quemeren und gesünderen Orte als dieser und die Einschiffung 
könne jeden Augenblick erfolgen, wie er denn auch diese 
Nachricht von Tag zu Tag erwarte; bezüglich des Empfanges 
thue man Alles, um ihn womöglich noch glanzvoller zu ge- 
stalten, als es jener war, welchen man seinerzeit der jetzigen 
Konigin -Wittwe bereitet hatte. 

Man liess in Finale eine Brücke von sehr grosser Länge 
in's Meer hinein bauen, damit die Galeere daselbst anlegen 
und Ihre Majestät directe an das Land steigen könne, 
femer wurde die Strasse von Finale nach Mailand in guten 
Stand gesetzt, so dass man sie jetzt anstandslos zu Wagen 
benützen könne, während sie früher kaum für Sänften practi- 
cabel war; man baue Triumphpforten bei den Thoren, in den 
Strassen und beim Dome und richte den alten und bau- 
fälligen königlichen Palast sehr schön her. 

Prinz Matthias von Toscana wolle bei der Ausschiffung 
anwesend sein und der Abgesandte des Papstes, ein Cardinal, 
werde die Kaiserin in Mailand begrüssen. 

Man glaube, dass Ihre Majestät sich in Finale fünf bis 
acht Tage aufhalten werde, um ihr Gepäck und die Bagagen 
abzuwarten, was eine tägliche Auslage von 1500 Ducaten 
ausmache, in Mailand wieder acht bis zehn Tage; vom Hofe 



282 Montecuccoli: 

und der Begleitung Ihrer Majestät werde, wie aus dem bei- 
geschlossenen Verzeichnisse zu ersehen ist, ein grosser Theil, 
nach der Landung zurückkehren. 

Wegen der Trauer werde die Kaiserin vom Magistrate 
und dem Adel in schwarzem Seidengewande empfangen 
werden, was für mich, da ich vom Hofe Euer Majestät komme, 
wohl nicht bindend sei, doch werde ich über Alles und Jedes vom 
Herzoge von Albuquerque noch genaueste Auskunft erhalten. 

Von anderer Seite höre ich, dass man wegen der An- 
wesenheit der französischen Flotte, in den Gegenden die Ihre 
Majestät passieren muss, umso mehr in Aufregung sei, als der 
frühere Plan dahin gieng, directe zu reisen und erst später 
beschlossen wurde, französisches Territorium nicht zu betreten; 
es unterliege jedoch keinem Zweifel, dass die Reise in jeder 
Hinsicht beschleunigt werde, da jeder Tag Verzögerung bei 
4000 Ducaten koste und auch die Commandanten der 
Galeeren, welche sonst um diese Zeit durch den Seiden- 
Transport viel Geld einnehmen, das ihrige dazu beitragen 
werden, baldigst loszukommen. 

Der General-Commissär Graf Hercules Visconti glaubt, 
dass der Herzog von Albuquerque, der gegenwärtig in Folge 
Fiebers bettlägerig ist, nach der Uebergabe der hohen Braut 
zurückkehren, während Cardinal Colonna noch weiterhin mit- 
reisen werde; auf meine Frage, was denn dann mit dem 
Cardinal Harrach sei, antwortete er, dass man von der Sendung 
desselben keine Ahnung habe und dass in diesem Falle 
Colonna jedenfalls auch werde umkehren wollen. 

Ich habe, um für alle Fälle gerüstet zu sein, schwarze 
und farbige Gewänder in Vorbereitung und werde thunlichst 
bald nach Finale abreisen, um nicht zu lange hier zur Last 
zu fallen und selbst dem Zwange zu entgehen. 

Gestern empfieng ich den ganzen Tag Besuche von 
Ministern und Cavalieren und gegen Abend war auch der 
Gouverneur bei mir. 

Mailand. 1666, Juni, 6. 

Es sind von verschiedenen Orten Nachrichten ein- 
gelaufen, wonach die französische Flotte die Meerenge 



Coxrespondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 283 

schon passiert habe, daher sich die Gemüther wieder be- 
ruhigten. 

Mailand. 1666, Juni, 8. 

Ich hoffe, dass der Courier, den ich vorgestern absandte, 
mit meinen Relationen bei Euer Majestät eingetroffen sein 
werde. Gestern traf aus Genua die Nachricht ein, dass da- 
selbst ein Schiff, mit Briefen des Herzogs von Albuquerque 
und des Don Vincenz Gonzaga, angelangt sei, nach welchen 
sich Ihre Majestät am 15. d. Mts. in D6nia einschiffen werde, 
daher der Gouverneur sich am 12. nach Finale begeben will; 
ich gedenke übermorgen abzureisen. 

Mailand. 1666, Juni, 9. 

Der Tag der Einschiffung Ihrer Majestät der Kaiserin 
ist nicht genau auf den 15. d. Mts. festgesetzt, doch wird die 
Abreise um diese Zeit herum erfolgen. 

Eine französische Escadre von zwölf Galeeren ist einer 
spanischen, sieben Galeeren starken, begegnet und sie hatten 
sich schon in Schlachtordnung gegeneinander aufgestellt, da 
jede prätendierte, zuerst gegrüsst zu werden; es kam jedoch zu 
keinem Zusammenstosse, da man übereinkam, sich gar nicht 
zu begrüssen. 

Der spanische Botschafter, der zur Vertretung am Hofe 
Euer Majestät bestimmt ist, soll in Madrid geblieben sein, 
wegen Zwistigkeiten seiner Frau mit der obersten Kammer- 
frau der hohen Braut; man munkelt auch, dass der hiesige 
Gouverneur nach Spanien zurückberufen und durch den Car- 
dinal Colonna ersetzt werden dürfte. 

Was die Bagage der hohen Braut anbelangt, so 
schliesse ich hier ein Verzeichniss bei, welches genauer ist als 
das erste. 

Genua. 1666, Juni, 12. 

Die beigeschlossene Liste enthält ergänzende Daten über 
den Hofstaat der hohen Braut; der Gouverneur von Mailand 
wird übermorgen, den 14. d. Mts., abreisen, um am 19. oder 



284 Montecuccoli: • 

20. in Finale einzutreffen, während ich von hier aus in fünf 
bis sechs Stunden zu Schiff dortselbst eintreffen kann. 

Der genaue Zeitpunct der Einschiffung" Ihrer Majestät 
ist noch nicht bekannt, man zweifelt, dass sie vor dem Voll- 
monde, am 16. d. Mts., stattfinden könne. 

Man glaubt hier in Genua, dass die Landung möglicher 
Weise doch hier erfolgen werde, da die Küste bei Finale 
hiezu wenig geeignet sei und absolut schönes Wetter und 
Windstille erfordere. 



Genua. 1666, Juni, 19. 

Bezüglich der Einschiffung Ihrer Majestät sind keine 
neuen Nachrichten eingelaufen, doch glaubt man, dass sie 
am 20. stattfinden werde, was also morgen der Fall wäre. 
Gebe Gott, dass die Reise gut abgehe und der Segen des 
Himmels begleite sie allüberall; der Gouverneur von Mailand 
ist am 14. abgereist, mit der Absicht, sich in Alessandriar 
aufzuhalten und dort genaue Nachrichten abzuwarten; icl^ reise 
morgen nach Finale. 

Der französische Botschafter passierte, nach Rom 
reisend, den Hafen auf zwei Galeeren der Republik; August 
Durazzo^), genuesischer Botschafter in Constantinopel, be- 
giebt sich heute mit werthvoUen Geschenken auf seinen 
Posten. 

Finale. 1666, Juni, 23. 

Ich erwarte täglich eine Nachricht über die Einschiffung 
und die Ankunft Ihrer Majestät, doch weiss man bis nun 
noch nichts Bestimmtes; ich bin seit 20. d. Mts. hier und den 
Gouverneur von Mailand erwartet man heute Abend. 

Der päpstliche Legat erwartet in Rom die Nachricht 
von der Ankunft der Kaiserin, um sich dann zu Schiffe über 
Finale nach Mailand zu begeben und dortselbst Ihre Majestät 
zu begrüssen. Prinz Matthias von Toscana wohnt schon seit 
drei Wochen in der Nähe von Savona. 

s. 

') Duras. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 285 

Graf Castelar, der zum Botschafter am Hofe Euer 
Majestät ausersehen ist und in Madrid zurückgeblieben war» 
folgt nun doch der Kaiserin und man glaubt, dass er noch 
rechtzeitig zur Abfahrt in D6nia eintreffen werde. 

Finale. x666, Juni, 25. 

Gestern Abends traf der Gouverneur von Mailand hier 
ein, doch ist auch er über den Tag der Abreise Ihrer Ma- 
jestät im Unklaren. 

Finale. 1666, Juni, 25. 
(N.B: abgeschickt am 2. Juli.) 

In der freudigen Erwartung der glücklichen Ankunft 
Ihrer Majestät habe ich das hier beiliegende Gedicht verfasst, 
sowie in Musik gesetzt und beehre mich, es zu Euer Majestät 
Füssen zu legen. 

Finale. 1666, Juni, 28. 

Ein am 17. von D6nia abgesegeltes Schiff brachte die 
Nachricht, dass man der Ankunft der Kaiserin binnen wenigen 
Tagen entgegensehen könne. 

Finale. 1666, Juli, i. 

Euer Majestät werden meinem Berichte vom 28. v. Mts. 
entnommen haben, dass ein Schiif, welches die Ueberfahrt 
von D6nia in zehn Tagen vollführt hatte, die Nachricht brachte, 
dass Ihre Majestät sich um den 20. einschiffen werde und daher 
in wenigen Tagen zu erwarten sei; von Genua wird jedoch 
gemeldet, dass die Einwohner von Barcelona bittlich geworden 
seien, die Kaiserin in ihrer Stadt begrüssen zu dürfen, was 
eine Verspätung von drei bis vier Tagen bedeutet. Inzwischen 
erhielt ich durch den zurückgekommenen Courier die Befehle 
Euer Majestät vom 20. v. Mts., worauf ich nur antworten 
kann, dass^) »die Erherzogin mir keinerlei Schreiben für« 
Ihre Majestät die Kaiserin »übergeben habe«; ich halte mich 
jedenfalls diesbezüglich und gegenüber den eventuellen 



') Die unter Anführungszeichen folgenden Worte sind chiffriert. 



286 Montecuccoli: 

Forderungen Albuquerque's, nach meiner Instruction und 
werde gleich nach Beendigxing meiner Mission zurückreisen. 

Finale. 1666, Juli, i. 

Durch den Courier erhielt ich Euer Majestät eigen- 
händiges Schreiben vom 20. v. Mts. und es wird mir eine 
unendliche Genugthuung bereiten, Euer Majestät baldigst die 
glückliche Ankunft der hohen Braut, deren Haupt Gott be- 
schützen und schirmen möge, vermelden zu können; mit 
Bedauern vernehme ich die Erkrankung des Carducci^), die 
doppelt unangenehm ist, da ihn Euer Majestät gerade jetzt 
zum Caroussel am nothwendigsten brauchen. 

Finale. 1666, Juli, 4. 

Gestern erhielt ich mit der Post Euer Majestät eigen- 
händiges Schreiben vom 10. v. Mts. und bereits früher, durch 
den Courier, die Befehle vom 20., worauf ich schon am 
I, Juli zu antworten mir erlaubt habe. 

Ich w^erde keinerlei Mühe und Arbeit scheuen, 2) »um 
den Charakter und die Denkungsweise der obersten Kammer- 
frau zu erforschen« und sie von der Schwärmerei, durch Mittel 
die durch die Lage geboten erscheinen, abzubringen; ich 
werde ihr auch in der befohlenen Art den Brief der Nonne 
für Ihre Majestät übergeben. 

Ich bin sehr erfreut, dass das Festspiel am Geburtstage 
Euer Majestät, den der Allmächtige beschützen möge, auf- 
geführt wurde und viel Beifall fand, den es auch ehrlich 
verdient; ich lese hier ein Trauerspiel aus der Feder des 
Patriarchen von Aquileja, würdig dieses edlen Mannes, welches 
ich Euer Majestät nach meiner Rückkehr ehrfurchtsvoll über- 
reichen werde; es schmerzt mich sehr, Euer Majestät noch 
immer nichts Bestimmtes über die Ankunft der hohen Braut 
vermelden zu können. 

Pinale. 1666, Juli, 8. 
Auch heute kann ich keine bestimmte Nachricht, bezüglich 
der Ankunft der hohen Braut zukommen lassen; es scheinen 



i) Siehe I. Bd., pag. CXXV. 
^ In ChifiDre. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 287 

hier so viel Nebenumstände mitzuspielen, dass es schwer 
wird, sich darin auszukennen; Einig-e behaupten nun, dass*) 
»das schlechte Einvernehmen zwischen dem Herzog von Albu- 
querque und dem Gouverneure, daran Schuld sei, Andere 
schreiben es der ungeschickten Leitung der Reise zu, dem 
schlechten Wetter, der Krankheit des Herzogs von Albu- 
querque, während man auch davon spricht, dass Ihre Majestät 
von einem Unwohlsein befallen worden sei, welches sie an 
der Einschiffung behinderte; dies Letztere schreibt ein Priester, 
der 15 Meilen von hier wohnt, welcher die Nachricht wieder 
von seinem Bruder aus Barcelona hat; und so schwirren allerlei 
Gerüchte durch die Luft, doch bete ich zu Gott, dass die 
Angelegenheit in jeder Hinsicht einem guten Ende zustrebe. 

Finale. 1666, Juli, 9. 

Ich schrieb gestern, dass über die Ankunft der hohen 
Braut vollige Ungewissheit herrsche ; ich kann Euer Majestät, 
gelegentlich der Rückreise des Grafen Waldstein nach Deutsch- 
land niu* mittheilen, dass sich gestern ein starker Sturm erhob, 
der das Meer durcheinanderpeitschte und dass die Minister 
dem Bagagetransport, welcher morgen hier hätte eintreffen 
sollen, Befehl gegeben haben, noch zuzuwarten, damit nicht 
^die hiesigen w^enigen Lebensmittel und Fouragebestände auf- 
gezehrt würden. 

Finale. 1666, Juli, 11. 

Ich erwähnte in meinem Briefe vom 8. d. Mts., dass 
das Gerücht gehe, Ihre Majestät wäre unter Fiebererscheinungen 
erkrankt; dieses Gerücht hat sich leider, durch gestern Mittag 
an das hiesige Gouvernement eingelangte Briefe, welche 
durch einen Courier aus Madrid überbracht wurden, be- 
wahrheitet. 

Diese Briefe sind vom 26. Juni datiert und besagen, dass 
Ihre Majestät in D6nia leicht erkrankt sei und man ihr zweimal 
Blut abgezapft habe. 

Auch der Konig und die Königin waren in Madrid er- 
krankt, sind jedoch schon wieder wohlauf; ich hoffe dasselbe 

») In Chiffre. 



288 Montecuccoli: 

auch von der hohen Braut da ein Privatbrief meldet, dass 
nach dem zweiten Ansetzen der Blutegel, das Fieber nach- 
gelassen habe. 

Finale. 1666, Juli, 13. 

Ich bin fortwährend in Erwartung von Nachrichten aus 
D^nia um die entsprechenden Massnahmen treffen zu können, 
aber es besteht kein directer Correspondenzdienst zwischen den 
spanischen Ministem und dem hiesigen Gouverneur, was 
allerdings sehr misslich ist; man hat wohl einen Kutter nach 
D^nia gesendet, aber dieser kann nicht so bald zurück sein. 



Finale. 1666, Juli, 15. 

Die Gesandten und Abgeordneten kehren langsam in die 
Stadt zurück, um bei der Ankunft der Kaiserin anwesend zu 
sein; die Escadre von Malta, bestehend aus sieben Galeeren, 
lief gestern hier ein und setzte die Reise nach Spanien fort, 
um die Kaiserin abzuholen und herzugeleiten. 



Finale. 1666, Juli, 18. 

Die Unsicherheit über den Zeitpunct der Ankunft ist 
auf das höchste gestiegen; Euer Majestät werden zur selben 
Zeit, oder kurz nachher, genaue Nachrichten über die Krank- 
heit Ihrer Majestät, die Gott beschützen möge, erhalten, da- 
her mich die diesbezüglichen Befehle Euer Majestät noch 
immer rechtzeitig erreichen können; seit den letzten Auf- 
trägen, de dato 20. Juni, habe ich keine weiteren Nachrichten 
empfangen. 

Der Gouverneur beabsichtigt, falls er nicht baldigst Klar- 
heit erhalte, nach Mailand zurückzukehren. 

Die Escadre von Malta verblieb, in Folge hoher See, bis 
gestern Abends hier und nahm dann den Curs gegen Denia, 
welchen Ort sie in acht bis zehn Tagen zu erreichen hofft; 
Gott erhalte ihr gutes Wetter und beschütze ihre glück- 
liche Rückkehr mit der hohen Braut. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 280 

Finale. 1666, Juli, 21. 

Ein gewisser Alilanese, der aus Spanien in Privatange- 
legenheiten hieher gereist war und seinen Weg über D6nia 
genommen hatte, brachte zwei Briefe des Cardinais Colonna 
an den Gouverneur von Mailand und an mich mit, welch' 
letzteren ich Euer Majestät in Abschrift übersende, obwohl 
er, da dieser Passagier noch mehrere franzosische Häfen be- 
suchte. Euer Majestät gar nichts Neues bieten dürfte; ich 
hoffe zu Gott, dass die Kaiserin bald glücklich landen werde ; 
das Wetter könnte einer Seereise nicht günstiger sein. 



Finale. 1666, Juli, 22. 

Ein genuesischer Seemann, der von Cartagena kommt 
und Denia vor elf Tagen verlassen hatte, sagt das im beige- 
schlossenem Blatte Aufgezeichnete aus. 



Finale. 1666, Juli, 24. 

Die in meinem vorgestrigen Schreiben mitgetheilten 
Nachrichten des genuesischen Seemannes, werden vollauf be- 
stätigt durch den Obristlieutenant Passarino, einen florenti- 
nischen Edelmann, der früher Rittmeister im kaiserlichen 
Reiter-Regimente CaraflFa war und mit diesem nach Portugal 
gieng; er erzählt Folgendes: Die Kaiserin -Braut war bei 
seiner Abfahrt vom Fieber fast vollkommen geheilt, man 
hatte ihr fünfmal Blut abgezapft, worauf sie sich etwas 
schwach fühlte; der Herzog von Albuquerque schiebe die 
Schuld an der Verzögerung der Abreise, auf den Comman- 
danten der Escadre, Bayona und dieser wieder auf den Her- 
zog, indem er sich darauf berufe, dass sein Auftrag dahin 
gegangen sei, die Reise sofort anzutreten und, um die Kai- 
serin zu schonen, deren Galeere von zwei anderen in's Schlepp- 
tau nehmen zu lassen. 

Gestern Morgens langte der Courier mit den Befehlen 
vom 14. d. Mts. ein, welche ich gehorsamst ausführen werde; 
derselbe kam von Genua, auf einem neapolitanischen Schiffe an. 

MontecuccoH. IV. ^9 



2 g o Montecuccoli : 



RS: 



Soeben kommt ein Schiff aus Barcelona an, welches 
Ihre Majestät, Sonntag den i8. d. Mts., in bester Gesundheit 
verlassen hatte; das Nähere wird der Gouverneur von Mai- 
land berichten, welcher diesen Courier abfertigt. 



Finale. 1666, Juli, 22. 
(Beilage zum Briefe vom 24. Juli.) 

Johann Chieppo, genuesischer Seemann, kam gestern von 
Cartagena, von wo er vor 25 Ts^en absegelte imd die Reise 
nach Genua angetreten hatte, hier an; in D6nia war er am 
II. d. Mts.; er sagt, dass die Kaiserin gewiss am 15. ab- 
gereist sein müsse, mit der Absicht, wenn sie sich ermüdet 
fühlen sollte, in Barcelona zu rasten; die Galeeren waren 
schon alle schwer beladen; in Palamos wurde er von einer 
Barke überholt, welche die Nachricht brachte, dass die 
Galeeren in D6nia schon alle die Fahnen gehisst hatten, 
was auf die baldigste Abreise schliessen lasse. 

Er erzählt auch, dass die oberste Kammerfrau sich am 
10. sehr schlecht fühlte und am 11. gestorben sei. 

Finale. 1666, Juli, 23. 

An den Herzog von Albuquerque. 

(Beilage zum Briefe vom 24. Juli.) 

Seine kaiserliche Maj'estät, mein Allergnädigster Herr, in 
grosser Sorge über die Krankheit der hohen Braut und in 
der Hoffnung auf baldigste Genesung, sendet diesen Courier, 
um genaue und directe Nachricht über das Befinden zu erhalten 
und Sie zu ersuchen, die Reise thunlichst zu beschleunigen; 
d£is Nähere enthalten die drei kaiserlichen Briefe, welche er 
Ihnen, gleich nach Ihrer Ankunft zu überreichen die Ehre 
haben wird. 

Gott segne die Gesundheit Ihrer Majestät und beschütze 
ihre Reise. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 291 

Finale. z666, Juli, 26. 

An den Herrn Carl Spinola. 
(Beilage zum Briefe vom 24. Juli.) 

Nachdem Ihre Majestät die Kaiserin sich bereits in Bar- 
celona befindet, hoffe ich auf ihre baldigste Ankunft. 

Finale. 1666, Juli, 28. 

Memoriale. 
(Recapitulation meines Auftrages.) 

1. BegTÜssung' der Kaiserin. 

2. Die Erzherzogin solle ihr nicht entgegenfahren. 

3. Ich reise von Mailand nach Rovereto, Trient, Lienz, 
Villach und habe den Innsbrucker Deputierten die Ausbesse- 
rung der Strassen an*s Herz zu legen, 

4. Zeit der Abreise; Aufenthalt der Kaiserin in Finale, 
Mailand etc.; Ankunft an der Grenze. 

5. Verzeichniss des Hofstaates; Verpflegung und Unter- 
kunft desselben, Auslagen hiefur, ob Alle zusammen oder 
ob Jeder für sich speise? 

6. Ich besuche incognito den Herzog von Albuquerque, 
übergebe ihm mein Beglaubigungsschreiben, setze ihm meinen 
Auftrag auseinander, suche um eine Audienz nach, zeige Ver- 
trauen, drücke ihm die Befriedigung des Kaisers aus und gebe 
ihm die Reiseroute an, welche auch die Königin-Mutter seiner- 
zeit genommen hatte; bezeichne Rovereto als den Ort, wo 
Harrach und Dietrichstein die Kaiserin empfangen; ob die 
deutschen Hofdamen beim hiesigen Empfange anwesend zu 
sein haben? Es scheine nicht, da man die Confusion vermeiden 
wolle und sie auch bei der Kaiserin Maria nicht zugegen 
waren; ob ich im Trauerge wände erscheinen solle? 

7. Bezüglich Nr. 6 sich bei Albuquerque und Anderen 
unter der Hand informieren. 

8. In der Audienz überreiche ich die Briefe, beglück- 
wünsche Ihre Majestät zur glücklichen Ankunft, wünsche eine 
gute Reise und schildere die Ungeduld des Kaisers, sie end- 
lich bei sich zu sehen« 

19* 



292 



Montecuccoli : 



9. Ich besuche Colonna, überreiche den Brief und be- 
grüsse ihn, wie Albuquerque. 

10. Officieller Besuch bei Albuquerque. 

11. Besuch bei der ersten Kammerfrau; überbringe die 
Grüsse des Kaisers, welcher auf sie in jeder Beziehung zähle 
und sich dankbar erweisen werde; sie möge ihren Theil bei- 
tragen, dass die Reise beschleunigt werde. 

12. Besuch beim Botschafter, übergebe ihm den Brief 
des Kaisers. 

13. Bediene mich der italienischen Sprache. 

14. Dem Herzog und dem Cardinal habe ich zu bedeu- 
ten, nicht an den kaiserlichen Hof zu kommen und die schlechte 
Jahreszeit, die Beschwerden, das Alter, etc., vorzuschützen; 
überdies übernehmen Harrach und Dietrichstein die officiellen 
Functionen und könnten sie Beide nur als Private behandelt 
werden, daher Albuquerpue unbedeckten Hauptes erscheinen 
müsste und es auch mit den Reichsfürsten zu Misshelligkeiten 
kommen könnte; er solle daher, wie der Herzog von Alba, 
nach der Uebergabe umkehren und zwar umso mehr, als auch 
Sicilien seiner sehr nothwendig habe. 

Sollten sie aber doch Lust zeigen mitzureisen, so habe ich 
ihnen zu bedeuten, dass sie nur als ausserordentliche Gesandte 
empfangen werden können. 

15. Der Empfang der Fürsten und Botschafter habe so 
lange nach spanischer Hofetikette zu geschehen, als Ihre 
Majestät sich in spanischer Begleitung befinde. 

16. Nach Lösung meiner Aufgabe, habe ich sofort, auf 
demselben Weg wie bei der Hinreise, an den kaiserlichen Hof 
zurückzukehren. 

17. Keine militärischen Ge*^präche führen; doch könne 
gesagt werden, dass man die Staaten durch Reducierung der 
Armee entlastet habe, jedoch bereit sei, sie sofort zu ver- 
stärken, wenn die Mittel dazu vorhanden seien. 

18. Das Vertrauen der ersten Kammerfrau zu gewinnen 
suchen und in ihre Gedanken eindringen; sie von der Präten- 
sion abzubringen, von der Kaiserin-Wittwe und den Erzher- 
zoginnen mit »Excellenz« angesprochen zu werden, was am 
besten durch den Beichtvater oder Don Louis geschehen könnte. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 2g ^ 

19. Den Brief der Nonne von den Karmeliterinnen in 
Prag, die der Kaiserin Maria zugetheilt war, an die Kaiserin 
der ersten Kammerfrau übergeben und zwar in einer Weise, 
dass es den Anschein habe, als ob der Brief directe von Prag 
an mich gelangt wäre. 

20. Auch bei der Kaiserin dahin zu wirken, dass ein 
Zusammentreffen mit der Erzherzogin aus Innsbruck nicht 
erfolge. 

21. Beim Landen anwesend zu sein und auf den Zu- 
stand der Kaiserin, der Hofdamen, sowie der ersten Kammer- 
frau ein Auge haben. 

22. Von Seite des Kaisers den Beichtvater Ihrer Maje- 
stät begrüssen. 

2^, Die Abreise der Kaiserin nach Deutschland be- 
schleunigen und über Alles genau Bericht erstatten. 

Finale. 1666, Juli, 28. 

Heute Morgens kam ein Courier des Herzogs von Albu- 
querque mit zwei Briefen aus Barcelona, de dato 20. d. Mts., 
an den Gouverneur von Mailand an, welche besagen, dass 
Ihre Majestät am 24. die Ueberfahrt antreten werde; man er- 
wartet daher täglich die Ankunft. 

Finale. 1666, Juli, 31. 

Man erwartet jeden Augenblick die Ankunft der Kaiserin, 
obwohl man seit der letzten Nachricht, vom 20. d. Mts., wo- 
nach sich Ihre Majestät am 24. in Barcelona hätte einschiffen 
sollen, keine weitere Nachricht empfangen hat; doch war das 
Wetter die ganze Zeit über sehr günstig. 

Auch der Courier, den ich am 2^. nach Barcelona sen- 
dete, muss bald zurück sein, da ich rechne, dass er zur Ueber- 
fahrt nicht mehr als vier bis fünf Tage brauchen werde. 

P. S: 

Soeben lässt mir der Gouverneur von Mailand sagen, 
dass heute Nacht eine Barke aus Barcelona eingetroffen sei, 
welche melde, dass Ihre Majestät am 24., dem zur Abfahrt 



294 



Montecuccoli: 



festgesetzten Tage, von einem Unwohlsein befallen wurde, 
daher man die Abreise erneuert verschoben habe. 



Finale. 1666, August, 2. 

Der Gross-Kanzler Zappata hat mir gestern Morgens 
einen Besuch abgestattet und Folgendes mitgetheilt: 

Die Kaiserin wurde am 21. von einem leichten Fieber 
befallen, welches die Aerzte jedoch als kein Hinderniss zur 
Abreise erklärten, daher dieselbe auf den 24. festgesetzt 
blieb; am 23. wiederholte sich jedoch ein Anfall und so wurde 
die Einschiffung verschoben. 

Die eingelangten Briefe Albuquerque's sind an den 
Gouverneur von Mailand und jene des Vice-Konigs Gonzaga 
an verschiedene seiner Agenten gerichtet; sie sind vom 
2^. d. Mts. datiert und besagen noch, dass auch der Herzog 
sich kurz vor dem Absenden der Briefe zu Bette legen 
musste. 

Anstatt der verstorbenen Gräfin Benevento muss die 
Gräfin Evil als oberste Kammerfrau dienen; dieselbe ist be- 
reits das dritte Mal Wittwe, war auch schon Palastdame und 
an der Erziehung der Kaiserin-Braut betheiligt; sie wohnt in 
Valencia und kann von dort in vier Tagen, oder wenn sie 
in Madrid sein sollte, in zehn bis zwölf Tagen in Barce- 
lona sein. 

Ich zweifle nicht, dass Euer Majestät genauere und 
bessere Nachrichten von Madrid aus erhalten, abgesehen da- 
von, dass Baron Lisola sich bei der hohen Braut befinden 
dürfte; doch halte ich es nicht überflüssig, jede Nachricht zu 
melden, da man oft gerade aus Kleinigkeiten die Wahrheit 
erfährt. 

Der Courier muss stündlich eintreffen und dann hoffe 
ich Euer Majestät ausgiebige Nachricht senden zu können. 

Finale. 1666, August, 2. 

Der Gross-Kanzler Zappata, der mich gestern besuchte, 
sagt, dass der Gouverneur von Mailand ihn ersucht habe, mir 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 295 

mitzutheilen, dass er in Angelegenheit der Sendung des Win- 
disch-Graetz zweierlei Standpuncte zu wahren habe; der erste 
sei die Ergebenheit zu Seiner Majestät dem Kaiser, der zweite 
die Sorge um die Erhaltung der Ruhe in Italien, damit nicht 
aus einem an imd für sich geringfügigen Anlasse, ein grosser 
Brand entstehe; dieser Fall könne gerade dadurch eintreten, 
dass man das Schiedsgericht eines Dritten angerufen habe, 
denn derjenige Theil der sehe, dass er dabei zu kurz komme, 
werde eine auswärtige Stütze suchen und so wachse der Gegen- 
satz immer mehr an; die kaiserliche Autorität werde hier en- 
gagiert, ohne die Mittel bei der Hand zu haben, ihren 
Willen auch mit Gewalt durchsetzen zu können. 

Der Gross-Kanzler spricht seine Meinung dahin aus, dass 
der Gouverneur durch die Sendung des kaiserlichen Com- 
raissärs sehr gekränkt «ei, da er dies als Misstrauensvotum 
auffasse und fürchte, dass sein Ansehen in Italien dadurch 
Schaden leiden könnte. 

Ich antworte, dass Euer Majestät für den Gouverneur 
grosse und besondere Sympathien hegen, was auch einen 
sichtbaren Ausdruck in den Auszeichnungen finde, deren er 
vom kaiserlichen Hofe theilhaftig werde; ich habe speciell 
nur die eine Mission, die hohe Braut zu empfangen und dieser 
Auftrag vertrage schon an und für sich keine Verquickung 
mit politischen Dingen; meine persönliche Meinung gehe je- 
doch dahin, dass diese Sendung das Ansehen des Gouverneurs 
eher zu stärken, als zu schwächen im Stande sei. 



Finale. 1666, August, 7. 

Gestern, gegen Abend, traf ein genuesisches Schiff, von 
Barcelona kommend, mit der erfreulichen Nachricht hier ein, 
dass die Kaiserin-Braut sich bereits wieder wohl fühle, ohne 
dass man jedoch bis jetzt den Zeitpunct der Abreise bestimmt 
hätte; Cardinal Colonna hat mir geschrieben und einen Brief 
für Euer Majestät, sowie einen zweiten für den Oberstkämmerer 
Grafen Lamberg beigelegt, welche ich hier beischliesse; auch 
der Secretär des Cardinais liess mir Nachricht zukommen 
und lege ich auch diesen Brief in Abschrift bei. 



296 Montecuccoli : 

Finale. 1666, August, 10. 
(Beilage zum Briefe vom 7. August.) 

An den Cardinal Colonna. 

Ich habe vor vier Tagen Euer Eminenz brieflich meinen 
ergebensten Dank, für den Brief vom 29, v. Mts. aus- 
gesprochen und obwohl ich jeden Augenblick die glückliche 
Ankunft Ihrer Majestät erwarte und hiedurch in die Gelegen- 
heit komme, Euer Eminenz persönlich meine Hochachtung 
bezeigen zu können, so kann ich doch nicht umhin, mit dem 
gerade nach Spanien absegelnden Schiffe, Euer Eminenz die 
Versicherung meiner Ergebenheit zu übermitteln. 

Finale. 1666, August, 12 
(Beilage zum Briefe vom 7. August) 

An den Cardinal Colonna. 

Obwohl ich Euer Eminenz erst vorgestern geschrieben 
habe, kann ich nicht umhin, jede Gelegenheit zu ergreifen um 
meine Ergebenheit und Hochachtung zu bezeigen und so 
wünsche ich denn eine recht baldige und glückliche Ankunft 
in Finale, wo ihr schon mit grösster Ungeduld entgegen- 
gesehen wird. 

Finale. 1666, August, 11. 

Ich hoffe, dass mittlerweile meine letzten Briefe vom 
7. d. Mts., mit dem Briefe des Cardinais Colonna und einer 
Abschrift eines vom Secretär desselben an mich gerichteten 
Schreibens, in die Hände Euer Majestät gelangt seien. 

Es ist seitdem keine weitere Nachricht eingetroffen, als 
dass, einer Vermuthung nach, Ihre Majestät die Kaiserin sich 
am St. Lorenztage, der gestern w^ar, einschiffen werde. 

Finale. 1666, August, 12. 

Nach der Nachricht vom 30. Juli aus Barcelona, wonach 
Ihre Majestät sich von ihrem Unwohlsein erholt habe, ist 
hier über die Ankunft nichts bekannt geworden. 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 297 

Graf Windisch-Graetz wird über seine Sendung jeden- 
falls genau Bericht erstatten, ich glaube aber, es wäre gut 
etwas einzuhalten, um den Gouverneur von Mailand nicht ganz 
zu verstimmen. 

Pinale. 1666, August, 18. 

Am 15. d. Mts., Abends, traf im Auftrage des Vice- 
konigs, Don Vincenz Gonzaga, ein Schiff aus Barcelona 
mit der Meldung hier ein, dass die Kaiserin am 10. diesen 
Hafen glücklich verlassen habe und sich also schon auf der 
Herreise befinde; dieses Schiff verliess Ihre Majestät im Hafen 
von Cadaques, 60 italienische Meilen von Barcelona entfernt, 
so dass man der Ankunft in zwei bis drei Tagen entgegen- 
sehen konnte. 

Am 16. überreichte mir der Courier drei Schreiben 
Euer Majestät und zwar vom 3. und 7. August, aus der 
kaiserlichen Kanzlei und ein Allerhöchstes Handschreiben 
vom 7., welche den Empfang meiner Relationen bestätigen 
und die schon empfangenen Befehle wieder in Erinnerung 
rufen, denen ich gehorsamst nachkommen werde. 

Am 17., das ist gestern Abends, traf der Courier Carlo 
aus Barcelona ein, der mir Briefe vom Herzog Albuquerque, 
vom Cardinal Colonna und von dessen Secretär überbrachte, 
die ich hier in Abschrift beilege; der Courier verliess Ihre 
Majestät in Cadaques am 14. d. Mts. und war deren Abreise 
auf den 15. festgesetzt, sodass er glaubt, Ihre Majestät werde 
heute Abend eintreffen; ich behalte daher den Courier noch 
bis heute Mittag zurück, um Euer Majestät möglicher Weise 
schon die glückliche Ankunft berichten zu können; sollte 
aber dieselbe bis dahin nicht erfolgen, so reist der Courier 
gleich mit der Post ab, um wenigstens die Nachricht von der 
Abreise von Barcelona zu überbringen. 

Finale. i666, August, 20. 

In diesem Augenblicke erfolgt die Ankunft der hohen 
Braut Euer Majestät in bester Gesundheit und Frische; Gott 
sei Dank dafür und er erhalte sie an der Seite Euer Majestät 
lange, lange Zeit. 



2q8 Montecuccoli: 

Finale. 1666, August, 21. 

Ich hatte die Absicht gestern einen Special-Courier mit 
der Nachricht von der glücklichen Ankunft Ihrer Majestät 
abzusenden, kam aber davon ab, da der Gouverneur von 
Mailand versprach, heute einen solchen zu expedieren, 
der gewiss schneller ankomme als meiner; auch die Kaiserin 
hatte den Wunsch ausgesprochen, selbst zu schreiben, wess- 
halb die Abreise des Couriers bis heute verschoben werden 
musste. 

Die Ankunft der Kaiserin erfolgte um 22 Uhr nach 
italienischer Zeit; die Ausschiffung benothigte eine Stunde. 

Der Anblick der Escadre, bestehend aus ^2 Galeeren 
und 5 genuesischen Schiffen war überwältigend schon; die 
Castelle begrüssten Ihre Majestät mit Kanonendonner, worauf 
von den Galeeren geantwortet wurde und bei eintretender 
Dunkelheit begab sich die Kaiserin, die blühend aussieht, in 
ihr Quartier; ich begab mich gleich zum Herzog von Albu- 
querque, der im Palaste wohnt und wurde von ihm im Vor- 
zimmer Ihrer Majestät sehr freundlich und höflich empfangen; 
ich entledigte mich der Grüsse Euer Majestät, übergab mein 
Beglaubigungsschreiben und richtete meine Aufträge aus; 
er ist von der Gnade sehr beglückt, versichert seine Er- 
gebenheit und sagt, dass er sich auch durch seine Krankheit 
nicht habe abhalten lassen, die Kaiserin persönlich herzu- 
geleiten; er ergeht sich in Liebenswürdigkeiten gegenüber 
meiner Person, lobt meine Tugenden und Verdienste, ent- 
schuldigt die Verspätung der Abreise und dass er Alles thun 
werde, um dieses Versäumniss nachzuholen; da die Reise 
durch das Gebiet Venedigs unthunlich sei, so zeigt er sich mit 
Rovereto als Ort des Zusammentreffens einverstanden, sowie 
auch mit der Route über Villach nach Wien und meint, deiss es 
für die kaiserlichen Commissäre höchste Zeit sei, sich dahin 
zu begeben, da Ihre Majestät hier nur 4 — 5 Tage bleiben 
werde und weitere 8 Tage für die Reise nach Mailand in 
Aussicht genommen seien. 

Im Uebrigen sei er der Ansicht, dass man sich genau 
an das Ceremoniell halten solle, das angewendet wurde bei 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale. 299 

der verstorbenen Kaiserin Maria und der jetzigen Konigin- 
Witt we von Spanien. 

Dann sprach er bei Ihrer Majestät wegen meiner Audienz 
vor, welche auf heute 5 Uhr Nachmittags festgesetzt wurde, 
wobei man mir bedeutete, dass ich in farbigen Gewändern 
erscheinen könne. 

Gestern Abends erhielt ich einen Brief des Barons Lisola 
vom 16. Juli, welcher zuerst nach Mailand und dann erst von 
dort hieher gieng, daher sein Inhalt kein Interesse mehr 
bietet. 

Finale. 1666, August, 22. 

Gestern wurde ich von der Kaiserin in Audienz empfangen, 
entledigte mich der Grüsse Euer Majestät und übergab die 
Briefe, welche sie huldvollst in Empfang nahm und deren 
sofortige Beantwortung in Aussicht stellte. 

Ihre Majestät empfieng mich sitzend, umgeben von den 
Hofdamen und in Gegenwart des Herzogs von Albuquerque, 
sowie des Gouverneurs von Mailand, die beiden Letzteren be- 
deckten Hauptes; nachdem ich meinen Auftrag ausgerichtet 
hatte, stellte ich meine Begleitung vor, worauf wir das Zimmer 
verliessen und Ihre Majestät sich zurückzog. 

Der Herzog zog mich dann bei Seite und frug mich, 
nach welchem Ceremoniell die fremden Fürsten und Ab- 
gesandten von Ihrer Majestät zu empfangen seien; ich er- 
widerte, dass dies, so lange die Kaiserin in Begleitung der 
spanischen Minister sei, dem Belieben derselben überlassen 
bleibe, womit er einverstanden war; er ersuchte nochmals die 
kaiserlichen Commissäre anzuweisen, baldmöglichst sich an 
der Grenze einzufinden und auch für die Instandsetzung der 
Strassen zu sorgen, damit kein weiterer Aufenthalt die Reise 
verzögere, da die Kosten schon so aufgelaufen seien, dass es 
bereits beginne an Geld zu mangeln. 

Ich antworte, dass diesbezüglich nicht der mindeste An- 
stand sein werde; wie ich unter der Hand erfahre, wird das 
Gepäck schon vorgerichtet, so dass ich glaube, dass die 
Reise der Kaiserin, wie in der Beilage A. skizziert, vor sich 
gehen werde. 



300 



Montecuccoli: 



Mittlerweile wurde Ihre Majestät in einem Tragsessel 
die Stiege hinabgetragen und unternahm eine Ausfahrt zu 
den Kapuzinern; sie hat langes blondes Haar, lebhafte Augen 
und an ihrem frischen Gesichte sind keinerlei Spuren der 
ausgestandenen Krankeit, oder der Mühsalen der Reise 
bemerkbar; ihre Gestalt ist zart und proportioniert und sie 
hat im Allgemeinen grosse Aehnlichkeit mit Euer Majestät. 

Cardinal Colonna ist unpässlich und ich konnte ihn daher 
noch nicht sehen; der Botschafter reiste gleich nach der 
Ankunft Ihrer Majestät nach Genua und ich sah ihn nur 
flüchtig im Vorzimmer der Kaiserin. 

Es erübrigt mir daher nur, die Briefe Euer Majestät ab- 
zuwarten, die ich morgen zu erhalten hoffe, um dann zurück- 
zukehren. 

Mailand. 1666, August, 26. 

Der Courier, den die spanischen Minister absenden 
wollten, konnte nicht aufbrechen, daher ich meine Briefe, die 
ich schon ihrer Kanzlei übergeben hatte, wieder zu mir nahm 
und eilends am 2^, d. Mts. einen eigenen Courier expedierte. 

Ich verabschiedete mich des ^lorgens vom Herzoge von 
Albuquerque der zu Bette war; er bedauerte nicht im Besitze 
des kaiserlichen Hofceremoniells zu sein, da die Fürsten und 
Abgesandten sich darauf berufen werden ; er versicherte mich 
wiederholt seiner Ergebenheit für den kaiserlichen Hof, sagte 
mir verschiedene Schmeicheleien, übergab mir seine Briefe 
an Euer Majestät mit dem Bedeuten, dass die Kaiserin mir 
die ihrigen heute Abend bei Hofe einhändigen werde, Wcis 
auch um 22 Uhr erfolgte; ich erhielt die Briefe durch die 
Hände des Herzogs von Albuquerque, der mir auch von 
Seite der Kaiserin glückliche Reise wünschte, worauf die- 
selbe mir die Hand zum Kusse bot. 

Cardinal Colonna hatte gerade diesen Tag Arznei ein- 
genommen und sandte zweimal zu mir, um seinem Bedauern 
Ausdruck zu geben, mich nicht empfangen zu können und 
unsere alte Bekanntschaft zu erneuem; gleichzeitig über- 
mittelte er mir die Briefe für Euer Majestät. Im Namen 
Albuquerque's erschien dessen Adjutant zur Verabschiedung, 



Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale, joi 

mit dem Bedauern des Herzogs, nicht selbst kommen zu 
können, da ihn der Dienst im Palaste zurückhalte; der Gou- 
verneur von Mailand kam persönlich. 

Ich reiste am 24. d. Mts., das ist vorgestern, von Finale, 
gestern von Genua ab und expediere von hier aus den 
Courier, hoffend, dass ich bald persönlich Gelegenheit finden 
werde. Euer Majestät meinen unterthänigsten Bericht zu er- 
statten. 

Innsbruck. 1666, August, 30. 
(Beilage zum Briefe vom 26. August.) 

An den Herzog von Albuquerque. 

Man erwartet fiir morgen die Ankunft des Cardinais 
Harrach, welcher dann seine Reise sofort nach Trient fort- 
setzt; ich werde ihm den Brief Euer Excellenz übergeben 
und benütze diese Gelegenheit, um meiner hohen Befriedigung 
Ausdruck zu verleihen etc. etc. 

Ut supra an Don Alois Ponce de Leon. ^) 



Innsbruck. 1666, August, 30. 
(Beilage zum Briefe vom 26. August.) 

An Herrn Caspar Beretta.^) 

Ihr Brief wurde mir gerade in dem Augenblicke über- 
geben, als ich von Mailand abreisen wollte; ich bin sehr 
gerührt von dieser Aufmerksamkeit und bitte auch dem 
Gouverneur von Mailand meinen erneuerten und tiefgefühltesten 
Dank für seine Güte und Zuvorkommenheit zu übermitteln, 
die ich sofort nach meiner Ankunft zur Kenntniss Seiner 
Majestät des Kaisers bringen werde. 

Ich bitte Euer Hochwohlgeboren, die beigeschlossenen 
Briefe dem Gouverneur, beziehungsweise dem Herzog von 
Albuquerque zukommen zu lassen; Cardinal Harrach trifft 
morgen hier ein und setzt die Reise nach Trient gleich fort. 



') Gouverneur von Mailand. 

*) Secretär des Gouverneurs von Mailand. 



302 Montecuccoli: Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise etc. 

Innsbruck. 1666, August, 31. 

Gestern Abend besuchte ich den Grafen Ferrari. 

Heute, 10V2 Uhr Vormittags, wurde ich von der Erz- 
herzogin in Audienz empfangen; sie fragt mich ob die Spanier, 
deren Unterstützung sie oft brauche, nicht darüber beleidigt 
sein werden, dass sie die Kaiserin nicht auf ihrer Durchfahrt 
begrüsse, wie es seinerzeit, seitens des Erzherzogs und der 
Erzherzogin Clara (jetzt Mantua), der Konigin von Spanien 
gegenüber beobachtet wurde. 

Ich antworte, dass der Zustand der Strassen und die 
schon vorgeschrittene Jahreszeit das Unterlassen dieses Schrittes 
vollkommen rechtfertigen und dass, meiner Meinung nach, 
das ZusammentreiFen mit der Herzogin von Albuquerque nur 
zu Unannehmlichkeiten fuhren würde. 

Die Erzherzogin liess sich überzeugen und auch Ferrari 
stimmte mir bei, indem er hinzusetzte, dass er blindlings 
jedem Wunsche Euer Majestät Rechnung tragen werde und 
dass es nur sein Wunsch sei, der Kaiserin jedwede Er- 
leichterung bereiten zu können; ich möge ihm nur die Ent- 
schlüsse Euer Majestät, sowie jene des Lobkowitz zukommen 
lassen. 

Die Erzherzogin lässt vor Allem Lobkowitz, dann 
Auersperg, Gonzaga und die anderen Minister grüssen, 
endlich die Gräfinnen Lamberg und Harrach. 

Sie fuhrt mich zu ihren Töchtern, zwei ausnehmend 
schonen Kindern im Alter von 10 und 13 Jahren; sie lassen 
Euer Majestät, der Kaiserin und den Erzherzoginnen die 
Hände küssen. 

N.B: Die Erzherzogin empfangt mich sitzend und weist 
mir einen Platz neben sich an ; als die jungen Erzherzoginnen 
eintreten, bleibt sie sitzen, während ich mich erhebe und 
ihnen die Hände küsse; nach deren Weggehen bleibe ich 
mit dem Grafen Ferrari stehen, bis mich die Erzherzogin 
verabschiedet. 

Ferrari, der mich im zweiten Vorzimmer empfangen 
hatte, geleitet mich bis zur Stiege. 



4 b. 



CORRESPONDENZ KAISER LEOPOLD'S MIT 

MONTECUCCOLI. i666. 

ITALIENISCH UND DEUTSCH. 
K. A., MfiM. XXVIII, 207. 



I 



Wien. 1666, Juni, 10. 

Ich habe Eueren Brief vom letzten vergangenen Monats aus Innsbruck 
erhalten und daraus ersehen, dass Ihr die Reise mit einer Schnelligkeit 
zurückgelegt habt, die einem um 40 Jahre Jüngeren alle Ehre machen 
würde und dass Ihr alle Eure Aufträge mit grosser Gewissenhaftigkeit aus- 
geführt habt; es thut Mir nur leid, dass die Abfahrt der Kaiserin-Braut 
eine Verzögerung erleidet und Ihr daher viel zu früh weg seid. 

Da Ich am meisten Misstrauen zu der obersten Kammerfrau habe, so 
ist es Euere Aufgabe, mit derselben gute Beziehungen zu unterhalten und 
ihre Ansprüche und Neigungen genau zu erforschen; da 'Ich nun sicher 
weiss, dass sie vor Allem beanspruche, von der Kaiserin- Wittwe und den 
Erzherzoginnen, meinen Schwestern, mit »Excellenz« angesprochen zu werden, 
so müsst Ihr mit allen Mitteln, sei es durch den Beichtvater, der ein frommer, 
aber einfacher Mann sein soll, sei es durch den Gouverneur von Mailand, 
oder durch sonst jemand Anderen trachten, sie davon abzubringen; Ich ver- 
lasse mich diesbezüglich ganz auf Eure Geschicklichkeit, da Ich von hier 
aus die Mittel nicht angeben kann. 

Hier angeschlossen ist ein Brief an die Kaiserin-Braut von einer 
Nonne, vom Orden der Karmeliterinnen in Prag, genannt Eulalia, welche einst im 
Kammerdienste bei der Kaiserin Maria, Meiner Frau Mutter, thätig war. 

Ihr werdet diesen Brief der obersten Kammerfrau derart übergeben, 
dass es den Anschein habe, als wäre er Euch von Seite der Nonne directe 
zugegangen. 

Wien, 1666, Juni, 20. 

Aus dem beigeschlossenen Briefe der Hof kanzlei werdet Ihr sehen, 
was man Euch auf Euere Berichte erwidert; es erübrigt Mir nur noch hin- 
zuzufügen, dass Ich mit Ungeduld die Nachricht der erfolgten Landung er- 
warte und dass Ich hoffe, dass Ihr Mir auch von der geringsten Kleinigkeit 
Nachricht gebt, vor Allem über die Neigungen der Herrin und der Dienerinnen, 
von welch' Letzteren Ich speciell vor der obersten Kammerfrau Furcht 
habe; Ihr werdet ein gutes Werk thun, wenn Ihr mit guter Manier sie von ihren 
phantastischen Ansprüchen, hauptsächlich der Kaiserin gegenüber, abbringt. 

Hier ist wenig Neues, der Plan unseres Rossballettes droht in's Wasser 
zu fallen, da Carducci*) schwer erkrankt ist; ich fürchte, dass wir an 

') Siehe I. Band, pag. CXXV. 

Montccuccoli. IV. 20 



3o6 Montecuccoli: 

etwas Anderes werden denken müssen, vielleicht an ein Turnier oder an 
ein Wettrennen, allerdings in etwas originellerer Art als bisher. 

Wien. 1666, Juni, 20. ') 

Ich habe Euere vier Schreiben, als das erste von Innsbruck, 31. Mai 
und die drei anderen aus Mailand vom 6. und 8. d. Mts., nach und nach 
zurecht empfangen und daraus mit Mehrerem vernommen, wasgestalt Ihr 
die Euch aufgetragenen Commissionen und Befehle, sowohl bei Meiner 
freundlich vielgeliebten Muhme, der verwittweten Erzherzogin, als auch bei 
dem Gouverneur zu Mailand abgelegt und was Euch Beide darauf geantwortet 
und Ihr auch sonst berichtet habt. 

Und gleichwie Ihr, Unserer Intention und der Euch mitgegebenen In- 
struction gemäss, gehandelt; also gereicht Uns dieses sowohl, als auch die 
von Euch so schleunig fortgesetzte Reise und die so wohl und ausführlich 
überschickten Relationen zu angenehmem Gefallen; und ist sehr wohl Recht 
geschehen, dass Ihr*) »Die Archiducissa vor Ihrer Entgegenreise Unserer 
Imperatrix disponiert,« denn Ich gewisse Nachricht gehabt, dass > Archiducissa 
hiezue grosses Verlangen gehabt hat« und weil geschehen sein möchte, 
dass »Archiducissa zu Innsbruck« entweder durch Euch, oder sonst durch 
eine andere Gelegenheit »der Imperatrix ein höfliches Briefel« zugeschickt 
und darinnen »Ihr Verlangen, Dieselbe persönlich zu bedienen, an die Hand ge- 
geben haben« und man solches infolge der Festlichkeit etwa annehmen 
möchte, dies aber »wider Meine Intention wäre«, also werdet Ihr dieses in 
solchem Fall »instruiertermassen mit Glimpf und Dexterität auch allda zu 
di vertieren wissen.« 

Im Anderen zweifle Ich nicht, Ihr werdet inzwischen und noch vor 
dem Ankommen dieses, bereits zu Finale glücklich angelangt sein und 
allda die aufgetragenen Commissionen verrichtet, wie auch sonst die 
Sachen dahin gebracht haben, auf dass Ihr mit Nächstem von dort wiederum 
ab- und herausreisen möget, welches Ich dann auf alle Weise verlange und 
befehle, damit Ich sodann, bei Eurer Ankunft, von Euch das Weitere eigent- 
lich vernehmen und darauf Meine ferneren Dispositionen, desto beständiger 
einrichten und vorkehren möge. 

Sonst hat »an Mich Albuquerque ein Schreiben, datiert Gandia den 
21. Mai abgehen lassen und sich erkundigt, was für ein Tractament Imperatrix 
gegen die fremden Gesandten zu gebrauchen und was für Personen Ich zu 
der Entrega verordnen werde«. Darauf Ich »ihn an Euch gewiesen«. 

So Ich Euch hiemit durch diesen Courier anfügen wollen. 

Wien. 1666, Juli, 14, 

Nachdem Ich gestern einen Courier zu Meiner Frau Gemahlin ab- 
fertigen wollte, damit Ich mich um Deroselben Wohl hätte erkundigen 

^) Die folgenden Briefe des Kaisers sind nicht eigenhändig und in 
deutscher Sprache abgefasst. 

2) Das unter Anführungszeichen Stehende in Geheimschrift, 



Correspondenz Kaiser LeopoId*s mit Montecuccoli. 1666. ^07 

können, weil Ich schon durch etliche Zeit nichts vernommen, zu dem Ende 
auch ein Recepisse an Euch verfertigt, in welchem Ich Euch erinnert, dass 
Ich Euere acht Schreiben und zwar das letzte vom 23. Juni, empfangen 
und dass Mir sowohl Euere Abreise von Mailand und glückliche Ankunft 
zu Genua und Finale, als auch die anderen überschriebenen Sachen zu 
vernehmen sehr lieb und angenehm gewesen, als ist gestern Abends, der 
von Mir unlängst nach Spanien geschickte Courier wiederum zurückge- 
kommen und hat derselbe mitgebracht, dass besagter Meiner Frau Gemahlin 
Uebel gut sei und in einem dreitägigen Fieber bestanden habe. 

Daher Ich, zur Erweisung Meiner Liebe und Neigung gegen Ihre 
Liebden, für nothwendig befunden, gegenwärtigen Courier dahin abzufertigen 
und demselben gewisse Schreiben mitzugeben, Euch aber davon Abschriften 
einzuschliessen, zu dem Ende, damit auch Ihr Euch danach richten und 
auch Euererscits die Herausreise befördern helfen wollet und möget. 

Wien. 1666, August, 3. 

Seit des Euch unter dem 13. Juli gegebenen Recepisses und dem darin 
erinnerten Empfang Euerer ersten acht Schreiben, habe Ich seither Euere 
ferneren, als das vom i., das vom 8., das vom 9., das vom 11., das vom 
13. und dann das vom 24. Juli und zwar das letzte durch gestern allhier 
angekommenen Courier zurecht empfangen und daraus gern verstanden, 
dass Meine freundlich geliebte Frau Gemahlin bereits zu Barcelona an- 
gekommen sei und in wenigen Tagen zu Finale erwartet werde. 

Und wie Ich nun der Hoffnung lebe, dass Ihre Liebden seither bereits 
gar allda zu Finale angelangt sein und Ihr Dieselbe daselbst schon em- 
pfangen und Euere Commission abgelegt haben werdet, also erwarte Ich 
solches mit Nächstem zu vernehmen und will Ich auch Euerer Person, nach 
solcher Euerer daselbst abgelegten Commission mit ehestem wiederum an 
Meinem Hofe gewärtig sein. 

Wien. i666, August, 7. 

Ueber Mein an Euch, zu Ende jüngst verwichenen Monats Juli, ab- 
gelassenes Recepiss, habe Ich seither auch Euer Schreiben vom 18. be- 
sagten Monats und vom 23. und zwar das letztere durch den hiemit wieder 
zurückkommenden Courier zurecht erhalten und aus demselben gern ver- 
nommen, dass Meine Frau Gemahlin bereits zu Barcelona glücklich ange- 
langt und den 24. besagten Monats Juli von dort nach Finale aufzubrechen 
intentioniert gewesen sei. 

Und wie Ich nun nicht zweifle, dass solches während dem werkstellig 
gemacht worden und Ihre Liebden nunmehr wirklich zu Finale angekommen 
sein werde, also will Ich auch verhoffen, dass Ihr die Euch mitgegebenen 
Commissionen, bei Deroselben und sonst bereits abgelegt haben und Euch 
mit Nächstem wiederum allhier an Meinem Hof gehorsamst einfinden werdet. 

20'*' 



CORRESPONDENZ WEGEN VERLEIHUNG DES 
ORDENS VOM GOLDENEN VLIESSE. 1665—1668. 

ITALIENISCH, FRANZOBSISCH UND SPANISCH. 
K. A., M£M. XXVIII, 206, 178. 



An den Fürsten Lobkowitz. 

(Mündlich.) 

Wien. 1664, Dccember, 13. 
I. 

Ich habe in einer eigenen Schrift die Ereignisse des 
letzten Feldzuges zusammengefasst und Seiner Majestät über- 
reicht, damit: 

1. Er übersehen könne was Jeder gfeleistet habe. 

2. Um der Zukunft im Interesse des kaiserlichen Dienstes 
feste Bahnen zu weisen und die Ursachen der Stockungen 
und gemachten Fehler zu ergründen, die Eigennutz und Egoismus 
zu verdunkeln suchen. 

3. Damit Seine Majestät erkenne, ob dem Dienste vollauf 
Genüge geleistet wurde und er die Erfolge mit den zur Hand 
gewesenen Rütteln vergleiche. 

4. Ich werde daher unterthänigst bitten, diese Schrift 
lesen zu wollen. 

IL 

Da mit dem Ende des Krieges auch die Heere aus- 
einandergehen und hiemit mein Amt erlischt, so bitte ich 
Seine Majestät um Reichung eines Jahresgeldes, wie man es 

1 . in Friedenszeiten dem General-Lieutenant Piccolomini 
und später dem Feldmarschall Puchheim durch die Anweisung 
von 12.000 fl. auf die Juden Prag's gab und wie man jetzt, 

2. eine Pension dem Feldmarschall Sparr, dem Prinzen 
Sulzbach und vielen anderen Generalen, wie de Souches etc. 
gewährt hat; 



312 



Montecuccoli: 



3. da ich auch leben muss und gelegentlich der Feldzüge 
grosse Auslagen hatte, so bin ich genöthigt zu bitten, mich 
allein nicht auszuschliessen und mir auch eine Anweisung 
auf Prag, im Betrage von 12.000 fl., zu geben. 

III. 

Femers bitte ich, in Anerkennung meiner geleisteten 
Dienste, um die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 

1. Er wurde mir vom Fürsten schon 1662 versprochen 
und dieses Versprechen wurde voriges Jahr in Regensburg 
vom Kaiser wiederholt. 

2. Ich habe ihn Spanien gegenüber verdient, durch meine 
Bemühungen die Truppen anstandslos dorthin zu expedieren 
und dem Kaiser gegenüber, durch den letzten Feldzug; auch 
Seiner Excellenz gegenüber werde ich bemüht sein, mich 
dankbar zu erweisen. 

3. Dies ist ein rein militärischer Orden, der auch dem 
Zrinyi desshalb verliehen wurde. 

IV. 

Meine ganze HoflEnung gründet sich auf das Wohlwollen 
Euer Excellenz und ich werde um eine Audienz bei Seiner 
Majestät ansuchen, um ihm dies vorzutragen, da ich nicht 
weiter zusehen kann, wie mein Ansehen systematisch unter- 
graben wird, indem man 

1 . über ungarische Angelegenheiten ohne Notiz von mir 
zu nehmen entscheidet, 

2. mit den Truppen in Italien und Flandern ohne mein 
Wissen herumcommandiert und 

3. alle Unterhandlungen mit den Ungarn ohne mein 
Zuthun fuhrt. 

Da dies aber der Wille Seiner Majestät oder Euer Ex- 
cellenz ist, muss ich schweigen. 

Antwort des Fürsten: 

1. Ich möge die Relation Seiner Majestät überreichen. 

2. Dass ich bezüglich der 12.000 fl. vollkommen im Rechte sei, dass 
er diesbezüglich mit dem Kaiser sprechen werde und mir in jeder Hinsicht 
dienlich sein wolle. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 313 

3. Dass man bezüglich des Ordens schon nach Spanien geschrieben 
habe und erneuert den Grafen Pötting beauftragen werde. 

4. Dass man mit den Ungarn nur Vorbesprechungen gehalten habe 
und dass man bei den Details, sowie bei militärischen Angelegenheiten, 
jedenfalls auch die militärischen Spitzen hören werde. 



An den Kaiser. 
(Mündlich.) 

Wien. 1664, December, 15. 

Am 15. December habe ich Audienz beim Kaiser und 
trage ihm vor: 

1. Die Angelegenheit des Ordens, der mir vom Fürsten 
Porcia in Regensburg zugesagt wurde und speciell für 
militärische Verdienste gestiftet wurde, wobei ich glaube, 
dass Spanien keine Einrede erheben werde. 

2. Zrinyi habe ihn, blos für den guten Willen, ohne 
einen Erfolg erzielt zu haben erhalten. 

3. Ich bitte Seine Majestät, mir diese Gnade angedeihen 
zu lassen. 

Antwort des Kaisers: 

1. Er habe Tagebücher sehr gerne, werde meines aufmerksam lesen 
und werde mir seine Meinung bekannt geben. 

2. Er schätze meine Dienste sehr. 

3. Er werde meine Bitten in Erwägung ziehen und ich könne seiner 
unwandelbaren Gnade versichert sein. 

An den Grafen Pötting. 

Wien. 1665, Januar, i. 

Seine Majestät der Kaiser Hess mir bereits vor Jahresfrist 
durch den Fürsten Porcia mittheilen, dass er beim dortigen 
Hofe um einen Gnadenbeweis für mich einkommen werde; 
gegenwärtig Hess er mir durch den genannten Fürsten diese 
Zusage erneuern. 

In dieser Angelegenheit rechne ich ganz auf das Wohl- 
wollen Euer Excellenz und bitte die Versicherung entgegen- 
zunehmen, dass Sie auch auf mich in jeder Beziehung rechnen 
können. 



j I j. Montecuccoli: 

Kaiser Leopold an den Grafen Pötting. 

Wien. 1665, Januar, 5. 

Wir erinnern Dich, dass Wir Unseren Geheimen Rath, Kämmerer, 
und General-Lieutenant, Raimund Grafen von Montecuccoli, Ihrer Majestät 
zur Erlangung des Godenen Vliesses durch besonderes Handbriefl von 
heutigem Dato recommandiert haben; und indem Wir gern sehen möchten, 
dass er hiezu wirklich gelangen könnte, sowohl um seines vornehmen Her- 
kommens, seiner trefflichen Vernunft und sonderlich in militaribus habenden 
sonderbaren Experienz, Wir Uns auch seines, sowohl zuvor, als erst bei 
jüngster Expedition wider den Türken erzeigten hohen Valors und seiner 
zu der ganzen Christenheit, wie auch Unseres gesammten Hauses Wohlfahrt 
erhaltenen Victori und darauf erfolgten Friedens, erinnern, als wollest Du, wie 
hiemit Unser Befehl ist, sowohl bei dem König, als sonst, wo es von Nöthen 
und gut, in Unserem Namen intervenieren und die Gnade des Vliesses für 
ihn, Grafen, allen Fleisses auszuwirken Dich bemühen. 

An den Grafen Pötting. 
Wien. 1665, Januar, 15. 

Nachdem ich den Brief Euer Excellenz vom 5. De- 
cember v. J. erhalten habe, übergab mir der Courier kürzlich 
ein Schreiben vom 22., aus welchem ich mit besonderer 
Freude ersehe, dass Ihre Majestät sich der besten Gesundheit 
erfreue; möge der Himmel ihr stets gnädig sein und sie auf 
ihrer hoffentlich baldigen Herreise beschützen; die polnischen 
Angelegenheiten wollen nicht recht vorwärts gehen und man 
erwartet in Bälde den Baron Lisola, der Aufklärungen bringen 
soll, doch hängt Alles, wie mir Fürst Porcia sagt, von den 
Instructionen und Meldungen Euer Excellenz ab ; hier arbeitet 
man mit allen Mitteln an der Aufbringung von 5000 Mann 
Fussvolk, sowie 1000 Pferden für die Niederlande, die Marquis 
Castel Rodrigo sehr dringend verlangt. 

Die Astrologen sagen, dass der Komet, den man in ganz 
Europa, vielleicht sogar auf der ganzen Welt, gesehen hat, 
aus zwei Theilen bestand; möge der Lenker der Sterne Alles 
zum Guten und vor Allem zum Glücke Euer Excellenz und 
Ihres Hauses lenken, für welches ich, schon seit einer Reihe 
von Jahren, den grössten Antheil nehme. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 315 

Aus den beigefügten Briefen des Kaisers an Seine 
katholische Majestät und an Euer Excellenz werden Sie ersehen, 
wie gnädig Seine Majestät meine Verdienste beurtheilt und 
wie warm er für mich eintritt. Da ich seit dem Tode des 
Herzogs von Terranova und der Abreise des Marquis Castel 
R'odrigo, keinen Bekannten am spanischen Hofe habe, so 
ruht mein Schicksal ganz in Ihren Händen und werde ich 
Ihnen für Ihre Mühewaltung ewig dankbar sein. Den Grafen 
Pignoranda kenne ich flüchtig von Brüssel her und sende 
Euer Excellenz anbei ein offenes Schreiben an ihn, welches Sie 
nach besserer Einsicht entweder zustellen, oder mir zurück- 
senden werden; ich verlasse mich in jeder Beziehung auf Ihr 
Wohlwollen und bleibe etc. 

N.B: An den Marquis las Fuentes, sowie an Castel 
Rodrigo schreiben, die Abschrift des kaiserlichen Briefes an 
den Konig mitsenden und sie mit Rücksicht darauf, dass 
mir jede Bekanntschaft am königlichen Hofe fehle, um 
ihre Unterstützung bitten. 

Baron Lisola an Montecuccoli. 
Bisenzone. 1665, Februar, 11. 

Bei meiner Ankunft in dieser Stadt erhielt ich zwei Briefe Euer Ex- 
cellenz; einen durch die Post, den anderen durch den Baron de Soye; ich 
ersehe daraus mit wahrem Jubel, dass Ihre Zuneigung zu mir nicht wankt 
und dass es mir gegönnt sein wird, Ihnen mit meinen schwachen Kräften zu 
Diensten zu stehen, was ich stets und jederzeit thun will. 

Ich wurde hier durch zwei Tage aufgehalten, da sich Kolikschmerzen 
einstellten, doch habe ich die feste Absicht, binnen 48 Stunden abzureisen 
und die Reise zu beschleunigen, soviel es die Mittel und meine Kräfte erlauben. 

Vorläufig bitte ich Sie, mir Ihr Wohlwollen auch weiterhin zu bewahren. 

Montecuccoli an den Kaiser. 

Wien. 1665, Februar, 27. 

Die unendliche Gnade und der Gerechtigkeitssinn Euer 
Majestät ermuthigen mich zu der Bitte, dass ein Befehl Euer 
Majestät erfliesse, damit mir meine rückständigen Gebühren 
bezahlt werden und mir künftig jene Pension von den Prager 
Juden zukomme, die früher General-Lieutenant Piccolomini 
und nach ihm Feldmarschall Puchheim genossen. 



3i6 Montecuccoli: 

Bezüglich des ersten Punctes bitte ich Euer Majestät 
zu berücksichtigen, dass ein Feldzug in Ungarn, wo man so 
grosse Auslagen und gar keine Einnahmen hat und wo Alles 
so theuer ist, drei bis viermal so viel kostet als in anderen 
Provinzen; der Soldat, der im Felde, in Hitze und Kälte, 
zwischen Tod und Blut, unermüdlich thätig bleibt, ist in 
erster Linie der Gnade Euer Majestät würdig. 

Die Verwalter des Commissariates, des Zahlamtes, des 
Proviantamtes und der Kanzlei sind alle belohnt worden; ich 
habe niemals das Mindeste aus der Kriegscassa zu meinem Unter- 
halte benöthigt (wie es Andere gethan) und habe im Gegen- 
theile, in den letzten Kriegen in Dänemark, die Casse um 
einige loo.ooo fl. bereichert und hiedurch das Heer um 
13 Compagnien vermehrt, ohne Anforderungen zu stellen. 

Bezüglich des zweiten Punctes muss ich anfuhren, dass 
die Gnade und Hochherzigkeit Euer Majestät, zur Belohnung 
für die im kaiserlichen Dienste vollführten Thaten, allen 
fremden Generalen Geschenke zu Theil werden Hessen, dass 
die in eigenen Diensten Stehenden mit Pensionen bedacht 
wurden und dass es mich nicht nur kränken, sondern auch 
in den Augen der Anderen herabsetzen muss, dass ich der 
Einzige bin, der leer ausgegangen ist. 

Nach dem Frieden von Münster, 1648, erhielten Piccolo- 
mini, Puchheim und Andere, unter diesen auch ich als General 
der Cavallerie, jährliche Pensionen; ich glaube jetzt, nachdem 
der Krieg in Polen, Dänemark und Ungarn glücklich beendet 
wurde, nicht minder darauf Anspruch zu haben, da überdies 
meine wenigen, mir von meinem Onkel hinterlassenen Mittel, 
durch auf eigene Kosten bewirkte Aufstellungen von Truppen, 
nahezu erschöpft sind. 

Ich bitte daher Euer Majestät erneuert um Zuwendung 
der Allerhöchsten Gnade. 

Baron Lisola an Montecuccoli. 

Madrid. 1665, April, 8. 

Den Brief Euer Excellenz vom 5. März habe ich erhalten; ich bin 
seit 6 Tagen hier und habe schon meine Fühlhörner auch in Ihrer An- 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Gol denen Vliesse. 317 

gelegenheit ausgestreckt; Seine Majestät hat feierlich seinen Willen kund- 
gegeben, die Kaiserin im Laufe des Monats August reisen zu lassen. Gott 
gebe, dass diese gewiss gute Absicht nicht an anderen geheimen Wider- 
ständen scheitere. Schon vor meiner Ankunft hatte der König den Orden 
vom Goldenen Vliesse dem Grafen Lesiie, sowie dem Grafen Pötting ver- 
liehen und mit der Ausfertigung sehr geeilt, um der türkischen Botschaft 
des Ersteren behilflich zu sein; ich hatte Gelegenheit diesbezüglich mit dem 
Herzog von Medina zu reden und ihm die Verdienste Euer Excellenz und 
den dringenden Wunsch Seiner Majestät, bezüglich der baldigsten Verleihung 
dieses Ordens an Euer Excellenz, an's Herz zu legen und fand den Herzog 
in bester Stimmung, so dass Sie umso mehr beruhigt sein können, als auch 
Graf Pötting daran arbeitet und wir Beide uns glücklich schätzen werden, 
dabei mitgeholfen zu haben; die Vorbereitungen gegen Portugal werden 
in ausgedehntem Masse betrieben, aber ich glaube, dass der Zweck mit 
diesen Ausgaben nicht im Einklänge steht. 

Herr von Marsin (Marcin) ist von Badayoz zückgekehrt und meldet, 
dass er nicht unter dem Marquis von Caraccioli dienen wolle, welcher 
übrigens nur die Bereitstellung der Seestreitkräfte, welche die Land- Armee 
unterstützen sollen, abwartet, um die Operationen zu beginnen; ich glaube, 
dass man heuer nicht viel unternehmen werde, trotzdem Herr von Marsin 
versichert, dass 18.000 Mann Infanterie, sowie 8000 Reiter bereit stünden; 
das Schweizer Fussvolk droht gleich den Dienst zu verlassen, wenn es nicht 
ordnungsmässig gezahlt werde. 

Das ist Alles was ich Euer Excellenz zu berichten weiss und hiemit 
verbleibe ich etc. 



An den Grafen Pötting. 
Wien. 1665, April, 29. 

Ich habe die Briefe Euer Excellenz vom 25. v. Mts» 
und vom 8. d. Mts. erhalten und daraus mit wahrem Jubel 
vernommen, dass die Abreise der hohen Braut definitiv auf 
den Monat August festgesetzt sei; diese Nachricht hat ein 
lebhaftes Dankgefiihl, auch bei Hofe, für Ihre erfolgreichen 
Bemühungen erweckt und gebe Gott, dass Alles einen glück- 
lichen Verlauf nehme. 

Die für Flandern bestimmten Truppen sind noch hier,, 
aber ich hoflfe, dass die kleinen Eifersüchteleien bald behoben 
sein werden und dieselben dahin werden abziehen können. Die 
polnische Frage spitzt sich sehr zu; Lubomirski scheint Aus- 
sichten zu haben und ich glaube, dass er durchdringen dürfte. 
Was meine Angelegenheit anbelangt, so verlasse ich mich 



7i3 Montecuccoli: 

ganz auf Euer Excellenz und berufe mich auf mein Schreiben 
vom 14. d. Mts. Seine Majestät der Kaiser hat allen Jenen, 
die in diesem Kriege gegen die Türken sich ausgezeichnet 
haben, sichtbare Anerkennungen zu Theil werden lassen; 
mir hat er die Befürwortung dieser Gnade versprochen, aber 
die lange Verzögerung mindert bedeutend den Werth der 
Auszeichnung. 

Ich bitte daher Euer Excellenz, die Sache in etwas 
schnelleren Gang zu bringen, wozu es nöthig sein wird, dass 
man von hier aus erneuert ein Ansuchen stelle. 

Graf Leslie wird nächstens seine Botschaftsreise an- 
treten; Gott beschütze ihn auf der Reise und verleihe ihm 
eine glückliche Rückkehr; Fürst Dietrichstein ist heute von 
Nicolsburg hier eingetroflfen. 

Ich reise morgen nach Carlsbad. 

An den Grafen Pötting. 
Hohenegg. 1665, J^H» ?• 

Aus den Briefen Euer Excellenz vom 6. und 20. Mai, 
ersehe ich mit Dankbarkeit, wie sehr Sie sich meiner Sache 
annehmen; ich lege hier ein offenes Schreiben (wie Euer 
Excellenz es angedeutet haben), an den Herzog Medina de 
las Torres bei und bitte damit ganz nach eigenem Gutdünken 
zu verfahren, wie ich überhaupt mein ganzes Wohl und Weh 
in die Hände Euer Excellenz lege. 

Die Abwesenheit vom Hofe beraubt mich der Möglich- 
keit, Ihnen Neuigkeiten mitzutheilen; doch werde ich dieses 
Versäumniss gleich nach meiner Rückkehr nachholen. 

Ich denke, dass Sie meiner Neugierde in Betreff des 
Pimentel entsprochen haben und können versichert sein, dass 
Baron Lisola bei mir der besten Aufnahme sicher ist. 

Graf Pötting an Montecuccoli. 
Madrid. 1665, Juli, 17. 

Durch den Brief Euer Excellenz vom i. Juni erfahre ich, dass die 
Bäder von Carlsbad Ihnen so wohl thun, wie es alle Ihre Diener und Freunde 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. o j q 

nur wünschen und wie Sie es, in Folge Ihrer Mühen und Plagen, auch 
verdienen. 

Die Angelegenheit Euer Excellenz ist im besten Zuge, aber ich 
glaube, dass es gut wäre, auch noch andere Kreise in der Umgebung 
Seiner Majestät dafür zu interessieren, denn endlich und schliesslich wollen 
die Herren doch alle gebeten sein. 

Wir haben mit grossem Schmerze die überraschende Nachricht von 
dem Tode des Erzherzogs erhalten, der möglicher Weise eine Beschleunigung 
der Abreise der hohen Braut herbeiführen wird. 

Ihre Majestäten sind gesund und ich bitte, mir Ihr Wohlwollen zu 
bewahren und bin etc. 

Kaiser Leopold an den Grafen Pötting. 

Wien. 1665, August, 24. 

Dir ist wissend, wasgestalt Wir Unseren Geheimen Rath, Kämmerer 
und General-Lieutenant, Raimund Grafen von Montecuccoli, zur Erlangung 
des Goldenen Vliesses, des Königs in Spanien recommandiert und Dir zu- 
gleich aufgetragen haben, desswegen wo es vonNöthen, Officia einzuwenden; 
zweifeln auch nicht, Du werdest ein solches bereits gethan und das Werk 
zu einem guten Ausschlag disponiert haben. Damit es aber noch desto 
leichter und eher wirklich erfolge, haben Wir Unsere Recommandation jetzt 
wiederholen und Dir nochmals Befehl ertheilen wollen, dass Du hierin in 
Deinem Fleiss und inständigen Eifer nicht erlahmen sollest, sondern Dir die 
Beförderung dieser Sache dergestalt angelegen sein lassest, auf dass die ver- 
langte Gnade mit Nächstem erfolge und er, Graf, damit effectiv betheilt 
werde, zumal wie Dir bekannt, die jüngste Victori wider den Türken bei 
St. Gotthard, vornehmlich seiner vernünftigen Direction zuzumessen ist und 
er damit dergleichen Gnade und Erkenntlichkeit wohl meritiert hat. 

An den Kaiser. 

Wien. 1665, September, 8. 

De Souches ist zum Geheimen Rath ernannt worden. 
Ich habe besser gedient als er; habe länger gedient und 
weniger Anerkennung gefunden als er, der, ein Glückssoldat, 
zum Grafen erhoben wurde; er ist reich und ich habe das 
Wenige was ich hatte, noch verloren. 

Graf Pötting an Montecuccoli. 
Madrid. 1665, September, 25. 

Ich schrieb Euer Excellenz bereits, dass es dem Allmächtigen gefiel. 
Seine Majestät den König am 17. d. Mts. von der Welt und von der Monarchie 



320 



Montecuccoli : 



abzuberufen; Ihre Majestät die Königin hat ihre Regierung unter den glück- 
lichsten Auspicien begonnen und man wartet jetzt, wie sich die Dinge in 
Flandern geben werden, wegen welchen Ihre Majestät an den Kaiser mit 
einem grossen Ansuchen herangetreten ist, welches Sie, bei dem bekannten 
Eifer für die königliche Sache, gewiss wärmstens befürworten werden. 

Man weiss noch nicht, wie es jetzt mit der Verleihung des Ordens 
vom Goldenen Vliesse gehalten werden wird und muthmasst, dass sie vor- 
läufig ganz sistiert werden dürfte. 

Am Tage nach dem Tode des Königs ist der Cardinal von Toledo 
gestorben; man sagt, dass der von Aragonien ihn ersetzen werde. 

Baron Lisola an Montecuccoli. 
Madrid. 1665, October, 18. 

Graf Pötting und ich sind übereingekommen, wegen dringender 
Angelegenheiten die keinen Aufschub dulden, den Secretär Don Martin 
Marasquin an den kaiserlichen Hof zu senden, damit er mündlich Bericht 
erstatte; ich habe ihm diese Zeilen an Euer Excellenz mitgegeben und er 
wird Ihnen selbst bezeugen, dass ich keine Gelegenheit versäume, um Ihre 
Angelegenheit zu fördern, da wir gerade jetzt, wo sich alles auf einen 
Umsturz vorbereitet, Ihre Gegendienste nicht entbehren können; es ist hohe 
Zeit, einzusehen, dass sich das erhabene Haus nur mit Waffengewalt 
erhalten könne und ich arbeite hier mit meiner ganzen Kraft auf diese Er- 
kenntniss hin. Gott gebe, dass ich am kaiserlichen Hofe nicht ein einsamer 
Rufer in der Wüste bleibe. 

Man überlegt jetzt, auf welche Weise die Königin, während der 
Minderjährigkeit des Königs, die Verleihungen des Toisons vornehmen könne, 
ohne die Statuten zu verletzen und man darf die Hoffnung auf ein Gelingen 
nicht sinken lassen, da Euer Excellenz von unserem Hofe so warm an- 
empfohlen sind; der letzte Empfehlungsbrief Seiner Majestät hätte zwar 
mehr Wirkung gehabt, wenn er so verfasst gewesen wäre, wie ich es 
meinem Secretär aufgetragen hatte, aber nichtsdestoweniger werden wir 
nicht erlahmen und unsere letzten Kräfte zum Gelingen des Werkes 
einsetzen. 

Montecuccoli an den Grafen Pötting. 

Wien. 1665, October, 29. 

Ich übersende Euer Excellenz beigeschlossen die Ab- 
schrift eines Briefes, den mir Marquis de las Fuentes 1 659 schrieb, 
damit Sie sehen, dass meine Verdienste um diese Monarchie 
nicht erst neuesten Datums sind und dass ich trotz tausenderlei 
Schwierigkeiten und trotz der Anwesenheit des franzosischea 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 321 

Agenten, der dagegen protestierte, den Durchzug der Truppen 
erwirkte; auch diente ich bis 1629 mit der Pike und mit der 
Partisane im Dienste des Königs, beim Entsatzversuche von 
Bois-le-duc und der Einnahme von Amersfoort, unter meinem 
Vetter, dem Grafen Ernst Montecuccoli, der das kaiserliche 
Hilfsheer commandierte. 



Montecuccoli an den Fürsten Lobkowitz. 

Raab. 1665, November, 28. 

Euer Excellenz ist bekannt, dass Seine Majestät, unser 
Allergnädigster Herr, mich zur Anempfehlung an den spani- 
schen Hof für würdig befunden hat. 

Ich meinerseits habe getrachtet, mich mit meinen 
schwachen Kräften, auch dieser Krone gegenüber verbindlich 
zu erweisen, indem ich bis zum Jahre 1629 mit der Pike und 
mit der Partisane im Dienste des Königs, im kaiserlichen Hilfs- 
heere, gefuhrt von meinem Vetter, dem Grafen Ernst Monte- 
cuccoli, gestanden bin und beim Entsatzversuche von Bois-le- 
duc und der Einnahme von Amersfoort mitgekämpft habe. 

(N. B: In dem Briefe an Lisola erwähnen, dass mein 
Vater durch lange Jahre im Maüändischen dem Konige treu 
gedient hat.) 

1659 batte ich beim Churfursten von Brandenburg, mit 
grosser Mühe und gegen den Einspruch des franzosischen 
Residenten, den freien Durchzug der Truppen, die nach den 
Niederlanden zur Hilfeleistung bestimmt waren, erwirkt, 
wovon die Briefe Zeugniss ablegen, die mir der verstorbene 
Fürst Porcia und der Marquis de las Fuentes geschrieben 
hatten. 

Ebenso hatte ich 1663 dem Auftrage Euer Excellenz, 
die Regimenter rasch und anstandslos nach Neapel und 
Mailand und später nach den Niederlanden zu senden, grösste 
Aufmerksamkeit zugewendet und ihn tadellos durchgeführt. 

Darauf erhielt ich durch den Marquis de las Fuentes 
einen Brief Seiner katholischen Majestät, in welchem er mich 
seines Dankes versichert; ich will meine sonstigen Verdienste 

Montecuccoli. IV. 21 



322 



Montecuccoli: 



nicht anfuhren, da die an mich gerichteten kaiserlichen An- 
erkennungsschreiben dies überflüssig machen. 

Nun schreibt mir Grraf Potting, dass die Regentschaft 
in Madrid, die Angelegenheit, welche bereits im besten Zuge 
war, wieder bei Seite legen will. 

Ich will Euer Excellenz daher nahelegen, dass diese 
Verzögerung einer Nichtanerkennung meiner Verdienste auf 
militärischem Gebiete gleichsieht, da alle anderen Führer 
irgend ein sichtbares Zeichen der Anerkennung erhalten 
haben. 

Ich nehme Zuflucht zu Euer Excellenz, bitte die An- 
gelegenheit in Ihre Hände zu nehmen und dem Kaiser in 
entsprechender Weise seine Zusage in Erinnerung zu bringen; 
ich verlasse mich ganz auf Ihre Güte und bitte diese Zeilen 
als vertraulich zu betrachten. 



Auszug aus einem Schreiben des Grafen Potting.^) 

Madrid. 1665, December, 2. 

Was die Herren Prätendenten des Toisons anbelangt, 
so vernehme ich, dass man zur Zeit hier noch keine 
eigentliche Resolution zu fassen gesinnt sei, es sei denn, man 
sehe und wisse vorher durch ein gedeihliches Mittel, welches 
vermuthlich die päpstliche Dispensation sein könnte, die An- 
gelegenheiten dieses Ordens in hoc tam novo exemplo mino- 
rennitatis Regis als Grossmeister entsprechend bestellt und 
stabilitiert. 

Lobkowitz an Montecuccoli. 

Wien. 1665, December, 5. 

Ich erhielt zwei Briefe Euer Excellenz vom 28. v. Mts. und danke ver- 
bindlichst für das mir geschenkte Zutrauen; was den Grafen Gualdo Priorato 
anbelangt, so gebe ich zu, dass er Grund habe sich zu beklagen und ich 
habe auch gleich Seiner Majestät davon Mittheilung gemacht, dessen ent- 
schiedener Wunsch es ist, dass der genannte Graf bezahlt werde und es 



*) In deutscher Sprache. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. ^2;^ 

wird der Kammer sofort ein diesbezüglicher Befehl zugehen; ich werde der 
Sache jedenfalls auch weiterhin mein Augenmerk zuwenden, sowie trachten 
dem Wunsche Euer Excellenz, dass die Anweisung auf Tyrol erfolge, 
Rechnung zu tragen. 

Was den Toison anbelangt, so thut es mir vom Herzen leid, dass der 
Tod Seiner katholischen Majestät die, wie der Botschafter schrieb, in so 
gutem Gange befindlichen Unterhandlungen gestört hat, aber ich hoffe, dass 
sich auch hier ein Ausweg finden lassen werde und Seine Majestät wird 
gewiss nicht ermangeln, die nöthigen Schritte zu unternehmen, ebenso 
wie ich auch bei dieser Gelegenheit Euer Excellenz treuester Diener sein 
werde. 

Im Uebrigcn bitte ich Sie, auf Ihre Gesundheit Bedacht zu nehmen 
und bald zurückzukehren, da wir Alle Ihnen gerne zu Diensten stehen. 

Verzeihen Sie, dass ich nicht eigenhändig schreibe und bewahren Sie 
mir Ihr Wohlwollen. 

Graf Leslie an Montecuccoli. 
Wien. 1665, December, 16. 

Der Secretär des Grafen Pötting, der sich gegenwärtig hier befindet, 
zeigt sehr viel Eifer für das von Euer Excellenz in Spanien gestellte An- 
suchen und nachdem er mit mir lange darüber gesprochen hatte, gab ich ihm 
den Rath, selbst an Sie zu schreiben und ich übersende Ihnen nun in der 
Anlage seinen Brief. 

Er ist ein guter Mensch, den ich noch von Spanien aus kenne und 
ich glaube, dass er gegen Neujahr abreisen werde. 

Ich wünsche Euer Excellenz und der ganzen Familie recht gute 
Feiertage und ein glückliches neues Jahr und verbleibe etc. 

Graf Dietrichstein an Montecuccoli. 

Wien. 1665, December, 17. 

Gestern ist der Vetter Euer Excellenz, der bei Seiner Majestät Pagen- 
dienste leisten soll, angekommen; er scheint mir sehr gewachsen und bat 
mich, ihn noch einige Tage freizulassen, da er den Grafen Caprara erwarten 
wolle; wozu weiss ich nicht. Sie wissen, wie ich Ihnen und den Ihrigen zu- 
gethan bin und ich werde ihn stets unterstützen, in der Ueberzeugung, dass 
er sich unter der Anleitung Euer Excellenz seinem Stande gemäss wohl 
aufführen werde; Leslie ist noch immer nicht zur Pforte abgereist, da man 
noch einen Courier abwartet. Von Spanien laufen bezüglich der Kaiserin- 
Braut die besten Nachrichten ein, ich glaube aber so lange nicht daran, bis 
ich sie selbst sehe, da die Unterhandlungen noch nicht abgeschlossen sind 
und die Lage dieser Monarchie sehr gefährlich ist; der Obersthofmeister 
hat mir versprochen, in Angelegenheit des Ordens vom Goldenen Vliesse 

21* 



324 Montecuccoli; 

sein Möglichstes zu thun und auch der Kaiser interessiert sich dafür; die 
Prinzessin Auersperg fühlt sich seit einigen Tagen schon sehr schlecht und 
man sagt, dass sie kaum am Leben bleiben dürfte. 

Ich sende Euer Excellenz eine kleine deutsche Poesie, zur Einkleidung 
der Marquise Grana als Nonne bei den Karmeliterinnen in Neustadt, in 
Fortsetzung von mehreren italienischen Poesien, die ich ihr zum Lobe schon 
gedichtet habe. 

Instruction an Don Octavian SalnucciJ) 

Raab. 1665, December, 30. 

Don Octavian Salnucci, mein Secretär, wird sich gleich 
nach Wien begeben und seiner Treue und Geschicklichkeit 
vertraue ich die in den nachfolgenden Puncten detaillierte 
Mission an, welche Puncte er genauestens befolgen wird: 

1. Er betrachte diese Angelegenheit als Geheimniss. 

2. Er gehe zum Secretär des Grafen Pötting'^) der von 
Spanien eingetroflfen ist und im Hause des Marquis de Grana 
wohnt. 

a) Er übergebe ihm mein Beglaubigungsschreiben. 

ö) Er sage, dass ich seinem Herrn, dem Grafen, meinen 
verbindlichsten Dank ausrichten lasse, für seine Bemühungen 
in Angelegenheit des Ordens vom Goldenen Vliesse; auch 
dem Secretär Isisse ich danken. 

c) Er gebe ihm 20 Thaler und verspreche ihm ein gutes 
Geschenk, wenn die Sache perfect ist. 

d) Er versichere ihn, dass ich dem Grafen Pötting sehr 
verbunden sei und dass ich seine Interessen als die meinen 
betrachte, wie ich es in den letzten Wochen vor meiner Ab- 
reise vom Hofe schon gezeigt habe. 

e) Er setze ihm auseinander, dass ich diese Gunst vom 
spanischen Hofe nicht ohne Grund erbitte, da ausser den 
Diensten die mein Vater, Galeotto Graf Montecuccoli, als 
Feldzeugmeister in Mailand und mein Vetter Graf Ernst als 
Commandant des kaiserlichen Corps in den Niederlanden seit 
162g geleistet, auch ich in diesen letzten Feldzügen als 
Pikenier und Infanterie-Hauptmann gedient und gekämpft 



') Secretär Montecuccoli's. 

*) Kaiserlicher Botschafter in Madrid. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. ^ 2 5 

habe; 1658 erwirkte ich unter tausend Schwierigkeiten vom 
Churfursten von Brandenburg- den Durchzug der kaiserlichen 
Truppen, die nach den Niederlanden bestimmt waren und 
1663 bewirkte ich die rasche Absendung der Regimenter 
nach Neapel imd Mailand, derselben Regimenter, die später 
in Spanien gegen Portugal verwendet wurden. 

In Anerkennung dessen geruhte Seine kaiserliche Majestät 
mich bei Seiner katholischen Majestät behufs Erreichung 
dieser Auszeichnung zu empfehlen; da der Kaiser seine Em- 
pfehlungen wiederholt hat, wäre es nur recht und billig, 
wenn ich den anderen Prätendenten vorgezogen würde, da 
dieser Orden hauptsächlich zur Belohnung militärischer Ver- 
dienste gestiftet wurde. 

f) Ich bitte den Secretär er möge mir, wie er ver- 
sprochen, seine Rathschläge zukommen lassen, was ich zur 
Erreichung meines Zieles noch thun könnte. 

g) Wird Er ihm zwei Briefe und zwar für den Grafen 
Potting und den Baron Lisola übergeben, welche der Secretär 
nach Madrid mitnehmen wird. 

3. Don Octavian wird sich dann zum Fürsten Lobkowitz 
begeben, wird ihm den beiliegenden Brief übergeben und 
ihn um seine Unterstützung und um Befürwortung meines 
Ansuchens bitten. 

4. Er wird sich dann zum jungen Marquis Franz Aeneas 
Montecuccoli begeben, wird ihn meiner Gesundheit versichern 
und ihm sagen, dass ich ihm hier Vaterstelle vertrete und er 
möge sich, wenn er etwas brauche, freimüthig an mich 
wenden. 

a) Gleicher Weise wird Er sich zum Doctor Kien und 
zum Doctor Billone begegeben, welchen Er Jedem 10 Thaler 
als Neujahrsgeschenk überreichen wird; das Geld wird Er 
von Gmeiner erhalten, welcher schon den Auftrag hiezu 
erhalten hat. 

5. Nachdem Er alle diese Puncte mit der Treue und 
Gewissenhaftigkeit, die ich von Ihm erwarte, befolgt haben 
wird, wurd Er hieher zurückkehren und mir Bericht erstatten; 
während Seines Aufenthaltes in Wien wird Er mich von den 
Geschehnissen im Laufenden erhalten. 



32 Montecuccoli: 

An den Oberst-Kämmerer (in simili an den Oberst- 
Stallmeister). 

Raab. 1665, December, 23. 

Ich höre, dass der Secretär des Grafen Potting sich zu 
kurzem Aufenthalte in Wien befinde; ich bitte Euer Excellenz 
bei Seiner Majestät, unserem AUergnädigsten Herrn, Ihren 
Einfluss geltend zu machen, damit meinen Wünschen, dem 
spanischen Hofe gegenüber, Rechnung getragen werde. 

An den Grafen Pötting (in simili an Lisola). 

Raab. 1665, December, 30. 

Obwohl ich nicht weiss, wann der Secretär Euer Ex- 
cellenz vom hiesigen Hofe abgesendet wird, will ich doch 
nicht ermangeln, bei dieser Gelegenheit Sie meiner Ergebenheit 
zu versichern; der Secretär wird Ihnen mündlich Näheres 
wegen meiner Angelegenheit mittheilen und ich kann Euer 
Excellenz versichern, dass ich Ihre Interessen niemals von 
den meinen sondern werde und dass Ihnen meine schwachen 
Kräfte immer zur Verfügung stehen. Ich empfehle mich dem 
Wohlwollen Euer Excellenz etc. 

An den Fürsten Lobkowitz. 
Raab. 1665, December, 30. 

Wie ich höre, hat Seine Katholische Majestät dem Orden 
vom Goldenen Vliesse in Seiner königlichen Person ein Ober- 
haupt gegeben und es wird von nun an hoffentlich der 
Grundsatz aufrecht bleiben, dass Seine Majestät ihn nach 
seinem eigenen Ermessen verleihe. 

Da sich gegenwärtig der Secretär des Grafen Pötting- 
in Wien befindet und bald nach Spanien zurückkehrt, so 
wäre es vielleicht an der Zeit, dass Euer Excellenz, in Fort- 
setzung Ihrer Gnade gegenüber meiner Bitte, demselben ent- 
sprechende Weisungen zukommen Hessen. 

Auch Graf Gualdo Priorato empfiehlt sich dem Wohl- 
wollen Euer Excellenz. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vlicsse. 327 

Graf Lamberg an Montecuccoli. 
Wien. 1666, Januar, 7. 

Ich beehre mich Euer Excellenz mitzutheilen, dass der Secretär des 
kaiserlichen Botschafters in Madrid, Grafen Pötting, auf seinen Posten ab- 
gegangen und dass demselben die Befürwortung Ihrer Bitte, bezüglich des 
Ordens vom Goldenen Vliesse, aufgetragen ist; Seine Majestät hat auch 
schon Auftrag gegeben, dass die entsprechenden Briefe expediert werden. 

Graf Pötting benachrichtigt mich, dass die Verleihung dieses Ordens 
an den Grafen Harrach, am 22. November, auf Grund eines schon vor- 
handenen Decretes des verstorbenen Königs erfolgt sei und dass bezüglich 
der sonstigen Prätendenten die Richtschnur massgebend sei, die Euer Ex- 
cellenz aus dem beiliegenden Extract entnehmen wollen. 

Kaiser Leopold an die Königin von Spanien. 

Wien. 1666, Januar, 14. 

Euer Majestät ist ohne weitere Anfuhrung bekannt, wasgestalt Ich 
noch vor geraumer Zeit Dero verstorbenem Gemahl den Hoch- und Wohl- 
geborenen Grafen Montecuccoli dahin beweglich recommandiert, dass man 
ihn, nicht allein in Ansehung seines uralten adeligen und sehr vornehmen 
Geschlechtes, sondern auch um der, Unserem gesammten Erzhause zu Kriegs- 
und Friedenszeiten, von ihm geleisteten und dato leistenden ansehnlichen 
und hocherspriesslichen Dienste mit dem Goldenen Vliesse, zu Meiner ab- 
sonderlich grossen Vergnügung, begaben wollte. 

Und nachdem er, Graf, seither seine grossen Meriten in vielen unter- 
schiedlichen Wegen, vorderist aber durch die in der jüngst gewesenen 
türkischen Unruhe erwiesenen rühmlichsten Thaten und bezeigten ge- 
treuesten Eifer nicht wenig vermehrt hat, dergestalt, dass Ich ihn nicht 
allein zum General-Lieutenant zu erklären billigst bewogen worden, sondern 
auch, aus der gegen ihn tragenden absonderlichen hohen Affection, sehr 
grosses und beständiges Verlangen trage, dass er mit dem Goldenen Vliesse 
gewürdigt und mithin seine stattlichen, erwiesenen Dienste in etwas belohnt 
werden. 

Als gesinne an Euer Majestät Ich hiemit, Dieselbe wollen Mir in 
diesem Meinem besonderen hohen Verlangen unschwer gratificicren und 
besagten Grafen Montecuccoli mit dem Goldenen Vliesse ehestens begaben 
und würdigen und Ich Mich umso viel weniger einer abschlägigen Antwort 
versehe, dieweil Ich eine solche Person recommandiere, welche von raren 
Meriten und grossem Ansehen ist. 

Kaiser Leopold an den Grafen Pötting. 

Wien. 1666, Januar, 14. 

Demnach Ich heute Meiner geliebten Schwester, der verwittweten 
Königin zu Spanien, den Hoch- und Wohl geborenen Grafen Montecuccoli 



328 Montecuccoli: 

dahin recommandiere, dass Dieselbe ihn, nicht allein in Ansehung seines 
uralten adeligen Geschlechtes und Herkommens, sondern auch um der Mir und 
Unserem gesammten Erzhause vielfältig von ihm geleisteten Dienste Willen 
mit dem Goldenen Vliesse zieren und begaben wollte, allermassen solches, 
noch vorhin von dem verstorbenen König versprochen wurde, als habe Ich 
Euch solches hiemit zur Nachricht erinnern wollen, mit Befehl, dass Ihr Euch 
dies eifrigst angelegen sein lasset und alle Euere möglichsten Ofiicien 
mit bestem Nachdruck bei der Königin, oder wo Ihr sonst es nothwendig 
und nützlich zu sein erachten werdet, inständigst dahin einwendet, damit in 
dieses Mein Begehren und Verlangen verwilligt und mithin des genannten 
Grafen Montecuccoli Ansehen, mit Verwill igung des Goldenen Vliesses, zu 
noch desto grösserer Beförderung Meiner Dienste, noch mehr vermehrt werde. 

Graf Pötting an Montecuccoli. 
Madrid. 1668, Februar, 2. 

Die Briefe Euer Excellenz vom 30. November erhielt ich erst jetzt, 
hoffe aber, dass Sie mittlerweile meine mehrfachen Nachrichten empfangen 
haben; die Beurtheilungen Euer Excellenz sind nur zu richtig und ich 
fürchte die ärgsten Verwicklungen, da man hier durchaus will, dass Seine 
kaiserliche Majestät energisch gegen Frankreich vorgehe und es sehr schlecht 
aufgenommen hat, dass man dem Guitry so gut begegnet ist. 

Don Giovanni weigert sich nach Flandern zu gehen, wo er schon 
seit Monaten benöthigt wird und so bleibt nur noch die Hoffnung auf einen 
guten Ausgang der Sache mit Portugal, der auch auf die Gesundung dieser 
Verhältnisse einen guten Einfluss hätte, wenn die Aerzte ihn richtig aus- 
nützten. 

Da die päpstlichen Breven wegen Verleihung des Toisons schon 
eingelangt sind, so hoffe ich, dass den grossen Verdiensten Euer Excellenz 
endlich die verdiente Anerkennung zu Theil werden wird. 

Ich danke Ihnen recht sehr für Ihre Glückwünsche im Schreiben vom 
I. December; ich habe die meinigen gleichfalls schon ausgesprochen und 
wiederhole sie jetzt indem ich verbleibe etc. 

Graf Pötting an Montecuccoli. 

Madrid. 1668, Mai, 30. 

Es freut mich zu hören, dass Euer E.xcellenz sich einer trefflichen 
Gesundheit erfreuen; es bereitet mir aber eine ganz besondere Freude 
Ihnen mittheilen zu können, dass Seine Majestät in den letzten Tagen 
endlich seine Zustimmung zur Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse 
an Euer Excellenz, an den Fürsten Dietrichstein und an den Marquis 
Messimieux, einen Edelmann aus Burgund, der sich gelegentlich der 
letzten Unruhen treu und standhaft benommen, gegeben hat; ich nehme an 
diesem Ereignisse, das ihren grossen Verdiensten die gebührende Rechnung 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 329 

trägt, von ganzem Herzen Antheil und werde mein Möglichstes thun, um 
die Ausfertigung der Decrete zu beschleunigen. 

Da alle Anderen, die zur Verleihung vorgeschlagen waren, einem 
späteren Zeitpuncte vorbehalten bleiben, so wird man mich der Partheilichkeit 
anklagen, aber ich kann versichern, dass der spanische Botschafter über 
diese nicht günstig berichtet hat, daher meine Bemühungen erfolglos sein 
mussten; Euer Excellenz werden die Güte haben, einiges Geld zur Aus- 
theilung an mehrere untergeordnete Beamte zu senden, welche in dieser 
Angelegenheit mitgearbeitet haben. 

Wir erwarten Ende dieses Monats die Publication des Friedens mit 
Frankreich; zum Präsidenten von Castilien ist der Bischof von Toledo er- 
nannt worden; Ihre Majestäten erfreuen sich einer trefflichen Gesundheit. 

Don Pedro Fernando del Campo y Angulos an den Grafen 

Pötting. 

Madrid. 1668, Juni, 4. 

Mit Bezug auf die amtlichen Schreiben, welche der Kaiser durch 
Euer Excellenz dem Gesuche beifügte und insbesondere in Anbetracht der 
vielen Verdienste des Fürsten von Dietrichstein und des Grafen Monte- 
cuccoli, hat die Königin geruht, denselben den Toison-Orden zu verleihen; 
und obwohl dem Grafen von Castelar befohlen wurde, von diesem Acte Seiner 
kaiserlichen Majestät und den Interessenten Nachricht zu geben, so hat nun 
doch Ihre Majestät befohlen, dies auch Ihnen mitzutheüen, ebenso, dass 
bezüglich der übrigen Prätendenten für diese Auszeichnung Ihre Majestät 
später Entschlüsse fassen werde. 

Montecuccoli an den Grafen Pötting. 

Wien. 166.S, Juli, 4. 

Am letzten vorigen Monats langte der Brief Euer Ex- 
cellenz vom 30. Mai mit der Nachricht ein, dass Seine Ka- 
tholische Majestät den Fürsten Dietrichstein und mich durch 
Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse auszuzeichnen 
die Gnade hatten; Ihre Majestät die Kaiserin Hess mir diese 
Nachricht sofort durch einen Kammerdiener zukommen und 
mich beglückwünschen. 

Ich verdanke diese Auszeichnung, neben der Gnade der 
Majestäten, vor Allem der Güte und den Bemühungen Euer 
Excellenz; es werden sich nun gewiss genug Leute finden 
die Sie der Partheinahme anklagen, aber schliesslich werden 
doch die Argumente anerkannt werden, dass Fürst Dietrich- 



330 



Montecuccoli : 



stein als der Oberst-Hofmeister der Kaiserin und ich als Der- 
jenige, der von allen Räthen Seiner Majestät, der erste die 
Ehre hatte die Kaiserin bei der Landung in Italien zu be- 
grüssen, vor Allen darauf Anspruch hatten. Sie werden Ihrer 
Güte die Krone aufsetzen, wenn Sie auf die rasche Absendung 
der Decrete Einfluss nehmen und mir gütigst mittheilen 
wollten, welchen Würdenträgem ich Dankschreiben oder 
Geschenke zukommen lassen solle und wieviel es Gebrauch 
ist, den untergeordneten Personen an Geld zu geben. 

Hier hält man Rath über eine Verminderung des 
Heeres, obwohl gerade jetzt, durch die Abdankung des Königs 
von Polen, die Zeit hiezu schlecht gewählt erscheint; bisher 
treten zwei ernste Candidaturen auf, der Moskowiter und der 
Herzog von Neuburg. 

Man erwartet in acht Tagen die Ankunft des Oberst- 
Burggrafen von Böhmen. 

An den Inquisitor, an Pignoranda, an den Herzog 

von Medina. 

Ebersdorf. 1668, September, 12. 

Welchen von den unzähligen Gnadenbeweisen soll ich 
auswählen, um Euer Excellenz die Gefühle meiner Seele aus- 
zudrücken? Ich bin wirklich in Verlegenheit, doch ergreife 
ich das letzte sichtbare Zeichen, die Gnade Seiner Majestät 
des Königs, der mich zum Ritter des Ordens vom Goldenen 
Vliesse ernannte; ich weiss wie viel ich in dieser Angelegen- 
heit Ihrem Wohlwollen verdanke und dieses Dankgefuhl ist 
tief eingegraben in meinem Gedächtniss und es ist mein ein- 
ziger Wunsch, dass es mir gegönnt sein möge, davon einen 
Beweis zu liefern. 

An den Grafen Pötting. 

Wien. 1668, December, 6. 

Vorgestern langte hier der Courier Euer Excellenz mit 
den Briefen vom 13. v. Mts. und den Decreten für den Orden 
vom Goldenen Vliesse ein, was den Fürsten Dietrichstein und 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. j j i 

mich sehr erfreute, da andere Hände gewiss thätig waren, 
dies zu hintertreiben; wir verdanken Ihrem Wohlwollen diese 
Beschleunigung und fühlen uns umso mehr zu Dank ver- 
pflichtet, als die Ersparung des Herolds uns in die angenehme 
Lage versetzt, anderwärts in Geschenken freigebiger zu sein 
und ich bitte Euer Excellenz, diesbezüglich ganz sebstständig 
zu disponieren. 

Ich spreche nochmals meinen ergebensten Dank aus 
und bin etc. 



An die Königin von Spanien. 

Wien. 1669, Januar, 2. 

Der Gnade Euer Majestät und des Durchlauchtigsten 
Sohnes, des Katholischen Königs, verdanke ich es, dass Seine 
kaiserliche Majestät, mein Allergnädigster Herr, nach dem 
Eintreffen der Nachricht von der Verleihung des Ordens vom 
Goldenen Vliesse, geruhte, mich unter Beobachtung des vor- 
geschriebenen Ceremoniells, mit dem Koller des Ordens 
öffentlich zu schmücken. 

Ich wage es nun, mich dem Throne Euer Majestät zu 
nähern, um meinen unterthänigsten Dank abzustatten und 
meinen Schwur zu erneuern, bis zum letzten Blutstropfen 
mein Leben dem Dienste des Allerhöchsten Hauses Euer 
Majestät zu weihen. 

Ich beuge mein Knie als Eurer Majestät unterthänigster, 
ergebenster Diener etc. 

Ceremonien, zu beobachten bei der feierlichen Ueber- 
gabe des Toisons an den Fürsten von Dietrichstein 

und an den Grafen Montecuccoli. 

K. A., M6m. XXVIII, 206. 

I. 

Seine Majestät bestimmt den Tag und die Stunde, wann 
der Toison-Orden zu überreichen sei. 



Montecuccoli: 



2. 



Seine Majestät wird mit seiner Kette geschmückt und 
mit dem gesammten Adel des Hofes erscheinen. 

Die Ritter des Toisons, angethan mit ihren grossen 
Ketten, schliessen unmittelbar an seine Person an. 



Der Hofmarschall erscheint mit gezücktem Schwerte, 



Seine Majestät nimmt seinen Platz auf einem Sessel unter 
dem Thronhimmel ein, die Ritter die für sie bestimmten Plätze, 
die ihnen nach ihrem Alter gebühren. 

5. 

Der Secretär, welcher auf Befehl Seiner Majestät zu 
repräsentieren und das Geschäft eines der Minister des Ordens 
zu besorgen hat, geht zu jener Stelle, wo der erwählte Ritter 
seinen Platz einnehmen wird; in der Hand trägt er die Voll- 
macht und macht im Angesichte Seiner Majestät, in einer 
entsprechenden Entfernung, drei sehr tiefe Verbeugungen. 

6. 

Gegen den Thron gewendet wird er hierauf knieend in 
lateinischer Sprache Folgendes sagen: »Seine Majestät der 
Katholische König habe mit Rücksicht auf Rang und auf 
die geleisteten Dienste des Herrn Fürsten von Dietrichstein, 
sowie in Würdigung anderer Umstände, ihn zum Ritter seines 
Toison-Ordens angenommen, wie durch dieses Patent Seine 
Majestät und die ganze anwesende Commission sehen werde; 
er verdiene es also, in diesen hohen Orden aufgenommen zu 
werden«. 

7- 

Sodann überreicht er das Patent vSeiner Majestät und 
der Kaiser befiehlt es vorzulesen. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen VI iesse. j j 3 

8. 

Nachdem er es gelesen, befiehlt ihm Seine Majestät, dass 
er den ältesten der Ritter aufrufe, dem Seine Majestät auf- 
trägt hinauszugehen und den zu erwählenden Ritter (welcher 
sich an einem Orte ausserhalb des Capitels befinden wird) 
zu fragen, ob er die Gnade die ihm erwiesen wird, annehme, ob 
er darauf bestehe, in den Orden aufgenommen zu werden 
und den gebräuchlichen Schwur ablegen wolle. 



Nachdem er mit »Ja« geantwortet, kehrt der besagte 
Ritter mit der Antwort zu Seiner Majestät zurück. 



10. 



Darauf befiehlt Seine Majestät, dass dieser den zu 
Erwählenden in das Capitel einführe. 



1 1. 



Der eingeführte Ritter lässt sich vor Seiner Majestät 
auf die Kniee nieder und sagt im wörtlich nach, was der 
Kaiser ihm aus den Bestimmungen vorliest. 

12. 

Seine Majestät antwortet selbst oder durch den Secretär 
(in seinem Namen), ob er die Wahl annehmen dürfe oder 
nicht. 

13. 

Nun fragt Seine Majestät den eingeführten Ritter, ob 
er schon gewappnet sei. Derselbe antwortet mit »Nein« und 
bittet, Seine Majestät möge ihm persönlich diese Ehre er- 
weisen. 

14. 

Sodann reicht der Hof-Marschall das Schwert Seiner 
Majestät und der Kaiser wird ihn damit zum Ritter schlagen, 



334 



Montecuccoli: 



indem er ihm drei Schläge auf die linke Schulter giebt, wobei 
er die gebräuchlichen Worte spricht. 

15. 

Der Ritter küsst die Hand Seiner Majestät und bedankt 
sich für die Gnade, die ihm erwiesen wurde. 

16. 

Er erhebt sich und begiebt sich zu seinem Sessel, wo 
er sich auf die Kniee niederlässt und, die Hände auf das 
Kreuz und das Messbuch legend, den Schwur ablegt. 

17- 

Hierauf erheben sich Alle, während der Ritter vor Seiner 
Majestät niederkniet. Der Secretär nimmt das Kissen, auf 
welchem sich die Kette befindet und giebt sie Seiner 
Majestät, welcher sie dem neuen Ritter umhängt. 

18. 

Seine Majestät umarmt den Fürsten, was auch die 
übrigen Ritter nach ihrem Range thun, worauf sich der Fürst 
wieder auf seinen Platz begiebt. 

19. 

Nach einer kurzen Zeit, erhebt sich Seine Majestät und 
kehrt, in derselben Weise und mit derselben Begleitung wie 
er kam, in seine Gemächer zurück. 

Hiemit ist die Ceremonie beendet. 

Was dem Spanischen Tesoriere wegen des über- 
brachten Toisons zu bezahlen ist: 

Erstlich das Honorarium, so man ihm per 

Ordinari zu geben pflegt 1500 fl. — kr. 

Item a parte zu absonderlicher Discretion . . 600 » — > 

Dessen Kammerdiener 60 > — > 



Fürtrag . . 2160 fl. — kr. 



Correspondenz wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse 235 

Uebertrag . 2160 fl. — kr. 
Mehr seinen vier anderen Dienern ä 3 Reichs- 

thalern 18» — > 

Item dem Tesoriere für Kost allhier .... 150 > — » 
Dem Stallmeister, so den Toison von Komorn 

anher gebracht 65 > 48 » 

Dem Convoi 18» — > 

Dem Secretär 250 Ducaten, id est 750 » — > 

Den kaiserlichen Ober- und Unter-Kammer- 

Fourieren 18» — > 

Den Kammer-Thürhütern 6> — > 

Dem Kammerheizer 3 

Den Kammer-Trabanten 3 

Dem Tapezierer 6 

Dem Capelldiener 6 

Dem Saal-Thürhüter 5 

Den Hatschieren und Trabanten, so die Wacht 

haben 12» — » 

Den Thorstehern 3» — > 

Summe . . 3221 fl. 48 kr. 



> — > 
» — > 



6. 



CORRESPONDENZ DER JAHRE 1672 und 1673 

K. A., 1673. XU, 1x7. 1673. I. 75- n, 33. III, II. M£M. XXVIII, 374. 



Montecuccoli. IV. 22 



An den Burggrafen von Böhmen (Martinitz). 

Wien. 1672, März, 25. 

Nachdem Euer Excellenz befohlen haben, dass ich Sie 
langweile, übersende ich Ihnen anbei die beiden Bücher über 
den »Krieg gegen die Türken«, mit dem Versprechen, das 
dritte seinerzeit nachfolgen zu lassen. 

Nur bitte ich Sie das Werk gütig^st einer Correctur zu 
unterziehen und hievon weder Abschriften, noch Auszüge 
machen zu lassen, da die Arbeit noch nicht vollendet erscheint, 
mit Rücksicht darauf, dass sie 1670 entstanden ist und 
mittlerweile die Unruhen in Ungarn Aenderungen, sowie 
Ergänzungen nothwendig machen. 

An den Kaiser. 
Wien. 1672, Juli, 17. 

Obwohl ich die Last eines vorgerückten Alters und die 
Folgen der Krankheiten an meinem Korper schmerzlich ver- 
spüre und obwohl ich mich inmitten meiner Familie, an der 
Seite einer geliebten Gattin und im Kreise von kleinen 
Kindern imendlich glücklich fühle, darf ich keinen Augen- 
blick zaudern diese Schwäche zu überwinden, wenn es gilt 
dem Rufe Euer kaiserlichen Majestät Folge zu leisten. 

Da aber der Ehrgeiz, durch Lob und Anerkennung, nur 
zu stets neuen Thaten aufgestachelt wird und ich meine 
Gesundheit, mein Blut und mein Leben, oft im Dienste Euer 
Majestät aufs Spiel gesetzt habe, so wage ich es Euer Ma- 
jestät unterthänigst zu bitten, mir den Titel eines Fürsten zu 

22* 



340 



Montecuccoli: 



conferieren, den General-Lieutenant Gallas als Herzog* von 
Nocera, dann Piccolomini als Herzog von Amalfi und später 
als Reichsfurt zugestanden erhielt, während General-Lieute- 
nant Colalto die Ehre genoss, vor allen Edelleuten Mährens 
zu rangieren, ganz abgesehen von den vielen, ausserhalb der 
militärischen Sphäre stehenden Persönlichkeiten, welchen die 
Gnade Euer Majestät diesen Titel zugewendet hatte. 

Dieser Titel wäre die richtige Ergänzung der vielen 
Aemter, die ich der Gnade Euer Majestät verdanke und des 
Grafenstandes, den meine Familie schon seit Jahrhunderten 
führt und wäre ein schöner Lohn, für meine und meiner Vor- 
fahren langjährige treue Dienste. 

Mir würde er bei den Unterhandlungen im Reiche von 
grossem Nutzen sein und diesen die nothige Autorität 
verleihen. 

Man wird einwenden, dass ich nicht über die nothigen 
Mittel verfüge, um den Fürstenstand würdig zu repräsentieren, 
aber wenn ich nicht im Felde falle, so würde die Fürsorg^e 
Euer Majestät gewiss nicht zuletzt demjenigen zugewendet 
sein, der die Ehre der kaiserlichen Waffen stets hochgehalten 
hat und dies umso mehr, als nach dem Frieden von Münster 
so viele Andere belohnt wurden, während ich allein aus- 
g'eschlossen blieb und auf später vertröstet wurde; bei der 
Abrechnung mit der Hof kammer über die bewirkten Werbun- 
gen verlor ich allein 172.000 fl. 

Und da das wahre Verdienst stets der Wegweiser für 
die Anerkennung ist, so hoffe ich, dass Euer Majestät diese 
meine Bitte erhören werden und ich beuge mein Knie etc. 



M^moriale. 



Wien. 1672, Jali, 20. 



Fürst Lobkowitz sag^ mir, dass Seine Majestät meine 
Bitte zwar nicht erfülle, dass ich sie aber mit entsprechender 
Unterstützung hochgestellter Persönlichkeiten erneuern könne; 
er zeigt mir den Empfehlungsbrief des Königs von Dänemark 



Correspondenz der Jahre 1672 und 1673. 3^.1 

an den Kaiser, de dato März 1672, für den Präsidenten der 
Kammer, der mit dem Hause Holstein verwandt ist und die 
Berufung des Königs auf seinen Residenten Lilienkron; für 
Gonzaga verwendete sich die Kaiserin Eleonore, für Porcia 
und Auersperg der Churfurst von Maynz, für Piccolomini 
mehrere andere Churfursten; ich solle mit dem Pater Emerich 
Rücksprache nehmen ; er, Lobkowitz, wolle die Sache fordern, 
aber mit einem einfachen Gesuche könne der Zweck nicht 
erreicht werden. 



Antwort und Replik: 

1. Ich weiss schon warum man für die Anderen so 
warm eingetreten ist; es wäre mir unschwer gelungen, solche 
Empfehlungen beizubringen, so vom Churfursten von Branden- 
burg, der mir 1659 ein Geschenk von 30.000 fl. anbot, die 
ich aber, da meine diesbezügliche Anfrage an den kaiserlichen 
Hof unbeantwortet blieb, was ich als Verneinung auffassen 
musste, dankend ablehnte; oder vom Churfursten von Sachsen, 
dem es wohl bekannt sein müsse, wie lange ich die Schweden 
von seinem Lande fernhielt, dann von jenem von Bayern, 
welcher mir 1648, nachdem wir den Feind aus seinen Staaten 
verdrängt hatten, seinen lebhaftesten Dank aussprach, wie 
auch der verstorbene Piccolomini oft und gerne meiner 
nützlichen Dienste Erwähnung that. Auch der Churfurst von 
Maynz ist mir, noch von der Zeit her da er Bischof von Würz- 
burg war, gewogen und auch die Kaiserin Eleonore war mir 
stets eine gnädige Herrin. 

2. Ich kann einen feierlichen Eid ablegen, dass ich, nach 
reiflicher Prüfung meines Zustandes, schon vor Monaten zu 
dem Entschlüsse kam. Seiner Majestät meinen Abschied an- 
zubieten, um die letzten Jahre meines Lebens in Ruhe zu 
verbringen und dass mich nur die jetzige ernste politische 
Lage davon abgehalten hat. 

3. Als ich nun meine Bitte um Bekleidung mit der 
Fürstenwürde einreichte, erinnerte ich mich, dass man dem 
Piccolomini bei gleichem Anlasse geantwortet habe, dass 
Seine Majestät der Bitte, in Anerkennung seiner geleisteten 



342 



Montecuccoli: 



Dienste, sowie in Würdigung der beigebrachten Empfehlungen, 
willfahre, dass man es aber lieber gesehen hätte, wenn die 
letzteren nicht erfiossen wären, da die Fürbitten Anderer, 
den Werth der kaiserlichen Entschliessung beeinträchtigen. 

4. Auch fiel mir ein, dass schon die alten Romer dem 
Grrundsatze huldigten, dass wenn man die Grotter als Beistände 
wählen könne, man sich nicht an Fremde wenden solle und 
wir haben doch einen Fürsten als ersten Minister, der sich 
so viele Verdienste erworben hat, dass Seine Majestät auf 
seinen Rath mehr giebt als auf andere Empfehlimgen! 

5. Dies war mein Gedankengang, als ich Euer Excellenz 
•das Gesuch zum Zwecke des Vortrages bei Seiner Majestät 
überreichte. 

Da aber dem Interesse des Kaisers derartige Aus- 
lassungen nicht zum Vortheile gereichen, so kehre ich zu 
meinem Dienste zurück und werde meine Befriedigung in 
jfenauester und treuester Pflichterfüllung suchen imd finden. 

6. Wenn der Glanz dieser Würde in irgend Jemanden 
Neid und Missgunst erwecken würde, so wollte ich, dass er 
auch den domigen Weg erkenne, der auf diese Hohe führt 
und ich bin überzeugt, dass er dann gerechter ur^heilen werde. 

7. Auf alle Fälle bitte ich um Stillschweigen. 

Wien. 1672, Juli, 23. 

Fürst Lobkowitz sagt mir, dass der Kaiser meiner Bitte 
nicht abgeneigt sei, aber dass er auf die Fürbitten nicht 
Verzicht leisten könne, da es so in den Capitulationen stehe; 
es werden sich wohl Schwierigkeiten entgegentstellen, wegen 
der grossen Zahl der Bewerber, als Nassau, Saarbrücken, Wald- 
eck, Oettingen, der Präsident der Hofkammer, etc., doch 
werde er, Lobkowitz, sein Möglichstes thun; viel leichter 
wäre es, den Fürstenstand in Italien zu erlangen (Doria, San 
Gregorio). 

Wenn die Chur- oder anderen Fürsten des Reiches 
etwas dazu beitragen wollen, was ja gewiss der Fall sein 
werde, so möge ich es ruhig geschehen lassen und sagen, 
er, Lobkowitz, habe es mir gerathen. 






Correspondeiu der Jahre 1672 und 1673. j^j 

An den Fürsten Dietrichstein. 
1672, December, 6. 

Die Briefe Euer Excellenz vom 20., 22. und 24. v. Mts. 
habe ich erhalten und danke vielmals für das mir bewiesene 
Wohlwollen und Entgegenkommen. 

Ich bitte Sie, versichert zu sein, dass ich den Urlaub 
nicht angesucht habe, um gleich von der Armee weg zu 
gehen, sondern nur um bei den grossen Entfernungen, die 
Hände frei zu haben und meine Vorkehrungen wegen der 
Hochzeit meiner Tochter treffen zu kSnnen. 

Nachdem Seine Majestät mir die aus der Beilage ersicht- 
liche Antwort ertheilte, reiche ich erneuert ein Gesuch ein, 
welches ich Euer Excellenz in Abschrift übersende, damit 
Sie bei dem Kaiser und den Ministem hievon entsprechenden 
Gebrauch machen können, ohne jedoch die Abschriften in 
andere Hände gelangen zu lassen. 

Ich furchte aber, dass die Erlaubniss zu meiner Abreise 
so spät eintreffen werde, dass ich nicht mehr im Stande sein 
dürfte, die Angelegenheiten in entsprechender Weise zu 
ordnen und da ich weder meine Pflicht verletzen, noch die 
Hochzeit übermässig lang hinausschieben will, so habe ich 
meiner Frau geschrieben, sie möge den Hochzeitstag in Gottes 
Namen auf Mitte Januar festsetzen und kann ich bis zu dieser 
Zeit eintreffen, um desto besser, wenn nicht, so bin ich mit 
dem Herzen bei dem Acte und gebe dem Brautpaare meinen 
Segen, Euer Excellenz bittend, meine Stelle hiebei zu ver- 
treten. 

An Doctor Carl Ricci. *) 

Kaiserliches Feldlager bei Maynz. 1672, December, iz. 

Eueren Brief vom 2S- October habe ich erhalten und 
freue mich Euch gesund zu wissen, sowie dass mein italienischer 
Secretär, von dem ich übrigens schon Nachricht habe, da- 
selbst glücklich eingetroffen sei. 



') Montecuccoii's Advocat in Modena. 



344 



Montecuccoii: 



Es thut mir sehr leid, dass die Oekonomie so schlecht 
bestellt ist, dass meine Einkünfte immer geringer werden und 
dass je mehr ich Land ankaufe, um desto mehr Nachrichten 
über Schäden und Verluste einlaufen; ich vertraue Euerer 
Geschicklichkeit, dass Ihr die Sachen in Ordnung bringen und 
darauf sehen werdet, dass ich nicht zu viel Schaden erleide, 
wobei ich aber nur verlange was recht und billig ist. 

Vor Allem bitte ich darauf zu sehen, dass das Geld von 
den Schuldnern einlaufe und in Venedig hinterlegt werde, 
sowie dass die Rechnungen für das Jahr 1672, die in dem 
Zeitpuncte als diese Zeilen in Euere Hände kommen, schon 
abgeschlossen sein werden, mir zukommen und wollt Ihr 
Euch in Allem und Jedem mit dem Marquis Julius Monte- 
cuccoii in's Einvernehmen setzen, hauptsächlich aber wegen 
des Spitales Pavulo, das rechtmässig unter die Verwaltung 
der Grafen von Montecuccoii gehört. 

Grüsset alle die Meinen und betet zu Gott für mich, 
*wie auch ich Euch Allen alles Gute wünsche. 

An Doctor Pozzi. 
Paderborn. 1673, Januar, 8. 

Nachdem Euer Wohlgeboren meinen Zustand kennen 
und mich schon oft behandelt haben, so kann ich nicht um- 
hin Sie zu benachrichtigen, dass die Anstrengungen des 
Feldzuges bereits einen Rückfall in mein altes Leiden bewirkt 
haben und der gewohnliche Blutfluss sehr stark aufgetreten 
ist; es ist mir zwar durch Einnehmen von Medicin gelungen, 
die Blutungen zu stillen, aber es stellten sich dafür Con- 
gestionen im Kopfe, Nebel vor den Augen und dergleichen 
Sachen ein; was soll ich nun machen? Lasse ich der Blutimg 
ihren Lauf, so ist mein Korper in kurzer Zeit so geschwächt, 
dass er nichts mehr aushält, wende ich Mittel dagegen an, 
so verfalle ich dem anderen Uebel und so finde ich nicht 
den richtigen Mittelweg aus diesem Dilemma. 

Es ist leicht zu sagen, dass meinem Korper, der durch 
Mühen, Krankheiten und Wunden herabgekommen ist, eine 
gute Diät und Regelmässigkeit nothwendig wäre, wenn man 



Correspondenz der Jahre 1672 und 1673. j^^ 

in einer Stellung ist, die das gerade Gegentheil von dem, 
gebieterisch verlangt. 

Ich bitte Sie, dies Seiner Majestät mittheilen zu wollen, 
damit Klarheit über meinen Zustand herrsche und man nicht 
erstaunt sei, auf einmal zu hören, dass ich in irgend einem 
elenden Neste zurückbleiben musste und krank darnieder- 
liege. 

An den Fürsten Lobkowitz. 

Paderborn. 1673, Februar, 3. 

Die Strapazen, die ich meinem Körper bis nun zu- 
gemuthet habe, rächen sich jetzt an mir und es war unbedingt 
nothwendig Seine Majestät zu bitten, mich auf einige Zeit zu 
beurlauben, da ich nicht mehr im Stande war, dem an- 
strengenden Dienste gerecht zu werden und ich jetzt einen 
ruhigen Ort aufsuchen muss, um meine geschwächte Gesund- 
heit wieder herzustellen. 

Ich danke Euer Excellenz ganz ergebenst, für das 
mir bei dieser Gelegenheit wieder zugewendete Wohl- 
wollen; dienstlich habe ich getrachtet Alles schönstens zu 
ordnen, wie Sie aus der beigeschlossenen Relation ersehen 
werden. 

Ich hoflfe, dass Alles gut gehen werde und Euer 
Excellenz mir Ihre Protection auch weiterhin zukommen 
lassen. 

An den Fürsten Schwarzenberg. 
Paderborn. 1673, Februar, 3. 

■ 

Meine sonst stets folgsame Gesundheit, wenn es sich 
um Ruhm und um den kaiserlichen Dienst handelte, hat 
nach einer 47jährigen Dienstzeit versagt und mich gezwungen, 
um einen Urlaub anzusuchen, damit ich meine darnieder- 
liegenden Kräfte wieder sammeln könne. Ich danke Euer 
Excellenz für die werkthätige Unterstützung und bitte Sie, 
mir Ihr Wohlwollen auch weiterhin zu bewahren. 



348 Montecuccoli: Correspondenz der Jahre 1672 und 1673. 

und zu Beginn dieses Jahres 1673 stellten sich erneuert grosse 
Schmerzen ein, die mich noch jetzt quälen. 

Ich kann nicht verschweigen, dass mir Doctor Franchinon 
schon vor Jahren sagte, dass ein Feldzug für mich eine 
eminente Lebensgefahr bedeute tmd als Euer Majestät mir 
das Ober-Commando der Armee anvertrauten, konnte ich 
nicht umhin. Euer Majestät darauf und auf meine allg'emeine 
Schwäche, mein Alter etc., aufmerksam zu machen. Da Euer 
Majestät aber meine Vorstellungen für nicht stichhältig hielten, 
sowie einen grossen Werth darauf legten, dass der Feldzug 
glücklich eingeleitet werde und die Vereinigfung mit der 
churbrandenburgischen Armee glatt und anstandslos vor sich 
gehe, so fugte ich mich imd zwar umso mehr, als man da- 
durch dem Umstände aus dem Wege gieng, schon damals 
von der Konigin von Spanien den FM. Herzog von BoumonviUe 
als Führer erbitten zu müssen. 

Ich gehorchte stillschweigend und wollte noch einmal 
den Versuch wagen, der Natur zu trotzen, aber endlich und 
schliesslich nützt der beste Wille nichts und ich muss mir 
s£^en, dass jeder solche Versuch einen Rückfall zur unaus- 
bleiblichen Folge hat. 

Die unerschöpfliche Gmade Euer Majestät hat mich mit 
so vielen Würden und Ehren bedacht, dass ich bitte mir zu 
gestatten, zu den Stufen des Thrones zurückzukehren und 
mein Können jenen Dienstzweigen zuzuwenden, welchen 
meine Gesundheit gewachsen ist. 






k 



CORRESPONDENZ AUS DEM JAHRE 1680. 



K. A., HftM. I, 3t. XXVIII, 174. *$*■ 



An den Kaiser. 
Prag. 1680, Februar, 14. 

Ich gehorche den Geboten der Natur wenn ich für mich, 
abseits vom Strome des Lebens, ein Plätzchen zur Ruhe 
suche ; ich glaube aber auch Euer Majestät damit einen Dienst 
zu erweisen, denn das Amt welches ich einnehme, erfordert 
einen ganzen Mann und jede Halbheit, der geringste Fehler,, 
rächt sich oft bitter. 

So lange meine Kräfte ausreichten, habe ich sie ganz 
in den Dienst der Sache gestellt, wo sie aber nachlassen, 
muss ich im Interesse des Staates daraus die Consequenzen 
ziehen, denn der Dienst erfordert eine ununterbrochene Thätig- 
keit, ein unermüdliches Wirken. 

Ich lebe auf dieser Welt schon 7 1 Jahre und habe davon 
55 im Dienste Euer Majestät zugebracht; das Alter bereitet 
mir persönlich keine Sorgen, es ist mir nur leid, dass es mich 
der Möglichkeit beraubt, mich noch weiterhin erfolgreich dem 
Dienste des Allerhöchsten Kaiserhauses zu widmen. 

Es hatte mir schon vor Jahren einen grossen Seelen- 
kampf verursacht, als ich aus denselben Grründen genöthigt 
war Euer Majestät zu bitten, mich zeitweilig vom Commanda 
der Feld-Armee zu entheben und auch jetzt schmerzt mich 
der Entschluss, die Bitte zu stellen. Euer Majestät geruhen zu 
gestatten, dass ich das Amt eines Hof-Kriegsraths-Präsidenten, 
das ich nun schon fast zwölf Jahre ununterbrochen inne habe, 
zu den Füssen Euer Majestät zurücklege. 

Ich habe die regelmässigen Sitzungen des Hof-Kriegs- 
rathes, welche unter meinen Vorgängern ganz in Vergessen-^ 
heit gerathen waren, wieder eingeführt und die verschiedenen 



352 



Montecuccoli: 



Stellen mit tüchtigen und vertrauenswürdigen Personen be- 
setzt; da nun der Krieg beendet und die Armee wieder auf 
den normalen Stand gesetzt ist, bitte ich unterthänigst um 
Gewährung meines Abschiedes und es wird mein ernstes Be- 
streben sein, meine schwachen Kräfte so lange als möglich 
den Dienstzweigen zuzuwenden, die mir durch die Gnade Euer 
Majestät noch belassen werden. 

Kaiser Leopold an Montecuccoli. 
Prag. 1680, Februar, 21. 

Ich habe Euer Meraoriai vom 14. d. Mts. gelesen; wiewohl Ich nun 
Euer hohes Alter und die Folgezustande desselben in Betracht ziehe, bin 
Ich mit Euerer Person und Eueren Diensten so zufrieden, dass Ich Euer 
Scheiden vom Amte des Hof-Kriegsraths-Präsidenten nicht bewilligen kann, 
da Euer Verbleiben im Interesse des Dienstes und des öffentlichen Wohles 
geboten erscheint 

Da die jetzigen Zeitläufte sich so drohend und gefahrvoll gestalten 
und die Ausblicke in die Zukunft so düster sind, so hoffe Ich, dass Ihr Mich 
jetzt nicht verlassen und Euer Amt in der bisherigen lobenswerthen Weise 
weiterfuhren werdet; der Vorsitz im Hof-Kriegsrathe wird Euch, da er unter 
Euerer Leitung so musterhaft zusammengesetzt ist, nicht allzu schwer fidlen 
und Ihr könnt versichert sein, dass Ich Euch Mein besonderes Zutrauen und 
kaiserliches Wohlwollen auch weiterhin bewahre. 

Dies ist Mein Entschluss und Meine Antwort auf Euer Begehren. 

Ich verbleibe immer Euer gnädigster Herr. 

An den Kaiser. 
Prag. 1680, Februar, 23. 

Meine unterthänigste Bitte, mich in Folge meiner ge- 
schwächten Gesundheit von einem Theile der Arbeit zu ent- 
lasten, ist rasch in die OefiFentlichkeit gedrungen und sofort 
haben sich Verleumder gefunden, die behaupten, ich wolle 
mich jetzt, nachdem ich Reichthümer aufgehäuft, in's Privat- 
leben zurückziehen. 

Da die Leidenschaft nach Geld stets mein geringster 
Fehler war, mein Sinnen xmd Trachten immer nur dahin gieng, 
mich der Gnade Euer Majestät würdig zu erweisen und meinen 
Namen rein und fleckenlos zu erhalten, so bitte ich Euer 



Correspondenz aus dem Jahre 1680. 3^3 

Majestät unterthänigst den folgenden Auslassungen gnädigst 
Gehör zu schenken: 

Nach einer 55jährigen activen Dienstzeit, nachdem ich 
mehrmals das Ober-Commando über kleinere und grössere 
Heere gefuhrt und noch viele andere Ehrenstellen durch die 
Gnade Euer Majestät eingenommen habe, bin ich auf dem 
Standpuncte, dass ich mein Erbtheil gar nicht, oder nur sehr 
wenig vermehrt sehe. 

Wenn Euer Majestät sich der Mühe unterziehen, im 
ganzen Reiche und speciell am Rheine, wo ich in den letzten 
Jahren die Ehre hatte die kaiserlichen Waffen zu fuhren und 
wo man sagt, dass sich so viele Officiere bereichert hätten, 
Umfrage zu halten, so wird sich kein Land, keine Stadt und 
kein Fürst finden, der sich rühmen kann mir irgend Etwas 
(ausser vielleicht etwas Wein oder dergleichen) geschenkt zu 
haben. 

Ich rufe Euer Majestät in Erinnerung, dass, als ich 
das Ober-Commando der Armee in Holstein, Jütland und 
Pommern führte, mir von den Städten Hamburg, Lübeck, etc., 
ein Geschenk von 300.000 — 400.000 fl. angeboten wurde, wie 
es auch stets den schwedischen, dänischen und branden- 
burgischen Generalen gegenüber gehalten wurde; ich habe 
nun diese ganzen 300.000—400.000 fl., die mir als Ober- 
befehlshaber zugedacht waren, in die KriegsCasse, zu Händen 
des General-Commissärs abgeführt, ohne auch nur einen 
Kreuzer für mich zu behalten ; man frage in Schlesien, Polen 
und Ungarn nach, wo ich so lange Jahre commandierte, ob 
ich von irgend Jemandem das Geringste bekommen habe? 
Man forsche in den Archiven der Kanzleien nach, ob jemals 
eine diesbezügliche Klage gegen meine Person eingelaufen ist? 

Im Jahre 1659 ^^t mir der Churfürst von Brandenburg, 
in Anerkennung meiner im Feldzuge geleisteten Dienste, 
einen Wechsel von 30.000 fl., zahlbar in seinen Ländereien in 
Pommern an; ich bedeutete ihm jedoch, dass ich dieses Geld 
nur mit Erlaubniss Euer Majestät annehmen könne und 
berichtete darüber zweimal dem kaiserlichen Hofe, ohne dass 
mir jedoch, ich weiss nicht ob aus Zufall oder aus Absicht, 
eine Antwort zu Theil wurde; da ich diese Unterlassung für 

Montecuccoli. IV. 23 



354 



Montecuccoli : 



eine Verneinung- meiner Anfrage halten musste, wies ich 
dieses Geschenk zurück. 

Was den Hof-Kriegsrath anbelangt, so fliessen die Taxerk 
den unteren Stellen zu und ich habe davon gar keinen Vor- 
theil; Geschenke habe ich nie beansprucht und kann die 
wenigen erhaltenen auf den Fingern abzählen. 

Die Fürsten von Lothringen, Baden, Lauenburg, Hol- 
stein, die Generale Knigge, Scholz, Rabatta, Starhemberg^ 
die Obriste Mansfeld, Trauttmansdorff, Pälflfy, Sparr etc.^ 
welche während meines Commandos im Felde, oder während 
meiner Präsidentschaft im Hof-Kriegsrathe, ihre Bestallungen 
erhielten, haben ihre Erkenntlichkeit durch einfache Dankes- 
bezeigungen quittiert. 

Die Generale Caprara, Chavagnac, Grana, die Obriste 
Taaffe, de Souches, Caraflfa, sowie einige Andere übersendeten 
mir einen oder den anderen Luxusgegen stand, als Pferde,. 
Chocolade, Uhren, spanische Pastillen, Büsten etc.; Bayreuth 
beehrte mich mit seinem Bildnisse, in einem mit Brillanten 
besetzten Rahmen. 

Ich nenne diese Gegenstände mit Absicht und bin bereit, 
sie jederzeit zurückzustellen; diese Kleinigkeiten können aber 
doch nicht als Bestechung aufgefasst werden, denn sowohl 
beim kaiserlichen, als bei den anderen Höfen, ist es Gebrauch, 
bei Erreichung eines Amtes mitunter sehr werth volle Geschenke 
zu machen und gerade mir soll dieserhalb ein Vorwurf er- 
wachsen? 

Ich wäre strafbar, wenn ich jemals einen Unwürdigen 
empfohlen hätte, aber der Umstand, dass solche von mir 
vorgeschlagene Personen stets brauchbar und würdig waren, 
zeigt augenscheinlich, dass die Empfehlung keine Folge des 
Geschenkes, sondern umgekehrt das Geschenk eine Folge der 
Ernennung war. 

Euer Majestät können einzeln jede meiner Handlungen 
verfolgen und werden zugeben müssen, dass ich die Stellen, 
welche die Gnade Euer Majestät mir zuwies, stets ehrlich 
ausgefüllt habe, dass mir durch die fortwährende Abwesenheit 
von meinen Gütern und durch das Leben am kaiserlichen Hofe, 
grosse Auslagen erwuchsen, wozu noch kommt, dass ich für 



Correspondenz aus dem Jahre 1680. 3^5 

die von mir im Laufe der Jahre für Kriegszwecke ausgelegte 
Summe von 270.000 fl., von der Hofkammer nur 50.000 fl. 
und auch diese nicht auf einmal, sondern in Raten bekommen 
habe, ganz abgesehen von den Kosten der von meinen 
Vettern aufgestellten drei Regimenter; wenn ich dagegen die 
Vortheile abwäge, die mir durch meine Stellungen erwachsen 
sind und die 100.000 fl. zuschlage, welche die Gnade Euer 
Majestät mir in den letzten Jahren zukommen Hessen, so kann 
ich ruhig versichern, dass die Bilanz nicht allzusehr zu meinen 
Gunsten ausfallt. 

Verzeihen Euer Majestät, diese Auslassungen einer ge- 
kränkten Empfindung, aber es bereitet mir grossen Schmerz 
zu sehen, wie mein stets ehrliches Denken und Handeln, von 
Leuten verunglimpft wird, deren einziger Zweck es ist, 
über die Leichen der Anderen zum eigenen Vortheile zu 
schreiten. 

Ich unterbreite dem gerechten Sinne Euer Majestät, mit 
voller Beruhigung, diese meine personliche Angelegenheit \md 
zweifle nicht, dass die Verleumder ihrer verdienten Strafe 
zugeführt werden, um dieser Sorte von Leuten zu zeigen, dass 
Verleumdung und Schmeichelei, wie zu Zeiten der ersten 
römischen Kaiser, nicht die richtigen Mittel sind um empor- 
zukommen. 

Ich beuge vor Euer Majestät mein Knie, etc. 

Kaiser Leopold an Montecuccoli. 
Pardubitz. 1680, Juli, 4. 

Heute Früh kam hier ein Fähnrich, vom Regimente Styrum, mit wich- 
tigen Briefen Caprara's und mit Nachrichten über die Empörung von Düne- 
wald und die hierauf erfolgte Bxecution an, welche ich Euch hiemit über- 
sende, da die Sache schief zu gehen scheint und ich baldigst das Gutachten 
des Hof-Kriegsrathes und dessen Vorschläge hören möchte. 

Ich werde vorläufig mit Abele berathen, was zu geschehen habe; 
unter Anderm werdet Ihr auch die Nachrichten aus der Türkei erhalten, 
welche sehr günstig lauten, wenn man ihnen nur glauben könnte. 

Bei dieser Gelegenheit theile ich Euch mit, dass ich benachrichtigt 
bin, dass ein Duell stattfinden soll, zwischen Mellini, Hauptmann unter 
Taaffe und einem Schallenberg, Hauptmann unter Caprara; da diese sich in 
Mähren befinden, glaube ich, dass es gut wäre, wenn der Hof-Kriegsrath 

*3* 



j 5 6 Montecuccoli : 

dem General Starheitiberg den Auftrag geben würde, sie zu arretieren und 
dann die Sache auszugleichen. 

Ich zweifle nicht, dass Ihr trachten werdet, dieses üebel zu verhindern, 
weil ich nicht allein Gott gegenüber verpflichtet bin, sondern auch mir, da 
ich durch ähnliche Vorkommnisse Gefahr laufe, meine besten Officiere zu 
verlieren. 

Ich reise in einer Stunde ab und verbleibe Euer stets gewogener 
Herr etc. 



An den Kaiser. 
Linz. 1680, October, i. 

AnfangvS dieses Jahres bat ich Euer Majestät unter- 
thänigst, gestatten zu wollen, dass ich das Amt des Hof- 
Kriegsraths-Präsidenten zu Füssen Euer Majestät zurücklege, 
da meine durch Arbeit, Wunden und die Begleiterscheinungen 
eines 70jährigen Alters geschwächte Gesundheit, den An- 
strengungen nicht mehr gewachsen sei; da Euer Majestät 
dieser meiner Bitte nicht willfahren wollten, so gebrauchte 
ich, um meine Kräfte zu sammeln und für den Dienst zu 
stärken, die Bäder in Töplitz und eine strenge Diät. 

Da aber alle Mittel nichts fruchten, so bin ich genothigt, 
meine Bitte zu erneuem, wobei ich erwähne, dass es mir 
durch die Ehre, die ich geniesse, den Conferenzen anzuwohnen, 
welchen Euer Majestät Vorsitzen, auch weiterhin vergönnt sein 
wird, in militärischen Fragen meinen Rath abzugeben und 
ich mich durch diese Entlastung mit vollem Eifer den anderen 
Diensten zuwenden kann, welche die Gnade Euer Majestät 
mir noch verliehen haben. 

Ich erhoffe die Gewährung dieser Bitte von der kaiserlichen 
Güte, ebenso wie jener, welche Euer Majestät nur ein Diplom 
und einen Fürstentitel kostet,^) für die sich schon so viele 



') Kaiser Leopold an Montecuccoli. 

Wien. 1675, März, 8. 

In Anerkennung der treuen und nützlichen Dienste, die Ihr Mir und 
Meinem Hause geleistet habt, aus welchen Mir so vielerlei Vortheile er- 
wachsen sind, will Ich Euch diese Gnade anthun und Euch hiemit ver- 
sprechen, dass Ich Euch bei der nächsten Ernennung von Reichsfürsten 
Auch einbeziehen werde. 



Correspondenz aus dem Jahre 1680. 35^ 

Chur- und regfierende Fürsten eingesetzt haben, ein Zeichen, 
mit wieviel Treue und Uneigennützigkeit ich dem Dienste 
Euer Majestät stets ergeben war. 

Indem ich mein Knie vor Euer kaiserlichen Majestät 
beuge etc. 

An Pater Emerich. 
Linz. 1680, October, i. 

Meine leiblichen Beschwerden mahnen mich immer mehr, 
dass die Zeit meiner EntSchliessungen gekommen sei; es ist 
mir aber der Gedanke ein Trost, dass meine Thätigkeit das 
Licht der Sonne nicht zu scheuen braucht, denn ich habe 
während der 70 Jahre meines Lebens 55 Jahre treu und an- 
strengend gedient. 

Ich habe meine ganze Kraft, sowie mein ganzes Können 
dem Dienste des Kaisers gewidmet, ohne jedes Sonderinteresse, 
nur mit der Absicht, mir einen ehrlichen guten Namen zu 
machen und die kaiserliche Gnade zu verdienen. 

Ich habe nun gebeten, das Hof-Kriegsraths-Präsidium 
niederlegen zu dürfen, denn ich fühle, dass ich zwar das 
Recht hätte, als einer der ersten Diener Seiner Majestät zu 
gelten, dass ich aber im Ansehen der Letzte bin. 

Die Anempfehlung so vieler Chur- und regierender 
Fürsten geben mir den Muth, um Verleihung der Fürsten- 
würde zu bitten, welche nach meinem Abschiede zugleich ein 
Zeichen sein wird, dass mir die kaiserliche Gnade auch weiter- 
hin erhalten bleibe. 

Ich empfehle Euer Hochwürden das beigeschlossene 
Memoriale, bitte aber bis zur Entscheidung um Geheimhaltung 
desselben, da ich es Seiner Majestät versprochen habe. 

Indem ich das heilige Gewand Euer Hochwürden küsse, 
bin ich etc. 



Da Ich aber glaube, dass die Geheimhaltung dieses Versprechens Mir 
und Euch von Nutzen sei, so zweifle Ich nicht, dass Ihr Euch daran 
halten werdet. 

Indem Ich Euch meiner unwandelbaren Gnade versichere, bleibe Ich 
immer Euer wohlwollender Herr. 



358 Montecuccoli: Correspondenz aus dem Jahre 1680. 

Anzeige des Grafen Leopold Montecuccoli über das 

Ableben seines Vaters. 

1680. 

An die Churfürsten von Brandenburg, Sachsen, Heidelberg» 

Bayern, Trier, Maynz, Cöln; an die Herzoge von Neuburg, 

Württemberg, Bayreuth, Sachsen-Lauenburg, Anspach. 

Beehre mich, unterthänigst Parte zu geben, dass der allmogende 
Gott meinen Vater, den 16. dieses, um 10 Uhr Abends, nach ausgestandener 
etlich und 30tägiger Krankheit, mit allen christlichen Sacramenten versehen 
aus diesem zeitlichen Leben abgefordert 



8. 



VERMISCHTE CORRESPONDENZ. 



An den Marquis Pallavicini. 

Wismar. 1642, März, 2. 

K. A., U6m. XXVIII, 229. 

Es wird mir nun klar, dass es mein Verhängniss ist, mich 
in diesem Elend langweilen zu müssen und dass ich besorgen 
muss, den Himmel zu erzürnen, wenn ich ihn um Hilfe bitte. 
Ich wende mich an Euer Hochwohlgeboren, mehr um Sie 
meiner Dienstbeflissenheit zu versichern, als um Ihnen wegen 
Gefälligkeiten beschwerlich zu fallen. 

Wie die Zeitungen berichten, sind die Obriste Kinsky 
und Hechinger, sowie die bayrischen Obriste ausgewechselt 
und von Torstenson auch bereits auf Parole entlassen worden. 
Da diese Nachricht von Leipzig kommt, wo die genannten 
Obriste sich befinden, sowie auch von Erfurt, woselbst das 
Hauptquartier des Hofes war, so darf man sich wohl nicht 
mehr mit der Hoffnung schmeicheln, dass diese Gerüchte 
falsch seien, weil die Orte, aus welchen sie hieher gelangen, 
zu nahe sind. 

Ich sehe nun ein, von welchem Wahn ich befangen 
war. Ich hatte die volle Ueberzeugung, dass der Obristlieutenant 
Pompei und ich, als die ältesten Gefangenen und unmittelbaren 
Diener Seiner Majestät und Seiner Hoheit, doch einigen Vor- 
zug vor Anderen erhalten würden, welche nach uns in Ge- 
fangenschaft geriethen und die nicht so wie wir, unmittelbar 
in ihren Diensten standen. 

Sowohl die Andeutungen, als auch die Hoffnungen, 
welche man uns gab, bekräftigten mich in dieser Meinung 
und der Gedanke an den Grundsatz, dass der Kaiser die 



j62 Montecuccoli: 

Gesetze gebe, sowie an die Gerechtigkeit bei der Aus- 
wechslung der in hohem Ansehen stehenden Obriste Kinsky 
und Hechinger, bewahrte mein Gemüth vor jedem Arg- 
wohn, welcher aus der Hartnäckigkeit, mit der man uns zurück- 
hält, hätte entstehen können. Aber der Misserfolg hat meine 
Voraussetzung nicht bewährt und ich musste zur Erkenntniss 
gelangen, dass die Geschäftsträger nichts thun, wenn sie nicht 
in unmittelbarer Berührung mit dem Gegenstande sind und 
dass ein auf Parole entlassener Mensch mehr auszurichten 
vermag, als zehn Andere, die aus der Entfernung unter- 
handeln; dass endlich die Fürsten keinen Spiegel in sich tragen, 
welcher ihnen die Bilder der Abwesenden und in Gefangen- 
schaft Schmachtenden vorzeigen. Die Zeit schwächt das Ge- 
dächtniss und das erloschene Gedächtniss lässt die Dauer der 
Abwesenheit noch weiter hinausrücken, so dass, indem ein 
Uebel aus dem andern im Kreislaufe erwächst, das Elend 
des Unglücklichen nie ein Ende findet. Demnach musste ich 
mich leider nur zu sehr enttäuscht finden, als ich sah, dass 
so viele Andere im Dienste Seiner Majestät, viel jüngere Obriste 
als ich und die auch viel kürzer in der Gefangenschaft waren, 
in jeder Weise begünstigt und bei der Auslösung mir vor- 
gezogen wurden. 

Geduld also ! Da es mir versagt ist, die Freiheit zu erwarten, 
so gross die Härte der Gefangenschaft einerseits und so gross 
die Langsamkeit der Erlösung anderseits ist, so werde ich den 
Tod erwarten, der mich von der besonderen und von der allge- 
meinen Gefangenschaft erlösen wird. Es schmerzt mich nur, dass 
er so lange zu kommen zögert und ich muss mich über die Vor- 
sehung beklagen, welche uns entweder nicht zur Erkenntniss 
eines Uebels hätte bringen sollen, wenn es auf's Aeusserste 
gelangt ist, oder von Rechtswegen uns die Freiheit nicht 
hätte kürzen sollen, indem sie uns derselben beraubt und uns 
dem Leben abwendig macht. So wie man ein abgenütztes 
Gewand, das uns zu nichts mehr dient, entweder ver- 
äussert oder es wegwirft, ebenso sollte man auch sich 
des Lebens begeben können, wenn es einmal unnütz und 
beschwerlich geworden ist. Es bricht nun das dritte Jahr 
meiner Gefangenschaft an, eine Zeit, die man als die Hälfte 



Vermischte Correspondenz. 363 

seines Lebens betrachten kann, im Vergleiche zu jenem, 
welches man im besten Alter verlebt, wenn die inneren und 
äusseren Sinne ihren Dienst verrichten können, wenn der 
Korper zur Ausübung jener Pflichten noch tauglich ist, zu 
welchen die Seele ihn anleitet. 

Nicht nach dem Umfang der Zeit allein ermesse ich 
meine Leiden, sondern auch nach dem Grad ihrer Heftigkeit, in- 
dem ich, so inständig ich auch hier darum gebeten habe, dennoch 
nicht die Befugniss erlangen konnte, mich wenigstens aut 
einige Tage entfernen zu können, um meine häuslichen An- 
gelegenheiten zu ordnen, welche gänzlich zugrunde gehen. 
So verliere ich in einem und demselben Augenblicke 
die Glücksgüter, weil die Verwandten sterben, die Freunde 
gleichgiltiger werden, das Vermögen aufgezehrt wird; ich 
verliere die Güter des Körpers, weil das Leben verstreicht, 
die Kraft hinfallig wird und die Gesundheit verdirbt ; so ver- 
liere ich mit ihr auch jene des Geistes, während ich in einem 
Orte eingeengt lebe, in dem die Ausübung jener Religion 
verw^ehrt ist, in welcher Gott in seiner Gnade mich geboren 
und erzogen werden Hess und in welcher es seiner unaus- 
sprechlichen Güte gefallen wird, mich auch sterben zu lassen ; 
so übe ich meine Andacht innerlich durch Betrachtungen, 
weil die Bosheit des Geschickes mich in der Ausübung äusserer 
EEandlungen verhindert. Glauben Sie mir, dass Trost und 
Hoffnung schon dermassen in mir gestorben sind, dass ich 
von einer Bergeslast voll Unruhe erdrückt, ausser mir bin 
und wahnsinnig zu werden furchte. 

Verzeihen Sie mir diese Behelligung mit meinem gegen- 
wärtigen Schreiben und nehmen Sie die Versicherung ent- 
gegen, dass ich bis an das Grab bleiben werde etc. 

Erzherzog Leopold Wilhelm an den Kaiser. 

Feldlager bei Gross-GIogau. 1642, September, 2. 

K. A., M6m. XXVIII, 244. 

Es hat sich Euer Majestät bestellter Obrist, Raimund Graf von Monte- 
cuccoli, nach erhaltener Erlaubniss, dass er au£ eine Zeitlang zu dem Herzog 
von Modena abreisen möge, Euer Majestät vorher präsentieren und sowohl 



364 Montecuccoli: 

um die vertröstete Beförderung zum Obrist-Peldwachtmeister, als wirklicher 
Erlangung der ihm, von den jüngst bei der Cassa assignierten 2000 Reichs- 
thaler annoch restierenden Gelder, bewerben wollen, mich benebens bittend, 
bei Euer Majestät hiezu behilflich zu erscheinen. 

Wiewohl nun Euer Majestät dessen gute Qualitäten und Meriten ohne- 
dem dergestalt bekannt sind, so bin ich doch, in ebenmässiger Ansehung 
seines rühmlichen Eifers und Wohlverhaltens, auch der in Euer Majestät 
Dienst erlittenen schweren und langwierigen feindlichen Gefangenschaft, billig 
bewogen worden, auch meinestheils für ihn zu concurrieren und zu bitten, 
Euer Majestät geruhen, ihn mit einer gedeihlichen Resolution erfreuen zu 
lassen. 

Piccolomini an den Kaiser. 

Lager bei Gross-Glogau. 1642, September, 6. 

K. A., U6m. XXVIII, 245. 

Die Verdienste des Grafen Raimund Montecuccoli sind Euer Majestät 
so bekannt, dass es vollkommen überflüssig erscheint, dieselben nochmals 
einzeln anzuführen. 

Nur die Achtung, die ich seinen vortrefflichen Eigenschaften und 
seiner Geschicklichkeit, sowie seinem unermüdlichen Eifer im Allerhöchsten 
Dienste zolle, bestimmen mich, ihn mit diesen Zeilen bei Euer Majestät ein- 
zuführen und der Gnade Euer Majestät anzuempfehlen, damit er die ihm 
schon versprochene Bestallung als General-Feldwachtmeister, sowie die 
2000 Thaler erhalte, die ihm durch die Gnade Euer Majestät, für die während 
einer zweijährigen Gefangenschaft ausgestandenen Unbilden, zugedacht 
wurden. 

Und nicht nur die Werthschätzung für seine Verdienste bestimmt 
mich zu diesem Schritte, sondern auch das Interesse des Dienstes im All- 
gemeinen, weil dies ein Ansporn für die Anderen sein soll, Euer Majestät 
mit der gleichen Ergebenheit und dem gleichen Eifer zu dienen. 

Piccolomini an den General-Zahlmeister Gabriel Peverelli. 

Lager bei Gross-Glogau. 1642, September, 6. 

K. A., M6m. XXVIII, 245. 

Graf Montecuccoli wird sich, auf der Reise nach Italien begriffen, in 
Wien bei Seiner Majestät vorstellen, um den Rest seiner Forderung von 
2000 Thalern auf das Zahlamt zu erlangen. 

Ich zweifle nicht, dass Seine Majestät ihm diesen Beweis seiner Gnade, 
wie auch noch andere wird zu Theil werden lassen und es erübrigt mir 
nur Sie zu bitten, die Erledigung zu beschleunigen und diesem Edelmanne 
jedwede Unterstützung zu gewähren, womit ich Euer Hoch wohl geboren etc. 



Vermischte Correspondenz. 75 e 

An den Grafen Trauttmansdorff. 

Lager bei Modena. 1643, Juni, 28. 
K. A., 1643. VI, 22. 

Nachdem die Liga beschlossen hatte, die Feindseligkeiten 
gegen die Barberiner zu eröffnen, die Venezianer ohne Wider- 
stand die Gegend jenseits des Po besetzt und der Herzog 
von Parma Buondeno und Stellata genommen hatte, zog der 
Herzog von Modena, als Generalissimus der Liga in jenen 
Gegenden, mit seinen Truppen gegen Stellata, um sich mit 
den venezianischen Streitkräften zu vereinigen. Diese mussten, 
wie man glaubte, stündlich den Po passieren; dieser Ueber- 
gang gieng jedoch so langsam vor sich, dass man hier mehr 
als zehn Tage warten musste. 

Sobald es mir möglich sein wird, werde ich Euer Ex- 
cellenz einen klaren Bericht über die Actionen nach Beginn 
dieses Krieges zusenden. 

Die Lage der Dinge ist gegenwärtig folgende : Während 
der Herzog von Modena mit seinen Truppen gegen den Po 
vorgerückt war, um den Uebergang der venezianischen Streit- 
kräfte zu beschleunigen und sich mit ihnen zu vereinigen, 
warfen die Barberiner das Gros ihrer Streitmacht gegen diesen 
Staat, drangen mit aller Gewalt ein und besetzten einige Land- 
striche und Castelle an der Grenze des Gebietes von Bologna. 
Als dies der Herzog von Modena erfuhr, brach er sofort mit 
seinen Truppen und mit 1500 Mann der Republik, von Buon- 
deno, wo die Armee der Liga war, auf, um durch einen 
nächtlichen Eilmarsch den Feind unversehens zu überfallen; 
dieser erhielt jedoch Kenntniss hie von, zog sich schnell zurück 
und verliess Alles, was er erobert hatte, so dass die Staaten 
Seiner Hoheit vom Feinde befreit und gesäubert sind. Es ist 
wohl wahr, dass man mit wenig Mannschaft dem ganzen Gros 
des Feindes, das gegen 15.000 Mann stark in Caistelfranco 
sein dürfte, entgegentreten muss, aber indessen giebt man 
den übrigen Verbündeten Gelegenheit, Vortheile im Kirchen- 
staate zu erzielen. Der Herzog von Parma befestigt soeben 
Buondeno und Stellata, welche er gleich anfangs, fast ohne 



366 Montecuccoli : 

Widerstand, besetzte. Die Galeeren der Republik Venedig 
machen Fortschritte gegen den Hafen von Magnavacca und 
gegen Comacchio. Der Grossherzog schickt sich, nach Be- 
setzung von Cittä della Pieve, zu anderen Erwerbungen an. 
Hier stehen wir, unterhalb Modena, um diese Grenzen zu ver- 
theidigen, während die venezianischen Truppen, auf Buonporto 
und Finale vertheilt, die ganze Strecke der Staaten Seiner 
Hoheit bis zum Po bewachen und hiedurch die grossten 
Streitkräfte der Barberiner im Schach halten. 

Da die Päpstlichen viele befestigte Orte, wie Urbano, Castel- 
franco, Piumazzo, San Giovanni, Cento und Ferrara in ihrem 
Besitz haben, ist ihr Heer in jedem Orte sicher und weil sie ein 
zahlreicheres Heer als wir haben, können wir die Festungen 
nicht angreifen, so dass bis jetzt die kriegerischen Actionen 
in dieser Gegend sich auf Aussendung von Partheien, Hinter- 
halte, Zusammenstösse und besondere Kämpfe beschränken. 
Die Liga leidet an jenen Unzukömmlichkeiten, die bei ver- 
bündeten Truppen unvermeidlich sind: Verzögerung in den 
Berathungen und Entschlüssen, Gewalt ohne Commando und 
Commando ohne Gehorsam. Seine Hoheit ist Generalissimus 
der Liga in diesen Gegenden, aber mehr dem Namen nach, 
als in Wirklichkeit. 

Monsieur de Lionne mischt sich im Namen Frankreichs 
hinein, um die Dinge auszugleichen; er befindet sich beim 
Herzoge von Parma und der Papst hat schon die Rückgabe 
von Castro versprochen, doch werden die Verbündeten grössere 
Ansprüche erheben. Sobald diese Unruhen unterdrückt sind, 
werde ich eilen, um den gewohnten ehrenvollen Dienst am 
dortigen Hofe wieder anzutreten und bitte Euer Excellenz 
mir Ihre Gunst und Protection, der ich mich ergebenst an- 
empfehle, zu erhalten etc. 

Montecuccoli an Conde de Lumiares. 

Prag. 1649, Januar, 2. 

K. A., M6Tn. XXVIII, 232. 

Ich danke Euer Excellenz für Ihr Schreiben vom 
2^, d. Mts. 



Vermischte Correspondenz. ^67 

Die Gnade des durchlauchtigsten Erzherzog-s, sowie sein 
Wunsch, mich in dortige Dienste zu nehmen, ehren mich 
ungemein und ich habe schon zu wiederholten Malen gelobt, 
mein ganzes Leben und Streben dem Dienste des Aller- 
höchsten Hauses zu widmen; aber ich glaube, dass der ge- 
rechte Sinn Seiner Katholischen Majestät, Seiner kaiserlichen 
Hoheit und das Wohlwollen Euer Excellenz mir nicht zu- 
muthen können, einen minderen Rang einzunehmen, als ich 
jetzt im kaiserlichen Heere bekleide. 

Da ich mich an den Wiener Hof zurück begeben 
muss und meine privaten Angelegenheiten mich längere 
Zeit dortselbst zurückhalten werden, so bitte ich Euer Ex- 
cellenz, mir genaue Angaben über diese Vorschläge zu 
machen, wobei ich aber hinzusetze, dass ich mich stets den 
Befehlen Seiner kaiserlichen Majestät unterordnen werde. 

Erzherzog Leopold Wilhelm an Montecuccoli. 

Brüssel. 1649, Januar, 10. 
K. A., 1649. I, 6. 

Es ist nothwendig, dass ich Euch betrefifs des Eintrittes in hiesige 
Dienste selbst schreibe, doch ersuche ich um Stillschweigen; ich schreibe 
im Vertrauen und da ich Euch nicht hintergehen will, so theile ich Euch 
mit, dass bis nun hier zwei Generale der Cavallerie waren, welche auf 
Lebenszeit, ähnlich wie bei uns, ernannt sind, während bei den Anderen die 
Patente von sechs zu sechs Monaten erneuert werden müssen; diese zwei 
Generale waren Buquoy und Ligny; nun ist mit dem letzten Courier ein 
Befehl Seiner Majestät eingetroffen, welcher anordnet, dass Niemand zwei 
Aemter zu gleicher Zeit bekleiden dürfe, so dass Buquoy sein Generalat 
abgeben muss, während Ligny sich in französischer Kriegsgefangenschaft 
befindet und in diesem, vielleicht noch in anderen Feldzügen nicht wird 
mitthun können. 

Seine Majestät wünscht also, dass ich einen Gouverneur der Caval- 
lerie aufnehme, der diese Stellung aber* nur immer auf sechs Monate auszu- 
üben habe; ich habe Seiner Majestät vorgestellt, dass es sehr schwer sein 
werde, jemanden Tüchtigen unter diesen Bedingungen zu gewinnen und den 
nächst Besten zu nehmen, wäre für den Dienst jedenfalls nur schädlich; ich 
habe zugleich vorgeschlagen, mir zwei Patente, als »Gouverneur der Caval- 
lerie € und als > General der Cavallerie €, zur entsprechenden Benützung zu 
senden, von welchen Ihr Euch dann nach eigenem Belieben eines aussuchen 
könntet. 



368 Montecuccoli: 

>lch *) selbst habe mich hier noch nicht stabil gemacht und wenn Ihr 
annehmt, so könnt Ihr nach sechs Monaten Euch entscheiden; falls ich hier 
bliebe, würde ich schon trachten Buch fix anzustellen und wenn dies nicht 
der Fall wäre, glaube ich nicht, dass Ihr Lust hättet zu bleiben, da Ihr 
Euch zu einsam fühlen würdet.« 

Aber es sei wie dem wolle, Ihr müsstet jedenfalls bis April hier ein- 
treffen, da ich bei Beginn des Feldzuges die Häupter benÖthige und er- 
suche ich Euch, mir den Entschluss baldigst mitzutheilen, damit ich bei 
Seiner Majestät um Urlaub für Euch ansuchen und Euch zugleich die 
Rückkehr in die alte Stellung sicherstellen könne, da es doch nicht gerathen 
erscheint, schon jetzt den kaiserlichen Dienst ganz zu verlassen. 

Es wäre mein Wunsch, dass Ihr diesen Brief verbrennen würdet, 
hauptsächlich wegen des in Geheimschrift Geschriebenen und ich hoffe, dass 
Ihr Alles geheim haltet, da ich nicht will, dass man bei einem oder dem 
anderen Hofe davon Kenntniss erhält, diese Mittheiiungen nur dem Wohl- 
wollen zu Euch entsprungen sind und ich Euch nicht hintergehen wollte. 



Piccolomini an den Kaiser. 
Nürnberg. 1650, März, 28. 
K. A., M6m. XXVIII, 236. 

Unter den vielen Generalen, die Euer Majestät in diesen Kriegen ge. 
dient haben, verdient Graf Montecuccoli in Folge seiner Arbeit, Verdienste, 
seines Wissens und Eifers umso mehr eine Anerkennung, als er auch durch 
die Länge seiner Dienstzeit vielen Anderen voraus ist. 

Er hat mir seine Wünsche und Forderungen mitgetheilt, die in so 
bescheidenen Grenzen gehalten sind, dass ich überzeugt bin, dass die Gnade 
Euer Majestät sie erfüllen werde. 

Ich bitte nicht nur aus Freundschaft für ihn, sondern weil ich ihn 
schätze und achte, in Folge seiner militärischen Tugenden und seltenen 
persönlichen Eigenschaften, mit welchen ausgestattet, er als einer der besten 
Generale unserer Zeit bezeichnet werden kann, der mit seinen idealen An- 
sichten, mit mir stets dasselbe Ziel vor Augen hat. 

Ich bitte nun Euer Majestät um Erfüllung seiner gerechten Forde- 
rungen, wodurch sich Euer Majestät einen treuen Diener bewahren, wie 
man solche stets brauchen kann; ich werde jede ihm erwiesene Gnade, als 
mir persönlich angethaiie Ehre empfinden und bitte Gott er möge Euer 
Majestät segnen, zu dessen Füssen ich mein Knie beuge etc. 

In simili an den Grafen Trauttmansdorff. 



^) Das unter Anführungszeichen Stehende in Chiffre. 



Vermischte Correspondenz. j5q 

Johann Wilhelm Herr von Stubenberg an Montecuccoli. 

Schallenburg. 1653, December, 12. 
K. A., M£m. XXVIII. 241. 

Der grösste Schatten kommt von den grössten Lichtern her; die 
tiefste Demuth von den höchsten Helden. 

Dieses benimmt mir etlichermassen die sonst billige Verwunderung 
ob Ihrer Demuth und Ihrem höflichkeitsvollen Antwortschreiben welches 
mir zugekommen ist. 

Gestatten Sie. dass ich Ihnen einige Verse übersende: 

»Es könnt' Italien kein wahrers Zeugniss führen 

Der alten Heldenzucht, als Euch, der Unseren Zeit 

Erneuten Scipio, drum musst* es Euch auch zieren 

Mit seiner alten Pracht süsser Wohlredenheit ! 

Hat je ein reiner Mund ruhmwürdig können sprechen 

Die Zeichen der Vernunft, die Menschenzunge — prob* 

In mehr als einer Sprach! Ist Euer dieses Lob, 

Graf Raimund! Euch kann es selbst der Neid nicht schwächen.« 

An Herrn Atto Melano in Paris. 

Wien. 1657, März, 7. 

Amor, der mich in meinem Leben schon so grausam be- 
handelt hat, schüttet endlich über mich in Strömen jene 
Wonnen aus, welche tropfenweise zu kommen pflegen und 
gewährt sie mir in solchem Uebermass, dass mein Herz zu 
enge ist, um sie aufzunehmen und ich auch nicht empfänglich 
bin für solch' grosses Glück. 

Jene, welche Euer Hochwohlgeboren in Ihrem werthen 
Briefe, vom 2. v. Mts., mir vorzuschlagen so freundlich 
waren, wäre fähig mich zu beseeligen, wenn ich im Stande 
wäre, sie zu verdienen. Aber ich bin schon durch das Band 
eines Versprechens gefesselt, das sich, wie ich hoffe, sobald 
diese Fastenzeit vorbei sein wird, unlösbar zusammenziehen 
wird. Die Frau Gräfin Dietrichstein, Hofdame Ihrer Majestät 
der Kaiserin, Tochter weiland des Fürsten Dietrichstein, 
Obersthofmeister Seiner Majestät des Kaisers und Schwester 
des regierenden Fürsten, deren Mutter eine Fürstin Liechten- 
stein war, ist Diejenige, welche mir die Freiheit geraubt hat 

Montecuccoli. IV. 24 



370 



Montecuccoli: 



über mich so zu verfugen, wie ich es gethan hätte, wenn ich 
nicht gebunden wäre. Ich fühle mich jedoch zu unendlichem 
Danke für Euer Hochwohlgeboren verpflichtet und bitte 
Sie, jener Dame die Versicherung meiner unauslöschlichen 
Anbetung ihrer grenzenlosen Anmuth und Schönheit zu 
geben. Wenn zwischen uns nicht eine so grosse örtliche und 
räumliche Entfernung läge, so würde ich Euer Hochwohl- 
geboren bitten, mein Hochzeitsfest mit Ihrer Gegenvrart zu 
beehren; da mir dies jedoch nicht gestattet ist, so bitte ich 
Sie, mich wenigstens mit Ihren Wünschen zu begleiten und 
mich mit Ihren Aufträgen zu beehren. 

• 

Kaiser Leopold an Montecuccoli. 
Wien. 1659, August, 20. 

K. A., 1664. XII, 20. 

Demnach bisher unterschiedliche Relationen von der Armada durch 
die Privat-Correspondenzen eingelaufen, welche Unserem und des gemeinen 
Wesens Dienst leicht schädlich sein könnten, absonderlich wann solche Briefe 
intercipiert würden, als ist Unser gnädigster Befehl hiemit, bei den Generals- 
Personen, Obristen und anderen Officieren zu verbreiten, das Keiner, wer 
der auch sei, gar Nichts, es sei Böses oder Gutes, anher, oder auch ander- 
wärtshin, berichten, sondern sich des Correspondierens gänzlich enthalten 
solle, wie Du dann der Sache schon recht zu thun wissen wirst. 

Der Churfürst von Brandenburg an den Kaiser. 
Sparnberg. 1673, Januar, 11 

K. A., M6m. XXVIII, 277. 

Es sind nun über 30 Jahre, dass Euer Majestät Geheimer Rath, Hof-Kriegs- 
raths-Präsident, General-Lieutenant etc., Raimund Graf von Montecuccoli etc., 
bei unterschiedlichen hohen Employen, im Römischen Reiche, in Polen, Däne- 
mark und Ungarn, tapfere Actionen verrichtet und rühmliche, vorsichtige Con- 
duite gezeigt hat, deren Ich auch einen guten Theil selbst angesehen und sich 
hiedurch, bei Mir eine sonderbare Estime von seiner Person erwarb; und es sind 
beinahe 50 Jahre, dass Derselbe unablässig Euer Majestät höchstlöblichen Vor- 
fahren im Reich, wie auch Ihnen selbst, in den vergangenen Kriegen nicht 
weniger treu und standhaft, als mit gutem Success gedient; und hat ihm, 
Grafen von Montecuccoli, der jüngste, wider den Erbfeind christlichen 
Namens geführte Krieg und sonderlich die bei St. Gotthard erhaltene 
Victoria, soviel grösseren Ruhm und Ehre erworben, je grösser damals 



Vermischte Coirespondenz. 3yi 

die Gefahr, bei so unzähliger Macht des Feindes und fast geringem Wider- 
stände der Christenheit dräute. 

Gleichwie nun alle Monarchen der Welt, bevorab Euer Majestät und 
Dero Vorfahren, dieses, zu Befestigung Dero Thrones, dienlich ermessen, 
dass Sie Diejenigen, so durch Treue, Verstand und Tapferkeit, es Anderen 
zuvor gethan, Sie auch von denselben unterschieden und in solchen Stand 
gesetzt, der ihrer Tugend und Meriten den gebührenden Glanz und Ansehen 
gegeben, in Betrachtung, dass Sie nicht allein durch dergleichen Vergel- 
tungen einen unsterblichen Ruhm erwerben, besonders auch Ihre Krone 
damit zieren, Ihr Scepter befestigen und wie Sie die Tugend hiemit billig 
belohnen, also auch Andere mehr, zu gleichen tugendhaften Thaten auf- 
muntern, also zweifle Ich im geringsten nicht, Euer Majestät werden aus 
angestammter auch gegen Andere allbereit erwiesener Clemenz und Güte, 
auch wohl aus eigener Bewegniss, mehrbesagtem Grafen von Montecuccoli, 
diese kaiserliche Gnade erweisen und gleichwie sich derselbe nicht weniger 
um das Römische Reich, als Euer Majestät Erzhaus, in so vielen Occasionen 
hochverdient gemacht, also auch ihn nunmehr in einen höheren Stand und 
zum Gliede obgedachten Reichs erheben. 

Alldieweil Ich so oft und viel ein gegenwärtiger Zeuge seiner 
verständigen Conduite gewesen und noch anjetzt bin und ihm dieses 
Zeugniss zu geben. Mich verbunden halte, dass Euer Majestät Niemandem 
Dero Waffen anvertrauen können, der denselben mit mehr Vigilanz, Vorsicht 
und unerschrocken tapferem Muth vorstehen wird; so wünsche Ich auch, 
dass Ich durch diese meine unterthänigste Vorschrift, einigen Theil an seiner 
von Euer Majestät verhoffenden Gnade erlangen möge. 

Gelanget demnach an Euer Majestät mein ganz uhterthänigstes Bitten, 
Dieselbe wollten all ergnädigst geruhen, mehrerwähnten Grafen von Monte- 
cuccoli in den Stand der Fürsten zu erheben, ihm diesfalls Dero kaiserliche 
Bulle zu ertheilen, und Mir damit zugleich zu zeigen, dass Meine unter- 
thänigste Fürbitte die zuverlässige Wirkung gehabt habe. 

Euer Majestät können dessen soviel weniger Bedenken haben, alldie- 
weil Sie ihm schon die höchsten Chargen conferiert und es zu Euer 
Majestät eigenem höchstgebührendem Respect und Ansehen gereichen wird, 
dass er bei Exercierung derselben, auch mit solcher Prärogative angethan 
sei, welche denselben ihren gebührenden Lustre giebt. 

So ist er auch aus einem so uralten gräflichen Hause entsprossen, 
dass weder Euer Majestät diesfalls einiges Bedenken tragen, noch jemand 
Anderer etwas zu reprochiercn haben wird. 

Graf Dietrichstein an Montecuccoli« 

Spielberg. 1676, December, 25. 

K. A., M6m. XXVIII, 282. 

Dero gnädige Zeilen, womit Euer Excellenz mir, als Dero geringstem 
Diener, Ihren betrübten Zustand schildern und dass Gott der Allerhöchste 

84* 



372 Montecuccoli: Vermischte Correspondenz. 

Ihre liebste Gemahlin, durch Krankheit an den Blattern, nach seinem un- 
erforschlichen Rath und Willen, vergangenen 15. December, Abends gegen 
8 Uhr, da sie mit allen heiligen Sacramenten versehen gewesen, aus dieser 
Welt abgefordert hat und Euer Excellenz hiedurch in die höchste Betrübniss 
gesetzt worden sind, habe ich zurecht empfangen. 



An den Verwalter der Herrschaft Gleiss. 

Prag. 1680, Mai, 13. 
K. A , M^m. XXVm, 293. 

Ich schicke hiemit meinen Sohn, den Grafen Leopold, 
auf die Herrschaft, damit er einestheils sehe, wie derzeit die 
Wirthschaft allda eingerichtet ist und gehalten wird; andem- 
theils aber die Weise zu bewirthschaften und was ihm in Ein- 
und Anderem zu wissen nothwendig ist, erlerne. 

Weshalb Ihr ihm dann, sowohl auf was für Weise Alles 
dermalen eingerichtet ist, als auch was ihm als einem guten 
Wirth künftig zu wissen zusteht, fleissig und treulich zeigen 
werdet. 



ORTS-, NAMEN- UND SACH 

REGISTER. 



Montecnccoli. IV. 



25 



A. 



Abele, Christoph, Freiherr von, Präsident der kaiserlichen Hofkammer; 

— I, LXXXIII, tritt für eine Reform der kaiserlichen Armee ein; 

— III, 324; — IV, 356, einflussreicher Berather Kaiser Leopold I. 
Abrichtung; — I, 106, der Recruten; — II, 220. 

Abrüstung; — I, LIII, Gutachten über die geplante Reducierung des kaiser- 
lichen Heeres; — II, 183. 

Absagebrief, siehe Kriegserklärung. 

Absfenius, Paul, Bischof von Neutra; — III, 431, geplanter Ueberfall meutern- 
der Ungarn auf. 

Achmed (Köprili Pascha), Gross-Vezier; - II, 390, rückt mit 100.000 
Mann in's Feld (1663); 394, trifft bei Gran ein; 390; 396, belagert 
Neuhausel; 399, greift das kaiserliche Lager bei Lanschitz an; 404, 
erobert Neuhäusel; 407, lässt Neuhäusel neu befestigen; bezieht Winter- 
Quartiere; 414, marschiert gegen Fünfkirchen; 424, lässt Serinvär 
schleifen; 425, marschiert nach Kanizsa; 427, wird bei KÖrmend zu- 
rückgeworfen; 428, bezieht bei St. Gotthard ein Lager; 432 ff., in 
der Schlacht bei St. Gotthard; 443, marschiert gegen Stuhlweissen- 
bürg; 444, gegen Gran; 445, lagert bei Neuhäusel; 446, hält den 
kaiserlichen Residenten gefangen; 454, erobert Neuhausel; 480, lässt 
den Reichskanzler strangulieren; 508, vor Neuhäusel; 517; 542, bei 
Gran und Neuhäusel; — III, 342, im Feldzuge 1664; 343, bei Serinvär; 
344, bei St. Gotthard; 346, bei Veszprim; 347, dessen Operationen 
nach dem Falle von Neuhäusel; 349, lässt Serinvär in die Luft sprengen. 

Adam, Biograph Montecuccoli's; — I, XVIL 

Adrianopel, Stadt, Türkei; — II, 454, Abmarsch der türkischen Armee von 
(1658); 534. 

Aelian; — III, 137, besucht Montecuccoli in Dunkerque; 167, in Antwerpen. 

Agram, Stadt, Croatien-Slavonien; — IM, 446, soll sich gegen den Kaiser 
empören. 

Aham (Aheim), Ort, Bayern; — III, 70, von den Kaiserlichen eingenommen 
(1648). 

Ajazza, kaiserlicher Obrist; — IV, 14, fällt bei Nördlingen (1634). 

25* 



37^ 



MontecuccoH: 



Alba, de Toledo, Ferdinand Alvarez, Herzog von, spanischer Feldherr und 
Staatsmann; — III, 472, als Statthalter in den Niederlanden. 

Alba, Herzog von; — III, 323, als Begleiter der Kaiserin-Braut, InCantin 
Maria Anna, Tochter Philipp III. von Spanien; 334, in Italien; — IV, 
292, kehrt nach Uebergabe der Kaiserin-Braut nach Spanien zurück. 

Alba Julia, siehe Stuhlweissenburg. 

Albenga, Stadt, Italien; — III. 304, die spanische Flotte mit der Kaiserin- 
Braut, Infantin Margarethe Theresia, an Bord bei. 

Albernoz, Cardinal ; — III, 335, tituliert den Dogen von Genua »Serenissimus«. 

Albert Johann, Sohn des Königs Johann Casimir von Polen; — III, 425, 
wird zum König von Ungarn ausgerufen; belagert Kaschau. 

Albuquerque, Herzog von, spanischer Grande, Vicekönig von Neapel; — I, 
CVIII, als Begleiter der kaiserlichen Braut, Infantin Margarethe 
Theresia (1666); — III, 280; 281, dessen Erkrankung; 284, dessen 
Nachrichten über die Abreise der Kaiserin; 286, überwirft sich mit 
dem Cardinal Colonna; 290; 297; 298, treibt eigene Politik; 299, giebt 
Nachricht von der Erkrankung der Kaiserin -Braut; ist selbst auch 
bettlägerig; 304, vor dessen Hause zieht eine Wache auf; 305, trifft 
mit der Kaiserin- Braut in Finale ein; 306, empfangt MontecuccoH; 
307, geleitet MontecuccoH zur Audienz bei der Kaiserin-Braut; 308, 
unterhandelt mit MontecuccoH über das EmpDangs-Ceremoniell ; 309, 
fahrt mit der Kaiserin-Braut aus; — IV, 282, ist infolge Fiebers bett- 
lägerig; 283; 287, dessen schlechtes Einvernehmen mit dem Gouver- 
neur von Mailand; 289, schiebt die Schuld an der Verzögerung der 
Abreise, auf den Commandanten der Escadre; 290; 292, soll nicht 
bis Wien mitreisen; 298, empfangt MontecuccoH; 299, ist wahrend 
der Audienz Montecuccoli*s bei der Kaiserin-Braut anwesend; 300, 
verabschiedet sich von MontecuccoH; 306, erkundigt sich beim 
Kaiser über das Empfangs -Ceremoniell für die Kaiserin-Braut; 
310; 311, bespricht mit MontecuccoH öffentliche Angelegenheiten; 
312, geleitet MontecuccoH zur Abschieds- Audienz; 313; 316, behandelt 
MontecuccoH mit besonderer Auszeichnung; 321, Montecuccoli's In- 
struction für sein Verhalten gegenüber dem; 322; 323, soll nicht 
nach Wien reisen. 

Albuquerque, Herzogin von, Gattin des Vorigen; — III, 305, versieht den 
Dienst der Oberst-Kammerfrau bei der Kaiserin-Braut, Infantin Mar- 
garethe Theresia; 313, empfangt MontecuccoH. 

Aldobrand inj, Peter, Herzog von, kaiserlicher Obrist; — I, 336, Inhaber 
eines Cürassier-Regiments ; in Bayern; 340, dessen Regiment unter 
Gallas bei Nördlingen; — IV, 135, stirbt (1634); Vergebung seines 
Regiments. 

Aldobrando, Apotheker; — IV, 261, soll MontecuccoH Vipern-Pulver über- 
senden. 

Aldringen, Johann, Graf, kaiserlicher FM.; — I, 164, zieht aus Italien Tilly 
zu Hilfe (1631); 167, bei Kempten und Sulz gegen Hom; 175, über- 



Orts-, Namen- und Sach-Registcr. 377 

schreitet die Donau (1633); 193, in Bayern; 210, eriässt eine Ver- 
ordnung an die Profossen ; 228, dessen Verhalten beim Beziehen eines 
Lagers; 239, sein Verhalten auf ^em Marsche; 274, in Bayern; 288, 
dessen Vorsieh ts- Massregeln in den Cantonnements; 329, vereinigt sich 
mit dem Herzoge von Peria; 336; 474, wird von Waldstein ange- 
wiesen, die Carabiniers abzuschaffen: Ö74, verwundet; — III, 9, wird 
verwundet; — IV, 6, wird von Waldstein verhindert, dem Peinde 
Abbruch zu thun; 11, vereinigt sich mit Tilly; 13, fallt bei Landshut; 
21, rückt nach der Schlacht bei Lützen nach Schwaben; 22, im Feld- 
zuge 1634; fallt bei Landshut; 135, vereinigt sich mit den Truppen 
des Herzogs von Peria (1633); fallt. 

Aleppo, Pascha von; — II, 542, bei Neuhäusel (1663). 
Alessandria, Stadt, Italien; — III, 292, deren Verbindung mit Pinale; 
293; 294. 

Alexander (der Grosse), König von Makedonien; — I, 177, dessen Heer 
wird durch den Aufenthalt in Babylon verweichlicht; 182; 197, dessen 
Sorge um seine Soldaten; 203; 213, lässt die gesammte Bagage seines 
Heeres verbrennen; 222; 2öö, überschreitet den Tigris; — II, 257, 
dessen Tactik; 276; 498, unterhält mächtige Heere. 

Alexander VII., Papst; — I, LXIX, dessen Breven an die Königin Christine 
von Schweden; — III, 211, dessen Verhalten in Angelegenheit der 
Königin Christine von Schweden; 212; 221, dessen Politik; 223, wünscht, 
dass die Königin das katholische Glaubensbekenntniss noch vor ihrem 
Einzüge in Rom ablege; 245; 277, Königin Christine über dessen 
Eigenschaften; siehe auch Chigi. 

Aighisi da Carpi, Galasso, berühmter Portifications-Ingenieur; — II, 302, 
dessen Werk über die Befestigungskunst. 

Ali Beg, Commandant von Koppiny; — III, 432, wird von den Kaiserlichen 
gefangen genommen. 

Aligherl, Quietin, kaiserlicher Officier; — I, 88; 126, geht in schwedische 
Dienste über und übt angeblich Verrath gegen den König. 

Ali Pascha; — II, 366, Commandant des türkischen Heeres im Feldzuge 1661 ; 
368, rückt in Siebenbürgen ein; 377, zieht aus Siebenbürgen ab; 387, 
fuhrt die Priedens-Ünterhandlungen (1662); 516, stirbt zu Buda; 517, 
belagert Grosswardein; 541, zieht sich nach Siebenbürgen zurück; 
542, besetzt Gran; 546, belagert Grosswardein; — III, 371, vereinigt 
seine Streitkräfte; 372, erhält den Befehl, in Siebenbürgen einen neuen 
Fürsten einzusetzen; 441, plündert Siebenbürgen; — IV, 65, giebt be- 
kannt, dass die Türken ApiSy nicht anerkennen; 86, Stärke seiner 
Armee. 

Allarm; — II, 285, -Platz im Lager; -Zeichen; 324, in einer Festung. 

Allerheim (Alerheim), Dorf, Bayern; — II, 68, Schlacht bei (1645); 581; 
— III, 55. 

Allianz, siehe BQndnIss. 



378 Montecuccoli : 

Almenada, Diego, Don, Gouverneur von Pinale; — 111, 292, empföngt 

Montecuccoli. 
Alsen, Insel, Preussen; — I, XIII, Eroberung der; — II, 265; 392, die 

Schweden auf; — III, 267, die Kaiserlichen besetzen die Insel (16ö8); 

— IV, 368, Angriff der Alliierten auf. 

Alt-Brandenburg, Stadt, Preussen; — I, 72, von den Schweden besetzt. 
Alt-Damm, Stadt, Preussen; — II, 265, die Kaiserlichen erobern (1659); — 

IM, 271. 
Altenkirchen, Ort, Preussen; — III, 173, Montecuccoli übernachtet in. 
Althann, Graf; — IM, 282, besucht Montecuccoli in Mailand. 
Altsohl (Zölyom), Stadt, Ungarn; — IM, 431, geplanter Verrath gegen den 

Kaiser in; 437, die ungarische Krone wird nach, gebracht. 
Alunado, Gregorius, Don; — IM, 283, Commandant von Finale. 
Amalfl, Herzogthum; — I, XXVI ff., irrthümliche Bezeichnung Montecuccoli^s 

als Herzog von. 
Amalfl, siehe auch PIccolomlni. 
Amerighi, kaiserlicher Hauptmann; — IV, 230, im Regimente Montecuccoli 

(1647). 

Amersfoort, Ort, Niederlande; — I, CV; CVI, Einnahme von; — IM, 8; 13; 

— IV, 133, die Kaiserlichen besetzen (1629); 321. 
Amiens, Stadt, Frankreich; — II, 375, König Heinrich IV. vor. 

Amon, Wilhelm, kaiserlicher Obrist; — IV, 139, erhält das Regiment Monte- 
cuccoli. 

Amsterdam, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; 67, woselbst 
die Subsidien, welche Frankreich Schweden gewährt, in Empfang zu 
nehmen sind; — II, 165, Beschreibung von. 

Ancona, Stadt, Italien; - I, CXXV; — II, 536. 

Andorf, Ort, Preussen; — I, 199, daselbst wird Lozanus, Gouverneur von 
Wesel, enthauptet (1629). 

Andrö, Baron; — IM, 147, in Brüssel; 148; 163, übersendet Montecuccoli 
einen mit Pelz gefütterten Hut. 

Andrimont (Andrem ont), Johann, Freiherr von, kaiserlicher General-Feld- 
wacht- und Quartiermeister; — II, 315; 436, bei St. Gotthard; — MI, 
389, kann seinen, seit 13 Jahren rückständigen, Gehalt nicht erhalten. 

Angern, Dorf, Preussen; — IM, 9, Quartier des Regimentes Holcke in (1631). 
Angriff; — II, 98, regelmässiger, gegen eine Festung; 103, unregelmässiger, 

gegen eine Festung; 107, Vertheidigung gegen den regelmässigen; 

112, Vertheidigung gegen den unregelmässigen; 307, im Allgemeinen 

auf Festungen; 309, der gewaltsame; 310, der regelmässige; 325, der 

gewaltsame; 326; 339, auf Verschanzungen. 

Anhalt, Fürstenthum; — IV, 203, Gallas befiehlt, dass durch dasselbe keine 
Truppen marschieren sollen (1644). 

Anhalt, fürstliches Haus; — IV, 47, Beschreibung desselben; ist durch die 
letzten Kriege an den Bettelstab gebracht. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^jg 

Anhalt, Prinzessin von; — IV, 44, Gemahlin des Herzogs August von 

Braunschweig- Wolffenbüttel. 
Anhalt, Prinzessin von; — IV, 49, Gemahlin des Herzogs Wilhelm von 

Sachsen- Weimar. 
Anhalt- Bern bürg, Friedrich, Prinz von; — IV, 47, vermählt mit einer Gräfin 

von Nassau- Hadamar. 
Anhalt- Bern bürg, Prinz von; — IV, 47, vermählt mit einer Prinzessin von 

Holstein. 
An halt- Dessau, Prinz von; — IV, 47, vermählt mit einer Landgräfin von 

Hessen. 
Anhalt-Plötzkau, Prinz von; — IV, 47, vermählt mit einer Gräfin Solms. 
Anhalt-Zerbst, Prinz von; — IV, 47. 
Anklam, Stadt, Preussen; — II, 265, die Kaiserlichen vor (1659); — IV, 

25, Gallas marschiert nach (1637). 

Anna, Erzherzogin von Oesterreich, Gräfin von Tyrol, Gemahlin des Erz- 
herzogs Ferdinand Carl; — III, 275, empfangt Montecuccoli in Audienz; 
276; 319; 320; — IV, 279; 285; 291, soll der Kaiserin-Braut, Infantin 
Margarethe Theresia, nicht entgegenreisen; 2^8; 302, empfangt Monte- 
cuccoli in Audienz; 306. 

Anna, Konigin von Ungarn und Böhmen, Gemahlin Ferdinand L, Tochter 
des Königs Wladislaw; — III, 427, deren Heirath. 

Anspach, Fürstenthum; — IV, 45, im Besitze des Hauses Brandenburg. 
Antonino, venezianischer General; — III, 24, im Feldzuge 1643 in Italien; 36. 
Antwerpen, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; LXVII, Ankunft 

Montecuccoli's in (1654); — II, 158, Beschreibung von; — III, 111; 

114, der Gouverneur von; 122; 124; 126; 138, Montecuccoli's Rückkehr 

von England nach; 145; 149; 166; 174, Ausschreitungen der deutschen 

Truppen in. 

Apäffy, Michael, Fürst von Siebenbürgen; — II, 358; 373; 379, gicbt dem 
Lande seine Erwählung zum Fürsten bekannt; 380, zieht sich nach 
Schässburg zurück (1662); 381, im Kampfe gegen Kem^ny;^d86, be- 
lagert Klausenburg; 387, muss die Belagerung aufheben; — III, 372, 
wird zum Fürsten ausgerufen; 375, belagert Klausenburg; 442, wird 
zum Fürsten von Siebenbürgen erwählt; 445; — IV, 65, die Türken 
anerkennen diesen als Fürsten nicht an; 87, wird zum Fürsten ge- 
wählt; 88, dessen Position wird durch den Rückzug der Kaiserlichen 
von Klausenburg gestärkt; 107; 108, findet in Ungarn Unterstützung. 

Apati, Ort, Ungarn; — IV, 71, wegen Anlage eines befestigten Lagers bei; 102. 

Aphorismen, Bezeichnung für das Werk des Fürsten Montecuccoli: »Della 

guerra col turco in Ungheriac; - I, XLIV; LIII; LIX; — II, 195 ff. 

Aquileja, Patriarch von; — I, CIX, dessen Correspondenz mit Monte- 
cuccoli; — IV, 286, als Schriftsteller. 

Archinto, Philipp, Graf; — III, 278, Montecuccoli steigt in dessen Palaste 
in Mailand ab; — IV, 280. 



L 



sgo Montecuccoli: 

Archinto, Graf, Vater des Vorigen, spanischer Gesandter am kaiserlichen 

Hofe; - IV, 280, 
Aremberg (Arenberg), Prinz von, Bruder Herzogs von Arschot; — III, 

159, hat mit Capitain Louvigny ein Duell; 19d, in Brüssel. 
Aremberg (Arenberg), Prinzessin von, Schwester des Herzogs von Arschot; 

— III, 162, in Antwerpen. 
Aremberg (Arenbergl, siehe auch Arschot. 

Aresi, Bartholomäus, Graf; — III, 282, in Mailand; Präsident des Senates; 

284, beklagt sich über die schlechte Leitung der spanischen Regierung. 
Armeebefehl; — I, LXXIX, Montecuccoli's, 1672 und 1673; — III, 411; 415. 
Armentlöres, Stadt, Frankreich; — I, LI, Beschreibung von; — II, 149; — 

III, 145, Montecuccoli in. 
Amheim, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 166. 
Arnim, Hans Georg, von, schwedischer General-Lieutenant; — I, 132, rückt 

in Böhmen ein; 370, wird als Gefangener strenge bewacht; — III, 9, 

unterhandelt mit Waldstein; — IV, 6, dessen Unterhandlungen mit 

Waldstein; 7, rückt nach Zwickau. 
Aronio, Leon; — III, 285, spanischer Consul in Genua. 
Arquebuse, Handfeuerwaffe; — II, 217; 325. 
Arquebusiere; — I, 352, Gefechtsweise der; — II, 219; 577. 
Arras, Stadt, Frankreich; — II, 332, die Franzosen vor (1654); 339; 375, 

König Heinrich IV. vor; — III, 112, Entsatz von; 114, der Gouverneur 

von; 115, Einnahme von; 118; 119; 120; 121; 159; 160; 163; 192; 

— IV, 121, bei dessen Belagerung werden sechs Ingenieure getödtet. 

Arrifereban, Aufgebot des französischen Adels zum Kriege; — I, 196. 
Arriäregarde; — I, 235; 236 ff., deren Stärke und Zusammensetzung; 268; 

— II. 54; 210; 279. 

Arschot (Ars cot), Fürst zu Aremberg, Herzog von Croy und, Philipp; — 
III, 17, führt die Friedensunterhandlungen mit dem Prinzen von Oranien; 
124, dessen Regiment in den Niederlanden; 141, in Antwerpen; 146, 
in Brüssel; 147; 156; 158; 159; 161, Grande von Flandern; 180, be- 
sucht Montecuccoli; 181, besteht auf seiner Ernennung zum General; 
183; 184; 195. 

Arschot (Ar SCO t) Fürstin zu Aremberg, Herzogin von Croy und, Gemahlin 

des Vorigen; — III, 156, deren Audienz bei der Königin Christine 

von Schweden; 162. 
Arschot, siehe auch Aremberg. 
Arsenal; — II, 132, wegen Erbauung solcher in den Hauptfestungen; 240 

über die alten; 505, die türkischen; 530; 531; — III, 385, schlechter 

Zustand der kaiserlichen; 395; 400. 
Artikelbrief; — I, 106, wird den Recruten bei der Beeidigung vorgelesen; 

— II, 210, auf die deutschen Knechte; 214. 

Artillerie; — I, 246, deren Eintheilung auf dem Marsche; — II, 5, Stärke der 
schwedischen; 42, Eintheilung derselben im Allgemeinen; 54, deren 
Eintheilung auf dem Marsche; 132, deren Postierung in Festungen; 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 381 

133, Eintheilung derselben nach Geschützgattungen; 229, deren Ein. 
theilung in der Normal-Schlachtordnung; 234; 239 ff., Abhandlung 
über; 241, Eintheilung nach Geschützgattungen; 245, Kriegswerkzeuge 
für die; 246; 287, deren Unterbringung im Lager; 313, Aufstellung 
derselben bei Belagerungen; H14; 351, Aufstellung derselben in der 
Schlacht; 352!; 391, die kaiserliche im Feldzuge 1663; 605, die 
türkische; 506, die kaiserliche; 609, Transport der; 530, Giessereien 
für; 597, Eintheilung in der Schlacht; — III, 385, Ausgaben für die 
kaiserliche; 395; — IV, 115, Vorsorgen für die kaiserliche (1664); 
121; 126. 

Arva, Comitat, Ungarn; ~ II, 398, weigert sich für die Insurrection Leute 
beizustellen. 

Arva, Schloss, Ungarn; — II, 638; — Jll, 447, wird von den Kaiserlichen 
besetzt. 

Aschach, Ort, Ober-Oesterreich; — III, 175, Montecuccoli in; 314. 

Aschaffenburg, Stadt, Bayern; — III, 180, Montecuccoli in. 

Aschen berg, schwedischer General; -- II, 392, auf der Insel Alsen; — 
III, 267. 

Aschersleben, Stadt« Preussen; — II, 102, Sturm der Kaiserlichen auf 
(1630); — IV, 24, kaiserliche Quartiere in (1636). 

Astenay, Ort, Frankreich; — III, 115, Angriff der Franzosen auf. 

Asti, Herzog von; -> III, 282, in Mailand. 

Attenfis, Graf, Oberst-Stallmeister des Erzherzogs Leopold Wilhelm; — IM, 
119, in den Niederlanden; 121; 166, in Brüssel; 187; 191, ist Haupt- 
mann der Trabanten -Wache des Erzherzogs Leopold Wilhelm. 

Attentate; — I, 36, über die Ausführung solcher auf fürstliche Persönlich- 
keiten. 

Attonelli, modenesischer Geschäftsträger in Madrid; — I, C, in Correspon- 

denz mit Montecuccoli. 
Auditor, Charge im kaiserlichen Heere; — I, 106, bei der Musterung und 

Eidesleistung; — II, 211. 
Auerbach, Ort, Baden; — I, LXXIX. 

Auersperg, Johann Weickhard, Fürst, erster Minister Kaiser Leopold L; — 
III, 164, erhält einen Brief des Erzherzogs Leopold Wilhelm, in An- 
gelegenheit Montecuccoli's; 168, steht mit dem Oberst-Hofmeister des 
Herzogs von Neuburg, Ruischenberg, in Correspondenz ; 171; 190; 
193; 199; 251, auf dem Landtage zu Pressburg; 252; 254, spricht 
frei und offenherzig mit dem Kaiser; 257; 268, ist Ritter des Ordens 
vom Goldenen Vliesse; 276; 303, in Correspondenz mit dem Gouver- 
neur von Mailand; dessen Intriguen am kaiserlichen Hofe; 381, dessen 
Misshelligkeiten mit Lobkowitz; — IV, 82, dessen Gegensatz zu 
Porcia; 113, am Reichstage zu Regensburg; 117; 123; 124; 270, wird 
Oberst-Hofmeister des Kaisers (1655); 302; 341, dessen Bemühungen 
wegen Erlangung des Fürstenstandes. 

Auersperg, Prinzessin von; — IV, 324, ist lebensgefährlich erkrankt (1665). 



382 Montecuccoli: 

Aufstand; ~ I, 23, dessen Ursachen; 30; 40; 49, Mittel zu dessen Dampfung; 
183, bei den Heeren; 386, Hintanhaltung eines. 

Augsburg, Stadt, Bayern; — I, CXI, Montecuccoli's Eintreffen in (1655); 
CXXV; — II, 116, Abzug der Schweden von (1646); — III, 65, 
Ueberführung der Leiche HolzapfePs nach (1648); 66; 67, Verstärkung 
der Besatzung von; 183; 223, Königin Christinen*s beabsichtigte Reise 
nach; — IV, 141, von den Schweden angegriffen (1646); 143, Monte- 
cuccoli's Zusammentreffen mit der Königin Christine in (16d5); 229, 
Erzherzog Leopold Wilhelm marschiert gegen (1646); 237; 255, 
Wahl Ferdinand IV. zum Römischen König in; 266, Königin Christine 
in; 267. 

Aurochs, kaiserlicher Hauptmann; — II, 402, macht, in einem Gefechte 
gegen die Türken, 70 Gefangene (1663). 

Ausfall; — I, 116, aus einer Festung. 

Avantgarde; — I, 235; 236 ff., deren Stärke und Zusammensetzung; — II, 
54; 210; 212, diese gebührt, bei gemeinsamem Marsche mit Ver- 
bündeten, zum ersten Male der kaiserlichen Armee; 27i). 

Avrey, Conde de; — III, 320, Stellvertreter des Gouverneurs von Mailand. 

Axel, siehe Lilia. 



B. 

Baböcsa, Ort, Ungarn; — II, 415, Abzug der kaiserlichen Besatzung von 
(1664); — III, 430, die Türken erobern; 433. 

Babylon (jetzt nur Ruinen), Türkei, Klein- Asien; — I, 178, Alexander's Heer 
wird daselbst verweichlicht 

Backöfen; — I, 205, deren Nothwendigkeit bei der Armee im Felde. 

Baden, Leopold Wilhelm, Markgraf von, kaiserlicher FM.; — II, 369, unter 
Montecuccoli (1661); 371, schwer erkrankt; 421, befehligt dasReichs-Con- 
tingent; 435, bei St. Gotthard; 436; — III, 368, im Feldzuge 1658; 381, 
erhält nach St. Gotthard einen Dankbrief des Kaisers; — IV, 121, am 
Reichstage zu Regensburg (1664); 125, nimmt an den Conferenzen 
theil. 

Baden-Baden, Hermann, Markgraf von, kaiserlicher PM. und Hof- Kriegs- 
raths-Präsident; — I, XX; XXII, Nachfolger Montecuccoli's im Amte; — 
IV, 49, vermählt mit einer Gräfin Crichingen (Criange), dann mit einer 
Gräfin Falkenstein; 354, dessen Beförderung erfolgt über Vorschlag 
Montecuccoli's. 

Baden-Baden, Wilhelm, Markgraf von;— IV, 49, vermählt mit einer Gräfin 
HohenzoUem. 

Baden-Durlach, Friedrich, Markgraf von; — III, 7, wird von Schlick geschlagen 
(1627); — IV, 49, dessen Familie. 

Baden-Durlach, Friedrich, Markgraf von, Sohn des Vorigen; — IV, 49, ver- 
mählt mit einer Pfalzgräfin von Zweibrücken. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 383 

Baden-Durlach, Carlmann, Markgraf von, Bruder des Vorigen; — IV, 49, 
schwedischer Obrist bei der Armee Torstenson's. 

Baden-Durlach, Gustav Adolph, Markgraf von, Halbbruder des Vorigen; 
— IV, 49, studiert in Strassburg. 

Baerwalde, Stadt, Preussen; — I, 66, Bündnissvertrag, geschlossen zu, 
zwischen Frankreich und Schweden (1631). 

BagSige; — I, 212, soll beim Heere möglichst gering sein; 237, wird von den 
Profossen beaufsichtigt; 244, soll stets geordnet marschieren; 246; — II, 
54, deren Eintheilung auf dem Marsche; 234, während des Kampfes; 
249, deren Nothwendigkeit für das Heer; 250; 351, Aufstellung der- 
selben in der Schlacht; 509, Transport der; 514, des türkischen Heeres; 
515, des kaiserlichen Heeres; — III, 413, Montecuccoli über die Ver- 
minderung der; 417; 418. 

Bakos, G&bor; — IV, 108, wird von einem Theile Ungarns als Prätendent 

ilir die Fürstenwürde Siebenbürgens aufgestellt 
Baladin, schwedischer Lieutenant der königlichen Leibgarde; — III, 95, 

besucht Montecuccoli; 98. 
Balassy (Balassa), Johann, Obrister Feld-Hauptmann; — III, 429, flüchtet 

nach Siebenbürgen; 431, dessen Verrath an den Kaiser. 

Baldissera; — I, LXXV, giebt in Venedig eine Zeitung heraus. 

Bamberg, Bischof von; — IV, 45, ist Fürst des deutschen Reiches. 

Bancalari, Gustav, k. und k. Oberst im Generalstabscorps; — I, XVI, dessen 
Vortrag über die Bedeutung der Schriften Montecuccoli*s; XVII; 
XXIV, dessen Biographie des FM.; LIX. 

Banör, Gustav, Graf, schwedischer Gross-Kammerherr; — III, 95. 

Ban6r, Johann, schwedischer General -Feldmarschall ; — I, 89, betrinkt sich 
oft im Lager; 124, wird von Gallas gegen das Meer gedrängt; 129, 
stellt sich Gallas an der Peene entgegen ; 134, lässt in der Umgebung 
von Prag alles verwüsten; 143, bezieht in Cham und Neuburg Quar- 
tiere und wird von den Kaiserlichen überfallen ; 145, steht in Pommern 
Gallas gegenüber; 166, greift die Kaiserlichen bei Chemnitz an (1639); 
167, an der Elbe gegen Gallas; 168; 169, lässt seine Soldaten in 
den eroberten Landstrichen Beute machen; verwüstet die Umgebung 
von Prag; 172, gegen Piccolomini bei Saalfeld; gegen Hatzfeld bei 
Perleberg; gegen Gallas bei Prag; 175, übersetzt bei Torgau die 
Elbe; gegen Hatzfeld; zieht sich hinter die Peene zurück; 176, 
vereinigt sich mit den Franzosen (1640); 200, bei Torgau; 203; 
224, bei Melnik (1639); 242, dessen Vorkehrungen beim Beziehen 
eines Lagers; 243, überfallt Hatzfeld; 250, geht bei Melnik über die 
Elbe; 26i, zieht sich von Torgau zurück; 263; 264; 265, in Cham; 
266, in Torgau; 267; 273, wird von Gallas überfallen; 274; 295, bei 
Torgau gegen Hatzfeld; 296, bei Werben; bei Torgau; 297; 329, 
fordert Piccolomini zum Kampfe heraus; 340, bei Freiberg; 349, wird 
bei Pegau angegriffen; 363, gegen Hatzfeld bei Perleberg; 369, schliesst 
mit Hatzfeld bezüglich der Gefangenen ein Cartell ab; 370; — II, 66, 



^34 Montecuccoii: 

bei Wittstock; 67, bei Chemnitz (1639); 68, bei Wittstock; 72, wird 
bei Cham überfallen; 74, gegen Pappenheim (1632); 78, gegen Morzin 
(1639); 79, bei Prag (1639); 334, bei Cham (1639); 335, bei Chem- 
nitz; 573, schlägt Hatzfeld bei Wittstock; 574, stirbt; 581, bei Witt- 
stock; 601, bei Melnik; — III, 93, dessen Leichenzug in Stockholm; 
— IV, 24, greift Werben an (1636); bei Wittstock; 26, belagert Frei- 
berg in Meissen (1639); 27, schlägt Morzin und Hofkirchen; 136, 
belagert Leipzig (1637); 137, zieht sich vor den Kaiserlichen nach 
Thüringen zurück; 138, zieht nach Regensburg; stirbt (1641). 

Bänffy, Dion}^, ungarischer Magnat; — II, 361, als Abgeordneter bei 
Kaiser Leopold I.; — III, 441. 

Banjatuka, Stadt, Bosnien; — II, 50ö, türkisches Arsenal in. 

Baracken; — I, 302, Aufrichtung derselben im Lager. 

Barben Ig, August; — III, 292, Montecuccoii' steigt in dessen Hause in 
Pinale ab. 

Barbarin I, Anton, Cardinal; — III, 43 ff., Befehlshaber der päpstlichen 
Truppen (1643); 44; 45; 49, erobert Crevalcore; — IV, 222, im Feld- 
zuge 1643 in Italien. 

Barcelona, Stadt, Spanien; — III, 304, die Kaiserin- Braut, Infantin Marga- 
rethe Theresia, schifft sich daselbst nach Finale ein; 305; 306; — IV, 
285, die Einwohner bitten, die Kaiserin-Braut, Infantin Margaretfae 
Theresia, auf der Reise nach Finale begrüssen zu dürfen. 

Barceay, Achaz, Fürst von Siebenbürgen; — II, 358; — III, 441, wird von 
den Türken als Fürst eingesetzt; 441, verzichtet auf die Fürstenwürde; 
wird hingerichtet. 

Bdrkoczy, ungarische Adelsfamilie; — III, 463, ist dem Kaiser ergeben. 
Barozzi; — IV, 270, besucht Montecuccoii in Spoleto (16ö5). 
Barriere, Marquis, Resident Cond6's in London; — III, 130; 131; 133; 134; 
135; 136. 

Barzella, August; — IV, 248, will in kaiserliche Dienste treten (1649). 
Barwitz, Freiherr von Fernemont, Johann Franz, kaiserlicher FZM.; — I, 

299, in Tyrol; — IV, 26, als General-Kriegs-Commissär bei der Armee 

des Gallas (1638). 

Basel, Stadt, Schweiz; — III, 10, Befestigungen der Kaiserlichen bei. 

Bassö, siehe la Bassö. 

Bassompierre, Fran9ois de, französischer Marschall; — III, 132. 

Baesompierre, Marquis von Remouville und Harouel, Freiherr zu Chatelet, 
Baudricour, Savigny und Oammartin, Anna Franz, kaiserlicher 
FZM.; — IV, 203, dessen Regiment im Feldzuge 1644; 216, in Cor- 
respondenz mit Montecuccoii. 

Baeta, Graf zu Huszt, Georg, kaiserlicher General-Lieutenant; — I, 5, 
dessen Werke über die Kriegskunst; — II, 219; 474; 500, gegen die 
Türken (1605); 532, in Siebenbürgen (1601); — III, 434, schlägt die 
Armee des Fürsten Sigismund Zäpolya; — IV, 85, in Siebenbürgen. 



Orts-, Kamen- und Sach-Registcr. 385 

Bataillon; -- I, 104, gebildet aus zwei Compagnien; — II, 209; 229, Stärke 
eines; 230, Exercitium eines. 

BAthory, Andreas, Cardinal, Purst von Siebenburgen; ^111, 483, wird er- 
mordet. 

Bäthory, Gabriel, Fürst von Siebenbürgen; — IM, 435, Verschwörung gegen 
denselben. 

Bäthory, Sigismund, Fürst von Siebenbürgen; — IM, 433, wird in das 
Pürstenthum eingesetzt; 434, erleidet eine Niederlage. 

Bäthory, Stephan, Fürst von Siebenbürgen; — III, 430, soll die Deutschen 
aus Ungarn vertreiben und Zipolya als König einsetzen; 432, dessen 
Fehde mit B6kesy. 

Batthyänyi, Graf; — Mi, 6, ruft die Türken um Hilfe an (1621); 438, 

schlägt die Kaiserlichen bei Güna und verfolgt sie bis zu den Thoren 

Wien's; wird von Waldstein geschlagen. 
Batthyänyi, Graf; — III, 255, beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand HI. 

in Pressburg (1655); — IV, 53, soll die Befestigungen gegen Ungarn 

besichtigen; 54; 65. 

Batthyänyi, Christoph, Graf; ~ II, 411, vereinigt sich mit dem Grafen 
21rinyi (1663); 419, beiSerinvir; 425, marschiert gegen die ungarische 
Grenze; 426, vereinigt sich mit Nidasdy. 

Bautzen, Stadt, Sachsen; » I, 203, Hom legt daselbst Proviant-Maga- 
zine an. 

Bavarois, kaiserlicher Christ; — III, 345, Commandant von Schintan 
(Sempte). 

Bayazid I. Ilderim, Sultan; — III, 425, fällt in Ungarn ein und ver- 
wüstet es. 

Bayern, churfürstliches Haus; — IV, 43, Beschreibung desselben. 

Bayern, Prinzessin von; — IV, 44, heirathet den Herzog von Neuburg. 

Bayern, Adelheid, Churfurstin von; — III, 98, Königin Christine lässt deren 
Bild malen; 102. 

Bayern, Albert, Herzog von; — IV, 43, vermählt mit einer Landgräfin von 
Leuchtenberg. 

Bayern, Ferdinand Maria, Churfürst von; — III, 171, hofft zum Römischen 
König gewählt zu werden; ~ IV, 111, am Reichstage zu Regens- 
burg (1664); 233, in Augsburg; 257, empfängt den Kaiser und die 
Kaiserin in München (165.3). 

Bayern, Maria Anna, Churfurstin von, Tochter Kaiser Ferdinand IL; — IV, 
252, wird in Prag festlich empfangen (1652); 253; 256; 257, empfangt 
den Kaiser und die Kaiserin in München (1653). 

Bayern, Maximilian L, Churfürst von; — I, LXVI, Montecuccoli^s Sendung 
an den Churfürsten (1644); LXXXVII; 67, Haupt der katholischen 
Liga; — III, 6, erhält die Churfürstenwürde ; 53, sendet dem Kaiser 
5000 Mann (1644); 55, verlangt Unterstützung vom Erzherzog Leopold 
Wilhelm; 67, lässt Gronsfeld verhaften; — IV, 12, vereinigt sich mit 



386 Montecuccoli: 

Waidstein und rückt gegen Nürnberg; 134, tm Feldzuge 1633; 140, 
soll Kaiser Ferdinand III. Hilfe leisten; 203, im Feldzuge 1644; 209, 
verlangt kaiserliche Hilfe; 212; 230, soll sich mit dem Kaiser wieder 
ausgleichen (1647). 

Bayona, Marchese de, spanischer Admiral; — II, 607, Commandant einer 
Division Galeeren; — IV, 289, Commandant der zur Begleitung der 
kaiserlichen Braut, Infantin Margarethe Theresia, bestimmten Escadre 
(1666). 

Bayreuth, Markgraf von; — IV, 118, am Reichstage zu Regensburg. 

Bazzano, Ort, Italien; — III, 44, von den Verbündeten erstürmt (1643): 
48; — IV, 29, die Verbündeten erobern (1643); 224, Lager der Ver- 
bündeten bei (1643). 

Beaufort, französischer Admiral; — IM, 280, Commandant der firanzösischen 
Escadre im Mittelmeere; soll die Landung der Kaiserin-Braut, In- 
fantin Margarethe Theresia, verhindern; 281, kreuzt an der Küste von 
Corsica. 

Beauvais, von, im Gefolge des Prinzen von Cond^; — IM, 151, in Brüssel. 

Beauvais, Fräulein von; — III, 125, deren Neigung für Montecuccoli; 147; 
149; 163, in Brüssel. 

Been, englischer Admiral; — III, soll Espaiiola und Mexico besetzen. 

Bökesy, Caspar; — IM, 432, dessen Fehde mit Bäthory. 

Belagerung; — II, 98 ff., von Festungen; 212, bei solchen gebührt den 
Kaiserlichen stets der rechte Flügel. 

Belgrad, Stadt, Serbien; ~ I, LVI; — II, 451, Hauptmagazin des türki- 
schen Heeres in; 505, türkisches Arsenal in; 534; — IM, 427, die 
Türken erobern. 

Belohnungen; — I, 194, der Soldaten. 

Beltln, Wilhelm, kaiserlicher Obrist; — III, 281, besucht Montecuccoli in Mai- 
land. 

Benevento, Gräfin; — IM, 299, Oberst- Kammerfrau der Infantin Margarethe 
Theresia von Spanien; — IV, 294, stirbt. 

Benoldi, in Diensten bei der Regierung in T3rrol; — IM, 275, verspricht 
für den Durchzug der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia, 
jedwedes Entgegenkommen. 

Bentivoglio, Ort, Italien; — IM, 45, päpstliche Getreidemagazine in. 
Bentivoglio, Marquis, spanischer Obrist; — IM, 120, in Brüssel; 122; 124; 

146; 148; 162; 163. 
Berdllot, Abb6 von Marsais; — IM, 241, am Hofe der Königin Christine 

von Schweden. 
Beretta, Ingenieur; — 1 1 1, 292, Erbauer der Strasse von Alessandna nach Finale. 
Beretta, spanischer General-Lieutenant; — IM, 298, in Finale. 
Beretta, Caspar, Secretär des Gouverneurs von Mailand; — IV, 301, in Cor- 

respondenz mit Montecuccoli (1666). 
Berg, Herzogthum; — IM, 169, von den Truppen des Herzogs von Neuburg 

besetzt. 



\ 



Orts-, Namen- und Sach- Register. 38 y 

Berg, Stadt, Preussen; — III, 173, hat eine standige Besatzung; — IV, 44, 
wird abwechselnd von brandenburgischen und von Truppen des Her- 
zogs von Neuburg besetzt. 

Berg, Gräfin von; — IV, 48, Gemahlin des Fürsten von Hohenzollem. 

Berg, Heinrich, Graf von, Obrist in spanischen Diensten; — I, 215, dessen 
treffliche Verwendung von Spionen; — III, 13, versucht Bois-le-duc 
zu entsetzen; 15, unterhandelt mit dem Prinzen von Oranien. 

Bergen op Zoom, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — ll, 
161. 

Berger, Hieronymus; — IV, 13, Commandant der Bürgergarde in Regens- 
burg. 

Berlin, Stadt, Preussen; — I, LXIV; LXVI, Besuch des Fürsten Monte- 
cuccoli in (1654); 71, soll dem Könige von Schweden als Pfand 
überlassen werden; 151, von König Gustav Adolph besetzt (1631); — 

III, 76 ff., Montecuccoli*s Besuch in (1654); 83, dessen Abreise von. 
Bernburg, Stadt, Anhalt; — I, 292, Waldstein bei; — II, 58, Gallas in 

(1644); 79, Torstenson bei; 834; 572; — III, 63, Verluste der Kaiser- 
lichen bei; — IV, 30, Gallas und Torstenson bei; 140, Gallas bei 
(1644); 148. 
Börnes, Jean, Capitain der englischen Kriegs-Marine; — III, 136, begrüsst 
Montecuccoli in Deal. 

Bernhard, siehe Sachsen-Weimar. 

Bernstein (P ernste in), Wratislaw, von, kaiserlicher Obrist; — I, 282, dessen 
Regiment wird von den Schweden überfallen; — IM, 9; — IV, 134, 
dessen Regiment wird bei Wolmirstedt geschlagen. 

Besangen, Erzbischof von; — IM, 146, in Brüssel; 148; 163. 

Bescheidenheit; — I, 187, eine Haupttugend des Soldaten; — II, 177. 

Bethlen, Ort, Ungarn; — M, 376, von den Kaiserlichen besetzt (1661). 

Bethlen, Gabor, Fürst von Siebenbürgen ; — MI, 5, erobert Pressburg (1619); 
wird zum König von Ungarn erwählt; 6, schliesst mit dem Kaiser 
Frieden; 7, vereinigt sich mit Mannsfeld; 434, wird von Stephan Bocs- 
kay aufgefordert, Siebenbürgen zu besetzen; 436, lässt Bäthory er- 
morden und folgt diesem auf dem Throne; dessen Kämpfe mit dem 
Kaiser; 437, wird in Pressburg zum König ausgerufen und gekrönt; 
bringt die ungarische Krone von Pressburg nach Altsohl; 438, rückt 
in Mähren ein; schlägt die Kaiserlichen unter Tieffenbach; stirbt; — 

IV, 47, dessen Wittwe heirathet den Herzog Franz Carl von Sachsen- 
Lauenburg; 69, dessen Stellung Ungarn gegenüber; 87, erobert Gö- 
ding; 93. 

Beute; -- I, 78, Vertheüung derselben bei den Römern; 190; — II, 77. 

Bianchi, Bemardo, italienischer Dichter; — I, CXXXII. 

Biberach, Stadt, Württemberg; — IV, 135, Unternehmen der Kaiserlichen 

gegen (1633). 
Biene, Kaufmann in Frankfurt a. M.; — IM, 173, leiht Montecuccoli 100 

Ducaten. 



388 Montecuccoli: 

Bigi, Julie, Tante Montecuccoli's; — IV, 190, in finanziellen Verbindungen 

mit Montecuccoli; 193. 
Billone, Doctor; — IV, 325, in Wien. 
Bingen, Stadt, Hessen; ~- III, 180, Montecuccoli in. 
Birkenfeld, siehe Pfalz-Birkenfeld. 

Biron, französischer Marschall unter Heinrich IV.; — I, 348. 
Bisterzky, kaiserlicher Obrist; — II, 371, stirbt. 
Bistritz, Stadt, Mähren; — III, 440, Räköczy besetzt. 
Bistritz (Besztercze), Stadt, Ungarn; — II, 378; 379, verweigert dem Fürsten 

Kem6ny den Einlass; — III, 434, Georg Basta besetzt; — IV, dessen 

Haltung gegenüber den Türken. 
Blumenthal, Joachim Friedrich, Freiherr von, kaiserlicher General-Com- 

missär; — III, 173, hat sich in Westphalen bereichert. 
Boccamaggiore, Camillo, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; — IV, 216, in 

Correspondenz mit Montecuccoli (1644); 232, wird verwundet und 

gefangen (1648). 
Bocskay, Stephan, Fürst von Siebenbürgen; — III, 433, veranlasst die 

Siebenbürger sich gegen den Kaiser zu empören; 434, ruft die Türken 

um Hilfe an; 435, erhält den Königstitel; schliesst mit dem Kaiser 

Frieden; — IV, 69, dessen Stellung Ungarn gegenüber; 74, dessen 

Tod. 
Bodrog, Ort, Ungarn; — II, 379, kaiserliches Lager bei (1661). 
Boesing (Bazin), Stadt, Ungarn; — II, 400, die Türken streifen bis (1663). 
Bois-le-duc (Herzogenbusch), Stadt, Niederlande; — l,LXIV; CV, Capitu- 

lation von (1629); — II, 98, Belagerung von; 116; 310; 311; 312; 

316; — III, 8; 13; 14, Tractat wegen Uebergabe von; — IV, 133, 

die Kaiserlichen versuchen den Entsatz von (1629); 321. 
Bolkenhain, Stadt, Preussen; — IV, 228, die Schweden cemieren (1646); 

229, erobern. 

Bologna, Stadt, Italien; — I, CII; CUI; CXI, Archiv zu; — III, 43; 4ö; 

47; 183, projectierte Reise der Königin Christine von Schweden nach; 

— IV, 226, die Verbündeten verwüsten die Umgebung von (1643). 
Bolognas!, Ottavio, Cavaliere, modenesischer Minister-Resident in Wien; — 

I, XCV, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; CXXXVI; — III, 

148, in Brüssel; 154; — IV, 191, modenesischer Resident in Wien; 

197, in Correspondenz mit Montecuccoli; 198; 201; 205; 209; 210; 

216; 216. 

Bonaccorsi, Doctor; — IV, 261, soll Montecuccoli Vipern-Pulver übersenden; 

262. 
Bonbardi, P. M., Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, XII. 
Boneil i, Tenorsänger; — III, 165, unterrichtet die Konigin Christine von 

Schweden; 250, soll in den Dienst des Kaisers Ferdinand III. treten. 
Bonen, schwedischer Officier; — II, 10, Commandant in Greifswald. 
Bonifaccio, Caspar, Don, spanischer Officier; — III, 157, in Brüssel; 163, 

bei Arras. 



Orts-, Namen- und Sach-Registcr. ^gg 

Bonquillo, Anton, Don, spanischer Minister und Gesandter; — III, 328, 
fuhrt Unterhandlungen über den Empfang der Königin Maria Anna 
von Spanien, Tochter Kaiser Ferdinand III. 

Borgia, Juan, Don, spanischer General der Cavallerie; — II, 158, Com- 
mandant des Castells in Antwerpen; 188, verweigert der Regentschaft 
den Gehorsam; r- IN» 297, wird geschlagen; — IV, 234, als Abge- 
sandter in Wien (1653); 328, weigert sich nach Flandern zu gehen 
(1668). 

Bornevai, siehe Bournonville. 

Borri (del Borro), Alexander, Marchese de, kaiserlicher FM.; — I, 327, er- 
obert Zwickau; — II, 9, erbaut in Wismar das Fort König; — IV, 
26, begiebt sich zur Armee des Gallas (1638); 203, dessen Regiment 
im Feldzuge 1644; 204; 226, im Feldzuge 1643 in Italien. 

Bosnien, Pascha von; — III, 432, verheert Ungarn; 433. 

Bossi, Giacinto, Maler und Literat; — I, LXXX, besitzt Manuscripte Monte- 
cuccoli's. 

Bouchaln, Stadt, Frankreich; — I, LI, Beschreibung von; •— II, 143; — 
III, 188, Montecuccoli in; 192; 197, Lager der spanischen Armee bei; 
198; — IV, 235, Cond6 und die Franzosen bei (1654). 

Bouillon, Herzog von Nieder- Lothringen, Gottfried von; — II, 498, im 
Kampfe gegen die Türken. 

Bourbon, Ludwig, Prinz von, spanischer Admiral; — II, 607, Commandant 
der Flotte von Sardinien. 

Bournonville, Graf zu Henin, Alexander, Herzog von, kaiserlicher FM.; — I, 
LXXIX, übernimmt 1673 das Commando der kaiserlichen Armee im 
Feldzuge gegen Frankreich; CXXI, dessen Gutachten über die, in der 
Schlacht bei Leipzig (1642), gemachten Fehler; — III, 409, über- 
nimmt den Oberbefehl über die kaiserliche Armee; — IV, 128, Monte- 
cuccoli schlägt denselben zur Verwendung im Türkenkriege vor 
(1664); 348, übernimmt von Montecuccoli den Oberbefehl über das 
Heer (1673). 

Bournonville, Herzogin von; — III, 162, in Brüssel. 

Boutade, Tanz am Hofe der Königin Christine von Schweden; — III, 105. 
Bouteselle, Trompetensignal für die Reiterei zum Aufbruche; — I, 234. 
Bozen, Stadt, Tyrol; — I, CII; — III, 314, Montecuccoli in. 
Braganza, portugiesisches Königshaus; — III, 298, ist vielfach mit dem 
spanischen Adel verwandt. 

Brahe, Ticho, Graf, schwedischer Reichs-Siegelbewahrer; — III, 92; 100. 

Braila, Stadt, Rumänien; ~ II, 534. 

Brandeis, gräfliche Familie; — IV, 200, Hochzeit im Hause (1644). 

Brandeis a. E., Stadt, Böhmen; — I, 224, Treffen daselbst (1639); 250; — 
II, 125, wäre nicht zu befestigen; — IV, 137, Niederlage der Kaiser- 
lichen bei (1639). 

Brandenburg, Stadt, Preussen; — I, 182, Gefecht bei; — IV, 24, geplante 
Unternehmung der Kaiserlichen und Sachsen auf (1636). 

Montecuccoli. IV. 26 



390 



Montecuccoli : 



Brandenburg, Churfurstenthum; — - I, CI, Montecuccoli tritt für ein Bund- 
niss mit demselben ein; — 11, 189, dessen Politik; 214, Kriegsge- 
setze von; — III, 220, ist mit der schwedischen Politik einverstanden. 

Brandenburg, churfürstliches Haus; — IV, 43, Beschreibung desselben. 

Brandenburg, Prinzessin von; — IV, 48, Gemahlin des Pfalzgrafen von 
Kaiserslautem. 

Brandenburg, Prinzessin von; — IV, 43, Gemahlin des Churfürsten von 
Sachsen. 

Brandenburg, Markgräfin von, verwittwete Markgräfin von Jägerndorf, ge- 
borene Prinzessin vom Württemberg; — III, 78; 83, Audienz Monte- 
cuccoli*s bei der. 

Brandenburg, Markgräfin von; — IV, 44, Gemahlin des Herzogs von 
Sachsen- A Itenburg. 

Brandenburg, Albrecht, Markgraf von; — I, 60, wird vom Kaiser und 
von Sachsen mit Krieg überzogen (1553). 

Brandenburg, Christian, Markgraf von; IV, 44, als Administrator von 
Magdeburg. 

Brandenburg, Friedrich Wilhelm, Churfiirst von; — I, LXIII; LXIV; 
LXXIX, bei der Armee der Alliierten, im Peldzuge gegen Frank- 
reich, 1672; CV; CXXXI, befürwortet Montecuccoli; 369, von 
Ban6r bedroht; — II, 310, theilt Montecuccoli Einzelheiten aus 
den Feldzügen des Prinzen von Oranien mit; — III, 76 ff., Besuch 
Montecuccoli's beim (1664); 80; 81; 142, dessen Vertrauter, Schw^erin, 
bei der Königin Christine von Schweden; 169, dessen Verhältniss zum 
Herzog von Neuburg; 170, dessen Beziehungen zum Grafen Schwarzen- 
berg; 171, dessen Verpflichtungen gegen Frankreich, in Betreff der 
Wahl des Römischen Königs; 173, verlangt von der Mark eine Tonne 
Gold; 187, hat eine Armee von 16.000 Mann auf den Beinen; 202; 
233, dessen Schenkungen an den Grafen Schwarzenberg; 267, dessen 
Unterhandlungen mit Lisola und Montecuccoli, wegen Abschluss eines 
Bündnisses (1658); 270, im Feldzuge 16ö9; 366, dessen Politik im 
Kriege zwischen Schweden und Polen; erwirbt die Landeshoheit über 
Preussen; 367, schliesst mit dem Kaiser ein Bündniss gegen Schweden 
(16ö8); 370, im Feldzuge 1659; 403, im Bunde mit den Kaiserlichen 
gegen Frankreich 1672 und 1673; 406, vereinigt sich mit den Kaiser- 
lichen unter Montecuccoli; 407; 408, übersetzt den Main; — IV, 43, 
unterhandelt wegen einer Ehe mit der Königin Christine von Schweden; 
122, soll gemeinsam mit Sachsen 20.000 Mann für den Türkenkrieg 
beistellen; 233, geräth, wegen Berg, mit dem Herzog von Neuburg 
in Streit (1651); 236, verstärkt seine Armee (1656); 238, im polnischen 
Auxiliarkriege ; 239; 241, dessen Misstrauen gegen die Rüstungen des 
Bischofs von Münster; 254, wird in Prag erwartet (1652); 266, fordert 
von Schweden die Zurückgabe der besetzten Plätze (1653); 275, 
dessen Zuneigung zum Kaiserhause; 321, bewilligt den freien Durch- 
zug der Truppen nach den Niederlanden (1659); 325; 341, bietet 



Orts-, Namen- und Sacfa-Register. 3Q1 

Montecuccoli ein Geschenk von 30.000 fl. an; 363; 370, empfiehlt 
Montecuccoli zur Erhebung in den Reichsfurstenstand. 

Brandenburg, Georg Wilhelm, Churfurst von; — I, 66; 71, wird aufge- 
fordert, Spandau dem Könige von Schweden zu überlassen; — IV, 
26, dessen Differenzen mit Montecuccoli; 136, beschwert sich über 
Plünderungen des Regiments Montecuccoli, an der Havel (1636); 1S7. 

Brandenburg, Hedwig Sophie, Prinzessin von; -^ IV, 43, Schwester Fried- 
rich Wilhelm *s. 

Brandenburg, Louise Charlotte, Prinzessin von; — IV, 43, Schwester Fried- 
rich Wilhelm's, 

Brandenburg, Lrouise Henriette, Churfurstin von, Gemahlin Friedrich Wil- 
helm's, geborene Prinzessin von Oranien; — IM, 78, Montecuccoli's 
Audienz bei der (1664); 79; 80; 88. 

Brandenburg-Cuimbach, Markgräfin von; -> IV, 41, vermählt mit dem 
Fürsten von Bggenberg. 

Branio, Tanz am Hofe der Königin Christine von Schweden; — III, 99; 
103; 105. 

Braunau, Stadt, Ober-Oesterreich; — III, 67, Marsch der Kaiserlichen durch 
(1648), 

Braunschwelg, Stadt, Braunschweig; — III, 62, beabsichtigter Angriff auf 
(1647). 

Braunschweig-Celle, Friedrich Herzog von; — IV, 44, residiert in Celle. 

Braunschweig-LQneburg, Prinzessin von; — IV, 44, Gemahlin des Prinzen 
Friedrich von Dänemark, Brzbischof von Bremen. 

Braunschweig-LQneburg, Christian Ludwig, Herzog zu; — IV, 47, dessen 
Familie. 

Braunschweig-LQneburg, Georg, Herzog zu, schwedischer FM.; — I, 176, 

vereinigt sich mit Ban6r (1640). 
Braunschweig-LQneburg, Johann Friedrich, Prinz zu; — III, 111, am Hofe 

der Königin Christine von Schweden; 114; 117, reist nach Prag. 
Braunschweig- Woiffenbuttel, August, Herzog von; — iV, 44, dessen 

Familie. 

Breda, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 161; — III, 

6, Belagerung und Einnahme von (1625). 
Bredaw, Hans Rudolph, Freiherr von, kaiserlicher FML.; — I, 254, unter 

Gallas an der Peene (1638); — II, 284; — IV, 24, im Feldzuge 

1637. 
Brederode, siehe Slawata. 
Breisach, Stadt, Baden; *— II, 104, Herzog Bernhard von Weimar erobert 

(1638); — III, 10; 123; 149; 260; 372, Capitulation von; — IV, 21, 

Montecuccoli in (1632); 22, die Kaiserlichen verproviantieren (1638); 

135, Ausfall der Kaiserlichen aus (1633); 137, ergiebt sich den 

Schweden (1638). 
Breitenberg, Ort, Preussen; — III, 108, besitzt ein Castell des Grafen von 

Rantzau. 

26* 



OQ2 Montccuccoli : 

Breitenfeld, siehe Leipzig. 

Bremen, Freistadt; — IM, 134; 211, deren Politik gegen Schweden; — 

IV, 243, die Schweden blockieren (1666). 
Bremen, Erzbischof von; — IV, 44, ist Friedrich, Prinz von Dänemark; 

213, stellt dem Kaiser Truppen bei. 
Breslau, Stadt, Preussen; — IV, 27, die kaiserliche Armee bei (1642); 28» 

Abzug derselben von. 
Bresnitz (Berzencze), Ort, Ungarn; — II, 411, vom Grafen Zrinyi besetzt 

(1663); 415, Abzug der Besatzung von (1664). 
Breuner, Gräfin; — IV, 172, schuldet Montecuccoli 33.000 fl. 
Brez6, Marquis de, französischer Marschall; — I, 68, übersetzt bei Mannheins 

den Rhein (1634). 
Brieg, Fürstenthum; — IV, 42. 
Brieg, Stadt, Preussen; — II, 115, Rückzug der Schweden von (1642); 125, 

wäre zu befestigen; 136; 575, Belagerung von; — IV, 28, Belagerung 

von (1642); 138, Torstenson belagert (1642). 
Brigade; — I, 101, Untertheilung der Armee; ~ II, 209. 
Brindisi, Stadt, Italien; — I, 332, Julius Caesar in; — II, 536. 
Broglie, Graf, Gouverneur von la Bass6e; — III, 125, dessen Einkünfte. 
Bromberg, Stadt, Preussen; — III, 365, Vertrag zu (1657), wegen der 

Landeshoheit Brandenburgs über Preussen. 
Bruay, Albrecht, Graf zu, kaiserlicher FML.; — I, CXXI, dessen Gutachten 

über die, 1642, in der Schlacht bei Leipzig, gemachten Fehler; 283, 

überfällt den schwedischen Christen Damiz; 370, wird als Gefangener 

strenge bewacht; — II, 572, wird geschlagen; — IV,. 26, wird bei 

Freiberg gefangen (1639); 27, erhält seine Freiheit wieder; 31, stirbt 

an den Folgen seiner bei Jankau erhaltenen Wunden, in Tabor; 137, 

wird gefangen; 215, in Correspondenz mit Montecuccoli (1644). 
Bruay, Graf; — III, 148, in Brüssel; 149; 162; 163. 

Brück a. L., Stadt, Nieder-Oesterreich; — III, 425, Maximilian I. erobert. 
Brück (in der Pfalz), Ort, Bayern; — IV, 247, Montecuccoli in (1648). 
Bruckhoven; — III, 144, bittet um eine Stelle als Kammerherr bei der 

Königin Christine. 
Brügge, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 155; — lil, 

127, Montecuccoli in; 137. 

BrOnn, Stadt, Mähren; — I, CXXI, Parade bei, am 3. Juli 1642; — II, 
110, Belagerung von (1645); 115; 116; 121; 127, wäre stark zu be- 
festigen; 136; — III, 53, Belagerung von (1645); 55, Riköczy vor; 
56, schwedische Verluste bei; 439, Belagerung von; — IV, 28, die 
kaiserliche Armee bei (1642); 93, Räköczy vor. 

BrOssel, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; LXVII, Monte- 
cuccoli's Reise nach (1654); — II, 142, Beschreibung von; — III, 
17, Friedensverhandlungen in; 117, Erzherzog Leopold Wilhelm in; 
118, Montecuccoli reist nach; 122; 138; 139; 140; 143, vorbereiteter, 
festlicher Empfang der Königin Christine von Schweden in; 146 v 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 3^3 

154, Ankunft der Königin Christine in; 180, Montecuccoli's Ankunft 

in; 188; 193; 203, Montecuccoli*s Abreise von. 
BrQx, Stadt, Böhmen; — II, 125, wäre nicht zu befestigen. 
BrunI, Bartholomäus, Courier des Herzogs von Modena; — IM, 142, in 

Antwerpen; 144. 
Brunswick, General im Heere des Ernst von Mannsfeld; — III, 438, wird 

von Waldstein geschlagen. 
Bubna, Graf; — IV, 6, vermittelt den Verkehr zwischen Waldstein und 

Oxenstiema. 
Bubna, kaiserlicher Hauptmann; — IV, 212, mit einer Sendung von Monte- 

cuccoli an Gallas (1644). 
Buccarl, Stadt, Croatien-Slavonien; — III, 447, wird von den Kaiserlichen 

besetzt 
Buccelini, Julius, Freiherr von; — I, XXXI, verkauft die Herrschaft Oster- 

bürg an den Fürsten Montecuccoli. 
Buckingham, Georg Villiers, Herzog von, Günstling Jacob I. und Carl I. 

von England; — III, 118, über dessen Leben; 132, dessen Grabmal in 

London; 133. 
Buda, siehe Ofen. 
Budlltz, churbrandenburgischer Oberst-Kämmerer; ~- III, 76, beim Besuche 

Montecuccoli*8 in Berlin (1653); 78. 
Budweil, im Gefolge des Prinzen von Conde; — III, 151, in Brüssel. 
Budweis, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre zu befestigen; 136; — IV, 21, 

Montecuccoli in (1632). 

BQndnIss; — I, XCI, Grundregeln der; 61, Abhandlung über; 69, Offensiv- 
bündnisse; 70, Losung derselben; -^ IV, 155 ff., Grundregeln der. 

BQrgierkrieg; — I, 28; 36, Mittel gegen den Ausbruch; 39, im deutschen 
Reiche. 

Butzow, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — II, 10, von den Schweden besetzt. 
Buondeno, Ort, Italien; — III, 35; 36, wird befestigt; 43; ~ IV, 29, 
Ueberfall auf (1643). 

Buonporto (Bonporto), Ort, Italien; — III, 21, der Herzog von Modena 
marschiert gegen; 26; 35; 36; 37; 38; 40; 43; — IV, 29, Marsch der 
Verbündeten nach (1643). 

Buquoy, Graf von Longueville, Carl Bonaventura, kaiserlicher FM.; — I, 
198; — III, 6, belagert Neuhäusel (1621); stirbt; 437, belagert Neu- 
häusel; fallt bei Fülek. 

Buquoy, Graf, spanischer General der Cavallerie; — II, 143, Gouverneur 
von Mons; — III, 192, empfangt Montecuccoli in Bouchain (1655); 
— IV, 367, in den Niederlanden (1649). 

Burg, Stadt, Preussen; — I, 346, Pappenheim lagert bei. 
Burghelm, Ort, Bayern; — III, 67, Marsch der Kaiserlichen über (1648). 
Burgsdorff, churbrandenburgischer Oberst-Stallmeister; — III, 77, Gouverneur 
von Küstrin. 



394 



Montecuccoli: 



Burgstall, Dorf, Preussen; — III, 9, Quartier des Regiments (Ernst) Monte- 
cuccoli in (1631). 
Burgund (B o u r g o g n e), Herrogthum, ehemalige Provinz von Frankreich ; — 

II, 187, Ludwig XIV. beansprucht, mit Rücksicht auf diese, zum 
Reichstage in Regensburg zugelassen zu werden. 

Burgund, Carl (der Kühne), Herzog von; — II, 156, dessen Grabmal in 

Brügge. 
Burgund, Isabella, Prinzessin von; — II, 156, deren Grabmal in Brügge. 
Busbecq (Busbeck), Angerius Ghislain de, Staatsmann und Gelehrter; — 

III, 430, vermittelt einen Waffenstillstand mit der Pforte. 



C 



Cadaquös, Ort, Spanien; — 111, 304, die Kaiserin-Braut, Inüantin Margarethe 
Theresia, in; — IV, 297. 

Caesar, Julius, römischer Kaiser; — I, 7, dessen Werke über die Kriegs- 
kunst; 253, dessen Vorgang bei Flussübergängen; 254; 277; 292, lasst 
das Heer stets vereint lagern; 293; 332; 333; 365; — II, 257, dessen 
Tactik; 276. 

Cahili, siehe O'Cahill. 

Calais, Stadt, Prankreich; — llt, 128; 129; 132. 

Camarga, Commandant (spanischer) von Damme; — II, 156. 

Cambray, Stadt, Frankreich; — I, LI, Beschreibung von; — II, 116; 144; 
332, vom Prinzen von Cond6 entsetzt; — III, 18S, Montecuccoli in; 19i. 

Campi, Carl, spanischer FZM.; — II, 150, Commandant von Armen- 
ti^res. 

Camporl, Cesare, Marchese, Biograph Montecuccoli*s; — I, V; VII; DC; XI; 
XUI; XIV; XVI; XIX; XX; XXI; XXUI; XXTV; LI; LXIV; LXDC. 

Campori, Matteo; — I, XCVI, Herausgeber von Regesten der Correspon- 
denz des Prinzen Matthias von Medici mit Montecuccoli. 

Campori, Abb6; — IV, 271, in Rom; 272. 

Candia, Stadt, Insel Kreta; — II, 185, Krieg zwischen Venedig und der 
Türkei wegen; 256; 266; 452; 547, Belagerung von; — III, 460, ist 
stark befestigt; 465, von den Türken besetzt; — IV, 117, Armierung 
der Festung. 

Candia, Graf von; — III, 335, tituliert den Dogen von Genua »Serenis- 
simus«. 

Canterbury, Stadt, England; — III, 129, Montecuccoli in. 

Cantonnlerungen (Cantonnements); — I, 282 ff.; 361, Angriff auf. 

Capelettl, venezianische Artilleristen; — I, 196. 

Capelle, Ort, Niederiande; — IV, 236, französisches Lager bei (1655). 

Capitaln des guides, Leiter des Kundschaftsdienstes; — I, 223; 234; — II, 
53; 280. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. jq^ 

Capitain-Lieutenant, Charge im kaiserlichen Heere; — 1, 102. 

Caplan; ~ I, 180, dessen Nothwendigkeit für den Soldaten; — II, 211, im 
kaiserlichen Heere. 

Capllers» siehe Kapllr. 

Caprara, Aeneas, Graf, kaiserlicher FM.; — II, 391, dessen Regimentim Feld- 
zuge 1663; — III, 102, am Hofe der Königin Christine von Schweden; 
reist nach Vesteras; 103; 126; 187, erhält den Amaranthen-Orden ; 
399, verkauft der kaiserlichen Hofkammer einen Schmuck; — 
IV, 115, dessen Regiment hat einen Abgang von 209 Mann (1664); 
354, dessen Ernennung zum General; 355, berichtet dem Kaiser über 
die Empörung des Regiments Dünewald (1680); dessen Regiment 

Caprara, Albert, Graf; — I, CX, wird, von der Herzogin Laura von Mo- 
dena, Montecuccoli empfohlen. 

Caprara, Graf; -^ IV, 250, trifft in Wien ein (1651). 

Caprara, Gräfin, Hofdame der Churfürstin von Brandenburg; — III, 80. 

Capua, Stadt, Italien; — I, 177, HannibaPs Heer wird daselbst verweich- 
licht. 

Carabiniere; — I, 98, deren Ausrüstung; 352, Gefechtsweise der; — II, 
16, in Modena; 21, Ausrüstung der; 219, Gefechtsweise der; 478, von 
Waldstein abgeschafift; Bewaffnung der; 474; 477. 

Caraccioli, Marquis von; — IV, 317, gedenkt die Operationen (in Spanien) 
bald zu beginnen (1665). 

Caraffa, Anton, Graf, kaiserlicher FM.; — IV, 354, dessen Ernennung zum 
Christen. 

Caraffa, Bernhard, Don, spanischer Christ; — III, 156, befehligt ein Reiter- 
Regiment; 160; 161; 162; 164. 

Caraffa, Marquis von Montenegro, Hieronymus, kaiserlicher FM.; — III, 
438, operiert gegen Bethlen Gabor. 

Caraffa, Joseph (Peppo), Don, spanischer Christ; — III, 162, befehligt ein 
Infanterie-Regiment. 

Caraffa, Louis, Graf, kaiserlicher Christ; — II, 390, dessen Regiment wird 
nach Italien dirigiert (1663); — III, 370, Commandant einer kaiser- 
lichen Abtheilung im Feldzuge 1659; — IV, 76, Soldaten seines 
Regimentes plündern Neutra; 289, dessen Regiment geht nach 
Portugal. 

Caraffa, Frau; — III, 162, in Brüssel. 

Cardenas, Alfonso, Don, spanischer Botschafter in London; — III, 130. 
Carducci, Alexander, berühmter Reitkünstler; — I, CXXV, leitet das 
Caroussel zu Wien (1667); — IV, 286, dessen Erkrankung; 305. 

Caretto (Carreto), siehe Grana. 

Carl V., römisch-deutscher Kaiser; — I, 38, gestattet die Religionsfreiheit 
im Reiche; 60, wird von den Protestanten in Deutschland angegriffen 
(1546); — II, 143, lässt Bouchain befestigen; 157, dessen Geburtsort 
Gent; 158, dessen Denkmal in Gent; 175, dessen Kriegszüge gegen 
die Türken; 186; 214, seine > Artikelbriefe c ; 216; 498, gegen die 



396 Montecuccoli: 

Türken (1532); belagert Metz; 521, im Kriege gegen Frankreich 
(15i3); — III, 294, dessen Zusammenkunft 'mit Papst Clemens VII. in 
Madonna die Chia, bei Finale; 427, wird römisch-deutscher Kaiser. 

Carl, Erzherzog von Oesterrelch, Markgraf von Burgau; — III, 433, im 
Kriege gegen die Türken in Ungarn. 

Carl, Erzherzog von Oesterrelch, kaiserlicher Generalissimus und FM.; — I, 
III; VI, trägt sich mit dem Gedanken einer Herausgabe der Schriften 
Montecuccoli^s; Bericht hierüber; XXXV. 

Carl Gustav, siehe Schweden. 

Carlo, kaiserlicher Courier; •- IV, 297, in Finale (1666). 

Carlsbad, Stadt, Böhmen; — IV, 318, Montecuccoli*s Reise nach (1665). 

Carlstadt, Stadt, Croatien-Slavonien; — IV, 67, über die Befestigung von. 

Caroussel ; — I, CXXIV, zu Wien, 1667. 

Carrara, Graf; — III, 126, in Antwerpen. 

Casa de Coppi (Ca'de Coppi), Ort, Italien; — III, 26, Rückzug der Ver- 
bündeten nach (1643); 37. 

Casalecchio di Reno, Ort, Italien; — III, 45. 

Casale-Monferato, Stadt, Italien; — III, 7, Belagerung von (1628). 

CasatI, Paul, Pater; — III, 239, erhält den Auftrag, sich an den Hof der 
Königin Christine von Schweden zu begeben; 240, dessen Ankunft in 
Stockholm; 241, reist im Auftrage der Königin nach Rom; 242, in 
Hamburg schwer erkrankt; 244. 

Casati, Graf; — III, 282, in Mailand. 

Casnedl, Marquis; — III, 283, in Mailand. 

Cassel, Stadt, Preussen; — II, 51, dessen Wichtigkeit für die Vertheidigung 
Hessens; 270, hält die Kaiserlichen auf (1647); — III, 62. 

Cassoni, Martin, Priester, siebenbürgischer Abgesandter; — II, 361, bei 
Kaiser Leopold L; — IV, 68, wird von Kem6ny an Montecuccoli ab- 
gesendet. 

Castaldo, Markgraf von Cassiano, Johann Baptist, Obrister Feld-Hauptmann; 
— III, 429, erobert Fünfkirchen. 

Castelar, Conde de, Bruder des Herzogs von Albuquerque; — III, 323, im 
Gefolge der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia; — IV, 
285; 329, theUt die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse, an 
den Fürsten Dietrichstein und an Montecuccoli, mit 

Castelfranco, Ort, Italien; — III, 29, die Päpstlichen bei (1643); 30; 37; 
40; 44; 46; — IV, 223, Lager der Päpstlichen bei (1643); 224; 225; 
226; 227. 

Castelfranco, Fort bei Finale, Italien; — III, 296, dessen Anlage. 

Castelmendo, Graf; — III, 191, Capitain der Cürassier- und Carabinier- 
Wache des Erzherzogs Leopold Wilhelm. 

Castelnuovo, Ort, Italien; — III, 38; 39. 

Castel Rodrigo, Marquis, Minister in den spanischen Niederlanden; — III, 
166, Königin Christine von Schweden lässt diesen durch Montecuccoli 
grüssen; 182, schreibt der Königin Christine; 202; 289; — IV, 314, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^gy 

verlangt dringend Verstärkungen für die Niederlande (1665); 315, 
dessen Abreise von Spanien. 

Castiglione, Cavaliere, Verwandter Montecuccoli's; — 111, 281, besucht 
Montecuccoli in Mailand; — IV, 199, in Correspondenz mit Monte- 
cuccoli. 

Castigllone, Fürst von; — III, 334, tituliert den Dogen von Genua »Sere- 
nissimus '• 

Castro, Ort, Italien; — lil, 21. 

Castro, siehe auch di Castro. 

Cavallerie; — I, 98, deren Eintheilung und Ausrüstung; 3ö2ff., Gefechts- 
weise der; — II, lö, Reorganisation der, in Modena; 211, Stab bei 
einem Regimente; 218, Ausrüstung eines Regiments; 229, Stand eines 
Regiments; 233, Eintheilung derselben in der Normal-Schlachtordnung; 
346; 3d0; 472, Bewaffnung der; 475, die türkische; 477, die kaiser- 
liche; 585; 589 ff., Schlachtordnung der; 595. 

Cecconi, Alexander, schwedischer Garderobier; — III, 90; 93; 94; 95; 96, 
Celle, Stadt, Preussen; — IV, 44, Residenz der Herzoge von Braunschweig- 

Celle. 
Cento, Ort, Italien; — III, 23, die Päpstlichen bei (1643); 35; 36; 40; 43; 

45; 46. 

Centurie, Unterabtheilung des römischen Heeres; — I, 101; — II, 177. 
Centurione, Prinz; — III, 290, in Genua. 

Centurione, spanischer Admiral; — 11, 607, Befehlshaber der Flotte. 
Ceremoniell; — IV, 331 ff., bei Ueberreichung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse. 

Chafrion, B. D., Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, XI. 

Cham, Stadt, Bayern; — I, 143, Ban6r bezieht daselbst Quartiere und wird 
überüsdlen; 199, von Bernhard von Weimar eingenommen; 265, von 
den Schweden unter Ban^r besetzt; — II, 72; 334, Ban^r bei (1639); 573; 

— IV, 7, Waldstein ladet die Verschworenen ein, daselbst zusammen- 
zukommen. 

Chanut, Peter, französischer Botschafter in Holland; — III, 124, in Brüssel, 
bei der Königin Christine von Schweden; 125; 126; 151; — IV, 235; 
in Antwerpen (1654). 

Charles; — III, 123, in Brüssel. 

Chavagnac, Caspar, Graf, kaiserlicher FML.; -- IV, 354, dessen Ernennung 
zum General. 

Chemnitz, Stadt, Sachsen; — I, 166, Treffen bei (1639); — II, 67; 335; 574; 

— IV, 26, die Kaiserlichen unter Morzin marschieren nach (1639); 
137, Niederlage der Kaiserlichen bei (1639); 203, hat feindliche Be- 
satzung (1644); 207, die Kaiserlichen nehmen (1644). 

Chenes, siehe Guemes. 

Chesi, Pellegrino, Don; — IV, 258, in geschäftlicher Verbindung mit Monte- 
cuccoli. 



398 Montecuccoli: 

Cheverau, Secretär der Königin Christine von Schweden; — III, 97, besucht 
Montecuccoli und überreicht ihm seine poetischen Werke; 106. 

Chieppo, Johann, genuesischer Seemann; — iV, 290, überbringt Nachrichten 
über die Abreise der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia. 

Chiesa rossa, Ort, Italien; — III, d6, Lager der Verbündeten bei (1613). 

Chi^vres, Stadt, Belgien; — III, 197, Montecuccoli in. 

Chiflet, Doctor, Alterthumsforscher; — III, 166, dessen Werk über die Aus- 
grabungen in Tournay. 

Chlgi, Fabius, Cardinal (als Papst Alexander VII.); — III, 241, in Corres- 
pondenz mit der Königin Christine von Schweden; 311, als Nuntius 
in Madrid; — IV, 262, als Nuntius in Cöln; siehe auch Alexander VII. 

Childerich I., König der Franken; — III, 166, Ausgrabungen in Tournay aus 
der Zeit 

Chlmay, Prinzessin von; — III, 158, in Brüssel; 161, Montecuccoli*s Be- 
such bei. 

Chorea, Diego, Don, spanischer General; — II, 608, geräth in portugiesische 
Gefangenschaft. 

Christine, siehe Schweden. 

Cinelll, siehe Emerich. 

Cischkau, Ort, Böhmen; — 11 1, 60, die kaiserliche Armee bei (1647). 

Citadellen; — II, 296, Erbauung von. 

Claudia Felicitas, Erzherzogin von Oesterreich, Tochter des Erzherzogs 
Ferdinand Carl von Tjrrol, zweite Gemahlin Kaiser Leopold I.; — I, 
XCIII, heirathet 1673; - III, 276, in Innsbruck; — IV, 178, als Ge- 
mahlin Kaiser Leopold I. in Aussicht genommen. 

Claudius Marcel lue, römischer Feldherr; — II, 262, gegen Hannibal. 

Clemens VII., Papst; — III, 294, dessen Zusammenkunft mit Kaiser Carl V. 
in Madonna di Chia, bei Finale. 

Cleve, Herzogthum; — III, 169, von den Truppen des Herzogs von Neu- 
burg besetzt; — IV, 44, Zwistigkeiten zwischen dem Churfürsten von 
Brandenburg und dem Herzoge von Neuburg wegen. 

Cob, Freiherr von Neuding, Wolf Friedrich, kaiserlicher FZM.; — IV, 73, 
dessen Regiment als Garnison für Szathmär; 98, soll schleunigst da- 
hin zurückkehren; 104, erleidet in Ungarn Anfeindungen. 

Coblenz, Stadt, Preussen; — IH, 406, geplanter Uebergang der Kaiserlichen 
und Brandenburger über den Rhein bei (1672); 407, Turenne bei. 

Coburg, Stadt, Sachsen-Coburg-Gotha; — IV, 207, Montecuccoli mit einem 
selbstständigen Corps bei (1644); 211. 

Cöln, Stadt, Preussen; — I, V, Montecuccoli's Marsch nach (1673); CXXIX; 
— III, 138, als Aufenthaltsort für die Königin Christine von Schweden 
in Aussicht genommen; 139; 140; 144; 172; 180; 203, MontecuccoH's 
Ankunft in; 223, Königin Christinen's beabsichtigte Reise nach. 

Cöln, Maximilian Heinrich, Prinz von Bayern, Churfürst von (1650—79); — 
III, 171, dessen Einverständniss mit Frankreich, in Bezug der Wahl 
des Römischen Königs; 190; — IV, 42, ist der Bruder des Chur- 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^gg 

fursten von Bayern und darf heirathen; 250, wird in Prag erwartet 
(1603); 256, dessen Gegensatz zu Maynz, gelegentlich der Römischen 
Königskrönung. 

Colalto, Herr zu San Salvador, Rey, Creazzo und Muesestre, Reinw^ld, 
Graf, kaiserlicher FM. und Präsident des Hofkriegsrathes ; — III, 7, 
lässt viele Regimenter reducieren; 386, als Präsident des Hof-Kriegs- 
rathes; — IV, 133, dessen Regiment in Schweinfurt (I6'i7); 340, ge- 
niesst die Ehre, vor allen Edelleuten Mährens zu rangieren. 

Colalto, Graf; — 111, 204, in Nürnberg, auf der Reise nach Flandern. 

Colberg, Stadt, Preussen; — I, 180, von den Kaiserlichen besetzt; — II, 
11, schwedische Garnison in. 

Coligny, Graf, französischer Marschall; — II, 421, befehligt die französischen 
HUfstruppen (1664); 436, bei St. Gotthard; 436; — III, 3S1, erhält 
nach St Gotthard einen Dankbrief des Kaisers. 

Coligny; — 111, 159, in Brüssel; 162. 

Colloredo, Hieronymus, Graf, kaiserlicher FML.; — I, 262, wird von la 
Valette geschlagen; 267; 272; — IV, 23, dessen Niederlage (1635). 

Colloredo, von Wallsee, Rudolph, Graf, kaiserlicher FM.; — iV, 199, in 
Prag (1644); 215, in Correspondenz mit Montecuccoli; 216. 

Colmar, Stadt, Elsass-Lothringen; — IV, 21, Montecuccoli in (1632). 

Colombo, Gian Lodovico, modenesischer Obrist; — 111, 47, im Feldzuge 
1643 in Italien; - IV, 223. 

Colonna, Cardinal; — I, CVIII, als Begleiter der kaiserlichen Braut, Infantin 
Margherethe Theresia von Spanien (1666); — ili, 281; 286, überwirft 
sich mit dem Herzoge von Albuquerque; 304, schreibt, in Angelegen- 
heit der Ankunft der Kaiserin-Braut; vor dessen Hause zieht eine 
Wache auf; 306, trifft in Finale ein; 309, dessen Unverlässlichkeit ; 
313; 322; 323, soll nicht nach Wien reisen; — IV, 282, hat den Auf- 
trag, die Kaiserin- Braut nach Wien zu begleiten; 283, soll Gouverneur 
von Mailand werden; 289, schreibt dem Gouverneur von Mailand und 
Montecuccoli; 292, soll nicht bis Wien mitreisen; 295, in Correspondenz 
mit dem Kaiser; 296, Montecuccoli an; 300, ist unpässlich. 

Colonna, Freiherr von Fels, Leonhard, Obrister Feld- Hauptmann in Ungarn; 
— III, 429, erobert Tokaj. 

Columbinen, Geschützgattung; — II, 183; 325. 

Commlssär, siehe Proviantmeister, Zahlmeister. 

Compagnie; — I, 101, Unter-Abtheilung des Regiments; 102, Stärke einer 
Fuss-Compagnie ; 303, Lagerraum für eine Infanterie-; 366, die leeren 
Plätze (passe volants) bei der; — II, 20J; 216, Zusammensetzung 
einer; 225, Exercieren einer; 226, Stärke einer Infanterie-. 

Conen; — 111, 134, in London; 136. 

Concin, Barbara, Gräfin; — I, XXXI, heirathet den Grafen Hieronymus 

Montecuccoli. 
Cond6, Stadt, Frankreich; — III, 188, Montecuccoli in; — III, 200, wird 

befestigt. 



400 



MontecuccoU: 



Cond6, Herzog von Bourbon, Heinrich IL, Prinz von; — fll, löO, über 
dessen Stellung in Spanien. 

Condö, Herzog von Bourbon, Ludwig I, Prinz von; — I, 336, überfallt 
Orleans. 

Condö, Herzog von Bourbon, Ludwig IL, Prinz von; — I, LXXV; LXXVII; 
— II, 332, entsetzt Cambray; 577, bei Lens (1648); — III, 113; 115. 
bei Arras; 116; 118; 119; 121; 128; 130, dessen Resident in London; 
139; 144, erhält die Orte Capelle und Casteliet; 149, besucht den 
Erzherzog Leopold Wilhelm in Brüssel; 150, prätendiert, von der 
Königin Christine von Schweden, in derselben Art wie der Erzherzog 
empfangen zu werden; 151, dessen Audienz bei der Königin; 152, 
reist nach Brüssel; 153; 154, dessen Audienz bei der Königin in Brüssel; 
156, dessen Feldhermtalent; 157, besucht den Erzherzog Leopold 
Wilhelm; begehrt die Abberufung des Fuenseldanna; IßO, dessen Rela- 
tion über die Affaire bei Arras; 162, erhält, für seine Truppen, jähr- 
lich 120.000 Thaler vom Könige von Spanien; 163, dessen Verhalten 
bei Arras; 164, dessen Truppen in den Niederlanden; 188, im Lager 
bei Vadencourt; 189; 190, würde gerne Montecuccoli in spanischen 
Diensten sehen; 197, erhält vom Könige von Spanien mehrere Städte 
in sein freies Eigenthum; 199, befehligt 4000 Reiter; 202, von dessen 
Truppen desertieren täglich Leute; 250; 252, über dessen Verlangen, 
gleich dem Erzherzoge empfangen zu werden; 407, im Feldzuge 
1672; 408, rückt mit Verstärkungen aus Frankreich an; — IV, 235, 
bei Bouchain (1654); 237, lässt Capelle stark besetzen (1655). 

Condö, Prinzessin von, Gemahlin des Vorigen; — III, 162, erhält vom 
Könige von Spanien, für sich und ihr Kind, 50.000 Thaler jährlich; -— 
MI, 113, am Hofe der Königin Christine von Schweden; 116, in Ant- 
werpen. 

Constantinopel, Stadt, Türkei; — I, 195, von den Türken erobert; — II, 
505, türkisches Arsenal in; 536; 555. 

Constanz, Stadt, Baden; — IV, 22, der Herzog von Feria entsetzt (1633); 
131, Belagerung durch die Schweden (1633). 

Constanz, Bischof von; — IV, 45, darf während der Dauer seiner Function 
nicht heirathen. 

Contenoy, Frau; — IM, 155, deren Kindern wird vom Herzoge von 
Lothringen die Alimentation entzogen. 

Conti di Guadagnolo, Torquato, Marchese, kaiserlicher FM.; — I, 126, 
bei der Belagerung von Stettin; 130, bei der Landung Gutav Adolph*s. 

Conti, Prinz von, Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, XII. 

Cordova, siehe Gonsalvez. 

Cornet; — II, 18, Bezahlung desselben in Modena; 211, Charge im kaiser- 
lichen Heere. 

Corpes, Marcus, kaiserlicher Obrist; — III, 464, Commandant eines Regi- 
ments croatischer Reiter. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 4.01 

Corphin (Co mino), Johann Ulrich, kaiserlicher Kriegs- Com missär in Ungarn; 

— IV, 105, in Szathmär (1664). 

Corporal; —II, 17, Bezahlung desselben in Modena; 211, Charge im kaiser- 
lichen Heere; 226; 227. 

Corpora Ischaft; — II, 209, Untertheilung des Zuges; 227, Stand einer. 

Corraro, Cavaliere, venezianischer General; — IM, 22, im Feldzuge 1643 in 
Italien; 24; 37; 38; 39; 40; 46; — IV, 221, im Feldzuge 1643 in 
Italien; 225; 226. 

Correspnndenz; — I, XCIVff., des Fürsten Montecuccoli; — IV, 179 ff.; 
181 ff., der Jahre 1644 und 1645; 259 ff., mit dem Prinzen Matthias von 
Medici (1642—1667); 245 ff., mit seinem Bruder, Pater Maximilian 
(1648—1658); 277 ff., mit dem Kaiser während der Reise nach Finale, 
(1666); 309 ff., wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse 
(1665-1668); 337 ff., der Jahre 1672 und 1673; 349 ff., aus dem Jahre 
1680; 359 ff.. Vermischte (1642-1680). 

Costi; — III, 291, in Genua. 

Coten, kaiserlicher Obristlieutenant; — III, 345, schliesst sich den Auf- 
ständischen an. 

Courtray, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 103, Erzherzog 
Leopold Wilhelm stürmt; 145, Beschreibung von; 146, Sturm auf; 

— III, 145, Montecuccoli in. 

Cracau (Krokow), Johann Ernst, kaiserlicher Gcncral-Feldwachtmeister; — 
IV, 139, wird aus Pommern verjagt und trifft in Wien ein. 

Cratz, von Scharffenstein, Johann Philipp, kaiserlicher General-Feldwacht- 
meister; — I, 199, wird hingerichtet 

Cratz (Grätzin), Gräfin; — III, 90, besucht Montecuccoli in Upsala; 93; 
95; 105; 106. 

Crevalcore, Ort, Italien; — I, XIV, Entsatz von (1643); LXIV, Kriegs- 
ereignisse bei; - III, 19 ff., Ereignisse um; 21; 22; 23; 26; 35; 36; 
37; 49, Eroberung von; — IV, 29, Einnahme von (1643). 

Crichingen (Criange), Gräfin; — IV, 49, Gemahlin des Markgrafen Her- 
mann von Baden-Baden. -. 

Croaten, leichte Reitertruppe im kaiserlichen Heere; — II, 233, deren Ein- / 
theilung in der Normal-Schlachtordnung; 584; 595. . J 

Cromwell, Oliver, Lord-Protector von England; — III, 130, stürzt aus dem 
Wagen und wird leicht verletzt; 131; 132; 133; 134, bezeigt der 
Königin Christine von Schweden grosse Achtung; 135, empfangt Monte- 
cuccoli in Audienz; 183, dessen Fürsorge für die Religionsangelegen- 
heiten in Wales; 197; 202; — IV, 142, empfangt Montecuccoli mit 
grosser Liebenswürdigkeit; 234, sprengt das Parlament; 267, stirbt 

Cronberg, Adam Philipp, Freiherr von, churbayeri scher General-Feldwacht- 
meister; — IV, 22, stirbt an der Pest (1634). 

Crossen, Stadt, Preussen; — I, 203, Hom legt daselbst Proviant-Magazine an. 
Croy, Prinz von, Hofmarschall des Churfürsten von Brandenburg; — IM, 
78; 79, ladet Montecuccoli zu Tische; 82. 



402 



Montecuccoli: 



Croy, Prinzessin von, geborene Gräfin von Nassau, Gemahlin des Vorigen; 

- III, 79. 
Csäkäny, Ort, Ungarn; — 11, 426, Vereinigung von Batthyänyi und Nädasdy 

bei (1664); 427, versuchter Uebergang der Türken über die Raab 

bei; 444. 
Csäktornya (Csakathurn), Ort, Ungarn; — lil, 344, Graf Niclas Zrinyi in; 

447, wird von den Kaiserlichen besetzt. 
Csäky, Stephan, Graf; — III, 254, die Schuld an dessen Tode wird dem Grafen 

Puchheim zugeschoben; — IV, 68, ist einer der Haupturheber der 

Widerspänstigkeit der Ungarn gegen den Kaiser. 
Csekl^sz, siehe Lanschltz. 
CQrassiere; — I, 98, deren Ausrüstung; 352, Gefechtsweise der; — II, 16, 

in Modena; 21, Ausrüstung der; 219; 233, deren Eintheilung in der 

Normal-Schlachtordnung; 472, Bewaffnung der; 477; 585; 595. 
Culmbach, Fürstenthum; — IV, 45, im Besitze des Hauses Brandenburg; 

siehe auch Brandenburg-Culmbach. 
Cyrus, König der Perser; — I, 209, dessen Anordnungen zur Erhaltung der 

Gesundheit seiner Truppen; 344, geräth in einen Hinterhalt. 
Czarnecki, polnischer General; — III, 369, im Peldzuge 1658. 
Czernln, Graf; — IV, 86, verwendet öffentliche Gelder zu eigenen Zwecken. 



D. 

Dachau, Ort, Bayern; — II, 73, Wrangel's Ueberfall bei (1648); 334; 572; 

— III, 70, die Schweden bei (1648); 71. 

Dänemark, Königreich; — I, 27; 55, erklärt Schweden den Krieg; 58, 
führt, zu Lübeck, mit dem Kaiser Friedensverhandlungen (1629); — 
II, 464, Unruhen in; — III, 84 ff., Montecuccoli besucht (1654); 
86, dessen Flotte; 100, sucht mit dem Kaiser ein Bündniss gegen 
Holland abzuschliessen; 181, ist der natürliche Feind Schwedens; 
185, wäre leicht gegen Schweden zu hetzen; 209; 220, im Gegensatze 
zu Schweden; 221; 229; 452, Aenderung der Verfassung in (1658); — 
IV, 106; 239, im polnischen Auxiliarkriege ; 240, schliesst Frieden 
(1660). 

Dänemark, königliches Haus; — IV, 46, Beschreibung desselben. 

Dänemark, Christian IV., König von; — III, 86, wird verwundet; 94; 101; 

— IV, 202, die Kaiserlichen eilen diesem zu Hilfe (1644). 
Dänemark, Friedrich III., König von; — III, 84, Montecuccoli's Besuch 

beim (1654); 85; 87; 267, im Kriege mit Schweden (1658); 366, 
schliesst mit Schweden Frieden; 367, erhält Hilfe vom Kaiser und 
von Brandenburg. 

Dänemark, Sophie Amalie, Königin von, Gemahlin des Vorigen; — III, 85. 

Dänemark, Friedrich, Prinz von; — IV, 44, ist Erzbischof von Bremen. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 403 

Dänemark, Prinzessin von; — IV, 177, als Gemahlin Kaiser Leopold I. in 
Aussicht genommen. 

Dal lern, spanischer PZM.; — II, 147, Commandant von Courtray. 

Danngarten, Stadt, Preussen; — II» 10, schwedische Garnison von; 265, Er- 
oberung von (1659); — III, 271, die Kaiserlichen erobern (1659). 

Damiz, schwedischer Obrist; — I, 283, wird von Bruay überfallen; — II; 
8, erhalt als Belohnung ein Gut in Mecklenburg. 

Damme, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; -- II, 156. 

Dampierre, Heinrich Duval, Graf von, kaiserlicher General der Cavallerie; 

— III, 5, im Peldzuge 1619; 434, im Kampfe gegen die Türken in 
Ungarn. 

D'Arcanque, Marquis; — III, 288, in Genua; 290. 
D'Arcanque, Marquis, Sohn des Vorigen; — III, 290, in Genua. 
Darmstadt, Landgraf von; — IV, 230, vergleicht sich mit dem Landgrafen 

von Hessen (1647); siehe auch Hessen- Darmstadt. 
D'Aro, Alois, Don, Günstling des Königs Philipp IV. von Spanien; — III, 

l'^O, dessen Einfluss; 190, dessen Charakter; 191, correspondiert mit 

dem Erzherzog Leopold Wilhelm; 195; 242, in Correspondenz mit 

der Königin Christine von Schweden; 252, dessen Unterhandlungen 

mit dem kaiserlichen Hofe. 
D'Avangour, Baron, französischer Edelmann; — II, 418, dessen Ansicht 

über den Werth des Forts Serinvär; 422. 
Deal, Stadt, England; — III, 136, Montecuccoli in. 
Debaut, Commandant von Bouchain; — II, 144. 
Debreczin, Stadt, Ungarn; — III, 448, Zufluchtsort der aufständischen 

Ungarn. 
Decl mal rech nung; — II, 33, Abhandlung über die. 
Defensivkrieg; — I, 118, Abhandlung über den; — II, 270; 537, gegen 

die Türken. 

Deffeln, kaiserlicher Ober-Kriegs- Com missär; — III, 388, versieht des Amt 
des General - Commissärs; stirbt ohne Hinterlassung eines Ver- 
mögens. 

Defll^e: — I, 257, Passieren eines solchen mit einem Heere; 840. 

Deining, Ort Bayern; — III, 175, Montecuccoli übernachtet in; 204. 

De la Borde, kaiserlicher Obristlieutenant; — III, 375, im Regimente 
Schöneich. 

De la Force, et de Caumont, Jacques Nompar, duc, französischer Marschall 

— I» 58, übersetzt, 1634, bei Mannheim den Rhein. 

De la Gandia e di Ponar, Marquis; — III, 312, Obersthofmeister der 

Kaiserin- Braut, Infantin Margarethe Theresia. 
De la Gardie, Jacob, Graf; — III, 93; 97; 102; 103. 
De la Gardie, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — III, 93, wird die »schöne 

Gräfin c genannt; 99; 101; 105, giebt, Montecuccoli zu Ehren, einen Ball. 
De la Gardie, Magnus, Graf, schwedischer Reichs-Schatzmeister; ^ III, 

92, fallt in Ungnade; 107, dessen Palast in Stockholm. 



^QA Montecuccoli: 

De la Gardie, Pontus, Graf; — III, 154, in Antwerpen; 164. 

De la HayOp Doctor; — III, 131, in London; 132; 133; 134; 135. 

De la Motterle, Graf, spanischer PZM.; — II, 151, Commandant von Ypem. 

De la Roque; — III, 153, in Antwerpen. 

De las Fuentes, Marquis; — IV, 315, am königlichen Hofe in Madrid; 

320, schreibt an Montecuccoli (1659); 321. 
D'Elben, spanischer Admiral; — III, 295, Commandant der spanischen Es- 

cadre von Malta; in Pinale. 
Del Campo y Angulos, Pedro Pemando, Don, spanischer Minister; — IV, 

329, theilt die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse, an den 

Fürsten Dietrichstein und an Montecuccoli, mit. 
Detft, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 163. 
De LIgne, Prinz, spanischer General der Cavallerie; — III, 121, in den 

Niederlanden; 160, erhält ein Dankschreiben des Königs von Spanien, 

wegen seines Verhaltens bei Arras; 161, Grande von Flandern; 189; 

191, escortiert Montecuccoli nach Cambray; 192, wird wegen der 

Affaire bei Arras belobt 
De LIgne, Prinz, Bruder des Vorigen; — III, 166, in Brüssel. 
Della Queva, Antonio, Don, spanischer General-Lieutenant der Cavallerie; 

— III, 120, in Brüssel; 122; 123; 127; 139; 157; 160; 183, soll die 
Königin Christine nach Rom begleiten; 184; 187; 196; 201; 202; 
223; 245, erfahrt von dem geheimen Uebertritte der Königin Chris- 
tine zum Katholicismus; — IV, 265, begleitet die Königin von 
Schweden nach Rom. 

Della Queva, Frau, Gemahlin des Vorigen; — III, 127, in Antwerpen; 148, 
in Brüssel; 162; 183, soll die Königin Christine nach Rom begleiten; 
186; 196; 223. 

Della Marra, Vincenz, Don; — IV, 222, dessen Niederlage gegen den 
Prinzen Matthias von Medici (1643). 

Della RIviera, Graf; — III, 282, in Mailand. 

Della Torre, siehe Thurn. 

Del Pardo, Franz, Don, spanischer General-Lieutenant der Cavallerie; — 

III, 188, in Cambray. 
De Mers, Baron; — III, 168, Gesandter des Herzogs von Neuburg in 

Schweden. 
Demmln, Stadt, Preussen; — I, 146, wird von Gallas befestigt (1637); 297; 

— II, 10, von Gallas eingenommen; 265, Eroberung von (1659); — 

III, 271, Eroberung von (1659); — IV, 25, die Kaiserlichen nehmen 
(1637). 

D6nla, Stadt, Spanien; — III, 284, die Kaiserin-Braut, Inüantin Margarethe 
Theresia, in; 293; — IV, 283, die Kaiserin-Braut in. 

Dentzal, Obristwachtmeister des Herzogs von Neuburg; — III, 168, in 
Düsseldorf. 

Desfours, Nicolaus, Freiherr von, kaiserlicher General-Feld Wachtmeister ; — 

IV, 216, in Correspondenz mit Montecuccoli. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^05 

De Souches, Raduit, Graf, kaiserlicher FM.; — II, 376, unternimmt einen 
Streifzug gegen Ofen (1661); 377; 425, entsetzt L^va (1664); — III, 
255, dessen Regiment beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand ni. 
in Pressburg; 267, im Feldzuge 1658; 342, im Feldzuge 1664; — IV, 73, 
dessen Regiment als Garnison nach Ungarn; 79, als Commandant in 
Ober-Ungarn; 115, zieht das Artillerie-Mater iale aus den festen Plätzen 
an sich; 241, wird nach Ober-Ungarn entsendet (1664); 311, bezieht 
eine Pension; 319, wird Geheimer Rath. 

De Souches, Carl Ludwig, Graf, kaiserlicher FZM . ; — IV, 354, dessen Er- 
nennung zum Obristen. 

De Soye, Baron; — IV, 315, in Correspondenz mit Montecuccoli. 

D'Espagne, französischer Botschafter in London; — III, 130. 

D'Estr^, Gräfin; — III, 142, am Hofe der Königin Christine von Schweden; 
144, erhält den Amaranthen-Orden; 147; 148. 

Deutsch- Altenburg, Ort, Nieder-Oesterreich; — III, 428, die Türken erobern. 

Deutz, Vorstadt von Cöln; — III, 203, Montecuccoli nächtigt in. 

D^veny, siehe Theben. 

De Waggl (Wagghy) von Adelsberg, Michael, Freiherr, kaiserlicher Obrist; 

— IV, 149, reibt eine schwedische Abtheilung bei Glogau auf (1646). 
Di Castro, Franz, Don, Vice-König von Sicilien; — III, 335, tituliert den 

Dogen von Genua »Serenissimusc. 
Diedenhofen (Thionville), Stadt, Elsass-Lothringen; — II, 117, Piccolo- 
mini marschiert gegen (1639). 

Diego, Don, spanischer Minister; — III, 294, in Correspondenz mit Monte- 
cuccoli; 302, in Angelegenheit der Zwistigkeiten zwischen Mantua und 
Modena. 

Diest, Ort, Belgien; — III, 203, Montecuccoli in. 

Dietfurt, Ort, Bayern; — III, 72, kaiserliches Lager bei (1648). 

Dietrichstein, iurstliche Familie; — IV, 41, Beschreibung derselben. 

Dietrichstein, Christoph Freiherr von; — I, CXXXI. 

Dietrichstein, Eusebius, Fürst; — I, CDC, dessen Correspondenz mit Monte- 
cuccoli. 

Dietrichstein, Ferdinand, Fürst, Oberst-Hofmeister der Kaiserin Margarethe 
Theresia; — I, CVI, erhält den Orden vom Goldenen Vliesse; — III, 
303, dessen Gegensatz zu Auersperg; 307, zur Begrüssung der Kaiserin- 
Braut, Infantin Margarethe Theresia, befohlen ; 310, erhält ein Schreiben 
des Herzogs von Albuquerque; 311, dessen Stellung in Wien; 321, 
323; — IV, 291, zum Empfange der Kaiserin-Braut bestimmt; 318, 
trifft von Nicolsburg in Wien ein; 328, erhält den Orden vom GoU 
denen Vliesse; 329; 330; 331, Ceremoniell bei Ueberreichung des- 
selben; 343, in Correspondenz mit Montecuccoli. 

Dietrichstein, Gundaker, Graf; — I, LXXXIII, tritt für Montecuccoli ein; 

— IV, 323, in Correspondenz mit Montecuccoli (1665); 371. 
Dietrichstein, Max, Fürst, Oberst-Hofmeister Kaiser Ferdinand III., Schwieger- 
vater Montecuccoli*s; — I, XCV| dessen Correspondenz mit Monte- 

M ontecoccoli. IV. 27 



406 Montecuccoli : 

cuccoli; — IN, 199; 258, auf dem Landtage zu Pressburg; — IV, 

140, als Oberst-Hofmeister der Kaiserin- Wittwe, Eleonore von Mantua; 

— IV, 270, stirbt (1656); 369. 
Dietrichstein, Graf, Präsident der inner-österreichischen Kammer; — IV, 

209, in Correspondenz mit Montecuccoli (1644); 210; 234, stirbt (1653). 
Dletrichetein, Prinzessin von; — IV, 41, Gemahlin des Fürsten Carl 

Liechtenstein. 
Dietrichstein, Margarethe, Gräfin, siehe Montecuccoli. 
Dieuze, Stadt, Elsass-Lothringen; — IV, 23, la Valette erobert (1635). 
Dingolfing (Dingelfingen), Stadt, Bayern; — II, 73, Gefecht bei (1648); 

572; — III, 69, Stellung der Schweden bei; 70. 
DinkefsbOhl, Stadt, Bayern; — III, 55, von den Franzosen besetzt (1645). 
DiodatI, Julius, kaiserlicher General-Feld Wachtmeister; — IV, 23, fallt bei 

Menz (1635). 
Discipiin; — I, 178, Abhandlung über; — II, 22; 177; 238; 491, im türki« 

sehen Heere; — III, 413, Montecuccoli über die Einhaltung der; 

417; 418. 
Disposition; — I, 153, Ertheilungderselben, beim Angriffe auf eine Festung; 

338, zu einem nächtlichen Ueberfall; — II, 253; 261, in Ansehung 

des Landes. 
Dixmund (Dixmude), Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 

152. 
Doboy, Stephan; — IM, 431, dessen Verrath an den Kaiser. 
Dobriensky, churbrandenburgischer Mundschenk; — III, 77; 83. 
Doczi, Andreas, kaiserlicher Feld-Obrist in Ungarn; — III, 436, wird von 

den Rebellen aus Kaschau vertrieben. 
Dömitz, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — 1, 145, wird von General Klitzjng 

besetzt; — 111, 83, hat eine mecklenburgische Garnison; — IV, 25, 

der chursächsische General Klitzing erobert (1637); — IV, 137, die 

kaiserliche Armee unter Gallas bei (1638); 213, Königsmark bei 

(1644). 
Dohna, Graf, schwedischer Obrist der Leibgarde; — III, 93; 95. 

Donau, Fluss; — I, LVI, Beschreibung der, von Wien bis Belgrad; 175, 
Uebergang Aldringen*s über dieselbe; — II, 444, Uebergang der 
Kaiserlichen über die (1664); 445, als Nachschublinie für die Kaiser- 
lichen; 446; 528; 532, als Operationslinie; 549, Nothwendigkeit einer 
Flotte auf der; — IV, 73, deren Werth als Nachschublinie für die Armee; 
102, als Operationsbasis; 115; 228, Erzherzog Leopold Wilhelm über« 
setzt bei Straubing die (1646). 

Donauwörth, Stadt, Bayern; — III, 10, der Herzog von Weimar bei (1633); 

55, Rückzug der Bayern nach (1646); 63; 72; — IV, 22, die Kaiser- 

liehen erobern (1634). 
Donep, kaiserlicher Obrist; — II, 334, wird von Torstenson geschlagen 

(1644); - IV, 14a 
Doria, berühmte italienische Familie; — I, XXVIU. 



r~ 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 407 

Doria, Prinz; — III, 287, in Genua; 293, besitzt ein kaiserliches Lehen in 
Loano bei Finale. 

Doria, Prinzessin, Gemahlin des Vorigen; — III, 287, in Genua; 295, in Finale. 

Doria, Gianettino, spanischer Admiral; — II, 607, Commandant einer Divi- 
sion Galeeren; — III, 309, commandiert die neapolitanischen Galeeren. 

Dormo, Graf; — III, 278, besucht Montecuccoli in Mailand; ~ IV, 280, 
beherbergt den Gouverneur von Mailand in seinem Hause. 

Dorsch, kaiserlicher Hof-Kriegsrath; — IV, 112, wohnt den Conferenzen am 
Reichstage zu Regensburg bei; 113; 117; 119; 123. 

Dortrecht, SUdt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 163. 

Douglas, Robert, schwedischer General; — III, 96, Oberst-Stallmeister der 
Königin Christine. 

Dover, Stadt, England; — III, 128, Montecuccoli's Ankunft in; 129. 

Dragoner; — I, 99, deren Ausrüstung; 353, deren Gefechtsweise; — II, 16, 
in Modena; 218, im kaiserlichen Heere; 234, Eintheilung derselben in 
der Normal-Schlachtordnung; 696. 

Draskovits, Graf; ^ IV, 75, lässt einige Leute vom Regimente Montecuccoli 
hinrichten. 

Dresden, Stadt, Sachsen; — I, LXIV; LXVI, Besuch des Fürsten Monte- 
cuccoli in (1653); 370, Christ Slang als GeÜBiigener in; >- li, 51, 
dessen Wichtigkeit für die Vertheidigung Sachsens; 135; — III, 75, 
Ankunft Montecuccoli*s in; — IV, 26, Montecuccoli marschiert nach 
(1639); 30, Montecuccoli's Sendung nach; 215, Montecuccoli in (1644). 

Drewenz, Fluss; — III, 366, Montecuccoli übersetzt die (1657). 

Drillmeister, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 491. 

Dubsky; ~ III, 399, wird von der Hofkammer übervortheilt. 

Dunewald, Heinrich Johann, Graf, kaiserlicher FM.; — III, 885, dessen Aus» 
stände an Recrutierungsgeldern; — IV, 355, offene Empörung bei 
seinem Regimente (1680). 

DQnkIrchen, siehe Dunkerque. 

Düsseldorf, Stadt, Preussen; — III, 167, Montecuccoli in; 172, Abreise von. 
Dufr&sne; — IM, 114, Bibliothekar des Cardinais Mazarin; 115; 116. 
Dunkerque, Stadt, Frankreich; — II, 187, Einnahme von; — III, 128, 
Montecuccoli in; 129; 131; 132, Angriff auf; 136; 137. 

Dupontö, Joseph, im Dienste des Prinzen von Cond6; — III, 128. 

Duprien, schwedischer Christ; — II, 11, Commandant von Colberg. 

Duras, französischer General; — III, 408, rückt aus Holland mit Verstär- 
kungen heran. 

Durazzo (Duras), Johann August, Marquis; — IM, 255, begiebt sich im Auf- 
trage der Republik Genua nach Constantinopel ; 287; 289; 290; — 
IV, 284, reist mit werthvoUen Geschenken auf seinen Posten, als Bot- 
schafter in Constantinopel. 

-Durazzo (Duras), Carl Emanuel, Prälat in Rom, Bruder des Vorigen; -— 
III, 287, in Genua; 290. 

DyherntMrth, Stadt, Preussen; — I, 296, Gallas bei. 

27* 



^^o8 Montecuccoli: 

E. 

Ebeny (Bbbenio), Stephan, siebenbürgischer General; — III, 340, besetzt 
Klausenburg; 815, commandiert die siebenbürgischen Truppen. 

Ebersdorf (Kaiser-), Ort, Nieder-Oesterreich; — III, 436, Bethlen Gabor 
zerstört. 

Eberstein, Ernst Albrecht, von, kaiserlicher PML.; — III, 367, im Feld- 
zuge 1657; 370, befehligt einen Theil der dänischen Truppen. 

Eckhardt, kaiserlicher Kriegs-Commissär in Ungarn; — IV, 105, in Kaschau. 

Eclalreurs; — I, 237, deren Verwendung während des Marsches; — II, 57; 
278; 280; 286. 

Ecs6d, Ort, Ungarn; — II, 531; 538; — III, 430, Johann Sigismund Zäpolya 
erobert; 447, von den Kaiserlichen besetzt; 459, soll gut befestigt 
werden; — IV, 100, das Schloss daselbst ist an Raum sehr beschränkt. 

Eger, Stadt, Böhmen; — I, LXXIX; — II, 124, wäre zu befestigen; 463, 
Kaiser Ferdinand III. rückt zum Entsätze von, an; — III, 59; 60, 
ergiebt sich den Schweden;' — IV, 7, Waldstein wird daselbst er- 
mordet; 30, Marsch der kaiserlichen Armee nach (1644); 142, Kaiser 
Ferdinand UI. vor (1647); 198, Montecuccoli in (1644); 199; 200; 
201; 214; 229, die Kaiserlichen übergeben (1647); 230. 

Eggenberg, Fürst; — I, LXXXVU; — IV, 41, vermählt mit einer Mark- 
gräfin von Brandenburg-Culmbach. 

Eggenfelden, Ort, Bayern; — III, 68, Rückzug der Schweden nach (1648). 

Egmont, siehe Gavre. 

Ehrenbreitenstein, Stadt, Preussen; — II, 104, die Kaiserlichen erobern 
(1636). 

Elchstädt, Bischof von; — IV, 45, ist Fürst des deutschen Reiches. 

Eilenburg, Stadt, Preussen; — IV, 25, die Kaiserlichen nehmen (1637). 

Einöd, Ort, Nieder-Oesterreich; — I, XXXII, Gut, im Besiize des Fürsten 
Montecuccoli. 

Elbe, Fluss; — I, 129, Ban6r übersetzt die, bei Torgau (1637); 167; 
175; 200; 224, Ban6r*s Uebergang bei Melnik; 250; 295; 2%; ~ IV, 
25, die Kaiserlichen übersetzen die (1637); 26, (1638). 

El bogen, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre nicht zu befestigen. 

Eleonore, Prinzessin von Mantua, Tochter des Herzogs Vincenz, Gemahlin 
Kaiser Ferdinand U.; — III, 6; — IV, 140, in Stein (1645); 257, 
schifft sich in Straubing nach Wien ein (1653). 

Eleonore, Prinzessin von Mantua, Tochter des Herzogs Carl, Gemahlin 
Kaiser Ferdinand lU.; - I.XCVIU; — III, 258, nimmt an zwölf Grei- 
sinnen die Fusswaschung vor; 259, wird als Königin von Ungarn ge- 
krönt; 260; 275, soll der Kaiserin-Braut, Infiemtin Margarethe The- 
resia von Spanien, bis Villach entgegenreisen; 298, 301, interveniert 
zwischen Mantua und Modena; 308, schreibt der Kaiserin-Braut, In. 
fantin Margarethe Theresia; 312; — IV, 233, deren feierlicher Ein- 
zug in Augsburg (1653); 241, deren Vater, Herzog Carl von Mantua, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^.09 

stirbt; 250, Hochzeit derselben in Wr. Neustadt; 251, deren Einzug 
in Wien (1651); 2dö, schenkt einem Mädchen das Lreben (1653); 256, 
deren Krönung in Regensburg; 257; 263, wird zur Königin von Ungarn 
gekrönt; 264; 274, erhält, nach dem Tode Ferdinand III, die Vor- 
mundschaft über ihre leiblichen Kinder; 279, fahrt der Kaiserin-Braut, 
Infiantin Margarethe Theresia, nicht entgegen: 305; Sil, verwendet 
sich für Gonzaga. 

Eleonore, Magdalena, Prinzessin von Pfalz-Neu bürg, dritte Gemahlin Kaiser 
Leopold L; — I, XCHI; — IV, 178. 

Eleonore, Maria Josephe, Erzherzogin von Oeeterreich, Königin von Polen, 
Schwester Kaiser Leopold L; — I, CX, wird von Montecuccoli nach 
Polen geleitet; — III, 277, soll den König von Schweden, Carl XI., 
heirathen; — IV, 157, deren Hochzeit. 

Eltmann, Stadt, Bayern; — IV, 206, Montecuccoli in (1644). 

Emden, Graf von; — IV, 45, vermählt mit einer Landgräfin von Hessen- 
Darmstadt 

Emden, Aeneas, Graf von, Sohn des Vorigen; — IV, 45, wird die älteste 
Tochter des Prinzen von Uranien heirathen. 

Emerich (Bmerico Cinelli), einfiussreicher Kapuziner, Beichtvater 
Kaiser Leopold I.; — I, XX; XXI, Brief Montecuccoli*s an; 
LXXXIU; LXXXIV; — III, 39H, dessen Ansicht über die Lage in 
Ungarn; 395, hat eine Unterredung mit Montecuccoli über diese An- 
gelegenheit; — IV, 341, dessen Einfluss bei Hofe; 857, Monte- 
cuccoli an. 

Emmerich, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 166. 

Enckhevoert, Adrian, Graf, kaiserlicher PM.; — III, 68, wird zum Comman- 
danten der churbayerischen Truppen ernannt; 293; — IV, 215, will die 
Sachsen bewegen, sich mit den Kaiserlichen zu vereinigen (1644). 

Enghien, Stadt, Belgien; — III, 188, Montecuccoli in; 199. 

Enghlen, Ludwig, Herzog von, französischer Marschall; — II, 68, bei Aller- 
heim (1645); 581; — III, 55; ~ IV, 208, wird mit seinem Corps nach 
Prankreich zurückberufen (1644); 209, vereinigt sich mit Turenne. 

England, Königreich (Republik); — II, 186, hat eine starke Land- und See- 
macht; Mitglied der Tripelallianz; 188, dessen Politik; 193; 295, be- 
sitzt keine Pestungen; 461, hat eine mächtige Plotte; — III, 129 ff., 
Montecuccoli's Reise nach; 136, die Plagge von; 183, dessen Ueber- 
einkunft mit Prankreich; 220, dessen Politik; 277, Königin Christine 
über dessen Politik; 331, giebt dem Dogen von Genua den Titel 
> Serenissimus« ; dessen Ceremoniell; — IV, 142, Montecuccoli's Reise 
nach (1654); 242, schliesst mit Spanien ein Bündniss (1666). 

England, Carl I., König von; — I, CXXVIII; — III, 132, wird hingerichtet 
England, Carl 11., König von; — III, 113, in Spaa; 148; 172, Montecuccoli's 

Audienz beim; 251, lässt Kaiser Perdinand III. durch Montecuccoli 

grüssen. 
England, Elisabeth, Königin von; — III, 132, deren Grabmal in London. 



^ I O Montecuccoli : 

England, Jacob V., König von; — 1, CXXVIÜ. 

England, Jacob (I.) VI., König von; — I, CXXVIII, dessen Rathschläge an 
seinen Sohn; — III, 132, dessen Grabmal in London. 

England, Marie, Königin von; — III, 132, deren Grabmal in London. 

Engweg, siehe Defil6e. 

Enn8, Stadt, Ober-Oesterreich; — III, 180, Montecuccoli übernachtet in. 

EnthaltBamkeit; — I, 179, eine der ersten Tugenden des Soldaten. 

Eperjes, Stadt, Ungarn; — II, &81; — III, 434, verbündet sich mit den 
Gegnern des Kaisera; 445, Zusammenkunft der ungarischen Ver- 
schwörer in; 447, wird von den Kaiserlichen besetzt; — IV, 101, 
muss ständige Garnison erhalten. 

Erding, Ort, Bayern; — III, 70, Marsch der Kaiserlichen nach (1618). 

Erd Ingen, Ludwig, Kaufmann in Regensburg; — III, 175, expediert Monte- 
cuccoli *8 Bagage; — IV, 125, bietet sich zur Lieferung von Waffen, 
Proviant etc., an. 

Erfurt, Stadt, Preussen; — I, 175, Ban6r zieht gegen; — IV, 24, erhalt 
eine schwedische Garnison (1636); 214, die Schweden fouragieren bei 
(1644). 

Erkelenz, Stadt, Preussen; — III, 173, hat eine standige Besatzung; 202; 
203, Montecuccoli in. 

Erlau, Stadt, Ungarn; — II, 368, der Pascha von; 383, Einverstandniss des 
Bürgermeisters von Kaschau mit dem Pascha von; 495, von den 
Türken erobert; — III, 433, die Türken erobern; -- IV, 72, soll 
von den Kaiserlichen besetzt werden; 102. 

Ernst, Erzherzog von Oesterrelch; — III, 432, führt auf dem Landtage zu 
Pressburg, im Namen des Kaisers, den Vorsitz. 

Escadron, Unter- Abtheilung eines Cavallerie-Regiments; — I, 306, Lager- 
raum für eine; — II, 229, Stand einer. 

Esseg, Stadt, Ungarn; — I, LVI; -- II, 410, die Türken rücken über, 
vor (1663); 412, Zrinyi brennt die Brücke bei, ab; 414, die Türken 
bei (1664); 451, Haupt-Magazin des türkischen Heeres in; 505, 
türkisches Arsenal in; 534; — III, 348, Abbrennen der Brücke bei; 
377. 

Essex, Robert Devereux, Graf von; — III, 133, dessen Palast in London. 

Esslingen, Stadt, Württemberg; — IV, 23, Montecuccoli in (1634). 

Este, Alois, Prinz von; — I, CX, wird vom Cardinal von Este, Monte- 
cuccoli empfohlen. 

Este, Borso, Fürst von, kaiserlicher Obrist; — III, 281, Inhaber eines 
Regiments deutscher Knechte; — IV, 23, bezieht mit Montecuccoli 
Quartiere bei Stuttgart (1634); 135, nimmt Montecuccoli als Gesell- 
schafter zu sich. 

Este, Cardinal von; — I, CX, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; ^111, 
276, ist an einem Blasenleiden schwer erkrankt; — IV, 210, wird vom 
Reiche nicht unterstützt; 216, in Correspondenz mit Montecuccoli 
(1644). 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^ 1 1 

Este, Marquis von Borgo-Mainero, Carl, kaiserlicher General -Feld wacht- 
meister; ^111, 282, in Mailand; 294, in Finale. 

Este, Marquise von, Gattin des Vorigen; — III, 282, in Mailand. 

Este, Franz, Herzog von; — I, XCVUI, dessen CorrespondeAz mit Monte- 
cuccoli. 

Este, Marquis von; — III, 281, Obrist des ehemaligen Regiments des 
Prinzen Borso und Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse; 293, 
in Finale. 

Este, Marquise, Wittwe; — III, 283, in Mailand. 

Este, siehe auch Maximilian. 

Estensische Bibliothek zu Modena; — I, XI; XXXV; XLJ; XLII; XLIU; 
XLIV; LX; LXXK. 

Esterhizy, ungarische Adelsfamilie; — III, 463, ist dem Kaiser ergeben. 

Eulalia, Nonne vom Orden der Karmeliterinnen; — IV, 305, im Kammer- 
dienste bei der Kaiserin Maria Anna, Gemahlin Ferdinand III.; deren 
Brief an die Kaiserin-Braut, Infieintin Margarethe Theresia. 

Eulenl>erg, Ort, Mähren; — II, 127, wäre nicht zu befestigen. 

Eulenburg, Ort, Preussen; — I, 243, Hatzfeld marschiert nach. 

Evily Gräfin; ~ III, 299, wird zur Oberst-Kammerfrau der Kaiserin-Braut, 
Infantin Margarethe Theresia, ernannt; — IV, 294, hat nach dem 
Tode der Gräfia Benevento, den Dienst der Oberst-Kammerfrau zu 
besorgen. 

Exercieren; — I, CXX, im schwedischen Heere; 107 ff., im kaiserlichen 
Heere; — 11, 220 ff.; 225, einer Infanterie-Compagnie; 490, im kaiser- 
lichen Heere. 



F. 

Fabius Maximus, römischer Heerführer; — I, 173, kämpft gegen Hannibal; 
185; 208, erhält den Beinamen »Maximus«; 258, gegen Hannibal; 
277; — II, 268, dessen Tactik; 486, verachtet seine Verleumder; 
487; 524. 

Fabri, Egmont von, kaiserlicher Obrist; — II, 377, vereinigt sich mit 
Kem6ny (1661); 390, dessen Regiment wird nach Italien dirigiert 
(1663); — III, 373, besetzt Klausenburg; 374; — IV, 73, dessen Regi- 
ment kommt als Garnison nach Ungarn. 

Fähnrich, Charge im kaiseriichen Heere; — 11, 211; 226. 

Fagnani; — III, 134,' in London. 

Fahnen; — I, 100, deren EintheiJung beim Heere. 

Fahrenspach, Waldemar, Graf, kaiserlicher Obrist; — I, 199, wird zu 
Regensburg enthauptet (1633). 

Falkenau, Schloss, Böhmen; — III, 60, ergiebt sich den Kaiserlichen 
(1647); — IV, 229, Unternehmung der Kaiseriichen gegen (1647); 
230, wird erobert. 



412 



Montecuccoii: 



Falkensteln, Gräfin; — IV, 49, Gemahlin des Markgrafen Hermann von 
Baden-Baden. 

Falkonet, Geschützgattung; — II, 133; 241; 242. 

Fanfurelli (Fanfanelli), päpstlicher General; ~ III, 31, fallt bei Nonantola 
(1643). 

Fand, Insel, Dänemark; — III, 269, die Kaiserlichen besetzen (1659). 

Farkas, siehe Kis-Farkas. 

Farnese, Herzog von Parma, Alexander, Statthalter der Niederlande; — I, 
328, im Kampfe gegen Heinrich IV. von Frankreich. 

Farnese, Prinz von Parma, Alexander, spanischer General; — II, 608, 
commandiert die Reiterei. . 

Farnese, Palast in Rom; ~ I, CII, Absteigquartier der Königin Christine. 

Faversham, Stadt, England; — III, 129. 

Fechtmeister, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 491. 

Fehr, Johann Michael, Dr., Vorsteher der Leopoldinischen Akademie der 
Naturforscher in Halle a. S.; — I, CXXX. 

Feindsbrief, siehe Kriegserklärung. 

Feldbach, Ort, Steyermark; — I, LXXXVII; — IV, 54. über die Befesti- 
gung von; 57. 

Feldherr; — I, 85, über die Eigenschaften, welche dieser besitzen soll; 90; 
210, erhält von den Marketendern bestimmte Taxen; 234, dessen Ob- 
liegenheiten im Lager; — II, 480, Eigenschaften, welche dieser be- 
sitzen soll. 

Feldschlange, Geschützgattung; — II, 44, Beschreibung der; 241; 242, 
Eintheilung der. 

Feldwebel; — II, 17, Bezahlung desselben in Modena; 211, Charge im 
kaiserlichen Heere; 226. 

Fels, siehe Colonna. 

Ferdinand I., römisch-deutscher Kaiser; — I, 60, übersendet dem Mark- 
grafen von Brandenburg die Kriegserklärung (1553); — II, 175, dessen 
Kriegszüge gegen die Türken; 186; — IM, 427, dessen Ehe mit Anna, 
der Tochter König Wladislaw's von Ungarn und Böhmen; 428, wird 
zum König von Ungarn gewählt; dessen Kämpfe um den Besitz 
Ungarns; 429, schliesst mit Johann Zäpolya Friede; 430, stirbt; 450, 
dessen Wirksamkeit als Gesetzgeber in Ungarn; 451; 452, ist ge- 
nöthigt, den ungarischen Landtag zu entlassen; 454, ist für die Ein- 
schränkung der Macht der Palatine in Ungarn; 460, dessen Ver- 
theidigungs-System gegen die Türken. 

Ferdinand IL, römisch-deutscher Kaiser; — I, IV, dessen Errettung aus 
den Händen des aufrührerischen protestantischen Adels, am 5. Juni 
1619; 58, lässt, 1629, zu Lübeck mit Dänemark Friedensverhandlungen 
führen; 124, lässt ein Mandat gegen die Werbungen der Schweden 
im Reiche drucken; — II, 532, vor Kanizsa; -— III, 5, wird von den 
ungarischen Ständen nicht anerkannt; 6, heirathet die Prinzessin 
Eleonore von Mantua ; bekleidet den Herzog Max von Bayern mit der 



Orts», Namen- und Sach-Register. ^ij 

Würde eines Churfursten; schliesst Friede mit Bethlen Gabor; 8, 
erlasst ein Edict wegen Rückerstattung der Kirchengüter; sendet 
Truppen nach Italien; enthebt Wailenstein vom Commando; 9, betraut 
Wailenstein erneuert mit dem Commando; 10, bei Sulx gegen die 
Schweden; Befehlschreiben gegen Wallenstein; 253, legt den spani- 
schen Gesandten den Titel »Vostra Signoria« bei; 436, dessen 
Kämpfe mit den Türken und Bethlen Gabor; — IV, 5, entlässt 
Wallenstein vom Ober-Commando der Armee; 11, unterhandelt mit 
Wallenstein wegen Wieder-Uebemahme des Generalats; 136, verleiht 
Montecuccoli das Regiment Aldobrandini; 136, stirbt 

Ferdinand IM., römisch-deutscher Kaiser; — I, LXVII; LXVIII, Relation 
Montecuccoli's an den Kaiser, über seine Reise zur Königin 
Christine von Schweden; LXX, am Landtage in Pressburg; CIU, 
dessen Tod; 151, besetzt Stuttgart (1634); 176, vereinigt sich mit dem 
Cardinal-Infanten von Spanien (1634); 293, bei Nördlingen (1634); — 

II, 78, bei Nördlingen; 98, belagert Regensburg; 192, lässt das Heer 
in Polen einrücken (1657); 463, rückt zum Entsätze von Eger an; — 

III, 6, wird zum König von Ungarn gekrönt; 8, heirathet die Infantin 
Maria; 10, belagert Regensburg; 53, erbittet Unterstützung vom Chur- 
fursten von Bayern (1644); 54, zieht sich nach Wien zurück; 55, 
schliesst mit Rdköczy Frieden; 59, rückt Eger zu Hilfe; 60; 67, über- 
trägt Piccolomini den Oberbefehl über das Heer; 91, lässt durch 
Montecuccoli die Königin Christine grüssen; 100, lehnt das Anerbieten 
Dänemarks, wegen eines Bündnisses gegen Holland, ab; 101, unter- 
stützt die Königin Christine in ihrem Entschlüsse zum Katholicismus 
überzutreten; 106, erhält einen Brief der Königin; 111; 132, dessen 
Politik gegen England; 140, wird ersucht, den polnischen Vice- 
Kanzler auszuliefern; 179, sendet Montecuccoli zur Königin Christine 
von Schweden; 181, soll vor Schweden auf der Hut sein; 182, soll auf 
Ober-Oesterreich sein Augenmerk richten; 185, soll Holland und Däne- 
mark gegen Schweden hetzen; 202, erhält einen Brief der Königin 
Christine von Schweden; 204, empfangt Montecuccoli, nach seiner 
Rückkehr von Brüssel, in Audienz; 205, ertheilt Montecuccoli die Be- 
willigung, die Königin Christine nach Rom zu begleiten; 207 £f., em- 
pfangt den mündlichen Bericht Montecuccoli's, über dessen Mission 
bei der Königin Christine; 215 ff., empfangt in gleicher Angelegen- 
heit eine schriftliche Relation; 221, soll auf die Bauern Ober-Oester- 
reichs Acht haben; 230; 249fr., auf dem Landtage zu Pressburg 
(1655); 253, spricht die venezianischen Gesandten in der dritten 
Person an; 254, die spanischen mit >Voic; 256, zieht feierlich in 
Pressburg ein; 256, bei der Wahl des Palatins; 257, empfangt öfifent- 
lich die heilige Communion; 258, nimmt an zwölf Greisen die Fuss- 
Waschung vor; 259, bei der Krönung der Kaiserin, als Königin von 
Ungarn; 260; 261, sendet Montecuccoli zur Königin Christine; 265, 
sendet dem Könige von Polen ein Heer unter Hatzfeld zu Hilfe 



414 



Montecuccoli: 



(1657); 340, schliesst, zwei Tage vor seinem Tode, ein Bündniss 
mit Polen; 365, stirbt; 438, wird in Oedenburg zum König von 
Ungarn gekrönt; 489, schliesst mit Räköczy Frieden; — IV, 12, er- 
obert Regensburg; 14, bei Nördlingen; 22, belagert Regensburg; 26, 
reist von Prag nach Wien (1688); dessen Zusammenkunft mit dem 
Könige von Polen, in Nicolsburg; 28, entsendet Montecuccoli nach 
Modena; 29; 30, verleiht Montecuccoli ein Regiment, sowie 33.000 fl.; 
31, ernennt Montecuccoli zum Kämmerer und zum Hof-Kriegsraüi; 135, 
wird Generalissimus des Heeres (1634); 136, wird zum Römischen 
König erwählt; 138, sendet Montecuccoli nach Modena; 139, entzieht 
Montecuccoli sein Regiment; 140, begehrt von Bayern Hilfe; 142, 
dessen Unternehmung gegen Eger (1647); 143, stirbt; 153, bei der 
feierlichen Ueberreichung des Ordens vom Goldenen Vliesse, an den 
Fürsten Lobkowitz und an den Grafen Slawata; 187, in Correspondenz 
mit Montecuccoli; 189, fordert Montecuccoli auf, wieder in kaiserliche 
Dienste zu treten; 196, belohnt Montecuccoli; 204, Montecuccoli an 
(1644); 207, befiehlt Montecuccoli, vier Regimenter den Spaniern nach 
Flandern zu senden; 215; 216; 229, ertheilt Montecuccoli den Befehl, 
sofort gegen Wittemberg zu rücken (1646); begiebt sich persönlich 
zum Heere (1647); befiehlt den bayerischen Regimentern, zur Haupt- 
Armee zu stossen; 230, erobert Falkenau; 233, als Friedensvermittler 
zwischen Brandenburg und Neuburg (1651); dessen feierlicher Em- 
pfang in Augsburg (1653); 234, sein feierlicher Einzug in Wien (1654); 
235, begiebt sich zum Landtag nach Pressburg (1655); 236, feier- 
licher Einzug in Pressburg; 250, heirathet in dritter Ehe eine Prinzessin 
von Mantua; 251, dessen Einzug in Wien (1651); 252, soll Piccolo- 
mini zum Reichsfürsten ernennen; 253, dessen Zusammenkunft mit 
den Churfursten in Prag (1652); 254, bei der Römischen Königswahl 
in Augsburg; 255, reist nach Regensburg; 260, leidet an Podagra; 
261, am Landtage zu Pressburg (1653); 263, verstärkt die Armee; 
273, leidet an Magenschwäche; 274, stirbt. 

Ferdinand Carl, Erzherzog von Oesterreich, Graf von Tyrol, — 111, 252, 
dessen schlechte Verwaltung; — IV, 46. 

Ferdinand (IV.) Franz, römisch-deutscher König; — IV, 233, dessen Wahl 
in Augsburg; 235, dessen Tod; 255; 256, dessen Krönung in Regens- 
burg. 

Ferendorff (ehemaliger kaiserlicher Officier); — 111, 173, lebt in der Um- 
gebung von Cöln. 

Ferette, siehe Pfirt. 

Feria de Figuera, Alvarez, Herzog von, spanischer General-Lieutenant 
— I, 329, vereinigt sich mit Aldringen; — III, 7, Gouverneur von 
Mailand; 10, bei Sulz gegen die Schweden; stirbt; — IV, 22, im Feld- 
zuge 1633; bezieht Winter-Quartiere in Bayern; 135, vereinigt sich 
mit Aldringen. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 415 

Fernando del Campo y Angulos, Pedro, Don, Minister des Königs von 
Spanien; — I, CVI, verstandigt den Grafen Pötting, dass dem Fürsten 
Dietrichstein, sowie dem Grafen Montecuccoli, der Orden vom 
Goldenen Vliesse verliehen sei. 

Fernemont, kaiserlicher Obristlieutenant; — IV, 231, fallt bei Marburg 
(1647). 

Fememont, siehe auch Barwitz. 

Femlesen; — I, LDC, eine Art des geheimen; — 11, 666. 

Ferrara, Stadt, Italien; — I, CXI, Archiv zu; ~- III, 36, beabsichtigte Ein- 
schliessung von (1643); 43. 

Ferrari, Graf, Oberst-Hofmeister der Erzherzogin Anna, Gräfin von Tyrol; 
— Uly 276, geleitet Montecuccoli zur Audienz; 276; 319; 320; — IV, 
279, empfangt Montecuccoli in Innsbruck; 902. 

Ferrari, Graf^ spanischer Obristwachtmeister; ~ III, 192, in Bouchain. 

Festungen; — I, L, Betrachtungen über die in den Staaten Seiner kaiserlichen 
Majestät nothwendigen; LI, Beschreibung derselben im spanischen An- 
theile der Niederlande; LXXXVII, Beschreibung derselben in Inner-Oester- 
reich; 113, Nothwendigkeit des Aufbaues von; 116, Ausfalle aus; 
160, Kampf um; 162, Ueberfalle; 163, Disposition zum Angriffe auf 
eine; — II, 80, vom regelmässigen Bau der; 86, vom unregelmässigen 
Bau der; 89, von den Aussenwerken der; 93, von der Besatzung der; 
94, Sicherheitsvorkehrungen in; 97, Allarm in; 98, formale Belagerung 
von; 99, Laufgräben, Batterien; 100, Aussenwerke; 103, unregel- 
mässiger Angriff auf; 104, Ueberrumpelung von; 107, Vertheidigung 
belagerter; 112, Vertheidigimg gegen einen unregelmässigen Angriff; 
116, Entsatz von; 119 ff., Betrachtungen über die in den kaiserlichen 
Staaten nothwendig zu erbauenden; 293 ff., Abhandlung über; 297 ff., 
vom Baue von; 299, Aussenwerke bei; 307, vom Angriffe auf; 310, 
regelmässiger Angriff auf; 326, Vertheidigung gegen den gewaltsamen 
Angriff; 326, Vertheidigungswerke in; 328, Aussenwerke bei; 644, Ab- 
handlung über; 646, Vertheidigung gegen die Türken; 647, Ausfölle 
aus; 648, Belagerung türkischer. 

Fetiaiis, siehe Herold. 

Ramingo, Gottfiried, Jesuiten-Pater; — III, 240, verkehrt heimlich mit der 
Königin Christine von Schweden. 

Figaruolo (Picarolo), Ort, Italien; — IM, 43. 

Fi Ion i, Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — i, XI. 

Finale, Stadt, Italien; — I, LXXI, Montecuccoli's Reise nach, zur Begrüssung 
der kaiserlichen Braut, Infantin Margarethe Theresia von Spanien, 
1666; CVm, Correspondenz Montecuccoli's während dieser Reise 
mit Kaiser Leopold L; — 111, 273 ff., Montecuccoli's Reise nach 
(1666); 279, die Strassen werden daselbst in Stand gesetzt; 280; 
292, Montecuccoli's Ankunft in; die Befestigungen von; 294, dessen 
Verbindung mit Alessandria; 296, Eintreffen der spanischen Escadre 
von Malta in; 296, Befestigungen von; 304, Eintreffen der Kaiserin- 



4 1 6 Montecuccoli : 

Braut, Infantin Margarethe Theresia, in; 316; 317 ff., Montecuccoli's 
Instruction zur Reise nach; — IV, 277 ff., Montecuccoli's Reise nach 
(1666); 281, Vorbereitungen zum Empfange der Kaiserin-Braut in; 
284, Montecuccoli's Ankunft in; 301, Abreise von. 

Finale dell' Emilia, Stadt, Italien; — III, 21; 35; 37; 43; 44; 47. 

Florenza, Marquis, spanischer Senator; — III, 281, besucht Montecuccoli 
in Mailand. 

FIrenzuola, Cardinal; — III, 287, hat seinerzeit die Pläne für die Befesti- 
gung Genuas verfertigt. 

Flächeninhalt; — II, 37, Berechnung des. 

Flamininus, Titus Quinctius, römischer Consul; — I, 189, schlägt die 
Makedonier bei Kynoskephalae. 

Flandern; ~ I, LXVII, Reise Montecuccoli's nach (1654); — III, 109 ff., 
177 ff. 

Flemming, Agent der Königin Christine von Schweden; — III, 153, ver- 
waltet deren Güter. 

Flinsberg, Ort, Preussen; — IV, 215, Montecuccoli beim kaiserlichen Corps 
in (1644). 

Florenz (Toscana), Grossherzogthum; — III, 328. 

Florenz, Stadt, Italien; — I, XXXVI, die National- Bibliothek daselbst besitzt 
Manuscripte des Fürsten Montecuccoli; CXXV; — IV, 28, Monte- 
cuccoli's Reise nach (1642); 251, Montecuccoli in (1652). 

Fluss; — I, 247 ff., Uebergang des Heeres über einen; ^ II, 279; 341. 

Fodor; — IV, 104, unterstützt die kaiserliche Partei in Ungarn und wird 
desshalb angefeindet. 

Fogaras, Stadt, Ungarn; — II, 376, von den Kaiserlichen besetzt; 379, von 
den Türken angegriffen (1661); — III, 441, die Kaiserlichen besetzen; 
442. 

Forgäch de Ghymes, Adam Graf, kaiserlicher FM.; -— II, 393, Gouverneur 
von Neuhäusel und General der Bergstädte; 395, wird von den Türken 
geschlagen; — III, 341, dessen Niederlage; 375; 439, Gouverneur 
von Kaschau; 444, befehligt die ungarische Insurrection; — IV, 104, er- 
leidet in Ungarn Anfeindungen. 

Forgich, Graf; — III, 255, beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand III. 

in Pressburg; 257, dessen Aspirationen auf die Würde des Palatins; 

260, bei der Krönung der Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn. 
Forgäcs, Peter, kaiserlicher Obrist; — III, 464, Commandant eines Regi* 

ments croatischer Reiter. 
Formica, modenesischer General-Feldwachtmeister; — IV, 224, im Feldzuge 

1643 in Italien. 

Forstenhausen; — III, 103, besucht Montecuccoli in Upsala. 

Foscolo, Ugo, Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, VI; XII; 

XIX. 
Fourageure; — I, 193; 321, Verhalten der; 363, Bekämpfung der; — II, 

287, im Lager. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^ly 

Fourier, Charge im kaiserlichen Heere; — 1, 207; 241; 316, dessen Ob- 
liegenheiten im Lager; ~ II, 211; 226. 

FourlerechOtzen ; — II, 211, im kaiserlichen Heere. 

Fourret; — III, 128, in Dunkerque. 

Francesco, Guitarrespieler; — MI, 140, in Antwerpen. 

Franchinon, Doctor; — IV, 348, behandelt Montecuccoli. 

FrangepanI, Franz, Markgraf; — III, 446, als Verschwörer gegen den 
Kaiser; 447, wird enthauptet. 

Frankenstein, Stadt, Preussen; — IV, 141, Montecuccoli erobert (1646); 
149; 227. 

Frankenthal, Stadt, Bayern (Pfalz); — I, 187, daselbst werden zwei Deser- 
teure gehängt. 

Frankfurt a. M., Stadt, Preussen; — II, 250, Reichstag zu (1658); — III, 
173, Montecuccoli übernachtet in; 203; 204; 223, Königin Christinen*s 
beabsichtigte Reise nach. 

Frankfurt a. d. O., Stadt, Preussen; — II, 103, Sturm der Schweden auf 
(1631); — IV, 133, die Schweden erobern (1631). 

Frankreich, Königreich; — I, 26, dessen Vorwände, um einen Krieg vom 
Zaune zu brechen; 58, lässt seine Heere ohne Kriegserklärung in das 
Reich eindringen (1634); 66, Artikel des Bündnisses zwischen diesem und 
Schweden (1631); — II, 186, dessen Politik gegen das Haus Habs- 
burg; 187, dessen Rüstungen; 188; 189; 192; 193; 262, lässt seine 
Grenzen befestigen; 461, Kriegseinrichtungen in; — III, 183, dessen 
Uebereinkommen mit England; 277, Königin Christine über dessen 
Politik; 303, unterstützt Mantua gegen Modena; 331, dessen Ceremo- 
niell; 445, im Bunde mit den ungarischen Verschwörern; 446; 447; 
459, hält durch Festungen Burgund und Belgien unterjocht; 470; 
471 ; — IV, 80, bietet dem Kaiser seine Unterstützung gegen die Türken 
an; 92, dessen Ränke gegen den Kaiser; 114, plaidiert am Reichstage 
zu Regensburg für ein energisches Vorgehen gegen die Türken; 121, 
stellt hiefür 6000 Mann; 122, unterstützt seine Politik durch Geld. 

Frankreich, Anna, Königin von, Mutter Ludwig XIV.; — III, 150, empfangt 

den Prinzen von Cond6 ohne alle Ceremonien. 
Frankreich, Franz L, König von; — II, 521, im Kriege mit Kaiser Carl V. 
Frankreich, Heinrich IlL, König von; — III, 331, Ceremoniell an dessen 

Hofe. 

Frankreich, Heinrich IV., König von; — I, CXXVIII, dessen Project zur 
Auftheilung Europa*s; 328, gegen Alexander von Parma; — II, 375, 
zieht gegen Arras; 452, dessen Rüstungen; 464; — IV, 91, rückt mit 
einem Heere nach Flandern. 

Frankreich, Ludwig XIIl. König von; — I, 141, lässt Lothringen, Savoyen 
und Piemont besetzen; — II, 158; ~ III, 7, belagert la Rochelle. 

Frankreich, Ludwig XIV., König von; — II, 187, dessen Politik in Deutsch- 
land; 452, dessen Vorbereitungen vor Eröffnung eines Krieges; — III, 
258, dessen projectierte Ehe mit der Infantin von Spanien, Maria 



^. 1 8 Montecuccolt : 

Theresia; 277, tadelt das energiadie Eingreifen seiner Truppen bei 
St. Gotthard; Königin Christine über dessen Politik; 461, stellt 
Lothringen dem Herzoge zurück; 463, lasst die Gegenden am Rhein 
und an der Mosel verwüsten; — IV, 80, bietet sich an. vereint mit 
den Rhein-Bundesgenossen, 24.000 Mann gegen die Türken am stellen; 
92, dessen Aspirationen auf die Römische Königswürde. 
Fred6ricia(Fridericia), Stadt, Dänemark; — 11,309, Belagerung von (1659). 

Frederiksborg (Priedrichsburg), Stadt, Danemark; — III, 87, Besuch 
Montecuccoli's in; 88. 

Freiberg, SUdt, Sachsen; — I, 340, Morzin überfällt Ban6r bei; — II, 110, 
Belagerung von (1642); 116, Abzug der Schweden von (1642); 121, 
hält die Schweden auf (1642); -- IV, 26, Ban6r belagert (1639); 137, 
versuchter Entsatz von (1639); 137, kaiserliche Quartiere in (1638). 

Freiburg, Stadt, Baden; — IV, 212, Rückzug der bayerischen Armee von 
(1644). 

Freietadt, Stadt, Preussen; — IV, 26, Montecuccoli im Quartiere zu. 

Frelstadtl (Galgöcz), Stadt, Ungarn; — II, 397, von den Türken besetzt 
(1663); 400, die Türken übersetzen die Waag bei; 402; 446, Marsch 
der Kaiserlichen gegen; — III, 376, von den Türken erobert; 436, 
verbündet sich mit den Gegnern des Kaisers. 

Freudenthal, Stadt, Oest. -Schlesien; — II, 126, wäre nicht zu befestigen. 

Friedberg, Stadt, Hessen; — II, 676, von den Kaiserlichen entsetzt; — IV, 
23, kaiserliche Quartiere in (1636). 

Friede; ~ I, 373 ff., über den Abschluss des. 

Friedland, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre zu befestigen; 129; — III, 89, 
Belagerung von. 

Friedland, Stadt, Preussen; — IV, 228, Belagerung von (1646). 

Friedland, Herzog von, siehe Waldstein. 

Friedrich II., siehe Preussen. 

Friedrich Wilhelm, siehe Brandenburg. 

Friedrichsöde, siehe Fredericia. 

Friedrichsort, Stadt, Preussen; — III, 269, Belagerung von (1669); — iV, 
239, Angriff der Kaiseriichen auf (1669). 

Fritzlar, Stadt, Preussen; — IV, 231, kaiserliches Feldlager bei (1647). 

Frömmigkeit, siehe Gottesfurcht. 

Führer, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 211; 226. 

FQIek, Ort, Ungarn; — II, 367, die Bagage des kaiserlichen Heeres muss 
daselbst, wegen der grundlosen Wege, zurückgehalten werden; 631; 
638; — III, 430, die Türken erobern; 433, Tieffenbach besetzt; 434, 
Bocskay besetzt; 436, ergiebt sich Bethlen G&bor; 437, Buquoy fallt 
bei; — IV, 70, ist räumlich sehr beschränkt und hat zu wenig Ar- 
tillerie-Material; 71, wegen Anlegung eines Haupt-Magazins in; 73; 
100, das Schloss daselbst ist an Raum sehr beschränkt. 

FQnen (Fyen), Insel, Dänemark; — II, 266, Eroberung der Insel durch die 
Kaiseriichen; 266; 271, die Schweden auf (1669); 664; — III, 269, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 41 q 

Rückzug der Schweden nach (1659); 270, Angriff der Kaiserlichen 
auf; 271, glänzender Sieg der verbündeten Kaiserlichen und Branden- 
burger auf. 
FQnfkirchen, Stadt, Ungarn; -- II, 412, wird von den Truppen Zrinyi*s und 
Hohenlohe*s belagert (1663); 414, von den Türken besetzt (1664); — 
III, 429, Sultan Soliman erobert; Castaldo erobert 

Fuenseldanna (Puensaldagna) de Vivaro, Alonso Perez, Graf, spanischer 
General und Staats-Minister; — III, 114, dessen Ansicht über den Entsatz 
von Arras; 119, steht mit Cond6 auf schlechtem Fusse; 120; 122; 123, 
dessen Eifersucht auf die Deutschen; 124; 139; 140, Pimenters Besuch 
bei; 143, soll beim Uebertritte der Königin Christine zum Katholicis- 
mus anwesend sein; 146; 147; 152; 153; 155, ist beim geheimen 
Uebertritte der Königin zum Katholicismus anwesend; 156; 157, Cond6 
begehrt dessen Abberufung; 160, dessen Intriguen; 161; 163, fertigt 
das Schriftstück, betreffend den Uebertritt der Königin Christine zum 
Katholicismus; 166; 175, dessen Macht sollte gebrochen werden; 189, 
im Lager bei Vadencourt; 191; 192, über dessen Wirksamkeit in den 
spanischen Niederlanden; 197; 198, im spanischen Lager bei Bouchain; 
199, über die beabsichtigten Werbungen der Königin Christine; 213; 
222; 224; 245, als Zeuge beim Uebertritte der Königin Christine von 
Schweden. 

Fuantes, Marquis; — I, CVIII, dessen Correspondenz mit Montecuccoli. 

Furstan, des deutschen Reiches; — I, LXXXVI, Beschreibung der fürst- 
lichen Häuser; 66, fallen nach der Schlacht bei Nördlingen (1634) 
von Schweden ab; 90, Eifersucht zwischen denselben; 123, betreiben 
die Absetzung Wallenstein's; — IV, 39 ff., Beschreibung der Fürsten 
Deutschlands. 

Förstanberg, Egon, Graf zu, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — I, 
245, hält strenge Marschordnung aufrecht; 374, gegen den Herzog 
von Württemberg. 

FQrstanberg, Egon; — III, 171, wäre um Geld geneigt, beim Churfürsten 
von Cöln für die Wahl eines Habsburgers zum Römischen König zu 
wirken; 190; 252. 

Furstanbarg a. d. O., Stadt, Preussen; — IV, 25, die Schweden übersetzen 
die Oder bei (1637). 

Furstanfald, Stadt, Steyermark; — I, LXXXVII; — IV, 54, über die Be- 
festigung von. 

Fuassan, Stadt, Bayern; — IV, 22, Rückzug der Kaiserlichen nach (1634). 

Fuggar, Otto Heinrich, Graf, churbayerischer FZM.; — IV, 11, Tilly ver- 
einigt sich mit. 

Fulda, Bischof von; — IV, 45, ist Fürst des deutschen Reiches. 

Fulda, Stadt, Preussen; — IV, 207, Vorrückung der Schweden gegen (1644), 

Furlani, Carl, Obristwachtmeister; — I, CX, wird von der Erzherzogin 
Isabella Clara, Herzogin von Mantua, Montecuccoli empfohlen. 

Furnas (Veurne), Stadt, Belgien; — III, 127, Montecuccoli passiert; 137. 



^36 Montccuccoli: 

Isolano, Ludwig, Graf, kaiserlicher Obrist über die gesammte leichte Rei- 
terei; — III, 464, Obrist eines Regimentes croatischer Arque- 
busiere. 

Ivanic (Jvanitsch), Stadt, Croatien -Slavonien; — I, LXXXVII; — IV, 
61, über die Befestigungen von; 62, Kosten hiefür. 



j- 



Jablunkau, Stadt, Oest-Schlesien; — II, 126, wäre zu befestigen; 361, die 
Kaiserlichen passieren (1661). 

Jacob, Modelleur; — III, 97, nimmt das Porträt Montecuccoli^s, im Auf- 
trage der Königin Christine von Schweden, in Wachs ab. 

Jacob, siehe auch England. 

Jägerndorf, Markgrafschaft; — II, 189, Ansprüche Brandenburgs auf; — 
IV, 42, ist im Besitze der Familie Liechtenstein. 

Jägerndorf, Johann Georg, Markgraf von; — III, 78; 82; 438, vereinigt 
sich mit Bethlen Gabor. 

Jägerndorf, Stadt, Oest-Schlesien ; — II, 122, in schwedischen Händen; 
126, wäre nicht zu befestigen. 

Janitscharen; — II, 179; 420; 438, bei St Gotthard; 453; 454; 476; 514, 
Bagage der. 

Jankau, Ort, Böhmen; — II, 66, Schlacht bei; 70; 121; 576; — III, 53; 

— IV, 31; 140. 

Jauer, Stadt, Preussen; — II, 122, in schwedischen Händen; 126, wäre 
nicht zu befestigen. 

Jeltsch, Dorf, Preussen; — II, 122, in schwedischen Händen; 126, wäre 

nicht zu befestigen. 
Jenö, Ort, Ungarn; — II, 358, wird von den Türken besetzt; 454; — 111 

441; 465. 

Joachimsthal, Stadt, Böhmen; — III, 62, Marsch der Bayern über (1647) 
Johann Georg, siehe Sachsen, 

Johannesberg, Ort, Oest -Schlesien; — II, 126, wäre nicht zu befestigen 
Juan, Don, Jesuiten-Pater; — III, 163, in Brüssel; 184; 195. 
Jülich, Herzogthum; — III, 169, ist von Truppen des Herzogs von Neu 
bürg besetzt. 

Jülich, Stadt, Preussen; — III, 173, hat ständige Besatzung; — IV, 44, 
wird abwechselnd von brandenburgischen und von Truppen des Her 
zogs von Keuburg besetzt. 

Jüterbog, Stadt, Preussen; — II, 339, Gefecht bei (1644). 

Jutland, Halbinsel, Dänemark; — II, 265, die kaiserliche Armee in (1659) 

— III, 7. 
Juste, siehe Giusto. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 437 

K. 

Kämmerer, kaiserlicher; — I, LXXXV, Dienst des; LXXXVI, Beeidigung 
als; — IV, 16. 

Kagge (Cagge, Ga gg), Lars, schwedischer General; — II, 9; — IV, 13, 
muss Regensburg mit Accord übergeben. 

Kaiserslautern, Pfalzgraf von; — IV, 48, vermählt mit einer Prinzessin von 
Brandenburg. 

Kaiserslautern, Stadt, Bayern; — II, 102, Sturm der Kaiserlichen auf (1635); 
— IV, 23, Hatzfeld erstürmt (1635); 136, die Kaiserlichen erobern 
(1635). 

Kaiserstein, Johann Franz, Freiherr von, kaiserlicher FZM.; — III, 385, 
dessen Ausstände an Recrutierungsgeldem; — IV, 65, führt Unter- 
handlungen mit der Pforte und mit Siebenbürgen; 346, dessen Regi- 
ment in der Wetterau (1673). 

Kaiserstein, in Diensten bei der Regierung in Tyrol;— III, 275, verspricht 
für den Durchzug der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe, jedwedes 
Entgegenkommen. 

Kalbe, Stadt, Preussen; — 11, 102, Sturm der Kaiserlichen auf (1680). 

Kai 16, Ort, Ungarn; — IV, 65, die Türken fordern die Herausgabe von; 
71, soll gut befestigt werden; 73, kaiserliche Garnison für; 121, 
Lager für die kaiserliche Cavallerie bei. 

Kalnö, Ort, Ungarn; — III, 447, von den Kaiserlichen besetzt. 

Kammerdienst, kaiserlicher; — IV, 15, Beschreibung desselben; 17. 

Kanizsa, Stadt, Ungarn; — II, 309, versuchte Einnahm^ von (1664); 413, 
Belagerung von (1664); 414, Entsatz von; 415; 425, Abmarsch der 
Türken nach; 511, von den Türken belagert; 532, Erzherzog Fer- 
dinand vor; 555; — III, 342, die kaiserlichen Truppen bei (1664); 348, 
Belagerung von; 349; 377; 380; 434, die Türken erobern; 444; — 
IV, 86, die Türken rücken gegen; 89; 90; 92, ist angeblich leicht zu 
erobern; 113, Berathungen in Regensburg über den beabsichtigten 
Angriff auf (1664) ; 114; 115; 118; 119; 120; 121. 

Kanonen; — II, 42 ff., Beschreibung der; 132, Giesshütten für; 133, Ein- 
theilung der; 241; 325. 

Kapella siehe La Chapelle. 

Kaplil' von Sulevic, Caspar, Graf, kaiserlicher FM.; — III, 389, dessen 
Klagen über den Hof-Kriegsrath. 

Kaposvär, Stadt, Ungarn; — III, 430, die Türken erobern. 

Kapuvär, Ort, Ungarn; — II, 539. 

Karolsky; — IM, 278, im Gefolge Montecuccoli's, gelegentlich seiner offi- 
ciellen Reise nach Finale. 

Karoly, Ort, Ungarn; — IV, 65, die Türken fordern die Herausgabe von. 

Karthaunen, Geschützgattung; — II, 241; 242, Eintheilung der; 325. 

Kaschau, Stadt, Ungarn; — II, 365, weigert sich kaiserliche Besatzung 
aufzunehmen; 370; 379, kaiserliches Lager bei (1661); 383, die Stände 

Montecuccoli. IV. 2Q 



438 Montecuccoli: 

versammeln sich zu (1663); 385; 512, Anlage eines Proviant-Maga- 
zins in; 531; 538; — III, 425, Belagerung von; 429, ergiebt sich 
Johann Zäpolya; 431, die Türken brandschatzen die^Gegend von; 434, 
verbündet sich mit den Gegnern des Kaisers; 436, Bethlen Gabor 
erobert; 438, derselbe zieht sich hieher zurück; 439, vertreibt den 
kaiserlichen Gouverneur; 443, weigert sich kaiserliche Besatzung auf- 
zunehmen; 447, wird von den Kaiserlichen besetzt; 459, soll gut be- 
festigt werden; — IV, 68, dessen feindselige Haltung gegen den 
Kaiser; 69; 71, wegen Anlegung eines Haupt-Magazins in; 73, Gar- 
nison für; 101, muss ständige Garnison erhalten; Mangel an Entgegen- 
kommen der Einwohner gegenüber dem Militär in; 108. 

Kassel, siehe Cassel. 

Kaster, Ort, Preussen; — 111, 203, Montecuccoli in. 

Katzlaner zu Katzenstein und Fiedingen, Hans, Freiherr, Obrister-Feld- 
hauptmann in Ungarn; — II, 511, wird geschlagen (1537); — III, 
429, dessen Operationen gegen Sultan Soliman in Ungarn und 
Croatien. 

Kaufbeuren, Stadt, Bayern; — IV, 21, die Kaiserlichen nehmen (1633). 

Kaufering, Ort, Bayern; — III, 71, die Schweden übersetzen den Lech 
bei (1648). 

Kaufmann, im Gefolge Montecuccoli's bei dessen Reise nach Pinale; — 
III, 285, reist von Mailand nach Genua. 

Kem6ny, Johann, Fürst von Siebenbürgen; — II, 358; 363, wird von der 
Pforte nicht anerkannt; 364, erhält Unterstützung vom Kaiser; 368, 
zieht sich aus Siebenbürgen zurück (1661); 370, vereinigt sich mit 
den Kaiserlichen; 371; 372; 374; 376; 377; 378, dessen Truppen saugen 
das Land aus; 379, steht bei Medgyes; 380, begehrt Unterstützung 
(1662); 381, gegen die Türken; 382, fallt im Kampfegegen die Türken; 
383; — III, 340, bittet um kaiserliche Hilfe; besetzt Klausenburg; 
372, dessen Rückzug von Klausenburg; 373; 374, bittet um kaiser- 
liche Hilfe; 440, geräth in die Gefangenschaft der Tataren; 441, wird 
zum Fürsten erwählt; 442, fallt gegen die Türken; 443, ist bei den 
Ungarn nicht beliebt; — IV, 68, dessen Bericht über die Machenschaften 
in Ungarn; wird von den Ungarn gehasst; 72; 73; 74, hat auch in 
seinem Lande wenig Anhang; 75, rückt gegen Klausenburg; 85, wird 
von seinem Lande preisgegeben; 87, sein Verhalten gegen den Kaiser; 
kann sich auf seine Truppen nicht verlassen; 88, versucht die Gunst 
der Türken zu erwerben ; ist durch den Rückzug der Kaiserlichen von 
Klausenburg entmuthigt; 91, erklärt das Einrücken der Kaiserlichen 
in Siebenbürgen als einen Fehler; 93, verlangt vom Kaiser Unter- 
stützung an Cavallerie; 94, dessen verfehlte Operationen gegen 
Apdffy; 107. 

Kempten, Stadt, Bayern; — I, 167, kaiserliches und schwedisches Lager 
bei (1633); — IV, 22, Montecuccoli im Winter-Quartiere in (1634); 
135, kaiserliche Quartiere zu (1633). 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^^g 

Kessel, Ort, Niederlande; — III, 166, Montecuccoli übersetzt die Maas bei. 
Khevenh Oller, Grafin; — III, 249, wahrend des Landtages in Pressburg. 
Kiel, Stadt, Preussen; — IV, 213, Einnahme von (1644). 
Kielmannsegg, Heinrich Ulrich, Freiherr von, kaiserlicher General-Feld- 
wachtmeister; — II, 434, dessen Regiment bei St Gotthard; 561. 

Kien, Doctor; — IV, 325, in Wien. 

KInsky von Wchinitz, Wilhelm, Graf; — IV, 6, im Einverstandnisse mit 

Waldstein; 7, wird von Waldstein nach Pilsen berufen; zieht mit 

Waldstein nach Eger. 

Kinsky, Graf, kaiserlicher Obrist; — I, XLI, in schwedischer Geüemgen- 
schaft; — IV, 148, stört die Fouragierung der Schweden (1644); 361, 
wird aus der Gefangenschaft entlassen (1642). 

Kineky, Graf; — III, 149, in Brüssel; 154. 

Kis-Farkas, ungarischer Oberhauptmann in Putnok; — III, 349, hat rühm- 
lichen Antheil an den Kämpfen gegen die Türken genommen; 
stirbt. 

Kittsee, Ort, Ungarn; — III, 376, kaiserliches Lager bei. 
Kitzingen, Stadt, Bayern; — III, 174, Montecuccoli übersetzt den Main 
bei; 204. 

Klagenfurt, Stadt, Kämthen; — II, 128, wäre nicht zu befestigen. 

Klattau, Stadt, Böhmen; — III, 60, die kaiserliche Armee bei (1647); — 
IV, 217, Montecuccoli in (1644). 

Klausenburg, Stadt, Ungarn; — II, 372, die Kaiserlichen bei (1661); 373; 
375; 376, von den Kaiserlichen mit Besatzung belegt; 377, wird mit 
Proviant versehen; 378; 386, von den Türken belagert; 387, von den 
Kaiserlichen entsetzt; 518; 541, Ali Pascha bei (1661); — III, 340, 
Treffen bei; 340, erhält kaiserliche Besatzung; 345; 346; 371; 372; 
873; 375, Belagerung von; 388, Meuterei von kaiserlichen Truppen 
in; 434, daselbst werden die Jesuiten wieder eingesetzt; 436, Bethlen 
Gabor versammelt ein Heer bei; 441, die Kaiserlichen besetzen; 442; 
— IV, 75, dessen Haltung gegenüber dem Kaiser; 87, erhält kaiser- 
liche Besatzung; Ursachen des Rückzuges der Kaiserlichen von; 91, 
die Türken wagen keinen Angriff auf. 

Klein, churbayerischer Feldmarschall; — III, 173, hat sich in Westphalen 
bereichert. 

Klempenow, Ort, Preussen; — III, 271, die Kaiserlichen erobern (1659). 

Klettner, Büchsenmeister in Salzburg; — III, 98, soll fiir die Königin Chris- 
tine einen Repetier-Carabiner anfertigen. 

Klitzing, chursächsischer General; — I, 145, besetzt Dömitz, Havelberg 
und Rathenow; — IV, 24, soll Brandenburg nehmen (1636); 25, 
erobert Dömitz und Havelberg (1637). 

Knaf, Erich, dänischer Reichs-Secretär; — III, 84, beim Besuche Monte- 
cuccoli's in Kopenhagen. 

2g* 



440 Montccuccoli: 

Knigge, Jobst Gilmar, Freiherr von, kaiserlicher FML.; — II, 385, dessen 
Regiment wird von aufständischen Ungarn angegriffen (1662); 391, 
dessen Regiment; — IV, 364, dessen Ernennung zum General. 

Kniphausen von Inhausen, Dodo, schwedischer FM.; — IV, 133, wird 
bei Neu -Brandenburg gefangen (1631). 

König, Fort bei Wismar; — II, 9. 

König, Freiherr von Mohr, Heinrich Peter, kaiserlicher Obrist; — IV, 136, 
wird in Lindau gefangen genommen (1633). 

Königgrätz, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre zu befestigen. 

Königsegg, Ernst, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; — II, 572, wird bei 
Bemburg geschlagen. 

Königsmark, Johann Christoph, Graf von, schwedischer General der Caval- 
lerie; — II, 5; — III, 55, vereinigt sich mit Turenne (1645); 69, 
überrumpelt die Kleinseite von Prag (1648); 194, verweigert den Ge- 
horsam und will nicht zu Feld ziehen; 211, ist mit den Verhältnissen in 
Schweden unzufrieden; — IV, 148, im Feldzuge 1644; 199, erhält 
Verstärkungen; 203; 204; 205; 207; 209; 213; 214, marschiert gegen 
Erfurt; 215; 231, greift Meppen an (1647). 

Königstein, Stadt, Preussen; — III, 173, Montecuccoli übernachtet in. 

Köppner, von, Professor an der Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt; — I, 
VI, dessen Vorarbeiten zur Herausgabe der Werke Montecuccoli's. 

Körmend, Ort, Ungarn; — II, 427, versuchter Uebergang der Türken über 
die Raab bei (1664); 442; 444; 539, das Schloss von; — III, 344, 
projectierter Uebergang der Kaiserlichen über die Raab bei; 346. 

Körperinhalt; — II, 37, Berechnung des. 

Kövär, Ort, Ungarn; —II, 365, soll von kaiserlichen Truppen besetzt werden 
(1661); 371; 378; — IV, 71, soll gut befestigt werden; 73, kaiser- 
liche Garnison für; 74, dessen Umgebung ist von den Türken ganz 
verwüstet. 

Kolberg, siehe Colberg. 

Kolding, Stadt, Dänemark; — III, 268, die Kaiserlichen erobern (1658). 

Kollonits, Ferdinand, Freiherr von, kaiserlicher Feld-Obrist; — III, 434, 
schlägt den Pascha von Ofen. 

Komorn, Stadt, Ungarn; — II, 128, wäre zu befestigen; 361, Lager des 
kaiserlichen Heeres bei (1661); 365; 366; 377, de Souches bei; 392; 
393, Versammlung der Insurrection in (1663); 394; 398; 402, die 
Donaubrücke bei; 407, Lager des Grafen Zrinyi bei; 500, Georg Basta 
bei (1605); 512; 539, schützt die Insel Schutt; — III, 371; 385, 
Gelder für den Festungsbau in; 395; 428, Ferdinand L erobert; 437, 
Rückzug des kaiserlichen Heeres nach; — IV, 66, hat keine Magazine 
für den Proviant; 70; 79; 106; 121, Lager für die kaiserliche Caval- 
lerie bei. 

Kopaun, Albrecht Weikhardt, kaiserlicher Obrist; — IV, 150, dessen Re- 
giment im Feldzuge 1646; 203, dessen Regiment unter Monte- 
cuccoli (1644). 



Orts-, Namen- und Sach-Register. aai 

Kopenhagen, Stadt, Danemark; — I, LXVI, Besuch Montecuccoli*s am 
königlichen Hofe in; — II, 608, Belagerung von; 609; — IM, 84 ff., 
Montecuccoli besucht (1663); 368, Entsatz von (1658). 

Koppäny, Ort, Ungarn; — III, 432, die türkische Garnison von, wird 
gefangen genommen. 

Koprelnitz, Stadt, Croatien-Slavonien; — I, LXXXVII; — IV, 60, über die 
Befestigung von; 62, Kosten hiefur. 

Korpöna (Karpfen), Ort, Ungarn; — II, 393, Versammlungsplatz der un- 
garischen Insurrcction (1663). 

Kosaken; — II, 294, deren Festungen werden von den Türken geschleift. 

Kottori, Ort, Ungarn; — II, 419, die Verbündeten bei (1664); 426, bleibt 
von den Kaiserlichen besetzt. 

Krakau, Stadt, Galizien; — II, 180, das kaiserliche Herr in (1657); — IM, 
265, Belagerung von (1657); 266; 440, Rdk6czy besetzt; — IV, 143, 
die kaiserliche Armee bei (1657); 217, Krönung der Königin von 
Polen in (1646); 251, Vorrücken der Kosaken gegen (1651). 

Kraszna, Fluss; — M, 370, kaiserliches Lager längs der; 371. 

Krause, Advocat; 82, betreibt Geldforderungen Montecuccoli's in Berlin. 

Kreme, Stadt, Niederösterreich; — II, 127, wäre zu befestigen; 136; — 
IM, 53, von den Schweden eingenommen (1645). 

Kreuz (Koros), Stadt, Croatien-Slavonien; — I, LXXXVII; — IV, 59, soll 
als Befestigung aufgelassen werden; 60, über die Ergänzung der 
Befestigungen von; 62, Kosten hiefür. 

Kreuzburg a. d.W., Stadt, Sachsen- Weimar ; — I, 176, Hatzfeld ver- 
einigt sich daselbst mit Götz. 

Krieg; - I, LXIV, in Italien 1643; LXV, in Deutschland und Ungarn 1645; 
LXVI, in Deutschland 1647 und 1648; CXXII, in Ungarn und Sieben- 
bürgen 1661 und 1663; CXXIII, in Ungarn und Siebenbürgen 1662, 
dann 1661 — 1664; 22, Ursachen der Kriege im Allgemeinen; 28, 
Bürgerkriege; 37, Mittel gegen den Ausbruch der letzteren; 52, Vor- 
bereitungen zu einem Kriege nach Aussen; 113, vom Defensivkriege; 137, 
vom Offensivkriege; 150, vom Festungskriege; 373, von der Beendi- 
gung des; — II, 3, Kriegführung der Schweden in Deutschland; 
268, vom Offensiv-; 270, vom Defensiv-; 450, Abhandlung über den; 
532,_yoiiL Offensivkriege gegen die Türken; 537, Yom Defepsivkriege 
gegen _ die Türke n; — IV, 69 ff.", über die Kriegführung im 
Winter. 

Kriegseinrichtungan; ~ II, 213, der Griechen; der Römer; 214, im kaiser- 
lichen Heere. 

Kriegserklärung; — I, 58; 59; 60, Arten derselben. 
Kriegskunst, von der (Del arte militare); — I, XLVI, Werk des Fürsten 
Montecuccoli; — M, 27 ff. 

Kriegslisten; — I, 330, Arten derselben; — II, 74; 98, bei der Belagerung 
von Festungen; 320. 



442 



Montecuccoli: 



Kriegswerkzeuge; — \, 76, welche im Felde nothwendig sind; — II, 94, 
in Festungen; 132; 133, Erzeugung derselben in den kaiserlichen 
Staaten; 245, iiir die Artillerie; 246; 325, in Festungen. 

Krokow, siehe Cracau. 

Kronstadt, Stadt, Ungarn; — III, 436, Gabriel Bithory belagert. 

Krossen, siehe Crossen. 

Kruiss, Erich, schwedischer Obrist; — III, 91. 

Kucsuck Mehemed Pascha; — II, 381, besetzt Schässburg (1662); 386, 
belagert Klausenburg. 

Kustrin, Stadt, Preussen; — I, 71, soll dem Könige von Schweden als 
Pfand überlassen werden. 

Kuffstein (Kuef stein), Georg Adam, Graf, kaiserlicher General-Feldwacht- 
meister; — IV, 249, ist Hof-Kriegsrath (1650). 

Kupferberg, Ort, Böhmen; — III, 61, Marsch der Kaiserlichen über (1647). 

Kuppitsch, Antiquar; — I, LVI, war im Besitze von Manuscripten des 
Fürsten Montecuccoli. 

Kuschen itz, Johann, kaiserlicher Obrist; — II, 427, dessen Regiment bei 

Särvär (1664); — III, 344, bei Könnend. 
Kynoskephalae, Ort, Griechenland (Thessalien); — I, 189, Schlacht bei 

(197 V. Chr.). 



L 

La Barre, Fräulein; — III, 95, am Hofe der Königin Christine von Schweden. 

La Bass6e, Ort, Frankreich; — III, 115, beabsichtigter Angriff auf; 125. 

Labienus, römischer Feldherr unter Julius Caesar; — I, 254, dessen Vor- 
gang bei Flussübergängen. 

La Chapelle, Stadt, Frankreich; — Ifl, 201, wird von den Franzosen be- 
lagert. 

La Chapelle, schwedischer Obristlieutenant; — I, 199, wird hingerichtet. 
La Chapelle, spanischer Obristlieutenant; — III, 192, bittet um Aufnahme 
in kaiserliche Kriegsdienste. 

La Corona (von der Cron), Johann, Freiherr, kaiserlicher FML.; — II, 
435, dessen Regiment bei St. Gotthard; 561; — IV, 203, dessen Re- 
giment im Feldzuge 1644. 

Ladislaus (Posthumus), König von Ungarn; — III, 455, erhält, während 
seiner Minderjährigkeit, für die Regierung einen Vormund. 

Ladislaus, siehe auch Wladlslaw. 

La Doyet^, schwedischer Hauptmann; — III, 96, überbringt Montecuccoli 
die Statuten des Amaranthen-Ordens. 

La Feuillade, Graf, französischer General; — II, 435, bei St Gotthard; 
436; — III, 381, erhält nach St. Gotthard einen Dankbrief des Kaisers. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 443 

Lafnitz, FIuss; — II, 442, bereitet dem Marsche der kaiserlichen Armee 
Schwierigkeiten (1664). 

Lager; -* I, 228, Beziehen desselben; 233, Aufbruch aus dem; 292, Siche- 
rung des; 293 fif., Befestigung desselben; 297, Eigenschaften, welche 
es besitzen muss; 298, kurzdauernde; 299, lang dauernde; 301, Raum 
für ein Fähnlein Fussvolk; 304, für ein Regiment zu Fuss; 306, für 
ein Fähnlein Reiterei; 307, für ein Regiment zu Pferd; 308, für das 
Haupt-Quartier; 310, Ausstecken des; Berechnung des ganzen Lager- 
raumes; 315, Befestigung des; 317, Lager>'orschriften ; 319, Instand- 
haltung des; 321, das Fouragieren im; — II, 53, Aufbruch aus dem ; 
59, Beziehen des; 60, Sicherung des; 63, Form des; 64, Ausdehnung 
des; 284fr., Abhandlung über; 290, Wachen im; 542, der Türken; 
543, der christlichen Armeen. 

Lahn, Fluss; — III, 406, die Kaiserlichen und Brandenburger ander (lö72); 
Treffen an der. 

Laibach, Stadt, Krain; — I, CXXV; — II, 128, wäre zu befestigen. 

Laln^, im Gefolge des Prinzen von Condd; — III, 152; 157; 159; 162, er- 
hält, vom Könige von Spanien, 12.000 Thaler jährlich. 

Lamberg, Johann Max, Reichsgraf, kaiserlicher Oberstkämmerer; — III, 310, 
erhält ein Schreiben des Herzogs von Albuquerque; — IV, 295, in 
Correspondenz mit Cardinal Colonna; 327, mit Montecuccoli. 

Lamboy, Wilhelm, Graf, kaiserlicher FM.; — II, 70, dessen Niederlage in 
Westphalen; — III, 62, in Hessen (1647); 173, hat sich in West- 
phalen bereichert; — IV, 231, im Feldzuge 1647. 

Lamboy, Graf; — III, 287, in Genua. 

Lambrecht, englischer General-Lieutenant; — III, 134, eventueller Nach- 
folger CromweU's. 

La Moville, spanischer Capitain; — III, 146, in Brüssel. 

Lanan, Franz, von, kaiserlicher Christ; — IV, 137, wird Obristlieutenant 

im Regimente Montecuccoli (1638). 
Landau, Stadt, Bayern; — III, 69, Stellung der Kaiserlichen und Bayern 

bei (1648); 70. 

Landrecies, Stadt, Frankreich; — IM, 181, Angriff der Franzosen auf; 198, 

wird von den Franzosen erobert. 
Landsberg, Stadt, Bayern; — III, 67, Verstärkung der Besatzung von (1648); 

72, die Kaiserlichen bei. 
Landsberg, Stadt, Preussen; — I, 274, Gallas stellt Bandr bei; — IV, 25, 

Rückzug der Schweden nach (1637). 
Landshut, Stadt, Bayern; — III, 70, die Schweden in (1648); — IV, 13, 

FM. Aldringen fällt bei; 22. 
Landwehr; — I, LXI, über die Errichtung einer; — II, 609 ff. 
Langenfeld, Ort, Bayern; — III, 180, Montecuccoli b. 
Lan8chltz(Csekl6sz), Ort, Ungarn; — II, 397, kaiserliches Lager bei (1663); 

398; 399, geplanter Ueberfall auf das Lager bei; 403; — III, 376, 

Sammelplatz der Armee bei. 



AAA Montecuccoli : 

Lanze; — I, 98, Hauptwaffe der Cavallerie, 351; — II, 219 Beschreibung 

der ; 474. 
La Pointe, kaiserlicher Obristlieutenant; — III, 375, auf dem Marsche 

gegen Klausenburg. 
La Rochelle, Stadt, Frankreich; — I, 107, Belagerung von (1573); 13d, 

Belagerung von (1628); — III, 7; 8, Capitulation von. 
Lasagna, genuesischer Kaufmann; -—III, 124, in Brüssel. 
La Stellata, Ort, Italien; — IV, 29, Ueberfall auf (1643). 
La Tometta, kaiserlicher Obrist; — I, 810, Inhaber eines Regiments zu 

Pferd. 
La Tour, siehe Thum. 
La Trappola, Bettino, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; — IV, 23, Inhaber 

eines Regiments Arquebusiere; 135, erhält das Regiment Aldobrandini 

(1634); verzichtet auf sein Regiment. 
Lauen bürg a. E., Stadt, Preussen; — IV, 25, die Kaiserlichen schlagen 

eine Brücke bei (1637). 
Laufenburg, Stadt, Schweiz; — IV, 22, der Herzog von Feria erstürmt 

(1633). 
Lauingen, Stadt, Bayern; — III, 63, Lager der Kaiserlichen und Bayern 

bei (1648). 
Lauterecken, Pfalzgraf von; — IV, 48. 
La Valette, Ludwig, Cardinal, Commandant der französischen Truppen in 

den Niederlanden; — I, 262, schlägt CoUoredo; 265, zieht sich nach 

Metz zurück; 267, gegen Gallas; 272, zieht von Worms ab; — II, 

73, wird bei Mezi^res überfallen (1635); 334; 572; — IV, 23, er- 
obert Dieuze (1635). 
La Valette, venezianischer General; — III, 22, im Feldzuge 1643 in Italien; 

23; 24; 36, recognosciert Crevalcore; 47, übersetzt den Po; — IV, 

222, im Feldzuge 1643 in Italien. 
Lech, Fluss; — I, 129, Gefecht am (1632); 175; 248, Gustav Adolph 

überschreitet den; — II, 57; 341, die Schweden am (1631); 574; — 

IM, 9; 65; 66; 67; 71. 
Lede, Marquis von; — III, 17, Commandant von Bois-le-duc (1632). 
Legion, Unterabtheilung im romischen Heere; — I, 101. 
Lögrad, Ort, Ungarn; — II, 426, wird von den Verbündeten mit einer Garnison 

belegt (1664). 

Lehner, F. M., Herausgeber von Schriften Montecuccoli*s; — I, XIL 
Lehnhaus (Lenhausen), Schloss, Preussen; — IV, 149, die Kaiserlichen 

erstürmen (1646); 228. 
Leiche, Maler; — III, 98, soll das Bild der Churfurstin Adelheid von Bayern 

malen. 

Leipzig, Stadt, Sachsen; — I, XIU; LXXXV, Schlacht bei (1631); CXXI, 
Gutachten über die Schlacht bei (1642); 127; 142, Schlacht bei (1631); 
146; 160; 164; 262; 263; 329; 349; — II, 66; 68; 69, Schlacht bei 
(1642); 70; 121; 223; Schlacht bei (1631); 348; 554; 577; 578; 580; 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^.45 

581; — III, 9; 25; — IV, 11, Schlacht bei (1631); 134, Schlacht bei 

(1631); 136, Ban6r belagert (1637); 139, Schlacht bei (1642); 263, 

hat feindliche Besatzung (1644). 
Leitmeritz, Stadt, Böhmen; — II, 129, wäre zu befestigen; — IV, 27, 

Montecuccoli wird als Gefangener nach, geführt (1639). 
Lemnos, Graf von; — III, 33d, tituliert den Dogen von Genua >Sere- 

nissimus«. 
Lengfurt, Ort, Bayern; — III, 174, Montecuccoli übersetzt den Main bei. 
Lens, Stadt, Belgien; ^ II, 69, Schlacht bei (1648); 677; — III, 124. 
LentI (Nemphti), Ort, Ungarn; — II, 426, Verstärkung der Garnison von 

(1664). 

Leo X., Papst; — II, 536, verfasst einen Plan zu einem Kriege gegen die 

Türken. 
Leobschutz, Stadt, Preussen; — II, 122, ist in schwedischen Händen; 126, 

wäre nicht zu befestigen. 

Leopold I., römisch-deutscher Kaiser; — I, XX, Brief Montecuccoli*s an 
(1680); LXXIII, Geschichte seines Lebens von Graf Gualdo Prio- 
rato; beschliesst eine Reform der Armee; XCII, beschliesst sich 
zum zweiten Male zu vermählen; XCVI, dessen Correspondenz 
mit Montecuccoli; CHI, sein Regierungsantritt; CVIII, dessen Cor- 
respondenz 1666; CXXIV, befiehlt, zur Feier des Geburtsfestes der 
Kaiserin, ein Carroussel abzuhalten; — II, 361, wird von Siebenbürgen 
um Hilfe angegangen; 363; 364; 386, beruft die Truppen aus Ungarn 
zurück (1662); 387, beruft den Landtag nach Pressburg ein; 413, be- 
schliesst die Belagerung von Kanizsa; 416, überträgt Montecuccoli 
das Obercommando über die Armee (1664); 443, Belohnungen des 
Kaisers für St. Gotthard; 448, untersagt den Officieren im Felde das 
Correspondieren; — IM, 260, über dessen Heirathspläne; 258, erhält 
den Orden vom Goldenen Vliesse; 260, bei der Krönung der Kaiserin 
Eleonore, als Königin von Ungarn; 267, unterhandelt mit dem Chur- 
fürsten von Brandenburg wegen Abschluss eines Bündnisses (1658); 
282, erhält von Montecuccoli einen Bericht über desen Aufenthalt in 
Mailand; 291; 300, interveniert im Streite zwischen Mantua und Mo- 
dena; 301; 308, dessen Instructionen über das Empfangs-Ceremoniell 
bei der Kaiserin-Braut; 310, erhält ein Schreiben des Herzogs von 
Albuquerque; 317 ff., ertheilt Montecuccoli eine Instruction zur Reise 
nach Pinale; 866, Intriguen bei dessen Wahl zum Kaiser; 867, leistet 
Dänemark Beistand; schliesst mit Brandenburg ein Bündniss ab 
(1658); 370, dessen Schreiben an den Churfürsten von Maynz; 371, 
dessen Politik gegen R&köczy; 874, leistet K6meny Beistand ; 375, 
besteht auf der Einberufung des Reichstages; 381, dessen Belohnun- 
gen für St. Gotthard; 391 ff., empfangt Montecuccoli*8 Bericht über 
. Misstände beim Hof-Kriegsrath ; 405 ff., im Bunde mit Brandenburg gegen 
Frankreich 1672 und 1673; 440, unterstützt den König von Polen; 441, 
entsendet ein Heer nach Siebenbürgen; 445, schliesst mit den Türken 



^4 6 Montecuccoli: 

Frieden; — IV, 79, dessen Politik vor dem Türkenkriege 1663/64; 83, 
dessen Eigenschaften; 106, wird von den Ungarn und Siebenbürgem um 
Hilfe angerufen; 111, empfängt Montecuccoli zu Regensburg in Audienz 
(1664); 123, benöthigt zur Erhaltung seines Truppencontingentes 
für den Türkenkheg öOO.OOO fl.; 123, empfangt Montecuccoli in Ab- 
schieds* Audienz; 126; 143, wird als König von Böhmen gekrönt 
(1656); 157, schliesst mit Polen ein Bündniss; 175 fif., über dessen 
zweite Vermählung; 241, reist nach Mariazell (1665); nach Innsbruck 
(1665); 262, erhält den Orden vom Goldenen Vliesse (1655); 263 
wird zum König von Ungarn gekrönt; 264; 274, soll die Regierung 
bis zur erlangten Volljährigkeit, unter Vormundschaft fuhren; 275 
erkrankt an den Masern; 277 ff., in Correspondenz mit Montecuccoli 
während der Reise nach Finale (1666); 312, verspricht Montecuccoli 
den Orden vom Goldenen Vliesse; 314, an den Grafen Pötting; 319 
327, an die Königin von Spanien; 328, soll gegen Frankreich ener 
gisch vorgehen; 346, Montecuccoli*s Berichte an (1673); 347; 352 
ersucht Montecuccoli das Amt des Hof-Kriegsraths-Präsidenten zu be 
halten; 355, an Montecuccoli (1680); 356, verspricht diesem die Er 
hebung in den Reichsfürstenstand; 370, verbietet die Privat-Corres 
pondenz während des Feldzuges. 

Leopold, Erzherzog von Oesterreich, Graf von Tyrol; • I, XCIX; — III, 
7, heirathet die Prinzessin Claudia von Medici. 

Leopold Wilhelm, Erzherzog von Oesterreich, Statthalter des spanischen 
Antheiles der Niederlande, kaiserlicher General-Lieutenant; — I, 
LXV, befürwortet Montecuccoli in Wien und Modena; LXVI, 
dessen Biographie verfasst von Pater von Hollandt; LXVin, Sendung 
Montecuccoli*s an den Erzherzog; LXXXVI, beginnt (1645) die Opera- 
tionen gegen Räköczy; XCI, dessen Biographie von Pater von 
Hollandt; XCV, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; XCVII; 
CI; CXXXII; — II, 73, gegen die Franzosen am Rhein (1645); 103, 
stürmt Courtray; 115, zwingt die Schweden zum Abzüge aus Schle- 
sien (1642); 116, bringt Succurs nach Cambray; 117, bringt Succurs 
nach VVolfenbüttel (1641); 314, belagert Ostende; 317, vor Gross- 
Glogau (1642); 575, entsetzt Brieg; — III, 54, würd zum Generalissimus 
ernannt; vertheidigt Wien (1645); 55, sendet dem Curfürsten von Bayern 
Hilfstruppen; 56, bezieht Winter- Quartiere in Böhmen; 117, in den 
Niederlanden; 119, bei Arras; 120, empfangt Montecuccoli in Brüssel; 
121; 122; 127, geht zur Armee ab; 132; 142, sendet Pimentel zu 
Montecuccoli; 143, schlägt vor, die Königin Christine von Schweden 
in Brüssel festlich zu empfangen; 146, empfangt Montecuccoli in 
Brüssel; 147; 149, empfängt den Prinzen von Cond6; 154, geleitet 
die Königin Christine nach Brüssel; 155, speist mit der Königin; ist 
bei ihrem Uebertritte zum Katholicismus anwesend; 156; 157, em- 
pfangt den Prinzen von Cond6; 158, speist mit der Königin Christine; 
160, dessen Relation über Arras; 161, stattet der Königin Christine 



Orts-, Namen- und Sach-Rcgister. 447 

einen officiellen Besuch ab; 162; 163, fertigt das Schriftstück, betreffend 
den Uebertritt der Königin Christine zum Katholicismus; 164, empfangt 
Montecuccoli in Abschiedsaudienz; 165, sendet Montecuccoli, in An- 
gelegenheit des Grafen Schwarzenberg, zum Herzog von Neuburg; 
166, lässt für Montecuccoli sein Brustbild malen; 170, als Schieds- 
richter in der Schwarzenberg'schen Angelegenheit; 179, in Correspon- 
denz mit Kaiser Ferdinand III.; 188, im Lager bei Vadencourt; 189, 
will Montecuccoli in spanische Dienste nehmen; 190, unterrichtet 
Montecuccoli über die laufenden Verhaltnisse; 191, dessen Macht als 
Statthalter; 197; 198, empfiingt den Besuch Montecuccoli's in Bou- 
chain; 199, über die beabsichtigten Werbungen der Königin Christine; 
200; 212, dessen Ansichten über die Zustände in Flandern; 213; 222; 
224; 225; 226, Bericht Montecuccoli's, über seinen Aufenthalt am Hofe 
der Königin Christine, an den Kaiser; 233, unterstützt Schwarzenberg in 
seinem Streitüedle mit dem Herzog von Neuburg; 234; 245, als Zeuge 
beim Uebertritte der Königin Christine zum Katholicismus; 249, 
schreibt dem Kaiser; 250, über dessen Stellung in Flandern; 439, 
gegen Räköczy in Ungarn; — IV, 28, im Feldzuge 1642; belagert 
Glogau; 35, empfangt einen Bericht Montecuccoli's, über die Pferde- 
ergänzung in Schlesien; 43, als Landgraf von Nieder-Elsass und 
Bischof von Strassburg; 137, wird Generalissimus des Heeres (1639); 
im Feldzuge 1640; 138, rückt in's Feld (1642); 139, dessen Niederlage 
bei Leipzig; resigniert auf den Militärdienst; 141, im Feldzuge 1645; 
betraut Montecuccoli mit dem Commando in Schlesien; im Feldzuge 
1646; 142, geht nach Flandern ab; 145 ff., dessen Lebensbeschreibung 
von Pater von Hollandt; 147, als Generalissimus; 149, im Feldzuge 1646; 
150; 216, in Correspondenz mit Montecuccoli (1644); 217, reist nach 
Linz; 228, übersetzt die Donau bei Straubing (1646); 229, marschiert 
gegen Augsburg; 232, dessen Niederlage in Flandern (1648); 237, in 
den Niederlanden, den Franzosen gegenüber (1655); 249, in Brüssel; 
257, dessen angeblich geplante Vermählung mit der Königin Chris- 
tine von Schweden; 274, soll, als Vormund für Kaiser Leopold L, die 
Regierung führen; 363, befürwortet Montecuccoli zur Ernennung zum 
General-Feldwachtmeister; 367, stellt diesem den Antrag, in spanische 
Dienste zu treten (1649). 

Leopoldinische Akademie der Naturforscher in Halle a. d. S.; — I, XXIX, 
Montecuccoli als Protector der; XXXVI; CXXX. 

Leopoldstadt, Stadt, Ungarn: — II, 531; 539. 

Leslie, Jacob, Graf, kaiserlicher FM.; — II, 419, führt, als Obristlieutenant, 
das Commando in Serinvir; — III, 346; 377, Gouverneur vonWaras- 
din; 385, dessen Ausstände an Recrutierungsgeldem. 

Leslie, Walther, Graf, kaiserlicher FM.; — MI, 282; 287, dessen Gross- 
Botschaft in Constantinopel; 291; 445, auf der Reise durch Ungarn; 
— IV, 31, beeidigt Montecuccoli als Kriegsrath; 111, lässt dem Kaiser 
eine Denkschrift vorlegen (1664) ; 1 1 2, am Reichstage zu Regensburg ; 1 13 ; 



448 Montecuccoli: 

117; 142, bei der ungarischen Königskrönung zu Pressburg; 199; 201; 

206, in Correspondenz mit Montecuccoli; 206; 208; 209; 216; 242; 

dessen Gross-Botschaft nach Constantinopel ; 249, ist Hof-Kriegsrath 

(1650); 317, erhält den Orden vom Goldenen Vliesse; 318, dessen 

Gross-Botschaft nach Constantinopel; 323, an Montecuccoli. 
Leuchtenberg, Landgraf von; — IV, 48, vermählt mit einer Gräfin Helffen- 

stein. 
Leuchtenberg, Landgräfin von; — IV, 43, Gemahlin des Herzogs Albert 

von Bayern. 
Leutschau, Stadt, Ungarn; — IM, 431, verbündet sich mit den Gegnern des 

Kaisers. 
Lewencz (L6va), Stadt, Ungarn; — II, 368, Lager der Kaiserlichen bei 

(1661); 393, Versammlungsplatz der ungarischen Insurrection bei 

(1663); 426, wird von den Türken angegriffen; 463, Schlacht bei ; 

638; — III, 376, von den Türken erobert; 429, Sultan Soliman 

erobert; 431, geplanter Verrath gegen den Kaiser in; — IV, 73, ist 

zur Aufnahme einer Garnison nicht geeignet. 
Leyden, Marquis;— IM, 128, in Dunkerque; 136, soll, als ausserordentlicher 

Gesandter, in London eintreffen; 137, besucht Montecuccoli in Dun- 

querque; 162, in Brüssel; 166; 189, wird von Erzherzog Leopold 

Wilhelm protegiert; 194; 195. 
Leyden, Stadt, Niederlande; — li LI, Beschreibung von; — II, 166. 
Lichtenberg, Ort, Bayern; — IM, 71, die Schweden übersetzen den Lech 

bei (1648). 
Licinius, römischer Consul; — II, 262, gegen Hannibal. 
Liechtenstein, fürstliche Familie; — IV, 41, Mitglieder derselben (1660). 
Liechtenstein, Carl, Fürst von; — IV, 41, Haupt der Familie; verehelicht 

mit einer Prinzessin Dietrichstein; 42, ist Fürst von Troppau und 

Jägerndorf; 172, schuldet Montecuccoli 67.000 fl. 
Liechtenstein, Gundaker Fürst von; — IV, 41, dessen Familie. 
Liechtenstein, Ferdinand Fürst von; — IV, 41, Sohn des Fürsten Gundaker; 

42, ist Fürst von Teschen. 
Liechtenstein, Hartman, Fürst von, Bruder des Vorigen; — IV, 41, ist 

Herr von Ostfries; vermählt mit einer Gräfin Salm. 
Liechtenstein, Prinzessin von; — IV, 41, Gemahlin des Fürsten Dietrichstein. 
Liegnitz, Fürstenthum; — IV, 42. 
Liegnitz, Stadt, Preussen; — II, 126, wäre nicht zu befestigen; — IV, 6, 

Unterhandlungen zwischen Waldstein und Arnim in. 
Lienz, Ort, Tyrol; — IM, 320. 
Lieutenant; — II, 17, Bezahlung desselben in Modena; 211, Charge im 

kaiserlichen Heere; 226. 

Liga, katholische; — I, 67. 

Ligneville, Philipp Emanuel, Graf von, kaiserlicher FML.; — IV, 113, ist, als 

Commandant eines Corps (im Türkenkriege 1664), in*8 Auge gefasst; 

116, soll nach Regensburg berufen werden; 118. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^^q 

Ligneville, Graf, spanischer General; — III, 147, in Brüssel; 160; 162; 
188, im Lager bei Vadencourt. 

Ligny, spanischer General der Cavallerie; — IV, 367, befindet sich in fran* 
zösischer Kriegsgefangenschaft (1649). 

Lilia, Axel, schwedischer General; — II, 10, als Commandant von Stettin; 
büsst vor Maynz einen Puss ein. 

Liliehoeck, Johann, schwedischer General der Artillerie; — II, 5. 

Lilienfeld, Prälat von; — IV, 37, erhält den Befehl, auf seinem Territorium 
eine Pferdeergänzung vornehmen zu lassen (1646). 

Lilienkron; — III, 142, in Antwerpen; — IV, 341, dänischer Resident am 
kaiserlichen Hofe. 

Lille, Stadt, Frankreich; — I, LI, Beschreibung von; — II, 148. 

Lindau, Stadt, Bayern; — III, 8; — IV, 21, Montecuccoli in (1632); 22, 
Montecuccoli nimmt (1634); 136, wird mit kaiserlicher Garnison ver- 
sehen (1633). 

Linde, Lorenz, von der, schwedischer General; — III, 90, besucht Monte- 
cuccoli in Upsala; 91; 93; 98; 101; 106; 211, ist mit den Verhält- 
nissen in Schweden unzufrieden. 

Linde, von der, schwedischer Ceremonienmeister, Bruder des Vorigen; — 
III, 90, besucht Montecuccoli in Upsala; 94; 99, ladet Montecuccoli 
zum Balle bei der Königin Christine; 100, überbringt Montecuccoli das 
Bildniss der Königin Christine; 102; 103; 104; 106. 

Lindelaw (Lindelo), Thymian, Freiherr von, kaiserlicher FZM. ; — I, 107, 
dessen Exercitium bei der Cavallerie. 

Lingen, Stadt, Preussen; -~ III, 12, der Prinz von Uranien bei (1629). 

Linz, Stadt, Ober-Oesterreich; — I, XIX, Sterbeort des Fürsten Raimund 
Montecuccoli; XX, dessen Unfall im Schlosse zu; XXI; XXII, das 
Herz Montecuccoli*s wird in der Starhemberg*schen Gruft zu, beige- 
setzt; XXXin; — III, 428, die Türken streifen bis. 

Lione; — III, 113, am Hofe der Königin Christine von Schweden. 

Lionne, französischer Gesandter; — IV, 366, bemüht sich um das Zustande- 
kommen des Friedens in Italien (1643). 

LIppa, Ort, Ungarn; - IM, 368, Gefecht bei (1668); 430, die Türken er- 
obern; 436, Bethlen Gabor besetzt. 

Lippay, Primas von Ungarn, Erzbischof von Gran; — II, 364, protestiert 
gegen das Einrücken der kaiserlichen Truppen in Ungarn (1661); 404, 
trägt die Schuld an dem Falle Neuhäusels (1663); 406, knüpft- mit 
den Türken Unterhandlungen an; — III, 446, dessen Unterhandlungen 
mit den Türken; sein Verhalten gegen den Kaiser. 

Liptau (Lipt6), Stadt, Ungarn; — III» 447, wird von den Kaiserlichen be- 
setzt 

Lisola, Franz Paul, Freiherr von, kaiserlicher Diplomat; — I, CVIII, dessen 
Correspondenz mit Montecuccoli; — III, 267, in Mission beim Chur- 
fürsten von Brandenburg; 306, in Madrid; — IV, 294, befindet sich 
im Gefolge der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia; 314, 



^^o Montecuccoli: 

dessen Mission in den polnischen Angelegenheiten (1665); 315, in 
Correspondenz mit Montecuccoli; 316; 318; 320; 321; 325; 326; 346, 
fuhrt Unterhandlungen in Holland (1673). 

Lissabon, Stadt, Portugal; — III, 297, ist der einzige Hafen Portugals. 

Livländische Mauern (Wälle), Bezeichnung für eine Strecke verwüsteten 
Landes; — I, 133; — II, 650; — III, 463. 

Loano, Ort, Italien; — III, 293, Prinz Doria besitzt ein kaiserliches Lehen 
in; 295. 

Lobkowitz, fürstliche Familie; — IV, 42, Beschreibung derselben. 

Lobkowitz, Herzog von Sagan, Wenzel Eusebius, Fürst, kaiserlicher FM., 
Hof-Kriegsraths-Präsident, dann Präsident des Geheimen Rathes; — 
I, XCV; CV; CXI, dessen franzosenfreundliche Politik; CXXIV, als 
Schiedsrichter beim Carroussel zu Wien (1667); — III, 276; 282; 291; 
367, leitet als Hof-Kriegsraths-Präsident die, die Türkei betreffenden, 
Angelegenheiten; 381, dessen Misshelligkeiten mit Auersperg; 386, als 
Präsident des Hof-Kriegsrathes; 393, dessen Ansicht über die Lage in 
Ungarn; 394; 401, dessen angebliche Bestechlichkeit; — IV, 112, am 
Reichstage zu Regensburg; 113; 114, dessen Ansichten über die im 
Türkenkriege, 1664, zu ergreifenden Massnahmen; 117; 119; 123; 199; 
201; 204, in Correspondenz mit Montecuccoli; 205; 249, ist Hof- 
Kriegsrath (1650); 802; 311, Montecuccoli bittet denselben, beim Kaiser 
eine Anerkennung seiner Verdienste erwirken zu wollen; 321; 322; 
325; 326; 341, verspricht Montecuccoli, dessen Bitte um Verleihung 
des Pürstenstandes, zu unterstützen; 342; 345. 

Lobkowitz, Zdenko Adalbert, Fürst, Oberst-Kanzler von Böhmen; — I, 
XCI, erhält den Orden vom Goldenen Vliesse; CVIII; — III, 153. 

Lobkowitz, Prinzessin von; — IV, 47, Gemahlin des Herzogs Julius Hein- 
rich von Sachsen-Lauenburg. 

Lodron, Graf; — IV, 248, hat von Pater Maximilian Montecuccoli Geld zu 
fordern. 

Löwen, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von ; — II, 142; — III, 203, 

Montecuccoli in. 
Löwenhaupt, Gustav Adolph, schwedischer General; — III, 106, besucht 

Montecuccoli. 
Loltz, Stadt, Preussen; — I, 254, Uebergang Bredaw's über die Peene bei 

(1638); 297, Gallas bei; — II, 10, schwedische Garnison von; 265, 

Eroberung von (1659); — III, 271, die Kaiserlichen erobern (1659); 

— IV, 25, die Kaiserlichen nehmen (1637). 

London, Stadt, England; — I, LXVII, Reise Montecuccoli's nach (1654); 

— III, 129 fif., Montecuccoli in. 

Longuevllle, Heinrich, Herzog von, französischer Marschall: — IV, 137, 

eilt Ban6r zu Hilfe (1640). 
Longuevllle, Fräulein von; — III, 113, am Hofe der Königin Christine von 

Schweden. 
Loretto, SUdt, Italien; — I, CHI. 



Orts-, Namen- und Sach-Registcr. a^i 

Lorraine-Vaudetnont, Herzog zu Mercoeur (Mercurio), Philipp Emanuel, 
von, kaiserlicher General-Lieutenant; — II, oll, rückt zum Entsätze 
von Kanizsa heran (1600); 532, bei Stuhlweissenburg (1601). 

Losung; — III, 370, Ausgeben derselben im kaiserlichen Heere. 

Lothringen, Herzogthum; — I, 141, wird von den Franzosen besetzt. 

Lothringen, Carl (IV.), Herzog von; — IM, 155; 187, dessen Intriguen in 
Angelegenheit der Römischen Königswahl; 193, dessen Politik; 210, 
ermuntert die Königin Christine auf die Römische Königskrone zu 
aspirieren; 214; 220; 226; — III, 461, wird wieder in seine Herzog- 
thümer eingesetzt; — IV, 134. 

Lothringen und Baar, Carl (V.) Leopold, Herzog von, kaiserlicher General- 
Lieutenant und FM.; — I, XX; XXII, Nachfolger Montecuccoli's in 
der Charge des General-Lieutenants; CXXII, dessen Nachlass; — II, 
435, dessen Regiment bei St Gotthard; 437; 561; 562; — III, 385, 
dessen Ausstände an Recrutierungsgeldem ; — IV, 354, dessen Beför- 
derung erfolgt auf Vorschlag Montecuccoli's. 

Lothringen, Franz, Herzog von; — IN, 115, bei Arras; 121, in Brüssel; 
148; 152, dessen Audienz bei der Königin Christine von Schweden; 
153; 154, zwei Regimenter desselben desertieren; 155, entzieht den 
Kindern der Frau Contenoy die Alimentation; 156, hat Audienz bei 
der Königin Christine; 157; 188, in Cond6; 199, befehligt 3000 Mann; 
202, von dessen Truppen desertieren taglich Leute; 214, dessen Plane; 
226. 

Lothringen, Herzogin von, Gemahlin des Vorigen; — III, 160, Montecuccoli 

besucht dieselbe in Brüssel. 
Lothringen, Prinzessin von, Tochter der Vorigen; — III, 160, in Brüssel. 
Louvain, siehe Löwen. 
Louvigny, spanischer Capitän, lothringischer Edelmann; — III, 159, dessen 

Duell mit dem Prinzen Arenberg; bei Arras. 

Lozanus, Franz, Gouverneur von Wesel; — I, 199, wird enthauptet. 

Lubomirski, polnischer Feldherr; — IV, 242, steht mit seinem Heere dem 
des Königs bei Posen gegenüber (1665); 317. 

Lucca, Republik; — III, 286, deren Verhandlungen mit Spanien, wegen des 
Ceremoniells bei Empfangen; 328; 335, deren Oberhaupt wird »Ex- 
cellenz« tituliert; — IV, 86, steuert für den Türkenkrieg 20.000 fl. 
bei. 

Lucini, Marquis; — III, 278, besucht Montecuccoli in Mailand. 
Luckau, Stadt, Preussen; — IV, 203, hat feindliche Besatzung (1644). 
Ludwig IL, König von Ungarn und Böhmen; — II, 499, fällt bei Mohdcs; 
554; — III, 427, heirathet die Erzherzogin Marie von Oesterreich. 

Lübeck, freie Reichsstadt; — I, 58, daselbst werden, zwischen dem Kaiser 

und Dänemark, Friedensverhandlungen geführt (1629). 
Lüneburg, Stadt, Preussen; — III, 62, beabsichtigter Angriff auf (1647). 
Lüneburg, siehe auch Braunschweig. 



452 



MontecuccoU: 



Luttich, Stadt, Belgien; — III, 138, ist, als Aufenthaltsort für die Königin 

Christine von Schweden, in Aussicht genommen; 139; 197, dessen 

Eisenproduction . 
Lötzelstein, Pfalzgraf von; — IV, 48. 
Lutzen, Stadt, Preussen; — I, 285, Schlacht bei; — II, 67; 219; 474; 521; 

600; - IM, 9; - IV, 21; 134. 
Lumiares (Luni^res) de Maura, Franz, Graf, spanischer Gesandter in 

Wien; — I, XCVII, in Correspondenz mit Montecuccoli (1649); — 

IV, 366, stellt Montecuccoli den Antrag in spanische Dienste zu 

treten (1649). 
LunatI, Carl, Marquis; — IM, 278, besucht Montecuccoli in Mailand; 281, 

überbringt Montecuccoli eine Liste des kaiserlichen Hofstaates. 
Lutter am Barenberge, Ort, Braunschweig; — IM, 7, Schlacht bei. 



M. 

Maastricht, Stadt, Niederlande; -* I, LXIV, Belagerung von (1632); 295, 
Pappenheim vor; — II, 98, Belagerung von; 115; 329; — IM, 408, 
die Franzosen planen die Belagerung von (1672). 

Macedo, Anton, Pater; — MI, 238, am Hofe der Königin Christine von 

Schweden; 239, dessen Mission in Rom. 
Machau, Baron, Mal theser-Ritter; — II, 435, bei St. Gotthard. 
Madonna dl Chia, Kloster bei Finale, Italien; — IM, 294, Zusammenkunft 

Kaiser C^rl V. und Papst Clemens VII. in. 
Maestro, Lorenz, del, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — IV, 26, 

Montecuccoli erhält dessen Regiment; 137. 

Magazine; — I, 203, für Proviant in den Staaten des Kaisers; — II, 132, 
deren Aufrichtung in Hauptfestungen; 325; 507, türkische; 510, 
kaiserliche Proviant-; 512; 530; 531; — IM, 385, schlechter Zustand 
der kaiserlichen; 395; 400. 

Magdeburg, Stadt, Preussen, •— I, 71; 72, von den Kaiserlichen be- 
lagert; 142, von Tilly eingenommen; 166; 228, Pappenheim marschiert 
dahin; 292, Tilly vor; 316, Hatzfeld's Lager bei; 346, TUly vor; — 
II, 74, Ban6r gegen Pappenheim bei (1632); 102, Sturm der Kaiser- 
lichen auf (1631); 111, ergiebt sich den Kaiserlichen (1636); — IM, 
9, Sturm auf (1631); 53, Rückzug der Kaiserlichen von (1644); — 
IV, 24, Belagerung von (1636); wird von den Kaiserlichen eingenommen; 
133, die Kaiserlichen erstürmen (1631); 136, Belagerung von (1636); 
140, Rückzug der Kaiserlichen nach (1644). 

Malland, Herzogthum; — II, 191, Unruhen in; 464, Krieg wegen; 664, die 
Franzosen verlieren; 608, die spanischen Streitkräfte in; — III, 7; 
288, der Gouverneur von, wird mit 9Hoheitc tituliert. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 453 

Mailand, Stadt, lulien; — I, XXXV, in der Bibliothek des Prinzen Tri- 
vulzio zu, befinden sich Manuscripte des Fürsten Montecuccoli; 
LXXI, Ankunft Montccuccoli's in (1666); CV; CVI; — III, 278, 
Montecuccoli's Eintreffen in; 279, die Strassen bei, werden in Stand 
gesetzt; 280; 283, Sehenswürdigkeiten in; 285, Montecuccoli's Abreise 
von; 313; 315, Montecuccoli's Empfang in; 320; — IV, 280 ff., Monte- 
cuccoli in (1666). 

Main, Fluss; — III, 408, die Kaiserlichen und Brandenburger übersetzen 
den (1672). 

Makedonien, Philipp V., Konig von; — I, 189, wird bei Kynoskephaiae 
geschlagen. 

Malchin, Stadt, Mecklenburg; — I, 254, Gallas zieht von dort ab (1638). 

Malfi (MalphI), siehe Metfi. 

Malines, Franz, Jesuiten* Pater; — I, LXVUI, ist, in hervorragender Weise, beim 
Uebertritt der Königin Christine von Schweden zum Kathcrficismus 
betheiligt; LXIX; — III, 195, in Brüssel^ 230, erhält den Auftrag, 
sich an den Hof der Königin Christine von Schweden zu begeben; 
240, dessen Ankunft in Stockholm; 241; 242, reist von Stockholm 
nach Madrid; 248; 244; 245, überbringt dem Papste Alexander VII. 
das Schreiben der Königin Christine, betreffend ihren geheimen Ueber- 
tritt zur katholischen Kirche. 

Mallorca, Insel, Spanien; — t\, 607, die Spanier unterstützen die Cor- 
saren von. 

Malta, Insel, jetzt in englischem Besitze; — III, 295, die spanische Escadre 
von; 305, diese geleitet die Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe The- 
resia, nach Pinale. 

Mandelslohe, Hermann Christoph, von, kaiserlicher Obrist; -- IV, 207, 
dessen Regiment im Peldzuge 1644. 

Manderscheidt, Jesuiten-Pater; — III, 91, besucht Montecuccoli in Upsala; 
93; 98; 99; 102; 112, in Antwerpen; 114; 116; 118; 126; 127; 139; 
141; 144; 151; 158, in Brüssel; 159; 161; 165; 186; 194; 196, erhält 
von Montecuccoli zwei Denkmünzen, über die Krönung des Königs 
von Ungarn; 2(X); 244, besorgt die Correspondenz der Königin 
Christine. 

Manifeste; — I, 56, Ausgabe solcher vor einem Kriege. 

Mannheim, Stadt, Baden; — I, 58, Uebergang der Franzosen bei, über 

den Rhein (1634). 
Mansfeld, Carl, Fürst von, kaiserlicher General-Lieutenant; — II, 532, im 

Feldzuge 1595 in Ungarn. 
Mansfeld, Ernst, Graf; — I, 174, dessen Kampfweise; 272, gegen TiUy; — 

III, 7, vereinigt sich mit Bethlen Gabor; stirbt; — III, 438, wird 

von Waldstein geschlagen. 
Mansfeld, Fürst zu Fondi, Heinrich Franz, Graf, kaiserlicher FM.; — IV, 

354, dessen Ernennung zum Obristen. 
Mansfeld, Gräfin; — IV, 42, Gemahlin des Fürsten Dietrichstein. 

Montecuccoli. IV. 30 



454 



Montecuccoli : 



Mantua, Carl UL, Herzog von; — I, CX; — IV, 241, stirbt (1666). 

Mantua, Isabella Clara, Erzherzogin von Oestarreich, Herzogin von, Wittwe 
des Herzogs Carl III., von Nevers-Mantua; — I, CX, deren Corres- 
pondenz mit Montecuccoli. 

Mantua, Vincenz, Herzog von; — IN, 7, stirbt 

Mantua, Herzogin von; — III, 801, beschwert sich bei der Kaiserin über 
das Verhalten Modenas. 

Mantua, Herzogthum, Italien; — II, 298, ist zur Vertheidigung sehr ge- 
eignet; — III» 7, Kaiser Ferdinand II. verlangt die Verwaltung des 
Herzogthums; 276, dessen Streit mit Modena; 282; 288, die Herzoge 
werden mit »Hoheit« tituliert; 300; 801; 303, wird von Prankreich 
unterstützt; 328. 

Mantua, Stadt, Italien; — I, CXXV; — II, 136, hat eine ständige Besatzung; 

— III, 8, wird von den Kaiserlichen mit Sturm genommen (1630). 
Marasquin, Martin, Don, Secretär der kaiserlichen Botschaft in Madrid; 

— IV, 320, wird nach Wien gesendet (1665); 323, in V^ien; 324; 
326; 327, kehrt nach Madrid zurück. 

Marazzina, siehe Morzln. 

Marburg, Stadt, Preussen; — II, 270, hält die Kaiserlichen auf (1647); — 
III, 63, kaiserliches Lager bei (1647); — IV, 231, die Kaiserlichen 
erobern (1647). 

Marchetti, Abb6, grossherzoglich florentinischer Secretär; — III, 292, 
empfangt Montecuccoli in Savona; 294, in Finale: 298, dessen An- 
sicht in Angelegenheit der Ansprüche des Prinzen Matthias von 
Medici auf Toscana. 

Mardick, Ort, Frankreich; — III, 128, das Fort bei; 132, Angri£f auf; 137, 
Montecuccoli's Ankunft in. 

Margarethe Theresia, Infantin von Spanien, Tochter Philipp IV., Gemahlin 
Kaiser Leopold I.; — I, LXXI, deren Ankunft in Finale (1666); CXIII, 
stirbt am 12. März 1673; CXXIV, zu Ehren ihres Geburtsfestes wird 
zu Wien ein Carroussel veranstaltet; — III, 276; 278, deren Aufent- 
halt in Gandia; 279, Vorbereitungen für deren Ankunft in Finale; 
284, soll sich in D6nia einschiffen; 291, erhält von ihrer Mutter den 
ganzen Schmuck; 294, wird in D^nia von einem leichten Fieber be- 
fallen; 299; 304, schifft sich in Barcelona ein; 305, trifft in Pinale 
ein; 307, empfangt Montecuccoli in Audienz; 308; 309, deren Er- 
scheinung; 312, schreibt dem Kaiser; 313, empföngt Montecuccoli 
in Abschieds- Audienz; 319, Instructionen für deren Empfang und Be- 
grüssung; 325 ff., Verhandlungen zwischen Spanien und Genua über 
das Ceremoniell bei ihrem Empfange; 399, wird, beim Kaufe von 
Juwelen, von der Hofkammer übervortheilt; — IV, 279; 283, in D6nia; 
287, deren Erkrankung; 289; 293, soll nvit der Erzherzogin Anna, 
Gräfin von Tyrol, nicht zusammentreffen; 294; 295, deren Genesung; 
297, deren Ankunft in Finale; 299, empfangt Montecuccoli in Audienz; 
317, deren Abreise von Madrid; 323; 330. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 45^ 

Maria, Erzherzogin von Oesterreich, Gemahlin des Königs Ludwig von 
Ungarn und Böhmen; — III, 427, deren Heirath. 

Maria Anna, Infantin von Spanien, Gemahlin Kaiser Ferdinand UL; — I, 
LXXII, deren Empfang seitens der Republik Genua; XCIX, deren 
Tod; — IM, 8, heirathet in Wien König Ferdinand III.; 306, über 
den Empfang bei deren Landung; 327, über deren Empfang in Genua; 
— IV, 299, Ceremoniell bei ihrem Empfange; 305. 

Maria Anna Josepha, Erzherzogin von Oeaterreich, Tochter Kaiser Ferdi- 
nand III.; — III, 308, schreibt der Kaiserin-Braut, Infantin Marga- 
rethe Theresia; 312. 

Maria Magdalena, Erzherzogin von Oesterreich, Tochter des Erzherzogs 
Ferdinand Carl; — Mi, 276, in Innsbruck. 

Maria Theresia, Kaiserin und Königin; — I, III, Enthüllung des Denk- 
males in Wien im Jahre 1888. 

Mariazeil, Ort, Steyermark; — IV, 241, Reise Kaiser Leopold I. nach 
(1665). 

Marienberg, Stadt, Preussen; — IV, 346, Montecuccoli gebraucht die Cur 
in (1673). 

Marigny; — IM, 159, in Brüssel. 

Marin (Mar sin), im Gefolge des Prinzen von Cond6; — III, 162, erhält 
vom Könige von Spanien 24.000 Thaler jährlich. 

Marketender; — I, ^09, beim kaiserlichen Heere; 210, die Waaren der- 
selben werden taxiert; deren Regalien an bestimmte Chargen. 

Marmaroe, Comitat, Ungarn; — II, 369, die Türken plündern die (1661). 

Marne, Marquis de, Erzbischof von Be8an9on ; — III, 146; 148, in 
Brüssel; 163. 

Maros-Väsärhely (Neu markt), Stadt, Ungarn; — II, 372, die Türken bei 
(1661); 378; - IV, 74, dessen Umgebung ist von den Türken ganz 
verwüstet. 

Marquaderas, Gouverneur von Antwerpen; -- III, 114; 184. 
Marquaderas, Frau, Gemahlin des Vorigen; - III, 144, in Antwerpen; 160, 
in Brüssel. 

Marquaderas, Fräulein, Tochter der Vorigen; — III, 144, in Antwerpen; 

160, in Brüssel. 
Marradas, Don Balthasar, de, kaiserlicher FM.; — IV, 11, verbleibt mit 

12.0(X) Mann in Böhmen. 

Marsch; — I, 165, Ordnung bei einem Angriffs-; 226, Verhalten während 
desselben; 227; Marschordnung; 228 ff.; — II, 53, Vorsichtsmass- 
regeln während des; Marschplan; 277, über Märsche im Allgemeinen; 
280, Marschordnung; 541, über Kriegs-Märsche. 

Marsin (Marcin) von; - - IV, 317, weigert sich unter dem Marquis von 
^ Caraccioli zu dienen (in Spanien). 

Martellini, kaiserlicher Obristwachtmeister; — IV, 232, zeichnet sich bei 
Zusmarshausen aus (1648). 

30* 



^^ 6 Montecuccoli : 

Martin, Don, kaiserlicher Obrist; — I, 310, Inhaber eines Regiments zu 

Pferd. 
MartinttZy Bernhard, Graf; — IV, 205, in Correspondenz mit Montecuccoli; 

209; 214; 216; 217; 359. 

Martinitz, Jaroslaw Bofita, Graf, Oberst-Landhofmeister von Böhmen; — IV, 
6, Waldstein plant die Einziehung der Güter des. 

Marti n uzzi (U t j e s s e n i c), Georg, Bischof von Grosswardein ; — 1 1 1 , 42 9, 
wird der Vormund des Königs Johann Sigismund Zäpolya. 

Martos, Ort, Ungarn; — II, 366, Lager der kaiserlichen Truppen bei (1661). 

Marzan, spanischer Hauptmann; — III, 122, in Brüssel. 

Mattei, Marquis, kaiserlicher Obristlieutenant im Regimente Fememont; — 
IV, 13, verliert vor Regensburg durch einen Musketenschuss ein Auge. 

Mattei, Marquis; — III, 120, in Brüssel; 122; 123; 146; 160, ersucht Mon- 
tecuccoli mit ihm in Correspondenz zu treten. 

Matthias, Römisch-deutscher Kaiser; — I, CXXIV, dessen Instructionen an 
den kaiserlichen Abgesandten an die Pforte (1616); — II, 11; 495, 
wird von Sinan Pascha geschlagen; 499, muss die Belagerung von 
Gran aufgeben; 505, zieht sich nach Ungarisch-Altenburg zurück; — 
III, 253, legt den spanischen Gesandten den Titel »Excellenz« bei; 
433, im Kriege gegen die Türken in Ungarn; 435, dessen Aspirationen 
auf die Königskrone von Ungarn; zwingt Kaiser Rudolph II. zur Abdan- 
kung; 436, dessen Kämpfe gegen die Türken; "Stirbt; 453, besetzt in 
Ungarn wieder die Stelle eines Palatins. 

Matthias Corvinus, König von Ungarn; — III, 426, erobert Mähren, Schle- 
sien und die Lausitz; 449, definiert den Wirktmgskreis des Palatins; 
450, dessen Wirksamkeit als Gesetzgeber. 

Matthias, siehe auch Medici. 

Maubege, Stadt, Prankreich; — III, 201, beabsichtigter Marsch der spani- 
schen Armee nach. 

Maximilian I., Römisch-deutscher Kaiser; — Hl, 425, dessen Kämpfe um 
den Besitz Ungarns; 427, stirbt. 

Maximilian II., Römisch-deutscher Kaiser; — II, 214, dessen Reiterbe- 
stallung; 250; 302; 498, gegen die Türken (1556); 500, fordert vom 
Reiche Hilfe gegen die Türken; 532, gegen die Türken (1566); — 
III, 430, dessen Kämpfe um den Besitz Ungarns; wird zu Pressburg 
gekrönt; 431, knüpft mit der Pforte Friedens-Unterhandlungen .an; 
453, widersetzt sich der Einsetzung eines Palatins in Ungarn; 458, 
zieht, von Truppen umgeben, in Pressburg ein; — IV, 104, bietet 
gegen die Türken eine starke Armee auf (1566). 

Maximilian Ernst, Erzherzog von Oestsrreich; — 111, 483, erobert Totis 
und Päpa. 

Maximilian, Erzherzog von Oesterreich-Este; — I, LXXX, überbringt das 
Originale von Montecuccoli's: »L'Ungheria neir anno 1677c nach Mo- 
dena. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^^j 

Maxvell von Tinell, Jacob, kaiserlicher Obrist; — III, 346, im Peldzuge 
1664. 

Maynz, Johann Philipp (von Schonborn), Churfurst von; — I, XC, zeigt 
Montecuccoli das neue Modell einer verbesserten Muskete, welche von 
rückwärts zu laden ist und im Laufe Zuge hat; CXXXI, befürwortet 
Montecuccoli; — III, 170; 370, erhalt einen Brief des Kaisers Leo- 
pold L; 406, verweigert den Kaiserlichen und Brandenburgern den 
Uebergang über den Rhein (1672); — IV, 80, dessen verdächtiges 
Verhalten gegen den Kaiser; 91, tritt für die Wahl des Königs Lud- 
wig XIV. zum Römischen Konig ein; 92; 111, am Reichstage zu Re- 
gensburg; 119, ladet Montecuccoli zu Tische; 121, soll von den Unter- 
handlungen über den Türkenkfieg in Kenntniss gesetzt werden; 125, 
nimmt an den Conferenzen in Regensburg theil; 241, dessen Gegen- 
satz zum Churfürsten von der P£büz (1665); 252, wird in Prag er- 
wartet (1652); 253; 254; 256, dessen Zwist mit Coln, gelegentlich der 
Römischen Königskrönung. 

MaynZy Stadt, Preussen; — II, 10, General Axel Lilta wird bei, ver- 
wundet; — III, 407, die Kaiserlichen und Brandenburgerschlagen bei, 
eine Brücke über den Rhein (1672); — IV, 207, Standort eines 
kaiserlichen Infuitene-Regiroentes in (1644); 212; 343, kaiserliches 
Feldlager bei (1672). 

Mazarin, Julius, Cardmal, leitender Minister Frankreichs; ~ III, 114; 128; 
175, dessen Nichte, Mancini, soll den Prinzen von Modena heirathen. 

Mecheln (Malines), Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; ~ II, 
159; — III, 180, Montecuccoli in. 

Mecklenburg, Herzogthum; — I, 58, wird dem Waldstein verliehen; 322, 
Prinz Matthias von Medici in. 

Mecklenburg, Adolph Friedrich, regierender Herzog von; — III, 83, unter- 
halt in Dömitz eine Garnison. 

Mecklenburg, Prinzessin von; — IV, 44, Gemahlin des Herzogs August 
von Braunschweig-Wolfienbüttel. 

Mecsery ; — IV, 104, unterstützt die kaiserliche Partei in Ungarn und wird 
deshalb angefeindet. 

Medgyes, Ort, Ungarn; — II, 369, die Türken belagern (1661); 378; 879, 
Lager des Fürsten Kem^ny bei. 

Medici, Claudia, Prinzessin von; — III, 7, heirathet den Erzherzog Leopold 
von Tyrol. 

Medici, Maria, Prinzessin von, Mutter König Ludwig XIII. von Frankreich; 
— III, 150; 196. 

Medici, Matthias,Prinz von, kaiserlicher FM.; — I, XC V, dessen Correspondenz mit 
ilontecuccoli; C; CIX; 322, in Mecklenburg; — II, 10, erobert Wol- 
gast; — III, 276, wird bei der Begrüssung der Kaiserin Braut, Infan- 
tin Margarethe Theresia von Spanien, an wesend sein; 292, in Savona; 294, 
ladet Montecuccoli zu Tische; 297, über dessen Ansprüche auf Tos- 
cana; 298; 311, prätendiert den Titel »Hoheit«; 312, wird als Grande 



^ ^ 8 Montecuccoli : 

erster Classe empfangen; 313; — IV, 25, erobert Wolgast (1637); 28, 
erhält den Besuch Montecuccoli*s in Siena (1642); 136, bezieht mit Monte- 
cuccoli Winter-Quartiere bei Wismar (1637); 196, Montecuccoli an; 
203; 219 £f., dessen Correspondenz mit Montecuccoli (1642—1667); 221, 
bemüht sich Montecuccoli aus der Gefangenschaft zu befreien; 222, 
dessen Sieg über Don Vincenz della Marra; 281, will bei der Ankunft 
der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia, anwesend sein; 284, 
in Savona. 

Medici, de, italienischer Edelmann; — III, 133, in London. 

Medina de las Torres, Herzog von, spanischer Grande; — I, CIX, fun- 
giert als kaiserlicher Anwalt, bei der Trauung mit der Infantin Marga- 
rethe Theresia, in der Hofcapelle zu Madrid (1666); — III, 293, befür- 
wortet die Ehe der Inüantin Margarethe Theresia mit Leopold I.; 311, 
dessen Unterhandlungen mit Portugal; — IV, 318, Montecuccoli an 
(1665); 330. 

Mehemed Pascha; — III, 430, erobert Lippa, Szigetvär und Veszprim. 
Meissen, Stadt, Sachsen; — I, 132, von PM.Holcke besetzt 285; Waldstein 
bezieht daselbst Quartiere. 

Melander, siehe Holzapfel. 

Melano, Atto; -> IV, 369, in Paris; in Correspondenz mit Montecuccoli. 

Melder, Festungs-Ingenieur; — M, 301, dessen Regeln für den Festungsbau. 

Melfi, Fürstenthum im Neapolitanischen; — I, XXVII ff., irrthümliche Be- 
zeichnung Montecuccoli's als Herzog (Fürsten) von. 

Melk, Stadt, Nieder-Oesterreich; — III, 176, Montecuccoli in. 

Mellini, kaiserlicher Hauptmann im Regimente Taaffe; — IV, 355, dessen 
Duell (1680). 

Melnik, Ort, Böhmen; — I, 224, Ban6r übersetzt daselbst die Elbe; 250; 

— II, 129, wäre zu befestigen; 573, Niederlage Hofkirchen*s bei; 
601; — IV, 27, Ban6r übersetzt die Elbe bei (1639). 

Melzo (Melzi), Franz Ludwig, spanischer General-Lieutenant der Cavallerie ; 

— I, 5, dessen Werke über die Kriegskunst. 

Memmingen, Stadt, Bayern; — I, 153, Gefecht bei (1631); — II, 575; — 
III, 69, Gefecht bei (1648); — IV, 21, die Kaiserlichen erobern (1633). 

Menes, Franz, Don, spanischer FZM.; — III, 188, in Cambray. 

Menin, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von ; — II, 147; — III, 145, 
Montecuccoli in. 

Menz, Ort, Preussen; — IV, 23, General -Feld Wachtmeister Diodati föUt 
bei (1635). 

Meppen, Stadt, Preussen; — IV, 231, Königsmark^s Angriff auf (1647). 
Mercurio, siehe Lorraine. 

Mercy, Franz, Freiherr von, churbayerischer FM.; — Hl, 54, schlägt die 
Franzosen bei Mergentheim; 55, fallt bei Allerheim. 

Mercy, Caspar, Freiherr von, churbayerischer General-Feldwachtmeister, 
Bruder des Vorigen; — IV, 148, im Feldzuge 1645. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^cg 

Mercy, Heinrich, Freiherr von, kaiserlicher FML.; — IV, 205, in Cor- 
respondenz mit Montecuccoli (1644); 206, dessen unbotmässiges Ver- 
halten gegenüber Gallas; 213, in Würzburg. 

Me^enthelm, Stadt, Württemberg; — III, &ö, Schlacht bei (1645). 

Merode; — III, 192, wird in Antwerpen verhaftet; 193. 

Merseburg, Stadt, Preussen; — III, 61, Rückzug der Schwedennach (1647). 

Messeniue, Historiker; — I» 94, dessen Abhandlung über das Heerwesen. 

Messimieux, Marquis von; — I, CVI, erhalt den Orden vom Goldenen 
Vliesse; — IV, 328. 

Metternich; — III, 171, soll in Bayern für die Wahl eines Habsburgers 
zum Römischen Könige wirken; 252. 

Metz, Stadt, Elsass-Lothringen ; — I, 265, la Valette in; — II, 498, wird von 
Kaiser Carl V. belagert; — IV, 23, Rückzug der Franzosen und 
Schweden bis (1635). 

Mey, comte, de; — III, 148, in Brüssel; 149. 

Mezi^res, Stadt, Prankreich; — I, 166, Lager der Kaiserlichen unter 
Gallas bei; 292; 364; — II, 73, Ueberfall auf la Valette bei (1635); 
334; 572; ~ IV, 23, verschanzte Stellung der Kaiserlichen bei (1635) 

Michel, spanischer Obrist; — III, 164» in Brüssel 

Michna, Graf von Weizenhofen, Paul, Oberst-Kanzler von Böhmen; — 
IV, 6, dessen Verkehr mit Waldstein. 

Michna, Graf; — IV, 253, brennt in Prag, zu Ehren der Anwesenheit der 
Majestäten und der Churfürsten, ein Feuerwerk ab (1652). 

Middelburg, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 160. 

Milanese; — IV, 289, überbringt Briefe des Cardinais Colonna an den 
Gouverneur von Mailand (1666). 

Miliz; — Hl, 387, in Ungarn; 401, geplante Herabsetzung des Standes der- 
selben in Ungarn. 

Milleroy, französischer Marschall; — II, 157. 

Minacci, Joseph, Secretar Montecuccoli's; — II, 244, wird tödtlich ver- 
wundet. 

Mirandola, Stadt, Italien; — I, CXI, Archiv zu. 

Mislick, Sigismund, Freiherr von, kaiserlicher FML.; — IV, 230, unter- 
handelt wegen Uebertritt der Weimar'schen Truppen in kaiserliche 
Dienste (1647). 

Mitrailleusen, siehe Orgelgeschutze. 

Mitschefahl, schwedischer Obrist; — I, 199, wird hingerichtet. 

Mitterau, Schloss, Nieder-Oesterreich; — I, XXXI, gegenwärtig Stamm- 
schloss der Familie Montecuccoli-Polinago. 

Modena, Herzogthum, Italien); — lil, 21 ff., dessen Antheilnahme am Feld- 
zuge 1643 in Italien; 276, dessen Streit mitMantua; 282; 288, die Her- 
zoge werden mit »Hoheitc tituliert; 300; 301; 312; 328; 376,. steuert 
30.000 fi. zum Kriege gegen die Türken bei. 

Modena, Stadt, Italien; — I, XLI, Bstensische Bibliothek zu; XLIX; 
LX; CXXV; — II, 19, Anzahl der von dieser SUdt zu stellenden 



^•(fO Montecuccoli: 

Recruten; — III, 29; 35, von den Papstlichen bedroht (1M3); 87; 
39; tf ; 44; 144; — IV, 28, Montecuccoli^s Berufung und Thatig- 
keit in (1642); 29. 

Mode na, Alphons II. (IV.), Herzog von; — I, CIV, deaaen Correspondenz 
mit Montecuccoli. 

Modena, Franz I., Herzog von; — I, XLJ, bemüht aich Montecuccoli aus 
der achwediachen Gefiuigenachaft zu befreien; XLU; XLV, Montecuccoli 
befehligt, 1643, die Truppen des Herzogs; LXV; XCV, deaaen 
Correspondenz mit Montecuccoli; XCVIII; — II, 13, Montecuccoli 
als Reorganisator der Armee des; — III, 21 ff., im Peldzuge 1643 in 
Italien; 22; 23; 26; 29; 30; 37, unterhandelt mit dem Herzoge von 
Parma; 38; 39; 40; 43; 44, entsetzt Nonantola; 45, marschiert nach 
Pinale; 47*; 142, aendet einen Courier zu Montecuccoli nach Ant- 
werpen; — IV, 26, trifft mit Montecuccoli in Verona zusammen; 
reist nach Spanien; 28, beruft Montecuccoli nach Modena; ernennt 
denselben zum General der Cavallerie; reist nach Venedig (1642); 
29, im Peldzuge 1643; 138, ernennt Montecuccoli zum PM.; 141, 
schenkt Montecuccoli einen Diamantgürtel; 184, Montecuccoli an; 
187; 195; 198; 199; 204; 207; 215; 217; 222 ff., im Peldzuge 1643 
in Italien; 365; 366, ist Generaliaaimus der Liga. 

Modena, Laura, Herzogin von; — I, CIX, bemüht sich den Streit der 
Familien Montecuccoli und Rangoni beizulegen. 

Modena, Prinz von; — III, 175, soll die Nichte des Cardinais Mazarin 
heirathen. 

Modern (Modor), Stadt, Ungarn; — III, 401, von den Kaiserlichen be- 
setzt (1663). 

Mörser, Geschützgattung; — II, 45, Beschreibung der; 241; 244. 

Mohics, Stadt, Ungarn; — I, LVI; — II, 344, Schlacht bei (1526); 499; 
534; 553; 554. 

Moldau, Michael (Transalp inus). Purst von der; — III, 434, im Kampfe 
gegen den Pursten Sigismund Zdpolya. 

Moldau, Stephan, Purst von der^ ~ II, 537, soll gegen die Türken zu Pelde 
ziehen. 

Monaco, Stadt, Pürstenthum Monaco; — II, 186, hat eine standige Be- 
satzung. 

Monplaisir; ~ III, 114, als Gefangener in Antwerpen; 127; 139, besucht 
Montecuccoli; 140; 141; 142, erhält den Amaranthen-Orden. 

Monroy, Johann, apanischer PZM.; — II, 147, Commandant von Menin. 

Mona, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 142; ^ 111^ 201, 
Marsch der spanischen Armee nach. 

Montane, modenesischer Hauptmann; ~ III, 22, im Peldzuge 1643 in Italien. 

Montauer-Spitz, Port, Preusaen; — ill, 271, Eroberung der (1659). 

Montbeillon, kaiserlicher Christ; >- IV, 21, fallt bei Wiesloch (1632). 

Montecenere, Grafen von; — IV, 171, eventuelle Erben nach dtm Pursten 
Montecuccoli. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^6i 

Montecuccoliy Aloiaia Anna, Gräfin, Tochter des Fürsten Raimund; — 
IV, 172, genannt im Testamente ihres Vaters. 

Montecuccoli, Alphons, Graf; — IV, 200, in Correspondenz mit dem 
Pursten Raimund; 216. 

Montecuccoli, Andreas, Graf; — III, 90, zeichnet sich bei Rocroy aus; 
123, in Brüssel; 124; 125, reist nach Antwerpen; 144, dessen Be- 
mühungen wegen Erhalt des Amarant hen-Ordens; 145, ist Gouverneur 
von Armenti^es; 147, aspiriert auf das Gouvernement Montm^dy; 
187, erhält den Amaranthen- Orden; — IV, 248, in Correspondenz 
mit dem Fürsten Raimund; 249, dessen Erkrankung (1650); 259, er- 
muntert Raimimd zu einer Heirath; 264. 

Montecuccoli, Ernst, Graf, kaiserlicher FZM.; — I, IV, dient als Rittmeister 
und Obristlieutenant im Cürassier-Regimente Dampierre; XVIII, dessen 
Porträt; XXVI, dessen Verdienste als General der Artillerie; CV, 
Commandant des Auxiliar-Heeres in den Niederlanden (1629); XXX; 
XXXI; XCV; CVI; 199, erobert Rain in Bayern (1632); Pfirt im Elsass; 
245, hält strenge die Marschordnung aufrecht; 282, dessen Regiment 
wird von den Schweden überüdlen; — III, 8, erobert Amersfoort; 9, 
dessen Regiment wird geschlagen (1631); 10, stirbt als Gefangener; 
13, erobert Amersfoort; — IV, 21, im Feldzuge 1632; 133, verleiht 
Raimund Montecuccoli eine Compagnie in seinem Regimente (1631); 
134, dessen Regiment wird bei Wolmirstedt geschlagen (1631); in 
Wien; im Elsass; erobert Rain (1632); 135, wird bei Breisach ver- 
wundet und gelangen; stirbt (1633); 189; 216, hinterlässt Schulden; 
316; 321, als Commandant des kaiserlichen Hilfsheeres gegen die 
Franzosen; 324» 

Montecuccoli, Barbara, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — I, XXXI, kauft 
das Schloss und die Herrschaft Hohenegg; XXXI, deren Testament; 
XCV, setzt Raimund Montecuccoli zum Erben ein; — IV, 29; 30, 
stirbt; setzt Raimund zum Erben ein; 139, schenkt Raimund einen Theil 
der Güter von Juppendorf; stirbt und setzt Raimund zum Universal- 
erben ein; 190; 193, hinterlässt Schulden; 196; 202. 

Montecuccoli, Franz, Marquis; — I, XCV, dessen Correspondenz mit Rai- 
mund Montecuccoli; — IV, 185; 188; 189; 193; 199; 205; 217; 325, 
in Wien (1665). 

Montecuccoli, Galeotto, Graf, spanischer FZM., Vater Raimund's; — IV, 
321, dessen Verdienste im Mailand ischen; 324 

Montecuccoli, Galeotto, Graf, Bruder Raimund's; — IV, 23, besucht seinen 
Bruder in Priedberg (1635); 26, reist nach England; 27, wird von 
seinem Diener ermordet; 136, besucht seinen Bruder (1636); reist, 
auf die Nachricht von dem Tode seiner Mutter, nach Italien (1638); 
137, in Frankreich; 138, wird ermordet (1642). 

Montecuccoli, Girolamo, Graf^ Nefie Raimund's; — IV, 27, dessen Zusammen- 
treffen mit Raimund in Wien (1642); 28, dessen schwere Erkrankung; 
29, stirbt; 138; 139; 190. 



^.62 Montecuccoli: 

Montecuccoli, Hieronymus Graf, erster Minister am erzherzoglichen Hofe 
zu Innsbruck; — I, XXVI, dessen Verdienste; — III, 262, als erster 
Minister in Tyrol. 

Montecuccoli, Marquis von Guiglia, Johann Baptist; — IV, 171, eventueller 
Erbe nach Raimund. 

Montecuccoli, Julius, Marquis; — IV, 344, in Correspondenz mit Raimund. 

Montecuccoli, Leopold, Graf, deutscher Reichsfürst, kaiserlicher FM., 
Sohn des Fürsten Raimund; — I, XIII, Anleitungen seines Vaters; 
XVIII, dessen Porträt; XIX; XX, dessen Patent auf das Regiment 
seines Vaters; XXI, dessen Bericht über das Ableben seines Vaters; 
XXIV, wird in den Reichsfürstenstand erhoben (1689); XXX; XXXIII; 
XXXIV; LXXXIII, dessen Schreiben an den Verwalter seiner Herr- 
schaft Gleiss (1681); XCII, Unterweisungen seitens seines Vaters; 
CXXXI, wird kaiserlicher Kämmerer; CXXXI, sein Taufschein; — 
IV, 161 ff., Rathschläge seines Vaters für dessen Erziehung; 171, ist 
Universalerbe nach seinem Vater; 368, zeigt den Chur- und regierenden 
Fürsten den Tod seines Vaters an; 373, auf der Herrschaft Gleiss. 

Montecuccoli, Graf von Castellati, Marius; — I, XXXIII, erhält, 1530, den 
Ritterstand und das Palatinat. 

Montecuccoli, Maximilian, Jesuiten-Pater, Bruder des Fürsten Raimund; — 
I, XXXni; XCVIII, dessen Correspondenz mit seinem Bruder; CII; 
CIII; CIX; — IM, 296, dessen Erkrankung im Dominicanerkloster bei 
Finale; — IV, 27, dessen angebliche Vermählung; 216, in Correspon- 
denz mit seinem Bruder (1644); 217; 245 ff., dessen Correspondenz 
mit seinem Bruder (1648—1658); 247, in Linz; 259, ermuntert seinen 
Bruder zu einer Heirath. 

Montecuccoli, Maximilian, Marquis, Vetter Raimund*s; — III, 159, ersucht 
Raimund nach Italien zu kommen; — IV, 193; 217; 258; 259, er- 
muntert Raimund zu einer Heirath; 261; 263: 269; 271. 

Montecuccoli, Ottavia, Marquise; — IV, 276, bittet um ein Bild der Gräfin 
Margarethe, Gemahlin Raimund's. 

Montecuccoli, Raimund, Fürst, kaiserlicher General-Lieutenant und Feld- 
marschall, Präsident des Hof-Kriegsrathes; — I, III, Inhaber des 
k. und k. Dragoner-Regiments Nr. 8; IV, dessen Nachlass; V, als 
Feldherr und Militärschrifbsteller; seine Operationen gegen Turenne; 
seine Correspondenz mit dem Grafen Gualdo Priorato; seine Bio- 
graphie von Campori; VII, seine Reformen im kaiserlichen Heere; 
X, sein Nachlass; XI, erschienene Ausgaben einzelner seiner Werke; 
XVI, Eintheilung seiner Schriften zur Edition; XVH, Biographien; 
XVIII, Porträts; XXII, dessen Namensschreibweise; XXIV, falsche 
Angabe in Brockhaus' Conversations-Lexicon, wonach Kaiser Ferdi- 
nand III. Montecuccoli 1651 in den Reichsfürstenstand erhoben haben 
soll; XXV, stirbt vor Ausfertigung des Erhebungsdecretes zum- 
Reichsfürsten; wird von König Carl II. von Spanien mit der Fürsten- 
würde belehnt; XXVI ff., falsche Zulegung der Titel: »Herzog von 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 463 

Araalfi« und »Herzog von Melfi« ; XXIX, als Protector der Leopoldini- 
sehen Akademie der Naturforscher in Halle a. d. S.; XXX, als Herr 
von Hohenegg, Osterburg, Haindorf und Gleiss; erwirbt die Land- 
standschaft in Nieder-Oesterreich, Steyermark, Kärnthen, sowie das In- 
colat in Böhmen und Mähren; XXXII, als Herr des Gutes Einöd; 
erhält den Titel »Hoch- und Wohlgeboren <; XXXIII, ist Reichsgraf; 
XXXV, stirbt zu Linz; wo seine hinterlassenen Schriften gegenwärtig 
deponiert sind; XXXVI, Uebersetzung und Edierung seines Nachlasses; 
XLI, geräth als Obrist in schwedische Gefiangenschaft; XLU; XLV, 
befehligt, 1643, die Truppen des Herzogs von Modena; Brief aus 
Wismar an den Marquis Pallavicini (1642;) XLIX, reist, 1645, nach 
Modena; LI, sein Aufenthalt in den Niederlanden, 1649, 1654, 1655; 
LII, sein Gutachten über das Buch des Domherrn Wenzel, über die 
Nothwendigkeit eines stehenden Heeres; wird nach dem Tode Gon- 
zaga's Hof-Kriegsraths-Präsident; LIII, sein Gutachten über die ge- 
plante Reducierung des kaiserlichen Heeres; LX, sein Eintritt in den 
kaiserlichen Dienst; LXI, dessen Vorschlag zur Errichtung einer Land- 
wehr; LXIII, dessen Aufzeichnungen über die Jahre 1619—1634; 
LXIV, seine Betrachtungen über die Feldzüge des Prinzen von 
Oranien und Besuche an den Höfen von Dresden und Berlin; im Kriege 
von Castro in Italien (1643); LXVI, dessen Sendung an den Churfursten 
von Bayern (1644); präsidiert einem Kriegsrathe in Regensburg 
(1653); Besuch an den Höfen in Kopenhagen und Upsala, dann 
in Berlin und Dresden (1653 und 1654); LXVII, Reise nach Flandern 
und England; LXVIII, berichtet dem Kaiser über seine Reisen; seine 
Missionen beim Churfursten von der Pfalz und beim Grafen Schwarzen- 
berg; LXIX; LXX, am Landtage in Pressburg (1655); LXXI, in 
den Feldzügen 1657— 1660 in Polen, Schleswig etc.; Reise nach Finale 
zur Begrüssung der kaiserlichen Braut, Infantin Margarethe von 
Spanien (1666); Instructionen zu dieser Reise; LXXII, Begutachtung 
der Geschichte Ungarns des Abb6 Noires; LXXIII, begutachtet die 
Geschichte Ungarns des Grafen Gualdo Priorato; LXXIX, im Feld- 
zuge gegen Frankreich 1672 und Anfang 1673; LXXXI, veriasst nach 
dem Nimweger Frieden, 1679, ein Project zu einem Türkenkrieg; 
LXXXIU, bittet um seine Entlassung vom Hof-Kriegsraths-Präsidium 
(1680); LXXXIV, sein Vermögensstand; LXXXV, dessen Dienst als 
kaiserlicher Kämmerer; LXXXVI, sein Lebenslauf von 1631 bis 1645; 
führt, 1645 in Schlesien, ein selbstständiges kaiserliches Corps; 
LXXXIX, sein Urtheil über die Ungarn; auf dem Reichstage zu 
Regensburg (1664); XC, Hauptaffairen, in denen er sich befunden hat; 
XCU, unterweist seinen Sohn Leopold; sein Testament; XCV, wird 
von der Gräfin Barbara Montecuccoli zum Erben eingesetzt; seine 
Correspondenz; C, seine politischen Ansichten; CI, tritt für ein Bündniss 
mit Brandenburg ein; CII, reist nach Augsburg, Innsbruck, Bdogna und 
Rom; cm, wird nach der Schlacht bei St. Gotthard zum General- 



^64 Montecuccoli: 

Lieutenant ernannt; CIV, dessen Bemühungen wegen Erwerbung des 
Ordens vom Goldenen Vliesse; CV, führt seine Verdienste um das 
spanische Königshaus an; CVI, erhalt den Orden vom Goldenen Vliesse; 
CVII, Auslagen hiefür; CVIII, dessen Correspondenz mit dem Kaiser 
(1666); CX, geleitet die Erzherzogin Eleonore nach Polen; CXn, Ein- 
theilung der Correspondenz bei der Edition; CXIII, als Verfiisser des 
»Zibaldone«; CXXI, sein Gutachten über die, 1642 in der Schlacht bei 
Leipzig, gemachten Fehler; wird aus der schwedischen Gefangenschaft 
entlassen und zum General-Feldwachtmeister befordert; CXXII, seine 
Vertheidigungsschrift über die Operationen in Siebenbürgen und Ungarn 
(1661 64); CXXIV, als Schiedsrichter beim Carroussel zu Wien (1667); 
CXXVI, seine Thätigkeit im dreissigjährigen Kriege; CXXVII, sein streng 
kirchlicher Sinn; CXXX, als Protector der Leopoldinischen Akademie der 
Naturforscher in Halle a. d. S. ; seine Vormerkungen über Einnahmen 
und Ausgaben; CXXXI, sein Tauf- und Trauungsschein; sein Heiraths- 
contract; CXXXIIi Schriften, welche nicht mehr aufgefunden werden 
konnten; CXXXV, Schriftproben; 3 ff., sein Werk: »Abhandlung 
über den Krieg«; 224, geräth bei Brandeis a. d. B. in schwedische 
Gefangenschaft (1689); 870, wird 1641 ausgewechselt; — ll. 13, dessen 
Vorschläge zur Reorganisation der Armee des Herzogs von Modena; 
29, dessen Brief an den Kaiser bei Ueberreichung seines Werkes: 
»Del arte militare«; 72, wird aus der zweiten Gefangenschaft befreit; 
171, übersendet dem Kaiser aus Raab ein Gutachten über die Noth- 
wendigkeit eines stehenden Heeres; 197, überreicht dem Kaiser sein 
Werk: »Della guerra col Turco in Ungheriac; 241, lässt Versuche mit 
Kanonen anstellen; 242; 244; 265, im Kriege gegen Schweden (1659); 
311, in Schlesien gegen Wittemberg (1646); 331, vor Pressburg (1668); 
334, führt die Avantgarde bei Wolmirstedt; zerstört die Oderbrücke 
bei Ohiau; 365, erhält den Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen 
im Kriege gegen die Türken (1661); 366 fif., im Feldzuge 1661; 380, 
sendet Kem^ny Unterstützungen (1662); 383, auf dem Ständetag in 
Kaschau (1662); 391, dessen Regiment im Feldzuge 1663; 403, ist im 
Einverständnisse mit dem Fürsten Ghika; 415, übernimmt das Ober-Com- 
mando des Heeres (1664); 416; 417, reist von Wien zur Armee ab; 
423, bei Serinvär; 428, bezieht bei St. Gotthard ein Lager; 429, ertheilt 
Verhaltungsmassregeln für die Schlacht; 430 ff., in der Schlacht bei 
St. Gotthard; 436, dessen Regiment bei St Gotthard; 443, wird 
fGr St. Gotthard zum General-Lieutenant ernannt; 560, dessen 
Relation über die Schlacht bei St. Gotthard; 562, dessen Regiment 
bei St Gotthard; 575, gegen Wittemberg in Schlesien; 608, soll in 
spanische Kriegsdienste treten; — III, 5, dessen Memoiren der Jahre 
1619—1684; 9, führt beim Sturme auf Neubrandenburg die Avant- 
garde (1631); wird bei Leipzig gefangen und in Halle a. d. S. inter- 
niert; ^0, vor Schweinitz; 21 ff., im Feldzuge 1648 in Italien; 29; 
43; 46, recognosciert die Verschanzungen der Päpstlichen; lässt in 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^5^ 

Modena Regimentsstücke giessen; 47, erobert Vergato; 48, wird bei 
Bazzano verwundet; 53, dessen Sendung an den Churfürsten von 
Bayern (1644); 54, übernimmt das Commando in Schlesien (1645); 
61, im Peldzuge 1647; 64, bei Zusmarshausen (1648); 65; 68, wird 
General der Cavallerie; 71, bei Dachau (1648); 73fr., dessen Reise 
nach Schweden (1653); 75, sein Besuch am churfurstiichen Hofe in 
Dresden; 76, Besuch in Berlin; 77; 78; 79; 83, Ankunft in Hamburg; 
84, in Kopenhagen; 89, belagert Friedland; Ankunft in Schweden; 
90, Audienz bei der Königin Christine; 97; 98; 99, erhalt den Ama- 
ranthen-Orden; 100, erhält das Bildniss der Königin Christine; 101, 
erfährt von dem Entschlüsse der Königin, zum Katholicismus über- 
zutreten; 102, reist nach Vester&s; 103, kehrt nach Upsala zurück; 
104; 106, verabschiedet sich von der Königin; 107, besichtigt in Stock- 
holm die schwedische Flotte; 108, trifft in Regensburg ein; 109 ff., 
dessen Reise nach Flandern (1654); 118, reist nach Brüssel; 119; 120, 
wird vom Erzherzog Leopold Wilhelm in Audienz empfangen; 122; 
123, ersucht um einen Pass nach England; 124, reist nach Antwerpen; 
127 ff., dessen Reisenach England; 132, wohnt einer Parade in London 
bei; 135, dessen Audienz beim Lord Protector; 136, reist von Eng- 
land ab; 138, trifft wieder in Antwerpen ein; 143, soll beim Ueber- 
tritte der Königin Christine zum Katholicismus anwesend sein; 145, 
besucht den Grafen Andreas Montecuccoli in Armenti^res; 146, reist 
nach Brüssel; 147, hat Audienz beim Erzherzoge Leopold Wilhelm; 
149, besucht den Prinzen von Cond6; 154, reist mit der Königin Christine 
nach Brüssel; 155, ist als Zeuge bei ihrem Uebertritte zum Katholi- 
cismus anwesend; 156; 157, dessen Audienz beim Erzherzoge Leo- 
pold Wilhelm ; 158, überreicht dem Erzherzoge eine Denkschrift über 
seine Angelegenheiten in Passau; 163, fertigt das Schrifitstück, be- 
treffend den Uebertritt der Königin Christine zum Katholicismus; 164, 
dessen Abschiedsaudienz beim Erzherzoge Leopold Wilhelm; 166, 
verabschiedet sich von der Königin Christine von Schweden; 
erhält das Brustbild des Erzherzogs Leopold Wilhelm zum Ge- 
schenke; 167, reist nach Düsseldorf zum Herzog von Neuburg; 168 ff., 
dessen Audienz beim Herzoge; 172, an der Hoftafel des Herzogs; 
173, in Frankfurt a. M.; 174, besucht den Grafen Schwarzenberg in 
Schwarzenberg; 175, in Nürnberg und Regensburg; 177 ff., dessen 
Reise nach Flandern im Juni 1655; 180, Ankunft in Brüssel; 181, 
speist bei der Königin Christine; 183, soll die Königin nach Rom 
begleiten; 184, speist bei Pimentel; 186, dessen Aspirationen auf die 
Cardinalswürde ; 188, reist in das Lager des Erzherzogs Leopold 
Wilhelm bei Vadencourt; 189, soll in spanische Dienste treten; 193, 
Rückreise nach Brüssel; 196, soll für die Königin Christine Wer- 
bungen vornehmen; 197, ministriert bei einer Messe in Anwesenheit 
der Königin Christine; 198, reist, zum Besuche des Erzherzogs Leo- 
pold Wilhelm, nach Bouchain; 200, Rückkehr nach Brüssel; 201, 



I • 



^66 Montecuccoli: 

übernimmt einen Brief der Königin Christine für den Kaiser; 203, 
Abreise von Brüssel; 204, Ankunft in Wien; dessen Audienz beim 
Kaiser; 205, erhält die Erlaubniss, die Königin Christine nach Rom 
zu begleiten; reist nach Augsburg; 207 ff., erstattet dem Kaiser münd- 
lich Bericht, über seine Anwesenheit am Hofe der Königin Christine; 
211, soll die Königin nach Rom begleiten; 216 ff., überreicht dem 
Kaiser eine schriftliche Relation über seine Reise nach Flandern; 230, 
bittet um Ernennung zum Geheimen Rath; über seinen Eintritt in 
die Dienste des Königs von Spanien; 233, seine Mission in Angelegen- 
heit des Grafen Schwarzenberg beim Herzoge von Neuburg; 245, als 
Zeuge beim Uebertritte der Königin Christine zum Katholicismus; 
247 ff., seine Aufzeichnungen während des Landtages zu Pressburg 
(1655); 249; dessen Audienz beim Kaiser und sein Bericht über die 
Königin Christine; 251, beim Fürsten Auersperg; 253, beim spanischen 
Botschafter; 255, commandiert die Trabantengarde beim Einzüge Kaiser 
Ferdinand III. in Pressburg; 259, als Garde-Capitain bei der Krönung 
der Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn; 260; 261, wird zur 
Königin Christine abgesendet; 263, in den Feldzügen 1657 — 1660; 
267, erhält das Ober-Commando über die kaiserliche Armee (1658); 
unterhandelt mit dem Churfursten von Brandenburg wegen Abschluss 
eines Bündnisses; 269, belagert Friedrichsort; 270, wird, beim Angriffe 
auf die Insel Fünen, verwundet; 272, im Feldzuge 1660; 273 ff., dessen 
Reise nach Finale zum Empfange der kaiserlichen Braut, In&ntin 
Margarethe Theresia von Spanien (1666); 275, dessen Audienz bei der Erz- 
herzogin Anna in Innsbruck; 276; 277, trifft mit der Königin Christine 
in Trient zusammen; 278 ff., in Mailand; 282, berichtet an den Hof 
über seinen Aufenthalt in Mailand; 285, reist nach Genua; 287, be- 
sucht die Sehenswürdigkeiten von Genua; 290; 291; 292, reist über 
Savona nach finale; 294, speist beim Gouverneur von Mailand; 296, 
besichtigt die Befestigungen von Finale; besucht seinen Bruder, den 
Pater Maximilian; 299, erhält Nachrichten über die Erkrankung der 
Kaiserin-Braut; 300, giebt Aufklärungen über die Sendung des Windisch- 
Graetz nach Italien; 302, in Angelegenheit der Zwistigkeiten zwischen 
Mantua und Modena; 304, berichtet über die bevorstehende Ankunft 
der Kaiserin-Braut in Finale; vor dessen Hause zieht eine Wache 
auf; 306, besucht den Herzog von Albuquerque; 307, dessen Audienz 
bei der Kaiserin-Braut in Finale; 308; 310, verabschiedet sich von 
Albuquerque; 311, bespricht mit diesem öffentliche Angelegenheiten; 
313, reist von Finale ab; 314, trifft in Wien ein; 315, widerlegt die 
Gerüchte über seine angeblich schlechte Behandlung in Finale; 317 ff., 
dessen Instruction für die Reise nach Finale; 337 ff., dessen Bemer- 
kungen zum Berichte des Abb6 Noires, über die letzten Kriege in 
Ungarn und Siebenbürgen; 340, legt nach Klausenburg Besatzung; 342, 
in Regensburg; 344, bei St. Gotthard; 346, bei Serinvdr; 349, dessen 
Operationen im Feldzuge 1664; 350 ff., dessen Ansichten über das Wesen 



Orts-» Namen- und Sach>Register. ^.5*^ 

und den Werth der Geschichtsschreibung; 363 fr., dessen Bemerkungen 
zur Geschichte Ungarns des Grafen Guaido Priorato; 366, im Peldzuge 
16ö7; 366, unternimmt einem StreiCzug gegen Thom; 367, reist nach 
Berlin, um wegen eines Bündnisses mit Brandenburg zu unterhandeln ; 
370, übersetzt mit der Armee die Peene; 371 ff., im Türkenkriege 1661 
bis 1664; 372, dessen Rückzug von Klausenburg; 374, rückt mit dem 
Heere in Quartiere nach Nieder-Ungam; unterstützt K6meny; 375, 
entsendet Truppen zum Entsätze von Klausenburg; 378, dessen an- 
gebliche Misshelligkeiten mit Zrinyi; 381, händigt, nach St. Gotthard, 
den belobten Generalen die Dankschreiben des Kaisers ein; 383 fiT., 
dessen Ansichten über die mangelhafte Organisation des Hof-Kriegs- 
rathes; 391 ff., mündlicher Bericht in derselben Angelegenheit; 393, 
über die Lage in Ungarn; 403, dessen Aufzeichnungen über die Feld- 
züge 1672 und 1673; 406, vereinigt sich mit der Armee des Chur- 
fürsten von Brandenburg; 408, übersetzt den Main; 409, übergiebt 
das Commando der Armee an Boumonville; 411, erlässt gelegentlich 
der Uebemahme der Armee einen Armeebefehl; 415 ff., — IV, 19 ff., 
dessen Feldzugsjahre 1632 — 1645; 21, wird aus seiner ersten Gefangen- 
schaft befreit; wird zum Obristlieutenant ernannt; 22, bezieht das 
Winter-Quartier in Tuttlingen; nimmt Lindau ein; bittet um Ver- 
leihung eines Regiments; 23, wird zum Obristlieutenant ernannt; 
führt beim Sturme auf Kaiserslautern die Avantgarde (1635); erkrankt 
in Worms; erhält das Regiment la Trappola; 24, bei der Belagerung 
von Magdeburg (1636); fuhrt bei Tangermünde die Avantgarde; 25, 
wird in Stemberg in Arrest gesetzt; dessen Regiment in Quartieren 
in Schöningen; 26, dessen Differenzen mit dem Churfürsten von 
Brandenburg; reist nach Italien (1638); mit dem Kaiserin Nicolsburg; 
erhält das Regiment Maestro; erhält den Befehl, nach Dresden zu 
marschieren; wird von Morzin nach Prag gesendet; 27, geräth in schwe- 
dische Gefangenschaft (1639); ist in Stettin und später in Wismar 
interniert; erhält seine Freiheit wieder; 28, schlägt Slang bei Troppau 
(1642); wird zum General -Feld Wachtmeister ernannt; erhält, vom 
Herzoge von Modena, das Patent als General der Cavallerie; dessen 
Reise nach Italien zum Herzog von Modena; 29, dessen Regiment 
bleibt während seiner Abwesenheit in Italien aufgestellt; muss sofort 
nach Modena abreisen; im Feldzuge 1643 in Italien; wird durch einen 
Pöllerschuss an der Hand verwundet; 30, wird von seiner Tante zum 
Universalerben eingesetzt; erhält ein Regiment, sowie 33.000 fl , vom 
Kaiser; im Feldzuge 1644; wird zum FML. befordert; 31, wird zum 
Kriegsrath ernannt; legt den Eid als Kämmerer ab; 33 ff., ergänzt in 
Schlesien den Stand der Cavallerie-Regimenter; 51 ff., sein Gutachten 
über die Festungen Inner-Oesterreichs; 75, dessen Regiment leidet in 
Ungarn Mangel; 77 ff., seine Bemerkungen zu den Berichten des 
venezianischen Gesandten am kaiserlichen Hofe; 79, hat unter seinem 
Befehle 16.000 Mann (1661); 80, bricht nach Siebenbürgen auf; 85, 



468 Montecuccol i : 

seine Operationen in Siebenbürgen; 87, Ursachen seines Rückzuges 
von Klausenburg; Soff., dessen Gutachten über die Mittel zur Er- 
haltung Ungarns und Siebenbürgens; 109 ff., am Reichstage zu Regens- 
burg (1664); 112 ff., wohnt den Conferenzen daselbst bei; 124, dessen 
Meinung über die Kriegslage; 125, wird vom Kaiser in Abschieds- 
audienz empÜEmgen; 137, verlangt eine Anerkennung für seine 
Dienste; 129, reist von Regensburg nach Wien; 131 ff., Affairen, an 
welchen er theilgenommen hat (1627—1657); 133, als Hauptmann; 
134, wird bei Leipzig gefangen; zum Obristwachtmeister ernannt; 
wird Obristlieutenant; 185, commandiert das Regiment Vitzthum ; 
leistet auf seine Obristlieutenantstelle Verzicht; erhalt die Obrist- 
lieutenantstelle des Hannibal Gonzaga; erhält das Regiment la Trap- 
pola; 136, wird zum Christen ernannt; dessen Regiment plündert in 
Brandenburg; 137, erhält die Nachricht von dem Tode seiner Mutter 
(1638); unternimmt eine Reise nach Italien; erhalt das Regiment 
Maestro; wird gefangen (1639); 138, in Stettin; erhalt seine Freiheit 
wieder; dessen Regiment in Schlesien; erobert Troppau; reist nach 
Italien; wird General-Peldwachtmeister; 139, modenesischer FM.; ver- 
liert sein Regiment; erhält eine Schenkung von 30.000 fL; beerbt 
seine Tante; 140, wird FML.; reist in Mission zum ChuHursten von 
Bayern; wird Kämmerer; erhält das Regiment (Jung) Piccolomini; 
141, im Feldzuge 1645; erhalt das Commando in Schlesien; 142, 
stürzt vom Pferde und wird verwundet; als Capitain der königlichen 
Garde in Pressburg; bittet um seine Entlassung; reist nach Eng- 
land; 143, in Brüssel; reist mit der Königin Christine nach Rom; 
heirathet; rückt zum Heere nach Krakau ab; 147, wird gefangen; 
wird ausgewechselt; 148, im Feldzuge 1644; 149, im Feldzuge 
1646; 150; 161 ff., dessen Principien für die Erziehung seines 
Sohnes Leopold; 169 ff., Concept zu seinem Testamente; 175 ff., 
dessen Gutachten über die im Werke gewesene zweite Vermäh- 
lung Kaiser Leopold I.; 181 ff.; dessen Correspondenz aus den Jahren 
1644 und 1645; 185 ff., wird aufgefordert, wieder in kaiserliche 
Dienste zu treten; 189, dessen Erbschaft; 190, ist in finanzieller Be- 
drängniss; 195, erhält das Regiment Nassau; 197, in Prag (1644); 
198, in Eger; 201 in Zwickau; dessen Regiment im Jülich'schen; 
unter Gallas; 202, mit der Armee in Werda; 203, als Commandant 
eines selbstständigen Corps bei Wittenberg (1644); 204, wird FML.; 
205, in Schweinfurt; übernimmt das Commando des Armeecorps 
Hatzfeld; 206, in Eltmann; über die Verleihung des Regiments Nassau; 
207, bei Schweinfiirt; dessen Regiment wird nach Lützelburg gesendet; 
209, bittet um einen Urlaub nach Hohenegg; 210, dessen Misshellig- 
keiten mit Hatzfeld; in Schweinfurt; 214, in Eger; 215, in Plinsberg; 
in Neisse; 217, in Klattau; 219 ff., dessen Correspondenz mit dem 
Prinzen Matthias von Medici (1642—1667); 221 ff., im Peldzuge 1643 
in Italien; 224, wird verwundet; 227, vor Frankenstein (1646); 228, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 469 

im Feldzuge 1646; erobert Lenhauaen; 229, im Peldzuge 1647; 231, 
im Feldzuge 1648; 232, im Treffen bei Zusmarshausen ; wird General 
der Cavallerie; 235, in Antwerpen (1654); 238, im polnischen Auxiliar- 
kriege; 239, dessen Verwundung (1669); 241, wird nach Regensburg 
befohlen (1664); 245 ff., dessen Correspondenz mit seinem Bruder, 
dem Pater Maximilian (1648—1668); 248, besucht die befestigten Orte 
der Niederlande (1649); 249, in Brüssel (1650); ist Hof-Kriegsrath (1650); 
250, erhält, nach Abschluss des Westphälischen Friedens, ein Gut in 
Schlesien; 251, in Florenz; 252, reist auf sein Gut in Schlesien; 
(1652); 254, erhalt, anstatt seines Gutes in Schlesien, 50.000 fl. 
auf die Einnahmen des Reiches; 257, in Regensburg; 258, reist wegen 
ausständigen Forderungen nach Berlin; 259, wird ermuntert bald zu 
heirathen; 261, inspiciert die Festungen in Ungarn; 264, reist nach 
Flandern (1655); 265, begleitet die Königin Christine von Schweden 
nach Rom; 267, in Augsburg; 268, in Innsbruck; 270, in Rom; 272, 
dessen Verlobung mit der Gräfin Dietrichstein; 273; 274, hat beim 
Tode Kaiser Ferdinand IIL als Kämmerer Dienst; 275, in Breslau; 
in Berlin, beim Churfarsten; 276, im polnischen Auxiliarkriege; 277 ff., 
Correspondenz mit dem Kaiser während der Reise nach Finale (1666); 
279, in Innsbruck; 280, in Mailand; 283, in Genua; 284 ff., in Finale; 
289, empfangt Briefe des Cardinais Colonna; 290, schreibt an den 
Herzog von Albuquerque; 291, dessen Instruction für seine Reise; 
296, an Cardinal Colonna; 298, meldet dem Kaiser die Ankunft der 
Kaiserin-Braut; besucht den« Herzog von Albuquerque; 299, dessen 
Audienz bei der Kaiserin-Braut; 300, verabschiedet sich von Albu- 
querque; Abschieds- Audienz bei der Kaiserin-Braut; 301, dessen Ab- 
reise von Finale; 302, in Innsbruck; 309 ff., dessen Correspondenz 
wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse; 311, bittet um 
Anerkennung seiner Verdienste; 314, an den Grafen PÖtting; 316, er- 
hält nach dem Westphälischen Frieden eine jährliche Pension; 318, 
reist nach Carlsbad; 321, dessen Verdienste um die spanische Monar- 
chie; 324; 328, erhält die Nachricht von der Verleihung des Ordens 
vom Goldenen Vliesse (1668); 329; 331, stattet der Königin von 
Spanien hiefür seinen Dank ab; Ceremoniell bei Ueberreichung des- 
selben; 337 ff., dessen Correspondenz aus den Jahren 1672 und 1673; 
339 ff., bittet um Verleihung des Fürstentitels; 341, der Churfürst von 
Brandenburg bietet ihm ein Geschenk von 30.000 fl. an (1659); 343, 
sucht um einen Urlaub an (1672); 344, in Paderborn; 346, zur Cur in 
Marienberg; 347, erkrankt in Nürnberg; 348, bittet um seine Abbe- 
rufung vom Heere (1673); 351, bittet um Enthebung vom Präsidium 
des Hof-Kriegsrathes (1680); 353, führt ein Geschenk der Hansestädte, 
im Betrage von 3—400.000 fl., an die Kriegs-Casse ab; 856, bittet er- 
neuert um seine Entlassung und um VerleUiung des Reichs-Fürsten- 
standes; gebraucht die Bäder in Töplitz; 857, an Pater Emerich; 
358, stirbt; 361, in schwedischer Gefangenschaft zu Wismar (1642); 

MontecaccoH. IV. «j 



47 O Montecuccoli: 

363, geht nach Modena (1642); 365, im Feldzuge 1643, in Italien; 

367, erhält den Antrag in spanische Dienste zu treten (1649); 869, 

verlobt sich mit der Gräfin Dietrichstein; 370, wird vom Churfursten 

von Brandenburg zur Erhebung in den Reichsfiirstenstand empfohlen; 

372, dessen Gemahlin stirbt. 
Montecuccoliy Margarethe, Gräfin, geborene Gräfin Dietrichstein, Gemahlin 

des Vorigen; — I, CHI; CXXXI, deren Taufschein und Ableben; 

— IV, 143, in Wien; 172, deren Bedenkung im Testamente; 242, 

kommt mit einer Frühgeburt nieder; 272, deren Verlobung; 273; 275, 

in Breslau; 369, deren Verlobung; 872, stirbt. 
Montecuccoli, Raimund, Graf, Vetter des Fürsten Raimund; — IV, 216, 

in Correspondenz mit dem Fürsten Montecuccoli (1644); 249, dessen 

Erkrankung (1650); 250, in Wien; beabsichtigt eine Reise nach 

Italien; 262; 264; 275, stirbt. 
Montecuccoli, Ricciarda, Gräfin, Mutter Raimunds ; — IV, 137, stirbt. 
Montecuccoli, Sebastian, Graf;— III, 433, befehligt, unter dem Erzherzog 

Carl, eine Compagnie zu Pferde. 
Montecuccoli -Pollnago, Julius Marquis; — I, CX, dessen Correspondenz 

mit Raimund. 
Montecuccoli- Pollnago, Max, Graf, k. und k. Geheimer Rath» Kämmerer, etc.; 

— I, XXXI. 

Montecuccolo, Italien, Stammschloss der Familie Montecuccoli; — 1^ 
XXXV; CXXX; — IV, 28, Montecuccoli in (1642); 172. 

Montelione, Herzog von; — III, 335, tituliert den Dogen von Genua 
» Serenissimus c. 

Montönac, Fräulein von; — III, 193, in St. Ghislain; 200, macht Monte- 
cuccoli Avancen. 

Montönac, siehe auch Warfuse. 

Montenegro, siehe Caraffa. 

Monte Rey, Graf von; ~ III, 335, tituliert den Dogen von Genua »Sere- 
nissimus«. 

Montese, Grafen von; — IV, 171, eventuelle Erben nach dem Fürsten 
Raimund. 

Montevegllo, Ort, Italien; — III, 48, die Verbündeten erobern (1643). 

Montgomery, Militär-Schriftsteller; — i, 107, dessen Abhandlung über die 
Abrichtung der Soldaten. 

Montmödy, Stadt, Frankreich; — Mi, 147, Graf Andreas Montecuccoli aspi- 
riert auf das Gouvernement in. 

Moosburg, Stadt, Bayern; — III, 70, schwedisches Lager bei (1648). 

Morgenstern, Biograph Montecuccoli*s ; — I, XVII. 

Morshausen, schwedischer General-Ingenieur; — 11, 81, dessen Lehren für 
den Festungsbau; 300. 

Mortaigne, Caspar Cornelius, schwedischer General; — II, 5. 

Morzin, Rudolph, Freiherr von, kaiserlicher FZM; >- 1, 166, wird bei Chemnitz 
von Ban^r geschlagen; 182, bei Nördlingen; 340, überfallt Ban6r bei 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^yi 

Freiberg; — II, 67, bei Chemnitz; 78, gegen Ban6r (1639); 335; 674; 
575, entsetzt Friedberg; — iV, 26, wird zum Entsätze von Freiberg 
ausgesendet (1639); 27, wird von Ban^r geschlagen; 137, rückt zum 
Entsätze von Freiberg ab (1639); wird bei Chemnitz geschlagen. 

Moscowiter; — 1, 27, fuhren mit Schweden Krieg; 65, schliessen mit den 
letzteren Frieden; — II, 186, in Rivalität mit den Türken; 189; — 
III, 96, Konigin Christine von Schweden empfangt eine Gesandtschaft 
der; 220, mit der schwedischen Politik einverstanden; 262, über die 
angeblich beabsichtigte Allianz mit Schweden; 266, betheiligen sich 
an dem Kriege gegen Polen. 

Mosel, Fluss; — III, 406, die Kaiserlichen und Brandenburger an der 
(1672); 407, Turenne übersetzt die; 463, die Gegenden an der, 
werden von den Franzosen verwüstet. 

Mozaneca Losada, Don Julian, de; — IV, 201, in Correspondenz mit Monte- 
cuccoli (1644). 

Muhldorfy Stadt, Bayern; — III, 68, Operationen der Schweden bei (1648); 
814, Montecuccoli in. 

Mühlen; — I, 204, in den festen Plätzen zum Vermählen des Getreides; 
beim Heere; — II, 132, in Festungen; 631, zur Erzeugung von 
Pulver. 

Mühlwerth-Gärtner, Friedrich, Freiherr von, k. u. k. Oberstlieutenant; — 
I, XXXVI, übersetzt Schriften des Fürsten Montecuccoli. 

Müller, schweizerischer Resident in Hamburg; — III, 83; 84; 104. 

München, Stadt, Bayern; — III, 70, Marsch der Kaiserlichen nach 
(1648); 71; — IV, 140, Montecuccoli in Mission beim Churfursten 
von Bayern in (1646). 

Münster, Bischof von; — III, 409, dessen Verhalten im Kriege zwischen 
dem Kaiser und Frankreich (1672); bittet Turenne um Hilfe; — IV, 
111, am Reichstage in Regensburg (1664); 112; 118; 241, hat ein 
Heer von 16.000->18.000 Mann auf den Beinen (1666). 

Münster, Stadt, Preussen; — 11, 187, Friede zu; 191; — III, 72, Friede 
von; — IV, 247, Unterzeichnung des Friedens zu (1648). 

Münster, Christian, von, kaiserlicher Obrist; — I, 283, wird gefangen 
(1638). 

Munderkingen, Stadt, Württemberg; — IV, 22, misslungene Unternehmung 
der Kaiserlichen auf (1634). 

Munition; — I, 330, nöthige Menge für einen Schlachttag; — 11, 48, für die 
Armee im Felde; 93, für eine Festung; 132; 247, für die Artillerie; 
325, in Festungen; 351; 507, türkische Magazine für die; 508, kaiser- 
liche; 509, Karren für die. 

Munkäcs, Stadt, Ungarn; — II, 369, die Türken bei (1661); — III, 431, 
Lazar Schwendi erobert. 

Murad, Pascha von Ofen; — 111, 434, dessen Niederlage gegen die 
Kaiserlichen. 

Murad I., Sultan; — II, 499, besiegt König Wladislaw bei Varna. 

31* 



A-iz MontecuccoU : 

Muräny, Schloss, Ungarn; — II, 638; ~ IV, 69, Aufenthalt des Palatins 

Vcs^lenyi in. 
Mura-Szombat, siehe Olsnitz. 
Muskete; — II, 217, Beschreibung der. 
Musketiere; *- I, 100, Ausrüstung derselben; 352, Gefechtsweise der; — 

II, 225, Exercieren der; 226, deren Eintheilung bei der Compagnie; 

577 ; 696. 
Mussi, L., Herausgeber von Schriften Montecuccoli*s; — I, XII. 
Mussiire, spanischer Obristlieutenant; — IM, 124, im Regimente des Herzogs 

von Arschot. 
Musterrolle; — I, 106. 
Musterung; — I, 106, der Abtheilungen. 



N. 

• 

NAdasdy, Franz, Graf, ungarischer Hofrichter; — III, 435, geht zu den 
Rebellen über; 445, als Haupt der Verschwörung gegen den Kaiser; 
447, wird enthauptet; — IV, 65. 

Nädasdy, Franz, Graf, Judex Curiae, Oberst-Landhofmeister und Vice- 
General in Nieder-Ungam; — 11, 419, bei Serinvär; 426, marschiert 
gegen Cs&käny; 443; 444, vereinigt sich mit Montecuccoli; — 111, 
255, beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand III. in Pressburg; 
344, bei Körmend (1664); 379, commandiert die ungarischen HUfs* 
truppen; — IV, 114, als Commandant der leichten Cavallerie im 
Türkenkriege 1664. 

Nädasdy, Thomas, Graf, Palatin von Ungarn; ~ III, 430, widersetzt sich 
der Einsetzung Maximilian IL als König von Ungarn; 435; 452. 

Nagybänya, Sudt, Ungarn; — II, 369, die Türken bei (1661); 871; 378; 
-- III, 372, Rückzug der Kaiserlichen nach; 373; — iV, 74, will 
keine kaiserliche Besatzung aufnehmen; 75, verjagt die eingelegten 
Dragoner. 

Nagy-Szombat, siehe Tyrnau. 

Namslau, Stadt, Preussen; — II, 125, wäre zu befestigen; — IV, 149, von 
den Schweden belagert und von Montecuccoli entsetzt (1646). 

Namur, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — 11, 142. 

Nancy, Stadt, Prankreich; — I, CXXIX; — IV, 21, Montecuccoli in (1632). 

Napoleon I., Kaiser der Franzosen; — I, m; V, anerkennt in seinen Me- 
moiren Montecuccoli als Kriegskünstler. 

Nassau, Heinrich, Graf von; — II, 160, Commandant von Hülst. 

Nassau, Graf von, Bruder des Vorigen; — II, 167, Commandant von Rhein- 
berg. 

Nassau, Johann, Graf, kaiserlicher FM.; — III, 7, wird vom Kaiser nach 
Mantua gesendet. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^n^ 

Nassau, Morizi Graf von; — II, 167, Commandant von Wesel. 

Nassau, Moriz, Prinz von; — III, 140, am Hofe der Königin von Schweden 

in Antwerpen; 141; 149, in Brüssel. 
Nassau, Moriz Heinrich, Graf von, kaiserlicher Christ; — IV, 194, fallt 

(1644); 195, Monlecuccoli erhalt dessen Regiment; 196; 202; 206. 
Nassau» Graf von, holländischer General; — III, 79. 
Nassau, Wilhelmine, Gräfin von, Tochter des Vorigen; — III, 79; 80. 
Nassau, Graf von; — IV, 342, bewirbt sich um die Brhebung in den Reichs- 

fürstenstand (1672). 
Nassau, Graf von; — III, 147, in Brüssel; 183, tritt in Regensburg zum 

Katholicismus über. 
Nassau, Gräfin von; — IV, 48, Gemahlin des Pfalzgrafen bei Rhein. 
Nassau, Gräfin von; — IV, 47, Gemahlin des Herzogs Franz Heinrich von 

Sachsen-Lauenburg. 
Nassau- Hadamar, Gräfin von; — IV, 47, Gemahlin des Prinzen Friedrich 

von Anhalt-Bemburg. 
Nassau-Saarbrücken, Gustav Adolph, Graf, kaiserlicher Obrist; — II, 484, 

dessen Regiment bei St. Gotthard; 661, fallt bei St. Gotthard. 
Nassau-Saarbröcken, Gräfin von; — IV, 48, Gemahlin des Herzogs von 

Zweibrücken. 

Nassau, siehe auch Oranien. 

Naumburg, Stadt, Preussen; — III, 61, Rückzug der Schweden nach (1647). 

Navarre, Baron, spanischer Staats-Secretär; — III, 122, in Brüssel; 123; 
124; 147; 165, ist als Zeuge beim Uebertritte der Königin Christine 
zum Katholicismus anwesend; 156; 245. 

Navicello, Ort, Italien; — III, 29; 30; 44. 

Neapel, Königreich; — II, 654, die Franzosen verlieren; 608, die spani- 
schen Streitkräfte in. 

Neisse, Stadt, Preussen; — II, 126, wäre zu befestigen; 132, Erbauung 
eines Arsenales in; — IV, 215, Montecuccoli in (1644); 216. 

Nemphtl, siehe Lenti. 

Neograd, Comitat, Ungarn; — II, 398, weigert sich für die Insurrection 
Leute beizustellen. 

Neu-Brandenburg, Stadt, Mecklenburg-Strelitz; — II, 67, Tilly bei; -- III, 
9, Erstürmung von; — IV, 133, die Kaiserlichen erstürmen (1631). 

Neuburg, Herzogthum; — II, 189, dessen Antheilnahme für Frankreich; 
— III, 168, stellt zum Defensionswerk 1200 Mann Infanterie und 800 
Reiter bei; siehe im Uebrigen Pfalz- Neuburg. 

Neu bürg a. D., Stadt, Bayern; — I, 143, Ban6r bezieht daselbst Quartiere 
und wird überfallen; 199, daselbst wird der schwedische Obrist Mi- 
tscheiahl enthauptet; — IV, 21, die Kaiserlichen erobern (1633). 

Neuhäusel, Stadt, Ungarn; — II, 317, Belagerung von (1668); 392; 393; 
395, Niederlage der kaiserlichen Besatzung von (1663); 896, Belage- 
rung von; 898; 404, von den Türken eingenommen; 406; 407, wird 
von den Türken neu befestigt; 445, türkisches Lager bei; 454, Ein- 



474 



Montecuccoli: 



nähme von; 500; 508, Belagerung von; 517; 542, der Gross- Vezier 
bei; 555; — III, 6, von Buquoy belagert (1621); 341, Gefecht bei; 
347, die Türken erobern (1664); 375, wd mit einer frischen Garnison 
versehen; 388; 435, die Türken erobern; 436, ergiebt sich Bethlen 
Gabor: 437, von Buquoy belagert; 445, die Türken erobern; 460; 
465; — IV, 66, ist nicht in der Lage Truppen in der Stadt unterzu- 
bringen; 70. 

Neuhaldensleben, Stadt, Preussen; — II, 102, Sturm der Kaiserlichen auf. 

Neuhof, siehe Ujudvär. 

Neukloster, Ort, Mecklenburg-Schwerin; — IV, 25, Prinz Matthias von Me- 
dici unternimmt Streifungen gegen (1637). 

Neumarkt, Stadt, Bayern; — II, 122, wird befestigt; — III, 204, Monte* 
cuccoli bei. 

Neumarkt, siehe auch Maros-Väsärhely. 

Neumunster, Stadt, Preussen; — 111, 267, Gefecht bei (1658). 

Neunburg vorm Wald, Stadt, Bayern; — II, 72, Gefecht bei (1641); 392. 

Neusiedler-See, Ungarn; — II, 539. 

Neusohl, Stadt, Ungarn; — II, 531; — 111,5, Versammlung der ungarischen 
Stände zu (1620). 

Neustadt, Stadt, Mähren; — II, 127, wäre zu befestigen; 129; 136. 

Neutra, Comitat, Ungarn; — II, 398, weigert sich für die Insurrectton Leute 
beizustellen. 

Neutra, Stadt, Ungarn; — II, 445, Marsch der Türken gegen; 500, wird von 
den Türken erobert; 538; — III, 376, von den Türken erobert; 379, 
dessen Befestigungswerke; 431, geplanter Ueberfall auf; 434, Bocskay 
besetzt; 436, ergiebt sich Bethlen Gabor; — IV, 76, Soldaten der 
Regimenter Caraffa und Strozzi plündern. 

Nevers, Carl, Herzog von; — III, 7, besteigt den Thron von Mantüa; siehe 
auch Mantua. 

Nichet, päpstlicher General-Vicar; — III, 239j in Verbindung mit der 

Königin Christine von Schweden. 
Nicolsburg, Stadt, Mähren; — IV, 26, Zusammenkunft Küser Ferdinand III. 

mit dem Könige von Polen in (1638). 
Niederlande, ehemalige spanische Provinz; — I, LI, Beschreibung 

der befestigten Städte des spanischen Antheiles der; ~ II, 139 ff.; 

452. 
Nieder-Oesterrelch, Erzherzogthum; — IV, 123, will die Unterhaltung der 

Truppen nicht auf sich nehmen. 
Nieuport, Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 153; 681, die 

Holländer bei; — III, 127, Montecuccoli in; 137. 
Nimwegen (Nijmegen), Stadt, Niederlande; — I, LXXXI, Friede zu 

(1679); — III, 15, Vereinigung der Truppen des Prinzen von Oranien 

in (1632). 
Nördlinsen, Stadt, Bayern; — I, XUI; LXXXV, Schlacht bei (1634); 66; 

151; 176; 182; 199; 273; 293; — II, 66; 69; 70; 78; 104; 116, Belage- 



Ort8-, Namen- und Sach-Register. 475 

rung von; 319; 331; 335; 348; 554; 576; 583; — III, 55, von den 
Franzosen besetzt (1645); — IV, 13, Schlacht bei; 22; 135. 
Noires, Abb^; — I, LXXÜ, dessen Geschichte Ungarns und Siebenbürgens; 
LXXni, greift Montecuccoli wegen seiner Kriegführung an; — Hl,* 
334 ff., Montecuccoli's Bemerkungen zu seiner Geschichte Ungarns und 
Siebenbürgens. 

Noia, Ort, Italien; — II, 262, Schlacht bei (215). 

Nonantola, Stadt, Italien; — I, LXIV, Bntsatz von (1643); — II, 19, An- 
zahl der von dieser Stadt zu stellenden Recruten; 116, Belagerung 
von; — III, 27 ff., Relation über den Bntsatz von; 29; SO; 44; — IV, 
29, Angriff der Päpstlichen auf (1643). 

Norburg, Ort, Preussen; — III, 2o8, die Kaiserlichen erobern (1658); 369, 
ergiebt sich auf Gnade und Ungnade; — IV, 239, die Kaiserlichen 
nehmen (1658). 

Norrköping, Stadt, Schweden; — Hl, 108, Besuch Montecuccoli's in. 

Nostitz, Freiherr von. Geheimer Rath; — III, 230; — IV, 113, am Reichs- 
tage zu Regensburg (1664); 117; 128. 

Nottebohm, Wilhelm, Professor am Friedrich Werder 'sehen Gymnasium in 
Berlin; — I, VIII, dessen Abhandlung: > Montecuccoli und die Legende 
von St. Gotthard.€ 

Novigrad, Ort, Ungarn; — III, 433, Erzherzog Matthias erobert; 436, er- 
giebt sich Bethlen Gabor; 438, Waldstein entsetzt; — IV, 70, ist 
räumlich sehr beschränkt und hat zu wenig Artillerie-Material. 

Nürnberg, Stadt, Bayern; — I, CXXXVII, Brief Montecuccoli's aus; 
CXXXIX; 142, Waldstein^s Lager bei; 222; 293; 295; 316; — II, 
67; 331, die Schweden vor (1632); 335; 403; 498; 576; — III, 9, 
Waldstein's Lager bei; 175, Montecuccoli in; 204; — IV, 12, Chur- 
fürst Maximilian und Waldstein vor; 21; 134, kaiserliches Lager bei 
(1632); 248, Friedensverhandlungen zu (1649); 249; 347, Montecuc- 
coli in (1673). 

Nunziata, Fort bei Finale, Italien; — III, 296, dessen Anlage. 



O. 

Obriat, Charge im kaiserlichen Heere; -> II, 211. 
Obrittlleutanant, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 211. 
Obriatwachtmeister, Charge im kaiserlichen Heere ; — I, 210, erhält von 

den Marketendern bestimmte Regalien; 234, dessen Obliegenheiten 

im Lager; — II, 211. 

O'Cahill, Biograph Montecuccoli's; — I, XVIL 

Oddl, Cesare, degli, päpstlicher General-Commissär der Cavallerie; — III, 
31, fällt bei Nonantola (1643). 



476 Montecuccoli: 

Oder, Pluss; — 1^ 168, Gallaa' Uebergang über die; — II, 672; ~ IV, 25, 

die Schweden übersetzen bei Fürstenberg die (1637); Gallas übersetzt 
bei Küstrin die. 

Oedenbufff, Stadt, Ungarn; -- II, 425, Marsch der Türken gegen (1664); 
443, Marsch der Kaiserlichen gegen; — III, 436, Bethlen G&bor 
erobert; 438, Ferdinand IIL wird daselbst zum Konig gekrönt. 

Oels, Fürstenthum ; — IV, 48, im Besitze der Fürsten von Münsterberg. 

Oettinfan-Wallerttein, Ernst, Graf von, kaiserlicher Reichs-Hofraths-Frasi* 
dent; >- IV, 113, am Reichstage zu Regensburg; 117; — IV, 342, 
bewirbt sich um die Erhebung in den Reichsfurstenstand. 

Ofen, Stadt, Ungarn; — II, 364, geplante Unternehmung der Kaiserlichen 
gegen (1661) ; 366; 867; 368, Truppen des Paschas von; 377, de Souches 
unternimmt einen Streiizug gegen; 410; 451, Hauptmagazin des 
türkischen Heeres in; 505, türkisches Arsenal in; 516; 532; 655; — 

III, 368; 426, Landtag zu; 428, Johann Z&polya wird daselbst zum 
Könige gekrönt; 429, FM. Roggendorf belagert; die Türken erobern; 
432, der Pascha von, schlägt die Kaiserlichen; — IV, 71, soll durch 
ein Fort jenseits der Donau verstärkt werden. 

Offene! vkrieg; — I, 137, Abhandlung über den; — II, 268; 532, gegen die 
Türken. 

Ogulin, Ort, Croatien-Slavonien; — IV, 58, über die Befestigung von. 
OhIau, Stadt, Preussen; ^ II, 122, in schwedischen Hfinden; 126, wäre 
nicht zu befestigen; 334, Zerstörung der Oderbrücke bei; 672; — 

IV, 150, Gefecht bei (1646). 

OIcsva-Apäti, Ort, Ungarn; >> II, 531. 

Oldenburg, Gräfin von; — IV, 46, Gemahlin des Herzogs August von 
Sachsen-Lauenburg. 

Oldenburg, siehe auch Holetein. 

Oliva, Ort, Preussen; — II, 191, Friede zu; 266;-- III, 272; ^ IV, 240. 

Olmutz, Stadt, Mähren; — II, 66, von den Schweden entsetzt; 127, wäre 
als Festung auizulassenj 129; 136; — III, 53, Belagerung von (1646); 
- IV, 28, die kaiserliche Armee bei (1642); 203, die Kaiserlichen 
blockieren (1644). 

Olsnitz (Mura-Szombat), Ort, Ungarn; — II, 426, Marsch der Ver- 
bündeten liegen (1664). 

Onod, Ort, Ungarn; — III, 432, Schlacht bei. 
Operationen; — II, 273, Abhandlung über. 

Oppeln, Stadt, Preussen; — II, 126, wäre nicht zu befestigen; — IV, 208, 
ergiebt sich den Kaiserlichen (1644). 

Oranien, Fürsten von; — II, 163, deren Grabstätten in Delft. 

Oranien, Friedrich Heinrich, Prinz von; — I, LXIII; LXIV, dessen Feld- 

Züge 1629, 1632, 1645; — II, 310, greift Bois-le-duc an (1629); 

311; 316; 506, im Feldzuge 1632; — III, 11 ff., dessen Feldzüge 

1629, 1632, 1646; 15. 



Orts, Namen- und Sach-Register. ^yj 

Orani«n, Wilhelm IIL, Fürst von; — II, 165, Leben am Hofe des; ^ III, 
112.. 

Oranien» Priniessin von; — IV, 45, Gemahlin des Grafen Aeneas von 
Emden. 

Oranien, siehe auch Nassau. 

OrgsIgaschOtze, eine Art Mitrailleusen; ~ II, 241; 242. 

Orisntalischs Compagnle in Wien; — IV, 172, schuldet Montecuccoli 
7000 fl. 

Orleans, Heinrich, Herzog von; — III, 160, erscheint beim Emp&ng bei 
Hofe bedeckten Hauptes. 

Orltans, Stadt, Frankreich; — I, 336, wird vom Prinzen von Cond6 über- 
Callen. 

Osnabrück, Bischof von; — III, 410, aus dem Hause Braunschweig; ver- 
mittelt einen Wafienstillstand zwischen den Verbündeten und den 
Franzosen (1673). 

Ossa, Rudolph, von, kaiserlicher PML.; — IV, 22, ertheilt den Auftrag 
Lindau zu nehmen (1634). 

Ossuna, Herzog von, spanischer General der Cavallerie; — III, 299, dessen 
Unthatigkeit im Kriege gegen Portugal. 

Ostende, Stadt, Belgien; -- I, LI, Beschreibung von; ~ II, 153; 314, Be- 
lagerung von; 607, die spanische Flotte in. 

Osterburg, Gut, Nieder-Oesterreich; — I, XXX, freie Herrschaftim Besitze 
des Fürsten Montecuccoli. 

Osteria nuova, Ort, Italien; — III, 35, Lager der Papstlichen bei 
(1643); 43. 

Osterwtck, Ort, Preussen; — III, 62, beabsichtigter Marsch nach (1647). 

Ostfriesiand, Fürstenthum ; — IV, 41, im Besitze der Familie Liechtenstein. 

Otacilius, romischer Consul; — I, 186. 

Oxenstierna, Axel, Graf, schwedischer Reichs-Kanzler; — Hl, 92; — IV, 6, 
dessen Unterhandlungen mit Waldstein; 7. 

Oxenstierna, Gabriel, Graf, schwedischer Oberst-Jägermeister und Hof- 
marschall; — III, 93; 95; 97; 104. 

Oxenstierna, Johann, Graf, schwedischer Reichs- Admiral, Sohn des Reichs- 
kanzlers; — III, 92. 

Oxenstierna, Graf, schwedischer Gesandter in Wien; — IV, 253, wird in 
Prag, zu Verhandlungen wegen der Investitur Pommerns, erwartet 
(1652). 

Oxenstierna, schwedischer Obrist; — IV, 25, wird von Gallas geschlagen 
(1637). 



P. 

Paar, Peter, von; — III, 127, in Brügge; 134, in London; 136. 
Paderborn, Bischof von; — IV, 118, am Reichstage zu Regensburg (1664). 



A'jS Montecuccoli : 

Paderborn, Stadt, Preussen; — IV, 231, Lamboy bei (1647); 344, Monte- 
cuccoli in (1673); 345. 

Palatin (von Ungarn); — I, LXX, Beeidigung des^Palatins am Landtage zu 
Pressburg 1656; -> II, 361, dessen Verhalten im Kriege gegen die Türken 
(1661); 362; 364, protestiert gegen das Binrücken der kaiserlichen 
Truppen in Ungarn ; 369; 370; 383, auf dem Sdindetag in Kaschau 
(1662); 398, begiebt sich auf den Sammelplatz der Insurrection; 406, 
knüpft mit den Türken Unterhandlungen an (1663); — III, 5, über- 
giebt Pressburg an Bethlen Gdbor (1619); 433, Kaiser Rudolph II. ver- 
weigert seine Zustimmung zur Wahl eines; 449, ist der Curator des 
Thronerben; 452, Macht desselben; 453; 451, wäre abzuschaffen; 455, 
ist General-Capitain des Königreiches. 

Palazzolo, Julius, modenesischer Geschäftsträger in Wien; — I, XX, dessen 
Brief an den Marquis Franz Pio von Savoyen. 

Palazzolo, Ort, Italien; — III, 313, Montecuccoli in. 

Pälffy, ungarische Adelsfamilie; — III, 463, ist dem Kaiser ergeben. 

Pälffy, Johann Carl, Graf, kaiserlicher FM.: — IV, 354, dessen Ernennung 
zum Christen. 

Pälffy, Niclas, Freiherr von, kaiserlicher General-Obrist in Ober-Ungarn; 
— III, 432, schlagt die Türken bei Stuhl weissenburg. 

Pälffy, Paul Graf; — III, 255, beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand III. 
in Pressburg. 

Pälffy, Graf, Inhaber eines Cavallerie- Regiments; — III, 375, dessen Regi- 
ment wird zum Entsätze von Klausenburg bestimmt. 

Pälffy, Gräfin; — IV, 216, in Correspondenz mit Montecuccoli (1644). 

Pallavicini, Marquis; — I, XLV, Brief Montecuccoli's an diesen, aus Wis- 
mar (1642). 

Pallua-Gall, Julian, k. und k. Hauptmann; — I, XXXVI, übersetzt Schriften 
des Fürsten Montecuccoli. 

Palota, Ort, Ungarn; — III, 433, die Türken besetzen. 

Panzaletta, modenesischer Obristwachtmeister, dann Obrist; — III, 49, 
überrumpelt Crevalcore (1643); — IV, 225, im Feldzuge 1643 in 
Italien. 

Panzerreiter, siehe COraesiere. 

Päpa, Ort, Ungarn; — II, 394, Versammlungsort für die ungarische In- 
surrection (1663); — III, 433, die Türken erobern; 434, die Besatzung 
von, geht zu den Türken über. 

Pappenhelnn, Gottfried Heinrich, Graf, FM. der katholischen Liga; — I, 
164, in der Schlacht bei Leipzig (1631); 228, zieht gegen Magdeburg; 
245, hält strenge die Marschordnung aufrecht; 262, bei Leipzig; 263; 
285, soll Halle a/S. besetzen; 295, unter Waldstein; bei Maastricht; 
343, legt bei Werben Gustav Adolph einen Hinterhalt; 346 bei Burg; 
349, bei Leipzig; — II, 74, gegen Ban6r (1632); 521, marschiert nach 
Halle; — III, 6, rückt nach Italien (1625); 7, schlägt den Bauern- 
aufstand in Ober-Oesterreich nieder; 16; 25, bei Leipzig. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^'jg 

Paradeiser, Franz, kaiserlicher Obrist; — III, 60, wird wegen der Ueber- 
gabe von Eger verurtheilt (1647); — IV, 229, übergiebt Eger (1647). 

Parchim, Stadt, Mecklenburg; — 11, 301, Montecuccoli vor (1660); ^ iV, 
239, kaiserliches Feldlager bei (1660); 240. 

Pardubitz, Stadt, Böhmen; — II, 125, wäre nicht zu befestigen. 

Paris, Stadt, Frankreich; — I, 67, woselbst die Subsidien für Schweden in 
Empfang zu nehmen sind. 

Pärkäny, Ort, Ungarn; — II, 395, NiederUge der Kaiserlichen unter For- 
gäch bei (1663); 398; - III, 375, Treffen beL 

Parlamentäre; — I, 221, deren Behandlung im Kriege. 

Parma, Herzogthum, Italien; — III, 21 ff., dessen Antheilnahme am Feld- 
zuge 1643 in Italien; 288, die Herzoge werden mit »Hoheitc tituliert; 
328. 

Parma, Alexander, Prinz von; — III, 298, dessen Ansprüche auf Toscana. 
Parma, Odoardo, Herzog von; — III, 35, im Feldzuge 1643 in lalien; 36; 37, 

unterhandelt mit dem Herzoge von Modena; 40; — IV, 29, überfallt 

la Stellata und Buondeno (1643); 365, im Feldzuge 1643 in Italien; 

366. 
Parma, Herzog von; — III, 174, in den Niederlanden. 
Parole; — III, 370, Ausgabe derselben im kaiserlichen Heere. 
Parrozzi (Pierozzi), Musiker; — III, 114, am Hofe der Königin Christine 

von Schweden; 140. 
Parteiungen; — I, 22, im Staate; 37; 49, Hilfsmittel dagegen; 39, im 

deutschen Reiche. 
Partheien; — I, 291, Aussendung solcher aus Cantonnements; — II, 286, 

im Lager. 

Passarino, spanischer Obristlieutenant; — IV, 289, war früher Rittmeister 
im kaiserlichen Reiter-Regimente Caraffa. 

Passau, Stadt, Bayern; — II, 127, wäre zu befestigen; 136; — IN, 175, 
Montecuccoli in; 180; — IV, 21, Montecuccoli in (1632); 22. 

Patak, Ort, Ungarn; — II, 538; — III, 447, wird von den Kaiserlichen be- 
setzt; 459, soll gut befestigt werden. 

Patrouillen; — I, 290, Aussendung derselben in Cantonnements; — II, 
286, im Lager; 324, in Festungen. 

Pauker; -- I, 101, deren Eintheilung bei der Cavallerie. 

Paul V., Papst; — III, 6, stirbt (1622). 

Pecorine, Beilagen zum Werke des Fürsten Montecuccoli: »Trattato della 
guerrac; — |, XLII; CXXXII; 13, Erklärung des Ausdruckes. 

Peene, Fluss; ^ I, 129, Gefecht an der (1637); 175, deren sumpfige Ufer; 
175, Ban6r zieht sich hinter die, zurück; 254, Gallas überschreitet die; 
297; — II, 58, Gallas an der; 265, Uebergang der Kaiserlichen über 
die (1659); 284, Gallas forciert den Uebergang über die (1644); 
341; 572; — III, 270, Uebergang der Kaiserlichen über die (1659); 
370; — IV, 25, die Kaiserlichen übersetzen durch eine Kriegslist die 
(1637); 136, die Kaiserlichen übersetzen die (1637). 



^Qo Montecuccoli: 

Pegau, Stadt, Sachsen; — I, 349, Angriff der Kaiserlichen auf die Armee 
Ban6r*s bei (1637); — IV, 25, die Schweden concentrieren ihre Armee 
bei (1637). 

Pegolotti, modenesischer Hauptmann; — III, 22, im Feldzuge 1643 in 
Italien. 

Penaranda (Pignoranda) von Braccamonte und Guzman, Graf, spani- 
scher Minister in den Niederlanden; — III, 175, demselben sollte 
mehr Einfluss eingeräumt werden; 311, dessen Unterhandlungen mit 
Portugal; — IV, 315, in Madrid; 330, in Correspondenz mit Monte- 
cuccoli. 

Pensionen; — I, 197, der Soldaten. 

Pentz, von, dänischer Hofmarschall; -- III, 87. 

Pera, Vorstadt von Constantinopel; — II, 505, türkisches Arsenal in. 

P^renyl, Emerich, Palatin von Ungarn; — III, 427, protestiert gegen den 

Vertrag, bezüglich der Erbfolge der Habsburger auf den ungarischen 

Königsthron; 452. 

Perera, Monsignore, Gelehrter am Hofe des Prinzen von Cond6; — III, 
118, in Antwerpen; 141; 153; 160, dessen Werk über die Erschaffung 
der Menschen; 162. 

Perleberg, Stadt, Preussen; — I, 172, Treffen zwischen Ban6r und Hatz- 
feld bei; 263, Ban6r schliesst in der Nähe dieser Stadt eine kaiser- 
liche Abtheilung ein; 363, Hatzfeld gegen Ban6r bei. 

Pernstein, siehe Bernstein. 

Person, Gottfried ; — I, XLVIII, widmet dem Prinzen Eugen von Savoyen 
ein Buch. 

Perugia, Stadt, Italien; — III, 47, Belagerung von (1643). 

Pesaro, venezianischer General; — III, 35, im Feldzuge 1643 in Italien. 

Petarde, Geschützgattung; — II, 46, Beschreibung der; 104, deren An- 
wendung beim Angriffe auf Festungen; 112; 241; 245; 320. 

Peter, Obrist; — IM, 203, will in kaiserliche Dienste treten und ein Regi- 
ment Cürassiere aufstellen. 

Petrinja, Stadt, Croatien-Slavonien ; — III, 433, die Türken erbauen ein 
Fort bei; — IV, 60, soll als Festung aufgelassen werden; 61, über 
die Befestigungen von; 62, Kosten hiefür. 

Petronell, Ort, Nieder-Oesterreich; — III, 436, Bethlen Gabor zerstört 

Petrovits, Peter, Ban von Serbien; — III, 429, als Vormund des unmündigen 
Königs Johann Sigismund Zäpolya. 

Pettau, Stadt, Steyermark; — I, LXXXVII; — II, 128, wäre zu befestigen; 
— IV, 55, über die Befestigung von. 

Pevelli; — III, 291, in Madrid. 

PeverelTi, Gabriel, kaiserlicher General-Zahlmeister; ~ I, LXV, wegen rück- 
ständiger Forderungen Montecuccoli*s; — IV, 364, soll Montecuccoli 
2000 Thaler auszahlen (1642). 

PezzI, Johann, Biograph Montecuccoli's; — I, XVI. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 481 

Pfalz, Carl Ludwig, Churfürst von der; — I, LXVIII, MontecuccoU'a 
Mission beim Churfürsten; LXXXVU; — II, 187, dessen Verhältniss 
zu Frankreich; — III, 171, verspricht bei der Wahl des Römischen 
Königs, keinen vom Hause Habsburg zu wählen; 254; 407, dessen 
Verhalten im Peldzuge 1672; — IV, 46, lebt in England; 241, dessen 
Gegensatz zu Maynz (1665); 252, wird in Prag erwartet (1652); 253. 

Pfalz, Friedrich V., Chuifürst von der; — II, 121, wird zum König von Böhmen 
erwählt; 295; — III, 14, bei der Uebergabe von Bois-le-duc (1629); 
460, verliert durch die Schlacht bei Prag sein Königreich'; — IV, 46, 
dessen Familie. 

Pfalz, Churfürstin von der, Gemahlin Friedrich V.; — III, 144, in Ant- 
werpen. 

Pfalz, Eduard, Herzog von der, jüngster Sohn des Winterkönigs; — IV, 46. 

Pfalz, Moriz, Herzog von der, Sohn des Winterkönigs; — iV, 46, in eng- 
lischen Diensten. 

Pfalz, Robert, Prinz von der; — Mi, 203, in Cöln; 254; — IV, 46, steht in 
englischen Kriegsdiensten; 128, Montecuccoli schlägt denselben zur 
Verwendung im Tür kenkriege vor (1664). 

Pfalzfrafan bei Rhein; — IV, 48, deren Haus. 

Pfalzgraf bei Rhein, Carl Gustav, schwedischer Generalissimus; — III, 69, 
rückt mit Ersatztruppen an (1648); 72, cemiert Prag. 

Pfalzgräfin bei Rhein; — IV, 49, Gemahlin des Grafen Günther von 
Schwarzburg. 

Pfalzgräfin bei Rhein; ^ IV, 48, Gemahlin des Herzogs Eberhard von 
Württemberg. 

Pfalz- Birkenfeld, Graf von; — IV, 48, dessen Haus. 

Pfalz-Neuburg, Philipp Wilhelm, Herzog von; — I, CXXX, schenkt 
Montecuccoli einen Diamantring; — III, 16, bei der Armee des Prin- 
zen von Oranien; 147; 165, Montecuccoli's, Mission beim; 167; 168, 
empfangt Montecuccoli in Audienz; 169; 170; 171, dessen Bemühun- 
gen für die Wahl eines Habsburgers zum Römischen König; 172, 
ladet Montecuccoli zu Tische; 174, bietet dem Grafen Schwarzenberg 
als Abfindungs-Summe 50.000 Thaler an; 190, dessen Politik in Be- 
treff der Römischen Königswahl; 238, in der Angelegenheit Schwarzen- 
berg; 234; 250, versichert den Kaiser seiner Ergebenheit; 251; — IV, 
233, geräth wegen Berg mit Brandenburg in Streit (1651); 257, hei- 
rathet eine Landgräfin von Darmstadt. 

Pfalz-Sulzbach, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, Philipp, kaiser- 
licher FM.; — III, 376, dessen angebliche Zurücksetzung; 381, erhält 
nach St. Gotthard einen Dankbrief des Kaisers; — IV, 116, soll zu 
den Berathungen nach Regensburg berufen werden; 311, bezieht eine 
Pension. 

Pfalz-ZweibrQcken, Adolph, Prinz von; — III, 89, Commandantin VesterJLs; 
101; 102, fungiert als Oberst-Hofmeister der Königin Christine; 103; 
104, ladet Montecuccoli zum Speisen; 105; 106. 



^.82 Montecuccoli: 

Pfalz-Zwaibrücken, Carl Gustav, Prinz von, Bruder des Vorigen; — III, 
98; 100, dessen Kriegslust; 102; 103. 

Pfalz-ZweibrQcken, Graf von; — IV, 48, vermählt mit einer Gräfin von 
NassfLU-Saarbrücken. 

Pfalz-Zweibrücken, Gräfin von; — iV, 49, Gemahlin des Markgrafen Fried- 
rich von Baden-Durlach. 

Pfalz-ZweibrQcken, Gräfin von; — iV, 48, Gemahlin des Pfalzgrafen von 
Birkenfeld. 

Pfalz-ZweibrQcken, Prinzessin von; — IV, 44, Gemahlin des Herzogs von 
Neuburg. 

Pfarrkirchen, Stadt, Bayern; — III, 68, Rückzug der Schweden nach 
(1648). 

Pfeifer; — I, 101, deren Eintheilung bei der Infanterie; — II, 211. 

Pftrt, Ort, Blsass ; — I, 199, wird vom Grafen Ernst Montecuccoli einge- 
nommen. 

Philipp, kaiserlicher Obrist; — IV, 207, dessen Regiment im Feldzuge 
1644; 213. 

Philippopel, Stadt, Türkei; - II, 534. 

Philippsburg, Stadt, Baden; — 11, 105, die Kaiserlichen überrumpeln 
(1635); 179; — III, 56, Rückzug der Franzosen nach (1645); 123; — 
IV, 21, die Kaiserlichen übersetzen den Rhein bei (1632); 23, die 
Kaiserlichen überfallen (1634); 141, die Franzosen werden bei, über 
den Rhein gejagt; 214, Belagerung von (1644). 

Piccardi, päpstlicher Artillerie-Obrist; — III, 48, Commandant von Vergato 
(1643); — IV, 29, wird von Montecuccoli bei Vergato gefangen ge- 
nommen (1643). 

Piccolomini (Testa), Johann Maria, Graf, kaiserlicher Obrist; — IV, 121, 
hat 1000 Mann unter sich (1664). 

Piccolomini d'Arragona, Conte di Celano, Giuseppe, Don, kaiserlicher 
Obrist; — iV, 140, fallt bei Jankau; dessen Regiment erhält Raimund 
Montecuccoli. 

Piccolomini d'Arragona, Herzog von Amalfi, deutscher Reichsfürst, Oc- 
tavius, kaiserlicher General-Lieutenant und FM.; — I, XXVI ff., 
dessen Titel geht auf Montecuccoli über; LXV, befürwortet Monte- 
cuccoli; XCV, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; C; CXXI, 
seine tactischen Grundsätze; hält 1642 bei Brunn eine Parade 
ab; 172, kämpft bei Saalfeld gegen Ban^r; 182, bei Nördlin- 
gen; 273, gegen Hom und Bernhard von Weimar; 329, wird 
von Ban6r zum Kampfe herausgefordert; •— 11, 115, zwingt die 
Schweden zum Rückzuge von Freiberg (1642); 575, entsetzt Fried- 
berg; — IM, 67, übernimmt den Befehl über das Heer (1648); 
68; 71, bei Dachau; 182, schreibt der Königin Christine; 202, 
erhält einen Brief der Königin Christine; 203; 252, überlässt sich 
allzusehr den häuslichen Sorgen; 258, auf dem Landtage zu Press- 
burg; 259, als Garde - Capitain bei der Krönung der Kaiserin 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 483 

Eleonore als Königin von Ungarn; 260; — IV, 26; 28, übernimmt 
den Oberbefehl über die kaiserliche Armee (1642); 29, trifit, von 
der Armee kommend, in Wien ein; 139, dessen Niederlage bei 
Leipzig (1642); reist nach Spanien; 147; 202, in Correspondenz mit 
Montecuccoli (1644); 208, berichtet, dass sich Grafenberg tapfer ver- 
theidige; 209; 213; 215; 216; 249, erhalt den Auftrag, zu Hofe 
zurückzukehren (1660); 250, reist nach Prag (1651); 252, soll zum 
Reichsfürsten ernannt werden; 311, erhalt eine Anweisung von 
12.000 fl., auf die Juden von Prag; 315; 316; 340, ist Herzog von 
Amalfi; 341, dessen Bemühungen wegen Erlangung des Fürsten- 
standes; 364, befürwortet Montecuccoli zur Ernennung zum General- 
Feldwachtmeister; 368. 

Piemont, Fürstenthum, Italien; — I, 141, wird von den Franzosen besetzt. 

Pietipezky von Zlunic, Johanna Myska; — IV, 42, Gemahlin des Fürsten 
Lobkowitz. 

Pike; — i, 99, Hauptwaffe der Infanterie; — II, 218, Beschreibung der. 

Pikeniare; — I, 99, deren Ausrüstung; — II, 218; 225, Exercieren der; 
226, deren Eintheilung bei der Compagnie. 

PH lau, Stadt, Preussen; -—III, 187, ergiebt sich den Schweden. 

Pilsen, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre zu befestigen; ~ III, 10, Ver- 
sammlung der Obriste von Waldstein*s Heer in; 60, die kaiserliche 
Armee bei (1647); — IV, 7, Waldstein^s Verschwörung in; 142, 
Rückzug Ferdinand III. nach (1647). 

Pimentel (Pimentelli), Antonio, Fürst; — Hl, 90, spanischer Ge- 
sandter in Schweden; besucht Montecuccoli in Upsala; 94; 96, an der 
Hoftafel in Upsala; 100; 101, theilt Montecuccoli die Absicht der 
Königin mit, zum Katholicismus überzutreten; 102; 103; 104; 105; 
106; 112, wird zum General ernannt; 122; 138, trifft als ausserordent- 
licher Gesandter in Antwerpen ein; 139, besucht Montecuccoli; 140, 
dessen Reise zu Fuenseldanna, in Angelegenheit der Königin Christine 
von Schweden; 142; 143, soll beim Uebertritte der Königin Christine 
zum Katholicismus anwesend sein; 150; 152; 153; 154, reist mit der 
Königin Christine nach Brüssel; 155, ist beim Uebertritte der Königin 
zum Katholicismus anwesend; 156; 157; 159; 161; 163, fertigt das 
Schriftstück, betreffend den Uebertritt der Königin Christine zum 
Katholicismus; dessen Regiment bei Arras; 165, soll zum FM. er- 
nannt werden; 179; 180, besucht Montecuccoli; 181; 182; 183, soll 
die Königin Christine nach Rom begleiten; 184, ladet Montecuccoli 
zum Speisen; 187; 189, wird von Fuenseldanna protegiert; 193, über 
dessen Abkunft; 194; 195, erhält Briefe aus Rom über die Königin 
Christine; 201; 202; 205, benachrichtigt Montecuccoli über die Ab- 
reise der Königin Christine; 211; 223; 241, erfährt von dem Ent- 
schlüsse der Königin, zum Katholicismus überzutreten; 242, wird 
nach Spanien abberufen; 248, erhält Befehl, in Schweden zu ver- 
bleiben; 244, reist nach Spanien; kehrt als ausserordentlicher Gesandter 



484 Montecuccoli: 

zur Königin Christine zurück; 246, als Zeuge beim Uebertritte der 
Königin zum KathoUcismus; 260; — IV, 142, dessen Ankunft wird 
erwartet; 235; 265, begleitet die Königin von Schweden nach 
Rom; 318. 

Plneri, kaiserlicher Ingenieur; — IV, 58, nimmt als solcher eine leitende 
Stellung ein. 

Pinka, Pluss; — 11, 442, bereitet dem Marsche der kaiserlichen Armee 
Schwierigkeiten (1664); 448. 

Pionniare ; — I, 242, werden bei der Avantgarde eingetheilt. 

Piquet, Monsignore; — III, 93; 95, besucht Montecuccoli in Upsala; 96; 
114, in Antwerpen; 124; 126; 187, in Dunkerque; 140; 14a 

Pistoja, Stadt, Italien; — II, 576, Niederlage der Päpstlichen bei (1643); — 
III, 47, geplanter Ueberfall auf (1643); — IV, 222, Vorstoss der Päpst- 
lichen gegen (1648). 

Piumazzo, Ort, Italien; — III, 44, wird von den Verbündeten besetzt (1643); 
46; — IV, 29, die Verbündeten erobern (1643); 225, Lager der 
Päpstiichen bei (1643); 226. 

Placldo, Peuerwerkmeister; — III, 141, in Antwerpen. 

Plau, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — II, 10, wird von den Schweden be- 
setzt 

Plauan, Stadt, Sachsen; — I, 182, von PM. Holcke besetzt 

Plettenberg, kaiserlicher Resident in Hamburg; — III, 83, besucht Monte- 
cuccoli (1653); 84; 187, dessen Nachrichten über Kriegspläne der 
Schweden; 200. 

Podgorz, Ort, Preussen; — III, 366, die Kaiserlichen übersetzen die Weichsel 
bei (1657). 

Poel, Insel, Mecklenburg-Schwerin; — II, 10, von den Schweden besetzt. 

Poesien; I, CXXXI, aus der Peder Montecuccoli*s. 

Pdtting, Eusebius, Graf, kaiserlicher Gesandter in Madrid; — I, CIV; CV, 
dessen Correspondenz mit Montecuccoli; CVI; CVIII; — III, 306; 

— IV, 813, in Correspondenz mit Montecuccoli; 814; 317, erhält den 
Orden vom Goldenen Vliesse; 317; 818; 319; 820; 322; 325; 326; 
327; 328, theilt Montecuccoli die Verleihung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse mit; 329. 

Polen, Königreich; — I, 55, schliesst mit König Gustav Adolph Frieden; 
58; -^ II, 185, in Rivalität mit den Türken; 189, dessen Politik; 191, 
Unruhen in; 192, Einrücken der Kaiserlichen in (1657); 256, im Kriege 
gegen Gustav Adolph; 461, hat ein starkes Heer; 464, Unruhen in; 

— III, 220, im Gegensatze zu Schweden; 252, 265, wird von den 
Schweden, Moscowitem und Siebenbürgem angegriffen; 831, giebt 
dem Dogen von Genua den Titel »Serenissimus« ; 340, schliesst mit dem 
Kaiser ein Bündniss; 440, wird von Schweden angegriffen; — IV, 
106, ändert seine Verfassung; 157, schliesst mit dem Kaiser ein 
Bündniss; 236, wird von Schweden angegriffen; 238; 242, innere Un- 
ruhen in; 247; 252; 260, befürchtet einen Angriff Schwedens (1655); 



Orts-, Namen- und Sach-Register. j^gc 

263^ 265; 266; 317, Zustände in (1665); 330, Candidaturen für den 

Thron von. 
Polen, Johann Casimir, König von; — II, 186, steht unmittelbar vor der 

Abdankung; — III, 140, verfolgt seinen ehemaligen Vice-Kanzler; 

265, muss vor den anrückenden Schweden aus seinem Reiche flüchten; 

440, wird mit Hilfe der kaiserlichen Waffen wieder in sein Reich 

eingesetzt; — IV, 242, dessen Heer steht jenem Lubomirski*8 bei 

Posen gegenüber (1665); 330, dankt ab. 
Polen, Maria Louise von Nevere-Gonzaga, Königin von, Gemahlin des 

Vorigen; - III, 196. 
Polen, Johann (Sobieski), König von; — III, 458, wird in Warschau zum 

König gewählt. 

Polen, Michael (Wisniowiecki), König von; — IV, 157, heirathet die 
Schwester Kaiser Leopold I., Erzherzogin Eleonore. 

Polen, Wladislaw IV., König von; — IV, 26, dessen Zusammenkunft mit 
Kaiser Ferdinand III. in Nicolsburg; 227, begiebt sich mit seinem 
ganzen Heere zur Krönung der Königin nach Krakau (1646); 228, 
dessen Conflicte mit der Regierung; siehe auch Wladielaw. 

Polvlsky; — III, 96, bei einem Fechttournier in Upsala; 136, wird Schulden 
halber in Prag arretiert; 153; 154; 164. 

Pompel, Tomio, Conte de, kaiserlicher FML.; — IV, 27, wird aus der 
schwedischen Gefangenschaft befreit; 150, im Feldzuge 1646; 205, 
in Correspondenz mit Montecuccoli ; 361, in Wismar interniert (1642). 

Pom pejus, römischer Feldherr; — I, 333, gegen Julius Caesar. 

Ponce de Leon, siehe Guzman. 

Pontelagoscuro, Ort, Italien; — III, 45, von den Päpstlichen besetzt (1643). 

Porcia, Ferdinand, Graf (seit 1662 Fürst), erster Minister Kaiser Leopold L; 
— I, CI, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; CHI; CIV, be- 
treibt die Angelegenheit wegen Verleihung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse an Montecuccoli; CXXII; — III, 259, Oberst-Hofmeister 
des Erzherzogs Leopold Ignaz ; 367 ; — IV, 82, dessen Gegensatz zu 
Auersperg; 111, am Reichstage in Regensburg (1664); 112; 113; 117; 
123; 128; 129, versichert Montecuccoli der Werthschätzung des 
Kaisers; 312, verspricht Montecuccoli, sich für die Verleihung des 
Ordens vom Goldenen Vliesse einzusetzen; 313; 321; 341, dessen Be- 
mühungen wegen Erlangung des Fürstentitels. 

Porcia, Johann Sylvio, Graf, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — 11, 

390, dessen Regiment wird nach Italien dirigiert (1663). 
Porcia, Graf; — III, 148, in Brüssel; 152. 
Porcia'sches Archiv in Spittal a. D.; — I, XXXV; CXXII. 
Porretta, Ort, Italien; — III, 47, Verschanzungen der Päpstlichen bei 

(1643). 
Portugal, Königreich; — III, 296, im Kriege mit Spanien; 297; 298; 311, 

dessen Unterhandlungen mit Spanien; — IV, 242, schliesst mit Spanien 

einen Waffenstillstand (1666). 

Montecuccoli. I\\ 32 



^86 Montecuccoli: 

Portugal, Sebastian, König von; — III, 333, wird von Philipp IV. von 
Spanien im schriftliclien Verkehre mit >Hoheit< tituliert 

Portugal, Marquis von; — IN, 161, befehligt eine Compagnie Reiter; in 
Brüssel; 162. 

Posen, Stadt, Preussen; — 111, 266, von den Kaiserlichen eingenommen 
(1667); 365, die Kaiserlichen nehmen (1657); — IV, 242, die polni- 
schen Truppen bei (1665). 

Post, kaiserlicher Obrist; — II, 386, führt die Avantgarde der zum Ent- 
sätze KlausenburgB bestimmten Truppen (1662); — III, 375, schlägt 
eine türkische Parthei; — IV, 73, dessen Regiment als Garnison für 
Tokaj. 

Postbauer, Ort, Bayern; — III, 204, Montecuccoli in. 

Postel, Ort, Belgien; — III, 167, Montecuccoli in. 

Potham, von, Edelmann am Hofe des Churfürsten von Brandenburg; — 
III, 78, beim Besuche Montecuccoli's in Berlin; 81. 

Pozzi, Doctor, kaiserlicher Leibarzt; — IV, 344, behandelt Montecuccoli. 

Prag, Stadt, Böhmen; — I, XIX, der kaiserliche Hof übersiedelt, 1679 wegen 
der Pest, nach Prag; LXVI, Aufhebung der Belagerung von (1648); 
134, die Umgebung Prags wird von Ban6r verwüstet; 170; 172; — 
II, 51, Friede zu (1635); 79, Ban6r vor (1639); 106, von den Schweden 
überrumpelt (1648); 110; 121; 123, Beschreibung der Festung; 135, 
die Kleinseite wird von den Schweden erobert; 295, Schlacht bei (1620); 
307, Befestigung von; 317, Belagerung von (1648); 508, Belagerung 
von (1648); 554, Schlacht bei; — III, 5, Schlacht bei (1670); 54, 
Rückzug des Kaisers von (1645); 69, Ueberrumplung der Kleinseite 
von (1648); 72, Cernierung von; 104; 435, Kaiser Rudolph IL in; 
437, Schlacht bei; 460; — IV, 6, Waldstein vertreibt die Sachsen 
aus; 12, Einnahme von (1632); 21, Montecuccoli in; 26; 27, die 
kaiserlichen Truppen ziehen sich in die Stadt zurück (1639); 31, 
Montecuccoli 's Beeidigung als Kriegsrath und Kämmerer zu (1645); 
196, Gallas in (1644); 228, die kaiserliche Armee bei (1646); 247, 
Montecuccoli in (1648); 252, Zusammenkunft der Churfürsten in 
(1652); 253; 311, die Juden von, werden verhalten Pensionen aus- 
zubezahlen; 312; 315. 

Prai8sac(Preissac), Sieur du, Militär-Schriftsteller; — I, 97, dessen Werk 
über die Kriegskunst der Griechen und Römer; 101; 107. 

PrÄ, von; — III, 113, intimer Freund des Vice-Königs Seestaet. 

Pressburg, Comitat, Ungarn; — II, 398, weigert sich für die Insurrection 
Leute beizustellen. 

Pressburg, Stadt, Ungarn; — I, LXVII; LXIX, Landtag zu (1655); LXX, 
Kaiser Ferdinand III. am Landtage zu: — II, 128, wäre zu be- 
festigen; 331, Montecuccoli vor (1663); 387, Landtag zu (1662); 
394, die Insurrection von; 397, will keine kaiserliche Besatzung auf- 
nehmen (1663); 400, die Türken rücken gegen; 403, kaiserliches 
Lager bei; 404, nimmt kaiserliche Besatzung auf; 406, Verstärkung der 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 487 

Garnison zu; 444, Marsch der Kaiserlichen gegen; 500, Georg Basta 
bei (1605); 512; — III, 5, Bethlen Gabor erobert (1619); Landtag zu; 
179, Montecuccoli*8 Abreise von; 247 ff., der Landtag zu (1655); 255, 
feierlicher Einzug Kaiser Ferdinand IIL in; 261, Montecuccoli^s Ab- 
reise von, nach Flandern; 342, dessen Besatzung; 347, die Türken 
vor (1664); 348; 37ö, Montecuccoli bei; 376, will keine kaiserliche 
Besatzung aufnehmen; 425, Maximilian I. erobert; 430, Krönung Maxi- 
milian II. zu; 431, Verschwörung gegen den Kaiser in; 432, Landtag 
zu; 434, Rückzug Georg Basta's nach; 435, Erzherzog Matthias wird 
daselbst zum König gekrönt; 436, Bethlen G&bor vor; 437, die Kaiser- 
lichen erobern; Rückzug des kaiserlichen Heeres nach; 444, weigert 
sich kaiserliche Besatzung aufzunehmen; 445, die kaiserliche Gross- Bot- 
schaft in; 447, wird von den Kaiserlichen besetzt; 452, Landtag zu; 
453; 458, Kaiser Maximilian II. Einzug in; — IV, 92, dessen mangel- 
hafte Befestigung; 106, schlechter Empfang der kaiserlichen Truppen 
seitens der Ungarn in; 235, Landtag zu (1655); ?36, feierlicher Ein- 
zug Kaiser Ferdinand III. in; 261, Landtag zu; 262; 263; 264. 

Prest, Castell bei Petrinja, Croatien-Slavonien; — IV, 60, soll ausgebaut 
werden; 61. 

Preussen, Friedrich II, König von; — I, III; V. 

Prima plana; — II, 211, bei einer Schwadron; bei einer Infanterie-Com- 
pagnie. 

Primchen, kaiserlicher Secretar und Hof-Kriegsrath; — IV, 31, verliest, bei 
der Beeidigung Montecuccoli*s zum Kriegsrath, die Eidesformel. 

Priorato, Gualdo Galeazzo, Graf, kaiserlicher Rath und Hof-Historiograph; 
— Ii V, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; XVIII; LXXII; 
LXXin, übersendet dem Grafen Montecuccoli seine Geschichte 
Ungarns zur Correctur und Ergänzung; — III, 282, besucht Monte- 
cuccoli in Mailand; 363 ff., Montecuccoli's Bemerkungen zu dessen 
Geschichte Ungarns und Siebenbürgens; — IV, 117, während des 
Reichstages 1664 in Regensburg; 128, Montecuccoli recommandiert 
denselben dem Fürsten Porcia; 322, beklagt sich über nicht bezahlte 
Forderungen; 326, empfiehlt sich dem Wohlwollen des Fürsten Lob- 
kowitz. 

Privilegien; — I, 196, der Soldaten. 

Professionisten; — I, 91, deren Eintheilung beim Heere; — II, 503, im 
türkischen Heere; 504, im kaiserlichen Heere. 

Profoss, Charge im kaiserlichen Heere; — I, 206; 209; 210, erhält von den 
Marketendern bestimmte Taxen; 237, commandiert den Train; 245; 
246; 319, im Lager; 323; — II, 211, 

Promnitz, Erdmann, Graf, kaiserlicher Obrist; — II, 391, dessen Regiment 
im Feldzuge 1663; — III, 342, Theile seines Regiments sind in Press- 
burg als Besatzung dislociert; 376. 

Protestanten; — I, 27, unterstützen den Einfall der Schweden in das Reich; 
60, übersenden Kaiser Carl V. die Kriegserklärung (1546); 62, treten 

3a* 



488 Montecuccoli: 

2u einem Bündnisse gegen den Kaiser anisammen; 149, deren Allianz 
mit Schweden; 181, Frömmigkeit im Heere derselben. 

Proviant; — I, 200, für die Armee im Felde; 203, Magazine für denselben; 
204, Proviantmühlen; 206, Vertheilung des; 209, Zufuhr des; — 11» 
48, für die Armee im Felde; 91, für eine Festung; 132; 248, Magazine 
für den; 510, türkische Magazine für den; 613, Lieferanten für den. 

Proviant- Amt, kaiserliches; — III, 401, dessen Abhängigkeit von der Hof- 
kammer. 

Proviantmeiatar, Charge im kaiserlichen Heere; — I, 200; 206; 209; — 

II, 211. 

Puchar, Secretar Kaiser Ferdinand III.; — III, 179, stellt für Montecuccoli 

einen Pass nach Flandern aus; 261. 
Puchhaim, Adolph, Graf, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — IV, 27, 

geräth in schwedische Gefiingenschaft (1639). 
Puchhaim, Adolph Ehrenreich, Graf^ kaiserlicher FML.; ~ 11, 403, 

Gouverneur von Komom. 
Puchhaim, Hans Christoph, Graf, kaiserlicher FM.; — I, 264, gegen Ban6r 

an der Elbe; 274, verfolgt Ban^r; — II, 311, in Schlesien (1645); — 

III, 254, steht im Verdachte der Schuld an dem Tode des Csiky ; — IV, 
149, im Feldzuge 1646; 249, ist Hof-Kriegsrath (1650); 311, erhalt 
eine Anweisung von 12,000 fl. auf die Juden von Prag; 315; 316. 

Puchhaim, Graf, kaiserlicher Oberst-Kämmerer; — IV, 31, beeidet Monte* 

cuccoli als Kämmerer. 
Puzzoborelli, Marquis; -^ III, 282, in Mailand. 
Pyranäischer Friada; — II, 187. 
Pyrrhus, König von Epirus; — I, 74, militärische Aussprüche desselben. 



Q. 



Quästor, Schätzmeister im römischen Heere; — I, 78. 

Quartlare, siehe Cantonniarungen. 

Quartiarmaistar, Charge im kaiserlichen Heere; -— I, 207; 234; 241; 314, 

dessen Obliegenheiten im Lager; 316; — II, 53, vor dem Abmärsche; 

211; 280. 
Quast, churbrandenburgischer General-Feldwachtmeister; — III, 270, im 

Feldzuge 1659 in Holstein; 370. 
Quava, siehe dalla Queva. 
Quiatinus, siehe Aligheri. 

R. 

Raab, Bischof von; — II, 394; — III, 260, bei der Krönung der Kaiserin 
als Königin von Ungarn. 



Orta-, Namen- und Sach-Register. 489 

Raab, Pluss; — II, 426, die Kaiserlichen verwehren den Türken den Über- 
gang über die (1664); 427; 431; 436, die Türken übersetzen die; 442; 
444; — III, 346, der Gross- Vezier an der. 

Raab, Stadt, Ungarn; — I, XXIII, Obristenstelle zu; — II, 128, wäre stark 
zu befestigen; 171; 896, geplante Belagerung von; 398; 425, Marsch 
der Türken nach; 444, Marsch der Kaiserlichen gegen; 49d, von den 
Türken erobert (1694); 500, Georg Basta bei (160Ö); 505, Sinan 
Pascha bei (1594); 508; 512; 531; 537; 538; 539; 544, von Sultan 
Soliman erobert; 547; — III, 871, geplanter Angriff auf; 385, Gelder 
fiir den Festungsbau in; 895; 428, Kaiser Ferdinand I. erobert; 
Sultan Soliman erobert; — IV, 92, ist angeblich leicht zu erobern^ 
93, soll stärker befestigt werden. 

Rabatta, Freiherr zu Dornberg, Rudolph, Graf, kaiserlicher FM.: — III, 
346, als Obristwachtmeister im Feldzuge 1664; — IV, 354, dessen 
Ernennung zum General. 

Rabanhaupt, holländischer General-Lieutenant; — III, 409, erobert Gro- 
ningen (1672). 

Radkersburg, Stadt, Steyermark; — I, LXXXVII; — II, 512, Anlage eines 
Proviant-Magazins in; — III, 377, Montecuccoli in (1663); — IV, 55, 
über die Befestigung von; 66; 57. 

Radziwill, Prinzessin von; — IV, 47, Gemahlin des Herzogs Julius Hein- 
rich von Sachsen-Lauenburg. 

Räthe; — I, 81, der Fürsten. 

Rain, Stadt, Bayern; — I, 199, Graf Ernst Montecuccoli erobert (1632); 
— III, 67, Verstärkung der Besatzung von (1648); — IV, 21, die 
Kaiserlichen erobern (1632); 134; 228, die Schweden besetzen (1646). 

Riköczy, Franz; — III, 445, als Verschwörer gegen den Kaiser; 446, strebt 
nach der ungarischen Königskrone; 447, wird eingekerkert; — IV, 68, 
einer der Haupturheber der Widerspänstigkeit der Ungarn gegen den 
Kaiser. 

Räköczy, Georg L, Fürst von Siebenbürgen; — I, LXXXVI, im Feldzuge 
1645; — III, 54; 55, schliesst mit dem Kaiser Frieden; 43S, wird 
Fürst von Siebenbürgen; Verschwörung gegen denselben; 439, schliesst 
mit Schweden ein Bündniss; rückt in Ungarn ein; schliesst mit dem 
Kaiser Frieden; stirbt; — IV, 141, schliesst Frieden. 

Riköczy, Georg H., Fürst von Siebenbürgen; — II, 271, in Polen; 358, 
wird von den Türken abgesetzt; 392, kämpft in Polen (1657); 452; 
536, soll gegen die Türken zu Felde ziehen; 537, stirbt; — III, 
265, im Kriege gegen Polen (1657); wird geschlagen; 345, dessen 
Verbindungen mit dem kaiserlichen Hofe; 368, schlägt den Pascha 
von Ofen bei Lippa (1658); 371, dessen Verbindungen mit den Ungarn; 
439, folgt seinem Vater auf dem Throne; 440, schliesst ein Bündniss 
mit Schweden; dessen Unternehmung gegen Polen; wird abgesetzt; 
441 fallt gegen die Türken; ~ IV, 69, dessen Stellung Ungarn gegen- 
über; 80, vermehrt seine Streitkräfte; 87, bei Tyrnau; 93, vor Brunn. 



490 



Montecuccoli: 



Räköczy, Sigismund, Sohn Georg L; — III, 439, zieht mit Truppen gegen 
Brunn. 

Rambsdorf, kaiserlicher Obrist; — IV, 203, dessen Regiment im Feld- 
zuge 1644. 

Rangoni, italienische Familie; — I, CIX, deren Feindschaft mit der Familie 
Montecuccoli. 

Ranst, Ort, Belgien; — III, 167, Montecuccoli in. 

Rantzau, Josias, Graf, schwedischer General; — III, 108, besitzt ein Castell 
in Breitenberg. 

RanuccI, päpstlicher Befehlshaber; — III, 48, bei Vergato (1643). 

Ranzion (Lösegeld); — I, 368, ist für jeden nicht ausgewechselten Ge- 
fangenen zu bezahlen; 369, diesbezügliches Cartell zwischen Hatzfeld 
und Ban6r. 

Rappach, Carl Ferdinand, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; — II, 391, 
dessen Regiment im Feldzuge 1663; 436, bei St. Gotthard; 437; 
561; 662. 

Rasch, dänischer Resident in Hamburg; — III, 83. 

Ralln von Riesenburg, Jaroslaw Sezyma; — IV, 5, verfasst einen Bericht 
über die Verschwönmg Waldstein's; 7, dessen Sendung an Oxen- 
stiema. 

Rathenow, Stadt, Preussen; — I, 145, wird von General Klitzing besetzt 

Ratibor, Stadt, Preussen; — II, 126, wäre nicht zu befestigen. 

Rattenberg, Stadt, Tyroi; — III, 314, Montecuccoli in. 

Rauchhaupt, Johann Gottfried, von, kaiserlicher Obrist; — IV, 7, Sendung 
desselben an den Gesandten Frankreichs, im Auftrage Waldstein*s. 

Rauschenberg, siehe Ruischenberg. 

Ravenstein, Ort, Niederlande; — IV, 44, wird abwechselnd von branden- 
bürgischen und von Truppen des Herzogs von Neuburg besetzt. 

Rebolledo, Graf; — III, 86, besucht Montecuccoli in Kopenhagen; 243, 
spanischer Gesandter in Dänemark. 

Rechberg, von, Oberst-Stallmeister des Churprinzen von Sachsen; — III, 75. 

Recruten; — I, 92, Aushebung der; 106, Musterung und Beeidigung der- 
selben; 365; — II, 208. 

Redani, David, kaiserlicher Obristlieutenant; -> II, 376, Commandant der 
Truppen in Klausenburg; — III, 345. 

R6day, Franz, Fürst von Siebenbürgen; — II, 358; — III, 5, im Feld- 
zuge 1619; 441, wird zum Fürsten gewählt; — IV, 107, dessen Ein- 
verständniss mit Apäfiy; 108, findet in Ungarn Unterstützung. 

Regensburg, Bischof von; — IV, 118, am Reichstage zu Regensburg (1664). 

Regensburg, Stadt, Bayern; — I, XIII; LXII, Einnahme von (1634); LXVI, 
Montecuccoli präsidiert einem Kriegsrathe in (1653); LXXXV, 
Einnahme von (1634); LXXXIX, Reichstag zu (1664); XCVm; 
CIV; 123, Reichstag zu (1630); Aldringen übersetzt die Donau bei 
(1633); 199, daselbst wird Obrist Graf Fahrenspach, sowie General 
SchaflFgotsch enthauptet; 292, Gustav Adolph vor; — II, 98, Be- 



Orts-, Namen- und Sach-Registcr. ^qi 

lagerung von; 111, ergiebt sich den Kaiserlichen (1634); 115; — III, 
6; 8, Reichstag zu (1630); 10, Belagerung von; 54; 108, Montecuccoli 
in; 175; 180; 204; 342; — IV, 7, Bernhard von Weimar erobert; 
12, Ferdinand III. erobert; 13, Accord mit der Besatzung von; 22, 
Bernhard von Weimar erobert (1633); 109 ff., Montecuccoli am 
Reichstage zu (1664); 135, von den Schweden genommen; von den 
Kaiserlichen wiedererobert (1634); 138, Ban^r zieht gegen (1641); 
256, Krönung Ferdinand IV. zum Römischen König in (1653); 257, 
Krönung der Kaiserin Eleonore, Gemahlin Ferdinand III. zu; Reichs- 
tag zu. 

Regesten; — I, XXXIX ff., zu den Schriften des Fürsten Montecuccoli. 

Regiment; — I, 101; 304, Lagerraum für ein Infanterie-; 307, für ein 
Cavallerie-; — II, 7, Stand der schwedischen; 209; 211, Stab bei 
einem Cavallerie-; Stab bei einem Infanterie-; 216, Zusammensetzung 
eines Infanterie-; 218, Ausrüstung eines Cavallerie-; 227, Exercieren 
eines Infanterie-; 229, Stärke eines Infanterie-; Stand eines Cavallerie- 

Regimentsstücke, eine leichte Geschützart; — 11,45, Beschreibung der; 242 

Reich, Carl Friedrich, von, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, General 
Quartiermeister der Armee; — II, 81, dessen Maximen beim Festungs 
baue; — IV, 35, marschiert mit Montecuccoli an die Donau (1645); 
231, fällt bei Marburg (1647). 

Reiffenberg, Philipp Friedrich, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; — IV, 

346, will ein neues Regiment aufstellen (^1673). 
Reilly, Biograph Montecuccoli^s; — I, XVII. 
Rendezvous; — I, 231, Angabe eines solchen beim Aufbruche aus dem 

Lager. 
Rendsburg, Stadt, Preussen; — IV, 213, Torstenson in (1644). 
Reniger von Reningen, Simon, kaiserlicher Resident in Constantinopel ; 

— II, 391, berichtet über die Stärke des türkischen Heeres; 446, 

über Friedensabsichten der Türken; — IV, 65, berichtet über die 

Rüstungen der Türken. 
Renneburg, Graf; — III, 113; 114, am Hofe der Königin Christine von 

Schweden; 120, in Brüssel; 122; 123; 192, in Bouchain. 
Renneburg, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — 111^ 113, am Hofe der Königin 

Christine von Schweden; 120; 123; 162, in Brüssel. 
Renno, Grafen von; — IV, 171, eventuelle Erben nach dem Fürsten 

Raimund Montecuccoli. 

Rentz, spanischer Obrist; •— III, 192, bittet um Aufnahme in kaiserliche 

Kriegsdienste. 
Requesens, Don Louis, de, Statthalter in den Niederlanden; — III, 472, 

dessen schwächliche Regierung. 
Revolution, siehe Aufstand. 
Rhain (Rhein) von Bellais, Anna Maria; — I, XCV, deren Correspondenz 

mit Montecuccoli; CXXXVIII; — IV, 200, in Correspondenz mit 

Montecuccoli; 216. 



49 2 Montecuccoli : 

Rhein, Fluss; — I, 129, Gallas übersetzt den (1635); 175, Operationen des 
Herzogs von Weimar am; Gallas übersetzt den; — III, 406. die 
Kaiserlichen und Brandenburger übersetzen den (1672); 409, Turenne 
übersetzt den; 463, die Gegenden daselbst werden von den Franzosen 
verwüstet; — IV, 21, die Kaiserlichen übersetzen den (1632); 22, 
(1633); 23, (1634). 

Rheinberg, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 167. 

Rheindorf, Ort, Preussen; — III, 9, Quartier des Regiments Bernstein 
in (1631). 

Rheinfelden, Ort, Schweiz; — IV, 22, der Herzog von Feria erstürmt 
(1633). 

Rheingraf, Otto Ludwig, Wild- und, schwedischer FM.; — IV, 13, ver- 
einigt sich mit dem Herzoge von Weimar. 

Rheux, verwittwete Gräfin; — III, 120, in Brüssel. 

Rheux, Graf, spanischer Hauptmann, Sohn der Vorigen; — III, 120, wird 
verwundet. 

Ricci, Doctor, Advocat Montecuccoli*s in Italien; — I, XCV, dessen Corres- 
pondenz; — IV, 190; 191; 200; 210; 217; 249; 343. 

Richebourg (Risbourg), Marquis; — III, 152, in Antwerpen; 158, in Brüssel; 
162; 163; 192, in spanischen Kriegsdiensten; 199 verpflichtet sich 
wallonische Reiter für das Reich zu werben; — IV, 216, in Corres- 
pondenz mit Montecuccoli (1644). 

RImaszombat, Ort, Ungarn; — II, 386, von den Kaiserlichen besetzt; — III, 
375, kaiserliche Quartiere bei. 

Rink, Biograph Montecuccoli*s; — I, XVIII; XXVIII. 

Ripper, Maler; — III, 100, portraitiert die Konigin Christine von Schweden. 

Rittberg, Graf von Ostfriesland, Ernst Christoph, kaiserlicher General-Feld- 
wachtmeister; — I, 153, im Gefechte bei Memmingen (1631); 267, 
gegen la Valette unter Gallas; — IV, 23, dessen Niederlage (1635). 

Rittmeister, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 211. 

Rocca Cometa, Ort, Italien; — III, 47, Besetzung und Plünderung von, 
durch modenesische Truppen (1643). 

Rochelle, siehe La Rochelle. 

Rochow, Otto Christoph^ von, schwedischer Edelmann; — III, 78, am 
churbrandenburgischen Hofe. 

Rocroy, Stadt, Frankreich; — II, 98, die Spanier belagern; 117, Belagerung 
von (1643); — III, 90, Schlacht bei; 286. 

Rodolfi; — III, 148, in Brüssel. 

Römer; — II, 214, Kriegseinrichtungen der. 

Roermond, Stadt, Niederlande; — III, 180, Montecuccoli in; 202; 203. 

Roggendorf, Wilhelm, Freiherr von, Feldmarschall König Ferdinand I.; — III, 

429, belagert Ofen. 
Rohan, Militär-Schriftsteller; — I, 5; 7; 97, dessen Werke über die Kriegskunst 
Rom, Stadt, Italien; — I, CII, Ankunft der Königin Christine in; CXXV; 

CXXVII; — III, 6, Überführung der Bibliothek von Heidelberg nach; 



Orts-, Namen- und Sach-Register. aqx 

111, beabsichtigte Reise der Königin Christine nach; 117; 143; 181; 

183; 202, schwedische Pläne auf; 220; 223; — IV, 143, Einzug der 

Königin Christine von Schweden in (1655); 237, Reise der Königin 

Christine von Schweden nach (1655); 265; 266; 270, Montecuccoli's 

Ankunft in; 271, Ankunft der Königin Christine in; 272, übersiedelt 

in den Palast Farnese. 
Ronden; — I, 289, Abfertigung derselben in Cantonnements; -> II, 96, in 

Festungen; 286, im Lager; 323, in Festungen. 
Rosa (Rose), Reinhold, von, schwedischer später französischer General; — 

III, 55, wird bei Mergentheim gefangen (1645); — IV, 230, bei den 

meuternden weimar*schen Truppen (1647). 
Rosales, Matthäus, Don; ~ III, 285, spanischer Resident in Genua; 289, 

dessen Ansicht über die Beziehungen zwischen Spanien und Genua. 
Rosenberg, Wolfgang, Graf, Vice- Präsident der kaiserlichen Hofkammer; 

— III, 393, dessen Ansicht über die Lage in Ungarn 

Rossacl, kaiserlicher Hauptmann; — IV, 150, erobert ein feindliches Lager 
bei Ohlau (1646). 

Rossl, Capitain; ^111, 141, in Antwerpen; 167. 

Rostock, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; ~ I, 130, von den Kaiserlichen 
besetzt; — III, 83, Besatzungsrecht in. 

Rothai, Johann, Graf, ungarischer Magnat; — * II, 383, auf dem Ständetag in 
Kaschau (1662); — III, 375, widerräth die Einberufung des Reichstages. 

Rottauscher von Malata, Carl, k. und k. Generalmajor; — I, XXXVI, über- 
setzt Schriften des Fürsten Montecuccoli. 

Rotte; — I, 101, Unterabtheilung des Zuges; ~ II, 209; 226; 227. 

Rotterdam, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 163. 

Rottmeister, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 209; 226; 227. 

Roveni, genuesischer Würdenträger; — III, 286, war früher Resident am 
kaiserlichen Hofe. 

Rovereto, Stadt, Tyrol; — III, 320; — IV, 291, daselbst wird die Kaiserin- 
Braut, Infantin Margarethe Theresia, von den kaiserlichen Functionären 
empfangen; 298. 

Ruccelot, in Diensten des Herzogs Carl von Lothringen; — III, 187, als 
Abgesandter in Schweden; 210; 220. 

Rudolph II., Römisch-deutscher Kaiser; — III, 432, wird zum König von 
Ungarn gekrönt; 433, verweigert seine Zustimmung zur Ernennung 
eines Palatins; 434, dessen Kämpfe in Ungarn; 435, vergleicht sich 
mit Bocskay; schliesst mit den Türken Frieden; wird gezwungen 
Ungarn abzutreten ; 453, widersetzt sich der Einsetzung eines Palatins. 

RQckzug; — I, 261, im Angesichte des Feindes; 262, Anordnung des- 
selben; 273, Verfolgung beim; 278, eines Infanteriecorps vor Caval- 
lerie; — 11, 75, Vorsichtsmassregeln bei einem. 

ROgen, Insel, Preussen; — I, 121, von den Schweden besetzt (1630). 

Ruepländer (Rubland), Johann Christoph, Freiherr von, kaiserlicher Obrist; 

— III, 175, will erneuert in kaiserliche Dienste treten. 



494 



Montecuccoli: 



Ruepländer, Freiherr von, Sohn des Vorigen; — Hl, 17d, will in kaiser- 
liche Dienste treten. 

Rüstmeister, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 226. 

Rüstungen; — I, 73, Abhandlung über die; — II, 208. 

Ruggi; — III, 289, hat eine Montecuccoli zur Frau; war lange Zeit in 
türkischer Gefangenschaft. 

Ruischenberg, Johann, Freiherr von, kaiserlicher FM.; — III, 53, vereinigt 
sich mit Hatzfeld (1644); 68, wird zum FM. ernannt; 71, bei Dachau 
(1648). 

Ruischenberg, Baron, Obersthofmeister des Herzogs von Neuburg; — 
III, 167; 168, erwirkt Montecuccoli eine Audienz beim Herzoge; steht 
mit Auersperg in Correspondenz; 172; 187, dessen Berichte über die 
Pläne Schwedens. 

Rumormeister, Charge im kaiserlichen Heere; — I, 193, hat die Ordnung 
im Lager aufrecht zu erhalten. 

Ryswyck (Rijswijk), Ort, Niederlande; — II, 165, Schloss der Fürsten von 
Oranien zu. 



S. 



Saalfeld, Stadt, Preussen; — I, 172, Gefecht bei, zwischen Ban6r und 

Piccolomini; 329. 
Saar, Fluss; — III, 463, die Gegenden an der, werden von den Franzosen 

verwüstet. 
Saarbrücken, Graf; — IV, 342, bewirbt sich um die Erhebung in den 

Reichs-Fürstenstand« 
Saavedra Frau; — IM, 142, am Hofe der Königin Christine von Schweden; 

144, erhält den Amaranthen-Orden ; reist nach Brüssel; 146; 148; 

149; 157; 160; 196. 
Sabbioneta, Ort, Italien; — II, 136, hat eine ständige Besatzung. 
Sachsen, Churfürstenthum; — II, 191, dessen Antheilnahme am 30jährigen 

Kriege. 

Sachsen, churfurstliches Haus; — IV, 43, Beschreibung desselben. 

Sachsen, Moriz, Churfürst von; — I» 60, übersendet dem Markgrafen von 
Brandenburg die Kriegserklärung (1553). 

Sachsen, Johann Georg I., Churfürst von; — I, 142, vereinigt sich, nach 
der Einnahme von Magdeburg, mit den Schweden ; 146, soll die Stadt 
Wittenberg dem König Gustav Adolph ausliefern; 160, in der Schlacht 
bei Leipzig; 167; 329; — II, 111, vor Magdeburg (1636); — 111.75, Be- 
such Montecuccoli*s beim (1653); 76; 171, ist dem Hause Habsburg ge- 
neigt; — IV, 11, vereinigt sich mit Gustav Adolph; 30, unterhandelt 
mit Montecuccoli über die weitere Kriegführung (1644); 201, im Feld- 
zuge 1644; 203; 207; 215; 253, wird in Prag erwartet (1652); 254, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^qc 

trifft mit einem Gefolge von 1000 Personen und mit seinem ältesten 
Sohne in Prag ein. 

Sachsen, Johann Georg II., Churfurst von; — Hl, 399, wird von der kaiser- 
lichen Hofkammer übervortheilt; — IV, 112, am Reichstage zu 
Regensburg; 116; 122, will, gemeinsam mit Brandenburg, 20.000 Mann 
für den Türkenkrieg beistellen; 125, nimmt an den Conferenzen in 
Regensburg theil. 

Sachsen, Franz Heinrich, Prinz von, schwedischer Obrist; — II» B, erhält 
als Belohnung ein Haus in Stettin. 

Sachsen, Prinzessin von; — IV, 46, Gemahlin des Landgrafen von Hessen- 
Darmstadt. 

Sachsen, Prinzessin von; — IV, 46, Gemahlin des Herzogs von Holstein- 
Gottorp. 

Sachsen- Alten bürg, Herzog von; — IV, 44, besitzt Coburg. 

Sachsen- Lauenburg, August, regierender Herzog von; — IV, 46, dessen 
Haus; ist vermählt mit einer Gräfin von Oldenburg. 

Sachsen- Lauenburg, Franz Albrecht, Herzog von, kaiserlicher FM.; — I, 
88, in der Schlacht bei Wittstock (1636); — II, 72, wird bei Schweid- 
nitz überfallen; 673; — IV, 7, dessen Eintreffen in Pilsen; 27, als 
Commandant der kaiserlichen Armee bei Breslau (1642); wird ge- 
schlagen; 138, dessen Niederlage bei Schweidnitz; stirbt. 

Sachsen-Lauenburg, Franz Carl, Herzog von; — III, 83, residiert in Neu- 
haus; — IV, 47, heirathet in zweiter Ehe die Wittwe nach Bethlen 
Gabor. 

Sachsen-Lauenburg, Franz Heinrich, Herzog von; — IV, 47, venmählt mit 
einer Gräfin von Nassau. 

Sachsen- Lauen bürg, Julius Franz, Herzog von, kaiserlicher FM.; — IV, 
354, dessen Beförderung geschieht über Vorschlag Montecuccoli's. 

Sachsen-Lauenburg, Julius Heinrich, Herzog von; — IV, 47, hat zu 
Gemahlinnen eine Prinzessin Radziwill, dann eine Lobkowitz. 

Sachsen- Lauenburg, Rudolph Max, Herzog von; — IV, 47, ist vermählt 
mit einer venezianischen Dame, namens Ulsini. 

Sachsen-Weimar, Bernhard, Herzog von, schwedischer FM.; — I, 129, 
stellt sich Gallas am Rheine entgegen (1635); 175, am Rheine; 199, 
erobert Cham; 251, gegen Gallas; 273, gegen Piccolomini; 293, bei 
Nördlingen; — II, 104, erobert Breisach (1638); — III, 10, rückt nach 
Donauwörth; — IV, 7, erobert Regensburg; 13, rückt zum Entsätze 
von Regensburg heran; 22, nimmt Regensburg; 23, im Feldzuge 
1635; 133, erobert Regensburg (1633); 187, eilt Ban^r zu Hilfe 
(1640). 

Sachsen-Weimar, Ernst, Herzog von; — IV, 49. 
Sachsen- Weimar, Friedrich, Herzog von; — IV, 49. 
Sachsen-Weimar, Wilhelm, regierender Herzog von; — IV, 49, vermählt 
mit einer Prinzessin von Anhalt. 
m, Herzogthum, Schlesien; — I, CXXXVm. 



^gf) Montecuccoli: 



in, Herzog von, siehe Lobkowitz. 
Sagrati, Julie, Verwandte Montecuccoli's; — IV, 260, stirbt; 261, deren 

Erbschaft. 
Sagrodo, Johann, Doge von Venedig; — IV, 77 ff., dessen Berichte nach 

Venedig, während seiner Dienstzeit als Gesandter am kaiserlichen 

Hofe; 251, als Botschafter in Rom (1652). 
Saint- Etlenne, Marquis; — III, 122, in Brüssel, 123; 162. 
Salnt-Qhi8lain, Stadt, Belgien; — III, 193, Montecuccoli in. 
Saint-Hllaire, Graf; — III, 148, in Brüssel. 
Saint-Malo, Alois, von, Kammerherr des Prinzen von Cond^; — III, 137, 

mit Montecuccoli in England; 144; 148, in Brüssel; 166, in Antwerpen; 

167, hat an Spanien Forderungen im Betrage von 260.000 Thaler. 
Salazar, Graf, Gouverneur von Cambray; — II, 158; — III, 154, im Ge- 
folge des Erzherzogs Leopold Wilhelm; ld7; lö9; 188, empfangt 

Montecuccoli in Cambray; 192. 
Salazar, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — III, 160, in Brüssel. 
Salis, Ferdinand, Freiherr von, spanischer General; — III, 122, bei Arras; 

165, soll abberufen werden; 188, im Lager bei Vadencourt. 
Salis, Hans Wilhelm, Freiherr von, kaiserlicher FZM.; — I, 285, unter 

Gallas. 

Salm, Gräfin; — IV, 41, Gemahlin des Prinzen Hartmann Liechtenstein. 

Salnucci, Ottavio, Don, Caplan, Secretär Montecuccoli*s; — I, CV, In- 
struction Montecuccoli*s für denselben; — IV, 324, dessen Mission in 
Wien (1666). 

Salvatico, Gastwirth in Löwen; — III, 203, Montecuccoli kehrt bei diesem 
ein. 

Salvetti, florentinischer Resident in London; — III, 130; 131; 136. 

Salzburg, Erzbischof von; — IV, 118, am Reichstage zu Regensburg (1664); 
121, stellt zum Türkenkriege lOuO Mann bei; 122, ladet Montecuccoli 
zu Tische. 

Salzburg, Stadt, Salzburg; — III, 98; — IV, 21, Montecuccoli in (1632). 

Sambuca (Pistojese), Ort, Italien; — III, 47, Verschanzungen der Päpst- 
lichen bei (1643). 

Samotschin, Ort, Preussen; — IV, 238, die Schweden erobern (1656). 

San Antonio, Fort bei Finale, Italien; ~ III, 296, dessen Anlage. 

Sanct Georgen (Szent-György), Stadt, Ungarn; — II, 400, die Türken 
streifen bis (1663); — IV, 60, über die Befestigung von; 62, Kosten 
hiefür. 

Sanct Qertruydenberg, Stadt, Niederlände; -« I, LI, Beschreibung von; 
— II, 162. 

Sanct Gotthard, Ort. Ungarn; - I, VIII, Schlacht bei; IX; XXXII; LIX, 
Relation des Fürsten Montecuccoli über die Schlacht bei; — II, 174; 
427, Marsch der Verbündeten gegen; 428, kaiserliches und türki- 
sches Lager bei; 431, versuchter Uebergang der Türken über die 
Raab bei; 432 ff., Schiacht bei; 446; 454; 539, das Schloss von; 560, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^gy 

Montecuccoli*s Relation über die Schlacht bei; — III, 277, Verhalten 
der Franzosen bei; 343. 

Sanct Martin, Ort, Ungarn; — III, 433, die Türken erobern. 

Sanct Pötten, Stadt, Nieder-Oesterreich; — III, 249, Montecuccoli in. 

San Giovanni, Port bei Finale, Italien; — III, 292, dessen Anlage; 296. 

San Giovanni, Ort, Italien; — III, 29, die Päpstlichen bei (1643); 30; 44. 

San Lazzaro, Ort, Italien; — III, 38. 

San Sebastian, Stadt, Spanien; — II, 607, spanische Flottenstation in. 

Santa Croce, Marquis; — III» 335, tituliert den Dogen von Genua »Sere- 
nissimus«. 

Saradetzky, Wenzel, Freiherr von, kaiserlicher FML.; — IV, 202, im Feld- 
zuge 1644. 

Sardar Pascha; — III, 436, erklärt, als Commissär des Sultans, Bethlen 
Gabor zum Fürsten Siebenbürgens. 

Sardinien, Vicekonig von; — II, 188, wird ermordet. 

Saria, Jesuiten-Pater; — III, 114, besucht Montecuccoli in Antwerpen. 

Säros-Patak, Ort, Ungarn; — II, 631. 

Särvär, Ort, Ungarn; — II, 427, Marsch der Verbündeten gegen (1664); 
531; 539. 

Sas de Saint-Ele, Ort, Frankreich; — III, 137, Montecuccoli passiert. 

Sattelmacher, Andreas, Bürgermeister von Kaschau; — II, 383, ist im Ein- 
verständnisse mit den Türken. 

Savogadro, Nazaro, venezianischer Gesandter in Wien; — I, CI. 

Savona, Stadt, Italien; — ill, 289, die Republik Genua stellt diesen Hafen 
für die Landung der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia, 
zur Verfügung; 291; 292, Montecuccoli in; 313. 

Savoyen, Herzogthum, Italien; — I, 141, wird von den Franzosen besetzt; 
~ III, 328. 

Savoyen, Herzog von; — IM, 311, prätendiert den Titel >Hoheitc. 

Savoyen, Pio, Markgraf von, kaiserlicher FZM. ; — I, XX, in Correspondenz 
mit Julius Palazzolo, dem modenesischen Geschäftsträger in Wien; — II, 
436, dessen Regiment bei St. Gotthard; 437; 561; 562; -- III, 341, 
wird freigesprochen; — IV, 75, dessen Regiment leidet in Ungarn 
Mangel. 

Savoyen, Thomas, Prinz von; — III, 332, in Flandern; in Guillers. 

Savoyen-Carignan, Eugen Franz, Prinz von, kaiserlicher General-Lieutenant 
und FM., Hof-Kriegsraths-Präsident; — I, III; XLVIII. 

Scaccia; ~ III, 281, besucht Montecuccoli in Mailand. 

Schack, dänischer FM. ; •— III, 370, befehligt die Truppen im Kriege gegen 
Schweden (1659). 

Schärding, Stadt, Ober-Oesterreich; — III, 67, Marsch der Kaiserlichen 

nach (1648); 68. 
Schässburg (Segesvär), Stadt, Ungarn; — II, 380, Apäffy vor (1662). 
Schaffgotsch, Hans Ulrich, Freiherr von, kaiserlicher General der Cavallerie ; 

— I, 199, wird hingerichtet. 



4q3 Montecuccoli: 

Schaffgotsch» Graf; — III, 158, in Brüssel. 

Schallenberg, kaiserlicher Hauptmann im Regiment Caprara; •— IV, 355, 
dessen Duell (1680). 

Schlfer, kaiserlicher General-Commissär; — II, 371, ist schwer erkrankt 

Schlldtriger; -> I, 100, deren Eintheilung beim Heere; — II, 218; 226, 
deren Eintheilung bei der Compagnie; 229. 

Schildwachen; — I, 288, Aufstellen derselben beim Beziehen von Canton- 
nements; 289; 290; ~ II, 96, in Festungen; 286, im Lager; 324, in 
Festungen; 338. 

Schintau (Sempte), Ort, Ungarn; — II, 361, Sammelplatz des kaiserlichen 
Heeres bei(1661); 406, Verstärkung der Garnison von(1663); 444, General 
Heister lagert bei (1664); 539; — III, 345, die kaiserliche Besatzung 
in; 348, Angriff der Türken auf; 375, Montecuccoli bei; 376. 

Schlacht; — I, LX; 159, Abhandlung hierüber; 32öff.; 330, über den 
Munitionsverbrauch in einer; ~ II, 66, Beobachtungen in der; 230, 
Normalformationen für eine; 235, Einfluss des Terrains in einer; 334, 
Abhandlung über; 343; 346, Beobachtungen während einer; 348, Zu- 
sammenwirken der drei Waffen in der; 355, Verhalten nach der; 356, 
Rückzug nach der; 552, im Allgemeinen; 569 ff., Abhandlung über; 
582; 595, Schlachtordnung. 

Schlaggenwald, Ort, Böhmen; — III, 60, die kaiserliche Armee bei (1647); 

— IV, 229, kaiserliches Haupt-Quartier in (1647); 230. 
SchtelBsheim, Ort, Bayern; — IV, 232, die Kaiserlichen erobern (1648). 
Schlik zu Bassano und Weisskirchen, Heinrich, Graf, kaiserlicher FM. 

und Hof-Kriegsraths- Präsident; — III, 7, wird gefangen (1626); 
schlägt den Markgrafen von Baden-Durlach; 59, schlägt Holzapfel 
zum General-Lieutenant vor; 386, als Präsident des Hof-Kriegsrathes ; 

— IV, 31, beeidet Montecuccoli als Kriegsrath; 208, erhält einen 
Bericht Montecuccoli's über den Fortgang der Operationen (1644); 
249, dessen Tod. 

Schlippenbach, siehe Slippenbach. 

Schmidt von Ehrenfeld, Johann, Freiherr, kaiserlicher General - Peld- 
wachtmeister; — II, 434, dessen Regiment bei St. Gotthard; 561. 

Schmidtberg (Schmiedberg), Ludwig, französischer General; — III, 55, 
wird bei Mergentheim geüsingen (1645). 

Schneldau, Franz, Freiherr von, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — 
II, 377, zerstört die Palanke von St. Job (1661); 386, rückt Klausen- 
burg zu Hilfe; 397,. dessen Regiment wird aus Ober-Ungarn abberufen 
(1663); 435, bei St. Gotthard; 437; 561; 562; — III, 375, rückt 
Klausenburg zu Hilfe; dessen Regiment; — IV, 73, dessen Regiment 
als Garnison für Kaschau. 

Schnelligkeit; — I, 332 fr., erste Bedingung für das Gelingen jeder Unter- 
nehmung; — II, 275; 276. 

Schöneich, Georg Carl, kaiserlicher Obrist; — II, 390, dessen Regiment wird 
nach Italien dirigiert (1663). 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^gg 

Schöningen, Stadt, Braunschweig; — IV, 25, das Regiment Montecuccoli im 
Quartiere in. 

Schönkirch, Baron, in spanischen Diensten; — III, 190, schenkt Monte- 
cuccoli ein Paar Pistolen. 

Schönthal, Ort, Böhmen; — III, 60, die kaiserliche Armee bei (1641). 

Schomberg, Friedrich, Herzog von, französischer Marschall; — III, 172, 
nimmt im Cölnischen Werbungen vor. 

Schonberg, Graf, erster Hof- Kammerherr des Fürsten von Oranien; — 11, 
164. 

Schutt, Donauinsel, Ungarn; — II, 894, Versammlungsplatz für die unga- 
rische Insurrection ; 401, von den Kaiserlichen besetzt; 402; 403, An- 
griff der Türken auf die Insel; 406, Verstärkung des Truppencontin- 
gentes auf der Insel; 407, Eintreffen des Grafen Zrinyi auf der Insel; 
500, von den Türken besetzt; 539; — III, 348, Angriff der Türken 
auf; 436, Bethlen Gabor besetzt die; 487, die Kaiserlichen erobern 
die ; 438, Bethlen Gabor lässt sich daselbst den Eid der Treue leisten. 

Schulz (Scholz), Johann Valentin, Graf, kaiserlicher General der Cavallerie; 
— IV, 354, dessen Ernennung zum General. 

Schwadronieren, Exercitium im kaiserlichen Heere; — I, 107. 

Schwarzburg, Grafen von; — IV, 49, deren Familie. 

Schwarzen berg, Schloss, Bayern; — III, 174, Montecuccoli trifft daselbst 
zum Besuche des Grafen Schwarzenberg ein; 180. 

Schwarzen berg, Adam, Graf; — III, 169, war ein treuer Anhänger und 
Diener der Churfürsten von Brandenburg; 233, erhielt für seine 
Dienste mehrere Güter. 

Schwarzenberg, Adolph, Freiherr (später Graf) von, kaiserlicher FM.; — 
II, 499, lagert bei Gran; — III, 433, erobert Steinamanger. 

Schwarzenberg, Johann Adolph, Graf, seit 1670 Fürst, Obersthofmeister des 
Erzherzogs Leopold Wilhelm, dann Reichshofraths- Präsident; — I, 
CHI; LXVIII, Mission Montecuccoli's beim; — III, 113, am Hofe der 
Königin Christine von Schweden; 121, fallt beim Könige von Spanien 
in Ungnade; 147; 165, Erzherzog Leopold Wilhelm unterstützt; 168, 
dessen Angelegenheiten mit dem Herzoge von Neuburg; 169; 170, 
dessen Zusammenkunft mit dem Herzoge in Regensburg; 174, em- 
pfangt den Besuch Montecuccoli's in Schwarzenberg; 175; 231, über 
dessen Streitfall mit dem Herzoge von Neuburg; 233, ist Geheimer 
Rath und ein ausgesprochener Günstling des Erzherzogs Leopold Wil- 
helm; 234; 276; 282; 309, lässt den Herzog von Albuquerque grüssen; 
310, erhält von diesem ein Schreiben; — IV, 345, in Correspondenz 
mit Montecuccoli (1673). 

Schwarzenberg, Justina Maria, Gräfin, geborene Gräfin Starhemberg, Ge- 
mahlin Johann Adolph's; — III, 174, in Schwarzenberg. 

Schwechat, Ort, Nieder-Oesterreich; — III, 436, Bethlen Gabor zerstört. 

Schweden, Königreich; — I, 27, wird von Dänemark angegriffen, als es 
mit den Moscowitem sich im Kriege befiand; 66, Artikel des Bund- 



500 



Montecuccoii: 



nisses zwischen Frankreich und (1631); 137, ist infolge der Lage zur 
Vertheidigung sehr geeignet; — II, 6, Stärke der Artillerie von; 7, 
Stand der Regimenter in; 18H, hat eine grosse Land- und Seemacht; 
ist Mitglied der Tripelallianz; 188, dessen Politik; 189; 191; 192; 214, 
Kriegsgesetze von; 461, Kriegseinrichtungen von; — III, 73 ff., Monte- 
cuccoli*s Reise nach (1653); 88, Ankunft Montecuccoli*s in; 103, ist 
auf die Einfuhr aus anderen Ländern angewiesen; 107, dessen Flotte; 
136, die Flagge von; 181, dessen Politik; 210; 219; 229; 252, dessen 
angebliche Allianz mit den Moscowitem; 277, Konigin Christine über 
dessen Politik; 831, giebt dem Dogen von Genua den Titel »Sere- 
nissimus«; — IV, 114, plaidiert am Reichstage zu Regensburg für 
ein energisches Vorgehen gegen die Türken; 260, plant einen An- 
griff auf Polen (1655); 263. 

Schweden, Gustav Adolph, König von; — I, 26, dessen Gründe zum Ein- 
falle in das Reich; 54, seine Landung in Pommern; 55, schliesst 
Frieden mit den Moscowitern und mit Polen, um sich gegen Däne- 
mark, beziehungsweise gegen das Reich wenden zu können; 58, giebt 
in Manifesten die Gründe bekannt, die ihn zum Einfalle in Deutsch- 
land bewegen und landet ohne Kriegserklärung im Reiche; 65, fordert 
von Brandenburg die Uebergabe von Spandau; 71, eilt Magdeburg 
zu Hilfe; 72, besetzt Alt-Brandenburg; 74, hat mächtige Heere auf 
den Beinen; 77, macht im Reiche Schulden; 88; 126, wird bei Stettin, 
gelegentlich einer Recognoscierung, beinahe gefangen; 129, steht am 
Lech, Tilly gegenüber; 130, landet in Deutschland; 142, greift Wald- 
stein's Lager bei Nürnberg an; 143; 146, begehrt, als Entlohnung 
für seine Hilfe, Pommern und einige Orte in Mecklenburg; 146, ver- 
langt vom Churfürsten von Sachsen die Stadt Wittenberg; 149, führt 
auch im Winter Kriege; 151, besetzt Berlin (1631); 160, vereinigt sich 
mit der sächsischen Armee (1631); 166, in Pommern; 167, bei Werben; 
172; 174, gegen Tilly in Pommern; 175, am Lech; 178; 190, hält 
in seinem Heere Disciplin; 198, bestraft Uebertreter strenge; 199, 
lässt den Christen Mitschefahl enthaupten; 222, dessen Verfahren mit 
Kriegsgefangenen; 248, überschreitet den Lech; 249; 282, überfiLllt 
drei kaiserliche Regimenter; 292, vor Regensburg; bei Werben; 298, 
greift Waldstein bei Nürnberg an; 296, bei Stettin; bei Werben; 329, 
dessen Ansprüche gegenüber dem Churfürsten von Sachsen ; 343, bei 
Werben; 346, bei Burg gegen Pappenheim; 378, die Soldaten Wald- 
stein's, treten in die Dienste des; — II, 67, am Lech; 66, bei Leipzig 
(1631); 67, bei Lützen; 73, überfallt bei Tangermünde drei kaiserliche 
Regimenter; 79, in Pommern (1630); 103, erstürmt Prankfurt a/0. 
<1631); 186, erhält in Stettin englische Hilfe; 256, besetzt, im Kriege 
gegen Polen, Preussen; 334, überfällt die Kaiserlichen bei Tanger- 
münde; 403, bei Nürnberg; 469, gestattet bei den Compagnien blinde 
(todte) Plätze; 521, bei Lützen; 572, überfällt die Kaiserlichen bei 
Tangermünde; 574, am Lech; 580, bei Leipzig; 600, bei Lützen; — 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^oi 

III, 9, greift Waldstein*s Lager bei Nürnberg an; fällt bei Lützen; 
46, Erfinder der Regiments- Geschütze; 67, am Lech; 100, dessen 
Tapferkeit; 107, dessen Reliquien in Stockholm; 439, verbündet sich 
mit Riköczy; — IV, 5, dessen Unterhandlungen mit Waldstein; 7; 
11, in der Schlacht bei Leipzig; 21, fallt bei Lützen; 124, hinterlässt 
bei seinem Tode 13 Millionen Gulden Schulden; 134, erobert Rain 
(1632); fallt bei Lützen. 

Schweden, Christine, Königin von; — .1, XIII, Montecuccoli's Bericht über 
seine Sendung zur; XXIV, befürwortet dessen Erhebung in den Reichs- 
fürstenstand; LI; LXVII, tritt zum Katholicismus über; LXVIH; 
LXIX; LXX; CII, legt in Innsbruck das katholische Glaubensbekennt- 
niss ab und reist nach Rom; CXXX, schenkt Montecuccoli ihr 
Bild in Diamanten; CXXXI, befürwortet Montecuccoli; — III, 
8, wird zur Thronfolgerin erklärt; 90, Audienz Montecuccoli's bei 
(1653); 91; 92; 93, beim Leichenzuge Ban^r's; 94; 95, ertheilt einer 
moscowi tischen Gesandtschaft Audienz; 97; 98; 99, giebt Montecuccoli 
zu Ehren einen Ball; überreicht ihm den Amaranthen-Orden; ICX), über- 
sendet ihm ihr Bild; 101, deren Entschluss zum Katholicismus überzutreten; 
102, reist nach Vesteräs; 103, kehrt nach Upsala zurück; 104; 106, em- 
pfängt Montecuccoli in Abschiedsaudienz; 111 ff., in Antwerpen; 134, 
versucht in England Soldaten zu werben; 136, auf dieselbe wird ein 
Spottgedicht veröffentlicht; 138, empfangt Pimentel als ausserordent- 
lichen spanischen Botschafter; 139, recommandiert Montecuccoli dem 
Kaiser; 140, erhält vom Könige von Spanien ein kostbares Geschenk; 
141, wirkt für die Wahl eines Habsburgers zum Römischen König; 
142; 143, Vorbereitungen zur Ablegung des katholischen Glaubens- 
bekenntnisses in Brüssel; 149, Gerüchte über Vermählungsabsichten 
der Königin; 150, empfangt den Prinzen von Cond6 in Audienz; 151; 
154, reist nach Brüssel; 155, legt in Brüssel das katholische Glaubens- 
bekenntniss ab; 156, empfangt den Herzog von Lothringen in Audienz; 
158, speist mit dem Erzherzoge Leopold Wilhelm; 161, empfangt den 
Erzherzog Leopold Wilhelm; 162; 166, Montecuccoli's Abschieds- 
audienz bei; 168, deren Güter in Schweden; 179, in Correspondenz 
mit Kaiser Ferdinand III.; 180, empfängt Montecuccoli; 181; 182, 
deren Absichten für die Zukunft; 184, setzt Montecuccoli die Gründe 
seiner Berufung auseinander; 185, will ihre Güter verkaufen; 186, 
verspricht Montecuccoli den Cardinalshut; 193, will das öffentliche 
Glaubensbekenntniss in Rom ablegen; 194; 195, deren Verhandlungen 
mit dem Papste; 196, will eine Armee für Spanien werben; 197, 
deren Pläne in Bezug auf Schweden; 2(X), ihre beabsichtigten Werbun- 
gen betreffend; 201, soll in Innsbruck das katholische Glaubens- 
bekenntniss ablegen; übergiebt Montecuccoli einen Brief für den 
Kaiser; 205, tritt die Reise nach Rom an; 209, deren Rathschläge für 
den Kaiser; 210, deren Absichten für die Zukuft; 211; 212, ihre pro- 
jectierten Werbungen; 215 ff., Montecuccoli's schriftliche Relation 

Montecuccoli. IV. oo 



502 



Montecuccoli : 



über seinen Aufenthalt am Hofe der Königin; 220, wird aufgefordert 
auf die Römische Königskrone zu aspirieren; 222, ihre beabsichtig- 
ten Werbungen betreffend; 223, über ihre Reise nach Rom; 23öff., 
M6moiren ihren Religionswechsel betreffend; 244, dankt ab und 
zieht nach Flandern; 246, legt insgeheim das katholische Glaubens- 
bekenntniss ab; 246, öffentlich in Innsbruck; 249, schreibt dem Kaiser 
Ferdinand III.; 251, erhält vom Reiche Monatsgelder; 276, trifft auf 
der Durchreise von Italien nach Schweden in Innsbruck ein; 277, 
trifft mit Montecuccoli in Trient zusammen; deren Ansicht über die 
Lage in Europa; — IV, 43, Churfurst Friedrich Wilhelm von 
Brandenburg bewirbt sich um ihre Hand; 142, ihr Uebertritt zum 
Katholicismus; 143, reist nach Rom; 172, Montecuccoli nimmt 
deren Bildniss in sein Fideicommiss auf; 234, empfiehlt dem 
Churfursten-Collegium die Wahl des Königs von Ungarn; 235, in 
Antwerpen (1654); 237, ihre Reise nach Rom; 257, deren angeb- 
liche Vermählung mit dem Erzherzog Leopold Wilhelm; 259, in 
Brüssel; 265, Reise nach Rom; 266; 267, in Augsburg; 269, in 
Innsbruck; 271, deren Ankunft in Rom; 272, übersiedelt vom Vatican 
in den Palast Farnese; 280, wird in Innsbruck erwartet (1666). 
Schweden, Carl Gustav, König von; — II, 256, im Kriege gegen Polen 
(1656); 265 (1659); 266 (1657); 285; 508, belagert Kopenhagen; 
509; — III, 111; 113; 138, ist der Königin Christine von Schweden 
sehr zugethan; 171, dessen Bemühungen die Wahl des Römischen 
Königs zu verhindern; 183, erklärt, den Frieden mit Deutschland 
nicht anzuerkennen; 184, kann wegen seiner Körperfülle nicht allein 
zu Pferde steigen; 185, bereitet der Königin Christine Schwierig- 
keiten; 187, dessen Kriegspläne; 202; 210, strebt nach der Römischen 
Königskrone; 219, dessen Politik; 220; 221, die Investitur von Pom- 
mern betreffend; 251, erhebt beim Kaiser Vorstellungen wegen der, 
der Königin Christine bewilligten, Monatsgelder; 265, greift das König- 
reich Polen an; 366, schliesst mit Dänemark Frieden, um die Kaiser- 
wahl beeinflussen zu können; 367, greift Dänemark erneuert an; 440, 
fällt in Polen ein; — IV, 118, bringt Montecuccoli grosse Werth- 
schätzung entgegen; 238, im Feldzuge 1656 gegen Polen; 239, findet 
in Dänemark grossen Widerstand (1658); stirbt. 

Schweden, Carl XI., König von; — III, 277, soll die Schwester Kaiser 

Leopold I., Eleonore Maria Josepha, heirathen. 
Schweden, Maria Eleonore, Königin von, Mutter Christinen's; — III, 195, stirbt. 
Schweidnitz, Stadt, Preussen; — 11^ 72, Gefecht bei (1642); 126, wäre zu 

befestigen; 573, Gefecht bei; — IV, 138, Niederlage der Kaiserlichen 

bei (1642). 

Schweigerd, Biograph Montecuccoli's; — I, XVII. 

Schweinfurt, Stadt, Bayern; — I, CXXX; CXXXVIII, Brief Montecuccoli's 

aus; — IV, 205, Montecuccoli in (1644); 207; 208; 209; 210; 212; 

213; 214. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. C03 

Schweinitz, Stadt, Preussen; — III, 9, kaiserliches und schwedisches Lager 
bei (1639); 10; — lY, 203, ergicbt sich den Kaiserlichen (1644). 

Schweinefeder; — II, 217, deren Verwendung gegen Cavallerie. 

Schweiz, Republik; — I, 137, ist infolge der Bodenbeschaffenheit zur Ver- 
theidigung sehr geeignet; — II, 188, deren Politik; 293, ist zur Ver- 
theidigung sehr geeignet; — IV, 265, Aufstand der Bauern in der 
(1653); 256. 

Schwendi, Lazar, Freiherr von, kaiserlicher Feld-Obrist; — II, 623, 
dessen Ansichten über die Kriegführung gegen die Türken; — III, 
430, erobert Tokaj und Szathinär; 431, erobert Munkäcs. 

Schwerin, Otto, von, churbrandenburgischer Staatsrath; ^ III, 76, beim 
Besuche Montecuccoli's in Berlin (1653); 81; 82; 140, in Antwerpen, 
am Hofe der Königin Christine von Schweden; 141; 142, Vertrauter 
des Churfürsten von Brandenburg. 

Sciplo Africanus (Major), Publius Cornelius, römischer Heerführer; — 
I, 208; -> II, 262, dessen Tactik gegen Hannibal; 263; 264, erhält 
den Beinamen »Africanus^«; 485, erntet Undank; 612, lässt Proviant- 
Magazine anlegen. 

Secretär, Charge im kaiserlichen Heere; — II, 211. 

Seeland, Insel, Dänemark; — IV, 239, König Carl Gustav besetzt (1658). 

Seeetaet, Hannibal, Vicekönig von Norwegen, dänischer FM.; — III, 87; 
111; 112, in Antwerpen; 114; 116; 116; 117; 118; 127; 128; 133, in 
London; 134; 136. 

Seges, Ort, Ungarn; — IV, 121, Lager für die kaiserliche Cavallerie bei. 

Segesvär, siehe Schässburg. 

Seghers (Zegers), Daniel, niederländischer Maler ; — III, 116, in Antwerpen; 
148, in Brüssel. 

Söllye, Ort, Ungarn; — II, 639. 

Semendria, Stadt, Serbien; — III, 429, Sultan Soliman erobert. 

Semlln, Stadt, Ungarn; — I, LVI. 

Sempte, siehe Schintau. 

Seraffino, modenesischer Obrist; — IV, 192, soll für Montecuccoli Gegen- 
stände in Modena besorgen. 

Serinvär, siehe Zrinyi-Ujvär. 

Sermoneta, Herzog von; — III, 335, tituliert den Dogen von Genua 
»Serenissimus«. 

Serravalle (Pistojese), Ort, Italien; — III, 49, die Verbündeten erobern (1643). 

Service; — II, 250, Anspruch auf dasselbe im kaiserlichen Heere. 

Sesto, Herzog von, spanischer Grande und General der Cavallerie; — III, 

278, in Mailand; 305, beim Empfange der Kaiserin-Braut, Infantin 

Margarethe Theresia, in Finale. 
Seviglia, Susanne; — IM, 116, in Antwerpen; 125; 127; 138; 141; 142; 

144; 154. 
Siebenbürgen, Fürstenthum; — II, 191, Einrücken der Kaiserlichen in; 

358, wählt den Fürsten; 360; 361; 364; — III, 337flf., über die letzten 

33* 



n 



504 



Montecuccoli : 



Kriege in; 363 ff., Bemerkungen zur Geschichte von; 372, soll einen neuen 
Pursten wählen; 430, empört sich gegen Ferdinand L; 433 ff.. Wirren 
in; 435, wird von Kaiser Rudolph II. an Bocskay abgetreten; — IV, 
65 ff., dessen Verhältniss dem Kaiser und Ungarn gegenüber; 96 ff., 
Montecuccoli's Gutachten über die Mittel zur Erhaltung von; 107; 108. 

Siebenlinden, siehe Höthärs. 

SIena, Erzbischof von; — Mi, 212, soll als Ceremonienmeister für die 
Königin Christine von Schweden fungieren. 

SIena, Stadt, Italien; — iV, 28, Montecuccoli in (1642) 

Sigismund Franz, Erzherzog von Oesterreich, Graf von Tyrol; — IV, 46; 

116, am Reichstage zu Regensburg (1664); 251, in Wien (1651); 319, 

stirbt. 

SIgnaverde, siehe Guzman. 

Silberkron, Spiering, Haus-Hofmeister der Königin Christine von Schweden; 

— 111, 126; 203, in Brüssel. 

Sinan Pascha, Gross- Vezier; — 11, 495, schlägt das kaiserliche Heer unter 
Erzherzog Matthias; 499, entsetzt Gran; 505, übersetzt die Donau bei 
Raab;. — III, 433, besetzt Veszprim und Palota. 

SInelli, siehe Emerich. 

Sinzendorff, Georg Ludwig, Graf, Präsident der kaiserlichen Hofkammer; 

— I, LXXXIII; CXXIV, als Schiedsrichter beim Carroussel zu Wien 
(1667); — III, 260, als kaiserlicher Würdenträger bei der Krönung der 
Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn; — IV, 113, am Reichs- 
tage zu Regensburg; 117; 123. 

Sinzendorff, Otto Heinrich, Graf; — III, 127, in Antwerpen; 134, in 

London; 136. 
Sinzendorff, Graf, Sohn des Vorigen; -— III, 127, in Antwerpen; 134, in 

London. 

Sissek, Stadt, Croatien-Slavonien; — I, LXXXVII; — IV, 69, soll durch 
den Kaiser besetzt werden; 61, über die Befestigungen von; 62, 
Kosten hiefur. 

Skalltz (Szakolcsa), Stadt, Ungarn; — II, 361, die Kaiserlichen passieren 
(1661). 

Skalltz, Stadt, Mähren; — III, 438, ergiebt sich Bethlen Gabor. 

» _ 

Slang, Erich, schwedischer General-Feldwachtmeister; — I, XLI, befindet 
sich in kaiserlicher Gefangenschaft und wird gegen Montecuccoli um- 
getauscht; 370, wird als Gefangener strenge bewacht; — II, 72, bei 
Neunburg v/W. (1641); 392; — IV, 27, Montecuccoli wird gegen 
denselben ausgewechselt (1642); 28, wird bei Troppau geschlagen; 
138; 147, wird ausgewechselt; 221. 

Slawata, Wilhelm, Graf, Oberst-Hofkanzler und Leiter der böhmischen 
Hofkanzlei; — I, XCI, erhält den Orden vom Goldenen Vlicsse; CVII; 

— IV, 6, Waldstein plant die Einziehung der Güter des; 153, er- 
hält den Orden vom Goldenen Vliesse. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 505 

y. Slawata, Emilie, Gräfin; — III, 194, am Hofe der Königin Christine von 

r^ Schweden in Brüssel; 195, reist nach Holland. 

Slippenbach (Schlippenbach), Abgesandter des Königs von Schweden; 
C; — IM, 171, in Mission an die Churfürsten, in Angelegenheit der Römi- 

;> sehen Königswahl. 

Sluin, Ort, Croatien-Slavonien ; — IV, 68, über die Befestigung von. 

Soest, Stadt, Preussen; — III, 410, der Churfürst von Brandenburg räumt 
(1673). 

Sofia, Stadt, Bulgarien; — II, 534. 

Sold; — I, 191, im römischen Heere; 192, im kaiserlichen Heere; — II, 
133, für die Besatzung in Festungen; 137; 178, für den Soldaten 
in Friedenszeit; 617, im türkischen Heere; 518, im kaiserlichen 
Heere; — III, 376, im kaiserlichen Heere; 387. 

Soldaten; — II, 209, Eintheilung derselben in Abtheilungen. 

Soldatenweiber; — II, 179, bei der Armee im Felde. 

Soliman IL, Sultan; — II, 344, bei Mohäcs (1526); 496, fällt in Ungarn 
ein; 499; 544, erobert Raab und Ungarisch- Altenburg; — III, 428, 
belagert Wien; 429, belagert Güns; erobert Gran; sendet der Königin 
Isabella ein Heer zu Hilfe; 430, erklärt dem Kaiser den Krieg. 

Solms, Gräfin; — IV, 47, Gemahlin des Prinzen von Anhalt-Plötzkau. 

So! ms, Gräfin; — IV, 49, Gemahlin des Markgrafen Friedrich von Baden- 
Durlach. 

Somnitz, churbrandenburgischer Staatsrath; — III, 82, beim Besuche 

Montecuccoli's in Berlin. 
Somogyi; — III, 436, plündert Nieder-Oesterreich und Mähren. 
Sonderburg, Stadt, Preussen; — II, 271, die Schweden vor; 341, die 

Kaiserlichen vor (1669); — III, 268, die Kaiserlichen erobern (1658); 

269, von den Schweden angegriffen (1659); — IV, 239, die Kaiser- 
lichen nehmen (1668). 
Soranzo, Lazar; — I, CXX III, Verfasser einer Geschichte über das türkische 

Reich (1598). 
Sourdine, Trompete, die mit einer Vorrichtung versehen ist, welche den 

Schall dämpft; — I, 234, beim kaiserlichen Heere. 
Spaa, Stadt, Belgien; — III, 102; 112; 113; 140. 
Spacker, kaiserlicher General- Auditor; — 11, 371, ist schwer erkrankt. 
Spada, Graf; — III, 194, am Hofe der Königin Christine von Schweden. 
Spahis; — II, 454, besoldete türkische Reiterei; 475; 516, Bagage der. 
Spalato, Stadt, Dalmatien; — III, 7. 
Span, von, Edelmann am Hofe des Churfürsten von Brandenburg; — 

III, 80. 

Spandau, Stadt, Preussen; — I, 66; 71, soll dem Könige von Schweden 

als Pfand überlassen werden. 
Spangenberg, Stadt, Preussen; — III, 62, die Kaiserlichen bei (1647). 
Spanien, Königreich; — I, LXI, von seiner Land- und Seemacht; — II, 187, 

dessen Politik gegen Deutschland ; 188, das Ministerium in; 189; 462, 



joö MontccuccoH: 

Kriegseinrichtungen in; 605 ff., von der Land- und Seemacht; — III, 
277, Königin Christine über dessen Politik; 286, dessen Verhandlungen 
mit Genua wegen des Ceremoniells bei Empfängen; 295, dessen 
Differenzen mit Genua; 296, im Kriege mit Portugal; 297; 298, über 
die Verwandtschaft der Minister Spaniens mit dem Hause Braganza; 
805, dessen Flotte geleitet die Infantin Margarethe Theresia nach 
Finale; 311, dessen Unterhandlungen mit Portugal; 325 ff., dessen 
Verhandlungen mit Genua in Angelegenheit des Empfangs-Ceremoniells; 
331; — IV, 242, schliesst mit Portugal einen Waffenstillstand (1666); 
im Bunde mit England; 247, Verschwörungen in. 

Spanien, Philipp IL, König von; — III, 333, Ceremoniell an seinem Hofe. 

Spanien, Philipp IV., König von; — I, XCIII; CVI, dessen Tod; — II, 158, 
dessen Denkmal in Gent; — III, 115, dessen Vertrag mit Cond6; 
117, unterstützt die Königin Christine von Schweden; 120, lässt sich 
leicht beeinflussen; 138; 189; 141, übersendet der Königin Christine 
ein kostbares Geschenk; 142; 143; 149, über dessen angebliche Ab- 
sicht, die Königin Christine zu heirathen; 160, sendet dem Prinzen 
de Ligne ein Dankschreiben für die Affaire bei Arras; 162, zahlt 
Cond6 monatlich 120.000 Thaler für die Truppen; 167, schuldet 
Herrn Saint-Malo 200.000 Thaier; 182, billigt die Pläne der Königin 
Christine; 196, in Correspondenz mit der Königin; 196; 197, schenkt 
Cond6 mehrere Städte; 383, Ceremoniell an dessen Hofe; 334, dessen 
diesbezügliches Decret vom Jahre 1622; — IV, 319, stirbt; 321, ver- 
sichert Montecuccoli seines Dankes; 323; 328, verspricht Montecuccoli 
den Orden vom Goldenen Vliesse. 

Spanien, Maria Anna, Erzherzogin von Oesterreich, Königin von, Gemahlin 
PhUipp IV.; — II, 188, ist wenig beliebt; — III, 181, sieht einem 
freudigen Ereignisse 'entgegen; 284, ist nicht geneigt Frieden zu 
schliessen; 285; 293, befürwortet die Ehe der Infantin Margarethe 
Theresia mit Leopold I.; 294, erkrankt an Fiebererscheinungen; 306, 
über die Ceremonien bei ihrem Empfange; 327; 328; 329; — IV, 
320, tritt die Regierung an; 331, Montecuccoli bedankt sich bei ihr 
für die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse. 

Spanien, Carl IL, König von; — I, XXIV, befürwortet die Erhebung 
Montecuccoli's in den Reichsfürstenstand ; XXV, belehnt ihn mit der 
Fürstenwürde in Spanien; — II, 188, Regierungsform während seiner 
Minderjährigkeit; — III, 294, erkrankt an Fiebererscheinungen. 

Spanien, Ferdinand, Cardinal -Infant von; — III, 327, besucht Genua; 332, 
in Madrid; in Guillers; — IV, 14, bei Nördlingen; 22; 138, stirbt in 
Flandern (1641). 

Spanien, Isabella, Infantin von; — III, 331, in Flandern. 

Spanien, Maria Theresia, Infantin von; — III, 253, Bewerbungen des Königs 

Ludwig XIV. um. 
Spankau, Paris, Freiherr von, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — 

III, 446, wird mit einigen Regimentern nach Croatien gesendet. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^07 

Spantekow, Ort, Preussen; — III, 271, die Kaiserlichen erobern (1659). 

Sparr, Georg Friedrich, Graf, kaiserlicher FML.; — IV, 354, dessen Er« 
nennung zum Obristen. 

Sparr, Otto Christoph, Freiherr von (später Graf), kaiserlicher FM.; — II, 
423, bei Serinvär (1664); 435, dessen Regiment bei St. Gotthard; 
561; — III, 77, in brandenburgischen Diensten (1653); 342, vor 
Kanizsa; — IV, 113, als einer der Ober-Befehlshaber für den Türken- 
krieg in*s Auge gefasst (1664); 116, soll nach Regensburg berufen 
werden; 118; 121; 125, nimmt an den Conferenzen theil; 311, be- 
zieht eine Pension. 

Sparr, Wladislaw, Graf, kaiserlicher FML.; — III, 342, mit seinem Regi- 
mente vor Kanizsa; 377, verliert den rechten Arm. 

Sparr, Graf; — III, 194, am Hofe der Königin Christine von Schweden, in 
Brüssel. 

« 

Sparta, Stadt, Griechenland; — I, 275, wird von den Römern belagert. 
Speckle, Daniel, berühmter Fortilications-Ingenieur; — II, 300; 303. 
Sperreuter, Clas Dietrich, Freiherr von, schwedischer General; — I, 283, 

von Johann von Werth überfallen (1633). 
Speyer, Stadt, Bayern (Pfalz); — II, 214, Reichstag zu (1570); — IV, 23, 

die Kaiserlichen übersetzen den Rhein bei (1634). 

Spleckh zu Uibergau und Langenau, Lucas, Ritter, kaiserlicher General- 
Feldwachtmeister; — II, 419, dessen Regiment bei Serinvär (1664); 
436, dessen Regiment bei St. Gotthard; 437; 561; 562; — III, 346, 
dessen Regiment bei Serinvdr. 

Spigl, Friedrich, k. und k. Major; — I, XXXVI, übersetzt Schriften des 
Fürsten Montecuccoli. 

Spllamberto, Ort, Italien; — III, 35, von den Päpstlichen besetzt (1643); 

43; 44; 47; 48; 49; — IV, 223, Lager der Verbündeten bei (1643); 

224; 225. 
Spinola, Marchese de los Balbazes, Ambrosius, spanischer General; — 

III, 6, erobert Breda; 8, reist nach Spanien. 

Spinola, August; — III, 290, als genuesischer Gesandter in Spanien. 
Spinola, Carl; — III, 285, in Genua; 286; 289, besucht mit Montecuccoli 

das Schiff, welches die Geschenke Genua's nach Constantinopel führt; 

290; 291; — IV, 291, in Correspondenz mit Montecuccoli (1666). 

Spinola, Georg; — IM, 285, in Mailand. 

Spinola, Julius, Marquis; — III, 286 in Genua; 287, ist dem Grafen Monte- 
cuccoli ofßcieli zugetheilt; besitzt kaiserliche Lehen in Italien; 289, 
in Genua. 

Spinola, Abb6, päpstlicher Nuntius in Wien; — III, 287; 289. 

Spinola, Bruder des päpstlichen Nuntius; — III, 289, in Genua; 292, ist 

Maltheser-Ordensritter. 
Spinola, Doge von Genua; — III, 286. 
Spinola, Marquis; — III, 112, in Antwerpen; 114; 117; 138; 154; 167. 



^o8 Montccuccoli: 

Spione; — I, 214 ff., deren Nothwendigkeit für die Armee im Felde; — 
II, 49; 239; 286, im Lager; 337. 

Spittal a D.. Kärnthen; — I, XXXV, fürstlich Porcia'sches Archiv in; 
CXXII. 

Sporck, Johann, von, kaiserlicher General der Cavallerie; — II, 371, ist schwer 
erkrankt; 397, dessen Regiment wird aus Ober-Ungarn abberufen 
(1663); 398, versucht einen Ueberfall auf das türkische Lager; 399, 
wird geschlagen; 401, sucht die Plünderungen der Tataren zu ver- 
hindern; 432, bei St. Gotthard; 436, dessen Regiment bei St Gott- 
hard; 438, zeichnet sich bei St. Gotthard aus; 660; 562; — 111, 341, 
dessen Regiment bei Neuhäusel; 342, Commandant einer Parthei von 
2000 Reitern; 368, im Feldzuge 1658; 376, hat sich seine Stellung 
selbst erworben; 381, wird nach St. Gotthard zum General der Ca- 
vallerie ernannt; 446, wird mit einigen Regimentern nach Ober- 
Ungarn gesendet; — IV, 230, wird zum FML. ernannt (1647). 

Sprinzenstein, Ferdinand Maximilian, Freiherr von; — III, 291, in (Kor- 
respondenz mit Montecuccoli ; 324. 

Stahl, kaiserlicher Obrist; — IM, 173, lebt in der Umgebung von Cöln und 
bezieht 2000 Thaler Pension. 

Stalhantsch, Torsto, schwedischer General der Cavallerie; — II, ö. 

Stampa, Marquis; — III, 282, in Mailand. 

Standarten; ~ I, 100, deren Eintheilung beim Heere. 

Standrecht; — I, 106, im kaiserlichen Heere. 

Starhemberg, Ernst Rüdiger, Graf, kaiserlicher FM. und Hof-Kriegsraths* 
Präsident; — III, 446, wird in Tokaj von aufständischen Ungarn ge- 
fangen genommen; — IV, 354, dessen Ernennung zum General; 
356, soll zwei Officiere, wegen Duell- Verdachtes, arretieren lassen 
(1680). 

Starhemberg, Heinrich Wilhelm, Graf, kaiserlicher Hofmarschall; — III, 
260, bei der Krönung der Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn; — 
IV, 153, bei der feierlichen Ueberreichung des Ordens vom Goldenen 
Vliesse an den Fürsten Lobkowitz und an den Grafen Slawata. 

Starhemberg, Johann Reichardt, Graf, kaiserlicher FML.; — II, 365, erhält 
Auftrag an die Theiss vorzurücken (1661); 371, ist schwer erkrankt 

Starhemberg'sche Gruft zu Linz; -— I, XXII, woselbst das Herz des 
Fürsten Montecuccoli beigesetzt wurde. 

Stauffenberg, Johann, von, General- Quartiermeister der Reichs- Armee; — 
II, 436, bei St. Gotthard. 

Stein, Stadt, Nieder-Oesterreich; — III, 53, von den Schweden eingenommen 
(1645); 314, Montecuccoli in. 

Steinamanger, Stadt, Ungarn; — III, 425, Maximilian I. erobert; 433, die 
Türken erobern; 434, kaiserliches Lager bei; 437, Rückzug der Kaiser- 
lichen nach. 

Steinau, Stadt, Preussen; — II, 72, Gefecht bei (1633); — III, 10, Gefangen* 
nähme des Corps Thurn bei (1633). 



Orts-, Namen- und Sach-Register. cqq 

Steinberg, Anton, Graf, schwedischer Oberst-Stallmeister; — III, 92; 96; 
102, reist mit der Königin nach Vesteräs; 103; 104; 106; 111, als 
Oberst-Hofmeister der Königin Christine. 

Stellata, Ort, Italien; — III, 35, beabsichtigter Angriff auf (1643); 43. 

Stendal, Stadt, Preussen; — IV, 26, die Kaiserlichen unter Gallas bei 
(1638). 

Sternberg, Stadt, Mähren; — II, 127, wäre als Festung aufzulassen. 

Sternberg, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — IV, 26, Gallas marschiert nach 
(1637). 

Stettin, Stadt, Preussen; — 1, XLI, Montecuccoli befindet sich daselbst 
in schwedischer Gefangenschaft; 9, schreibt daselbst seine »Abhandlung 
über den Kriege; 54, Besetzung durch König Gustav Adolph; 88, der- 
selbe wird in der Nähe dieser Stadt beinahe gefangen; 89, rückt da- 
selbst ein; 126, Belagerung von; 175, Ban6r bezieht bei, ein Lager; 
182; 296, Gustav Adolph bei; — II, 8; 10, der schwedische Com- 
mandant und die Garnison von; 186, Gustav Adolph in; 309, ver- 
suchte Einnahme von (1659); — III, 271, Belagerung von (1659); 

— IVy 27, Montecuccoli als Gefangener in. 

Stibovac, Ort, Croatien-Slavonien; — IV, 59, soll befestigt werden; 60. 

Stier, kaiserlicher Ingenieur-Hauptmann; — IV, 56, verfertigt die Pläne für 
die Befestigungen der Posten Inner- Oesterreichs; 59. 

Stockholm, Stadt, Schweden; — III, 93, Leichenzug Ban6r's in; 94; 99, 
der Hafen von; 106; 107; 108; 200, Eintreffen von polnischen Abge- 
sandten in; 277, Reise der Königin Christine nach (1666). 

Strafen; — I, 197, im römischen Heere; 198, während des 30jährigen 
Krieges. 

Strafford, Graf; — III, 128, wird in Heidelberg gefangen genommen; 130, 
in London; 133; 134; 185; 251, muss den kaiserlichen Hof meiden. 

Strafford, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — III, 134, in London. 

Strahow, Anhöhe bei Prag; — II, 123, wäre zu befestigen. 

Stralsund, Stadt, Preussen; — I, 54, Landung König Gustav Adolph's in; 

— II, 10, wird von den Schweden besetzt; 265, die Kaiserlichen vor 
(1659);,— III, 7, Belagerung von; 270, Gefecht bei (1659); 370, die 
Kaiserlichen vor. 

Strassburg, Bischof von; — IV, 43, ist Landgraf von Nieder-Elsass; 118, 
am Reichstage zu Regensburg (1664). 

Strassnitz, Ort, Mähren; — III, 438, ergiebt sich Bethlen Gabor. 

Strassoldo, Graf, kaiserlicher Obrist; — IV, 216, in Correspondenz mit 
Montecuccoli (1644). 

Strassoldo, Graf, in spanischen Diensten; — III, 199, will in kaiserliche 
Dienste treten. 

Straubing, Stadt, Bayern; -— III, 204, Montecuccoli reitet von hier bis 
Wien; — IV, 21, kaiserliche Winter-Quartiere in (1632); 134, kaiser- 
liche Quartiere in (1633); 228, Erzherzog Leopold Wilhelm übersetzt 
die Donau bei (1646). 



5IO 



Montecuccoli: 



Streifungen; — II, 78, Abhandlung über. 

Strick, schwedischer Obrist und Inhaber eines Regiments; — II, 10, dessen 
Obristwachtmeister als Commandant in Wolgast 

Strozzi, Peter, Graf, kaiserlicher FML.; — II, 418, befehligt die kaiserlichen 
Truppen bei der Belagerung von Kanizsa (1663); 417, fallt bei Serin- 
vir (1664); 419, dessen Regiment bei Serinvär; — III, 842, soll an- 
geblich Pressburg besetzen; bei Serinvär; 348, wird vom Könige von 
Prankreich in Audienz empfangen; 868, im Feldzuge 1668; 876, im 
Lager bei Kittsee; 377, wird bei Kanizsa verwundet; — IV, 76, Sol- 
daten seines Regiments plündern Neutra; 112, am Reichstage zu 
Regensburg; 118, wohnt daselbst den Conferenzen bei; 117; 118, soll 
dem Corps gegen Kanizsa beigegeben werden; 119; 121, hat 5000 
Mann unter sich; 241, wird nach Ober-Ungarn entsendet (1663). 

Strozzi, Marquis, Gouverneur von Brügge; — III, 137, begrüsst Monte- 
cuccoli; 168, in Brüssel; 160. 

Strozzi, Marquise, Gemahlin des Vorigen; — III, 137; 160. 

Strozzi, Marquise, Tochter der Vorigen; — III, 137; 160. 

Stuben berg, Johann Wilhelm, von; — I, CI, dessen Correspondenz mit 

Montecuccoli; CII, sein Gedicht auf Montecuccoli; — IV, 369, in 

Correspondenz mit Montecuccoli (1663). 

Stuhlweissenburg, Stadt, Ungarn; •— II, 443, die Türken marschieren gegen 
(1664); 444, Lager der Türken bei; 621, wird von den Türken besetzt 
(1543); 632, der Herzog von Mercoeur vor (1601); — lil, 426, Maxi- 
milian I. erobert; 426, aufständische Bauern plündern die Umgebung 
von; 429, Sultan Soliman erobert; 432, Treffen bei. 

Stuttgart, Stadt, Württemberg; — 1, 161, wird von den Kaiserlichen be- 
setzt (1634); — IV, 23, kaiserliche Quartiere bei (1634). 

Styrum-Limburg, Hermann Otto, Graf, kaiserlicher PM.; — IV, 366, dessen 
Regiment 

Subsidien; — I, 67, französische für Schweden. 

Sulz, Carl Ludwig, Graf zu, kaiserlicher FM. und Hof-Kriegsraths-Präsi- 
dent; — III, 334, schlägt den Pascha von Ofen. 

Sulz, Stadt, Elsass«Lothringen; — I, 167, Lager der kaiserlichen und schwe- 
dischen Armee bei; — III, 10, die vereinigten Kaiserlichen und 
Spanier gegen die Schweden bei (1633); — IV, 22, Kanonade bei 
(1633). 

Sulzbach, Pfalzgrafen von; — IV, 48, deren Haus. 
Sulzbach, siehe auch Pfalz-Sulzk>ach und Pfatzgraf. 
Susanne, siehe Seviglla. 

Suys, Ernst Roland, Freiherr von, kaiserlicher FZM.; — IV, 216, in Cor- 
respondenz mit Montecuccoli (1644). 

Swan, Capitain; — III, 164, in Brüssel; 183. 

Syphax, König von West-Numidien; — II, 263, Bundesgenosse der Römer; 
264. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. e 1 1 

Syrmien, Lorenz, von; — III, 426, wird als Rebell erklärt 

Szakoicsa, siehe Skalitz. 

Samllok, Ort, Ungarn; — III, 435, verbündet sich mit den Gegnern des 
Kaisers. 

Szamos, Fluss, Ungarn; — II, 378, kaiserliches Lager längs der (1661). 

Szamosszeg, Ort, Ungarn; — II, 378, kaiserliches Lager bei (1661). 

Szamos-Ujvär, Ort, Ungarn; — II, 365, soll von kaiserlichen Truppen be- 
setzt werden; 371; 378; — IV, 71, soll gut befestigt werden; 73» 
kaiserliche Garnison für. 

Szathmär, Stadt, Ungarn; — II, 365, General Heister als Gouverneur von 
(1661); 370, kaiserliches Lager bei; 378; 512, Anlage eines Proviant- 
Magazins in; 531 ; 588; — III, 375, Marsch der Kaiserlichen nach; 430, 
die Türken belagern ; Lazar Schwendi erobert; 431, Bocskay besetzt; 435, 
wird an Bocskay abgetreten; 459, soll gut befestigt werden; — IV, 
65, Wichtigkeit dieses Ortes für die Operationen der Kaiserlichen; 
70; 71, wegen Anlegung eines Haupt-Magazins in; 73, Garnison für; 
74, dessen Umgebung ist von den Türken ganz verwüstet; 97, soll 
zum Mittelpuncte der Befestigungen Ungarns gemacht werden; 98; 
99, Aufstellung eines fliegenden Corps bei; 102, 105, Mangel an Ent* 
gegenkommen der Einwohner gegenüber dem Militär in. 

Szegvär, Ort, Ungarn; — IV, 87, Gefecht bei. 

Szökely, Moses; — III, 434, ruft die Türken gegen die Kaiserlichen zu 
Hilfe; 438, schürt gegen Riköczy. 

Sz^kelyhid, Stadt, Ungarn; — II, 365, soll von kaiserlichen Truppen 
besetzt werden (1661); 377, hat eine kaiserliche Garnison; 518; — 
III, 388, Meuterei von kaiserlichen Truppen in; — IV, 65, die Türken 
fordern die Herausgabe von; 71, soll gut befestigt werden; 73, kaiser- 
liche Garnison für; 74, hat Mangel an Proviant. 

Szempcz, siehe Wartberg. 

Szendrö, Ort, Ungarn; — III, 434, Georg Basta besetzt; — IV, 100, das 
Schloss daselbst ist an Raum sehr beschränkt; 101. 

Szent-Gotthard, siehe Sanct Gotthard. 

Szent-Jobb, Ort, Ungarn; — II, 377, Unternehmung der Kaiserlichen gegen 
(1661). 

Szigetvär, Stadt, Ungarn; — II, 412, Graf Zrinyi vor; 414, die Türken be- 
setzen (1664); 555; — III, 342, Sultan Soliman vor (1565); 430, die 
Türken erobern; 431; 433, die türkische Garnison dieser Stadt macht 
Einfalle in kaiserliches Gebiet. 

Szikszö, Ort, Ungarn; - III, 432, Schlacht bei (1588). 

Szilagyi, Michael, Gouverneur des Königreiches Ungarn; — III, 450, dessen 
Wirksamkeit als Gesetzgeber; 455, wird Gouverneur von Ungarn 
(1458). 

Szolnok, Stadt, Ungarn; — III, 430, die Türken erobern; — IV, 72, die 
Brücke daselbst soll fertiggestellt werden. 



512 



Montecaccoli: 



T. 



Taaffe, Earl of Carlingford, Franz, Viscount, kaiserlicher FM.; — fV, 354, 
dessen Ernennung zum Obristen; 355, dessen Regiment 

Tabor, Stadt, Böhmen; — II, 125, wäre nicht zu befestigen. 

Tagliciani; — IV, 270, besucht Montecuccoli in Spoleto (1655). 

Taglinoli, Graf; — III, 286, in Genua. 

TangermOnde, Stadt, Preussen; — I, 282, drei kaiserliche Regimenter 
werden daselbst überfallen; 283; 290; 350; — II, 73; 334; 572; — 
IV, 24, Ueberüall von drei schwedischen Regimentern bei (1636); 26, 
die Kaiserlichen übersetzen die Elbe bei (1638); 203, Montecuccoli 
auf dem Marsche nach (1644). 

Tasso, Albert, von, kaiserlicher Obrist; — 11, 376, Commandant von Klausen- 
burg; 419, als Obristlieutenant des Regiments Strozzi bei Serinvär 
(1664); 422; 423; 435, dessen Regiment bei St. Gotthard; 437; 561; 
562; — III, 345, als Obristlieutenant in Klausenburg; 346, als Obrist 
bei Serinvär; — IV, 87, dessen Regiment besetzt Klausenburg. 

Tata, siehe Totis. 

Tataren; -- II, 295, der Sultan lässt deren Khan absetzen (1668). 

Tattenbach, Erasmus, Graf, Rath der innerosterreichischen Regierung; — 
III, 447, wird als Verschwörer hingerichtet. 

Tatlenbach, Wilhelm Leopold, Graf, innerösterreichischer Kriegs-Raths- 
Präsident und Grossprior des Maltheser-Ordens; — IV, 53, dessen 
Vorschläge über die Befestigungen Inner-Oesterreichs; 56. 

Taub, Baron, chursächsischer Hofmarschall; — III, 75; 76, beim Besuche 
Montecuccoli's in Dresden (1653). 

Taxen; — I, 210; 211, werden für die Marketender beim Heere festgesetzt 

Taxis, Graf; — III, 260, als kaiserlicher Würdenträger bei der Krönung der 
Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn. 

Taxis, Graf; ~ III, 124, in Brüssel; 162; 184; 194; 196. 

Telau, dänischer Geheimrath; — III, 85, besucht Montecuccoli; 87; 88. 

Telegraph; — II, 565, Beschreibung eines optischen. 

Teleki, Michael, Graf; — IV, . 107, im Einverständnisse mit R6day und 
Apäffy. 

Temesvär, Stadt, Ungarn; — I, LVI; — II, 368; 377, Winter-Quartiere 
der Türken bei (1661); 505, türkisches Arsenal in; 534; — III, 430, 
die Türken erobern. 

Temesvär, Pascha von; — III, 368, im Treffen bei Lippa (1658). 

Teplitz, Stadt, Böhmen; — I, XX, Montecuccoli gebraucht die Bäder in. 

Ternye (Ternitz), Ort, Ungarn; — II, 420, geplanter Uebergang der Ver- 
bündeten über die Drau bei (1664). 

Terranova, Herzog von, spanischer Minister und Gesandter am kaiserlichen 
Hofe; — Hl, 328, führt Unterhandlungen über den Empfang der 
Königin Maria Anna von Spanien, Tochter Ferdinand IIL; 335, tituliert 
den Dogen von Genua > Serenissimus«; — IV, 315, dessen Tod. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. «ij 

Teschen, Fürstenthum ; — IV, 42, im Besitze der Familie Liechtenstein. 

Testa; — III, 252, darf, wegen des spanischen Gesandten, nicht an den 
kaiserlichen Hof. 

Testa, siehe auch Piccolomini. 

Testament; — 1, XCII, des Fürsten MontecuccoH; — IV, 169 ff. 

Tetschen, Stadt, Böhmen; — II, 124, wäre zu befestigen; 129. 

Teuffei, Erasmus, von, kaiserlicher General; — III, 430, wird bei Fülek ge- 
fangen und in Constantinopel ermordet. 

Teuffenbach (Tieffenbach) zu Mayrhofen, Christoph, Freiherr von, Ge- 
neral-Capitain in Ungarn; — III, 431, als Abgesandter in Constan- 
tinopel; 433, erobert Fülek; 438, wird von Bethlen Gabor geschlagen. 

Teuffenbach (Tieffenbach) zu Mayrhofen, Rudolph, Freiherr von, kaiser- 
licher FM.; — IV, 163, als Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse. 

Teuffenbach, Biograph Montecuccoli*s; — I, XVII. 

Theben (Dev6ny), Ort, Ungarn; — III, 54, kaiserliches Lager bei (1645). 

Theiss, Fluss; >- II, 379, kaiserliches Lager längs der (1661); — III, 463, 
die Gegenden an der, sollten verwüstet werden; — IV, 83, Monte- 
cuccoH übersetzt bei Tokaj die. 

Thionville, siehe Diedenhofen. 

Thorn, Stadt, Preussen; — IM, 267, Belagerung von (1658); 268, wird 
erobert; 365, MontecuccoH unternimmt einen Streifzug gegen (1657); 
366; — IV, 276, die Kaiserlichen belagern (1658). 

Thurheim, Graf; — IM, 116, besucht MontecuccoH in Antwerpen. 

Thura (della Torre), Girolamo, Graf; — IV, 26, MontecuccoH empfiehlt 
diesem seine Interessen; 137, sendet dem Grafen Galeotto Monte- 
cuccoH Gelder nach Frankreich (1638). 

Thurn (della Torre), Heinrich Matthias, Graf, schwedischer General - 
Lieutenant; — II, 72, wird bei Steinau geschlagen (1633); 271, in 
Schlesien; 334, muss sich in Schlesien ergeben; 501; 573; — MI, 10, 
wird gefangen; — IV, 5, im Einverständnisse mit Waldstein; 6; 7, 
wird geschlagen. 

Tigris, Fluss; — I, 255, Alexander der Grosse übersetzt den. 

Tllly von Tserclas, Johann, Graf, kaiserlicher General- Lieutenant und Hgistischer 
FM.; — I, III; 127, passiert Halle a/S.; 129, stellt sich dem Könige von 
Schweden am Lech entgegen; 142, nimmt Magdeburg ein; 164, in 
der Schlacht bei Leipzig (1631); 166, vor Magdeburg; 167, fallt in 
Sachsen ein; 172, kämpft gegen Gustav Adolph bei Werben; 175, in 
Pommern und Mecklenburg; am Lech; 188, dessen Auftreten gegen 
den Luxus bei der Armee; 272, gegen Mansfeld; 292, bei Magde- 
burg; 343, bei Werben; 346, bei Magdeburg; — II, 57, am Lech; 
67, bei Magdeburg; 68, bei Leipzig; 574, wird verwundet; 581, bei 
Leipzig; — IM, 7, bei Lutter a/B.; 8, wird kaiserlicher General- 
Lieutenant; 9, erstürmt Neu-Brandenburg; wird bei Leipzig ge- 
schlagen; stirbt; 25, bei Leipzig; 67, am Lech; — IV, 6, wird ge- 
schlagen; 11, erobert Leipzig; 134, fallt. 



5H 



Montecuccoli: 



Timar; — ll. 453, Bezeichnung für ein kleines türkisches Lehensgut; 517. 

Tisza-Ladäny, Ort, Ungarn; — II, 369, Montecuccoli bei (1661). 

Todt (Tott), Ake, Graf, schwedischer General; — III, 92. 

Todt, Graf, Hauptmann der königlich schwedischen Leibgarde, Sohn des Vori- 
gen; — III, 91; 92; 93; 95; 96, bekannter Fechter; 102, reist mit 
der Königin nach VesterlU; 103; 104; 106. 

Todt, Graf, schwedischer Gesandter; — III, 138, in Antwerpen; 139; 140; 
141, reist nach Prankreich; 193, dessen Nachrichten über die 
Stimmung in Schweden; 194; 212, verlangt von der Königin eine 
Chiffre; — IV, 235, wird am Hofe der Königin Christine von Schweden, 
in Antwerpen, erwartet (1654). 

Tokaj, Stadt, Ungarn; — II, 369, Montecuccoli bei (1661); 370, die Kaiser- 
lichen übersetzen die Theiss bei; 378; 379, kaiserliches Lager bei 
(1661); 531; 538; — III, 429, Colonna erobert; 430, Schwendi erobert; 
431, die Türken brandschatzen die Gegend von; 434, Georg Basta 
entsetzt; Bocskay erobert; 435, wird an Bocskay abgetreten; 439, 
wird an Räk6czy abgetreten; 446, die aufständischen Ungarn greifen die 
Stadt an; 459, soll gut befestigt werden; — IV, 71, wegen Anlage eines 
befestigten Lagers bei; 73, Garnison für; Montecuccoli übersetzt die 
Theiss bei; 99, Aufstellung eines fliegenden Corps in; 100, das Schloss 
daselbst ist an Raum sehr beschränkt; 101; 102. 

Toledo, de, Pedro, Don, Vice-König von Neapel; — IM, 335, tituliert den 
Dogen von Genua »Serenissimus«. 

Topdschi, türkische Artilleriemannschaft; — II, 504. 

Torbole, Ort, Tyrol; — III, 313, Montecuccoli in. 

Torgau, Stadt. Preussen; — I, 129, Gefecht bei (1637); 175, Ban^r über- 
setzt die Elbe bei; 200; 203; 262; 264; 265; 266; 267; 273; 295; 
296; 369; — IV, 25, Rückzug der Schweden nach (1637). 

Tornetta, siehe la Tornetta. 

Torquato, siehe Conti. 

Torstenson, Graf von Ortala, Bernhard, schwedischer General-Feld mar- 
schall; — II, 5; 79, bei Bernburg (1644); 121, nach der Schlacht bei 
Leipzig (1642); 334, bei Bemburg (1644); 508, entsetzt Glogau; 575; 

— III, 53, dessen Vorrückung gegen Böhmen (1644); — IV, 27, lässt 
Montecuccoli als Gefangenen von Stettin nach Wismar überführen; in 
Trachenberg; 30, bei Bemburg (1644); 138, folgt Banir im Com- 
mando nach (1641); erobert Glogau; belagert Brieg (1642); 141, 
resigniert auf den Ober-Befehl; 148, im Feldzuge 1644; 199; 202; 
203; 205, in Holstein; 209, in Hessen eingeschlossen; 213, in Rends- 
burg; 215; 361, entlässt die gefangenen kaiserlichen Obriste Kinsky 
und Hechinger (1642). 

Toscana, Grossherzogthum ; — III, 21 ff., dessen Antheilnahme am Feld- 
zuge 1643 in Italien; siehe auch Medici. 
Totls (Tata), Stadt, Ungarn; — II, 366, Lager der Kaiserlichen bei (1661); 

— III, 433, die Türken erobern. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 515 

Tourion, Marquis; — III, 117, am Hofe der Königin Christine in Ant- 
werpen; 118; 127; 162; 166; 191, ist Hauptmann der Ar9i&ren- 
Wache des Erzherzogs Leopold Wilhelm. 

Tournay, Stadt, Belgien; — If LI, Beschreibung von; — II, 145; — III, 
166, Ausgrabunc^en von Alterthümem in. 

Trachenberg, Stadt, Preussen; — II, 122, ist in schwedischen Händen; 126, 
wäre nicht zu befestigen; — IV, 27, Torstenson's Armee bei (1642). 

Trainknechte; — I, 212, bei der Armee im Felde; 245; siehe auch Bagage. 

Trautson, Gräfin, Enkelin des Fürsten Montecuccoli ; — I, LXXX. 

Trauttmansdorff, Adam, Graf; — IV, 205, in Correspondenz mit Monte- 
cuccoli; 209. 

Trauttmansdorff, Max, Graf, Oberst-Hofmeister Kaiser Ferdinand III.; — I, 
XCV, dessen Correspondenz mit Montecuccoli; C; — IV, 153, als Ritter 
des Ordens vom Goldenen Vliesse; 185, versichert Montecuccoli der 
Gnade des Kaisers; 186; 204, in Correspondenz mit Montecuccoli; 
216; 365; 368. 

Trauttmansdorff, Sigmund Joachim, Graf, kaiserlicher FM.; — IV, 354, 

dessen Ernennung zum Obristen. 
Tröka, Adam Erdman, Graf, kaiserlicher General der Cavallerie; — IV, 5, 

conspiriert mit Waldstein gegen den Kaiser; dessen Regiment; 7, 

zieht mit Waldstein nach Eger. 
Tr6ka, Maria Magdalena, geborene Lobkowitz, Mutter des Vorigen; — IV, 5, 

Mittwisserin der Verschwörung Waldstein's. 
Tremblet, Baron; — III, 123, in Brüssel; 146; 147; 148. 
Trencsin, Comitat, Ungarn; — II, 398, weigert sich für die Insurrection 

Leute beizustellen. 
Trencsin, Stadt, Ungarn; — II, 397; 531; 539; — III, 434, Bocskay be- 
setzt. 
Treptow, Fürstin von; — II, 8, deren Tod. 
Treptow, Stadt, Preussen; — II, 266, Eroberung von (1659); 370, Ueberfall 

eines schwedischen Quartieres bei; — III, 270, Ueberfall einer 

schwedischen Reiter- Abtheilung bei (1659). 
Treseigny, Marquis von; — II, 145, Commandant von Tournay. 
Tribsees, Stadt, Preussen; — I, 117, wird von den Schweden eingenommen 

(1638); 297, Gallas bei; — II, 265, Eroberung von (1659); 572; — 

III, 271, die Kaiserlichen erobern (1659); - IV, 25, die Kaiserlichen 

nehmen (1637); 136. 

Triebl, Ort, Böhmen; — II, 73, Gefecht bei (1647); 334; 338; 572; — III, 
61; — IV, 142, Angriff auf das schwedische Lager bei (1647). 

Trient, Stadt, Tyrol; — I, CII; — III, 277, Zusammenkunft der Königin 
Christine von Schweden mit Montecuccoli in; 320. 

Trier, Carl Caspar von der Leyen, Churfurst von; — III, 406, verweigert 
den Kaiserlichen und Brandenburgern den Uebergang über den Rhein 
bei Coblenz; — IV, 116, am Reichstage zu Regensburg (1664); 121, 
ladet Montecuccoli zu Tische; 253, trifft in Prag ein (1652); 254. 



5 1 6 Montecuccoli : 

Trier, Philipp Christoph von Sötern, Churfurst von; — IV, 43, wird in 
Wien gefangen gehalten. 

Trier, Stadt, Preussen; — III, 140, beabsichtigte Reise der Königin Christine 
von Schweden nach; 180, Montecuccoli in; — IV, 236, Versammlung 
der geistlichen Churfiirsten in (1665). 

Triest, Stadt, Küstenland; — I, CXXV; — II, 128, wäre zu befestigen; — 
III, 8, Ankunft der Infantin Maria Anna von Spanien in (1631); 

Trigonometrie; — li, 39, Abhandlung über die. 
Tripartitum, Gesetzbuch des Königreiches Ungarn; — III, 454; 461. 
Trivulzio, Gian Giacomo, Prinz; — I, XXXV, besitzt in seiner Bibliothek 
zu Mailand Manuscripte des Fürsten Montecuccoli; XL VIII. 

Trivulzio, Prinz; — III, 282, in Mailand. 

Trommler; — I, 101, deren Eintheilung bei der Infanterie; — II, 211. 

Trompeter; — I, 101, deren Eintheilung bei der Cavallerie. 

Troppau, Fürstenthum; — IV, 42, im Besitze der Familie Liechtenstein. 

Troppau, Stadt, Oest.-Schlesien; — II, 125, wäre zu befestigen; — IV, 28, 

Montecuccoli schlägt eine schwedische Parthei bei (1642); 138; 150, 

Wittemberg blockiert (1646). 

Trotti, Graf; - III, 281, in Mailand. 

Türken; — I, LIII, Montecuccoli's Werk: »Vom Kriege mit den Türken in 
Ungarn«; — II, 185, im Kriege mit Venedig; 188, deren Politik; 189; 
191, Kämpfe mit den; 192; 195 fr., vom Kriege mit den Türken in 
Ungarn; 256, im Kriege gegen Venedig; 285; 294, lassen in Sieben- 
bürgen die Festungen schleifen; 317, belagern Neuhäusel (1663); 358, 
rücken in Siebenbürgen ein (1658); erobern JenÖ; 359, Eintheilung 
des Heeres der ; 363, wollen Kem6ny nicht anerkennen ; 386, belagern 
Klausenburg; 387, führen mit dem Kaiser Friedens-Unterhandlungen; 
390, rücken mit 100.000 Mann in*s Feld (1663); 394, rücken bis Gran 
vor; 403, greifen die Insel Schutt an; 404, erobern Neuhäusel; 407, 
ziehen sich gegen Gran zurück; 418, greifen Serinvär an; 425, setzen 
den Fürsten Ghika ab; 427, versuchen die Raab zu forcieren; 452 £f., 
die Kriegseinrichtungen der; 453, Eintheilung der Armee der; 470, 
Bewaffnung der; 475, Eintheilung des Heeres; 492, Verpflegung der; 
519, Operationsplan der; 521, Operationsplan gegen die; besetzen 
Gran und Stuhlweisenburg; — III, 337 £f., in den Feldzügen 1663 
und 1664; — IV, 65flF., über deren Rüstungen gegen den Kaiser. 

Tu renne de Latour et d'Auvergne, Henri, Vicomte de, Marschall von 
Frankreich; — I, V, dessen Operationen 1673; — II, 575, in Bayern; 
— III, 55, wird bei Mergentheim geschlagen; 116, bei Arras; 119; 
191, gegen die Spanier (1655); 406, setzt sich bei Wesel fest (1672); 
407, übersetzt die Mosel; 408, übler Zustand seiner Truppen; ver- 
einigt alle seine Kräfte; 409, eilt dem Bischof von Münster zu Hilfe; 
463, räth dem Könige von Frankreich die Gegenden am Rhein und 
an der Mosel verwüsten zu lassen; — IV, 112, soll die Reichstruppen 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^ i y 

im Feldzuge gegen die Türken befehligen (1664); 209, vereinigt sich 
mit dem Herzoge von Enghien (1644). 
Turocz, Comitat, Ungarn; — II, 398, weigert sich für die Insurrection Leute 
beizustellen. 

Turpin de Criss^e, Graf, Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, 
XU. 

Tursis, Herzog von; — III, 288, wird mit »Excellenz« tituliert; 305, com- 
mandiert einen Theil der Flotte, welche die Kaiserin-Braut, Infantin 
Margarethe Theresia, nach Finale geleitet. 

Tuttlingen, Stadt, Württemberg; — II, 73, Ueberfall der Franzosen bei 
(1643); 600; — IV, 22, Montecuccoli im Winter-Quartiere bei (1633); 
139, Niederlage der Franzosen bei (1643). 

Tyrannei; — I, 23, Folgen derselben; 33, Mittel dieselbe zu beseitigen. 

Tyrnau (Nagy-Szombat), Stadt, Ungarn; — II, 361, Sammelplatz der 
kaiserlichen Armee (1661); 401, wird von den Kaiserlichen besetzt; 500, 
von den Türken erobert; — III, 431, Verschwörung gegen den Kaiser 
in; 434, Bocskay besetzt; 436, ergiebt sich Bethlen Gabor; 437, wird 
von den Kaiserlichen wieder erobert; 438, Bethlen Gdbor in; — IV, 
87, Rak6czy und Kem^ny bei. 

Tyroler Regiment; — III, 376, der Obristlieutenant desselben führt das 
Commando in Pressburg. 



U. 

Ucario, Barnabiten-Pater; — IV, 199. 

Ueberfall; — I, 282, von drei kaiserlichen Regimentern; 283, von drei 
schwedischen Regimentern; Obrist Sperreuter wird von Johann von 
Werth überfallen; Obrist Damiz wird von Bruay überfallen; 340, 
Dallas wird bei Nördlingen von den Schweden überfallen; 362, auf 
Quartiere im Allgemeinen; — II, 72, Abhandlung über; 73, von drei 
schwedischen Regimentern; 104, auf Festungen im Allgemeinen; 112, 
Vertheidigung gegen solche auf Festungen; 336. 

Ueberlingen, Stadt, Baden; — IV, 21, Montecuccoli in (1632). 
Ueckermünde, Stadt, Preussen; — III, 271, die Kaiserlichen erobern 

(1659); — IV, 25, Callas nimmt (1637). 
Uhlfeld (Ulfeldt), Korfiz, Graf, dänischer Reichs-Hofmeister; — III, 90; 

91; 93; 94; 99; 101. 

Uhlfeld (Ulfeldt), Eleonore Christine, Gräfin, Gemahlin des Vorigen, ge- 
borene Gräfin von Schleswig-Holstein; — III, 94, deren Abkunft; 
95; 103; 105. 

Ujudvär (Neuhof), Ort, Ungarn; — II, 426, die Verbündeten übersetzen die 
Mur bei (1664). 

Montecuccoli. IV. ^^ 



2l8 Montecuccoli: 

Ulm, Stadt, Württemberg; — III, 63, Lager der Kaiserlichen und Bayern 
bei (1648); — IV, 23, die Kaiserlichen blockieren (1635). 

Ulsini; — IV, 47, Gemahlin des Herzogs Rudolph Max von Sachsen- 
Lauenburg. 

Ung (Ungvär), Comitat, Ungarn; — II, 631. 

Ungarlsch-Altenburg, Ort, Ungarn; — 11, 391, ist als Sammelpunct für 
die Armee sehr geeignet; 397, kaiserliches Lager bei (1663); 444, 
Marsch des kaiserlichen Heeres gegen; Erzherzog Matthias bei (1594); 
Ö37; 639; 544, wird von Sultan Soliman erobert; — IV, 118, Rendez- 
vous-Ort für die kaiserlichen Truppen im Jahre 1664. 

Ungartsch-Hradisch, Stadt, Mähren; — II, 136, wäre zu befestigen; 361, 
die Kaiserlichen passieren (1661). 

Ungarn, Königreich; — I, LXXIX, Geschichte von; LXXXIX, Mittel zur 
Erhaltung von; — II, 464, Unruhen in; — III, 337 ff., über die letzten 
Kriege in; 363 ff., Montecuccoli 's Bemerkungen zur Geschichte des 
Grafen Gualdo Priorato über; 387, die Grenz-Miliz in; 393, über die 
allgemeine Lage in; 401, geplante Herabsetzung des Standes der 
Grenz-Miliz in; 421 ff., Geschichte des Königreiches von 1490--1677; 
444, die Insurrection in; 449, kommt dem Hause Habsburg erblich zu; 
450 ff., die Gesetze des Königreiches; 451, militärische Bestimmungen 
für dasselbe; 452, die Landtage in; Macht des Palatins in; 453, Mittel zur 
Erhaltung von; 454, das Tripartitum; 456, soll für die Erhaltung der 
Truppen beitragen ; 463, die Grenzgebiete des Königreiches, gegen die 
Türkei zu, sollten verwüstet werden; 465, dessen exponierte und An- 
griffen ausgesetzte Lage; — IV, 65 ff., dessen Verhalten dem Kaiser 
und Siebenbürgen gegenüber; 95 ff., Montecuccoli 's Gutachten über 
die Mittel zur Erhaltung von; 104, dessen Abneigung gegen die 
Deutschen; 105; 106, dessen rückhaltloses Streben nach Freiheit; 
schlechte Aufnahme der kaiserlichen Truppen in; 108, dessen Politik 
Siebenbürgen gegenüber; 316, grosse Theuerung bei den Feld- 
zügen in. 

Unter-Drauburg, Ort, Steyermark; — II, 128, wäre zu befestigen. 

Upsala, Stadt. Schweden; — I, LXVI, Besuch Montecuccoli *s am könig- 
lichen Hofe in; — III, 89, Besuch Montecuccoli 's in; 90; 102; 103; 
106. 

Urban VIII., Papst; — III, 6, wird zum Papst gewählt; 43, im Kampfe 
gegen die Staaten Ober-Italiens (1643); 139, beschwert sich über 
Montecuccoli; stirbt. 

Urbano; — IV, 29, begleitet Montecuccoli auf der Reise nach Italien 
(1648). 

Utjessenic, siehe Martinuzzi. 

Utrecht, Stadt, Niederlande; — I, LI, Beschreibung von; — II, 166. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ciq 

V. 

Vadencourt, Ort, Frankreich; — IM, 188, spanisches Lager bei; 202. 

Vaillard, Graf; — III, 285, in Genua. 

Valenciennes, Stadt, Frankreich; — I, LI, Beschreibung von; — II, 143; 

315, Belagerung von (1656); 332; 339; — III, 192, Montecuccoli in; 

193; 198. 

Valense (Valenc6), päpstlicher General der Cavallerie; — II, 575, wird von 
den Verbündeten geschlagen (1643); — III, 44, beschiesst Nonantola 
(1643); 45, überschreitet den Po; — IV, 29, wird von Montecuccoli ge- 
schlagen; 226, übersetzt den Po. 

Valentin, kaiserlicher Rittmeister; — III, 270, erobert zwei schwedische 
Standarten (1659); 370, überfallt ein schwedisches Quartier bei 
Treptow. 

Valenza, Graf; — III, 282, in Mailand. 

Valenza, Gräfin, Gattin des Vorigen; — III, 282, ist eine geborene Testi 
und verwittwete Ottonelli. 

Väll, Ort, Ungarn; — II, 377, de Souches zerstört die Palanken von (1661). 
Varna, Stadt, Bulgarien; — II, 498, Schlacht bei (1444); — III, 455. 
Väsvär, Ort, Ungarn; — III, 445, Friede von (1664); — IV, 79, 
Vazsony, Ort, Ungarn; — III, 425, König Wladislaw von Böhmen erobert. 
Vedetten, siehe Schildwachen. 

Vehlen, Alexander, Graf, kaiserlicher FZM.; — - III, 173, hat sich in West- 
phalen bereichert. 

Velden, Ort, Kärnthen; — II, 128, wäre nicht zu befestigen. 

Veltz6 Alois, k. und k. Hauptmann; ~ I, XXXVI, übersetzt Schriften des 
Fürsten Montecuccoli und bearbeitet den gesammten Nachlass. 

Venedig, Republik; — I, LXXXVIII, Berichte des Residenten in Wien; 
195, im Kriege mit den Türken; — II, 185; 256; 293, ist zur 
Vertheidigung sehr geeignet; 294; — III, 21 ff., Antheilnahme der 
Republik am Feldzuge 1643 in Italien; 35; 307, gestattet den Durch- 
zug der Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia; 328; 331, über 
die Stellung des Dogen von; 428, schliesst mit König Wladislaw ein 
Bündniss; — IV, 29, deren Antheilnahme am Feldzuge 1643 in Italien; 
77 ff., empfängt von ihrem Gesandten in Wien Berichte über den Türken- 
krieg; 90, erringt einen Sieg zur See gegen die Türken; 92, wird 
hiebei von den (spanischen) Galeeren von Malta unterstützt; 221 ff., 
im Kriege gegen den Papst (1643); 268, hat die Pässe nach Norden 
gesperrt; 269, gestattet die Durchreise der Königin Christine von 
Schweden; 365, im Kriege in Italien (1643); 366. 

Venedig, Stadt, Italien; — I, CXXV; — IV, 28, der Herzog von Modena reist 
nach (1642); 184, daselbst werden, nach Unterzeichnung des Friedens, 
öffentliche Danksagungen dargebracht (1644); 344, Montecuccoli hinter- 
legt sein Baarver mögen in. 

34* 



520 



Montecuccoli: 



Venieri, venezianischer General; — III, 47, im Feldzuge 1643 in Italien; 

— IV, 222. 
Ventier, Maler; — III, 194, malt, im Auftrage der Königin Christine von 

Schweden, die GräAn Slawata. 
Veraguas, Don, spanischer Admiral; — II, 607, Befehlshaber der Flotte. 
Verfolgung; — I, 273, des Feindes nach einer gewonnenen Schlacht 
Vergato, Ort, Italien; — III, 46, Eroberung durch Montecuccoli; 48; — IV, 

29, Treffen bei (1643). 
Verona, Stadt, Italien; — III, 183, projectierte Reise der Konigin Christine 

von Schweden nach. 

Verschwörung; — I, 47, Mittel zu deren Hintanhaltung. 

Verwüstung; — I, 168, von Landtheilen aus strategischen Rücksichten. 

Veselöny de Hadad, Franz, Graf, Palatin von Ungarn; — I, LXX, dessen 
Beeidigung am Landtage zu Pressburg (1655); — III, 255, beim 
feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand III. in Pressburg; 256, wird 
zum Palatin erwählt; ist General in Ober-Ungarn; 257; 260, bei der 
Krönung der Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn; 443, dessen 
üble Gesinnung gegen die kaiserliche Armee; 444, in Wartberg, dem Ver- 
sammlungsorte der ungarischen Insurrection ; 445, dessen Unterhand- 
lungen mit den Türken; als Verschwörer gegen den Kaiser; — IV, 
68, einer der Haupturheber der Widerspänstigkeit der Ungarn gegen 
den Kaiser; 81, insurgiert den Adel; 104, dessen Feindseligkeit gegen 
die Deutschen. 

Vester&s (Westeris), Stadt, Schweden; — IN, 89, Besuch Montecuccoli 's 
in; 102; 103. 

Veszprim, Stadt, Ungarn; — III, 343, Gefecht bei (1663); 346, der Gross- 

Vezier bei; 425, König Wladislaw erobert; 426, aufständische Bauern 

plündern die Umgebung von; 430, die Türken erobern; 432, dessen 

Garnison überfallt die Türken bei Koppany; 433. 
Vichet; — • Hl, 154, in Antwerpen. 
Vif, Ort, Belgien; — III, 145, Montecuccoli in. 
Vignola, Ort, Italien; — III, 35, von den Päpstlichen besetzt (1643); 43; 

49, Rückzug der modenesischen Truppen nach; — IV, 226, Lager 

der Verbündeten bei (1643). 
Villach, Stadt, Kärnthen; — II, 128, wäre zu befestigen; — III, 320. 
Villa Viciosa, Stadt, Spanien; — II, 608, Schlacht bei. 
Villefranche, Stadt, Frankreich; — III, 304, die Kaiserin-Braut, Infantin 

Margarethe Theresia, in. 
Vilsbiburg, Ort, Bayern; — III, 70, Marsch der Kaiserlichen nach (1648). 
Vllshofen, Stadt, Bayern; — III, 68, Marsch der Kaiserlichen nach .(1648); 

69. 
Violet, Graf; — III, 113, Günstling des Prinzen von Cond6; 114; 115, 

dessen Meinung über die Einnahme von Arras; 127; 148, in Brüssel; 

149; 150, ist, während der Audienz Conde's bei der Königin Christine 

von Schweden, anwesend; 151; 152; 155; 158; 159; 160; 162, erhält 



Orts-, Namen- und Sach-Register. 521 

vom Könige von Spanien 6000 Thaler jährlich; 164; 186; 187; 189, 
im Lager bei Vadencourt; 194, in Brüssel; 201; 202. 

Virmond von der Neers (Nerssen), Johann, Freiherr, kaiserlicher General* 
Feldwachtmeister; — I, 89 wird in Cöln ermordet. 

Visconti, Fabius, Graf; — 111, 278, Capitain der königlich spanischen Garde 
in Mailand; 282, besucht, mit seinem Sohne, Montecuccoli; 315, be- 
grüsst Montecuccoli bei dessen Ankunft in Mailand; — IV, 280. 

Visconti, Hercules, Graf; — III, 281, spanischer General-Commissär ; 285; 
— IV, 282, in Mailand. 

Visconti, Peter, Graf; — III, 282, in Mailand. 

Visconti, Marchese; — III, 162, in Brüssel. 

Visegräd, Stadt, Ungarn; — III, 429, Ferdinand I. besetzt; Sultan Soliman 
erobert; 433., 

Viiehrad, Vorstadt von Prag; — II, 124, wäre zu befestigen. 

Vitaliano, Borromäus, Graf; — III, 278, in Mailand; 280. 

Vitzthum von Eckstädt, August, kaiserlicher Obrist; — IV, 22, dessen miss- 
lungene Unternehmung auf Munderkingen (1634); Commandant von 
Lindau; 134, ernennt Montecuccoli zum Obristlieutenant seines Regi- 
ments (1632); 135, als Commandant von Lindau (1633). 

Viviani, Johann Baptist, Hauptmann im Corps Cond6; — III, 118, wird bei 
Arras gefangen; 122, 124. 

Vliess, Orden vom Goldenen; — I, XCI, Ceremoniell bei Ueberreichung 
desselben; CIV, Correspondenz wegen Verleihung desselben an 
Montecuccoli; CXXXI; — IV, 161, Ceremoniell bei Ueberreichung 
desselben; 309 ff., Correspondenz wegen Verleihung desselben (1665 
bis 1668); 312, Montecuccoli bittet um Verleihung desselben; 331 ff., 
Ceremoniell bei Ueberreichung desselben. 

Voghera, Ort, Italien; — III, 313, Montecuccoli in. 

Volmar, Isaak, Doctor, kaiserlicher Diplomat; — III, 173, in Frankfurt a M.; 
183, dessen Ansicht über die Politik Schwedens; 203, in Frankfurt a M.; 
230, ist Geheimer Rath. 

Voiogna, modenesischer Obristlieutenant; — IM, 22, im Feldzuge 1643 in 
Italien. 

Vorposten; — I, 286, Aufstellen derselben beim Beziehen von Cantonne- 
ments; 289 ff.; — II, 60, beim Beziehen eines Lagers. 



W. 



Wachen; — II, 322, in Festungen. 

Waffen; — I, 97, deren Eintheilung; — II, 214 ff., im kaiserlichen Heere; 

470, Schutzwaffen im türkischen Heere; 471, Angrififswaffen der 

Türken; 472, im kaiserlichen Heere. 
Wagenburg; — I, 298, deren Zusammenstellung im Lager. 



522 



Montecuccoli: 



Waggi, siehe de Waggi. 

Waidhaus, Ort, Bayern (Pfalz); — II, 122, wird befestigt. 

Waitzen, Stadt, Ungarn; — Hl, 429, Ferdinand I. besetzt; 433, die Türken 

erobern; 436, ergiebt sich Bethlen Gabor. 
Walachei, Constantin, Fürst von der; — II, 637, soll gegen die Türken zu 

Felde ziehen. 

Wald; — I, 867, Passieren eines solchen mit einem Heere; 262. 
Waldeck, Georg Friedrich, Graf, General der Reichs- Armee; — II, 431, 

bei St Gotthard; — III, 381, wird zum General-Lieutenant ernannt; 

— IV, 342, bewirbt sich um die Erhebung in den Reichsfürstenstand. 
Waldeck, Philipp, Graf, kaiserlicher Obrist; — IV, 207, dessen Regiment 

im Feldzuge 1644. 
Waldeck, Graf, Oberst- Hofmeister des Churfürsten von Brandenburg; — 

III, 76; 77, beim Besuche Montecuccoli 's in Berlin (1663); 78; 79; 

80; 82; 83. 
Waldeck, Gräfin, Gemahlin des Vorigen; — III, 82, Besuch Montecuccoli's 

bei derselben; 83. 
Waldeck, Gräfin; — IV, 49, Gemahlin des Markgrafen Friedrich von Baden- 

Durlach. 

Waldniel, Ort, Preussen; >- III, 167, Montecuccoli in. 

Waldshut, Stadt, Baden; — IV, 22, der Herzog von Feria erstürmt (1633). 

Waldstein (Wallenstein), Herzog von Mecklenburg, Friedland und 
Sagan, Albert Eusebius, von, kaiserlicher Generalissimus; — I, XIII, 
über dessen Verschwörung; über seine Capitulation ; LXXXV, über 
dessen Verschwörung; 41, dessen Ermordung; 56, rüstet auf der Ostsee 
eine Flotte aus; 58, erhält den Titel eines »Generalissimus der Ostsee«, 
sowie das Herzogthum Mecklenburg ; 74, hält mächtige Heere auf den 
Beinen; 90, schafft im kaiserlichen Heere die Charge des Feldmarschall- 
Lieutenants; 123, wird vom Generalate enthoben; 124; 142, im Lager 
bei Nürnberg; 149; 171, rückt in die Ober-Pfalz ein; 199, dessen Pro- 
cess ; 204, befiehlt dass jede Compagnie zwei Hand-Mühlen in*s Feld mit- 
nehme; 222, bei Nürnberg; 285, bezieht Quartiere in Meissen; 292, 
bei Bernburg; 293, bei Nürnberg; 295; 316, dessen Lager bei Nürn- 
berg; 329, befiehlt Aldringen sich in keine Schlacht einzulassen; 378, wird 
vom Commando enthoben; 219, schafft die Carabiniers ab; 473; 474, 
dessen Brief an Aldringen wegen der Carabiniers; 520; — III, 6, 
wirbt für den Kaiser ein Heer und wird in den Fürstenstand erhoben; 
7, rückt nach Tymau; wird mit Mecklenburg belehnt; 8, wird vom 
Commando enthoben; 9, wird wieder mit dem Commando betraut; 
im Lager bei Nürnberg; unterhandelt mit Arnim; 10, bezieht Winter- 
Quartiere; wird ermordet; 438, rückt in Ungarn ein; schlägt Batthyänyi; 
— IV, 3 ff., aus der Relation über dessen Verschwörung ; 5, wird vom 
Ober-Commando enthoben; 6, strebt nach der Krone Böhmens; 7, wird 
ermordet; 11, dessen Bedingungen bei Wieder-Uebemahme des Ge- 
neralats; 12, stellt eine Arme von 40.000 Mann auf; vereinigt sich 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^23 

mit dem Churfursten von Bayern; 21, bei Nürnberg und Lützen; 22, 

wird ermordet; 134, übernimmt wieder das Armee-Ober-Commando; 

135, wird ermordet. 
Waldstein, Graf, kaiserlicher Obers*t-Kämmerer; — IV, 235, stirbt (1656). 
Waldstein, Graf, päpstlicher Kämmerer; — III, 287, in Genua; 303, wird 

bestimmt die Kaiserin-Braut, Infantin Margarethe Theresia, an der 

Grenze zu begrüssen; — IV, 287, kehrt von Italien nach Wien 

zurück (1666). 
Wales, Freistaat, England; — III, 183, Religionsangelegenheiten in; 184. 
Wall, spanischer General-Feld Wachtmeister; — III, 192, in Bouchain. 
Wallfisch, Insel, Mecklenburg- Schwerin; — II, 10, wird von den Schweden 

besetzt 
Wallis, Olivier, Freiherr von, kaiserlicher General -Feld Wachtmeister; — IV, 

73, dessen Regiment als Garnison für Tokaj. 
Walterskirchen, Franz Wilhelm, von; — I, XXXI, verkauft die Herrschaft 

Haindorf an den Fürsten Montecuccoli. 
Walther (Walter), Johann, kaiserlicher Obrist; — III, 388, hat über 

40 Jahre Dienste geleistet; 389, kann die ihm zugesagte Pension 

nicht erhalten ; — IV, 115, dessen Regiment hat einen Abgang von 

300 Mann. 

Wamboldt, Adelsfamilie in Maynz; — IV, 43, Mitglieder dieser Familie 
als Churfursten von Maynz. 

Wancke (Wancken), Jacob, schwedischer Obrist; — IM, 84, besucht Monte- 
cuccoli in Hamburg (1653) 

Wangler, Johann, kaiserlicher General-Feldwachtmeister; — I, 182, bestraft 
einen Officier wegen unrichtigen Verhaltens im Gefechte; — II, 223, 
dessen Regiment in der Schlacht bei Leipzig (1631); 578; — IV, 133, 
verleiht Montecuccoli in seinem Regimente eine Infanterie-Compagnie. 

Warasdin, Stadt, Croatien-Slavonien ; — I, LXXXVII; — IV, 60, über die 
Befestigung von; 62, Kosten hiefür. 

Warfuse von Renesse, Vicomte von Montönac, Renatus, Graf; — III, 15, 
unterhandelt mit dem Prinzen von Oranien; 120, in Brüssel; 148; 
160; 193, in St. Ghislain; 199, hat Anfälle von Gicht. 

Warfuse von Montänac, Gräfin, Schwester des Vorigen; — III, 113, am 
Hofe der Königin Christine von Schweden; 120, in Brüssel; 148; 166, 
tritt mit Montecuccoli in Correspondenz. 

Warfuse, siehe auch Mont6nac. 

Warnemünde, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — III, 272, Eroberung von 

(1660); — IV, 136, wird von den Kaiserlichen erobert (1638); 240, 

ergiebt sich den Kaiserlichen (1660). 
Warnery, Herausgeber von Commentaren zu den Schriften Montecuccoli*s ; 

— I, XII. 
Warschau, Stadt, Russland; — II, 180, das kaiserliche Heer in (1658); 266, 

Schlacht bei (1656); 554; — III, 458, Johann Sobieski wird daselbst 

zum König gewählt; — IV, 238, Belagerung von (1658). 



524 



Montecuccoli: 



Wartberg (Szempcz), Ort, Ungarn; — II, 397, Versammlungsort für die 

ungarische Insurrection (1663); 398; 402; — III, 444, Vereinigungs- 

punct für die ungarische Insurrection. 
Warten borg, Graf, Präsident der innerösterreichischen Kammer; — IV, 

234, dessen Ernennung nach dem Tode Dietrichstein's (1653). 
Wasenhoven, von, kaiserlicher Ingenieur; — 11, 413, erbaut das Fort 

Serinvär. 
Wasserburg, Stadt, Bayern; — 11 1, 68, Operationen der Schweden bei (1648). 
Wattenhelm, kaiserlicher Ingenieur; — Hl, 371; 377, ist ohne jede Kriegs- 
erfahrung. 
Wedel), Ernst Ludwig, von, schwedischer General ; — \, 370, lässt den 

Grafen Bruay strenge bewachen. 
Weert (Werth), Stadt, Niederlande; — III, 203, Montecuccoli in. 
Wegweiser; — I, 214, deren Nothwendigkeit für die Armee im Felde; 223, 

deren Verwendung; 237, deren Eintheilung auf dem Marsche; — II, 

49; 238. 
Wehlau, Stadt, Preussen; — ill, 365, Vertrag zu, wegen der Landeshoheit 

Brandenburgs über Preussen (1657). 
Weichsel, Fluss; — III, 365, die Kaiserlichen übersetzen die (1657); 366. 
Weilhammer, Pater; — IV, 247, hat von Montecuccoli Geld zu fordern. 
Weimar, Stadt, Sachsen-Weimar- Eisenach; — 111,63, Kriegsrath in (1647); 

— IV, 24, die Kaiserlichen überfallen die Schweden bei (1637). 
Weingartner, Biograph Montecuccoli's; — I, XVII. 
Weiss, churbrandenburgischer Garde-Capitain ; — III, 78, beim Besuche 

Montecuccoli's in Berlin; 79; 83. 

Weissenwolff, Freiherr von, Geheimer Rath; — III, 230; — IV, 123, 
wohnt den Conferenzen am Reichstage zu Regensburg bei (1664). 

Weizenhofen, siehe Michna. 

Wenzel, Johann Baptist, Domherr; — I, LH, dessen Abhandlung über die 
Nothwendigkeit eines stehenden Heeres; — II, 169 ff. 

Werben, Stadt, Preussen; — I, 167, Verschanzungen des Königs Gustav 
Adolph bei; 172, Gefecht bei; 292, Gustav Adolph bei; 296; 343; — 
IV, 24, Angriff Ban6r's auf (1636); 205; Gallas in (1644). 

Werchter, Ort, Belgien; — III, 180, Montecuccoli in. 

Werda, Ort, Sachsen; — IV, 30, die kaiserliche Armee unter Gallas in 
(1644); 202, Montecuccoli in (1644). 

Werth, Johann, von, kaiserlicher FM.; — I. 270, dessen Tactik; 283, über- 
fällt den schwedischen Obristen Sperreuter; 336, dessen Tactik; — 

III, 53, vereinigt sich mit Hatzfeld (1644); 71, bei Dachau (1648); — 

IV, 23, bei Speyer (1634); 148, im Feldzuge 1645; 229, erklärt sich 
bereit die bayerischen Regimenter zur Haupt- Armee zu führen; 230, 
muss im kaiserlichen Lager Schutz suchen; wird zum General der 
Cavallerie ernannt. 

Wesei, Stadt, Preussen; — I, 199, Eroberung von (1629); — II, 105; 167, 
Graf Moriz von Nassau ist Commandant von; 310; — III, 13; 14, 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^25 

wird überrumpelt (1629); 406, die Franzosen unter Turenne setzen sich 
daselbst fest (1672); 409, Turenne übersetzt den Rhein bei; — IV, 
133, die Kaiserlichen verlieren (1629). 

Weser, Fluss; — IM, 406, beabsichtigter Marsch der Kaiserlichen und 
Brandenburger an die (1672); 409, Rückzug der Verbündeten an die 
(1673); — IV, 24, die Kaiserlichen passieren die (1637); 203, Königs- 
mark an der (1644); 215, Marsch der kaiserlichen Armee an die; 231, 
die Schweden an der (1647). 

Wesselönyi, siehe Veselöny. 

Wester&s, siehe Vester&s. 

Westphälischer Friede; — IV, 247, dessen Unterzeichnung ; 248; 249; 250. 

Weyer, schwedischer General-Feldwachtmeister; — III, 269, Commandant 
der Besatzung auf der Insel Fanö; 270, zieht sich nach Fünen zurück 
(1659). 

Whitelock (Whitelocke), Bulstrode, Sir; —III, 95, als englischer Gesandter in 
Schweden; 96; 98, Montecuccoli speist bei; 103; 130, in London; 
132; 133; 134, bringt der Königin Christine von Schweden grosse 
Achtung entgegen ; 135, geleitet Montecuccoli zur Audienz beim Lord- 
Protector; 136, Montecuccoli verabschiedet sich von. 

Whitelock, Gattin des Vorigen; — III, 136, in London, 

Whitelock, Sohn des Vorigen; — III, 131, in London; 132; 133; 139, erhält 
von der Königin Christine den Amaranthen- Orden. 

Wien, Stadt, Nieder-Oesterreich; — I, XIX, der kaiserliche Hof zieht, 1679, 
wegen der Pest von Wien fort; XXII, Grabmal Montecuccoli 's in 
der Jesuitenkirche zu; XXXV, die Hofbibliothek zu, besitzt Manu- 
scripte des Fürsten Montecuccoli; LXXI, Rückkehr Montecuccoli's 
nach (1666); 199, daselbst wird General-Feldwachtmeister Cratz hin- 
gerichtet; — II, 127, wäre stark zu befestigen; 132, Erbauung eines 
Arsenales in; 241, Versuche mit Kanonen in der Geschützgiesserei 
zu; 242; 417, Montecuccoli's Abreise von; 443, Dankgottesdienst 
für St. Gotthard in; 505, geplante Belagerung von; 534; 544, Be- 
lagerung von (1529); — III, 8, Hochzeit König Ferdinand III. zu 
(1631); 53, die Schweden vor (1645); 54; 179, Montecuccoli's Abreise 
von; 204, Montecuccoli's Ankunft von Brüssel in; 261, dessen Abreise von 
Wien nach Flandern; 314, Montecuccoli's Rückkehr von Finale nach; 
319, seine Abreise von; 347, Operationen der Türken gegen (1664); 348; 
425, Maximilian I. erobert; 428, Sultan Soliman belagert; 436, Bethlen 
Gabor vor; 438, Batthyänyi vor; — IV, 7, Waldstein's Pläne zur 
Eroberung von; 21, Montecuccoli in (1632); 22; 26; 76, Ueberfall auf 
den ungarischen Kanzler in einer Vorstadt von; 92, dessen Be- 
festigungen; 234, feierlicher Einzug Kaiser Ferdinand III. in (1654); 
249, Dankgottesdienste wegen Unterzeichnung des Westphälischen 
Friedens in (1650); 251, feierlicher Einzug Kaiser Ferdinand III., 
mit der Kaiserin Eleonore, in (1651). 



£26 Montecuccol i : 

Wiener-Neustadt, Stadt, Nieder-Oesterreich; — II, 127, wäre zu befestigen; 
425, geplanter Marsch der Türken gegen (1664); — III, 425, Kaiser 
Maximilian I. erobert; — IV, 250, Hochzeit Kaiser Ferdinand III. 
in (1651). 

Wiener Stadtguardia, icaiserliches Regiment; — II, 611, Bezahlung der. 

Wiesloch, Stadt, Baden; ^ 111, 9, Niederlage der Kaiserlichen bei (1632); 

— IV, 21, Entsatz von (1632). 

Wildberg, Philipp, von, kaiserlicher Obrist; — I, 263, wird von Ban£r ein- 
geschlossen. 

Wildenbruch, Ort, Preussen; — III, 271, die Kaiserlichen erobern das 
Schloss von (1659). 

Willebrock (Wilbruck), Ort, Belgien; — III, 154, Zusammenkunft der 
Königin Christine von Schweden mit dem Erzherzoge Leopold Wil- 
helm bei. 

Wimpfen, Stadt, Hessen; — III, 55, wird von den Franzosen besetzt (1645). 

WIndlsch-Graetz, Gottlieb, Graf; — III, 300, dessen Sendung nach Italien 
in Angelegenheit der Dififerenzen zwischen Mantua und Modena; 301, 
trifft in Finale ein; 302, dessen Instruction; 303, über Intriguen am 
kaiserlichen Hofe; reist nach Mailand; 312, beschuldigt den Herzog 
von Albuquerque der Unaufrichtigkeit; — IV, 295, dessen Mission 
in Italien; 297. 

Winter-Quartiere; — II, 291, Beziehen der. 

Wismar, Stadt, Mecklenburg-Schwerin; — I, XLI, Montecuccoli befindet 
sich daselbst in schwedischer Gefangenschaft; XLV, die Besatzung von; 
Montecuccoli in (1642); 130, wird von den Kaiserlichen besetzt; — 
II, 9, in schwedischen Händen; — III, 272, Ausfall der schwedischen 
Garnison aus (1659); — IV, 25, kaiserliche Quartiere bei (1637); 27, 
Montecuccoli als Gefangener in; 136; 361, Montecuccoli als Gefangener 
in (1642). 

Wittern berg, Arwid, schwedischer General der Cavallerie; — II, 5; 52, in 
Schlesien (1646); 74, wird zum Rückzuge nach Schlesien genöthigt 
(1646); 311, gegen Montecuccoli in Schlesien (1645); 575; — III, 
69, in Schlesien; 87; 90; 92; 94; 95; 104, ladet Montecuccoli zu 
Tische; 106; 211, ist mit den Verhältnissen in Schweden unzufrieden; 

— IV, 141, in Schlesien (1646); 149; 150, blockiert Troppau; muss 
die Blokade aufgeben; 228, bei Glogau; 229, erobert Bolkenhain. 

Wittenberg, Stadt, Preussen; — I, 146, von König Gustav Adolph besetzt; 

329; — II, 51, dessen Wichtigkeit, für die Vertheidigung Sachsens; 

573, Niederlage der Franzosen bei; — IV, 25, die Kaiserlichen erobern 

ein Fort bei (1637); 203, Montecuccoli mit einem selbstständigen 

Corps vor (1644); 204. 
Wittkoven, Secretär des Erzherzogs Leopold Wilhelm; — III, 122, fuhrt 

die deutsche Correspondenz. 
Wittstpck, Stadt, Preussen; — I, 88, Schlacht bei (1636); 99; 256; 262; — 

II, 66, Ban^r bei; 67; 68; 573; 576; 580; 581; — IV, 24; 136. 



Orts-, Namen- und Sach-Registcr. C2'j 

Witzburg, schwedischer Obrist; — II, 8, erhält als Belohnung ein Gut bei 
Stettin. 

Wladislaw III. (V.), König von Ungarn und Polen; — II, 498, fallt bei 

Vama. 
Wtadislaw V. (VIL), König von Ungarn und Böhmen; — III, 425, dessen 

Kämpfe um den Besitz Ungarns; 426; 427, dessen Sohn Ludwig; 

stirbt; 450, dessen Wirksamkeit als Gesetzgeber in Ungarn; 452, sein 

Vertrag mit dem Kaiser in Bezug auf die Erbfolge in Ungarn; 454, 

ändert viele Gesetze ab ; 457. 

Wolfenbüttel, Stadt, Braunschweig; — II, 104, wird von den Schweden an- 
gegriflfen (1641); 117, Belagerung von (1641); 310, von den Schweden 
belagert; 574; — iV, 44, Residenz der Herzoge von Braunschweig- 
Wolfenbüttel. 

Wolff, spanischer Obrist; — III, 142, in Antwerpen; 148, in Brüssel; 152; 
164; 184, ist schwer erkrankt; 186; 195; 196. 

Wolgast, Stadt, Preussen; — II, 10, schwedische Garnison in; 265, die 
Kaiserlichen vor (1659); — III, 271, die gefangene schwedische Be- 
satzung von Demmin wird dahin abgeführt (1659); — IV, 25, die 
Kaiserlichen nehmen (1637); 136. 

Wolkenstein, Graf, Land-Obrist von Tyrol; — III, 276, besucht Monte- 
cuccoli in Innsbruck. 

Wollin, Stadt, Preussen; — 11. 265, Eroberung von (1659); — III, 271. 

Wolmirstedt, Stadt, Preussen; — II, 73, Ueberfall von drei schwedischen 
Regimentern bei (1636); 334; 572; — III, 9, Hauptquartier Tilly's bei 
(1631); — IV, 134, Ueberfall von drei kaiserlichen Regimentern bei 
(1631); 136, Ueberfall der schwedischen Quartiere bei (1636). 

Worms, Stadt, Hessen; — I, 265, la Valette in; 272; — IV, 23, Gallas 
erobert (1635). 

Wornio, Olaf; — III, 85, Arzt in Kopenhagen. 

Wränge I, Hermann, von, schwedischer General-Feldmarschall; — I, 254, 

gegen Gallas an der Peene (1637); — II, 58, an der Peene; 572; — 

IV, 25, an der Peene. 

Wränget, Carl Gustav, Graf, schwedischer General-Feldmarschall, Sohn des 
Vorigen; — II, 5; 8, erhält als Belohnung ein Gut in Livland; 73, 
wird bei Dachau geschlagen (1648); 265, Commandant der schwedi- 
schen Truppen auf Fünen (1659); 572, bei Dachau; 575; — IM, 71, 
bei Dachau; 92; 94, mit Montecuccoli in Upsala (1653); 106; 107; 
270, im Feldzuge 1669; — IV, 141, greift Augsburg an (1646); 231, 
jenseits der Weser (1647). 

Wrangel, Gustav, Graf, schwedischer Obristlieutenant ; — III, 71, wird bei 
Dachau gefangen (1648). 

Wrangel, schwedischer Hauptmann und Commandant der königlichen Leib- 
garde; — IV, 232, fällt bei Zusmarshausen (1648). 

Wrangel; — III, 142, in Antwerpen; 164. 



^28 Montecuccoli : 

Wrbna (Würben\ Graf, kaiserlicher Obrist; — III, 54, bringt einen Transport 
nach dem belagerten Brunn (1645); — IV, 150, Commandant von 
Troppau (1646). 

Wünsche! ruthe; — I, 246, wird bei der Avantgarde, um Glück zu bringen, 
mitgeführt. 

Würben, Ort, Preussen; — IV, 80, Montecuccoli marschiert mit den Truppen 
aus Schlesien nach (1644). 

Württemberg, Eberhard, Herzog von; — I, 374, gegen den Grafen Egon 
Fürstenberg; — IV, 48, vermählt mit einer Pfalzgräfin bei Rhein; 
122, am Reichstage zu Regensburg (1664). 

Württemberg, Friedrich, Herzog von; — IV, 48, dient als Obrist in der 
französischen Armee. 

Württemberg, Ulrich, Prinz von, General der Reichs-Armee; — II, 443, 
vereinigt sich bei Oedenburg mit den Kaiserlichen; — III, 66, bei 
Zusmarshausen ; — IV, 48. 

Württemberg, Herzog von; — III, 149, in Brüssel; 151, dessen Audienz 
bei der Königin Christine von Schweden; 152; 155; 156; 159; 163, 
dessen Truppen bei Arras; 190, leg^ den Franzosen einen Hinterhalt; 
191; 192, esGortiert Montecuccoli nach Cambray; 199, befehligt 2000 
Mann. 

Württemberg, Herzogin von; — IV, 49, Gemahlin des Markgrafen Fried- 
rich von Baden-Dur lach. 

Würzburg, Bischof von; — I, XCV, dessen Correspondenz mit Monte- 
cuccoli; — IV, 45, ist Fürst des deutschen Reiches; 210, in Cor- 
respondenz mit Montecuccoli (1644); 213. 

Würzburg, Stadt, Bayern; — III, 174, Montecuccoli übersetzt den Main 
bei; 204. 

Wurtz, schwedischer General-Feldwachtmeister; — III, 266, übergiebt Krakau 
den Kaiserlichen (1657); 340, dessen angebliche Verwundung; — IV, 
128, Montecuccoli empfiehlt ihn zur Verwendung im Türkenkriege. 

Wurzbach, Biograph Montecuccoli*s ; — I, XVII. 

Wyiehrad, siehe Viiehrad. 



Y. 

Ypern (Ypres), Stadt, Belgien; — I, LI, Beschreibung von; — II, 150; 
III, 137, Montecuccoli in; 146, der Bischof von. 



Z. 

Zaccarisi, Capitain; — IV, 261, in Correspondenz mit Montecuccoli. 
Zachel Pascha; — II, 369, im Feldzuge 1661. 



Orts-, Namen- und Sach-Register. ^29 

Zahlmeister; — I, 80, bei der Armee in Flandern. 

Zäpolya, Johann, König von Ungarn; — 111, 428, wird zum König von 
Ungarn gewählt und in Ofen gekrönt; dessen Kämpfe um den Besitz 
Ungarns; 429, erobert Kaschau; schliesst mit Ferdinand I. Frieden; 
stirbt; 468, verpfändet den Türken Theile des Landes. 
'Zäpolya, Isabella, Königin von Ungarn, Gemahlin des Vorigen; — IH, 429, 
schenkt einem Sohne das Leben; liefert die Reichs-Insignien an Fer- 
dinand L aus; 430, soll wieder eingesetzt werden. 

Zäpolya, Johann Sigismund, Sohn des Vorigen; — ill, 429; 430, soll wieder 
als König eingesetzt werden; erklärt Maximilian IL den Krieg; 431, 
dessen Pläne zur Unterwerfung Ungarns. 

Zappata, Cardinal; — III, 335, tituliert den Dogen von Genua »Sere- 
nissimusc. 

Zappata, spanischer Gross Kanzler; — IV, 294, in Finale (1666); 295, im 
Verkehre mit Montecuccoli. 

Zappata, G. B., Herausgeber von Schriften Montecuccoli's; — I, XI. 

Zara, Stadt, Dalmatien; — III, 7. 

Zeffivero, florentinischer Edelmann; — III, 147, in Brüssel; 162. 

Zeiss, Christoph, kaiserlicher Obrist; — II, 391, dessen Regiment im Feld- 
zuge 1663. 

Zeitz, Stadt, Preussen; — IV, 30, die Kaiserlichen erobern (1644). 

Zelanchlnl, Georg; — III, 345, als kaiserlicher Abgesandter beim Fürsten 
Räköczy. 

Zemplin (Zemplen), Comitat, Ungarn; — II, 53L 

Zeughaus, siehe Arsenal. 

ZIbaldone; — I, XV, Benennung einer der umfangreichsten Arbeiten Monte- 

cuccoli's; CXIII, deren Würdigung. 
Zichy, Graf; — IV, 76, wird auf offener Strasse von kaiserlichen Soldaten 

ausgeraubt. 

Ziegenhain, Stadt, Preussen; — II, 51, deren Wichtigkeit für die Ver- 
theidigung Hessens; 270, hält die Kaiserlichen auf (1647); — III, 
62; — IV, 346, Montecuccoli in (1673). 

Zilah, Stadt, Ungarn; — II, 378, die Kaiserlichen bei (1661). 

Zinzendorff, siehe Sinzendorff. 

Zölyom, siehe Altsohl. 

Zrinyi, Niclas, Graf, Banus von Croatien; — I, LXXIII; LXXIV, Wider- 
sacher Montecuccoli's; — II, 402, im' Feldzuge 1663; 407, trifft 
auf der Insel Schutt mit den Grenzvölkern ein; 410; 411, übersetzt die 
Mur; 412, belagert Fünfkirchen; brennt die Brücke bei Esseg ab; 
413, tritt für die Belagerung von Kanizsa ein; 419, bei Serinvär; — 
III, 341, legt das Fort Serinvär an; 342; 343; 344, in Csäktomya; 
345, hat an keinem Kriege in Deutschland theilgenommen; 346, bei 
Serinvär; 3X1, lässt Serin vär, angeblich nur zur Sicherung der Beute, 
anlegen; 377, demselben gebührt in Croatien das Commando der 
Armee; Verdachtsgründe gegen denselben; 378, schlägt vor die Mur 



^30 Montecuccoli: Orts«, Namen- und Sach-Register. 

zu überschreiten; • seine Misshelligkeiten mit Montecuccoli; 379; 
880, legt Montecuccoli den Fall von Serinvär zur Last; 441, dessen 
Einverständniss mit den Türken; 444, lässt Serinvär erbauen; — IV, 
53, soll die Befestigungen gegen Ungarn besichtigen; 86, erbaut 
Serinvär; 89; 113, soll zum Commandanten des gegen Kanizsa be- 
stimmten Corps ernannt werden; 118; 120, ist über die Sachlage 
in Kanizsa schlecht unterrichtet; 124, findet durch sechs Wochen, 
ohne Nachschub zu erhalten, mit seinen Truppen den Unterhalt; 312, 
erhält den Orden vom Goldenen Vliesse; 313. 
Zrinyi, Peter, Graf; — I, LXXIV; — III, 445, als Verschwörer gegen den 
Kaiser; 446, strebt nach der Königswürde von Croatien; 447, wird 
enthauptet 
Zrinyi, Graf; — III, 255, beim feierlichen Einzüge Kaiser Ferdinand III. 
in Pressburg; 257, dessen Aspirationen auf die Würde des Palatins; 
260, bei der Krönung der Kaiserin Eleonore als Königin von Ungarn. 
Zrinyi-Ujvär (Serinvär), Befestigung an der Mur, nächst Kanizsa; — 
II, 412, die Truppen der Verbündeten bei (1663); 415, Rückzug der 
Verbündeten nach (1664); 417, Eintreffen Montecuccoli*s vor; 418, 
Angriff der Türken auf; 419, Vertheidigung von; 422; 424, wird von 
den Türken eingenommen und geschleift; 444; 492; — III, 342, die 
Kaiserlichen in; 346; 349, wird von den Türken in die Luft gesprengt; 
371, dessen mangelhafte Anlage; 378, kaiserlicher Kriegsrath bei; 379, 
Einnahme von; 381, wird in die Luft gesprengt; — IV, 86, dessen 
Zustand; 90. 
Zsämbek, Ort, Ungarn; — II, 377, de Souches zerstört die Palanken von 

(1661). 
ZsItvatorok, Ort, Ungarn; — III, 436, Vertrag von, zwischen dem Kaiser 

und der Pforte. 
Zug, Unterabtheilung der Compagnie; — I, 101. 
Zusmarshausen, Ort, Bayern; — III, 63, Gefecht bei (1648); 64; - IV, 

232, Treffen bei (1648). 
Zweibrucken, Stadt, Bayern; — IV, 23, Angriff der Kaiserlichen auf 

(1635). 
Zwickau, Stadt, Sachsen ; — 1, 132, wird von FM. Holcke besetzt; 327, von Borri 
erobert; — IM, 61, Vereinigung der kaiserlichen mit der churbaye- 
rischen Armee bei (1647); — IV, 7, Arnim in; 201, Montecuccoli in 
(1644); 203, hat feindliche Besatzung. 
Zwiedlnek-Sudenhorst, Hans, von, Professor an der k. k. Universität in 
Graz; — I, IX, dessen Abhandlung: »Die Schlacht von St. Gotthard 

1664«. 
Zwietracht; — I, 184, Mittel gegen dieselbe unter den Soldaten eines 

Heeres. 



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